Der Sport – Grantler

Kommentare rund um Fußball und anderen Sport

Dortmund bleibt die Wundertüte der Bundesliga

Der Weihnachtsmeister ist auch der Halbzeitmeister in der Fußball-Bundesliga. Das sah zwischendurch eigentlich ganz anders aus. Der FC Bayern München nahm sich eine kleine Krise und schied im DFB-Pokal sogar gegen den Zweitligisten Holstein Kiel aus, da schien der Weg frei für die Konkurrenz. Doch an den Bayern kam keiner vorbei, weil keiner der Verfolger siegte und die Bayern am Ende doch wieder ein bisschen Glück hatten neben dem Können, gegen den SC Freiburg, zuvor fünfmal siegreich, 2:1 gewannen und statt Platz eins herzugeben, sogar ihren Vorsprung auf vier Punkte ausbauten. So titelte der Boulevard: „Die Verfolger-Zwerge“.

Der RB Leipzig hätte an den Bayern vorbeiziehen können, Leverkusen und Dortmund dem Abonnementsmeister auf die Pelle rücken können. Nichts geschah. Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann erklärt es so: „Es ist kein Naturgesetz, dass alle anderen Mannschaften gewinnen, wenn es die Bayern mal nicht tun.“ Es scheint aber ein Bundesliga-Gesetz zu sein, dass die Untertanen auch schwächeln müssen, wenn es der König auf dem Thron tut. Nagelsmann kann ja noch darauf verweisen, dass Wolfsburg beim 2:2 ein starker Gegner war, aber Leverkusen befindet sich mehr in der Krise als die Bayern, allerdings nur in der Bundesliga, wo man zuletzt viermal nicht gewann. Im Pokal klappte es aber mit einem Sieg über Frankfurt.

Ja, und dann gibt es noch Borussia Dortmund. Eigentlich der Verein, der den Bayern am meisten die Hölle heiß machen sollte. Das Feuer lodert zwar ab und zu, aber zwischendurch erlischt es oder glimmt auf Sparflamme nur vor sich hin. Dortmund bleibt auch ohne Lucien Favre eine Wundertüte, mal begeistert die Borussia mit tollem Spiel und dann will gegen vermeintlich schwächere Mannschaften rein gar nichts klappen. Ein Fall für den Psychologen, denn das geht schon Jahre so. Bezeichnend das Geschehen am Wochenende, nur 1:1 gegen Schlusslicht Mainz 05, Kapitän Marco Reus bekannte sich als schuldig. Top-Chance vergeben und Elfmeter am Tor vorbei gesetzt. Anders lief es bei den Bayern, 2:1 geführt und kurz vor Schluss knallte der Gegner den Ball an die Latte. Das Glück, das in Kiel zum Teufel mutierte, war wieder zurück. Die Bayern wollen keine Wundertüte werden.

Vielleicht war die Niederlage in Kiel sogar ein Vorteil mit einem Blick auf den Rest der Saison. Es kann ja nicht immer das Triple sein und den DFB-Pokal können die Münchner noch am leichtesten verschmerzen. Dafür bekommen sie vier freie Wochen, können trainieren, während sich die Konkurrenz im Februar und März abplagt (Leipzig, Leverkusen, Dortmund und Gladbach sind alle noch dabei), am 1./2. Mai kein freies Wochenende hat und am 13. Mai eventuell noch zwei von ihnen das Finale bestreiten. Die Bayern haben ja genug Stress, so mit der Klub-WM im Februar, gut, wenn da die Pokalstrapazen vorher wegfallen.

Freiwillig verloren haben sie gegen tapfere und mutige Kieler nicht, die Störche traten ihnen auf die Füße, ein eisiger Schneesturm machte das Spiel doppelt zur Leidenszeit. Abzulesen am Gesicht von Torjäger Robert Lewandowski als er eingewechselt wurde, Spiellust hatte er keine. Das Glück war auf Kieler Seite mit dem Ausgleich in der letzten Sekunde der regulären Spielzeit. Ein Glück, das wie gesagt, ansonsten eigentlich die Bayern für sich gepachtet haben. Und es war wohl ein Wink des Schicksals, eine Fügung, wie es sie im Sport so oft gibt, dass ausgerechnet Neuzugang Marc Roca den entscheidenden Elfmeter verschoss. Als wollte das Schicksal Sportvorstand Hasan Salihamidzic noch einmal vor Augen halten „Verstärkungen hast Du keine geholt“. Die Bayern haben die Antwort mit dem 2:1 gegen Freiburg gegeben, die Kieler haben wohl noch unter den Strapazen gelitten oder unter dem Bayern-Fluch, wie die 2:3-Niederlage in der 2. Bundesliga gegen Karlsruhe gewertet werden könnte. Es ist schon seltsam, dass Bayern-Besieger danach oft verlieren, Eintracht Frankfurt wartete im Herbst 2019 nach dem spektakulären 5:1 neun Spiele auf einen Erfolg!

Übrigens: Wenn es mal keinen Video-Schiedsrichter gibt, dann wird er vermisst. Im Pokal wurden Abseitstore gegeben, die der VAR in der Bundesliga annulliert hätte. Gibt es ihn und er greift ein, ist es auch nicht recht, so wie bei einem zweifelhaften oder zumindest harten Elfmeter für Stuttgart, der zum 2:2 führte und Gladbach den Sieg und den Sprung auf Platz sechs raubte. Ja, auch der VAR ist manchmal eine Wundertüte und bei Hand-Entscheidungen bleibt es auch beim alten Leiden: Keiner kennt sich aus. Das ist wieder eine besondere Wundertüte.

Eine Besonderheit gibt es in dieser Corona-Saison: Ende Hinrunde und Start Rückrunde gibt es innerhalb einer Woche, keine Winterpause dazwischen. In dieser sogenannten englischen Woche habe ausnahmsweise alle Mannschaften Stress. Die Bayern können zumindest nicht am Mittwoch vom Thron gestoßen werden, aber ein besonderes Spiel wird es für sie schon. Nicht allein, weil es das Derby in Augsburg ist, sondern vor allem deshalb, weil sie endlich wieder einmal ohne Gegentor bleiben wollen. Das klappte auch gegen Freiburg nicht, jetzt droht die Einstellung des Vereins-Negativrekords mit zwölf Spielen am Stück mit Gegentor, der datiert von der Saison 2000/01. Vorne sieht es bekanntlich besser aus, vor allem Torjäger Robert Lewandowski freut sich auf den FCA, in 15 Duellen bisher traf er 18mal. Er hat jetzt 21 Saisontore auf seinem Konto – ein neuer Hinrunden-Rekord. Den alten hielt kein geringerer als Bayern-Ikone Gerd Müller mit 20 Treffern. Am Ende waren es 40. Lewandowski kann sich bei der Jagd nach dem nächsten Rekord auch auf einen Müller verlassen, auf den Thomas, der beim 1:0 wieder der Vorlagengeber war. Zu 37 Lewandowski-Treffern gab Thomas Müller schon die Vorlage – Bundesliga-Rekord. Und im 44. Spiel erzielte Müller ein Tor und gab einen Assist – Rekord. Den alten hielt mit 43 Spielen – Robert Lewandowski. Beobachten werden die Bayern auch die Konkurrenz, Leverkusen trifft auf Dortmund, Leipzig erwartet Union Berlin und am Freitag stehen sich zum Start der Rückrunde Gladbach und Dortmund gegenüber sowie am Samstag Leverkusen und Wolfsburg. Könnte sein, dass die Bayern zum großen Gewinner werden – aber Gesetz ist das nicht!

Am Sonntag heißt der Gegner der Bayern Schalke 04, zumindest da gab es ein „zu Null“ zum Auftakt, bekanntlich das bittere 0:8 für Schalke, der Anfang vom Abstiegskampf, der bald mit einem besonderen Negativrekord geendet hätte. Wichtiger ist für Schalke das Spiel am Mittwoch gegen den 1. FC Köln. Da geht es um die Chance, den Anschluss nach oben zu finden. Die Kölner haben zuletzt fünfmal nicht gewonnen. Ihnen steht am Sonntag bei Hoffenheim das nächste wegweisende Duell bevor. Bei der TSG wiederum kämpft Jung-Trainer Sebastian Hoeneß um seinen Job in einer unglücklichen Saison mit Verletzungen und Corona-Erkrankungen. Es könnte die entscheidende Woche sein (Dienstag bei der Hertha). Schauen wir mal, welche Wundertüte die Bundesliga öffnet.

Die Handball-WM als Test: Corona-Probleme im internationalen Sport

Am Mittwoch begann die Handball-Weltmeisterschaft 2021 in Ägypten. Es ist eine ganz besondere WM, aber anders, als es sich der Weltverband vorgestellt hat. Das Prestige-Turnier von IHF-Präsident Hassan Moustafa sollte Glanz für den 76-Jährigen, aber auch für sein Heimatland bringen. Jetzt steht es zwar im Mittelpunkt, wird aber – je nach Sichtweise – als großes Experiment oder Gefahr bezeichnet. Sehen wir es so: Der internationale Sport hat generell ein Problem mit der Corona-Pandemie und Ägypten gilt als Test für andere Großereignisse. Es stehen schließlich auch die Fußball-Europameisterschaft in gleich zwölf Ländern und die Olympischen Sommerspiele in Tokio an.

Man kann nicht sagen, dass der internationale Sport so weiter läuft, als wäre nichts gewesen, denn durch das Virus Covid-19 gibt es an allen Ecken und Enden Probleme. Zwar werden Hygienekonzepte erarbeitet, sogenannte „Blasen“ gebildet, das heißt, man bleibt mehr oder weniger unter sich, aber der Mensch bleibt Individualist und der Spitzensportler besonders. Auch im Corona-Spielbetrieb sind die Sportler bei ihren Familien, andere können zudem die Partys, die doch zu ihrem Leben gehören, nicht lassen. Von „Blase“ keine Spur. Covid-Infektionen sind die Folge, führen in Mannschaftssportarten zu Spielabsagen und Terminproblemen. In der Premier League in England wird sogar diskutiert, ob die Fußball-Meisterschaft unterbrochen werden soll.

Wie also kommt die Handball-WM mit all diesen Probleme zurecht. Zunächst gab es schon im Vorfeld Ärger. Ausgerechnet jetzt ist es das erste Turnier aufgebläht auf 32 Mannschaften und ausgerechnet jetzt wird es in Afrika ausgetragen, mit der Sorge, dass hier die gesundheitliche Gefahr nicht ganz so ernst genommen wird. Präsident Hassan Moustafa, gern auch der „Pharao vom Nil“ genannt, wollte sein Turnier zum Teil damit retten, dass wenigstens einige Zuschauer zugelassen werden, erst auf Proteste vieler Team-Kapitäne hin, wurden die Zuschauer ganz verbannt.

Gespielt wird in vier Hallen, zwei in Kairo, sowie in Gizeh und Alexandria. Die 32 Nationen spielen in acht Gruppen, die acht Teams jedes Spielorts sind in einem Hotel untergebracht, das die Spieler nicht verlassen dürfen. Sie leben zwischen Hotel und Halle und werden laufend getestet. Allerdings hat es bereits zum Start eine Häufung von Infektionen gegeben, so mussten die USA (18 positive Tests) und Tschechien kurzfristig passen und wurden durch Nordmazedonien und die Schweiz ersetzt. Von einer geordneten WM-Vorbereitung konnte da wohl keine Rede sein.

Besonders heiß diskutiert wurde die WM-Teilnahme im deutschen Handball-Bund. Die Bundesliga fürchtete um die Gesundheit der Spieler und hat sowieso Terminprobleme. Schließlich stellten die Funktionäre den Spielern frei, ob sie antreten wollten. Einige Stars sagten mit Rücksicht auf ihre Familien ab, sie hatten Angst um ihre Gesundheit. So kann der schon Corona-geplagte neue Bundestrainer Alfred Gislason fast nur mit einem B-Kader antreten. Gislason hat im Februar 2020 das Amt übernommen, er soll die Mannschaft zu Olympia nach Tokio führen, konnte bisher allerdings gerade mal drei Lehrgänge und vier Spiele absolvieren. Und jetzt fehlt dem 61-Jährigen Isländer die gesamte Weltklasse-Abwehr, nach den Absagen von Patrick Wienczek, Hendrik Pekeler, Steffen Weinhold und Finn Lemke. Nachdem auch Verletzungen den Kader schwächten, insgesamt fehlen neun Kandidaten, kann nicht mehr vom Halbfinale oder sogar Titel geträumt werden, gilt nur noch das Viertelfinale als Ziel. Die Fahrkarten nach Tokio werden bei der WM aber nicht vergeben.

Als Rückhalt der Mannschaft gelten vor allem die Torhüter Andreas Wolff, Johannes Bitter und Silvio Heinevetter, die alle Weltklasse verkörpern, sowie Kapitän Uwe Gensheimer, einer der weltbesten Linksaußen. Die Vorrunde gilt als leicht, Uruguay (Freitag), Kapverden (Sonntag) und Ungarn (Dienstag) sind die Gegner, drei Teams kommen in die Hauptrunde. Dorthin werden die Punkte gegeneinander mitgenommen, aus der Gruppe Spanien, Tunesien, Brasilien und Polen rekrutieren sich die drei Gegner, nur die ersten zwei qualifizieren sich dann für das Viertelfinale. Da kann es schon eng werden.

Trotz der Unwägbarkeiten werden die üblichen Verdächtigen als Favoriten genannt. Vorneweg Titelverteidiger und Olympiasieger Dänemark, Europameister Spanien, Norwegen, Frankreich und eventuell auch Kroatien. Deutschland hätte in Bestbesetzung dazu gehört. Allerdings kann sich viel ändern, vor allem dann, wenn Corona-Erkrankungen Mannschaften schwächen. Der Gau für den Veranstalter wäre, wenn das Turnier nicht bis zum Ende durchgeführt werden könnte. Dann würden auch Fußball-Europameisterschaft und Olympische Spiele wackeln. Oder gilt dann ganz einfach die Ausrede, „das war ja in Ägypten, wir machen das ganz anders“. Dieser Hochmut würde nicht überraschen.

Es ist ja die Frage, ob der internationale Sportverkehr überhaupt sein muss, im nationalen Bereich lässt sich Corona wohl leichter eindämmen (wenn die Sportlerinnen und Sportler vernünftig sind). Natürlich kämpfen auch die internationalen Verbände um das Geld von Sponsoren und Fernsehen, aber die meisten Turniere lassen sich verlegen und bis dahin müsste die finanzielle Lage zu überstehen sein, es sei denn, das Geld fehlt, weil es sich korrupte Funktionäre in die eigene Tasche gesteckt haben. Soll ja schon vorgekommen sein…

Hoppe-Hoppe-Hoppe-Reiter – Tasmania hat den Rekord weiter

Bayern hat verloren – eher ein seltenes Ereignis in der Fußball-Bundesliga. Es ist erst das zweite Mal in dieser Saison (genauso wie Leipzig, Leverkusen, Union Berlin! und Wolfsburg!). Schalke 04 hat gewonnen – und das ist das weitaus seltenere Ereignis und steht deshalb im Mittelpunkt. So kann man den großen Bayern die Show stehlen. Gezittert hat vor allem Tasmania Berlin und zwar um den alleinigen Sieglos-Rekord. Schalke hat ihn nicht geschafft, wollte ihn nicht schaffen und selbst beim größten Rivalen Dortmund hat man die Daumen gedrückt, dass dieser bittere Kelch an den Schalkern vorbeigehen möge. Jetzt singen sie in Gelsenkirchen dank Dreifach-Torschütze Hoppe das alte Kinderlied von „hoppe, hoppe, Reiter“, es heißt umgedichtet „Hoppe-Hoppe-Hoppe-Reiter – Tasmania hat den Rekord weiter“.

Das 4:0 machte gleich zwei Vereine glücklich, nur die TSG Hoffenheim nicht, die aber wirkte, also wollte sie Schalke den Sieg schenken. Aber nach 30 sieglosen Spielen (der letzte Erfolg ist 358 Tage her!), zeigte Schalke plötzlich ein anderes Gesicht, der erst 19-Jährige Matthew Hoppe von der zweiten Mannschaft traf plötzlich (in der Regionalliga nur ein Tor in 16 Spielen) und der schon suspendierte Harit trumpfte wie in besten Tagen auf, war an allen vier Toren beteiligt. Einer der Befreier war auch Rückkehrer Sead Kolasinac (Leihgabe von Arsenal London), der gleich zum Kapitän gemacht wurde und Angriffslust in das Team reinbrachte. Schalke gab das Schlusslicht an Mainz 05 ab, jetzt sollte der Knoten geplatzt sein. Die Partie am Sonntag in Frankfurt steht unter ganz anderen Vorzeichen.

Glücklich war man auch in Berlin. Tasmania rückte ebenso in den Mittelpunkt, in der Saison 1965/66 gab es 31 Spiele ohne Sieg – ein Rekord für die Ewigkeit. Dachte man, plötzlich war er gefährdet und jetzt ist man glücklich, dass der Rekord Tasmania allein erhalten bleibt. Er bringt den in den Amateurbereich abgerutschten Verein immer wieder ins Gespräch, ist bestes PR-Mittel. Der damalige Kapitän Hans-Günter Becker (heute 82) konnte sich vor Anfragen in den letzten Tagen gar nicht retten, war gefragter als ein Hansi Flick oder Julian Nagelsmann. Am Ende war auch Becker glücklich: „Ein Rekord ist ein Rekord, auch wenn er negativ ist.“ In dieser Saison werden wir über Tasmania aber nicht mehr reden.

Es war ein besonderer Spieltag in der Fußball-Bundesliga. Für eine Besonderheit sorgten auch die Bayern. Achtmal lagen sie im Rückstand und verloren trotzdem nicht, einmal führten sie wieder mal (sogar mit 2:0) – und schon setzte es mit 2:3 eine Niederlage. Allerdings: Niederlagen in Gladbach sind für die Bayern und Hansi Flick nicht ungewöhnlich, bei 22 Heimsiegen, 18 Remis und nur 13 Niederlagen steht jetzt Borussias Heimbilanz gegen München und Flick verlor am Anfang seiner Bayern-Karriere ebenfalls mit 1:2 in Gladbach. Nichts Besonderes also und dennoch müssen sich die Bayern Gedanken machen. Die Fehler häufen sich, Leon Goretzka sprach richtig von drei Geschenken an den Gegner, die Abwehr gleicht einem Hühnerhaufen, die Konzentration stimmt nicht. Von Sicherheit ist vor allem bei Süle und Pavard keine Rede. 24 Gegentore nach nur 15 Spielen, das gab es bei den Bayern zuletzt in der Saison 1981/82! 24 Gegentore haben auch die Abstiegskandidaten Bielefeld und Bremen, Augsburg nur 23 und alle Mannschaften im Verfolgerfeld hinter den Bayern haben weniger Gegentreffer hinnehmen müssen.

Die Bayern kompensieren die Abwehrschwäche mit Angriffslust, erzielten die meisten Tore (46) und haben die beste Tordifferenz mit 22, Leipzig hat 14, Leverkusen 15. Dennoch: Sportvorstand Hasan Salihamidzic spricht überheblich davon „wir sind bestens gerüstet“, obwohl die Sommer-Einkäufe keine Verstärkung darstellen, sie sind nicht einmal ein annähernd adäquater Ersatz für die Stammspieler. Bezeichnend: Flick wechselte in Gladbach gerade mal Coman für Costa ein. Den anderen traute er wohl nicht zu, dass sie helfen könnten. Die Bayern müssen das stressreiche Frühjahr mit einem Mini-Kader überstehen! Schaffen sie das? Die Abwehrschwächen könnte am Mittwoch sogar Holstein Kiel ausnutzen, Gastgeber im DFB-Pokal. Auf Wunsch der Bayern wurde das Pokalspiel von Dezember auf Januar verlegt, das Duell der beiden „Weihnachtsmeister“ wird zum Aufbauspiel für den Bundesligisten, Kiel findet sich in der zweiten Liga derzeit nur noch auf Rang drei wieder, hat in 15 Spielen allerdings erst 14 Tore hinnehmen müssen, aber nur 24 erzielt. Glück für die Bayern-Abwehr? Es ist übrigens das erste Aufeinandertreffen beider Klubs im Profi-Fußball.

Ein besonderer Spieltag war es auch für andere Vereine. Für den SC Freiburg zum Beispiel, das 5:0 gegen den 1. FC Köln war der fünfte Sieg in Folge – neuer Vereinsrekord und höchster Sieg seit 20 Jahren. Jetzt geht es am Sonntag zu den Bayern, die stoppten schon die Erfolgsserien von Leverkusen und Wolfsburg, hatten aber gegen Freiburg schon öfters Probleme. Ähnlich wie Schalke hat auch Eintracht Frankfurt eine Negativserie beendet, noch nie gab es einen Sieg in Mainz – bis Samstag, da gewann die Eintracht 2:0 auch mit Hilfe des Video-Schiedsrichters, der viermal eingriff, viermal zugunsten von Frankfurt entschied (alles aber richtig)! Den Aufwind kann die Eintracht brauchen, die ja gern wieder auf Europas Bühnen mitmischen würde. Ein Schritt dahin wäre ein Sieg im Pokal am Dienstag in Leverkusen, das derzeit Probleme hat und gerade erst zum Jahresanfang in Frankfurt mit 1:2 unterlag.

Der FC Augsburg hat sogar einen Rekord geschafft, allerdings wird er sich darüber nicht freuen. Das 1:4 gegen Stuttgart bedeutete die Einstellung eines Negativrekords in der Bundesliga. Es war nämlich das 13. sieglose Heimspiel am Stück gegen einen Aufsteiger. Bisher war Bochum alleiniger Rekordhalter mit 13 sieglosen Spielen von 2005 bis zum Abstieg 2010. Die Chance, alleiniger Rekordhalter zu werden hat der FCA am 17. April gegen Bielefeld… Aber attraktiv ist der Rekord nicht. Er hätte auch Einfluss auf den Abstiegskampf, da müssen vor allem Bremen und Hoffenheim aufpassen, aber auch Hertha BSC Berlin und Augsburg, dass sie da nicht reingezogen werden. Die Hertha hat eine peinliche Niederlage bei der Arminia kassiert. Da wackelt der Stuhl von Bruno Labbadia. Die genannten Vereine vertrauen vielleicht darauf, dass die Punktausbeute im Keller bei Mainz, Schalke und Köln so mager bleibt. Verlassen sollten sie sich nicht darauf, wenn jetzt auch Schalke schon gewinnt… Die brisanten Duelle gehen deshalb nicht aus, am Wochenende sind dies Köln – Hertha, Bremen – Augsburg und Hoffenheim – Bielefeld. Weil die Bayern nachlässig sind, bleibt die Bundesliga oben und unten spannend.

Keine neuen Zeichen für die Zukunft von der Bundesliga

„Neues Jahr, neues Glück?“ Nein, in der Fußball-Bundesliga zeigte der Start ins neue Jahr, dass eigentlich alles beim Alten bleibt. Die Weihnachtspause war wohl zu kurz, um Änderungen herbeizuführen, außer abseits des Spielfeldes. Dort aber ging es gewohnt zu: Bayern München drehte nach einem Rückstand das Spiel, Schalke 04 hat das Siegen verlernt und über Handspiele wird diskutiert. Keine neuen Zeichen also für die Zukunft, aber keine Angst, die Bundesliga bleibt immer im Gespräch.

Bayern München bietet weiterhin beste Unterhaltung, schade, dass die Fans auf den Tribünen nicht mitleiden und mitfeiern können. So tun sie es zu Hause, verkriechen sich wohl zunächst unter dem Sofa, weil es nicht mehr anzuschauen ist, um später umso mehr die Sau rauszulassen. Wieder mal hinten, wieder mal gewonnen. Aber Trainer und Spielern gefällt das eigentlich gar nicht. Das 0:2 zur Pause gegen den Vorletzten Mainz (mit Interimstrainer Siewert, Ex-Spieler Bo Svensson soll kommen) war die Krönung, der Abstiegskandidat war dem 3:0 nahe, doch Manuel Neuer verhinderte es. Dann stellte Hansi Flick um, Kimmich rückte für Pavard (seltsam lange im Formtief) auf die rechte Seite und Mainz 05 kassierte 0:5 Treffer in der zweiten Hälfte. „Das kostet unnötig Kraft, das müssen wir abstellen“, monierte Joshua Kimmich. Die Bayern aber holten schon 18 Punkte nach einem Rückstand – neuer Bundesliga-Rekord nach 14 Spieltagen.

Das Gegenteil zeigt Schalke 04, egal, wer Trainer ist, das Schlusslicht hat das Siegen verlernt. Immerhin, mit 30 Minuten war Christian Gross zufrieden, dann brachen seine Schützlinge bei Hertha BSC Berlin ein. Kurios: Die Fans von Schalke und Tasmania Berlin verbündeten sich vor dem Olympiastadion und hielten Plakate hoch „Rettet Tas den Rekord“. Nur eine Niederlage fehlt jetzt noch und es wird in Schalker Kreisen schon gewitzelt: „Kommenden Spieltag können wir Historisches leisten und einen Rekord aufstellen.“ Ob das Verlieren so Spaß macht? Gegner ist die TSG Hoffenheim, im Moment auch sehr unglücklich agierend. Tasmania darf noch hoffen, allein die schlechteste Mannschaft aller Zeiten zu bleiben…

Auffallend: In Berlin bleibt Tasmania im Gespräch, aktuell aber vor allem Union. Auch in Bremen beeindruckten die „Eisernen“, übernachteten sogar auf einem Champions-League-Platz und sind Fünfter, das bedeutet Europa League. Doch sie bleiben bescheiden, der Klassenerhalt bleibt das Ziel – mit 24 Punkten nach 14 Spieltagen. Tja, und vom „Platzhirsch“ Hertha BSC spricht keiner. Das 3:0 gegen Sieglos-Schalke wird sogar als Erfolg gefeiert, weil der Abstand zum Tabellenkeller vergrößert wurde. Aber bitte, 16 Punkte sind nicht gerade die Welt, Hertha ist die graue Maus in Berlin. Da stimmt was nicht.

Geld ist nicht alles, das zeigt der SC Freiburg. Der Start machte Trainer Christian Streich schon nachdenklich, nur acht Punkte in zehn Spielen. Auch jetzt guckt er wieder ungläubig, nach vier Siegen in Folge, sprich zwölf Punkte in vier Spielen. Das erlebte Streich in seinen neun Jahren als Coach der Schwarzwälder noch nicht. Eine längere Siegesserie schaffte Freiburg in der Bundesliga auch noch nicht. Ein neuer Rekord könnte gegen Köln möglich sein.

Abstiegskampf sollte für Freiburg kein Thema mehr sein, auch für Augsburg (1:0 in Köln) und Stuttgart nicht. Die Teams im unteren Tabellendrittel konnten alle nicht punkten, sie waren schlecht (Schalke, Bremen) oder unglücklich (vor allem Hoffenheim, auch Köln) oder hatten einfach zu starke Gegner (Mainz und Bielefeld). Zeichen der Zeit: Sie machen den Abstiegskampf unter sich aus. Deshalb können sich die Mannschaften aus dem Mittelfeld andere Sorgen aufhalsen.

Das ist beim VfB Stuttgart so. Die junge Mannschaft sorgte für Furore und der Neuling zeigte sich als Bereicherung im Oberhaus. Scheinbar hat dieser Glanz die Gedankengänge des Führungspersonals ein bisschen geblendet, denn aus dem Nichts heraus wurde in der Vorstandsetage ein Streit vom Zaum gebrochen und keiner spricht mehr über den Sport. Vorstandsboss Thomas Hitzelsperger nahm den Präsidenten des Gesamtvereins, Claus Vogt, ins Visier und initiierte eine Schmutzkampagne gegen ihn. Hitzelsperger will überall regieren, aber der Griff nach der gesamten Macht wird am Ende nur Verlierer hinterlassen, vielleicht sogar negativen Einfluss auf die Mannschaft haben. Wer keine Probleme hat, der macht sich halt welche.

Probleme hatte zuletzt auch Borussia Dortmund, doch nach der Entlassung von Lucien Favre trat wieder ein bisschen Ruhe ein, mit Edin Terzic wurde es wieder lebhafter und der Abwärtstrend mit dem 2:0 gegen Wolfsburg gestoppt. Doch die nächsten Bewährungsproben folgen, es geht jetzt nach Leipzig (Samstag, 18.30 Uhr), Leverkusen (Dienstag, 19. Januar) und Gladbach (Start der Rückrunde am 22. Januar). Danach wird man sehen, wie Dortmund in dieser Saison einzuordnen ist, wie die Zeichen für die Zukunft stehen. Der 15. Spieltag am Wochenende startet übrigens mit dem zweiten Schlagerspiel Gladbach gegen die Bayern am Freitag. Da ist ein weiterer Rückstand der Münchner fast zu erwarten… Allerdings könnte dann auch die Erfolgsserie reißen!

Zeichen für die Zukunft: Der Hamburger SV hat in der 2. Bundesliga wieder die Tabellenführung übernommen. Wäre doch schön, wenn dies ein Zeichen auf Dauer wäre, nämlich die Rückkehr des einstigen Dinos ins Oberhaus. Dort vermissen wir ihn.

Arme Zweitligisten im DFB-Pokal

Nach der Auslosung des Achtelfinals im DFB-Pokal werden die Stimmen wieder laut werden, die auch für die Zweitligisten automatisch Heimrecht gegenüber den Erstligisten fordern, wie es den Amateuren gewährt wird. Fürth, Bochum, Paderborn und Darmstadt müssen alle auswärts antreten, nur Jahn Regensburg bekam von Ski-Star Sven Hannawald ein Heimspiel zugelost. Der Skispringer hatte kein glückliches Händchen. Noch werden zwei Teams gesucht, Leverkusen gegen Frankfurt (12. Januar) und Kiel gegen die Bayern (13. Januar) müssen nachholen. Der Sieger in Leverkusen fährt zum Regionalligisten Rot-Weiß Essen, der sich eigentlich die Sieglos-Schalker gewünscht hätte (immerhin, im Pokal hat Schalke ja gewonnen). In Kiel gibt es das Duell der beiden Weihnachtsmeister aus erster und zweiter Liga, der Sieger ist Gastgeber vom Zweitligisten Darmstadt. Es gibt mit Wolfsburg – Schalke und Stuttgart – Gladbach nur zwei Bundesliga-Duelle.

Die Spiele (am 2./3. Februar): Wolfsburg – Schalke, Stuttgart – Gladbach, Regensburg – Köln, Bremen – Fürth, Leipzig – Bochum, Dortmund – Paderborn, Kiel/München – Darmstadt, Essen – Leverkusen/Frankfurt.

Trainer-Entlassungen gab es nicht nur in der Bundesliga, am spektakulärsten war wohl die von Thomas Tuchel in Paris. Ausgerechnet am Heiligen Abend erhielt er Nachricht der Scheichs aus Katar, dass er bei Saint Germain gehen muss. Die Nachfolge tritt Mauricio Pochettino an, quasi eine Rückkehr, denn er trug schon als Spieler das Trikot von Paris. Der Argentinier soll endlich internationale Titel holen, was auch Tuchel nicht gelang, der bekanntlich letztes Jahr im Finale der Champions League den Bayern mit 0:1 unterlag. Die Pariser Bosse haben allerdings übersehen, dass auch Pochettino (zuletzt in Tottenham) als Trainer bisher keine Titel gewann!

Ist 2021 im Sport nur ein Ersatzjahr für 2020? Oder ein Jahr der Hoffnung?

Wenn ein Jahr zu Ende geht, wird allgemein Bilanz gezogen, stehen Erinnerungen im Mittelpunkt. Sie werden abgelöst von Hoffnungen und Wünschen für das neue Jahr. Aber wie ist es diesmal? Was sollen wir von diesen Zeiten im Zeichen der Corona-Pandemie halten? Das Virus hat uns überfallen und unser Leben verändert. Wir Menschen kämpfen um die Zukunft, um unseren Alltag. Der Kampf ums Überleben stand im Mittelpunkt – persönlich, wirtschaftlich, politisch und natürlich auch im Sport. Jeder hat versucht in seinem Metier das Überleben zu schaffen und für die Zukunft hoffnungsvoll zu bleiben. Was den Sport angeht, war es bezeichnend, dass viele Großereignisse abgesagt oder verschoben werden mussten, dass aber größtenteils der Sportbetrieb mit Einschränkungen aufrecht erhalten werden konnte. 2020 brachte dennoch Höhepunkte, 2021 könnte aber vor allem ein Ersatzjahr für 2020 werden.

An was erinnern wir uns, wenn wir an 2020 denken? Natürlich an Corona, dann vielleicht in erster Linie an Sport ohne Fans. Die Fans, manchmal in der Kritik, wurden quasi zu den Gewinnern der Pandemie, denn noch nie wurde so deutlich, dass die Fans die eigentliche Seele des Sports sind. Aber noch nie fehlte uns der Sport generell so wie in diesem Jahr, vor allem bei den kleinen Vereinen, die durch die Lockdowns ausgebremst wurden. Da konnte man es eher verschmerzen, dass die Fußball-Europameisterschaft ebenso auf 2021 verschoben wurde wie die Olympischen Spiele. Großereignisse wurden abgesagt, wie Wimbledon, die Leichtathletik-Europameisterschaft oder die Eishockey-Weltmeisterschaft. Andere wurden mühsam durchgezogen, die Tour de France zum Beispiel oder die Formel-1-Weltmeisterschaft.

Der Fußball spielte wieder einmal eine besondere Rolle und hierbei vor allem die Bundesliga. Corona stoppte den Spielbetrieb am 13. März, ab 16. Mai konnte wieder gespielt werden. Andere Sportarten beendeten ihre Meisterschaft ohne Vergabe des Titels, so das Eishockey, andere, wie Handball, kürten ihren Meister vorzeitig. Die Bundesliga kämpfte um die Punktrunde, kämpfte um die Gelder von Sponsoren und Fernsehen. Der Verzicht auf Fans und ein ausgeklügeltes Hygienekonzept machten einen Re-Start möglich, DFL-Boss Christian Seifert wurde zum Retter der Bundesliga. Andere Sportarten, andere Nationen orientierten sich am BL-Konzept, der Mannschaftssport kehrte allgemein wieder zurück. Meist in einer eigenen Blase. Was wichtig und richtig war, schließlich ging es auch um Millionen von Arbeitsplätzen.

Was bleibt uns dann sportlich von 2020 in Erinnerung? Der FC Bayern München gehörte zweifellos zu den größten Gewinnern, feierte nach nationalen Titeln in Meisterschaft und Pokal schließlich auch den Sieg in der Champions League mit einem 1:0 über Paris und präsentierte unter Trainer Hansi Flick einen Fußball der das Zuschauen zum Vergnügen machte. Ende des Jahres feierte auch der THW Kiel den Sieg in der Champions League im Handball. Auch die Formel 1 brachte einen Rennkalender zustande, was vor allem das Glück für Lewis Hamilton war. Der Brite wurde nicht nur zum siebten Mal Weltmeister und stellte damit den Rekord von Michael Schumacher ein, er entwickelte sich auch zu einem Frontmann der Formel 1, nein, des Sports allgemein und zu einem Meinungsmacher, der gehört wird. Vor allem in der Rassismus-Debatte verschaffte er dem Sport eine Stimme. Hier profilierten sich viele Athleten ebenso wie bei der finanzielle Hilfe für Menschen, die durch Corona in Not geraten waren.

Der Sport wurde zum Vorbild. Persönlich werden viele darüber hinaus 2020 trotz allem in guter Erinnerung behalten. Für Robert Lewandowski erfüllte sich der Traum, Weltfußballer zu werden, Leon Draisaitl avancierte zum Spieler der NHL, Sophia Popov gewann als erste deutsche Golferin ein Masters-Turnier und Skispringer Karl Geiger erlebte einen Jahresschluss wie ein Feuerwerk: Weltmeister im Skifliegen, frischgebackener Vater, Sieger im Heimatort Oberstdorf zum Start der Vierschanzen-Tournee. Sprünge ins Glück. Wünschen wir ihm dies auch für 2021.

Was wird 2021?

Was bringt uns 2021? Nicht nur privat, sondern im Sport. Es scheint auf den ersten Blick, 2021 ist nicht mehr als ein Ersatzjahr für 2020. Die Fußball-Europameisterschaft (11. Juni bis 11. Juli in zwölf Ländern) und die Olympischen Sommerspiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) überstrahlen alles. Aber das ist nicht alles, 2021 ist auch das Jahr vieler Weltmeisterschaften vor allem im Wintersport (z. B. die Nordische WM vom 24. Februar bis 7. März in Oberstdorf), es startet mit der Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten (13. bis 31. Januar) und bringt uns die bekannten Großereignisse wie Tour de France, Formel 1 oder Turniere in Tennis und Golf. Gewissermaßen der sportliche Alltag. Wenn denn alles reibungslos läuft. Mit Absagen müssen wir immer rechnen.

An 2021 wird man sich vielleicht einmal erinnern, als das Jahr, in dem die Zuschauer wieder in die Stadien zurückkehrten, an das Jahr in dem das Virus Covid-19 wahrscheinlich nicht besiegt, aber doch in Grenzen verwiesen wurde, wenn die Impfungen anschlagen. Insofern kann 2021 also auch zu einem Jahr der Hoffnung werden. Nicht nur für Sportlerinnen und Sportler bei ihren Wettbewerben, nicht nur für Talente wie Mick Schumacher, der mit seinem Debüt in der Formel 1 einer derjenigen ist, die ein neues Sportler-Leben beginnen. 2021 als Jahr der Hoffnung wünscht sich der Sport-Grantler und auch seinen Leserinnen und Lesern. Bleiben Sie gesund, haben Sie Spaß am Sport, und bleiben Sie mir und dem Blog gewogen.

Fußball-Bundesliga 2021: Sehnsucht nach den Fans

Weihnachtsruhe, aber keine Winterpause. Die Corona-Pandemie überschattet die Fußball-Saison 2020/21 und was im letzten Jahr nicht erledigt werden konnte, soll im neuen Jahr über die Bühne gehen. Hier vor allem die Europameisterschaft, die auf den Sommer 2021 verlegt wurde, aber weiter unter „2020“ firmiert. Auch die Bundesliga hat noch etwas zu erledigen, die Hinrunde ist noch nicht beendet, vier Spieltage stehen ab 2. Januar aus, deshalb ist Bayern München bisher nur Weihnachtsmeister, aber kein Halbzeitmeister. Das kann ja noch werden und alle befürchten, dass die Bayern wie zuletzt in der Rückrunde wieder besonders Gas geben und den neunten Titel in Folge einstreichen. Dabei sehnen sich die Fans nach Spannung im Titelkampf.

Corona und die Zuschauer, das bleibt, zumindest vorerst noch, das Thema in der Bundesliga. Die Fans sehnen sich nach Spannung, die Bundesliga hat Sehnsucht nach den Fans. Der Spielbetrieb wird geschäftsmäßig abgewickelt, die Betreuer am Rande des Rasens versuchen ein bisschen Stimmung zu produzieren, doch die Emotionen sind gebremst, die übliche Stimmung fehlt. Gab es vor Corona oft Spannungen zwischen Vereinen, Spielern und einem Teil der Fans, jetzt wünscht sich jeder nur eins: Ein volles Stadion. Doch wird es das überhaupt wieder so schnell geben? Nicht nur wegen Corona, sondern auch, weil viele beobachtet haben, dass der Fußball an Bedeutung verloren hat. Die Leute merken, dass man den Samstag oder Sonntag anders gestalten kann, es gibt noch anderes als Fußball. 2021 wird auch geprägt sein im Kampf um die Zuschauer. Aber eigentlich ist die Faszination Fußball doch ungebrochen. Vom Geld, das den Vereinen ohne Zuschauer fehlt, wollen wir jetzt gar nicht reden.

Reden wir also vom Sport. Die Pause war kurz, es war ein Durchschnaufen, keine Erholung, am Samstag geht es wieder weiter, in diesen Tagen soll die Form wieder zurückgeholt werden. Bei vielen Vereinen herrscht allerdings auch so eine Art Aufräumstimmung, um die Weichen für ein erfolgreiches 2021 zu stellen. Nur der FC Bayern schaffte es, auch in der Pause geehrt zu werden. Trainer Hansi Flick wurde zwar nicht zum „Welttrainer des Jahres“ gewählt, er musste dem prominenteren Jürgen Klopp den Vortritt lassen, aber er darf sich jetzt als „Persönlichkeit des Jahres 2020“ geehrt fühlen. Die Fachzeitschrift kicker hat ihn dazu gewählt, früher hieß es „Mann des Jahres“, aber es könnte ja auch mal eine Frau in Frage kommen. Aber an Hansi Flick führte in Deutschland kein Weg vorbei. Sein Vorgänger war 2019 übrigens – Jürgen Klopp!

Die Bayern stehen natürlich weiter im Mittelpunkt, bei ihnen bleibt 2021 der Stressfaktor hoch, denn neben Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League steht auch noch die Klub-WM im Februar auf dem Programm. Immerhin: Es gibt nicht durchgehend Englische Wochen, Hansi Flick kann das machen, was er am meisten vermisst hat: Mal wieder trainieren, mal wieder Abläufe auf dem Rasen zur Selbstverständlichkeit werden lassen. Nur dann können die Bayern das Triple-Jahr 2020 wenigstens annähernd wiederholen. Die Klub-WM soll verspätet den sechsten und letzten Titel bringen und damit 2020 endgültig abrunden. Dabei gab es noch einen Rekord für die Münchner: Das Champions-League-Finale gegen Paris (1:0) war mit 12,81 Millionen Zuschauern im ZDF und 1,1 Millionen bei Sky die meistgesehene Sportsendung des Jahres! Gerüstet scheinen die Bayern für neue Titel und Rekorde, sie blieben trotz Verletzungspech im Geschäft, haben Mittelfeldlenker Joshua Kimmich wieder an Bord, loben den großen Zusammenhalt im Team und betonen, dass sie weiterhin hungrig sind. Arme Konkurrenz.

Ja, ein funktionierendes Mannschaftsgefüge ist kein Relikt aus einer alten Zeit, sondern bleibt aktuell. Das muss derzeit Schalke 04 erkennen, wo der Team-Geist angesichts von Geisterspielen offensichtlich verschwunden ist. Der nächste Rettungsanker ist ausgeworfen, mit dem 66-Jährigen Schweizer Christian Gross wurde der vierte Trainer in dieser Saison installiert. Sportvorstand Jochen Schneider arbeitete mit ihm einst beim VfB Stuttgart erfolgreich zusammen, entließ ihn dort aber später auch. Eigentlich hatte Gross seine Karriere bereits beendet, doch Schalke scheint immer noch attraktiv zu sein. Gross hätte Großes erreicht, würde er den Traditionsklub vor dem Abstieg retten. Er ist für eine harte Hand bekannt und soll aus einem Sauhaufen eine eingeschworene Truppe machen. Die ersten Aufgaben heißen Hertha BSC Berlin und Hoffenheim.

Keine Weihnachtsruhe gab es auch in Mainz, dort verabschiedete sich Sportvorstand Rouven Schröder, er wollte einer Neuausrichtung im Verein nicht im Wege stehen. Neuausrichtung? Es geht eher um Altbewährtes, Ex-Manager Christian Heidel ist als Retter auserkoren. Er zögert allerdings noch und wird wohl überlegen, ob er bei dieser Aufgabe überhaupt Lorbeeren ernten kann. Und so hängt auch Trainer Jan-Moritz Lichte in der Luft, die lichten Momente für das Team waren zu wenig, das Abstiegsgespenst bleibt allgegenwärtig, sein Stuhl wackelt. Das neue Jahr könnte turbulent beginnen, zumal zunächst am Sonntag (18.00 Uhr) das Gastspiel ausgerechnet bei Meister Bayern ansteht.

Eins ist klar, auch wenn die Hinrunde noch nicht beendet ist, alle Vereine hoffen auf neuen Schwung im neuen Jahr. Gut, Vereine wie Leipzig und Leverkusen wollen eher den alten Schwung behalten, aber Dortmund sucht neuen Schwung und Gladbach ebenfalls, da ist die Erfolgswelle ein bisschen ausgelaufen. Noch gar nicht in Schwung gekommen ist Hertha, da gibt es immer viel Hoffnung, aber noch mehr Ernüchterung und am Ende könnte Bruno Labbadia der nächste Trainer sein, der gehen muss. Rang 14 passt nicht zu den Windhorst-Millionen. Gelassener bleibt man da sicherlich in Frankfurt, da ging das Geld vor und deshalb wurde Stürmer Bas Dost nach Brügge verscherbelt. Heißt wohl auch Abschiednehmen von den Europacup-Plätzen.

Der Januar hat es im Fußball gleich in sich, Leverkusen und die Bayern müssen Pokalspiele nachholen, am 19./20. Januar gibt es zusätzlich Spiele unter der Woche, ehe im Februar am 2./3. das Achtelfinale im DFB-Pokal ansteht und ab 16. Februar wieder auf Europas Bühnen gespielt wird. Volles Programm also, von Länderspielen ist erst wieder Ende März die Rede.

Apropos volles Programm, die Bundesliga bietet gleich großen Anreiz, so der 15. Spieltag, wenn die Bayern am Freitag, 8.1., in Gladbach gastieren und sich am Samstag Leipzig und Dortmund duellieren. Dortmund hat überhaupt ein schweres Restprogramm zum Ende der Hinrunde, Auftakt ist gegen Wolfsburg (Sonntag, 15.30 Uhr) und zum Schluss (19. Januar) geht es nach Leverkusen. Da wäre ein bisschen Schwung (siehe oben) ganz gut.

Vor den Feiertagen machten sich übrigens Im DFB-Pokal einige unterklassige Mannschaften noch schöne Weihnachtsgeschenke. Die Helden waren vor allem die Spieler des Regionalligisten Rot.Weiß Essen, die Fortuna Düsseldorf mit 3:2 ausschalteten. Der Traditionsklub taucht somit erstmals wieder in der Elite auf. Aber auch die Zweitligisten Fürth und Paderborn schalteten mit Hoffenheim bzw. Union Berlin Erstligisten aus. Und Schalke durfte wieder einmal gewinnen (3:1 gegen Ulm), frohe Weihnachten wurden es dennoch nicht.

Ankündigung: In diesem Jahr (Woche) folgt noch ein Blog zum Jahreswechsel 2020/21. Im Sport ist ja einiges los.

Bundesliga-Schluss mit einem Weihnachts-Theater

Frohe Weihnachten wünscht der Sport-Grantler allen Leserinnen und Lesern, dort, wo das christliche Fest gefeiert wird. Gefeiert wird natürlich in Deutschland, doch in der Fußball-Bundesliga werden naturgemäß nicht alle Klubs fröhliche Weihnachten erleben. Bei einigen werden die Sorgen in der kurzen Pause bis zum 2. Januar für schlaflose Nächte und hektische Tage sorgen. Die Bundesliga verabschiedete sich allerdings mit einem echten Weihnachts-Theater. Hauptdarsteller war natürlich der FC Bayern München, der erstmals seit zwei Jahren wieder mal als Tabellenführer in die Pause geht. Zuletzt war für das neue Jahr jeweils eine Aufholjagd angesagt. Ein Überblick über die Theater-Szenen:

Krönung für die Bayern: 2020 war zweifellos das Jahr des FC Bayern München. Zum Triple von Meisterschaft, Pokal und Champions League kamen zwei Super-Cup-Siege. Aktuell wurde das Team am Sonntag außerdem als „Mannschaft des Jahres“ im deutschen Sport geehrt. Im ganzen Jahr gab es trotz Müdigkeit in den letzten Wochen nur eine einzige Niederlage, das 1:4 in Hoffenheim. Die Bilanz 2020: 48 Pflichtspiele, 42 Siege, 5 Unentschieden, 149:46 Tore. Mit bestem Theater und einer spektakulären Woche ging das Jahr zu Ende. „Hollywood hätte es nicht besser inszenieren können“, mutmaßt Thomas Müller. Robert Lewandowski wurde am Donnerstag zum „Weltfußballer des Jahres“ gekürt, am Samstag beeindruckte er mit zwei Toren zum Sieg in Leverkusen. Das 2:1 fiel Sekunden vor Schluss. Hollywood eben. Wohlwollend sah dies Kapitän Manuel Neuer, der „Welttorhüter des Jahres“. Die Vorlage kam von Joshua Kimmich, der ein überraschendes Comeback feierte und von vielen als künftiger bester Weltfußballer gesehen wird. Er fehlte den Bayern zuletzt, die dennoch im Endspurt die Erfolgsbilanz von Wolfsburg und Leverkusen zerstörten (bis dahin ungeschlagen) und nebenbei noch einen neuen Rekord aufstellten: Sieben Mal in Folge lagen sie 0:1 zurück, verloren aber dennoch kein einziges Spiel. Das gab es noch nie!

Fröhliche Weihnachten wird Leroy Sane wohl nicht haben, das Talent, das gerne Star sein möchte, erlebte die Höchststrafe von Trainer Hansi Flick, der ihn für den verletzten Coman einwechselte und nach 36 Minuten wieder auswechselte. Der Coach sah zu viele Fehler. Flick selbst wird schöne Weihnachten feiern, er und sein Trainer-Team werden es verkraften, dass ihnen Jürgen Klopp den Titel als „Welttrainer des Jahres“ wegschnappte und diesen mit einem 7:0-Kantersieg (Rekord) am Wochenende feierte. Flick hatte nach dem krönenden Abschluss gute Laune und gestand „ich genieße jede Stunde beim FC Bayern“. Der Genuss soll 2021 weitergehen, doch der Stress bleibt, die Bayern wollen bis zum Finale auf allen Hochzeiten tanzen und bei der Klub-WM im Februar in Katar den sechsten Titel des Jahres 2020 nachholen. Satt sind die Bayern nie.

Kleine Krönung auch für die Bayern-Frauen, die führen in ihrer Bundesliga und gewannen alle zwölf Spiele (zuletzt 8:0 in Sand, insgesamt 40:1 Tore). haben fünf Punkte Vorsprung vor Titelverteidiger Wolfsburg und sind in der Champions League noch dabei. Trainer Jens Scheurer verlängerte seinen Vertrag und hat als Ziel: „Wir wollen den Männern nacheifern.“

Spuck-Theater: Borussia Mönchengladbach ist eigentlich einer der sympathischsten Klubs der Bundesliga, doch am Wochenende stand der Verein im Mittelpunkt eines Skandals. Bösewicht im Theater war Marcus Thuram. Der 23-Jährige Franzose, der bis dahin die Fans mit Toren und Eckfahnen-Tänzen begeistert hatte und als Frohnatur gilt, vergaß seine gute Kinderstube und spuckte nach einem Disput fast von Gesicht zu Gesicht dem Hoffenheimer Kontrahenten Stefan Posch voll ins Gesicht. „Das habe ich nicht gewollt“, jammerte er hinterher, muss aber erst einmal ein volles Montagsgehalt für gute Zwecke spenden und wird wohl für einige Spiele aus dem Verkehr gezogen. In Corona-Zeiten kann diese asoziale Aktion sogar gesundheitsschädlich sein. Schädlich war der Platzverweis für die Mannschaft, eine 1:2-Niederlage war die Folge, Platz acht nach 13 Spieltagen ist nicht das, was sich die Borussia wünscht. Manager Max Eberl hat die Nase voll und hat eine vierwöchige Auszeit angekündigt.

Niederlagen-Serien: Schlechter geht es noch anderen Vereinen. Bei dem Wort „Niederlagen-Serie“ denkt jeder natürlich an Schalke 04, doch es gab auch andere, doch die haben jetzt zu ihrem Glück gefunden, vorläufiges Happy End im Theater. Werder Bremen und Eintracht Frankfurt mussten neun Spiele lang auf einen Sieg warten, jetzt wurde gejubelt nach dem 1:0 in Mainz bzw. 2:0 in Augsburg. „Jubel? Was ist das ist?“, werden sie auf Schalke fragen. Nach der Entlassung von Trainer Manuel Baum konnte es auch Jahrhunderttrainer Huub Stevens als Aushilfe nicht richten. Gegen Bielefeld sollte endlich die Wende her, doch das 0:1 war ein weiterer Schritt Richtung Rekord, 29 Sieglosspiele sind es jetzt am Stück, Hertha BSC Berlin und Hoffenheim warten auf dem letzten Teil des Weges. Für das Dilemma sind aber weniger die Trainer verantwortlich, sondern eher die Spieler und vor allem Manager. Christian Heidel hat den Verein in die Richtung gebracht und Nachfolger Jochen Schneider endgültig in den Abgrund geführt. Er müsste als Erster abgelöst werden. Gespannt sein darf man, welcher Trainer sich Schalke antut.

DFB-Pokal: Nicht für alle hat am Wochenende die Weihnachtspause begonnen, Dienstag und Mittwoch steht der DFB-Pokal noch an. Einzig die Bayern und Leverkusen sind schon im Urlaub, die am meisten gestressten Teams dürfen ihre Spiele in Kiel bzw. gegen Frankfurt nachholen. Das Derby im „Ländle“ zwischen Stuttgart und Freiburg steht in der 2. Runde im Mittelpunkt und wird am Mittwoch in der ARD übertragen. Das Achtelfinale wird am 2./3. Februar ausgetragen.

Weltfußballer: Bei der FIFA wurden am Donnerstag viele geehrt. Hier alle Sieger:

Männer: Spieler Robert Lewandowski (Bayern München/Polen) Torhüter Manuel Neuer (Bayern München/Deutschland), Trainer Jürger Klopp (FC Liverpool/Deutschland).

Frauen: Spielerin Lucy Bronze (Manchester City/England), Torhüterin Sarah Bouhaddi (Olympique Lyon/Frankreich), Trainerin Sarina Wiegmann (Niederlande).

Die Corona-Pandemie sorgte dafür, dass die Pause für Spieler und Fans nur kurz ist, am 2. Januar geht es weiter, sowohl mit der Bundesliga als auch mit der 2. Bundesliga. In England wird traditionell an den Weihnachtsfeiertagen gespielt, am „Boxing Day“, dem zweiten Feiertag, gibt es sechs Begegnungen, am Sonntag folgen vier. Im Mittelpunkt wohl am Samstag (18.30 Uhr) das Londoner Derby zwischen Arsenal und Chelsea.

Eishockey lebt! Dafür mussten alle Opfer bringen

Kaum eine Sportart wurde so von der Corona-Pandemie gebeutelt wie das Eishockey. Im Frühjahr wurde die Saison kurzerhand beendet, weil die Spiele der Deutschen Eishockey Liga ohne Zuschauer einfach nicht zu finanzieren waren. Einen Meister gab es 2020 nicht. Die Adler Mannheim stehen als letzter Sieger für 2019 in der Titelliste. 2021 soll es allerdings wieder einen neuen Deutschen Meister geben. Eishockey lebt! Die DEL 2 und teilweise die unteren Klassen haben den Punktspielbetrieb vor längere Zeit bereits aufgenommen (weil sie nicht so von den Zuschauer-Einnahmen abhängig sind), am Donnerstag startete auch die DEL und zwar spektakulär mit dem Rhein-Derby, das die Düsseldorfer EG mit 5:4 nach Penaltyschießen bei den Kölner Haien gewann. Dafür, dass wieder gespielt werden kann, mussten allerdings alle Opfer bringen. Die Zuschauer als Haupteinnahmequelle müssen ja leider draußen bleiben.

Allgemein hieß es, den Gürtel enger schnallen. Das galt ebenso für die Vereine wie für die Spieler. Die zogen mit, weil sie sonst ihres Berufes beraubt worden wären und nahmen teilweise Gehaltseinbußen von bis zu 60 Prozent hin. Da hätten die Fußall-Profis ganz schön gemeutert. Die 14 Klubs der DEL halbierten ihre Etats von insgesamt 120 Millionen auf 60 Millionen Euro. Auch der Staat half mit beim Überlebenskampf, mit Ausnahme von Red Bull, weil im Besitz des Brause-Herstellers, kassierten die anderen 13 Klubs bis zu 800.000 Euro Unterstützung. Das war teilweise überlebenswichtig.

Es wird also gespielt, wobei das Eishockey ohne Zuschauer damit seine größte Attraktion verlor. Die tolle Stimmung in den Hallen lockt die Besucher, für das Fernsehen ist der Sport fast ungeeignet, weil der Puck schlecht zu sehen ist, Rasanz und Stimmung kommen nicht richtig rüber. Doch Fernsehen ist wichtig, nur dadurch kann sich eine Sportart der Öffentlichkeit präsentieren. Die DEL hat Glück, dass MagentaTV ein Herz fürs Eishockey hat und alle Spiele überträgt, außerdem ist Sport1 im Free-TV mit 26 Partien dabei.

Die Saison musste natürlich verkürzt werden, die Weltmeisterschaft vom 21. Mai bis 6. Juni 2021 in Minsk (Weißrussland, als Austragungsort bzw. Land umstritten) und Riga (Lettland) wartet. Die Saison der DEL wurde deshalb von 52 Spieltagen auf 38 verkürzt, die 14 Klubs sind aufgeteilt in zwei regionale Gruppen Süd und Nord, dort werden vier Begegnungen gegeneinander ausgetragen, dazu je zwei Duelle mit den Teams der anderen Gruppe. Die besten vier Mannschaften aus jeder Gruppe qualifizieren sich für die Play-Offs, die ab dem 19. März ebenfalls verkürzt ausgespielt werden, nämlich „Best of Three“ statt „Best of Seven“, es reichen also zwei Siege zum Weiterkommen. Weil es keine Zuschauer gibt und man so nicht auf die Anreise der Fans Rücksicht nehmen muss, spielt die DEL fast jeden Tag, damit sie bei MagentaTV präsent ist.

Durch die finanzielle Zwangsjacke werden die Leistungsunterschiede natürlich noch deutlicher werden, deshalb gibt es auch keinen Absteiger. Der Meister der DEL2 darf dennoch wie versprochen aufsteigen, so dass die DEL dann 21/22 mit 15 Klubs spielen würde. Die Favoriten sind die üblichen Verdächtigen, nämlich quasi Titelverteidiger Mannheim sowie der Meister von 2016 bis 2018, Red Bull München. Das „Aufwärmprogramm“, der Magenta-Cup im Vorfeld der Punktrunde, zeigte allerdings, dass es einige Herausforderer gibt, vor allem die Fischtown Pinguins in Bremerhaven.

So sind die Gruppen eingeteilt: Nord: Berlin, Bremerhaven, Düsseldorf, Krefeld, Köln, Iserlohn und Wolfsburg. Süd: Augsburg, Ingolstadt, Mannheim, München, Nürnberg, Schwenningen und Straubing.

Der Verband trübt die Stimmung

Erleichterung also bei den Vereinen, doch die gute Stimmung wurde in den letzten Tagen dennoch getrübt. Dafür sorgte wieder einmal der Verband, der Deutsche Eishockey-Bund bringt es immer wieder fertig, für negative Schlagzeilen zu sorgen, er bremst sich gern selbst aus. Diesmal wunderte sich die Sportwelt über die Entlassung von DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel, der maßgeblich für die Erfolge des DEB in den letzten Jahren verantwortlich war. „Unterschiedliche Auffassung über die künftige Ausrichtung des Verbandes“ wurden als Grund genannt. Beobachter sprechen auch von einem „internen Machtkampf“. Dabei wiederholen sich solche Trennungen, denn wer beim DEB gut arbeitet, wird keinesfalls mit Lob bedacht, sondern eher kritisch beäugt. Er könnte nämlich DEB-Präsident Franz Reindl in die Quere kommen. Viele Funktionäre sind neidisch, wenn jemand anderes in den Blickpunkt rückt, wenn das Licht doch auf sie selbst fallen soll. Das ist schon seit Jahrzehnten immer das gleiche Problem beim DEB. Nur einer hat diese Spielchen über Jahrzehnte hinweg überlebt: Präsident Franz Reindl, früher Sportdirektor und Geschäftsführer im Verband. Er hat ein besonderes Geschick darin, alle Skandale und Krisen unbeschadet zu überstehen und eigene Fehler von Kritik fernzuhalten.

Die Entlassung eines erfolgreichen Mitarbeiters ist umso unverständlicher, da bekannt ist, dass Franz Reindl nach noch mehr Macht und Aufmerksamkeit strebt, er will Präsident vom Weltverband IIHF werden, wenn der Schweizer Rene Fasel sein Amt abgibt. In Deutschland wird Reindl verbrannte Erde bzw. geschmolzenes Eis hinterlassen.

Corona und Mercedes dominieren die Formel 1

Eine verrückte Saison der Formel 1 ist am Sonntag in Abu Dhabi zu Ende gegangen. Eine Saison, die anfangs durch die Corona-Pandemie auf der Kippe stand, die mit vier Monaten Verspätung begann und in der nur 17 der vorgesehenen 22 Rennen absolviert wurden. Probleme über Probleme also und doch war es eine der interessantesten Jahre überhaupt. Einfach verrückt. Dominant war neben dem Virus vor allem Mercedes, der König der Königsklasse war Lewis Hamilton, der Bettler dagegen Sebastian Vettel und im Büßergewand des Formel-1-Märchens muss sich Ferrari kleiden. Am Ende ist alles gut ausgegangen, sogar der Feuerunfall von Romain Grosjean in Bahrein. Da wurde selbst der Hinterherfahrer zum Sieger.

Es war ein Kraftakt ohnegleichen, dass die Formel 1 eine reguläre Weltmeisterschaft über die Bühne brachte. Rennen wurden gestrichen, neue Rennstrecken gesucht und gefunden, so wurde doch wieder auf dem Nürburgring gefahren, in Imola, Istanbul und Mugello. Die Formel 1 lebte in einer Blase um Covid-19 abzuwehren, deshalb gab es zum Teil zwei Rennen an einem Standort. Erkrankungen blieben nicht aus, aber die Formel-1-Bosse brachten die Saison über die Bühne, organisierten mehr als die für die WM-Wertung erforderlichen 15 Rennen und konnten damit Fernsehen und Sponsoren vertragsgemäß bedienen.

Der Lohn waren viele interessante Rennen, wobei sich die Überholmanöver vor allem im Feld abspielten, es aber auch Überraschungen mit Außenseitersiegen gab. Pierre Gasly mit dem Alpha Tauri gewann in Monza, Sergio Perez mit Racing Point in Bahrein. Dennoch muss er gehen. So unlogisch kann die Formel 1 auch sein. Keiner kam allerdings an Mercedes und Lewis Hamilton heran. Die Stuttgarter dominierten das Geschehen und Lewis Hamilton schwang sich um Rekordhalter auf. Mit seinem siebten Titel holte der Brite Michael Schumacher ein und kürte sich zum gemeinsam Rekordchampion. Der überragende Fahrer im besten Auto ist einfach eine unschlagbare Kombination. Keiner hatte eine Chance, auch Teamkollege Valtteri Bottas nicht, aber für die Zukunft macht sich am ehesten Max Verstappen mit Red Bull Hoffnungen. Noch hat Hamilton seinen Vertrag bei Mercedes nicht verlängert (im Gegensatz zu Teamchef Toto Wolff), aber er wird sich die Chance, alleiniger Rekordmann zu werden, nicht entgehen lassen. Sollte er über ein Karriereende nachdenken, wird er es verschieben, siegen kann er nur mit Mercedes.

Das genau Gegenteil war die Kombination Ferrari und Vettel. Der Deutsche war (er hat es nur umschrieben, nie deutlich ausgesprochen) mit einer Schrottkiste unterwegs. Vettel wurde zum Jammerlappen („Das Auto funktioniert nicht“) und wurde nach sechs Jahren Zusammenarbeit humorlos abserviert. Bei der Vertragsunterzeichnung waren Titel die Hoffnung, am Ende blieb nur Enttäuschung. Singend verabschiedete sich Vettel bei seinem Team, dies war wohl Ausdruck der Erleichterung („Bin froh, dass es zu Ende ist“). Jetzt hofft er auf bessere Zeiten bei Racing Point, das nun Aston Martin heißen wird. Dort musste Perez gehen, der Sieger von Bahrein. Da werden die Bosse nachdenklich geworden sein, ob sie wirklich die richtige Entscheidung getroffen haben. Sebastian Vettel kann Erfahrung einbringen, aber leistungsmäßig steht er wohl nicht über dem Mexikaner.

Am Ende der Saison gelang der Formel 1 noch der Coup, dass nicht nur in Deutschland die Fans mit Spannung auf das Jahr 2021 schauen. Der frischgebackene Champion der Formel 2, Mick Schumacher, erhält ein Cockpit bei Haas, der Name Schumacher elektrisiert einfach die Branche. Es wird ein langer Weg werden, bis er in die Fußstapfen seines Vaters treten kann, wenn überhaupt einmal. Aber der 21-Jährige tritt zunächst einmal bescheiden auf. „Ich will lernen“, wehrt er ab, vielleicht kann er immer wieder mal Glanzlichter setzen, ansonsten gehört sein Rennstall zu den Kellerkindern. Bis Schumacher sich eingelebt hat, wird vielleicht auch Ferrari wieder auf die Füße kommen, aber das Ferrari-Talent könnte später dennoch bei Mercedes landen, wenn die Erfolgsserie der Dauersieger anhält. Zum siebten Mal beide WM-Titel sind schließlich eine Ansage.

Für die neue Saison gibt es einige Fahrerwechsel, auch das wird spannend werden. Auf ein Cockpit hofft immer noch Nico Hülkenberg, der als Ersatzfahrer für Furore sorgte. Er könnte vielleicht sogar noch den Thailänder Alex Albon, der enttäuschte, bei Red Bull ersetzen und plötzlich in einem möglichen Siegerauto sitzen. Spektakulär die Rückkehr von Ex-Weltmeister Fernando Alonso bei Renault. Die Formel 1 hat also einiges zu bieten, die Rekordzahl von 23 Rennen (ohne Deutschland) sind geplant, am 21. März soll es in Melbourne losgehen. Die Rechnung mit den Terminen wurde allerdings ohne Corona gemacht. Das Virus könnte, wie unser Leben, auch die Formel 1 erneut ausbremsen. Geisterrennen oder nicht, das ist die Frage.

Wachablösung in der Bundesliga?

Was viele Fußball-Fans in Deutschland seit Jahren herbeisehnen, ist im Zeichen der Corona-Pandemie jetzt wohl möglich: In der Bundesliga steht eine Wachablösung bevor, die Bayern könnten den Titel des „ewigen Meisters“ verlieren. Erstmals seit 2014 ist Bayer Leverkusen wieder Tabellenführer, RB Leipzig liegt mit den Bayern gleichauf und der VfL Wolfsburg ist wie Leverkusen immer noch ungeschlagen. Die Bayern haben dagegen müde Beine, haben von den letzten vier Spielen nur eins gewonnen und lagen in den letzten fünf Spielen jeweils mit 0:1 im Rückstand. Das ist keine Bilanz einer Mannschaft, die der Konkurrenz das Fürchten beibringen will. Union Berlin war einer der Nutznießer beim 1:1, das für den Titelverteidiger noch glücklich war. Die Kraft für ein Aufbäumen war wohl nicht vorhanden.

Ob es wirklich zur Wachablösung im Mai kommt, kann nach elf Spieltagen natürlich nicht endgültig beantwortet werden. Die Tücke des Spielplans will es so, dass noch Weihnachten die Weichen für die Bayern gestellt werden. Sie treffen ausgerechnet jetzt auf die beiden noch ungeschlagen Teams, könnten die Serien von Wolfsburg (Mittwoch) und Leverkusen (Samstag, Bayer am Mittwoch in Köln) beenden oder aber am Ende als der große Verlierer dastehen. Im Januar würden sie diese Bewährungsproben lieber angehen, nach einer kleinen Erholungspause und wieder mit dem Mittelfeldstrategen Joshua Kimmich, zumal jetzt vielleicht auch noch Leon Goretzka ausfällt. Das Fehlen des Mittelfeld.Duos Kimmich/Thiago (Wechsel nach Liverpool) wird deutlich. Eine Lösung für Trainer Hansi Flick bietet sich an: Abwehrchef David Alaba könnte er ins Mittelfeld vorziehen (da sieht sich Alaba sowieso), nachdem mit Boateng, Süle und Hernandez alle weiteren Innenverteidiger zur Verfügung stehen. Eine Aufholjagd im Frühjahr ist den Bayern immer zuzutrauen.

Die Erfolgswelle von Leverkusen und Wolfsburg ist schon erstaunlich, beide Klubs erlebten bisher noch kein Leistungstief, vor allem Bayer-Trainer Peter Bosz trotzte dem Verletzungspech und betätigte die Rotation virtuos und mit viel Glück. Wer auch immer zwangsläufig aufs Feld kam zeigte Bestform, so Torjäger Alario, der Neuzugang Schick ersetzen musste, wie auch Leon Bailey, der fast abgeschrieben war und ein erstaunliches Comeback hinlegte. Ähnliches in Leipzig, wo Trainer Julian Nagelsmann ein glückliches Händchen mit der jeweiligen Elf hat. Müdigkeit ist ein Fremdwort. In Wolfsburg gab es Knatsch mit Trainer Oliver Glasner, doch der ging spurlos am Team vorbei. So liest sich die Tabellenspitze mit Leverkusen, München, Leipzig, Wolfsburg im Moment ein bisschen seltsam. Wolfsburg bekommt es aber noch mit Dortmund und Leipzig zu tun.

Dortmund hofft auf Flick-Effekt

Die Parallelen sind ja unübersehbar: Vor einem Jahr verloren die Bayern 1:5 in Frankfurt – und Trainer Niko Kovac musste gehen. Es kam Co-Trainer Hansi Flick und eine Erfolgsstory begann. Jetzt verlor der selbsternannte Titelanwärter Borussia Dortmund 1:5 gegen den VfB Stuttgart – und Trainer Lucien Favre musste gehen. Dortmund hofft jetzt auf den Flick-Effekt und übergab das Kommando dem bisherigen Co-Trainer Edin Terzic. Favre stand schon länger in der Kritik, zu zögerlich sei, zu nachsichtig gegenüber den Spielern, die entsprechend zu oft einen allzu lässigen Auftritt hinlegten. Wie jetzt gegen Stuttgart. Der VfB übrigens hat eine seltsame Bilanz: Noch keinen Heimsieg, dafür noch keine Auswärtsniederlage! Ohne „Gelbe Wand“ der Fans schwächelt auch Dortmund zu Hause, verlor alle fünf Spiele ohne Zuschauer. Terzic soll das Gegenteil von Favre sein, energisch und lebhaft. So soll künftig auch wieder die Mannschaft sein. Noch kann Dortmund oben wieder angreifen.

Der Ruhr-Pott-Rivale Schalke 04 musste am Sonntag einen besonderen Schock hinnehmen. Die Negativerlebnisse reißen nicht ab. Führungsspieler Mark Uth lag in Augsburg nach zehn Minuten bereits bewusstlos am Boden. Ein Kopfballduell mit Uduokhai hatte schwerwiegende Folgen, Uth verlor schon in der Luft das Bewusstsein und knallte noch auf den Fuß von Augsburgs Khedira. Nach zehn Minuten Behandlung auf dem Feld wurde er ins Krankenhaus gebracht, wo er wieder zu Bewusstsein kam und die letzten Minuten sogar am TV anschauen konnte.

Was er sah, war der nächste Schock. Als Schiedsrichter Manuel Gräfe die Schalker befragte, ob sie weiterspielen wollten, bejahten sie und spielten weiter unter dem Motto: „Für Mark Uth“. Nach dem FCA-Führungstreffer, eingeleitet ausgerechnet vom Ex-Schalker Caligiuri, schafften sie die Wende zum 2:1 und in Überzahl sah alles danach aus, dass die Sieglosserie beendet werden könnte. Doch der nächste Schock folgte mit dem Ausgleich der Augsburger zum 2:2 in der Nachspielzeit. Die Beine waren schwer geworden, die Last, „nur kein Tor kriegen“ lähmte sichtlich. Die Sieglosserie bleibt bestehen, 27 Spiele, nur noch vier zum Rekord. Gibt es noch einen Sieg auf den Gabentisch zu Weihnachten? Zwei Heimspiele sind die Chance zur Wende, Freiburg und Bielefeld die Gegner. Im Abstiegskampf muss gegen diese Teams gepunktet werden, es ist doppelt wichtig auch für Trainer Manuel Baum, der in seiner alten Heimat Augsburg gerne glücklichere Momente gehabt hätte.

Für alle Vereine und Spieler gilt aber, noch einmal eine Stresswoche mit zwei Spielen bis Weihnachten, dann gibt es ein paar Tage frei, allerdings nur bis zum 2. Januar. Eine verkürzte Pause haben die Teilnehmer am DFB-Pokal, da steht für den 22./23. Dezember die nächste Runde an.

Nagelsmann trifft auf Klopp

Da hat der frühere Schweizer Torjäger Stephane Chapuisat als „Glücksfee“ bei der Auslosung des Achtelfinales der Champions League aber ein besonderes Händchen gehabt. Er brachte ausgerechnet den RB Leipzig mit dem FC Liverpool zusammen, damit gibt es das Duell der beiden angeblich besten deutschen Trainer Julian Nagelsmann und Jürgen Klopp. Allerdings: Nagelsmann gilt als Mann der Zukunft, Klopp ist der erfolgreiche Platzhirsch. Überhaupt hatte Chapuisat ein Händchen für besondere Paarungen: Borussia Mönchengladbach freut sich auf Pep Guardiola mit Manchester City, bei Bayern München gegen Lazio Rom trifft der beste Torhüter Manuel Neuer auf den besten Torjäger der letzten Saison, Ciro Immobile, bei Barcelona – Paris treffen die Spezls Messi und Neymar aufeinander, Dortmund bekommt es mit dem Champion der Europa League, FC Sevilla, zu tun und außerdem duellieren sich Atletico Madrid und Chelsea London, der FC Porto und Juventus Turin sowie Atalanta Bergamo und Real Madrid. Gespielt wird das Achtelfinale am 16./17. und 23./24 Februar sowie 9./10. und 16./17. März (es werden immer nur je zwei Spiele angesetzt).

In der Europa League dürfen die deutschen Vertreter ebenfalls vom Achtelfinale träumen. In der Zwischenrunde muss im Hinspiel am 18. Februar Bayer Leverkusen zum Schweizer Meister Young Boys Bern reisen, die TSG Hoffenheim nach Norwegen zum Molde FK (Rückspiele am 25. Februar). Beides sind machbare Lose für die Bundesligisten, so dass weiter die Hoffnung besteht, dass endlich mal ein deutscher Verein wieder in der Europa League für Furore sorgt.

Übrigens steht in dieser Woche am Donnerstag noch eine bedeutende Wahl an, der „Fußballer des Jahres“ wird gesucht (dazu auch die Trainer etc., auch bei den Frauen). Im Mittelpunkt steht aber die Frage, ob die Juroren (Spieler, Trainer, Journalisten) mal über ihren Schatten springen können und nicht die üblichen Verdächtigen Cristiano Ronaldo und Leonie Messi wählen, sondern Robert Lewandowski, der mit wichtigen Toren einer der Väter des Bayern-Triples war. Der Pole hätte es verdient.

Mehr zu Joachim Löw und die Rechtevergabe der Bundesliga steht in der nächsten Kolumne „DFB und DFL stellen keine Weichen für die Zukunft“. In dieser Woche folgen noch Blogs zur Formel 1 und dem Start der Deutschen Eishockey Liga.