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Kein Handball-Wunder – Aber Deutschland gehört die Zukunft

Wieder kein Titel für die deutsche Handball-Nationalmannschaft. Natürlich große Enttäuschung, nachdem das Finale gegen Dänemark mit 27:34 verloren ging. Dennoch war die Europameisterschaft in Dänemark, Schweden und Norwegen für das DHB-Team ein Erfolg. Die Dänen zeigten sich erneut als „Übermannschaft“ und halten mit dem Sieg als zweite Mannschaft nach Frankreich 2010 als amtierender Olympiasieger, Weltmeister und nun wieder Europameister aktuell alle Titel. Deutschland war 2007 zuletzt Weltmeister und 2016 Europameister und sehnt sich nach einer Neuauflage. Ein Titelgewinn sollte in absehbarer Zeit Wirklichkeit werden. Dänemark gehört zweifellos die Gegenwart, aber Deutschland die Zukunft.

Optimismus strahlen auch Trainer und Spieler aus. Alfred Gislason (66), immer wieder in der Kritik, aber im Endeffekt erfolgreich, prophezeit der Mannschaft „erfolgreiche acht Jahre, die bevorstehen“. Er könnte sie selbst noch einleiten. Torhüter Andreas Wolff macht schon jetzt eine Kampfankündigung: „Heute hat noch Dänemark gewonnen, in zwei Jahren sind aber wir dran“ und er verweist auf die Weltmeisterschaft im Januar 2027 in Deutschland: „Da spielen wir vor unseren Fans, da ist alles möglich.“ Der Vertrag vom Isländer Gislason läuft bis dahin, er hat eine junge Mannschaft, die bis dahin wieder an Erfahrung gewonnen hat. Nur vier Spieler im EM-Kader waren jenseits der Zwanziger (Wolff 34, Dahmke 32, Zerbe und Kohlbacher 30), dafür waren auch vier U21-Weltmeister dabei, die jetzt schon eine wichtige Rolle spielen (Lichtlein, Fischer, Uscins, Grgic). Aktueller Vorbilder im Team sind Torhüter Wolff, der zum besten Keeper des Turniers gewählt wurde, und Kapitän Johannes Golla, der ebenfalls im All-Star-Team Aufnahme fand. Noch nicht der große Spielmacher war Juri Knorr (25), der zu selten sein großes Können zeigte, aber durchaus auf den Spuren seines Vorbildes wandeln sollte, dem Dänen Mathias Gidsel (26) von den Berliner Füchsen, Welthandballer, MVP des Turniers, der zudem mit 68 Treffern einen neuen EM-Torrekord aufstellte.

Das Interesse für die Handballer in Deutschland war groß, die TV-Einschaltquoten stiegen kontinuierlich und gipfelten in dem Rekord von 12,8 Millionen Zuschauern beim Finale. Allein mit dem Einzug ins Finale sollten die Handballer schon Vorbild für die Fußball-Stars sein, die im Sommer ihre Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko austragen. Das Halbfinale war vorher das erklärte Ziel der DHB-Auswahl, die eine regelrechte „Todesgruppe“ in der Hauptrunde hatte, aber zu großer Form auflief. Das müssen die Schützlinge von Bundestrainer Julian Nagelsmann erst einmal nachmachen und damit Punkte für die „Mannschaft des Jahres“ sammeln. Zuletzt waren dies die Basketballer als Welt- und Europameister.

Bayerns Schwäche, Hoffenheims Stärke, Dortmunds Glück

In der Fußball-Bundesliga herrschte Alltag, doch das Geschehen war keineswegs alltäglich. Die Kräfte an der Spitze haben sich ein bisschen geändert. Die bisher übermächtigen Bayern schwächeln, zwei Spiele ohne Sieg sind eine kleine Krise, der 1:2-Niederlage gegen Augsburg folgte ein 2:2 beim nächsten Abstiegskandidaten HSV. Die Hamburger kämpften mit allen Mitteln schier um ihr Leben, die Münchner waren sichtbar müde. Trainer Vincent Kompany ist froh, dass der Januar mit sieben Spielen in 20 Tagen vorbei ist. „Jetzt geht es mit frischen Kräften wieder von vorne los“, prophezeit er und freut sich über eine ruhige Woche und einen Februar mit nur einer englischen Woche (DFB-Pokal gegen Leipzig). Ob die Bayern wirklich gleich wieder den Faden finden? Zuletzt war es ruhig im Verein, aber jetzt könnte es rund um die verzögerte Vertragsunterschrift von Upamecano wieder Ärger geben.

„Mannschaft der Stunde“ ist die TSG Hoffenheim. Der Januar war ihr Erfolgsmonat, Es gab fünf Siege am Stück, Platz drei ist der Lohn. Torjäger Andrej Kramaric (34) hat großen Anteil daran und jubelt, „das ist die stärkste Mannschaft seit zehn Jahren“. Erstaunlich nach den Querelen im Verein. Aber jetzt folgt die „Stunde der Wahrheit“ für die Bayern und Hoffenheim mit dem direkten Duell am Sonntag (17.30 Uhr). Da können die Dortmunder als Zweite interessiert zuschauen, wenn sie in Wolfsburg gewinnen. Während der Spitzenreiter schwächelt, bietet die Borussia zwar keine Topleistungen an, aber sammelt fleißig Punkte, irgendwie verlässt sie am Ende meist als Sieger das Feld (nur eine Niederlage gegen die Bayern). Auch gegen Schlusslicht Heidenheim stand Dortmund am Rande einer Niederlage oder eines Punktverlustes, doch dann beendete Guirassy auf einmal seine Torflaute und erzielte zwei Treffer. Irgendeiner spielt immer den Retter.

Der Abstiegskampf wird immer härter, Verlierer waren am Tabellenende Schlusslicht Heidenheim und St. Pauli, die langsam den Anschluss verlieren. Mit zwei Siegen haben sich dagegen Mainz und Augsburg (2:1 gegen St. Pauli, Doppeltorschütze Neuzugang Gregoritsch!) nach oben gearbeitet. Vor allem die Rheinhessen ließen mit einem 2:1-Sieg in Leipzig aufhorchen. Dagegen kriselt es bei anderen Klubs, Gladbach, Wolfsburg und Bremen sind wieder mittendrin. Jetzt griff auch Werder zum letzten Mittel der Trainerentlassung, dabei war Horst Steffen nach erfolgreicher Arbeit in Elversberg als großer Hoffnungsträger gekommen. Die nächsten Spieltage bieten jeweils direkte Duelle im Abstiegskampf, früh in der Saison könnte es eine Vorentscheidung geben. Am Wochenende heißen die Duelle Mainz – Augsburg und Heidenheim – HSV, danach folgen HSV – Union und Augsburg – Heidenheim, am 23. Spieltag folgen Mainz – HSV, Wolfsburg – Augsburg und St. Pauli – Bremen. Der HSV hat also noch wichtigere Spiele als gegen die Bayern…

Aber nicht nur bei den Vereinen im Abstiegskampf herrscht schlechte Stimmung, die Not bei Eintracht Frankfurt ist weiterhin groß, sechs Spiele ohne Sieg und der Absturz auf Rang 8 haben Spuren hinterlassen , doch der Retter ist da. Albert Riera heißt der Nachfolger von Dino Toppmöller, Geschäftsführer Markus Krösche hat wieder einmal eine Überraschung parat. Der 43-jährige Spanier ist in Deutschland ein unbekanntes Gesicht, er begann seine Trainerkarriere 2020 bei Galatasaray Istanbul, arbeitete in Ljubljana und Bordeaux und zuletzt bei NK Celje in Slowenien. Riera gilt als Heißsporn und Heißmacher, sei zudem sehr kommunikativ. Der Präsident von Ljublnana lobt ihn: „Albert gewinnt sie alle, die Fans werden ihn lieben.“ Sein Nachteil: Er kennt die Bundesliga nicht.

Die Schiedsrichter kennen die Bundesliga, sie sollten auch die Regeln kennen, haben Unterstützung durch den Video-Assistent und trotzdem gibt es immer wieder Ärger. Am vergangenen Wochenende gab es wieder einige Brennpunkte und Diskussionen um umstrittene Elfmeter. Die Schiedsrichter zeigen sich oft stur und ihr größter Fehler in der Kommunikation ist, dass sie oft nicht selbst vor den Bildschirm gehen. Bei umstrittenen Entscheidungen würden sie zumindest deutlich machen, dass sie die Sache wirklich ernst nehmen, sich die Entscheidung nicht leicht machen. Einfach auf den VAR zu vertrauen geht nicht, zumal auch im Kölner Keller keine einheitliche Linie herrscht, daher rührt auch der Ärger. Verbesserung ist dringend notwendig.

Im Frauen-Fußball war die wichtigste Nachricht, dass der DFB mit Bundestrainer Christian Wück und seinen Assistenttrainerinnen Maren Meinert und Saskia Bartusiak die Verträge vorzeitig bis 2029 verlängert hat. Ihre Arbeit begann 2024, als nächste große Aufgaben warten die Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien, die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles und Heim-EM 2029. Da kann man ihnen nur viel Erfolg wünschen, ein Aufwärtstrend war beim Nationalteam zuletzt ja durchaus erkennbar.

Triumph Englands in der Champions League

Die Liga-Phase in der Champions League hat sich bewährt, die Runde ging beim Kampf um die besten Plätze spannend zu Ende, eine Spannung die in der früheren Gruppenphase fast immer gefehlt hat. Dominiert wurde die CL diesmal von der Premiere League, mit Arsenal stellte sie den Tabellenführer (vor Bayern), fünf Klubs insgesamt siegten sich unter die ersten acht Vereine, die direkt für das Achtelfinale qualifiziert sind. Mit dabei sind auch Barcelona und Sporting Lissabon. Ausgeschieden ist Eintracht Frankfurt, Leverkusen (16.) und Dortmund (17.) müssen in die Play-Offs. Aufgrund ihrer Platzierungen wäre ein deutsches Duell möglich gewesen, das Los vermied das aber. In den Play-Offs trifft Dortmund auf Atalanta Bergamo, Leverkusen auf Piräus. Gespielt wird am 17. und 25. Februar, die Sieger werden dann Arsenal und den Bayern zugelost.

In der Europa League, die Olympique Lyon auf Platz 1 beendete, schaffte Freiburg als Siebter den Sprung unter die besten Acht, Stuttgart muss in die Play-Offs und trifft dort auf Celtic Glasgow. Insgesamt hat sich die Bundesliga gut verkauft und liegt in der UEFA-Rangliste gut im Rennen um den fünften CL-Platz, weil die Konkurrenz aus Spanien und Italien schwächelte (Real 9. der CL).

Der Fußball spielt durch, gerät aber sicherlich in nächster Zeit etwas ins Hintertreffen, denn die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina stehen an. Mehr dazu in einem Blog in dieser Woche.

Warnschüsse für die Bundesliga und die Bayern

Warnungen gehören heute fast schon zum Alltag, egal ob in der Politik oder zum Beispiel beim Wetter. Fast ganz Deutschland stöhnte in diesen Tagen über die Probleme mit Schnee und Eis. Achtung; Nur nicht ausrutschen! Da ist der Fußball natürlich nur eine Nebensache, aber für die Protagonisten, egal ob Verbände, Vereine, Spieler oder Fans halt doch die Hauptsache. Und da gab es für die Spitzenklubs in Deutschland zuletzt auch genügend Warnungen – und Ausrutscher. Für die Bundesliga generell auf europäischer Bühne, für die von Sieg zu Sieg eilenden Bayern auf nationaler Ebene – die erste Niederlage!

Wer hätte das gedacht, mit 2:1 siegte der FC Augsburg bei den Bayern, die bedröppelt vom Platz schlichen, aber vorher unkonzentriert und lustlos wirkten. Die 1:0-Führung zur Pause verbreitete trügerische Sicherheit, legten sie zuletzt doch vor allem in der zweiten Hälfte los. Diesmal hörten sie auf, der FCA dagegen begann. Nach einem Fehler von Neuer-Vertreter Jonas Urbig bei einer Ecke und später generell in der Abwehrreihe ließ sich der FCA nicht zweimal bitten. Held des Tages war Augsburgs Neuzugang Arthur Chaves, die Leihgabe aus Hoffenheim mutierte gleich zur Stütze des Abstiegskandidaten und führte sich mit dem Ausgleichstreffer besonders gut ein. Ironie des Schicksals, 2014 beendeten die Augsburger schon einmal den Bayern-Traum einer ungeschlagenen Saison, als sie in München eine Siegesserie unter Pep Guardiola beendeten, die Bayern standen schon als Meister fest. Jetzt gab es wieder die erste Pleite seit dem 8. März (2:3 in Bochum) nach 27 Spielen ohne Niederlage. In Leverkusen sangen die Fans in Erinnerung an die Rekord-Saison von Bayer 23/24 „ungeschlagen Meister SVB“. Die wichtigsten Aufgaben warten aber erst auf die Augsburger, drei Spiele hintereinander gegen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf, nämlich St. Pauli, Mainz und Heidenheim – in der Hinrunde hat der FCA gegen alle drei verloren!

Die Augsburger sollten Auftrieb haben, die Bayern wieder auf dem Boden der Tatsachen sein. Ohne Fleiß kein Preis heißt es, die laufstärkste Mannschaft der Bundesliga lief diesmal fünf Kilometer weniger als der Gegner. „Wir sind heiß, wir wollen uns rehabilitieren“, hieß es nach der Partie von mehreren Spielern. Die nächste Gelegenheit ist der PSV Eindhoven am Mittwoch in der Champions League dann folgt das Gastspiel am Samstag beim Hamburger SV, für den der besondere Ehrgeiz der Münchner ungelegen kommt. Der Warnschuss sollte bei den Münchnern gesessen haben, zumal danach am Sonntag, 8. Februar, das Spitzenspiel gegen Hoffenheim ansteht.

Apropos Spitze, die Bayern-Niederlage sorgte natürlich für gute Laune bei den „Verfolgern“. Es gibt wieder Hoffnung auf Spannung und vor allem die Dortmunder wagen sich wieder aus der Deckung. „Wir lassen nicht locker, die Bayern müssen ja auch noch zu uns“, heißt es. Das ist am 28. Februar der Fall, aber so überzeugend war der 3:0-Sieg bei Union Berlin auch wieder nicht und die Konstanz ließ die Borussia in den letzten Monaten immer vermissen. Gehört das der Vergangenheit an? Hinter Dortmund tummeln sich die Überraschungsgäste Hoffenheim und Stuttgart auf den CL-Plätzen, Leipzig muss am Dienstag bei St. Pauli im Nachholspiel erst noch Punkte einsammeln, die ansonsten dort Etablierten Leverkusen und Frankfurt sind die Sorgenkinder in der Spitze. Vor allem bei der Eintracht verpuffte die Entlassung von Trainer Dino Toppmüller, sie machte keine neuen Kräfte frei. Gegen Hoffenheim gab es eine bittere Heimniederlage (1:3), seit fünf Spieltagen wartet Frankfurt auf einen Sieg. Da steht ein neuer Trainer vor einer schweren Aufgabe. Auffallend vor allem das Problem bei den Torhütern, Talent Kaua Santos gilt als Nummer 1, verbreitet aber keine Sicherheit, mehr Punkte sammelte man mit Trapp-Nachfolger Michael Zetterer. Das sollte zu denken geben: Die Eintracht ist die „Schießbude der Saison“, 62 Gegentreffer in 28 Pflichtspielen sind Vereinsrekord! Der nächste Gegner ist am Samstag ausgerechnet Bayer Leverkusen.

„Die Sorgen von denen da oben möchten wir gerne haben“, sagen die Teams im Abstiegskampf. Der wird immer heißer und Teams, die schon nach dem Mittelfeld schielten, sind mittendrin. Ein typisches Spiel boten St. Pauli und der HSV im Hamburger Derby, da war keine Brisanz auf dem Feld zu sehen, nur kein Risiko, ein Punkt hilft auch. So gaben die Paulianer die Rote Laterne wieder an Heidenheim ab. Einen wertvollen Sieg errang dagegen Mainz 05, das nach 0:1-Rückstand noch Wolfsburg besiegte. „Spieler des Tages“ war Nadiem Amiri, der nach Krankheit nur als Joker kam und das Blatt wendete, mit haargenauen Eckbällen und einem verwandelten Elfmeter. So ging es wieder ein Stück nach oben auf den Relegationsplatz – Rettung in Sicht. Etwas Luft verschafft hat sich der FCA, aber auch Gladbach, Wolfsburg und Bremen (acht Spiele ohne Sieg, Dienstag noch gegen Hoffenheim) dürfen sich zu den Abstiegskandidaten zählen.

Vom Abstieg zum Aufstieg, davon träumen sie jetzt besonders in Gelsenkirchen. Die Stadt lag die vergangene Woche im Dzeko-Fieber. Schalke 04 gelang ein Coup, dem 39-jährigen Bosnier gefiel der Abstiegskampf in Italien mit dem AC Florenz nicht, lieber steigt er mit Schalke 04 auf. Da will der einstige Bundesliga-Torschützenkönig, der mit Wolfsburg erfolgreich war, gern mithelfen. Für das Tüpfelchen aufs „i“ sorgte er gleich am Sonntag. Als Joker kam der neue Hoffnungsträger aufs Feld, besorgte nach 0:2-Rückstand den Anschluss und leitete den Ausgleich ein. Tabellenführung gerettet, Zuversicht gestiegen. Aber nur nicht übermütig werden, das Ruhrderby in Bochum steht bevor.

Im Mittelpunkt des Fußballs steht aber unter der Woche der Abschluss der Ligenphase in Champions- und Europa-League. In der CL gab es am vorletzten Spieltag Pleiten, nur die Bayern haben mit dem 2:0 gegen Union Saint-Gilloise die Ehre gerettet und einen Platz unter den ersten vier Teams sicher. Das Gegenteil ist für Frankfurt der Fall, die Eintracht verlor bei Qarabag Agdam mit 2:3 und ist mit mageren vier Pünktchen auf Platz 33 ausgeschieden. Dortmund und Leverkusen wollen wenigstens die Play-Offs sichern, wobei Dortmund gegen Inter Mailand sogar noch der Sprung unter die ersten Acht und das Achtelfinale gelingen kann. Dann muss aber eine bessere Leistung als beim desaströsen 0:2 gegen das angeschlagene Tottenham her. Leverkusen verspielte mit einem 0:2 in Piräus das Achtelfinale, sollte sich aber in der Rangliste gegen den Vorletzten Villarreal noch verbessern.

Die Bayern wollen beim PSV Eindhoven für einen glänzenden Abschluss sorgen, ein Unentschieden reicht, um Platz 2 zu sichern und damit hätte man bis ins Halbfinale Heimrecht im jeweiligen Rückspiel. Der Tabellenführer der Niederlande wird vom früheren Bundesliga-Coach Peter Bosz trainiert und unter seinen Fittichen steht mit Paul Wanner der jüngste Bundesligaspieler der Bayern. Allerdings konnte er sich in München nicht durchsetzen, Eindhoven kaufte ihn und Bosz hält große Stück von ihm. Acht Spiele haben die Bayern bisher gegen Eindhoven ausgetragen und nur einmal 1999 verloren. Eindhoven hat bisher acht Punkte gesammelt, allerdings nur ein Heimspiel gewonnen, das allerdings mit 6:2 gegen Neapel. Ein Paukenschlag gelang auch mit einem 4:1-Sieg beim FC Liverpool. Die Bayern sind also gewarnt.

In der Europa League glänzte der SC Freiburg und hat das Achtelfinale sicher, der letzte Gegner Lille SC kämpft dagegen noch um die Play-Offs. Der VfB Stuttgart verpasste mit der 0:2-Niederlage bei AS Rom den Sprung unter die ersten Acht, ein Sieg im letzten Spiel gegen Young Boys Bern ist jetzt Pflicht, um sich die Chancen noch erhalten. Die Play-Offs sind sicher. Aber insgesamt hat die Bundesliga in der Saison-Rangliste viel an Boden verloren, mit diesen Leistungen braucht man nicht von einem fünften Platz für die Champions League träumen.

In Europas Fußball stehen die ersten Entscheidungen an

Bis Weihnachten gibt es im Fußball nur ein Vorgeplänkel oder das Bemühen um eine gute Weichenstellung. Im neuen Jahr geht es erst richtig los, im Frühjahr werden die Titel vergeben, heißt es allgemein. In Europas Fußball stehen jetzt schon die ersten Entscheidungen an, denn in den Spieltagen in dieser und der nächsten Woche geht es um das Weiterkommen in Champions League und Europa League. Die Bundesliga tritt für einige Vereine hierzulande zunächst in den Hintergrund. Die Conference League hat ihre Ligenspiele schon absolviert, da geht es erst im Februar weiter, Mainz ist bereits im Achtelfinale im März.

Die beste Ausgangsposition von allen deutschen Klubs hat Bayern München als Zweiter in der Champions League, die ersten acht Teams qualifizieren sich direkt für das Achtelfinale. Ein Sieg am Mittwoch über Belgiens Meister Union Saint-Gilloise müsste reichen. Auch Borussia Dortmund (Platz 10) schielt noch nach oben, muss aber am Dienstag bei Tabellennachbar Tottenham (11.) antreten und hat am letzten Spieltag, an dem alle am Mittwoch, 28. Januar (21 Uhr) spielen, Inter Mailand (6.) zu Gast. Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt kämpfen noch um den Einzug in die Play-Offs, dazu reicht Platz 24. Bayer ist derzeit oberhalb der Grenze (20.), die Eintracht mit gerade mal vier Pünktchen darunter (Platz 30). Ein Sieg bei Qarabag Agdam (22.) ist also Pflicht, dann kommt Tottenham. Der Trainerwechsel (dazu später mehr) war sicherlich nicht die beste Vorbereitung. Bayer hat es leichter, in Piräus (29.) und gegen Villarreal (35.) sollten die Weichen auf Weiterkommen gestellt werden.

Für die Bayern, die ja die Bundesliga dominieren, ist die Champions League sicherlich der wichtigste Wettbewerb für den Rest der Saison. Hier muss sich die Mannschaft wirklich beweisen, hier gab es mit dem 1:3 bei Tabellenführer Arsenal auch die einzige Niederlage. Auf den ersten Blick sollte Saint-Gilloise keine allzu hohe Hürde darstellen, aber Vorsicht, die Belgier sind auswärtsstark, haben in allen vier Spielen in Deutschland nie verloren! Die Bayern treffen auf einen neuen Gegner (der 72. in der CL), haben gegen zehn von elf Premierengegnern gewonnen, sind seit langer Zeit zu Hause ungeschlagen und wollen ein Jubiläum feiern: Den 250. Sieg in der CL, nur Real Madrid hat mit 308 mehr. Trainer Vincent Kompany hat in der Bundesliga einige Stars immer wieder geschont, in der CL ist die Bestbesetzung angesagt.

Ein Novum gibt es allerdings: Erstmals wird die Südtribüne in der Allianz-Arena leer sein. Die Bayern Ultras haben gegen Sporting Lissabon die Bewährung der UEFA verwirkt und wieder Pyros gezündet. Die Zündelei hat also Konsequenzen, kostet nicht nur viel Geld, sondern der Verband sperrte die Blöcke 114 und 115, der Verein aus Sicherheitsgründen dann die ganze Südtribüne, rund 9000 Fans müssen draußen bleiben. Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen ist auf die Fans sauer: „Das Verhalten ist inakzeptabel, ich hatte damals Angst, dass das Spiel abgebrochen wird. Ein Teil der Fans hat seine eigene Definition von Recht, es ist aber nicht das richtige Recht, es gibt Regeln, die einzuhalten sind.“ Leider ist es so, dass es die unbelehrbaren Anhänger nicht interessiert, überall in der Bundesliga brannten auch am Wochenende die Pyros, es kam zu vielen Spielverzögerungen, Gesundheitsgefährdend für die Spieler bei eisiger Kälte. Auch DFL und DFB müssen endlich durchgreifen und notfalls Teile der Tribünen sperren!

In der Europa League hat der SC Freiburg eine ähnlich gute Ausgangslage wie die Bayern in der CL, als Fünfter ist man auf dem Weg ins Achtelfinale, dazu sollte am Donnerstag ein Sieg gegen Tel Aviv (35.) möglich sein. Der VfB Stuttgart befindet sich an der Grenze (9.), eine Weichenstellung gibt es beim punktgleichen Tabellennachbarn AS Rom (10.).

Frankfurt zog die Notbremse

Auch wenn die Champions League im Mittelpunkt steht, die Bundesliga bleibt die wichtigste Aufgabe für die Vereine. Freilich, das internationale Geschäft ist für viele das Ziel, die Meisterschaft überlässt man fast freiwillig den Bayern. Wenn die Ziele aber gefährdet sind, ziehen die Klubs die Notbremse, ob im Abstiegskampf oder wenn der Erfolg ausbleibt. So hat der einst gefeierte Dino Toppmöller jetzt die Härte des Geschäfts erlebt, nach schwachen Auftritten und fehlenden Siege gab Eintracht Frankfurt am Sonntag die Trennung vom 45-jährigen Trainer bekannt, der auf den Spuren von Vater Klaus wandelte und es sogar länger aushielt. Toppmöller kam aus der Assistentenrolle in München und überzeugte als Cheftrainer und führte Frankfurt erstmals über die Bundesliga in die Champions League. Er wurde auch Leidtragender der Personalpolitik, die besten Spieler wurden mit Gewinn verkauft, aber das klappt nicht auf ewig. Deshalb muss sich Sport-Boss Markus Krösche eine Teilschuld anrechnen lassen. Toppmöller gelang es allerdings nicht, vor allem die Abwehr zu stabilisieren. Das 3:3, jetzt auch in Bremen, wurde fast zum Standardergebnis, vier Spiele lang gab es keinen Sieg und mehr als 39 Gegentreffer hat kein Verein in der BL.Die Ziele des Vereins geraten in Gefahr.

Der Wechsel ist in der CL-Woche äußerst ungünstig, natürlich gibt es gleich Gerüchte, wer Nachfolger werden könnte. Favorit scheint Marco Rose zu sein, der erfolgreich in Leipzig arbeitete, weniger erfolgreich in Dortmund und Gladbach. Es heißt allerdings, er würde gern ins Ausland gehen. Vorerst werden unerfahrende Nachwuchstrainer die Profis anleiten, Dennis Schmitt (32, Trainer der zweiten Mannschaft) und Vereinslegende Alex Meier (43, Trainer der U19).

In Dortmund steht der Trainer nicht zur Debatte, Niko Kovac kann Erfolge vorweisen, aber es ist seltsam, die Borussia ist Zweiter (allerdings elf Punkte Rückstand auf Bayern) und ist in der Champions League gut dabei, nur im Pokal klappte es nicht. Und dennoch wurde man in Dortmund nur selten glücklich, viele Siege gelangen mit Hängen und Würgen, so wirklich überzeugend spielte die Mannschaft nie, zudem gab es immer wieder Ärger mit Spielern. Aber Erfolg heiligt die Mittel, doch sollte man sich nicht darauf verlassen, dass es so bleibt. Erfolge fehlen Bayer Leverkusen, zwei Niederlagen in Folge sind kein guter Start ins neue Jahr. Die Ausfälle konnten nicht verkraftet werden. Ganz anders sieht es bei der TSG Hoffenheim aus, unbeeindruckt von allen Querelen im Klub ist die Mannschaft erfolgreich. Christian Ilzer, auch schon in der Kritik, brachte das Team nach oben, ein Glücksgriff war die Verpflichtung des Niederländers Wouter Burger, der als Ersatz für Anton Stach für gerade mal vier Millionen Euro von Stoke City kam und voll einschlug. Er ist Skorerkönig im Verein und die Leistung lässt sich in der Tabelle ablesen: Rang drei nach dem 1:0-Sieg gegen Bayer! Am Samstag geht es zu einer Art Derby nach Frankfurt…

Die Bayern thronen oben und spielen anscheinend mit ihren Gegnern. Nicht umsonst schlossen sie die Hinrunde mit einem neuen Rekord ab. Leipzig bot dem Rekordmeister eine Halbzeit lang Paroli und hätte höher als 1:0 führen müssen. Das gelang unter anderem deshalb nicht, weil Manuel Neuer bewies, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört. Die Wende kam, als Kompany den formstarken Michael Olise einwechselte, der Leipzig buchstäblich aufmischte. Was deutlich wurde: Kane und Olise sind bei den Bayern nicht zu ersetzen. Das glücklichste Gesicht der Welt hatte aber ein anderer: Jamal Musiala feierte für ein paar Minuten sein Comeback und holte sich gleich einen Skorerpunkt.

Auch die Frauen starten wieder

Die Frauen-Bundesliga gönnte sich eine längere Weihnachtspause als die Männer, doch am kommenden Wochenende geht es wieder los. Auch bei den Frauen dominieren bekanntlich die Bayern, aber nicht so überlegen wie die Männer. Zumindest der VfL Wolfsburg bleibt auf Dauer ein ernsthafter Konkurrent, hat aber auch schon sechs Punkte Rückstand nach 14 Spieltagen. Personell hat sich aber bei den Bayern-Mädchen etwas getan. Torjägerin Lea Schüller saß zuletzt öfters auf der Bank und hat die Konsequenzen gezogen und wechselte zu Manchester United. Mittelfeldstar Georgia Stanway gab zudem ihren Abschied im Sommer bekannt. Die Engländerin wurde eine echte Führungsspielerin, mit den derzeit verletzten Lena Oberdorf und Sarah Zadrazil steht aber Ersatz parat, zudem kam bereits jetzt Spaniens Mittelfeldtalent Bernadette Amanti vom CD Tenerife. Als Schüller-Ersatz haben die Münchnerinnen Stürmerin Edna Imade von Real Sociedad zurückgeholt. Imade wurde im Sommer verpflichtet und ausgeliehen, jetzt wird sie bei den Bayern benötigt. Auch sie hat sich in Spanien in den Vordergrund gespielt. Wie stark die Münchnerinnen zurückkommen, kann ausgerechnet der RB Leipzig am Sonntag (18.30 Uhr) testen, die Frauen wollen dabei wohl besser aussehen als die Männer. Die Wölfinnen haben es leichter, starten bei Schlusslicht Jena. Das Schlagerspiel ist das Duell der Verfolger zwischen Frankfurt und Hoffenheim am Sonntag (15.15 Uhr).

Die Handball-EM ist für Deutschland ein harter Brocken

In der ARD läuft eine Krimiserie mit dem Titel „Harter Brocken“. Sie spielt im Harz mit dem Brocken, einer der bekanntesten Berge in Deutschland, quasi als Wahrzeichen. Sinnbildlich lässt sich das auf die deutsche Handball-Nationalmannschaft übertragen, sie hat bei der Europameisterschaft in Dänemark, Schweden und Norwegen einen Berg an starken Gegnern vor sich, die EM wird also ein harter Brocken. Dennoch träumen Bundestrainer Alfred Gislason und seine Schützlinge von einer Medaille. Das Halbfinale gilt als erstes Ziel.

Die deutsche Mannschaft hat das Glück, dass sie selbst bei einem erfolgreichen Turnier das Quartier nicht wechseln muss. Sie wohnt in Silkeborg, 40 km vom Spielort Herning entfernt. Erster Gegner ist am Donnerstag Österreich, wenn man so will, die leichteste Aufgabe, aber nicht zu unterschätzen. In der Vorrunde folgen Serbien (Samstag) und Spanien (Montag, immer 20.30 Uhr, ARD und ZDF übertragen). Die Europameisterschaft hat ihren eigenen Austragungsmodus, anders als bei der WM gibt es kein Viertelfinale. 24 Nationen sind am Start, in der Gruppe gilt es mindestens Zweiter zu werden, um in die Hauptrunde einzuziehen, dann stehen wieder vier Spiele an, gegen den Gegner aus der eigenen Gruppe wird das Ergebnis mitgenommen. Die beiden Gruppenbesten der Hauptrunde ziehen ins Halbfinale ein. In der Hauptrunde drohen aber Duelle mit Weltmeister Dänemark, Europameister Frankreich, Norwegen und Portugal. Ein harter Brocken also. Die Hauptrunde wird vom 22. bis 28. Januar gespielt, die Halbfinals sind am Freitag, 30. Januar, das Finale findet am Sonntag, 1. Februar (18 Uhr) in Herning statt.

Mit den starken Gegnern muss Deutschland leben, „es ist halt eine Europameisterschaft, da gibt es keine leichten Gegner,“ meint der Bundestrainer lapidar. Zum Unterschied einer Weltmeisterschaft fehlen die Exoten. Europameister war Deutschland zuletzt 2016, also vor zehn Jahren, aus dem damaligen Team sind noch die Kieler Andreas Wolff und Rune Dahmke sowie Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar-Löwen) dabei. Frischer ist der Erfolg bei Olympia 2024 in Paris, da gab es Silber und daran will man anschließen, elf Medaillengewinner gehören dem 18er-Kader an. Mit Tom Kiesler, Miro Schluroff, Mathis Häseler (alle Gummersbach) und Matthes Langloff (Berlin) sind auch vier Turnier-Neulinge dabei. Das Durchschnittsalter der DHB-Auswahl beträgt 26 Jahre. Das die Mannschaft gerüstet ist, zeigte sie in den Testspielen, als Vizeweltmeister Kroatien mit 32:29 und 33:27 geschlagen wurde.

Rückhalt des deutschen Teams sind vor allem die beiden Torhüter, Routinier Andreas Wolff (33) und Talent David Späth (23/Rhein-Neckar-Löwen) sind beide Weltklasse. Vor ihnen steht zudem eine starke Abwehr, „ein Bollwerk“ bezeichnet es Kreisläufer Jannik Kohlbacher. Dass es geordnet und erfolgreich nach Vorne geht, dafür soll Spielmacher Jurri Knorr (25) sorgen, der inzwischen beim dänischen Spitzenklub Aalborg sein Geld verdient. Schwächen sind eher im Angriff und bei der Chancenverwertung zu suchen. Wichtig wäre also, dass sich das Team in einen Flow spielen kann, dann geht bekanntlich einiges von allein.

Die Co-Hausherren aus Dänemark sind die Übermannschaft des EM-Feldes, vier WM-Titel in Folge und Olympia-Gold in Paris sprechen für sich. Jetzt wollen sie endlich Europameister werden. „Sie haben seit 20 Jahren kein Heimspiel verloren“, weiß Alfred Gislason voller Bewunderung und attestiert, „wenn alles normal läuft, sind sie nicht zu schlagen“ „Kopf“ der Mannschaft ist Welthandballer Mathias Gidsel (26) von den Füchsen Berlin. Bei denen wird zudem bald Dika Mem spielen, der Star Frankreichs. Was deutlich macht, dass die deutsche Bundesliga ihrem Ruf als beste Liga der Welt immer wieder verteidigt. Da wäre ein Titelgewinn der Nationalmannschaft passend. Neben Dänemark könnten vor allem Titelverteidiger Frankreich, Vizeweltmeister Kroatien (trotz der Niederlagen in den Testspielen), Schweden, Island, Norwegen oder Gruppengegner Spanien den Weg zu einem Medaillengewinn versperren. Die EM ist halt ein harter Brocken.

Die Bundesliga meldet sich mit Krachern zurück

Die Weihnachtspause war kurz, lange mussten die Fans nicht auf den Restart der Fußball-Bundesliga warten, so dass wohl kaum Entzugserscheinungen aufgekommen sind. Der Start bewies, alle dürfen sich auf die zweite Hälfte der Saison freuen, denn die Bundesliga meldete sich mit Krachern zurück, sportlich, als auch am Rande des Grüns, dass diesmal zum Teil weiß war. Das war nicht neu, geht die Bundesliga wieder los, meldet sich der Winter genau zum Wiederbeginn verspätet an. Der Winter mag die Bundesliga offensichtlich nicht, zwei Spiele mussten ausfallen, im Norden herrschte Wetterchaos, deshalb gab es für St. Pauli und Leipzig sowie Bremen und Hoffenheim eine verlängerte Winterpause.

Schon der Auftakt, das 3:3 von Frankfurt gegen Dortmund, war ein Spektakel mit zwei Treffern in der Nachspielzeit, die für besondere Gefühlswallungen sorgten. Aber späte Tore sind im Fußball fast schon üblich geworden. Die Bayern, Stuttgart und Gladbach legten mit Schützenfesten nach, da rieben sich manche die Augen. Ähnlich im Abstiegskampf bei Mainz und Heidenheim, da waren die Fans und Verantwortlichen wohl den Tränen nahe. Mainz führt bei Union mit 2:0 und dennoch konnte Trainer Urs Fischer mit seiner Mannschaft beim alten Verein keinen Sieg feiern, der im Abstiegskampf so notwendig gewesen wäre, das 2:2 war ärgerlich. Ähnliches in Heidenheim, gegen Köln 2:1 geführt, aber es gab auch nur ein 2:2. Der Spielplan will es so, am Dienstag treffen beide Abstiegskandidaten in Mainz aufeinander. Wird 05 die Rote Laterne los?

Die englische Woche (es endet die Hinrunde, am Wochenende beginnt die Rückrunde) sorgt dafür, dass es kein großes Nachdenken geben wird. Sie beginnt gleich mit dem interessanten Vergleich, Stuttgart erwartet Frankfurt, zwei Aspiranten für die Champions League. Der VfB ist grandios gestartet, zerlegte den Mitkonkurrenten Leverkusen. Zur Halbzeit stand es bereits 4:0 für Stuttgart, vom „besten Fußball“ war die Rede, vor allem die Nationalspieler Deniz Undav und Jamie Leweling trumpften auf und empfahlen sich nachhaltig für Bundestrainer Julian Nagelsmann. Andererseits: Muss man sich Sorgen um Leverkusen machen? Tatsache ist, der Afrika Cup riss Lücken und auch Torjäger Schick fehlte. Vier Tore erzielte auch Borussia Mönchengladbach im wichtigen Spiel um den Klassenerhalt gegen Augsburg und hat sich durch das 4:0 erst einmal Luft verschafft, da tritt Ruhe ein. Anders die Stimmung beim FCA, spielerisch gefällig, aber ungefährlich und bedenklich: Der große Kampfgeist fehlte. Sind sich die Spieler der Gefahr gar nicht bewusst? Eine schwere Aufgabe für den neuen Trainer Manuel Baum.

Solche Sorgen kennen sie bei den Bayern nicht. Sie brauchten zwar gegen „Lieblingsgegner“ Wolfsburg (27 Niederlagen und 2 Remis in München) eine Halbzeit Anlaufzeit, doch dann hagelte es Tore gegen die überforderten Niedersachsen, die beim 8:1 auch zu zwei Eigentore quasi gezwungen wurden. Vor allem die Flügelzange Olise und Diaz trumpfte auf und Torjäger Harry Kane steuerte ein Traumtor exakt in den Winkel bei. 63 Tore in 16 Spielen haben die Bayern jetzt erzielt, elf Punkte Vorsprung auf Dortmund sind die Folge. Das gab es noch nie. Da liegt ein neuer Torrekord in der Luft (bisher 101 von den Bayern), die Rückrunde beginnt am Samstag beim Tabellendritten Leipzig, Erinnerung daran: Zum Saisonstart setzten die Bayern ein Zeichen beim 6:0. Tore satt also, aber zunächst auch eine Menge Anstrengung, sieben Spiele sind im Januar zu bewältigen. Am Mittwoch geht es aber erst einmal zu den gebeutelten Kölnern, die seit sieben Spielen den süßen Geschmack eines Sieges nicht mehr genießen konnten. An Trainer Lukas Kwasniok üben die Fans bereits Kritik, nach einem fulminanten Start in die Saison wurde er noch gefeiert – so schnell geht es in der Bundesliga.

In Dortmund gibt es keine Kritik am Trainer, warum auch, Niko Kovac führte die Mannschaft immerhin auf Platz zwei, mehr ist im Moment gegen die „Überbayern“ nicht drin. Im Gegensatz zu Kane hat der Borussia-Torjäger allerdings Ladehemmung: Serhou Guirassy traf seit dem 31. Oktober (1:0 in Augsburg) nicht mehr. Er wirkt manchmal auffallend teilnahmslos, ist er mit seinen Gedanken bei einem neuen Verein? Kein Geheimnis: Der Torjäger will um Titel spielen, er wird seit Monaten auf dem Markt in Europa und Saudi-Arabien angeboten. Jetzt könnte er aber seinen Stammplatz verlieren, Neuzugang Fabio Silva macht den besseren Eindruck, „er hat nach seiner Einwechslung Betrieb gemacht,“ lobte Kovac. Problem: Sitzt Guirassy auf der Bank, fällt sein Wert. Frankfurt war da glücklicher, Neuzugang Younes Ebnoutalib hat sich gleich mit einem Tor eingeführt. „Er war eine Verstärkung für uns,“ lobte Trainer Dino Toppmöller. Der Spieler, vom SV Elversberg aus der zweiten Liga gekommen, aber gestand: „Ich war ganz schön nervös“.

Neben den Spielern standen auch gleich wieder die Schiedsrichter im Mittelpunkt, das bleibt uns also weiter nicht erspart. Allerdings muss eine gewisse Härte hingenommen werden, so schimpften die Augsburger zu unrecht über einen harten Einsatz von Gladbachs Torschützen Tabakovic gegen Torhüter Dahmen. Anders der HSV, besonders bitter, die 1:2-Niederlage in Freiburg war zu einem großen Teil dem schwachen Schiedsrichter Timo Gerach geschuldet. Der Siegtreffer von Matanovic hätte nicht zählen dürfen, weil dem ein klares Foul an Torunarigha voran ging. Unverständlich, dass da der VAR nicht eingriff. Und Rekord-Rot war ebenfalls nicht in Ordnung, Elfadli flog nach einer kleinen Berühung des Gegners im Strafraum mit Gelb vom Platz, der Elfmeter war eine harte Entscheidung. Falsch aber war eine frühere Verwarnung und deshalb war es schon der sechste Platzverweis für den Aufsteiger! Es könnte eine folgenschwere Niederlage der Hamburger im Abstiegskampf gewesen sein.

DFB hat WM-Quartier gefunden

Was uns bis zur endgültigen Nennung des Aufgebotes ebenfalls begleiten wird, ist die Diskussion um den WM-Kader. Immer wieder werden Kandidaten offeriert nach dem Motto „der muss mit“. Man hat den Eindruck, es gibt mehr Experten als Spieler, Bundestrainer Nagelsmann kann aber keine 40 Mann nominieren. Eine Entscheidung ist aber bereits gefallen, die Mannschaft wird bei der Weltmeisterschaft im Sommer in North Carolina, im Hotel „The Graylyn Estate“ residieren, das einer alten Burg ähnelt. Vom eine Stunde Fahrzeit entfernten Flughafen von Charlotte will man zu den Spielen fliegen. Besonders angetan haben Julian Nagelsmann die guten Voraussetzungen für das Training, mit einem Schwimmbecken mit Gegenstromanlage und Laufband im Wasser. „Das haben nur Top-Top-Vereine“ schwärmt der Trainer von den Verhältnisse in der naheliegenden Uni. Zu den drei bestens gepflegten Trainingsplätzen können die Spieler in zehn Minuten radeln. Das Gelände des Hotels erinnert die Verantwortlichen an den „Homeground“ von Adidas in Herzogenaurach. Die Mannschaft kann sich hier also heimisch fühlen.

Eins wollen wir nicht vergessen, am kommenden Wochenende startet auch die 2. Bundesliga in ihre Rückrunde. Die größte Aufmerksamkeit gilt dem Schlagerspiel Hertha BSC – Schalke 04 am Samstag (20.30 Uhr). Besonders wichtig für die Berliner, dass sie gut starten, sonst schwinden die großen Chancen auf die Rückkehr in die Bundesliga.

Vor einer noch größeren Aufgabe steht die Handball-Nationalmannschaft, da beginnt am Donnerstag die Europameisterschaft. Mehr zu diesem Turnier in Dänemark, Schweden und Norwegen im Laufe der Woche.

Die Bundesliga kehrt zurück: Jetzt geht es erst richtig los!

Die Winterpause war kurz in diesem Jahr, bedingt durch den vollen internationalen Terminkalender mit der ersten überdimensionierten Klub-WM im Sommer und vor der XXL-Weltmeisterschaft in diesem Jahr. So hatte die Fußball-Bundesliga eher nur eine kleine Weihnachtspause, immerhin aber eine Erholungsphase im Gegensatz zur internationalen Konkurrenz, vor allem in England, wo in dieser Zeit Hochbetrieb herrscht. Harry Kane genoss das zum Beispiel, sein Motto hieß „nichts wie ab mit der Familie in die Karibik“.

Doch jetzt wird wieder trainiert, die Bundesliga ist zurück, am kommenden Wochenende geht es wieder los. Eigentlich geht es jetzt erst richtig los. Der Herbst bis Weihnachten ist nur eine Art Vorspiel für die Zeit der Entscheidungen ab Januar mit den Höhepunkten im Frühjahr, wenn es wirklich um die Titel geht bzw. um die bittere Wahrheit in Sachen Abstieg. So gilt es in diesen Tagen die Weichen für eine bessere Zukunft zu stellen, wenn die Herbstbilanz mäßig ausfiel. Wer hinten steht, schaut eher nach Hilfe, wer oben steht, schaut, das es möglichst so bleibt.

Diesbezüglich möchte man meinen, dass die Bayern nur mit einem Auge auf die Bundesliga gucken, bei neun Punkten Vorsprung und der weitaus besten Tordifferenz ist die BL fast ein sanftes Ruhekissen. Der DFB-Pokal soll aber endlich wieder in der eigenen Vitrine stehen und eine erfolgreiche Champions League wäre die Krönung. Auch Harry Kane weiß: „Abgerechnet wird am Schluss, im Frühjahr geht es um die Titel“. Wie überlegen aber die Münchner in der Bundesliga sind, macht auch ein Blick auf die aktuelle Rangliste der Fachzeitung kicker deutlich, die im Winter und Sommer die BL-Spieler einordnet. Erste Bilanz: Nur bei den Torhütern sind die Bayern nicht vorn (Kobel/Dortmund, Neuer Achter), aber Dayot Upamecano ist bester Innenverteidiger vor Nico Schlotterbeck (Dortmund), Konrad Laimer Nummer 1 der defensiven Außenverteidiger vor David Raum (Leipzig) und Joshua Kimmich als Bester im defensiven Mittelfeld vor Aleix Garcia (Leverkusen). Zudem sind nach Einschätzung der Fachzeitung nur Harry Kane und Michael Olise als Spieler von Weltklasse einzustufen. Die Bayern vorn, das ist Alltag in der Bundesliga.

Ginge es allein um die Meisterschaft, wäre Langeweile angesagt. Aber es erweist sich als Glücksfall, dass es seit Jahren auch um die internationalen Plätze geht und der Kampf um den Klassenerhalt bleibt eigentlich jedes Jahr interessant. Wer sich schließlich rettet, feiert diesen Erfolg wie eine Meisterschaft. Zur Erinnerung: Schlusslicht ist Mainz 05 mit nur einem Sieg und acht Punkten, Heidenheim (11) steht auf dem zweiten Abstiegsplatz, St. Pauli (12) müsste in die Relegation, in der engeren Gefahrenzone befinden sich aber auch Augsburg (14) und Wolfsburg (15). Die nachfolgenden HSV, Gladbach und Köln sollten sich mit 16 Punkten nicht zu sicher fühlen.

Wer unten steht, trachtet natürlich besonders nach Verstärkungen. So holte sich Mainz einen Mann, der Tore schießen soll, es zuletzt allerdings kaum tun konnte, weil er in Augsburg mehr oder weniger nur Joker war und deshalb nur einmal traf. Das soll für Philipp Tietz in Mainz anders aussehen. Der FCA kassierte zwar vier Millionen Euro, aber einen Stürmer gerade zu einem Konkurrenten gehen lassen… Wenn Tietz wirklich trifft, kann es zum Bumerang werden. Die Augsburger haben auch reagiert, zunächst Yannik Keitel aus Stuttgart ausgeliehen, um eine Lücke im Mittelfeld zu schließen und ein alter Bekannter könnte Tietz ersetzen, im Gespräch ist Österreichs Held der WM-Qualifikation, Michael Gregoritsch, der vor dreieinhalb Jahren Augsburg verließ und zuletzt in Dänemark bei Bröndy IF tätig war, am Ende aber auch meist auf der Bank landete. Andere Sorgen hat man beim HSV, wo man zwar auch Verstärkungen sucht, aber zunächst andere Probleme lösen muss. So bat überraschend Sportvorstand Stefan Kuntz aus familiären Gründen um die Auflösung seines Vertrages. Er hat gute Arbeit geleistet, war aber bei seinen Kollegen nicht unumstritten. Ein ganz anderes Problem schuf Torhüter Daniel Peretz. Er hat es satt hat, nur auf der Bank zu sitzen, kam er doch mit der Aussicht auf die Rolle der Nummer 1 nach Hamburg. Jetzt sagte Israels Natinaltorhüter, „ich kann mit der Mannschaft nicht mehr trainieren“ und blieb dem Training fern. Mit dem FC Southampton in England hat er einen neuen Verein, die Bayern als Arbeitgeber sind mit dieser Leihe einverstanden, der HSV allerdings kann dies ohne Ersatz nicht machen. Nur mit zwei jungen Torhütern auf der Bank ist das Risiko zu groß.

Das neue Jahr beginnt mit den letzten zwei Spieltagen der Hinrunde und sofort mit einer englischen Woche. Die Rückrunde beginnt gleich anschließend vom 16. – 18. Januar. Start ist am Freitag mit dem Schlager Frankfurt – Dortmund, beim Topspiel am Samstag stehen sich mit Leverkusen und Stuttgart zwei weitere „‚Bayern-Verfolger“ gegenüber. Die Bayern selbst haben Wolfsburg zu Gast und müssen zum Abschluss der Hinrunde nach Köln. Zwei Teams aus dem erweiterten Keller also. Dort wird es füt Mainz nicht leicht, bei Union Berlin zu punkten, danach kommt es aber zum direkten Kellerduell gegen Heidenheim. Der FCH hat schon am Samstag ein wichtiges Spiel gegen Köln und kämpft dabei um den Anschluss. Für die Klubs davor geht es vor der Rückrunde darum, den Anschluss nach oben nicht zu verlieren. St. Pauli hat es gegen Leipzig und in Wolfsburg besonders schwer, der FCA muss in Gladbach ran und trifft auf Union. Der HSV wird es in Freiburg und gegen Leverkusen auch schwer haben, zu punkten. Vielleicht heißt es danach „das neue Jahr fängt ja gut an“, die einen meinen es positiv, die anderen sarkastisch…

Die 2. Bundesliga hat im Sommer das Privileg, ihre Saison vor dem Oberhaus beginnen zu können, um mit alleinigen Spieltagen mehr Aufmerksamkeit zu haben. Das geht bei der kurzen Pause nicht, dafür darf das Unterhaus erst eine Woche später beginnen. Das Interesse richtet sich natürlich auf die möglichen Aufsteiger. Schalke 04 ist überraschend Tabellenführer und wäre oben herzlich willkommen. Anders der Zweite, SV Elversberg, der mit drei Zählern Abstand folgt und auch im Vorjahr schon an der Bundesliga schnupperte. Die Bundesliga lechzt aber nach attraktiven Aufsteigern, das wäre wohl die Nächstplatzierten Darmstadt und Paderborn nicht, eher Hannover, Hertha BSC oder Kaiserslautern und Nürnberg, die liegen aber weiter zurück. Letzter wiederum ist Neuling Dynamo Dresden, wo man glücklich über den Aufstieg war, viele fänden es schade, wenn es nur ein kurzes Gastspiel wäre.

Auf die Nationalmannschaft müssen die Fans noch bis zum März warten. Da beginnt der Reigen der Testspiele in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko am 27. März in der Schweiz. Diesen Termin haben vor allem die WM-Kandidaten im Visier und so gab es in der Pause interessante Wechsel. Um ihre WM-Chance zu wahren, müssen die Kandidaten natürlich spielen können, damit sie sich überhaupt Bundestrainer Julian Nagelsmann empfehlen können. Sorgen diesbezüglich hatte vor allem Pascal Groß bei Borussia Dortmund, wo er zuletzt meist nur auf der Bank saß, deshalb ging es zurück zu seinem alten Verein Brighton in der Premier League. Niclas Füllkrug wiederum verließ England, weil er bei West Ham nicht glücklich wurde, heuerte deshalb beim AC Mailand an und bekam gleich die ersten Spielminuten. Sollte er seine alte Treffsicherheit wiederfinden, wäre auch Nagelsmann glücklich. Andere Sorgen hat er bei den Torhütern. Die jahrelange Nummer 1 Manuel Neuer ist kein Thema mehr, sein erkorener Nachfolger ter Stegen war lange verletzt und will nun Barcelona verlassen, damit er mit Spielpraxis auf den WM-Zug aufspringen kann. Einziger Torhüter in Form ist also Oliver Baumann, die aktuelle Nummer 1, ein Warnzeichen für die Spieler und den Bundestrainer, dass der kicker in seiner Rangliste der Besten die Anwärter auf einen WM-Platz hinter Baumann und vielleicht ter Stegen, nämlich Nübel, Dahmen und Atubolu nicht unter den aktuell stärksten Torhütern der Bundesliga aufführt!

Aber bis zum März bzw. Mai wird sich im deutschen Fußball noch viel tun. Lassen wir uns überraschen.

Große Momente 2025 und ein Super-Sportjahr 2026

Der Jahreswechsel ist immer die Zeit, zurückzuschauen, aber auch vorauszuschauen. Das ist privat so, beruflich, aber natürlich auch im Sport. Nicht an alles kann oder muss man sich erinnern, einige Highlights aber bleiben natürlich im Gedächtnis. Gleichzeitig schaut man beim Jahreswechsel voraus, was wird das neue Jahr bringen? Was den Sport angeht, wird es ein tolles Jahr, alle vier Jahre gibt es ein Super-Sportjahr mit Olympischen Winterspielen und der Fußball-Weltmeisterschaft. Hier ein kleiner Rückblick auf die großen Momente 2025 und ein Ausblick auf 2026.

Wenn man die großen Sieger 2025 sucht, dann hilft ein Blick auf die Wahl der Sportler des Jahres, die Gewinner haben Großartiges geleistet. So die Biathletin Franziska Preuß, deren Karriere immer wieder durch Erkrankungen beeinträchtigt wurde, die aber 2025 ihren Höhepunkt erlebte und erstmals Weltcupsiegerin wurde. Zehnkämpfer Leo Neugebauer musste bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Tokio beim abschließenden 1500-m-Lauf die letzten Kraftreserven für seinen ersten WM-Titel mobilisieren, kraftlos saß er danach sogar im Rollstuhl. Er war Deutschlands einziger Weltmeister. Die Basketball-Nationalmannschaft setzte ihre Erfolgsserie fort, der Weltmeister wurde auch Europameister, das war noch spektakulärer als der Titel der Hockey-Nationalmannschaft.

Besondere Titelgewinne gab es auch im nationalen Mannschaftssport. Nun werden viele sagen, eine Meisterschaft ist für Bayern München nichts Außergewöhnliches, eher Gewohnheitssache, wenn man zum 34. Mal vorne lag. Aber nach elf Siegen in Folge wurden die Münchner 2024 von Bayer Leverkusen entthront, da war die „Wiedergutmachung“ schon etwas anderes. Einer feierte dabei seine erste Meisterschaft, nach der er buchstäblich lechzte: Englands Superstar Harry Kane, der mit Tottenham nichts gewinnen konnte und extra zu den Bayern wechselte, weil die als Seriensieger bekannt sind. Doch in seinem ersten Jahr in München ging er leer aus, umso mehr feierte er 2025 und das soll sich im nächsten Jahr fortsetzen. Ihren ersten Titel holten auch die Füchse Berlin im Handball und feierten entsprechend, in einem anderen Wettbewerb mussten sie dem SC Magdeburg den Vortritt lassen, der im Finale der Champions League gegen die Füchse gewann. Wie eine Meisterschaft feierte der Hamburger SV seine Rückkehr in die Fußball-Bundesliga. Sieben Jahre des Wartens hatten endlich ihr Ende, das war fast schon mehr als ein Titelgewinn. Das Ziel für 2026 ist klar, da muss der Klassenerhalt gelingen. Ein sofortiger Wiederabstieg wäre fast eine Katastrophe.

Es geht aber nicht nur um Titelgewinne, es tat sich auch sonst Bemerkenswertes. Bei drei Fußball-Stars kam immer der Name Bayern München ins Gespräch. Natürlich bei Thomas Müller, der am 10. Mai seinen Abschied von den Bayern nahm, wo er keinen Vertrag mehr bekam. Nach dem 355. Heimspiel seiner Karriere wurde er von den Fans gefeiert und ebenso wenig später, als er in Vancouver auftauchte. In Kanada bei den Whitecaps will er noch ein bisschen mitmischen und führte den neuen Verein gleich wieder zu Titeln. Hier der Abgang, dort gelangen den Bayern die Neueinkäufe nicht. Sie bemühten sich sowohl um Florian Wirtz, als auch um Nick Woltemade, doch jeweils war die Premiere League attraktiver. Liverpool und Newcastle United legten 150 bzw. 75 Millionen Euro hin, die die Bayern nicht zahlen wollten. Wirtz wird wohl manchmal gezweifelt haben, ob sein Schritt richtig war (erzielte am Wochenende sein erster Tor!), Woltemade war gleich mittendrin und nicht nur dabei.

Viele Sportler haben ihre Karriere beendet und wir werden sie vermissen, Timo Boll, das Tischtennis-Ass zum Beispiel oder Tennis-Weltstar Rafael Nadal. Andere Sportler vermissen wir, weil sie von uns gegangen sind. Besonders schmerzhaft, wenn der Tod im jungen Alter zuschlägt, so verunglückte die Ex-Biathletin Laura Dahlmeier mit 31 Jahren beim Klettern in Pakistan am 6096 m hohen Laila Peak. Die Berge waren ihre Liebe, das Klettern ihre Leidenschaft. Besonders tragisch auch der Tod von Portugals Nationalspieler Diogo Jota (28) vom FC Liverpool, der bei einem Autounfall zusammen mit seinem Bruder André starb. Gestorben sind auch ehemalige Sportgrößen wie George Foreman (76), Nikola Pilic (86), Werner Lorant (76), Hulk Hogan (71) oder Jochen Mass (78).

2026 hat viele Höhepunkte

Keine traurigen Gedanken mehr, freuen wir uns auf viele Höhepunkte im neuen Jahr. Das verbindende Element ist immer die Vierschanzentournee, die am Montag in Oberstdorf beginnt (siehe der nächste Blog „Das Warten auf den idealen Sprung“) und im neuen Jahr in Bischofshofen endet. Im Mittelpunkt dürfte im Januar aber die Handball-Europameisterschaft der Männer in Dänemark, Schweden und Norwegen vom 15. Januar bis 1. Februar stehen. Deutschland träumt vom Finale. Oberstdorf sieht vom 22. bis 25. Januar zudem die Skiflug-WM.

Im Februar schaut natürlich alles auf die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo in Italien (6. – 22.2.). Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass auch die deutschen Athleten von Medaillen träumen dürfen, vor allem im Eiskanal bei Bob und Rodeln. Im März beginnt die neue Saison der Formel 1 (8.3. in Melbourne), die besonders zu werden verspricht, weil ein neues technisches Reglement fast alles auf Null stellt. Im April horchen erstmals auch die Golfer auf, die Saison der großen Turniere beginnt am 9. 4. in Augusta (USA). Der Mai ist der Monat der Fußball-Finals (die Bundesliga endet, Pokalendspiele der Männer und Frauen, am 30.5. Finale Champions League). Auch nach Olympia lassen sich die Eishockey-Cracks ihre WM nicht nehmen, vom 15. – 31. 5. werden sie in der Schweiz aber ein bisschen schwitzen müssen.

Im Juni geht es fast nur um Fußball, die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada steht an (11. 6. – 19.7.). Hoffentlich wird das Turnier angenehmer als die WM-Auslosung mit dem narzistischen Gehabe von US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino ein Tiefpunkt des Sportjahres 2025. Während die Fußball-WM läuft, startet Wimbledon, das Mekka des Tennis (29.6. – 12.7.) und steigen die Rad-Asse auf ihre Rennräder für die Tour de France (4. – 26..7.). Im August wird die Leichtathletik-EM in Birmingham die Fans begeistern (10. – 16.8.) und bei der WM der Rhythmischen Gymnastik in Frankfurt (12. – 16.8.) träumt Darja Varfolomeev wieder von einem Medaillensegen für Deutschland, im Vorjahr holte sie fünf Titel!. Nicht vergessen: Die Fußball-Bundesliga startet auch wieder (28.8.).

Langsam geht es wieder auf den Winter zu, aber im September gibt es zum Beispiel noch die Basketball-EM der Frauen in Berlin (4.-13.9.) oder die Straßen-WM der Radler in Montreal (20. -27.9.). Im Oktober schauen viele nicht nach Schnee, sondern in die Wärme, zum Ironman im Triathlon auf Hawaii (10.10.). Aber der nächste Winter kommt bestimmt. Die alpine Skisaison beginnt traditionell Ende Oktober auf dem Gletscher in Sölden, im November geht es in Skandinavien und Nordamerika weiter. Biathlon beginnt Ende November oder Anfang Dezember, der ewige Ablauf eines Sportjahres.

Freuen wir uns also auf das Sportjahr 2026, auf den großen Sport mit viel Spaß und Spannung, mit Siegen und Niederlagen und hoffen wir, dass wir von großen Skandalen verschont bleiben. Nur fairer Sport macht wirklich Spaß!

Viel Spaß und alles Gute für 2026 wünscht der Sport-Grantler seinen Leserinnen und Lesern wo auch immer sie auf der ganzen Welt wohnen!

Das Warten auf den idealen Sprung

Im Wintersport hat Biathlon, was die Einschaltquoten im Fernsehen angeht, die Nase vorn. Die Zuschauerzahlen sind gleichmäßig immer besser als von allen anderen Wettbewerben auf Schnee oder Eis. Nur eine Ausnahme gibt es: Zum Jahreswechsel interessiert sich ein großer Teil des gesamten Landes für die Skispringer. Die Vierschanzentournee gehört immer zu den sportlichen Highlights eines Jahres und sorgt für Rekordquoten. Das wird in diesem Jahr nicht anders sein, noch besser wäre es, wenn die deutschen Skispringer um den Sieg mitspringen könnten. Die Sport-Nation lechzt geradezu nach einem deutschen Tourneesieger, den es zuletzt mit Sven Hannawald 2002 gab. Auch in diesem Jahr sind die Favoriten andere, im DSV-Team sind sie nicht zu finden. So bleibt nur das Warten auf den idealen Sprung bzw. idealen Wettbewerb.

Die diesjährige Tournee, die am Montag (16.30 Uhr) in Oberstdorf beginnt, dann nach Garmisch-Partenkirchen (Neujahr 14 Uhr) und Innsbruck (4. Januar, 13.30 Uhr) geht und am 6. Januar (16.30 Uhr) in Bischofshofen endet, steht aber noch unter einem anderen besonderen Vorzeichen: Bundestrainer Stefan Horngacher wird nach der Saison seine Arbeit beim DSV beenden. Am Liebsten natürlich mit einem großen Sieg, der ihm in sieben Jahren verwehrt blieb. 2006 kam der Tiroler erstmals zum DSV, war Stützpunkttrainer in Hinterzarten, Heimtrainer von Martin Schmitt und später Assistent von Bundestrainer Werner Schuster. Größter Erfolg war der Team-Olympiasieg 2014 in Sotschi. 2017 wurde er Cheftrainer in Polen und räumte ab, WM-Titel mit dem Team 2017 und 2019, Kamil Stoch führte er zum Olympiasieg 2018 in Pyoengchang, zum Vierschanzentourneesieg 2017 und 2018 sowie zum Gesamtweltcupsieg 2018. Im Frühjahr 2019 wechselte der heute 58-Jährige wieder zum DSV, ähnliche Erfolgsserien blieben ihm verwehrt, es blieb einzig der Titel des Skiflug-Weltmeisters für Karl Geiger 2020. Nach dieser Saison will er sich ganz in seine neue Heimat Titisee-Neustadt zurückziehen und vor allem Zeit für die Familie haben.

Aber zunächst warten noch große Aufgaben, nach der Tournee noch die Skiflug-WM in Oberstdorf, und Olympia. Dort schließt sich für ihn ein Kreis, seine Karriere hatte 1991 als Springer auf der Schanze von Predazzo begonnen, mit Österreich wurde er gleich Teamweltmeister. In Predazzo werden auch die Olympia-Medaillen vergeben. Ein Happy-End wäre es, wenn ein deutscher Springer zum Medaillengewinn springen würde. Auch hier: Warten auf den idealen Sprung!

Zunächst aber die Vierschanzentournee. Im Vorfeld gab es Unruhe im deutschen Lager, denn die Vorzeigespringer Karl Geiger und Andreas Wellinger wurden zu Hinterherhüpfern. Die Umstellung auf engere Anzüge mit weniger Flugfläche behagte ihnen nicht, auch im Absprung hapert es. „Springen ist etwas Besonderes, kleinste Fehler bringen das Flugsystem durcheinander,“ sagen Fachleute. Horngacher nahm seine Asse aus dem Weltcup und ließ sie extra für die Tournee trainieren. Einen festen Startplatz sicherte er ihnen zu, die Formkurve geht angeblich nach oben. Neue Hoffnungsträger gibt es aber, sie heißen Philipp Raimund (25) aus Oberstdorf und Felix Hoffmann (28), ein Spätstarter aus Suhl. Sie mischen in dieser Saison in der Weltspitze mit, belegen die Plätze vier und fünf in der Weltcupgesamtwertung. Vor einem Jahr kam mit Pius Paschke ein Mannschaftskollege mit noch besserem Gefühl nach Oberstdorf, er mischte den Weltcup auf, doch die Siegesserie riss zu früh, in der Tournee waren andere vorn.

Die Deutschen befürchten, dass auch in diesem Jahr wieder andere vorn sein werden. Hoher Favorit ist Doman Prevc, der 26-jährige Slowene gewann in dieser Saison schon vier Springen und führt die Gesamtwertung an. Er möchte es seinem Bruder Peter nachmachen, der 2015/16 Tourneesieger war. Schwester Nika ist übrigens die überragende Springerin bei den Frauen. Prevcs größter Konkurrent könnte Ryoyu Kobayashi sein, der 29 Jahre alte Japaner hat sein Formtief überwunden, gewann die Generalprobe in Engelberg und ist Zweiter im Weltcup. Er weiß, wie sich ein Tourneesieg anfühlt, als erst dritter Springer konnte er nach Sven Hannawald und Kamil Stoch bei der Tournee 2918/19 alle vier Springen gewinnen. Es folgten Triumphe 21/22 und 23/24, hier eine Besonderheit, denn in jedem Springen landete er auf Platz 2! Ja, und dann gibt es noch die Österreicher, die sind immer für den Gesamtsieg gut, Daniel Tschofenig ist der Titelverteidiger, er war damals der Aufsteiger des Jahres. Zu den Favoriten gehört aber vor allem auch Stefan Kraft, der zur Tournee meist seine Bestform findet.

Die Frauen dürfen Hoffnung haben

Auch im Skispringen sind die Frauen benachteiligt und springen im wahrsten Sinne des Wortes hinterher. Wie in anderen Sportarten auch, lechzen die Springerinnen nach Gleichberechtigung, zum Beispiel finanziell. Ihr Traum von einer eigenen Vierschanzentournee soll aber bald in Erfüllung gehen, sie dürfen Hoffnung haben. Die Schanze in Innsbruck bekommt endlich Flutlicht und so ist pünktlich zum 75. Jubiläum der Tournee 12026/27 erstmals für die Frauen eine Vierschanzentournee geplant. Wie der Ablauf sein wird, darüber wird noch diskutiert. In diesem Jahr bleibt es bei der sogenannten Two-Nights-Tour, gesprungen wird an Silvester in Garmisch-Partenkirchen (12.50 Uhr) und an Neujahr Oberstdorf (16.05 Uhr). Geht es nach dem Weltcup, steht mit Nika Prvec (Slowenien, siehe oben) die Pokalgewinnerin fest. Härteste Konkurrentin dürfte die Japanerin Mruyama sein, die immer wieder mal vorne landet. Die deutschen Mädchen haben das Podest meist knapp verpasst, kürzlich hat aber Katharina Schmid den Bann gebrochen und landete auf dem Podest. Vor allem auf der Heimschanze in Oberstdorf will sie mitmischen, ebenso wie Selina Freitag aus Aue. Eine deutsche Gesamtsiegerin der noch jungen Zwei-Schanzen-Tour gab es noch nicht. Sie müssen sich ja den Gesamtsieg nicht unbedingt bis zur ersten Vierschanzentournee aufheben.

2025 gab es in der Bundesliga nur einen Tabellenführer

Das Jahr 2025 geht zu Ende, für alle und überall Zeit, Bilanz zu ziehen. Natürlich auch in der Fußball-Bundesliga, doch da steht vor allem ein Fazit der Vorrunde zu Beginn der kurzen Weihnachtspause auf dem Programm. Und dennoch gibt es eine erstaunliche Jahresbilanz: Im ganzen Jahr 2025 gab es in der Bundesliga nur einen Tabellenführer – den FC Bayern München. Genau genommen stehen die Bayern seit 47 Spieltagen immer auf Platz eins. Wohl keiner errät, wer der letzte Spitzenreiter vor der Münchner Erfolgsserie war: Er hieß am 1. September 2024 FC Heidenheim! Das Team von der Ostalb startete damals mit zwei Siegen! Es war einmal, schöne Erinnerungen, jetzt sieht es anders aus – zur Weihnachtspause steht Heidenheim auf einem Abstiegsplatz. Der Unterschied zu den Bayern wurde auch am Sonntag deutlich, der Meister siegte standesgemäß 4:0, obwohl er auf neun (!) Spieler aus unterschiedlichen Gründen verzichten musste und sieben Nachwuchsspieler auf der Bank bzw. teilweise auf dem Platz hatte. Mit dem 16-jährigen Cassino Kiala wurde der zweitjüngste Debütant nach Paul Wanner eingewechselt. Der Sieg in Heidenheim vollendete aber noch eine bemerkenswerte Bilanz: Die Bayern blieben 2025 auswärts ungeschlagen! Zum Trost: Auch Heidenheim hat einen Rekordhalter: Kapitän Patrick Mainka war in allen 83 Spielen des FCH in der Bundesliga über volle 90 Minuten dabei, damit löste er Christian Günter vom SC Freiburg ab, der es zwischen 2022 und 2022 auf 82 Spiele brachte.

Wenn von Bestleistungen die Rede ist, kommt man an Harry Kane nicht vorbei. Er vollendete das Werk in Heidenheim mit dem Treffer zum 4:0 mit einem Jubiläum, sein 100. Scorerpunkt in der Bundesliga und das in nur 78 Spielen. Dabei erzielte er 81 Tore und gab 19 Vorlagen. In dieser Saison führt er die Scorerliste mit 24 Punkten (19+5) ebenfalls wieder an, vor seinen Vereinskameraden Michael Olise (16/7+9) und Luis Diaz (14/8+6). Kein Wunder, bei der Überlegenheit der Bayern. Harry Kane visiert jetzt den Rekord von Robert Lewandowski mit 41 Toren in einer Saison an, macht er wie bisher weiter (19 Tore in 14 Spielen), müsste das möglich sein. Aber vorher bekam er noch eine besondere Auszeichnung, eine, die er sicher verdient hat. Die Fachzeitung Kicker kürte ihn zur „Persönlichkeit des Jahres 2025“ (erster Sieger war 1990 Franz Beckenbauer, im Vorjahr Xabi Alonso). Begründung u. a.: „Kane ist ein perfekter Botschafter der Bundesliga auf und neben dem Spielfeld.“

Die Bayern können also beruhigt in die Weihnachtspause gehen, neun Punkte Vorsprung sind ein sanftes Ruhekissen, aber sie wissen auch, dass die Titel erst im Frühjahr vergeben werden. Noch ist nichts gewonnen. Ganz anders sieht es beim Tabellenzweiten aus. Bei Borussia Dortmund herrscht immer wieder Unruhe, schon ist vom neuen „FC Hollywood“ die Rede, diesen Titel wollen die Westfalen den Bayern eigentlich nicht abnehmen. Immer wieder Ärger gibt es vor allem mit Karim Adeyemi, der sich beim 2:0 gegen Gladbach mit Gegner, Schiedsrichter und Trainer Kovac anlegte. Er zeigt manchmal schlechtes Benehmen, da sollte Bundestrainer Julian Nagelsmann überlegen, ob er in die Nationalmannschaft passt. Andere Sorgen hatten die Verfolger Leverkusen und Leipzig, die mit Abstellungen für den Afrika-Cup und Verletzungen im direkten Duell buchstäblich auf der letzten Rille liefen, Bayer hat dies besser verkraftet und hat sich mit dem 3:1-Sieg nach einem schwachen Saisonstart heimlich, still und leise auf Rang drei vorgearbeitet.

Wer oben steht oder seine Wünsche erfüllt sieht, kann einigermaßen frohe Weihnachten feiern. Am Tabellenende sieht es anders aus. Vor allem Schlusslicht Mainz hofft auf ein besseres 2026. Gegen den Mitkonkurrenten im Abstiegskampf, St. Pauli, gelang kein Befreiungsschlag, das 0:0 brachte beiden nicht viel, die Hamburger verließen wenigstens die direkten Abstiegsplätze. Dazu fehlen Mainz vier Punkte, bisher gelang in dieser Saison kein Heimsieg, so wird der Klassenerhalt schwierig. Immerhin gab es unter dem neuen Trainer Urs Fischer noch keine Niederlage, seine Erfolgserlebnisse hatten die 05er international, in der Conference League schafften sie mit dem 2:0 gegen Samsunspor den direkten Sprung ins Achtelfinale und verdienten bisher 6 Millionen Euro. Da sollten Verstärkungen möglich sein. Auch die Konkurrenz will sich natürlich verstärken, Heidenheim sucht Ersatz für „Retter“ Leo Scienza, der am Ende der Sommer-Transfers ging, der FC Augsburg sucht weiter einen neuen Trainer, tut sich aber schwer und so könnte Interimscoach Manuel Baum bis zum Saisonende bleiben. Vier Zähler hat er in drei Spielen geholt, aber neben dem Sieg gegen Leverkusen war gegen Frankfurt und Bremen viel Pech und Ärger mit dem VAR dabei. Wolfsburg hat dagegen seinen neuen Trainer, kurz vor dem Spiel gegen Freiburg erhielt Daniel Bauer wie erwartet einen Vertrag bis 2027. Gefeiert wurde die Unterschrift nicht, in einem turbulenten Spiel unterlag der VfL mit 3:4, die Premiere als Chefcoach ging also schief. Und noch einer konnte sich nicht freuen, Dzenan Pejcinovic erhielt das Vertrauen zum Start, das 20-jährige Talent erzielte drei Tore und ärgerte sich, weil es dafür keine Punkte gab. So einen Stürmer sucht der Hamburger SV, Poulsen ist wie Glatzel immer noch verletzt und Königsdörffer trifft den Kasten nicht. Eine Notlage also, die Angst vor dem Abstieg macht. Die Weihnachtspause ist kurz, am 9. Januar geht es weiter.

Ein kurzer Blick in die 2. Bundesliga, die ihre Hinrunde beendet hat, Schalke 04 liegt überraschend vorn, kassierte aber noch eine 1:2-Niederlage in Braunschweig. Elversberg ist mit drei Punkten Rückstand ebenso überraschend Zweiter und träumt erneut von der Bundesliga. Darmstadt, Paderborn und Hannover folgen. Mit 20 Punkten beginnt Holstein Kiel auf Rang elf die Abstiegszone. Schlusslicht Dresden (13) hat ein bisschen den Anschluss verloren, Fürth (15) steht ebenfalls auf einem Abstiegsplatz, den Düsseldorf (17) durch einen 2:1-Sieg im direkten Duell verlassen hat. In der 2. BL geht es am 16. Januar weiter.

International kann die Bundesliga mit ihrem Zwischenfazit zum Jahreswechsel zufrieden sein, Platz zwei in der UEFA-Rangliste wurde gehalten, also der fünfte Platz für die Champions League. Da befinden sich die Bayern auf dem Sprung ins Achtelfinale, Dortmund und Leverkusen haben zumindest die Play-Offs im Visier, nur Frankfurt wäre im Moment auf Platz 30 draußen. In der Europa League mischt Freiburg vorne mit, Stuttgart hofft ebenfalls noch, den Play-Offs zu entgehen. Die Bundesligisten haben also fast durchweg einen guten Eindruck gemacht.

Ein Stadion für die Bayern-Frauen

Die Frauen des FC Bayern München dominieren die Bundesliga und haben sich auch international in eine gute Position gebracht. Doch den entscheidenden Erfolg für eine gute Zukunft landeten sie wohl abseits des Spielfeldes. Letzte Woche hat der FC Bayern den Sportpark Unterhaching für 7,5 Millionen Euro gekauft, er soll die neue Heimat der Münchner Frauen werden, Unterhaching trägt als Pächter weiter seine Punktspiele aus. Ab 26/27 wollen die Bayern-Frauen aber vor einer größeren Zuschauerkulisse spielen, nicht nur vor 2500 wie im Campus, sondern bei Schlagerspielen vor 15.000, die in Unterhaching Platz finden. Vor allem für die Champions League war dieser Schritt dringend notwendig. Daneben will der Verein ein Zentrum für den Frauen-Fußball bauen, vor allem der Nachwuchs soll da verstärkt gefördert werden.

Schritte für die Zukunft waren auch die Vertragsverlängerungen der Leistungsträgerinnen Sarah Zadrazil, Pernille Harder und Magdalena Eriksson. Sportlich freut sich der Herbstmeister, dass er in der Champions League den Sprung unter die ersten vier Teams (neben Barcelona, Lyon und Chelsea) geschafft hat. Wolfsburg unterlag Chelsea mit 1:2 und muss den Umweg über die Play-Offs gehen, dort wird Juventus Turin der Gegner sein. In der Frauen-Bundesliga geht es wieder am 23. Januar weiter.

Sportler des Jahres

Am Ende eines Jahres werden von den Journalisten auch die Sportler des Jahres gewählt, am Sonntag wurden sie in Baden-Baden geehrt. Bei den Männern setzte sich Zehnkämpfer Leo Neugebauer durch, der Weltmeister gewann klar mit 2343 Stimmen vor Schwimmer Florian Wellbrock. Bei den Frauen war es knapper, die Weltcupsiegerin im Biathlon, Franziska Preuß, wurde erstmals „Sportlerin des Jahres“ mit 1749 Stimmen, damit 48 mehr als die Titelverteidigerin Darja Varfolomeev (Rhythm. Sportgymnastik/1701). „Mannschaft des Jahres“ wurde die Basketball-Nationalmannschaft der Männer, neben Welt- jetzt auch Europameister, dafür gab es 2638 Stimmen, das Feldhockey-Nationalteam der Männer bekam als Zweiter 1367 Stimmen.

Fußball-Hauptstadt Hamburg in Not

Im Sommer wurde gefeiert, jetzt im tristen Winter-Grau wird gejammert. Mit dem Aufstieg der Männer und Frauen des Hamburger SV in die Bundesliga, die sich zum lokalen Konkurrenten St. Pauli gesellten, wurde Hamburg plötzlich zur Fußball-Hauptstadt in Deutschland. Drei Bundesligisten kann sonst keiner aufweisen. Aber wie lange bleibt Hamburg noch topp? Die Zeichen stehen schlecht, statt Aufstiegseuphorie ist Abstiegsangst angesagt. Die HSV-Frauen rutschten nach einer 0:6-Pleite bei Tabellenführer München auf einen Abstiegsplatz, die HSV-Männer sind nach dem 1:4 bei der TSG Hoffenheim auf Rang 14 mit nur vier Punkten Abstand zur Abstiegszone nicht weit entfernt und der FC St. Pauli feierte zwar nach einer Horror-Serie von zehn Sieglos-Spielen im Kellerduell gegen Heidenheim wieder einen 2:1-Erfolg, steht aber auf dem Relegationsplatz. Nach fröhlichen Weihnachten schaut das nicht aus, ein Spieltag steht noch aus. Die HSV-Frauen müssen bei der nächsten Spitzenmannschaft, beim Zweiten Wolfsburg, antreten, die Männer hoffen auf den Heimvorteil gegen CL-Teilnehmer Frankfurt und St. Pauli hat das nächste Kellerduell vor sich, bei Schlusslicht Mainz. Ins neue Jahr kann man nur mit viel Hoffnung gehen, nämlich darauf, dass der Abstiegskampf bestanden wird. Die Fußball-Hauptstadt will sich behaupten…

An der Tabellenspitze sind Niederlagen fast ein Fremdwort, doch Siege waren es an dem letzten Wochenende auch. Es tat sich Seltsames in der Bundesliga, das Spitzentrio bleib sieglos. Macht sich hier der Kräfteverschleiß durch den dicht gedrängten Terminkalender bemerkbar? Klappt es nicht mit der Rotation? Den schwächsten Eindruck machte Leipzig, das in Berlin mit 1:3 unterlag und nicht das Auftreten einer Spitzenmannschaft hatte. Mit einem blauen Auge kam Dortmund in Freiburg davon, fast eine Halbzeit in Unterzahl (Notbremse Bellingham) brachte man den 1:0-Vorsprung nicht über die Zeit und war schon über ein 1:1 glücklich. Die Bayern hätten gegen Schlusslicht Mainz am Sonntag die Halbzeitmeisterschaft perfekt machen können, verhinderten aber mit Mühe und Not gerade noch eine Niederlage. Bei Standards sind sie verwundbar, das zeigte auch Mainz auf, ein zweites Kopfballtor brachte dem Gast die Führung. Youngster Karl hatte die Bayern in Führung geschossen, Torjäger Harry Kane zeigte sich drei Minuten vor Schluss vom Punkt wieder sicher und vermied eine Blamage. Seit rund 20 Jahren haben die Bayern zu Hause gegen einen Letzten nicht verloren, überhaupt erst zweimal konnte ein Schlusslicht beim Ersten gewinnen. Immerhin, die Bayern überwintern erstmals wieder in allen drei Wettbewerben und das große Ziel bleibt: Eine BL-Saison lang ungeschlagen sein.

Überlebenskampf am Tabellenende, an der Spitze geht es um Ruhm und Geld. Zuerst die Frage: Wer kann Überlebenskampf? Mainz kennt ihn nicht, liegt vier Punkte zurück, hat aber mit Trainer Urs Fischer einen Hoffnungsträger geholt und Achtungserfolge errungen, die Mut machen. Dem 1:1 in Posen in der Conference League folgte eben das Unentschieden in München, was moralisch wie ein Sieg wirkt. Der muss jetzt her, am Sonntag gegen St. Pauli. Die Hamburger sollen verstärkt in den Abstiegskampf reingezogen werden. Aber Mainz muss am Donnerstag gegen die Türken von Samsunspor noch einmal international ran. Was im Sommer als Glück gefeiert wurde, nämlich der internationale Wettbewerb, wird jetzt zur Belastung.

Sorgen gibt es aber auch bei den erfolgreichen Klubs. Bei Borussia Dortmund herrscht Unruhe, obwohl man insgesamt mit der Saison zufrieden sein. Zuletzt zwar Aus im Pokal, aber Dritter in der Bundesliga, gut im Geschäft in der Champions League, dort schmerzte jedoch das 2:2 gegen Nobody Bodö/Glimt aus Norwegen, der Sieg wurde leichtfertig verschenkt, von mangelnden Einsatz war die Rede. Nico Schlotterbeck schimpfte auf lustlose Joker, Flügelflitzer Adeyemi gestand „mein schlechteste Spiel des Jahres“. Torjäger Guirassy ist unzufrieden, er möchte um Titel spielen und mehr Geld verdienen. Bezeichnend: Die Talente Duranville und Campbell mussten am Wochenende zu Hause bleiben – die Strafe für mangelnden Einsatz im Training. Kein gutes Zeichen. Sorgen haben selbst die Bayern, auf hohem Niveau natürlich, wenn bei einem Unentschieden sich der Vorsprung in der Liga sogar vergrößert, neun Punkte sind es jetzt zum Zweiten Leipzig. Übrigens: 51 Tore in 14 Spielen hat es in der Bundesliga noch nie gegeben, so könnten die Bayern ihren eigenen Rekord von 101 Toren knacken! Am Sonntag schließen sie den letzten Spieltag des Jahres in Heidenheim ab, da gibt es aber Absenzen in der Abwehr. Torhüter Neuer hat sich gegen Mainz einen Muskelfaserriss zugezogen, Laimer fehlt nach der fünften Gelben Karte gesperrt. Und als Gegner könnte sich auch der schlechte Rasen in Heidenheim zeigen…

Die Trainerfrage bleibt in Wolfsburg und Augsburg noch offen. Allerdings verdichtet es sich immer mehr, dass bei den Niedersachsen Daniel Bauer vom Interims- zum Cheftrainer wird. Der 3:1-Erfolg bei den wiedererstarkten Gladbachern war ein deutliches Signal von Bauer und dem Team. Und das ausgerechnet gegen Eugen Polanski, dem Bauer praktisch nacheifern will. In Augsburg wird noch gesucht. Zwei Siege in Folge gelangen auch Manuel Baum nicht, dem 2:0 gegen Leverkusen folgte ein unglückliches 0:1 in Frankfurt. Der VAR wurde zum Gegner, Millimeter bei Abseitsentscheidungen verhinderten einen Punktgewinn. Einfach ärgerlich.

Manche Vereine in Europa müssen in den nächsten Wochen fast auf Spielersuche gehen. Aber der Afrika-Cup darf für sie nicht überraschend kommen, wer Afrikaner verpflichtet, der muss mit dieser Pause rechnen, allerdings sollte der Cup künftig im Sommer ausgetragen, wurde aber wegen der neuen Klub-WM wieder auf den Winter geschoben. Vom 21. Dezember bis 18. Januar kämpfen 24 Nationen in Marokko um die Trophäe und in Europas Teams tun sich Lücken auf.

Frauen gründen ihren eigenen Verband

Entscheidendes tat sich im Frauen-Fußball: Wie die Männer mit der DFL hat jetzt auch die Frauen-Bundesliga ihren eigenen Verband. Die 14 Vereine gründeten am Mittwoch in Frankfurt die Frauen-Bundesliga FBL e.V., als Präsidentin wurde Katharina Kiel von der Eintracht gewählt, Vize wurden Veronica Saß (Bayern) und Florian Zeutschler (Essen). Die Vereine haben sich dazu entschlossen, den DFB vorerst außen vor zu lassen. Es gab zwar ein gemeinsames Papier, das aber plötzlich der DFB korrigieren wollte. Dennoch ist ein künftige Teilhabe des DFB möglich, zumal es in der Organisation der Spiele wie bei der DFL eine Zusammenarbeit gehen muss. Die Vereine versprechen sich von der Eigenständigkeit eine bessere Vermarktung und mehr gemeinsames Auftreten in der Öffentlichkeit. Der DFB will zwar den Frauen-Fußball mit 100 Millionen Euro fördern, doch ist dies der Bundesliga zu wenig. Die Vereine sprechen ihrerseits von einem Startkapital von 700 Millionen Euro, das sie einbringen wollen. Logisch, dass sie auch entscheiden wollen, wie das Geld verwendet wird.

Sportlich war natürlich auch einiges geboten, für die Sensation sorgte zum Abschluss der Hinrunde das bisher sieglose Schlusslicht Jena, das in Köln 1:0 gewann und damit Anschluss ans Vorderfeld fand. An der Spitze setzte Werder Bremen seine Erfolgsserie fort und ist nach einem 1:0 über Leverkusen bereits Dritter. Halbzeitmeister ist Bayern München (37 Punkte) klar vor Wolfsburg (31) und Bremen (26). Die Rückrunde beginnt bereits am kommenden Wochenende, bevor es in die Winterpause bis zum 23. Januar 2026 geht.

Bayern und Wolfsburg müssen am Mittwoch zudem noch ihr letztes Ligenspiel in der Champions League absolvieren. Dabei soll es besser laufen als letzte Woche, als Wolfsburg bei Real Madrid 0:2 unterlag und die Bayern bei Atletico Madrid nicht über ein 2.2 hinaus kamen. Jetzt zählen nur Siege, um unter die ersten vier Teams zu kommen, die von den Play-Offs befreit sind. München ist Sechster mit 10 Punkten und hat große Hoffnung mit einem Sieg über Valenga Oslo (13./4) den Sprung nach oben zu schaffen, zumal die Bayern punktgleich mit Juventus Turin auf Rang vier stehen. Die Wölfinnen liegen einen Punkt hinter München, haben mit Chelsea London (3./11) aber die wesentlich schwerere Aufgabe. Die Play-Offs werden im Februar ausgetragen, die K.o.-Runden beginnen mit dem Viertelfinale am 24./25. März.

Großartige Handball-Frauen

Die Nationalmannschaft ist immer das Aushängeschild für einen Verband. Die Fußball-Frauen haben hier schon für viel Begeisterung auf Aufsehen gesorgt. Auf ihren Spuren wandelten jetzt auch die Handballerinnen, die sich bei der Weltmeisterschaft, die zum Teil in Deutschland stattfand, in die Herzen der Fans spielten und Interesse bei einer breiten Öffentlichkeit fanden. Ihr Weg führte bis ins Finale, doch mit dem WM-Titel wurde es leider nichts. 20:23 unterlag Deutschland gegen Norwegen, das im Frauen-Handball jetzt alle Titel hält, wurde nach Europameister, Olympiasieger nun zudem Weltmeister. Erstaunliche 5,7 Millionen Zuschauer an den Bildschirmen drückten am Sonntag dem Team von Bundestrainer Markus Gaugisch die Daumen. 300.000 Euro Prämie gab es für den Erfolg vom Verband, Antje Döll, Emily Vogel und Viola Leuchter wurden ins All-Star-Team der WM berufen. Die Krönung fehlte allerdings.