Der kaputte Sport

Zum Jahreswechsel wird gern Bilanz gezogen, natürlich auch im Sport. Der Blick geht zurück, aber auch in die Zukunft. Die Welt hat vor allem durch die Corona-Pandemie ein schwieriges Jahr hinter sich, darunter litt natürlich auch der Sport. Verbände, Vereine und Funktionäre waren vor allem damit beschäftigt, das Überleben in Zeiten der Unsicherheit zu ermöglichen. Die Zukunft steht vielerorts in den Sternen. So wird der Sport vor allem darunter leiden, dass durch die Beschränkungen in der Pandemie die Nachwuchsarbeit brach lag, Kinder sich andererseits orientierten und auch potentielle Fans dem Sport verloren gingen. Selbst die Fußball-Bundesliga merkt dies. Dazu kommen unfähige Funktionäre, die fernab von jeglicher Realität Luftschlösser bauen, mit Millionen-Einnahmen werben und die Basis vergessen. Der Sport hatte 2021 ein schwieriges Jahr, 2022 könnte noch schlimmer werden. Ein Blick hinter die Kulissen macht deutlich : Wir blicken auf einen kaputten Sport.

Diejenigen, die eigentlich für einen gesunden Sport verantwortlich wären, sorgen dafür, dass der Sport an Anerkennung und Bedeutung verliert. Gerade Verbandspräsidenten werden zu Totengräbern, sorgen in ihrer Geldgier und Abgehobenheit dafür, dass der Spitzensport die Masse verliert und eher zu einem elitären Kreis wird. Beispiele sind FIFA-Präsident Gianni Infantino und IOC-Präsident Thomas Bach. Nur Geld zählt, die Sportler nicht, sie sind Mittel zum Zweck. Zum Teil wird sogar Raubbau mit ihrer Gesundheit betrieben.

2022 bietet mit den Olympischen Winterspielen in Peking und der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar umstrittene Veranstaltungsorte. Das IOC hat die Spiele an ein totalitäres Regime vergeben, Völkermord wird verschwiegen, die Demokratie in Hongkong zerschlagen, eine Tennisspielerin zum Schweigen gebracht, die Pandemie mit rigorosen Mitteln bekämpft, die Sportler notfalls nicht mehr als Menschen behandelt, sondern als kranker Abfall. Kein Wunder, dass sich viele Athleten überlegen, ob sie sich Peking überhaupt antun sollen.

Ähnliches in Katar, die Menschenrechte werden mit Füßen getreten, dass Land wurde selbst von den Nachbarn isoliert. Die WM sollte der Reputation dienen, die FIFA machte sich zum politischen Handlanger. Das tausende Arbeiter beim Bau der Stadien gestorben sind, interessiert den Fußball-Weltverband nur wenig. Zur ungünstigen Winterzeit in Europa, dort wo die meisten Fans zu finden sind, wird das Turnier durchgezogen, die Länder müssen sich in ihren Terminplänen danach richten, die Sportler müssen dies ausbaden und sind mit ihren Kräften teilweise am Ende, die Verletzungen häufen sich. Der kaputte Sport.

Es ist bezeichnend, dass Weltfunktionäre wie Infantino danach trachten, ihr Produkt noch mehr zur Melkkuh zu machen. Deshalb die Idee die Fußball-Weltmeisterschaften alle zwei Jahre auszutragen. Vor allem Europa und Südamerika wehren sich dagegen, die Mehrheit könnte aber bei den Verbänden liegen, die sportlich keine Rolle spielen, deren Funktionäre aber abkassieren wollen – für sich, nicht für den Fußball. Ähnliche Gedanken waren der Ausgangspunkt für die Idee einer Super League in Europa, weil Vereinsbosse auf die maroden Finanzen ihrer Klubs schauten, Folge der Misswirtschaft über viele Jahre hinweg. Die Rettung also über einen Wettbewerb für den sich Geldgeber fanden, der aber dem normalen Spielbetrieb Schaden zufügen würde. Doch über den Tellerrand schauen sie nicht hinaus. Dabei sind sie Auslöser für einen kaputten Sport.

Drahtzieher waren vor allem die Präsidenten von Juventus Turin, Real Madrid und dem FC Barcelona. Was ist dort los? Juventus Turin hat Italiens Steuerfahndung im Visier, es soll gleich in 42 Fällen zu strafrelevanten Transfer-Tricks gekommen sein. Namenlose Spieler waren plötzlich Millionen wert, damit die Bilanz stimmt und Verluste verschleiert werden. Auch bei Inter Mailand ist die Steuerpolizei bereits aufgetaucht. Der FC Barcelona kommt vor lauter Schulden nicht mehr auf die Füße, ist in Spaniens Liga nur noch Mitläufer statt Meisterkandidat. Messi ging und damit der Erfolg. Zurück bleiben Schulden, die sich über Jahre angehäuft haben. Größenwahnsinnige Funktionäre hinterlassen verbrannte Erde, einen kaputten Sport.

Der kaputte Sport wird auch in den nationalen Verbänden deutlich, der DFB wurde zum Skandalverband, Korruption und Verschleierung sorgte dafür, dass sich Öffentlichkeit angewidert abwandte, weil einer der Hauptübeltäter, der fast ständige Interimspräsident Dr. Koch immer noch im Sattel sitzt und die Fäden zieht. Nicht zum Wohle des Fußballs! Ähnliches beim Olympischen Sportbund, der eigentlich im deutschen Sport führen soll, aber mit internen Zwistigkeiten beschäftigt war. Ob es mit einem neuen Präsident besser wird?

Ein Beispiel für den kaputten Sport bot vor allem die Formel 1 in ihrem Saisonfinale. Nicht der Sport stand im Mittelpunkt, sondern die Show. Um in einem heißen Duell den Weltmeister zu ermitteln, wurden die Regeln gebeugt. Ein schwammiger Paragraph sorgte dafür, dass der Rennleiter durch seine Entscheidung quasi bestimmen konnte, wer Weltmeister wird. Er beugte die Regeln für Max Verstappen, damit die langweilige Regentschaft von Mercedes und Hamilton ein Ende nahm. Der Sport braucht Regeln und die müssen eingehalten werden, alles andere ist Betrug. Bezeichnend, dass die Formel 1 mit ihren neuen technischen Reformen vor allem eines im Visier hat: Mehr Action, mehr Überholmanöver. Es geht nicht darum, den Sport sicherer oder umweltverträglicher zu machen, es geht um Spektakel für die Fans.

Es gab in der Vergangenheit leider schon viele Beispiele für korrupte Funktionäre (denken wir nur an die Leichtathletik), die ihre eigenen Geldbeutel füllen wollten und nicht an den Sport dachten. Aber der Sport wird immer überleben, weil der Wettkampf, bei dem nicht sicher ist, wer gewinnt, einen besonderen Reiz ausübt. Teile des Sports gehen kaputt, wenn dieser Reiz manipuliert wird.

Hoffen wir insofern auf ein spannendes und faires Sportjahr 2022 mit vielen Höhepunkten und Veranstaltungen, wo wirklich alles für die Athleten getan wird, denn die Sportlerinnen und Sportler sollen im Mittelpunkt stehen, nicht das Geld oder die Funktionäre.Vielleicht haben wir Fans dann auch weiterhin Spaß am Sport. Allen Leserinnen und Lesern deshalb ein gesundes und gutes neues Jahr und viel Spaß mit Sport und dem Sport-Grantler.