Der Sport – Grantler

Kommentare rund um Fußball und anderen Sport

Die Formel 1 kämpft ums Überleben

Es sollte ein besonderes Jahr werden, hatte der Sport-Grantler in seiner Saisonvorschau auf die Formel-1-Weltmeisterschaft im März geschrieben. Jubiläen standen an, 70 Jahre Formel 1 und das 1000. Rennen von Ferrari. Doch das rückte alles in den Hintergrund, 2020 wurde durch die Coronapandemie nämlich ein ganz besonderes Jahr und nach der Absagen der geplanten Rennen kämpft die Königsklasse des Motorsports sogar ums Überleben. Damit es noch eine Zukunft gibt, haben die Organisatoren um Ross Brawn alles getan, um wenigstens eine verkürzte Weltmeisterschaft mit Geisterrennen auf die Beine zu stellen. Acht Renntermine stehen bisher fest, am Sonntag, 5. Juli, geht es in Spielberg/Österreich endlich los. Die Formel 1 ist wieder da!

Die Formel 1 2020 wird ganz anders sein, als die Formel 1 bisher. Leere Ränge ohne Zuschauer machen dies optisch deutlich, aber auch das Fahrerlager sieht ganz anders aus. Keine luxuriösen Motorhomes, kein Schnickschnack, geringster Aufwand bei dem Personal. Von den Fahrern bis zum letzten Mechaniker werden alle ständig auf Corona getestet, über 10.000 Tests werden es am Ende sein. Damit sich für Spielberg der Aufwand lohnt, gibt es am Sonntag drauf gleich noch einmal ein Rennen in der Steiermark, dann ist am 19. Juli Budapest dran, dann zweimal Silverstone (2. und 9. August), außerdem wird in Barcelona (16.8.), Spa (30.8.) und Monza (6.9.) gefahren. Europa ist also die erste Heimat, alles andere steht in den Sternen, etwa 15 Rennen sollen es bis zum Jahresende allerdings schon sein, das Finale ist im Dezember in Abu Dhabi vorgesehen.

Wie in anderen Sportarten auch, sind Wettbewerbe, also die Rennen für die Formel 1 überlebenswichtig. Nicht nur die kleineren Rennställe hatten an den fehlenden Einnahmen von Sponsoren und Fernsehen zu knabbern. Aber damit sie weiter existieren und mitfahren können, war es leichter, eine Reduzierung der Budgets bei den Platzhirschen für die Zukunft durchzusetzen. Allein können auch Mercedes, Ferrari oder Red Bull nicht fahren. Die diesjährige Saison soll gerettet werden, dann geht es um die Zukunftssicherung. Wie schon geschrieben, rüttelt die Formel E mit ihren zeitgemäßen Elektroboliden auf Stadtkursen am Thron der Königsklasse.

Ob sich sportlich was ändert, wird sich in Spielberg zeigen. Es könnte sein, dass es nach der Zwangspause Überraschungen gibt, weil der eine oder andere neue Tricks auspackt. Die Aufmerksamkeit gehört natürlich wieder Mercedes und Titelverteidiger Lewis Hamilton, der den Rekord von Michael Schumacher mit sieben Weltmeisterschaften einstellen will. Spielverderber könnte neben Ferrari vor allem Max Verstappen mit Red Bull sein. Wagen und Fahrer gelten als besonders schnell, die Strecke von Spielberg aber nicht unbedingt als günstig für Mercedes.

Die Aufmerksamkeit gehört aber auch Sebastian Vettel, der die Pause mit der Ankündigung von seinem Abschied von Ferrari würzte. Der Heppenheimer hat für das nächste Jahr noch kein neues Cockpit, doch der Abschied brachte Bewegung in das Fahrerlager. Carlos Sainz wird Vettels Nachfolger, den wiederum Daniel Ricciardo (Renault) bei McLaren ersetzt. Spannungen sind in den einzelnen Rennställen gewiss, denn Abtrünnige werden kaum die Unterstützung wie der Stammfahrer finden und von Firmengeheimnissen ferngehalten werden. So wird vor allem mit Argusaugen auf Ferrari geschaut, wie Vettel neben Charles Leclerc bestehen kann, denn der junge Monegasse ist jetzt die klare Nummer 1 im Team. Offen ist auch, ob die Wechselwilligen ihren neuen Rennställen unbedingt WM-Punkte klauen wollen. Es steht uns also eine besondere und seltsame Saison bevor.

Lewis Hamilton ist nicht nur der Chef auf der Strecke, er hat sich inzwischen auch zum Leader der Formel 1 abseits des Renngeschehens entwickelt. Aus dem Partyboy wurde ein gestandener Mann, der auch die Probleme der Welt anspricht. Als einziger farbiger Fahrer und naturgemäß erster Weltmeister hat sich der Engländer vor allem dem Kampf gegen Rassismus angenommen und Unterstützung in seinem Team gefunden, vor allem von Teamchef Toto Wolff. Starkes optisches Zeichen: Die Silberpfeile werden schwarz. „Um unser klares Engagement für mehr Vielfalt in unserem Team und unserem Sport zu demonstrieren.“ Mercedes wird außerdem mit verschiedenen Initiativen und Programmen junge Menschen und unterrepräsentierte Gruppen unterstützen. Hamilton gesteht: „Ich habe in meinem Leben selbst Rassismus erlebt und gesehen, wie meine Familie und meine Freunde Rassismus ausgesetzt waren.“ Gut, dass hier ein Spitzensportler über den Tellerrand seines Sports hinausblickt.

Welches Erlebnis die Formel 1 ohne Zuschauer und mit reduziertem Programm wird, muss sich zeigen. Aber Rennsport ist nicht Fußball, die Zuschauer haben nicht den unmittelbaren Einfluss auf das Geschehen. Dem Rasen sind sie nahe und können pushen, die Fahrer in den Boliden nehmen die Fans am Rande kaum war und können ein Bad in der Menge erst bei der Siegerehrung genießen. Formel 1 ist mehr Fernsehsport, dennoch wird sich RTL als übertragender Sender im Free-TV nach dieser Saison zurückziehen und das Feld in Deutschland allein dem Pay-TV-Sender Sky überlassen. Offensichtlich verlieren Rennen, die vielleicht nicht mehr in Deutschland und ohne deutschen Fahrer stattfinden ihre Attraktivität. Auch dies zeigt, die Formel 1 kämpft an allen Fronten ums Überleben.

Die Angst der Mannschaften vor dem letzten Spieltag

„Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ ist ein preisgekröntes Buch, das der österreichische Schriftsteller und Nobelpreisträger Peter Handke schon 1970 geschrieben hat. Ein aktuelles Thema könnte auch die Angst der Mannschaften vor dem letzten Spieltag sein. Dies wurde wieder beim Saisonschluss der 1. und 2. Fußball-Bundesliga am Wochenende deutlich. Die Angst ging um und sorgte für seltsame Ergebnisse.

Zunächst müssen wir alle froh sein, dass die Bundesliga diese Saison überhaupt regulär beenden konnte. 66 Tage dauerte die Coronapause seit März, andere Nationen beendeten resigniert ihre Saison vorzeitig, andere fassten nach dem Kraftakt der Deutschen wieder neuen Mut und wurden Nachfolger. Heute würden sich vielleicht manche wünschen, die Saison wäre doch abgebrochen worden, dann nämlich, wenn auf einen Abstieg verzichtet worden wäre. So aber gab es ein sportliches und für manche eben ernüchterndes Ergebnis.

Die Angst vor dem letzten Spieltag machte sich vor allem im Abstiegskampf breit. Es gibt aber nicht nur die Angst, es selbst nicht zu schaffen, es gibt auch die Angst, dass der Gegner des Rivalen vielleicht nicht mit dem nötigen Ehrgeiz bei der Sache wäre. Es zeigte sich deutlich, diese Angst ist begründet. Der 1. FC Köln ließ sich willenlos von Werder Bremen 1:6 abschlachten und muss einen gehörigen Imageverlust hinnehmen. Es kann keine Entschuldigung sein, dass nach drei Gegentoren in sieben Minuten (22. – 29.) die Moral in den Keller sank. Sportlich und ehrgeizig dagegen Union Berlin, der Neuling wollte die Saison gut abschließen, Pech für Fortuna Düsseldorf, das 0:3 verlor und noch auf einen Abstiegsplatz rutschte und den SC Paderborn also in die 2. Bundesliga begleiten wird. Die neue Angst: Nur nicht noch weiter abrutschen und nicht zur ständigen Fahrstuhlmannschaft werden. Uwe Rösler soll Trainer bleiben und den Neuaufbau in Gang setzen, der notwendig ist, weil 17 Verträge auslaufen. Es soll schnell wieder zurück ins Oberhaus gehen, nach dem letzten Abstieg 2013 dauerte es fünf Jahre. Bemerkenswert: Da auch Paderborn an dem beliebten Steffen Baumgart als Coach festhält, gehen beide Absteiger mit den alten Trainern in die 2. Bundesliga.

Jubel dagegen in Bremen über die Relegation, die fast schon wie der Klassenerhalt gefeiert wurde. Am Ende zahlt es vielleicht wirklich aus, dass Werder an Trainer Florian Kohfeldt festgehalten hat. Aber der Gegner 1. FC Heidenheim hat einen besonderen Vorteil: Er kann ohne Angst in die entscheidenden Spiele gehen, am Donnerstag (2. Juli) in Bremen und Montag (6. Juli) in Heidenheim. Der Werder-Trainer warnt schon: „Der Druck bleibt.“ Und plötzlich gibt es eine neue Situation nach dem wochenlangen Abstiegskampf: Werder geht als Favorit in dieses Duell Oldie gegen Newcomer. Da kommt dann die Angst vor dem Versagen sicherlich wieder hoch. Heidenheims 0:3-Niederlage bei Meister Bielefeld sollte Bremen nicht in falscher Sicherheit wiegen.

Die Angst vor dem letzten Spieltag spürten auch die betroffenen Zweitligisten. Der Hamburger SV ging voller Hoffnung, aber auch mit Angst ins entscheidende Match gegen Sandhausen und hatte seine Nerven nicht im Griff. Ein 1:5-Debakel war die Folge, Verletzungen brachten das Team durcheinander, das sich schon in den letzten Wochen recht nervenschwach mit vielen Gegentoren in den letzten Minuten zeigte. Mindestens sechs Punkte gingen buchstäblich verloren. Unter anderem wurde der mögliche Aufstieg vor einer Woche in letzter Minute ausgerechnet in Heidenheim beim direkten Konkurrenten verspielt. Jetzt droht dem einstigen Bundesliga-Dino ein Trauma, weil die Nerven im Aufstiegskampf nicht halten, das war im Vorjahr so und ereilte eine umgemodelte Mannschaft mit neuem Trainer auch in diesem Jahr. Stellt sich die Frage, ob Dieter Hecking das psychologische Geschick hat, um einen Wandel herbeizuführen. Ähnlich sieht es in Nürnberg aus, der Club hatte Angst und beruhigte seine Nerven selbst mit einer 1:0-Führung in Kiel nicht. Da Karlsruhe in Fürth ohne Angst antrat und 2:1 gewann, muss Nürnberg nun in die Relegation gegen den Dritten der 3. Liga. Am Ronhof haben sie zumindest gelächelt…

Die Angst geht um am letzten Spieltag, die Angst, das einige Mannschaften die Aufgabe zu leicht nehmen. Die Angst vom VfL Wolfsburg war berechtigt, Borussia Dortmunds Leistung war der eines Vizemeisters nicht würdig, Hoffenheim hatte leichtes Spiel, siegte 4:0 und hat die direkte Qualifikation für die Europa League in der Tasche. Eine Blamage für Dortmund, das immer wieder Spiele hat, die buchstäblich abgeschenkt werden. Da ist Bayern München eben von einem anderen Kaliber, das „mia san mia“ wieder gelebt und so durfte Wolfsburg auf keine Geschenke hoffen, schließlich war der Meister auf Rekordjagd. 100 Tore wurden es nach dem 4:0 (nur die Bayern selbst waren 71/72 mit 101 besser), Robert Lewandowski kam auf 34 Saisontreffer, wurde Torschützen- und Skorerkönig mit 39 Punkten, Thomas Müller war mit 21 Vorlagen zu Toren der beste Vorbereiter, verpasste aber den Rekord von Emil Forsberg von 15/17 (22) um eine Vorlage. Das unterschiedliche Finale von Dortmund und München macht aber auch wieder deutlich, warum die Bayern ihre Titelserie auch nach acht Meisterschaften im Folge im nächsten Jahr erneut fortsetzen könnten. Trotz Krise und Trainerwechsel waren es am Ende wieder 13 Punkte Vorsprung. Ehrenpräsident Uli Hoeneß ätzte: „Wir können doch nicht mit halber Kraft spielen.“

Ein Gewinner am letzten Spieltag war auch Borussia Mönchengladbach. Ohne Angst gegen Hertha BSC Berlin wurde Platz vier gegen Bayer Leverkusen verteidigt und damit die Teilnahme an der Champions League perfekt gemacht. Die Sympathien gehörten sicherlich Gladbach, das für viele Vereine Beispiel sein sollte, nämlich mit weniger Mitteln als die Konkurrenz mehr macht. Manager Max Eberl hatte den richtigen Riecher, als er Dieter Hecking vorzeitig vor die Tür setzte, weil er spürte, dass Nachfolger Marco Rose mehr aus dieser Mannschaft herausholt. Er wurde belohnt.

Jagd auf die Pokale

Bayer Leverkusen hat noch zwei Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss. Zunächst steht das Pokalfinale am Samstag (20.00 Uhr) im Berliner Olympiastadion, natürlich ohne Zuschauer. Gegner Bayern München ist Favorit und Titelverteidiger, aber keineswegs satt. Während Bayer darauf hofft, nach 1993 ein zweites Mal Pokalsieger zu werden (Manager Rudi Völler: „Wir werden den Bayern das Leben schwer machen.“), und im August mit einem Sieg in der Europa League doch noch in die Champions League kommen könnte, streben die Bayern den 20. Pokalsieg an, um nach der 30. Meisterschaft ein rundes Jubiläum mit 50 Titeln zu feiern. Trainer Hansi Flick hat sogar noch mehr im Visier: „Wir schielen nach dem Triple.“ Heißt, auch in der Champions League will er am Ende den Henkelpott hochhalten und damit auf den Spuren von Jupp Heynckes wandeln, mit dem er ja oft verglichen wird.

Flick ist also noch nicht am Ziel, ein anderer deutscher Trainer allerdings schon: Gratulation an Jürgen Klopp, der beim FC Liverpool die Fans glücklich gemacht hat und nach 30 Jahren die Meisterschaft endlich wieder in die Beatles-Stadt holte. Da kullerten bei Kloppo sogar die Tränen und Konkurrent Pep Guardiola adelte ihn als den „besten Trainer der Welt“. Am Ende kann dann aber vielleicht auch noch Hansi Flick um diesen Titel mitmischen…

Die Bayern feierten übrigens noch einen weiteren kleinen Erfolg, die Frauen holten mit einem 3:0-Sieg in Essen Platz zwei in der Bundesliga und sicherten sich damit die Qualifikation für die Champions League. Auch die Frauen beschließen am Samstag die Saison mit dem Pokalfinale in Köln, dort ist Meister VfL Wolfsburg gegen Essen natürlich haushoher Favorit und will die makellose Saisonbilanz nicht trüben. Die „Wölfinnen“ blieben 2019/20 ungeschlagen (nur zwei Remis gegen die Bayern-Mädchen). Auch sie träumen übrigens im August in der Champions League vom Triple.

Fußball-Endspurt: Wer geht mit Vorteilen ins letzte Rennen?

Es ist fast geschafft! Trotz Coronapandemie können die 1. und 2. sowie die Frauen-Bundesliga am kommenden Wochenende ihre Saison abschließen. Wen nicht noch irgendetwas Außergewöhnliches passiert, zum Beispiel, wenn die Fans, die bisher erstaunlich ruhig blieben, doch noch eine Überraschungsaktion planen, die den Spielbetrieb beeinträchtigen könnte. Hoffen wir also, dass alles glatt geht. Für einige Vereine wird allerdings sowieso nicht alles glatt gehen, da stehen Abstiege im Raum oder verpatzte Aufstiege. Ein Überblick darüber wer mit Vorteilen ins letzte Rennen der Saison geht.

Champions League: Die Sache ist einfach, Borussia Mönchengladbach liegt auf dem entscheidenden Platz vier und hat zwei Punkte und neun Tore Vorsprung auf Verfolger Bayer Leverkusen. Ein Sieg zum Abschluss gegen Hertha BSC Berlin beseitigt alle Zweifel, ein Remis sollte sogar reichen. Vorteil Gladbach. Leverkusen hat gegen das gerettete Mainz die vermeintlich leichtere Aufgabe, verspielte genau in Berlin mit dem 0:2 seine gute Ausgangsposition. Gladbach zog mit dem 3:1-Sieg in Paderborn vorbei. Bayer-Coach Peter Bosz geknickt: „Wir haben nicht gut gespielt.“ Am Ende war der lange verletzte Gladbach-Oldie Lars Stindl der Held und nicht Leverkusens Überflieger Kai Havertz. Die Qualifikation hat RB Leipzig sicher, bei 27 Toren Vorsprung gegenüber Leverkusen, das noch gleichziehen könnte. Platz drei kann in Augsburg verteidigt werden.

Europa League: Die punktgleichen VfL Wolfsburg (zehn Tore Vorsprung) und die TSG Hoffenheim machen Platz sechs und sieben unter sich aus. Platz sechs hat den Vorteil, dass man den frühen Qualifikationsspielen aus dem Weg geht. Höher können die letzten Hürden für beide nicht sein: Wolfsburg erwartet die Bayern, Hoffenheim muss nach Dortmund. Vorteil Wolfsburg, wenn es keine hohe Klatsche gibt und Torjäger Lewandowski sich im Torrausch befindet. Aber die Bayern werden sich wohl eher für das Pokalfinale schonen. In Freiburg ist die Trauer nicht groß, dass Europa verpasst wurde. Platz 7 und die Qualifikationsspiele hätten den Kampf um den Klassenerhalt in der neuen Saison erschwert.

Abstieg: Gerettet sind jetzt auch der 1. FC Köln, Mainz 05 und der FC Augsburg. Für Köln war es fast nur Formsache, Mainz und Augsburg machten mit ihren Nichtabstiegstrikots deutlich, dass die 1. Bundesliga für sie nicht selbstverständlich ist. Mainz macht 20/21 das Dutzend in Folge voll (insgesamt es jetzt 14), für den FCA wird es „La Decima“, das zehnte Jahr nach dem Aufstieg 2011, als der FCA auch gleich als erster Abstiegskandidat galt. „La Decima“ lehnt sich an, an den Jubel bei Real Madrid beim zehnten Sieg in der Champions League. Augsburgs Klassenerhalt lässt sich damit fast vergleichen, Rang 15 reicht. Der SC Paderborn steht als Absteiger fest, Fortuna Düsseldorf und Werder Bremen machen Abstieg und Relegation unter sich aus. Vorteil Düsseldorf: Zwei Punkte und vier Tore Vorsprung auf Rang 16. Bei Union Berlin soll dieser Vorsprung verteidigt werden, das 1:1 gegen Augsburg war zu wenig, um die Relegation perfekt zu machen, sicherte dem FCA aber den Klassenerhalt. Bremens Hoffnungen zerstoben fast schon mit der 1:3-Niederlage in Mainz. An der Weser gibt es mehr Enttäuschung als Zuversicht. Wer an Vorhersehungen glaubt, wird den Abstieg erwartet haben. Mit 55 Jahren Bundesliga stieg 2018 der damalige Dino HSV ab, mit 55 Jahren Bundesliga war Werder diesmal der Dino! Sollte Werder absteigen, ist nächstes Jahr der FC Bayern München der Dino – mit 55 Jahren Bundesliga (seit 1965). Doch für die Bayern gilt das schlechte Omen wohl nicht.

Aufstieg 2. Bundesliga: Glückwunsch an Arminia Bielefeld, das den Aufstieg geschafft hat, den SC Paderborn in Ostwestfalen als Bundesligist ersetzt und mit acht Aufstiegen den Rekord des 1. FC Nürnberg einstellt. In Bielefeld wurde in den letzten Jahren gute Arbeit geleistet und die Region hielt für dieses große Ziel zusammen. Ein persönlicher Erfolg vor allem für Trainer Uwe Neuhaus, der mit 60 Bundesliga-Neuling wird. Zuletzt war Bielefeld 2008/09 in der Eliteliga. Der VfB Stuttgart träumt dagegen vom direkten Wiederaufstieg, liegt auf Platz zwei und hat gegenüber dem Dritten drei Punkte und elf Tore Vorsprung. Das sollte gegen Darmstadt im Endspurt erfolgreich verteidigt werden. Ja, und Dritter ist, Überraschung (!), der 1. FC Heidenheim. Wieder ein kleiner Verein, der die Großen ärgert, diesmal den Hamburger SV. Der einstige Bundesliga-Dino (siehe oben), will nicht zum Dino der zweiten Liga werden, stellt sich aber in punkto Aufstieg ziemlich dumm an. Letztes Jahr rutschte der HSV im Endspurt von Rang zwei auf vier ab und ging leer aus und das droht ihm diesmal auch. Zuletzt musste er in vielen Spielen in den letzten Minuten entscheidende Gegentore hinnehmen und ließ die entscheidenden Punkte liegen. Das war auch beim direkten Duell in Heidenheim der Fall, wo aus einer 1:0-Führung erst das 1:1 und in der 95. Minute (!) das 1:2 wurde. Bei Heidenheim brachten die Joker Schwung rein, beim HSV lagen die Nerven blank, Köpfe und Füße wollten nicht mehr. Jetzt kann der HSV nur auf Meister Bielefeld hoffen und darauf, dass sich der Aufsteiger nicht hängen lässt. Ob die Hamburger allerdings ihre Hausaufgabe gegen Sandhausen lösen können, ist auch fraglich. Also Vorteil Heidenheim.

Abstieg 2. Bundesliga: Ein Abstieg, egal in welcher Liga, ist für jeden Verein traurig, den auswärtigen Fan schmerzt es aber besonders, wenn ein Traditionsverein die Kurve nicht mehr bekommt. Das sieht jetzt im Abstiegskampf der 2. Bundesliga beim 1. FC Nürnberg so aus. 33 Jahre Bundesliga sind leider Vergangenheit, jetzt droht der Durchmarsch von der ersten in die dritte Liga. Aber noch liegt der Club auf dem rettenden 15. Platz mit Punkten Vorsprung auf den Karlsruher SC, der ein Tor besser ist. Der Club ging gegen Stuttgart mit 0:6 ein, ein ähnliches Resultat drohte auch dem KSC gegen Meister Bielefeld, doch plötzlich drehten die Badener nach 0:3 auf, holten noch ein 3:3 raus und bereiteten Nürnberg wieder Sorgen. Dem Abstieg nahe sind Schlusslicht Dynamo Dresden und Wehen-Wiesbaden, die beide drei Punkte Rückstand auf Karlsruhe haben und 14 bzw. 10 Tore schlechter sind. Zumindest die Relegation mit dem Dritten der 3. Liga hat Nürnberg also geschafft.

Frauen-Bundesliga: Ja, auch die Frauen-Bundesliga beendet am kommenden Sonntag ihre Saison und ein bisschen Spannung gibt es auch da noch, obwohl der VfL Wolfsburg die Liga dominiert, sich vorzeitig den vierten Titel in Folge holte und mit dem 0:0 bei Bayern München (1:1 im Hinspiel) ungeschlagen blieb. Das sollte auch gegen Leverkusen gelingen, das noch nicht alle Abstiegsnöte beseitigt hat. Für die Bayern-Mädchen war das 0:0 ein Prestigeerfolg, aber eigentlich zu wenig, denn Platz zwei und damit die Champions League ist noch nicht sicher. Verfolger Hoffenheim gibt nicht auf und hat bei nur zwei Punkten Rückstand noch Chancen, zumal die Badener mit 44:43 die bessere Tordifferenz haben. Also doch ein spannender Endspurt, München muss nach Essen, Hoffenheim nach Potsdam – ähnlich schwere Aufgaben. Kurios: Die Bayern vergaben gegen Wolfsburg gute Chancen, warten auf eine Torjägerin, die zur neuen Saison kommt. Sie heißt Lea Schüller, ist Dritte der Torjägerliste und spielt in – Essen! Sie wird sich doch nicht mit Toren die Champions-League-Teilnahme in der nächsten Saison versauen… Absteigen müssen übrigens die Mädels aus Jena, Köln (gegen Sand) und Duisburg (in Jena) machen den zweiten Absteiger unter sich aus. Vorteil???

Die alte Saison endet am Wochenende, die neue ist bereits im Visier. Die Bundesliga tagte am Montag, im Mittelpunkt stand die Vergabe der TV-Rechte für die nächsten vier Jahre. Wie bisher bekannt, hat sich der „Stammsender“ Sky wieder den Hauptanteil der Rechte der 1. und 2. Bundesliga gesichert, Freitag und Sonntag ist im Oberhaus der Streamingdienst DAZN am Ball. SAT1 steigt wohl mit Rechten im Free-TV für einige ausgewählte Spiele wie beim Rundenbeginn ein. Die ARD-Sportschau und das ZDF-Sportstudio haben wieder Rechte für ihre Sendungen erworben, so dass für die Fußball-Fans einige Sehgewohnheiten bleiben, obwohl auch die Sender coronageschädigt einen Zuschauerrückgang zu verzeichnen hatten. Die Hoffnungen auf wesentlich mehr Geld machte Corona für die Vereine auch zunichte. Der eine oder andere muss seinen Gürtel enger schnallen. Immerhin eine totale Zerstückelung der Übertragungen und Anfangszeiten wurde verhindert, Vorteil Fans.

Fußball-Profis sind aufgewacht und denken über ihren Sport hinaus

Die jungen Männer in den kurzen Hosen mussten sich schon viel anhören, wenn es um ihren Sport ging, den Profi-Fußball. Gängige Formel: „Die haben’s nur in den Füßen, nichts im Kopf.“ Oder: „Millionäre, die in Saus und Braus leben und gar nicht mehr wissen, wie das tägliche Leben aussieht.“ Manchmal setzt das Gehirn wirklich aus, sie gönnen sich etwas Besonderes, ein Goldsteak zum Beispiel, posten das – zeitgemäß – in die Welt hinaus und bedienen damit die gängige Meinung. Der Luxus Einzelner wird zum Running Gag aller, kein Kommentar mehr in den Medien über das Leben der Fußballer, in dem nicht das Goldsteak vorkommt.

Doch Fußball-Profis haben auch anderes im Sinn. Sie zeigten dies zuletzt in der Corona-Krise, als junge Millionäre Spendenaktionen ins Leben riefen und Millionen Euro für Bedürftige und Kleinunternehmen in der Not spendeten. Aktionen, die allerdings bei weitem nicht den Widerhall fanden wie ein Goldsteak. Sie zeigten dies aber auch in der Rassismusdebatte nachToten durch Polizeigewalt in den USA, als viele Profis (auch aus anderen Sportarten) eindeutig Stellung gegen Rassismus und Gewalt Stellung bezogen und die schweigende Mehrheit hinter sich wissen.

Und dabei sind viele Fußball-Profis wohl endgültig aufgewacht, zeigen, dass sie über ihren Sport nachdenken und über ihren Sport hinaus. Wie die Fachzeitung kicker jetzt berichtet, haben sich mündige Spielerinnen und Spieler zu einem neuen Bündnis zusammengeschlossen, das nicht mehr den Mund halten will, sondern mehr Mitbestimmung für die Zukunft einfordert. 70 Profis haben sich schon dazu bekannt, täglich werden es mehr. Den Anstoß gegeben haben wohl u. a. Weltmeister Mats Hummels (Dortmund), Sven Bender (Leverkusen), Andreas Luthe (Augsburg) und Alexandra Popp (Wolfsburg). „Weg mit der Stumm-Taste“ heißt, Stellung beziehen zu Diskriminierung, Verbesserung erreichen bei Gesundheitsrisiken, Solidarität zur Wirklichkeit werden lassen und insgesamt eine bessere Reputation in der Gesellschaft erreichen. Die Fußball-Profis wollen deutlich machen: Wir wissen schon, wie das normale Leben aussieht.

Auch die Fußball-Profis haben mit der Vereinigung der Vertragsfußballspieler eine Art Gewerkschaft, die aber eher in Vertragsangelegenheiten hilft und zu wenig gehört wird. Andreas Luthe sagt im kicker: „Es gibt drei Player in der Bundesliga, die Dachorganisation DFL, die Vereine und die Spieler. Die Maßnahmen werden aber nur von zwei Playern beschlossen, wir Spieler stehen ganz, ganz weit hinten.“ Er hätte auch sagen können: „Wir werden nicht gehört.“

Gerade jetzt im dichtgedrängten Not-Terminkalender der Corona-Krise hatten sich viele Profis beschwert, dass die Spiele zu eng getaktet sind und auf die Gesundheit der Akteure keine Rücksicht genommen wird. Stress pur steht ihnen auch bei den internationalen Terminen im August und September bevor. Urlaub vor der neuen Saison praktisch Fehlanzeige, Ärzte und Spieler warnen, dass das Verletzungsrisiko fast nicht mehr beherrschbar wird. Rassismus, Diskriminierung, Überforderung – die Zeit ist reif für mündige Fußballer. Keiner soll mehr über Goldsteaks reden.

Die UEFA hatte die Losung ausgegeben, dass erst die nationalen Meisterschaften beendet werden sollten, bevor der internationale Spielbetrieb weitergeht. Keiner war so schnell wie die Bundesliga, jetzt muss sie auf die anderen warten, aber im August und September kommt es dick, bevor die Saison 2020/21 wiederum beginnt, praktisch ohne Pause. Festgelegt wurde, dass Champions League und Europa League in Turnierform im Schnelldurchgang abgewickelt werden, die CL in Lissabon, die EL in Nordrhein-Westfalen, mit den Endspielen um Sonntag, 23. August in Lissabon und am Freitag, 21. August, in Köln. Aber bereits im August beginnen auch die Runden der Qualifikation für die neue Saison. Da ist dann der Siebte der Bundesliga dabei. Im September soll aber auch die Nations League der Nationalmannschaften beginnen, für Oktober und November sind in den Länderspielpausen drei statt wie zunächst vorgesehen zwei Termine angesetzt, um die ausgefallenen Spiele nachzuholen. Stress pur auch für die Fußball-Fans, im August gibt es praktisch jeden Tag Fußball zu sehen!

Die noch international beschäftigten Bundesligisten müssen jetzt den Spagat schaffen: Nach der Punktrunde und Pokal-Endspiel Urlaub und dann Vorbereitung auf die restlichen Aufgaben, vielleicht auch nur für ein Spiel. In der CL ist Dortmund ausgeschieden (0:2/2:1 gegen Paris), Leipzig hat Tottenham ausgeschaltet (3:0/1:0) und auf die Bayern wartet noch das Rückspiel im Achtelfinale gegen Chelsea London (Hin 3:0), das entweder in München oder Lissabon stattfinden wird. Dann geht es ins Viertelfinale, das ebenso wie Halbfinale und Finale im K.o.-Modus ausgetragen wird. Genauso die Europa League, da stehen für Leverkusen (3:1 bei Glasgow Rangers), Wolfsburg (1:2 gegen Donetsk) und Frankfurt (0:3 gegen Basel) noch die Achtelfinal-Rückspiele an. Wäre schön, wenn im Endturnier in Nordrhein-Westfalen, wo in Köln, Düsseldorf, Gelsenkirchen und Duisburg gespielt wird, zumindest ein deutscher Vertreter noch dabei wäre und vielleicht sogar bis ins Endspiel kommt. Hat es für die Bundesliga ja schon lange nicht mehr gegeben. Das große Fragezeichen: Haben die deutschen Klubs in den entscheidenden Spielen noch ihre Bundesliga-Form?

Ein Bundesliga-Feuerwerk der Besonderheiten

Der Fußball in Zeiten des Coronovirus ist nicht mehr der Fußball, den wir kennen. Es fehlen vor allem die Fans auf den Rängen. Alle sehnen sich nach der gewohnten Stimmung in den Stadien. Aber die Bundesliga lebt, das zeigte sich wieder in diesen Tagen, wo es fast schon ein Feuerwerk an Besonderheiten gab. Auch ohne Fans setzt die Bundesliga zu einem stimmungsvollen Endspurt an.

Gut ist die Stimmung zweifellos in München, Köln, Augsburg und bei Union Berlin. Nach menschlichem Ermessen stehen die Bayern vor dem Gewinn der achten Meisterschaft in Folge, die anderen Klubs können eigentlich den Klassenerhalt feiern. Alle haben 35Punkte und damit sieben Zähler Vorsprung vor Düsseldorf und Bremen, aber auch die weitaus bessere Tordifferenz, so dass sie eigentlich weiter für die Bundesliga planen können. Dass die Konkurrenz gleich alle drei Spiele gewinnt, ist unwahrscheinlich, zumal noch direkte Duelle anstehen, zum Beispiel für die Fortuna gegen Augsburg und Union. Düsseldorf und Bremen müssten zudem Spitzenteams schlagen, nämlich Leipzig und die Bayern. Also Hochachtung vor Köln, das sich aus dem Abstiegssumpf befreit hat, vor der Union, die als Neuling überrascht hat und vor allem vor den Augsburgern, die jetzt zehn Jahre Bundesliga feiern können. Eine besondere Leistung, das hatte ihnen beim Aufstieg niemand zugetraut.

Absteigen muss dagegen wohl wieder Aufsteiger SC Paderborn, der sich tapfer geschlagen und einen guten sympathischen Eindruck hinterlassen hat. Die wohl letzte Chance wurde beim 1:5 gegen Werder Bremen total vergeigt. Was bleibt, ist der Rekord von Klaus Gjasula, der Mann mit dem Helm, der seine 17. Gelbe Karte kassierte und damit den Uralt-Rekord der 16 Karten des Polen Tomasz Hajto auslöschte. Ein anderer Rekord wird den Ostwestfalen nicht so gefallen, sie kassierten die 12. Heimpleite der Saison, so wie einst Tasmania Berlin 65/66, damals als schwächste Mannschaft aller Zeiten verlacht. Eine Niederlage im letzten Heimspiel gegen Gladbach bedeutet die Einstellung des ewigen Negativrekords an Heimpleiten.

Gute Stimmung derzeit vor allem in Bremen, die Hoffnung ist zurück. Eine Besonderheit: Bremen ist der Geister-Meister der Abstiegskandidaten, holte seit dem Re-Start zehn Punkte, Köln zum Beispiel nur drei. Jetzt soll sogar Bald-Meister Bayern geärgert werden („Wir wollen denen die Meisterschaft versauen“, heißt es in Bremen), aber vor allem gegen den direkten Konkurrenten Mainz und gegen Köln die nötigen Punkte geholt werden. Mainz muss zittern, der Drei-Punkte-Vorsprung könnte gegen Dortmund, Bremen und Leverkusen dahinschmelzen. Es knistert also am Tabellenende.

Keine Besonderheit: An der Tabellenspitze knistert es nicht, weil die Bayern eben die Bayern sind. Nach eigenen Aussagen kommen sie auf dem Zahnfleisch daher, aber schafften dennoch 2:1-Siege in letzter Minute im Pokal gegen Eintracht Frankfurt und im wichtigen Match gegen Borussia Mönchengladbach. Der Kader ist – vor allem auch auf Grund von Verletzungsausfällen – einfach zu schmal. Trainer Hansi Flick gewann wichtige Erkenntnisse, zum Beispiel, dass 80-Millionen-Mann Lucas Hernandez die kanadische Rakete Alphonso Davies nicht ersetzen kann und dass Leon Goretzka derzeit aus der Mannschaft nicht wegzudenken ist. Da kann sich Thiago beruhigt an der Leiste operieren lassen. Gegen Gladbach wurde sogar das Fehlen von Robert Lewandowski und Thomas Müller kompensiert, die können jetzt ausgeruht in Bremen wieder auf Torejagd gehen. Das Ziel bleibt ja: 102 Treffer und damit ein neuer Vereinsrekord. Bremen, Freiburg und Wolfsburg sollen dazu die Tore öffnen… Ein Problem haben die Bayern aber: Wie können sie richtig feiern? Die Ehrung, auf jeden Fall am letzten Spieltag in Wolfsburg, wird nüchtern ausfallen, eine Jubelarie auf dem Marienplatz in München wird es auch nicht geben. Ein Geister-Meister also. Es könnte ja sogar wieder das Double werden nach dem Pokalfinale am 4. Juli in Berlin gegen Leverkusen. Ein besonderes Jubiläum ohne besondere Jubelfeiern wäre schade, nämlich die 30. Meisterschaft und der eventuell 20. Pokalsieg, macht 50 Titel!

Schlechte Stimmung herrscht derweil bei Schalke 04. Der Traditionsverein und vor allem Trainer David Wagner hätten gern auf den neuen Negativrekord von 13 Spielen ohne Sieg verzichtet. Das 1:1 der Not-Mannschaft gegen Leverkusen darf sogar als Erfolg gewertet werden, ging aber in einer Chaos-Stimmung unter. Der Verein ist nämlich dabei, seinen Ruf als Klub der kleinen Leute, sprich der Kumpel im Ruhrpott, zu verspielen. Zuletzt sorgte eine seltsame Entscheidung nach der anderen von der Führung für Kopfschütteln. Erst sollten die Fans einen Härtefall-Antrag zur Ticketerstattung stellen, dann ging Finanzvorstand Peter Peters, wurde der langjährige Mediendirektor Thomas Spiegel entlassen und nun wurde 24 Fahrern der Nachwuchsakademie Knappenschmiede gekündigt. Das sind nicht nur Mini-Jobber, sondern als Menschen auch Ansprechpartner der Jugendlichen! Wenn es so weitergeht, ist Borussia Dortmund in Gelsenkirchen bald beliebter als Schalke 04!

Toll treibt es auch die TSG Hoffenheim. Es war ein Paukenschlag, als Coach Alfred Schreuder entlassen wurde, jetzt sollen es gleich fünf Trainer zusammen richten! Nein, es sind eigentlich sechs, denn Manager Alexander Rosen mischt auch noch mit, manche sagen sogar, er wäre der eigentliche Cheftrainer. Kein Wunder, dass er nach dem 0:2 gegen Leipzig sogar urteilte: „Es geht aufwärts.“ Schon eine besondere Aussage. Und auf wen hören die Spieler? Wie wäre es mit elf Trainern, für jeden Spieler der Anfangself einen!

Keine Besonderheit sind die Diskussionen über den Videobeweis, da bringt die Saison keine Besserung. Eine kleine Szene war aber etwas Besonderes: Eigentlich wollte Schiedsrichter Marco Fritz dem Augsburger Verteidiger Framberger nach einem Foul die Gelbe Karte zeigen, es wäre die zweite gewesen, also Gelb-Rot. Im Durcheinander aber nahm Trainer Heiko Herrlich Framberger schnell vom Platz, Fritz fand keinen Spieler mehr und steckte die Karte wieder ein. War das nicht ein Fall für den Kölner Keller? Herrlich reagierte in Mainz schon einmal schnell, aber unsportlich. Als die Mainzer einen Einwurf schnell ausführen wollten, rollte Herrlich einen Ball aufs Spielfeld, der Einwurf durfte nicht ausgeführt werden. Kollege Beierlorzer konnte sich noch so aufregen, es nutzte nichts mehr. Ein Tor nach 43 Sekunden rettete wohl den FCA und bringt Mainz in Schwierigkeiten. Dabei hätten die Rheinhessen wacher sein sollen, denn der FCA erzielte schon zum dritten Mal einen Treffer in der 1. Minute, damit stellte er den Bundesliga-Rekord von Duisburg 74/75 und Saarbrücken 85/86 ein. Eine Besonderheit also.

Jetzt folgt Europa auf den Spuren der Bundesliga

Weltweit fand die Fußball-Bundesliga für ihr Comeback nach der Conora-Pause Beachtung. Überall wurde aufmerksam verfolgt, ob der Re-Start klappt, wie die Fans reagieren und wie die Organisation funktioniert. Das Hygienekonzept galt ebenso als Vorbild wie das ganze Drumherum. Jetzt wagen sich auch die anderen großen Nationen zurück in die Stadien, Europa folgt auf den Spuren der Bundesliga. Eins ist fast überall gleich: Zuschauer sind nicht zugelassen, es gibt Geisterspiele.

Ausnahmen gibt es, in Weißrussland wurde ungeachtet aller Infektionen schon seit März mit Zuschauern gespielt, andere Nationen starteten (ohne Zuschauer) im Mai, Österreich am 2. Juni und Portugal am 3. Juni. Von den Top-Ligen war nur Frankreich die andere Ausnahme, da wurde die Saison abgebrochen und Paris St. Germain zum Meister erklärt, auch Belgien, die Niederlande, Schottland und Argentinien haben die Saison beendet.

Jetzt geht es aber fast überall los, eine Besonderheit hat sich dabei Italien ausgedacht: Dort wird der Pokal als „Versuchskaninchen“ vorgeschaltet, gleichzeitig sollen attraktive Duelle Geschmack auf mehr Geisterspiele machen. Am Freitag stehen sich Juventus Turin und der AC Mailand gegenüber, am Samstag Neapel und Inter Mailand. Das Finale wird bereits am Mittwoch, 17. Juni, gespielt und am Samstag, 20. Juni geht dann die Meisterschaft weiter.

Besonders froh wird Jürgen Klopp sein. Der deutsche Trainer steht mit dem FC Liverpool vor der lang ersehnten Meisterschaft, auf welche die Fans seit 30 Jahren vergebens warten. Es gab ein Hoffen und Bangen mit dem Horrorgedanken, die Saison könnte annulliert werden. Wird sie nicht, am 17. Juni geht es weiter, neun Spiele stehen für die „Reds“ noch aus, bei 25 Punkten Vorsprung auf Manchester City (ein Spiel weniger, am 17. 6. Nachholspiel gegen Arsenal London) reichen zwei Siege um den Titelgewinn perfekt zu machen. In England wütete das Coronavirus wegen wohl mangelhafter Vorkehrungen besonders, aber der Re-Start wurde von der Regierung genehmigt, die entsprechenden Vorkehrungen getroffen, bei den letzten 1195 Testuntersuchungen bei Spielern und Betreuern der 20 Vereine gab es keinen positiven Befund. Prima. Der Fußball rollt wieder in ganz Europa.

Noch nicht endgültig entschieden ist, wie es mit Champions League (CL) und Europa League (EL) weitergeht. Die UEFA hat den Plan, beide Wettbewerbe in Turnierform auszutragen. Zuerst sollen die nationalen Meisterschaften beendet werden, danach die europäischen Runden zu Ende gespielt werden und zwar jeweils an einem zentralen Ort. Für die CL gilt Lissabon mit umliegenden Stadien als Favorit (auch Frankfurt und München hatten sich beworben), die EL könnte in Deutschland stattfinden, da sind Nordrhein-Westfalen und der Raum Frankfurt im Gespräch.

Ein Problem gibt es für die deutschen Klubs, denn sie müssen als „Frühstarter“ auf die europäische Konkurrenz warten und werden nach Ende der Saison wohl ihre Spieler erst einmal in Urlaub schicken. Das könnte zur Folge haben, das München, Dortmund und Leipzig bzw. Leverkusen, Wolfsburg und Frankfurt ihre Form aus der Bundesliga verlieren, während die anderen Teams in Bestform aus den Ligenspielen kommen. Also auch ein Handicap für die Bayern, die sich zuletzt in toller Form präsentierten und deshalb vom Triple einschließlich CL-Titelgewinn träumen. Corona sorgt halt wirklich für eine komplizierte Saison.

Im Blick ist zudem die neue Saison, die für die oben genannten Mannschaften fast ohne Sommerpause beginnen wird. Die Bundesliga wird wohl statt wie vorgesehen im August erst am 11. September beginnen, davor soll es allerdings eine Pokalrunde geben und Anfang September auch Länderspiele bzw. die Nations League in Europa beginnen. Man sieht also, dass das Termindilemma eklatant ist und die Spieler vor einer großen Belastungsprobe stehen. Die Fußballkritiker und Profi-Neider werden sich die Hände reiben: „Tun sie endlich mal was für ihr vieles Geld!“

Ein Blick nach Amerika lohnt sich. Dort geht es wohl lustiger zu als in Europa, denn sowohl die Basketballprofis der NBA als auch die Fußballer der MLS wollen einen Re-Start im Disney World in Orlando/Florida wagen. Die MLS hat ein Turnier mit 26 Mannschaften vorgesehen, danach soll die reguläre Saison beginnen, wobei die Punkte der Gruppenspiele übernommen werden sollen. Disney World wird auf jeden Fall dafür sorgen, dass es den Profis über Wochen hinweg nicht langweilig wird.

Vom Schneckentempo und der letzten Chance

Der Fußball gibt ja wirklich immer Rätsel auf. Jetzt, zum Saison-Endspurt, wieder einmal in allen deutschen Profiligen. Da geht es um wichtigen Entscheidungen, aber einige Teams bewegen sich nur im Schneckentempo und sind keineswegs rasante Punktesammler. Anderer wiederum glauben an jedem Spieltag an ihre letzte Chance, die aber irgendwann einmal nicht mehr kommen wird. Am Ende steht im schlimmsten Fall der Abstieg oder aber man muss sich das Scheitern im Kampf um Europa eingestehen.

Über allen steht – wieder einmal – der FC Bayern München. Von Schneckentempo kann da keine Rede sein, eher von Rekorden. Welche dann bis zum Saisonende noch fallen werden, ist das einzig spannende beim Titelverteidiger, der weiter auf seine achte Meisterschaft in Folge zusteuert. Eigentlich galten die 101 Tore in einer Saison von 1971/72 zu Gerd Müllers und Franz Beckenbauers Zeiten als unüberbietbar, doch Lewandowski, Müller und Co. haben jetzt die Chance (jetzt 90), wenn sie zwölf Tore in vier Spielen erzielen. Was möglich erscheint, denn nach dem Re-Start liegen sie in den Geisterspielen bei 3,4 Treffern pro Match! Ein Handicap gibt es allerdings, Robert Lewandowski und Thomas Müller fehlen am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach, damit fehlen 37 Tore und 24 Vorlagen zu Toren! Und der Pole wird sich schwer tun, den legendären Rekord von Gerd Müller mit 40 Toren zu brechen, Lewandowski liegt derzeit bei 30 Treffern, hat aber zumindest seine persönliche Bestleistung schon eingestellt. Die letzten Gegner nach Gladbach sind Bremen, Freiburg und Wolfsburg, sie können sich also auf einiges gefasst machen. Aber erst einmal wollen die Bayern gegen Frankfurt am Mittwoch ins Pokalfinale einziehen. Gegner würde dann Bundesligist Leverkusen sein oder das Überraschungsteam aus Saarbrücken, das als erster Regionalligist in Halbfinale einzog und schon den Aufstieg in die 3. Liga feiern konnte.

Aber bleiben wir beim Schneckentempo, das bevorzugen die Teams hinter München und Dortmund im Kampf um die Champions League. Leipzig schaffte nur ein Remis gegen Schlusslicht Paderborn, Gladbach und Leverkusen gingen gar ganz leer aus. Für alle also keine Empfehlung für die internationalen Plätze. Gewinner des Tages war der VfL Wolfsburg, der als einzige Mannschaft der Anwärter auf einen Platz für die Europa League siegen konnte.

Besonders eklatant ist das Schneckentempo im Abstiegskampf. Die Eichhörnchenmethode, da mal einen Punkt, dort mal einen Punkt, kann zum Abstieg führen, zum Beispiel für Düsseldorf, mit jetzt schon zehn Unentschieden, davon allein sieben unter den elf Begegnungen vom neuen Trainer Uwe Rösler. Eine Wende sieht anders aus. Aber nachdem Rivale Bremen gar nicht punktet 13 Heimspiele in Folge ohne Sieg!), ist ein Zähler schon eine Verbesserung. Bei Werder kommt wiederum die letzte Chance ins Spiel. Es steht das Gastspiel (zum Glück auswärts!) bei Schlusslicht SC Paderborn an, wenn nicht da, wann wollen die Hanseaten dann siegen? Neuling Paderborn kämpft aber wirklich um seine letzte Chance, eine Niederlage würde den Abstieg bedeuten. Der Abstiegskampf steht sowieso im Mittelpunkt des nächsten Wochenendes, sechs der sieben Mannschaften vom Tabellenende stehen sich direkt gegenüber. Für die Verlierer der Duelle Mainz – Augsburg und Köln – Union Berlin droht danach bald die letzte Chance im Kampf um den Klassenerhalt. Noch können zum Beispiel der FCA und die Union mit 32 Punkten darauf hoffen, dass Düsseldorf an ihnen nicht vorbei zieht, die Fortuna hat nämlich Dortmund und Leipzig als nächste Gegner und käme selbst bei Siegen am Schluss gegen genau die beiden Konkurrenten nur auf 32 Punkte – und hat die viel schlechtere Tordifferenz! Da könnte selbst ein Schneckentempo reichen.

Schneckentempo auch in der 2. Bundesliga

Wenn die Klubs im Oberhaus langsam machen, wollen wohl die Vereine im Unterhaus auch nicht ausscheren. Der Beobachter fragt sich: Will denn keiner aufsteigen? Schneckentempo ist angesagt, Unentschieden sind an der Tagesordnung und so zieht sich wohl der Aufstiegskampf bis zum letzten Spieltag hin. Selbst Tabellenführer Bielefeld passte sich mit einem 1:1 gegen Abstiegskandidat Nürnberg dem Schneckenrennen an, der VfB Stuttgart und Hamburger SV tun sich schwer mit dem Punktesammeln und damit müssen sie auch weiter um den Wiederaufstieg bangen. Wer aber kann der lachende Vierte sein? Heidenheim war auf bestem Weg, verlor aber in Hannover und brachte den Gegner wieder ins Geschäft. So kann es gehen, vor nicht allzu langer Zeit bangte Hannover 96 noch um den Klassenerhalt, jetzt, nach einer Erfolgsserie unter dem neuen Trainer Kenan Kocak wird sogar wieder vom Aufstieg geträumt. Der Coach wehrt allerdings ab: „Wir sollten die Kirche im Dorf lassen.“ Doch vielleicht kommt sie noch, die letzte Chance.

Noch spannender ist das Thema Aufstieg noch eine Liga tiefer, in der 3. Liga. Drei Aufstiegsplätze (mit Relegation) und zehn Kandidaten, wobei die Bayern II außer Konkurrenz mitmischt. Aber derzeit dürfen sich auch Duisburg und Waldhof Mannheim auf den vorderen Plätzen nicht sicher sein. Wie schnell es vom Platz an der Sonne wieder runter gehen kann, zeigte 1860 München, der einstige Chaosklub träumte schon von besseren Zeiten, ist derzeit aber wieder Achter. Doch es kann auch schnell wieder nach oben geben. Von Schneckentempo ist da keine Rede.

Es geht um Geld und Haltung

Auf der ganzen Welt finden Demonstrationen statt für die Bewegung „BlackLivesMatter“, die nach dem gewaltsamen Tod des Amerikaners George Floyd durch Polizisten entstanden ist, um gegen Rassismus zu demonstrieren. Die Bundesliga ist ebenso wie Sportler auf der ganzen Welt mit zahlreichen Aktionen dabei, in Dortmund gingen alle Spieler vor Anpfiff als Symbol auf die Knie, Bayern München startete die Aktion „Rot gegen Rassismus“. Leider wurden diese positive Nachrichten, dass Fußballer Haltung zeigen, überschattet von Meldungen, dass die Jung-Millionäre die Demut, die ihre Liga zeigte, um in Corona-Zeiten dem Beruf nachgehen zu können, nicht verinnerlicht haben. Dortmunder Profis missachteten die Hygeniebestimmungen, ließen privat den Friseur kommen und posteten stolz noch Bilder ohne Gesichtsschutz im Internet. Als die DFL eine (logische) Strafe ankündigte, verstieg sich Jadon Sancho zu dem Kommentar: „Ist wohl ein Witz“. Hier muss die Borussia wohl noch Aufklärungs- und Erziehungsarbeit leisten. So schnell kommt der Fußball nicht aus der Protz-Ecke, die viele Kritiker immer wieder bemühen.

Aber das kennen wir ja, im Fußball geht es vor allem um Geld, nur manchmal leider auch um Haltung. Das Geld steht auch jetzt wieder im Vordergrund, wenn es um die Vergabe der Fernsehrechte geht. Vereine wie Fans werden gespannt auf das Ergebnis des Pokerspiels warten, das am 22. Juni den Klubs präsentiert werden soll. Es geht um die Medienrechte für die Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25, wobei sieben verschiedene Rechtepakete aufgelegt wurden. Vor allem Platzhirsch Sky muss um die Rechte für das Pay-TV bangen. Es wird wohl davon abhängen, ob der Gigant Amazon Interesse hat und viel Geld investiert oder nicht. Aus dem letzten Vierjahresvertrag hatte die DFL 4,64 Milliarden Euro erzielt, 5,2 waren jetzt das Wunschziel, allerdings vor Corona. Abschläge müssen wohl hingenommen werden.

Es wird sich zeigen, ob auch beim Geld die DFL ein bisschen Demut zeigt und lieber im Sinne der Fans agiert, anstatt für mehr Geld eine Zersplitterung der Übertragungen mit noch mehr Anbietern vorzunehmen. Sowohl harte Fans als auch gelegentliche Interessenten könnten sich abwenden, wenn die Rechtepakete unübersichtlich und zu teuer werden. Es reichte jetzt schon mit Free-TV, Sky und DAZN. Für Sky sind die Rechte elementar, nachdem der Sender bei der Champions League leer ausgegangen war. Nachdem Sky als langjähriger Partner der Bundesliga in der letzten Ratenzahlung entgegenkam, sollte man annehmen, dass der Sender einen Bonus besitzt. Könnte ja sein, dass Haltung mal mehr Wert ist als Geld. Oder im Fußball eher nicht?

Basketball-Bundesliga mit Mut und Kreativität

In den Zeiten der Corona-Pandemie ist alles ganz anders und wer nicht untergehen will, der muss Mut haben und Kreativität. Dies beweist jetzt die Basketball-Bundesliga, die anders als die Handball-Bundesliga oder die Deutsche Eishockey Liga nicht die Saison abgebrochen hat, sondern mit einem Turnier den Deutschen Meister ermitteln will. Dabei gab es Einschränkungen und Zugeständnisse, doch alles, was zählt, bringt Münchens Geschäftsführer Marko Pesic auf den Punkt: „Wir wollten einfach nicht komplett von der Bildfläche verschwinden.“

Nein, von der Bildfläche verschwindet die Basketball-Bundesliga nicht, ganz im Gegenteil, ähnlich wie der große Bruder Fußball wird die deutsche Bundesliga international zum beachteten Vorbild. Mut und Kreativität werden überall bewundert, aber es bedurfte schon einiger Zugeständnisse, um dieses Finalturnier zu ermöglichen. Von den insgesamt 17 Vereinen konnten sich nur zehn für die Fortsetzung der Saison erwärmen, der Rest beendete lieber die Saison, zum Teil aus finanziellen Gründen, zum Teil, weil sie keine spielfähige Mannschaft mehr vorhanden war. Viele ausländische Spieler machten sich beim Abbruch der Runde in die Heimat auf, Verträge wurden aufgelöst und eine Weiterbeschäftigung wäre meist zu teuer. Dass es dieses Finalturnier gibt, wird von ihnen jedoch toleriert.

Dadurch gibt es allerdings seltsame Konstellationen, zum Beispiel sind die Frankfurt Skyliners dabei, die nach 21 Spieltagen vor der Unterbrechung nur auf Rang 14 lagen. Jetzt haben sie, genau wie auch Göttingen und Ulm, die außerhalb der Play-Off-Ränge zu finden waren, noch die Möglichkeit, Deutscher Meister zu werden! Von den Spitzenklubs ist übrigens nur Würzburg nicht dabei. Kurios sind aber auch Spielerwechsel, wie der von Dylan Osetkowski. Der US-Center, der auch einen deutschen Pass besitzt spielte für Göttingen, löste den Vertrag auf, um bei seiner Familie in Kalifornien zu sein und tritt jetzt im Finalturnier für Ulm an und trifft u. a. auf Göttingen! Kein Wunder, dass es Stimmen gibt, die vom „verrücktesten Turnier aller Zeiten“ sprechen. Wohl auch, weil sich alle Beteiligten in wochenlange Quarantäne begeben müssen. Das Hygiene-Konzept umfasst 42 Seiten, etwa 3000 Corona-Tests werden durchgeführt, um die rund 250 Spieler, Trainer, Schiedsrichter und den restlichen Staff regelmäßig zu untersuchen.

Diskussionen gab es natürlich um den Austragungsort München, aber der Titelverteidiger präsentierte rundum das beste Paket mit dem Audi Dome, naheliegendem Hotel und besten organisatorischen Möglichkeiten. Die zehn Mannschaften spielen in zwei Gruppen eine Vorrunde, die jeweils vier besten Teams jeder Gruppe qualifizieren sich für das Viertelfinale, das ebenso wie Halbfinale und Finale mit zwei Duellen gegeneinander ausgetragen wird. Ein hartes Programm wartet auf die Spieler vom Start am Samstag, 6. Juni, bis zum Finale am Sonntag, 28. Juni. Das bedeutet für die Finalteilnehmer zehn Spiele in 23 Tagen, fast alle zwei Tage also ein Match. Doch Basketballer, das weiß man aus Bundesliga und den europäischen Wettbewerben, sind stressresistent. Und auch ohne Zuschauer bekommen sie die gewünschte Aufmerksamkeit, Partner Magenta TV überträgt alle Spiele live im Streaming und Sport1 dazu noch ausgewählte Begegnungen im Free TV.

Das Argument von Kritikern, dass in einem Turnier kein Deutscher Meister ermittelt werden kann, ist wenig stichhaltig und wird von den Befürworten schnell entkräftet, schließlich werden Europameister und Weltmeister auch in Turnierform ermittelt und keiner sieht hier eine sportliche Beeinträchtigung. Ein Novum ist es natürlich und klar ist, dass der Weg für Überraschungen frei ist, die Favoriten Bayern München und Alba Berlin müssen auf der Hut sein. Auch die Frage nach der Form ist offen, zumal nicht alle Teams in Bestbesetzung antreten können (manche Ausländer kehrten nicht zurück), dafür konnte jede Mannschaft zwei Spieler neu verpflichten. Manche Teams haben aber auch nur eine Notbesetzung am Start wie Rasta Vechta, das statt der möglichen 14 Spieler nur zehn im Aufgebot hat.

Aber: Hauptsache gespielt wird. Die Zukunft bleibt dennoch ungewiss, so sagt mancher Vereinsmanager, „wenn wir bis zum Jahresende ohne Zuschauer spielen müssen, wird das kein Verein finanziell überleben.“

Die Gruppeneinteilungen, die ausgelost wurden: Gruppe A: Göttingen (bisher 9.), Crailsheim (3.), München (1.), Ulm (10.), Oldenburg (5.). Gruppe B: Frankfurt (14.), Berlin (4.), Vechta (6.), Ludwigsburg (2.), Bamberg (7.). Spiele vom 6. – 1. 15. 6., Viertelfinale 17. -20., Halbfinale 21. – 24., Finale 26. und 28. Juni.

Hansi Flick ist der Beweis: Auf den Trainer kommt es an

Früher hat man immer scherzhaft gesagt, Bayern München brauche gar keinen Trainer, die Mannschaft habe so eine Qualität, da täte es auch der Platzwart. Diese These ist schon lange widerlegt, spätestens in dieser Saison, als es mit Nico Kovac nicht klappte und der Rekordmeister der Musik hinterher lief. Mit dem bisherigen Assistenten Hansi Flick kam die Wende und die Bestätigung, der FC Bayern braucht doch einen Trainer. Ganz im Gegenteil, gerade beim vorentscheidenden 1:0-Sieg in Dortmund zeigte sich, auf den Trainer kommt es an. Dass die Weichen Richtung Meisterschaft gestellt wurden, war auch ein Erfolg von Flick über Favre.

Es war vor dieser Saison wie immer, ging es um die Frage des Titels, dann hieß es bei den üblichen Verdächtigen, „wir müssen da sein, wenn die Bayern schwächeln“. Einzig Dortmund wagte sich in die Offensive und gab die Meisterschaft als Ziel an. Eins ist gewiss: Die Mannschaft hat die Qualität dazu. Bittere Erkenntnis jetzt nach sieben Punkten Rückstand auf die Bayern und Platz 1: Dortmund hat offensichtlich nicht den Trainer dazu. Kein Wunder, dass immer wieder darüber spekuliert wird, dass Favre bald gehen muss. Da helfen auch alle Beteuerungen der Vereinsspitze nichts, man sei mit Favre zufrieden. Der Schweizer gilt als absoluter Fachmann, kann die Spieler sicherlich besser machen, aber er kann sie wenig begeistern, er ist kein Motivator, hat einfach nicht das Meister-Gen.

Das hatte Jürgen Klopp, er führte Dortmund zu den Titelgewinnen 2011 und 2012, die Borussia war da, als Bayern schwächelte, dann rüsteten die Münchner auf und starteten ihre Rekordserie an Titelgewinnen. Der achte liegt jetzt bereit und für die Zukunft darf sich die Konkurrenz eigentlich keine Hoffnung machen. Hansi Flick wird gefeiert als Trainer von der Qualität eines Jupp Heynckes, der Inbegriff des Trainer-Vorbildes für die Bayern. Der Vertrag wurde bis 2023 verlängert, die Bayern sind noch nicht satt.

Ein Blick auf die Auswechselbank beim Spitzenspiel machte eigentlich deutlich, dass Lucien Favre die besseren Auswahlmöglichkeiten als Flick hatte, um eine Wende herbei zu führen, er konnte Can, Sancho, Witsel, Götze und Reyna einwechseln, Flick musste auf Peresic, Hernandez und Martinez zurückgreifen, alles Akteure ohne Spielpraxis, dahinter saßen Talente aus der zweiten Mannschaft auf der Bank. Beweis: Favre macht zu wenig aus den Möglichkeiten.

Dortmund galt bisher als die Mannschaft der Zukunft, doch das könnte sich ändern. Im Vergleich der Spitzenteams haben die Münchner die Borussia vielleicht schon überholt, der Umbruch ist in vollem Gange und scheint geglückt. Die Überraschung der Saison sind die Außenverteidiger, hier wurden der anfangs unscheinbare Benjamin Pavard (viele rätselten vor der Saison, was die Bayern mit dem Absteiger aus Stuttgart wollten) und der unbekannte Alphonso Davies zu Volltreffern. Der Franzose beeindruckt auch mit Toren, der Kanadier begeistert als „Roadrunner“, er ist immer mit Volldampf unterwegs und bereinigte so schon viele brisante Situationen vor dem eigenen Tor. Da werden schon Vergleiche zu den legendären Verteidigerpaaren wie Lizarazu/Sagnol oder Lahm/Alaba gezogen. Und ein Manko hat die Borussia auch weiterhin: Dortmund wird vonTalenten wie Sancho und Haaland als Durchgangsstation gesehen, die Bayern gelten als einer der führenden Vereine in der Welt und damit für viele auch als Traumziel. Stichwort: Bei Bayern gewinnst du Titel.

Spannung im Abstiegskampf

Die Meisterschaft scheint also entschieden zu sein, spannend bleibt der Kampf um die Plätze in der Champions League bzw. Europa League, aber noch viel spannender geht es am Tabellenende zu. Dort hat sich Werder Bremen zur Verfolgung aufgemacht und bringt die Klubs davor wieder zum Zittern. Nur den tapferen SC Paderborn muss man trotz aller Bemühungen wohl abschreiben, die Ostwestfalen gehen erhobenen Hauptes. Aber wer begleitet sie? Ein Blick auf das Restprogramm zeigt, dass noch viele direkte Duelle anstehen und es vielleicht auf die Heimspiele ankommt, obwohl die durch die leeren Stadien an Bedeutung verloren haben. Eine Hochrechnung lässt den Schluss zu, dass es am Ende Düsseldorf neben Paderborn erwischen könnte und sich Mainz in die Relegation retten könnte, Bremen, Augsburg und Union aber den Klassenerhalt schaffen könnten. Doch ungewiss ist alle Theorie, jeder kann seine eigene Hochrechnung anstellen. Hier das Restprogramm:

Union Berlin (31 Punkte): Schalke (zu Hause), Köln (auswärts), Paderborn (H), Hoffenheim (A), Düsseldorf (H). – Augsburg (31): Köln (H), Mainz (A), Hoffenheim (H), Düsseldorf (A), Leipzig (H). – Mainz (28): Frankfurt (A), Augsburg (H), Dortmund (A), Bremen (H), Leverkusen (A). – Düsseldorf (27): Hoffenheim (H), Dortmund (H), Leipzig (A), Augsburg (H), Union (A). – Bremen (25): Frankfurt (H), Wolfsburg (H), Paderborn (A), Bayern (H), Mainz (A), Köln (H).

Werbung für Frauen-Fußball

Die Geisterspiele in leeren Stadien sind natürlich gewöhnungsbedürftig, doch böse Zungen behaupten, dass sich die Frauen da gar nicht umstellen müssen, weil sie ja sowieso nur vor einer kleinen Zuschauerkulisse spielen. Na ja, immerhin rund 900 Besucher beträgt der Schnitt in der Frauen-Bundesliga. Und dennoch war es besonders wichtig, dass auch die Frauen-Bundesliga wie ihr Pendant der Männer als erste Liga in Europa mit dem Re-Start beginnen konnte. So wurde der erste Spieltag nach der Pause zu einer einzigen Werbeaktion für den Frauen-Fußball.

Deren Beispiele gibt es viele, so war sogar das internationale Interesse groß, fast 20 Nationen interessierten sich per Fernsehübertragungen für den Start in Deutschland, in England war die Live-Übertragung des Spitzenspiels Bayern – Hoffenheim ein Hit bei den Sportfans, bei denen der Frauen-Fußball einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland genießt. Doch die Frauen spielten sich auch hierzulande in den Blickpunkt, da berichtete die ARD-Sportschau ebenso wie das ZDF-Sportstudio, wo zudem Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg Studiogast war. Auch die größte Sonntagszeitung, die Bild am Sonntag, widmete dem Frauen-Fußball eine ganze Seite. Wann gibt es schon diese Aufmerksamkeit!

Aber auch das Spiel selbst zwischen den Bayern und Hoffenheim war Werbung für den Frauen-Fußball, wobei die Bayern hier die bessere Ausgangsposition allein schon in der Vorbereitung hatten und mit dem 3:0-Sieg die Weichen Richtung Champions League stellen konnten. Kritische Stimme im Umfeld einiger Vereine gab es, weil viele Spielerinnen neben dem Fußball auch ihrem Beruf nachgehen müssen oder im Studium sind. Nur die Spitzenvereine beschäftigen Vollprofis. So mussten einige Mädchen Urlaub nehmen, um die Quarantäne-Bestimmungen einhalten zu können oder künftig auch für Spiele unter der Woche. Doch diese Opfer lohnen sich für die gesamte Frauen-Bundesliga, die kaum noch einmal diese Werbung genießen wird. Da war es dann fast nur noch eine Randnotiz, dass auch die 3. Liga der Männer trotz aller Streitigkeiten wieder gespielt hat. Fragt sich nur, wie lange das gut geht. Bei den Frauen gibt es da eigentlich weniger Bedenken.

Beste Werbung für die Fußball-Bundesliga

Das Experiment der Geister-Spiele in der Fußball-Bundesliga ist gelungen. Nein, eigentlich ist es noch mehr, die Geister-Spiele sind national und international beste Werbung. Natürlich bleibt der Makel, dass ohne Fans die Atmosphäre fehlt, aber das lässt das nach wie vor umtriebige Coronavirus nicht zu. Aber aus der vertrackten Situation haben die DFL und ihre Vereine das Beste gemacht, auch mit Hilfe der Fans, die offensichtlich vernünftig genug sind, den Spielbetrieb nicht zu torpedieren. Hoffentlich bleibt das so. Ganz im Gegenteil, die Idee der Pappkameraden auf den Rängen in Mönchengladbach war ein voller Erfolg und verbreitete wenigstens ein bisschen von Zuschauer-Feeling. Leider müssen die Pappfiguren zwangsläufig stumm bleiben, eine Hilfe für die Borussia beim 1:3 gegen Leverkusen waren sie deshalb nicht.

Aber der Ball rollt und die Bundesliga bleibt Vorbild für andere internationale Ligen sowie für andere Sportarten. „Machen wir es doch wie die Bundesliga“ ist derzeit fast schon eine gängige Redewendung. Auch der Pay-TV-Sender Sky darf sich zu den Gewinnern zählen und verzeichnet ebenso Rekord-Einschaltquoten wie zahlreiche internationale Fernsehsender. Und jetzt steht auch noch der „deutsche Clasico“ bevor, das Duell zwischen Borussia Dortmund und Bayern München am Dienstag. Da schaut wieder die ganze Welt nach Deutschland. Nun müssen die Akteure auf dem Rasen dafür sorgen, dass auch das Spitzenspiel zur besten Werbung wird.

Die Ausgangslage ist klar, für Dortmund geht es darum, praktisch die letzte Chance zu nutzen, um gegen die Bayern, vier Punkte Vorsprung, im Titelrennen zu bleiben. Beide Mannschaften beeindrucken in der Rückrunde mit Top-Leistungen (je sechs Siege in Folge), die Münchner steuern sogar einen neuen Torrekord an. Für die Bayern stehen die vorentscheidenden Spiele an mit den Aufgaben in Dortmund, in Leverkusen und gegen Gladbach (mit dem Treffen gegen Abstiegskandidat Düsseldorf dazwischen). Am 13. Juni könnten die Weichen für die Meisterschaft gestellt sein – oder eben auch nicht. Dortmund hat als letzte schwierige Aufgabe das Gastspiel in Leipzig am vorletzten Spieltag. Ist es noch von Bedeutung?

Die Welt schaut also auf dieses Spiel und vor allem auf das Duell der Torjäger Erling Haaland, dem talentierten Norweger, dem derzeit die Schlagzeilen gehören, und Robert Lewandowski, der Tor-Maschine und wohl derzeit bestem Mittelstürmer der Welt. Da will Haaland noch hin. Beide Teams bangen aber auch um wichtige Akteure, Dortmund um Hummels und Witsel, die Bayern um Thiago. Nach der Tendenz der Geisterspiele sind die Bayern Favorit, meist siegen nämlich die Auswärtsteams!

Bitte Abstand halten – auch in der Tabelle

Ein Blick auf die Tabelle offenbart Seltsames, nämlich, dass für die Bundesliga und Corona offensichtlich die gleichen Verhaltensregeln gelten, nämlich Abstand halten! Abstand zwischen den besten fünf Teams und dem Rest des Feldes, wobei von Wolfsburg (39 Punkte), über Freiburg (37), Schalke (37), Hoffenheim (36) bis Köln und die Hertha (beide 34) alle nicht den Eindruck machen, als sollten sie reif für Europa sein. Freiburg zum Beispiel scheint richtiggehend Angst vor dem internationalen Geschäft zu haben. Schalke ist nach toller Vorrunde in der Rückrunde ein Rätsel, mit jetzt neun Spielen ohne Sieg! Ein Gewinner der Corona-Pause sind dagegen die Berliner. Jetzt redet keiner mehr über das Chaos, sondern über den Start mit zwei Zu-Null-Siegen im Derby bei Union (3:0) und jetzt Frankfurt (4:0). Bruno Labbadia ist mal wieder der Trainer der Stunde.

Dahinter heißt es wieder Abstand, ab dem FC Augsburg (30 Punkte) geht es gegen den Abstieg, Ausgang ungewiss. Die Augsburger verschafften sich im Duell der Verlierer bei Schalke mit dem 3:0-Sieg etwas Luft und schenkten Neu-Trainer Heiko Herrlich ein erfolgreiches Debüt nach seinem Corona-Fehltritt. Aber jetzt folgt das noch wichtigere Heimspiel gegen Schlusslicht SC Paderborn. Der Neuling galt schon vor der Saison als Absteiger Nummer eins, wehrt sich aber tapfer und erwarb sich durchaus Anerkennung. Die Westfalen sind alles andere als Kanonenfutter. Davor haben Bremen und Düsseldorf den Kampfgeist entdeckt, das Aufbäumen ist da und schon geraten Mainz und Frankfurt in Not. Ihnen wäre es lieber, die Teams hinter ihnen würden den nötigen Abstand halten!

Es hat sich also gelohnt, dass der Fußball wieder rollt, das gilt auch für die 2. Bundesliga, wo es ähnlich interessant ist. die Altmeister aber Rätsel aufgeben. Der Hamburger SV und VfB Stuttgart treten auf der Stelle und präsentieren Spitzenreiter Arminia Bielefeld quasi den Aufstieg. In Nürnberg heißt es gern „der Club is a Depp“, das könnte sich wieder einmal bewahrheiten, der Abstieg ist nah, die Stürmer treffen nicht und ohne Tore kein Klassenerhalt.

Es lohnt sich, wenn der Fußball rollt, das sollte sich die 3. Liga zu Herzen nehmen, doch dort herrscht Streit (siehe auch die nächste Kolumne „Die Ligen sind immer wichtiger als die Vereine“), herrschen Lügen und Intrigen, damit wollen Abstiegskandidaten den Klassenerhalt retten. Die Vereine der 3. Liga würden ja gern unter das Dach der DFL rutschen, wobei finanzielle Gründe den Anreiz bilden, dort könnten sie sich dieses Theater jedoch nicht leisten. DFL-Boss Christian Seifert sieht es sehr richtig: „Je nach Tabellenplatz entdeckt man plötzlich die Moral.“

Start der Frauen-Bundesliga

Der Fußball rollt auch in der Frauen-Bundesliga wieder, ohne Streit, auch wenn Schlusslicht Jena gegen die Fortsetzung war, weil es Probleme mit Training und Stadion hat. Nur noch sechs Spieltage stehen an, dazu drei Runden im Pokal. Der Start hat es gleich in sich, denn Bayern München erwartet am Samstag (13.00 Uhr) die TSG Hoffenheim. Zweiter gegen Dritter also, wobei die Münchnerinnen gerade mal einen Zähler Vorsprung haben und bereits das Hinspiel mit 0:1 in den Sand setzten. Wer kommt also besser aus den Startlöchern?

Am Titelgewinn des noch ungeschlagenen VfL Wolfsburg gibt es allerdings keine Zweifel bei acht Punkten Vorsprung vor den Bayern. Die Mädchen freuen sich aber, dass sie wieder auf der Bildfläche erscheinen und bei Eurosport und Magenta TV im Fernsehen zu sehen sind. Bei ihnen schaut allerdings keineswegs die ganze Welt zu, doch für das Image ist der Re-Start von großer Bedeutung.