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Kommentare rund um Fußball und anderen Sport

Die Saison ist vorbei, wesentliche Fragen bleiben offen

Ende, Aus – die Fußball-Bundesliga geht in die verdiente Sommerpause. Sie hat sich mit Knalleffekten verabschiedet und so ist es nur sportlich vorbei, die Entscheidungen sind gefallen, doch für Vorstände und Manager bleiben die nächsten Wochen heiß wie selten zuvor, denn wesentliche Fragen bleiben offen. Es sieht so aus, als sollte es für die Fußball-Fans bis zum Neustart der Bundesliga am 5. August nicht langweilig werden. Natürlich stehen auch noch Relegationsspiele und zahlreiche Finals auf dem Programm.

Mit Paukenschlägen endete die Saison 21/22. Wieder einmal war die Nachspielzeit wahnsinnig turbulent am gefürchteten letzten Spieltag. Eigentlich könnten sich die Fans zum Saison-Start schon auf den letzten Spieltag freuen. Zwischendurch war Freiburg der Champions League nahe, Stuttgart stand vor dem Abstieg, Hertha war gerettet, doch dann kam alles anders: 84. Minute Talent Moukoko schießt das 2:1 für Dortmund stürzt Hertha ins Jammertal, weil Endo in der 92. Minute für den VfB zum 2:1 gegen Köln einköpft und so den Klassenerhalt rettet. „Happy Endo“ – ein Jubelsturm entlädt sich in einem Platzsturm, der leider auch Verletzte bringt. Gejubelt wird auch in Leipzig, in der 93. Minute macht Orban mit dem 1:1 in Bielefeld die Champions League perfekt.

Und so endet die Bundesliga mit Bayern München als Meister, der vor 10.000 Fans wieder einmal auf dem Rathausbalkon feierte, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und Rückrundensieger RB Leipzig in der Champions League, Union Berlin und SC Freiburg in der Europa League (beide für Gruppenphase qualifiziert) sowie dem 1. FC Köln in der Conference League (Play-Offs). Die letztgenannten drei Klubs waren die Überraschungen der Saison, raubten höher gehandelten Vereinen den Platz an Europas Geldtöpfen. Absteiger sind die SpVgg Greuther Fürth, die wieder nur ein einjähriges Gastspiel gab, und Arminia Bielefeld. Hertha BSC Berlin hat in der Relegation am Donnerstag (20.30 Uhr) und Montag, 23. Mai (20.30 Uhr) gegen den Hamburger SV die Chance auf den Klassenerhalt. Achtung: Die Auswärtstore-Regelung gilt wie in Europa nicht mehr.

In der 2. Bundesliga ging es ähnlich spannend und emotional zu. Auffallend, dass die Traditionsklubs diesmal die Liga am Ende aufmischten. Meister Schalke 04 und Werder Bremen schafften die sofortige Rückkehr. Dagegen muss der Hamburger SV schon vier Jahre im Unterhaus verweilen, aber die Hoffnung lebt noch. Nach drei vierten Plätzen in Folge gelang mit einem 3:2-Sieg in Rostock in letzter Minute der Sprung auf Rang drei un die Relegation mit Hertha. Eine besondere Konstellation für Hertha-Trainer Felix Magath, einst ein Star beim HSV, der sein „Herzensverein“ bleibt. Das zählt jetzt nicht mehr. Absteiger der 2. Bundesliga sind Erzgebirge Aue und Ingolstadt 04, Dynamo Dresden hat in der Relegation gegen den Dritten der 3. Liga, dem 1. FC Kaiserslautern, noch die Chance auf den Klassenerhalt. Gespielt wird am Freitag (20.30 Uhr) und Dienstag, 24. Mai (20.30 Uhr). Auch hier duellieren sich zwei Traditionsklubs, die also insgesamt fast ein richtiges Comeback feiern. Aufsteiger aus der 3. Liga sind der SC Magdeburg und Eintracht Braunschweig. Übrigens gab es ein Comeback auch noch eine Etage tiefer: Rot-Weiß Essen, der Verein von der legendären Hafenstraße, schaffte nach 14 Jahren die Rückkehr in die 3. Liga!

Das Trainer-Beben

Es waren ja nicht nur die Ereignisse auf den Spielfeldern, die für Spannung sorgten, es waren auch Entscheidungen rund um die Teams. So gab es ein regelrechtes Trainer-Beben. Wer war der Erste? Jemand hat gestoppt: Zwei Rücktritte in 24 Sekunden! Adi Hütter ging in Mönchengladbach nach dem fast schon triumphalen 5:1 gegen Hoffenheim vor die Mikrofone und bekannte, dass er die Borussia wieder verlassen werde. „Im gegenseitigen Einvernehmen“ heißt die Floskel, die Streit vermeiden soll. 7,5 Millionen Euro Ablöse hat der Österreicher gekostet, noch teurer war das Nichterreichen der Europa-Plätze. Von Einvernehmen kann in Augsburg keine Rede sein. Trainer Markus Weinzierl sprach Klartext, er hat den Eindruck, man will ihn nicht mehr. Reden mit Sportchef Stefan Reuter, nein, dass wolle er nicht. Das sagt alles. Für Aufsehen sorgte schon am Freitag der Rücktritt von FCA-Präsident Klaus Hofmann, der auch gesundheitliche Gründe vorschob. Wie es jetzt heißt (warum hat das niemand früher gemerkt?), tobt in Augsburg seit einigen Wochen ein Machtkampf in der Führungsetage. Möglich, dass die Strafe folgt. Achtmal hat der FCA das Kunststück fertiggebracht mit weniger als 40 Punkten die Klasse zu halten, das wird nicht immer so weiter gehen.

Überraschend folgte am Sonntag die nächste Trainer-Entlassung: Florian Kohfeldt und der VfL Wolfsburg gehen ebenfalls getrennte Wege. Zwar gelang die Rettung der Wölfe, doch Zufriedenheit gab es im Verein nicht, die Mannschaft blieb weiterhin unter ihren Möglichkeiten, da halt auch ein 2:2 gegen die Bayern nicht. Und noch ein Coach steht auf der Kippe, es mehren sich die Anzeichen, dass auch für Sebastian Hoeneß die Zeit in Hoffenheim zu Ende gehen könnte. Auch da klappte am Ende der Saison nichts mehr. Das Gegenstück zu all diesem Trainer-Jammer war Mike Büskens auf Schalke: Der Ur-Schalker brachte Zusammenhalt und Emotion in den Verein zurück, startete eine Siegesserie und schaffte den Aufstieg. Nur: Mike Büskens steht als Retter zur Verfügung, aber nicht als fester Trainer für eine ganze Saison. So etwas gibt es auch!

Zwei Größen der Bundesliga beendeten freiwillig ihre Karriere: Rudi Völler hört in Leverkusen als Manager auf, Sportchef Michael Zorc wurde in Dortmund verabschiedet. 44 Jahre war er bei der Borussia tätig als Spieler und Funktionär. Beide waren markante Gesichter der Bundesliga, Völler als erfolgreicher Spieler noch beliebter „es gibt nur einen Rudi Völler“.

Wer den Titel holt, sollte eigentlich fern jeder Kritik sein. Aber bei den Bayern fällt der erste Schatten auf Julian Nagelsmann. Zuletzt waren die Münchner weit entfernt von einer Meisterform, jetzt tanzte im Niklas Süle, der nach Dortmund geht, auf der Nase herum und ob Torjäger Robert Lewandowski den Verein verlässt oder nicht, wird bis zur Entscheidung für Unruhe sorgen. Fünfmal in Folge holte er die Torjäger-Kanone – ein Rekord, was seine Bedeutung unterstreicht. Bis 2023 läuft der Vertrag, „er bleibt, basta“ tönte Boss Oliver Kahn, „vielleicht war es mein letztes Spiel“, sorgt der Pole für Unsicherheit. Immerhin, die Fans auf dem Marienplatz skandierten: „Lewa bleib, Lewa bleib“. Bei Lewa geht es aber mehr um Geld als um Zuneigung. Allgemein stimmt die Zusammenstellung des Meister-Kaders nicht, geht auch noch der Torjäger, dann schwächt dies die Bayern vor allem auf der internationalen Bühne. In der Bundesliga wird es auf jeden Fall spannender werden. Geht nach zehn Titeln in Folge eine Ära zu Ende? Sollte Lewandowski gehen, verliert die Bundesliga gleich den zweiten international bekannten Torjäger, nachdem sich Erling Haaland Richtung Manchester City verabschiedet.

Ist das vielleicht ein Zeichen: Bei den Bayern muss ein Trainer gehen, nämlich Jens Scheuer bei den Frauen. Na ja, die wurden auch nur Vize-Meister. Nach zwei Jahren kam das überraschende Ende, allerdings soll das Verhältnis zum Team gelitten haben. Verabschiedet wurden auch die Spielerinnen Marina Hegering, Lineth Beerensteyn und Viviane Asseyi. Wolfsburg holte sich bekanntlich mit vier Punkten den Titel und will im Pokal das Double schaffen, Endspielgegner ist am 28. Mai (16.45 Uhr), in Köln Turbine Potsdam.

Ein Finale der Tradition

Von „neuen Helden“ ist die Rede, wenn es um Eintracht Frankfurt geht, den derzeit beliebtesten Verein bei Deutschlands Fußball-Fans. Am Mittwoch steht in Sevilla gegen die Glasgow Rangers ein Finale aktueller Underdogs an, aber eigentlich ist es eins der Tradition. Der kicker listete auf: 273 Jahre und 96 Titel kommen zusammen. Die Rangers wurden 1872 gegründet, holten 1972 den Europokal der Pokalsieger und standen noch viermal in einem europäischen Finale. Die Eintracht wurde 1899 gegründet, gewann 1980 den UEFA-Cup und stand dazu zweimal in Finals. Legendär dabei 1960 das 3:7 im Endspiel der Landesmeister gegen Real Madrid. Erleben wir wieder ein Finale, das später als legendär bezeichnet wird? Möglich ist es, denn die Fans beider Vereine sorgen für viel Emotionen. Es könnte ein schöneres Finale geben, als wenn zwei vom Namen her sogenannte Top-Klubs auftreten, da wird nämlich gern taktiert, wir dürfen dagegen auf erfrischenden Fußball hoffen.

Sevilla leitet die Serie der Endspiele ein, es folgt am Mittwoch, 25. Mai (21.00 Uhr) in Tirana (Albanien) das Finale der Europa Conference League zwischen AS Rom und Feyenoord Rotterdam, eine attraktive Paarung für die drittklassige League. Höhepunkt ist am Samstag, 28. Mai (21.00 Uhr) natürlich das Finale der Champions League in Paris zwischen Real Madrid und dem FC Liverpool. Da greift Trainer Jürgen Klopp nach dem vierten Titel mit seinen „Reds“. Nummer 2 hat er geschafft mit dem Sieg im traditionsreichen FA-Cup im Elfmeterschießen (nach 0:0) gegen seinen deutschen Kollegen Thomas Tuchel und Chelsea London.

Den Reigen der Finals komplettieren die Frauen mit dem Endspiel der Champions League am Samstag, 21. Mai (19.00 Uhr) in Turin, wenn sich Titelverteidiger FC Barcelona und Olympique Lyon duellieren. Übrigens: Am letzten Spieltag haben sich auch die Frauen von Eintracht Frankfurt für Europa qualifiziert, als Bundesliga-Dritte treten sie neben Wolfsburg und Bayern in der Champions League an.

Neuer Name auf dem Pokal

Damit ist die Serie der Endspiele noch nicht vorbei, am kommenden Samstag, 21. Mai (20.00 Uhr), steht das große Pokal-Finale in Berlin an. Dabei wird ein neuer Name im DFB-Pokal eingraviert, entweder der von Favorit RB Leipzig oder der des SC Freiburg, dem wahrscheinlich eher die Sympathien gehören. Für Leipzig ist es der dritte Anlauf zu einem Titelgewinn nach Final-Niederlagen gegen die Bayern und Dortmund. In der Bundesliga trennten sich die Klubs zweimal 1:1. Bemerkenswert: Freiburg musste in allen fünf Runden auswärts antreten, das passierte erstmals seit Werder Bremen 2008/09. Werder gewann damals das Endspiel mit 1:0 gegen Bayer Leverkusen. Berlin ist ja auch auswärts… Ein besonderes Spiel wird es vor allem für den Emil Forsberg, quasi alter Schwede bei RB, der schon in der 2. Bundesliga für die Sachsen spielte. „Ich will mit Leipzig Titel gewinnen, deshalb habe ich meinen Vertrag noch einmal verlängert.“ Jetzt gilt es in Berlin.

Viele Finals, aber Nationalspieler sind kaum im Einsatz, das sollte Bundestrainer Hansi Flick in die Karten spielen. Vom 23. bis 27. Mai treffen sich die nominierten Akteure zu einem Regenerationstrainingslager in Marbella, sie dürfen dabei auch ihre Familien mitbringen. Ernst wird es danach in der Nations League in Italien (4.6.), gegen England (7.6.), in Ungarn (11.6.) und erneut gegen Italien (14.6.). Freigestellt für diese Spiele ist Torhüter ter Stegen. Beim Natioanlteam sollte es harmonisch zugehen, bei vielen Bundesliga-Klubs wird die Atmosphäre angesichts der Probleme eine andere sein…

Emotionen sind mehr wert als Millionen

Am Anfang einer Saison starten alle Mannschaften mit Hoffnungen und Träumen. Geht es anfangs schief, dann trösten sie sich damit, dass ja noch genug Spieltage bevorstehen. Doch irgendwann gehen die Spieltage aus und es wird Bilanz gezogen. Es ist die Zeit der Tränen, die einen feiern Titel, die anderen jammern über den Abstieg. Die letzten Tage zeigten aber auch, dass über Erfolg und Misserfolg nicht immer nur die Millionen entscheiden (Geld schießt Tore), sondern dass vor allem Emotionen Berge versetzen können. Das sollte sich alle in Mannschaftssportarten verinnerlichen: Emotionen sind mehr wert als Millionen.

Dies wurde vor allem beim Triumph von Real Madrid über Manchester City deutlich. Die zwei Spiele in der Champions-League waren Werbung für den Fußball und sie hatten einen Sieger, der zwar früher auch mit Geld um sich warf, aber jetzt eher kleinere Brötchen backen muss. City aber hat alles Geld der Welt, doch die Mannschaft erstarrte im festgelegten System von Trainer Pep Guardiola, der überragende technische Fußball ging unter in den Emotionen und der Begeisterung der Real-Spieler. Sie wendete so in den letzten Minuten das Blatt und ließen einen fassungslosen Pep Guardiola zurück. Jetzt treffen sie im Finale am 28. Mai in Paris auf einen FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp. Und dessen Stärke: Emotionen schüren.

Emotionen pur vermittelte auch Eintracht Frankfurt in der Europa League. Fans und Mannschaft waren eine Einheit, sie nahmen die in der Bundesliga ungeliebte Europa League an und trugen sich gemeinsam durch die Runden. Emotionen pur gegen West Ham United, RB Leipzig schied dagegen cool und nüchtern aus gegen begeisterungsfähige Glasgow Rangers. Emotionen schlugen die Millionen. Das wird ein emotionales Finale am 18. Mai in Sevilla. Die Eintracht ist Vorbild für die Bundesligisten, wie man die Europa League als Gewinn sehen kann. Leipzig, Freiburg, Köln und Union Berlin haben das Ticket für Europa sicher, doch sie streiten am Ende noch darum, wer wo antreten darf. RB bleibt als Vierter (57 Punkte) im Vorteil (in Bielefeld), Freiburg (55, in Leverkusen), Union (54, gegen Bochum) und Köln (52,in Stuttgart) müssen noch knifflige Aufgaben lösen. Union zeigte sich dabei mit dem überraschenden 4:1 in Freiburg in der besten Form. Der letzte Spieltag am Samstag (alle 15.30 Uhr) wird also noch interessant.

Mit Emotionen darf man Bayern München in der Bundesliga nicht kommen. Der Rekordmeister feierten seinen zehnten Titel in Folge unterkühlt, gewohnheitsmäßig. Bei der Übergabe der Meisterschale gab es ein Premiere, mit der neuen DFL-Geschäftsführerin Donata Hopfen hatte erstmals eine Frau die Ehre. Aber Hopfen passt ja wie die Faust aufs Auge nach München. Das 2:2 gegen den VfB Stuttgart passte auch wie die Faust aufs Auge der Geschehnisse dieser Woche bei den Bayern. Der Niederlage in Mainz folgte ein Spielerausflug nach Ibiza, dort sollte zünftig gefeiert werden, doch meisterliche Leistungen gibt es nicht mehr. Immerhin war das Remis eine Art Schadensbegrenzung, um den Ruf nicht gänzlich zu ruinieren. Ein seriöser Meister sollte mit einem Sieg Augsburg und die Hertha retten, was nur beim FCA gelang. Hertha muss noch bangen, der VfB darf noch auf die Rettung hoffen, ein bisschen was für alle also. Arminia Bielefeld war dagegen der Verlierer, der Klassenerhalt ist bei drei Punkten Rückstand und schlechterer Tordifferenz in weite Ferne gerückt. Ein hoher Sieg gegen Leipzig ist kaum zu erwarten, der VfB muss gegen Köln alles in die Waagschale werfen und Hertha auf ein schlampiges Dortmund hoffen. Hertha-Trainer Felix Magath baute schon vor: „Ich bin Profi, ich rechne mit der Relegation.“

Wer da der Gegner sein wird, steht in der 2. Bundesliga noch nicht fest. Dort feierte allerdings Schalke 04 den sofortigen Wiederaufstieg. Ein Sieg der Emotionen, nicht das Geld war ausschlaggebend. Als Mike Büskens (Mr. Schalke) als Trainer übernahm, brachte er Schwung in die Bude, weckte Begeisterung und schaffte wieder einen Zusammenhalt zwischen Mannschaft und Fans. Schade nur, dass nach dem 3:2 gegen St. Pauli die Emotionen überschwappten, beim Platzsturm gab es leider Verletzte. Wer aber darf mit rauf, Bremen ist mit 60 Punkten in der Poleposition, der HSV und Darmstadt haben 57 Punkte, am Ende könnte die Tor-Differenz entscheiden, Werder genügt aber zu Hause gegen Regensburg ein Punkt. Gelingt das, streiten der HSV (in Rostock, Differenz 31 Tore) und Darmstadt (gegen Paderborn/24 Tore) um Platz drei. Als Absteiger stehen Aue und Ingolstadt fest, Aufsteiger aus der 3. Liga sind Magdeburg und Braunschweig. In beiden Städten wurde mit viel Emotionen gefeiert.

Eishockey will nach oben

Es ist schon ein bisschen verrückt: Die Fußball-Weltmeisterschaft findet 2022 im Winter in Katar statt, die Eishockey-Weltmeisterschaft dafür im Frühsommer im Finnland. Es gibt allerdings einen großen Unterschied: Im Fußball gab es viel Aufregung um den ungeliebten Termin, der vor allem mit viel Geld erkauft wurde. Wegen der Hitze in Katar kann im Sommer nicht gespielt werden, da ist es auch im Winter heiß genug. Im Eishockey ist der späte Termin dagegen bereits Gewohnheitssache, da spielte auch das Geld eine Rolle, aber mehr noch der sportliche Gedanke, damit möglichst viele NHL-Profis dabei sein können, weil parallel dort der Stanley-Cup ausgetragen wird. Vor einem Jahr gab es wegen der Corona-Pandemie sogar den spätesten Start aller Zeiten, nämlich am 21. Mai, das Finale war am 6. Juni. Da war in Riga Eishockey wirklich ein Sommersport. Diesmal wird vom 13. bis 29. Mai in Finnland gespielt und in Helsinki und Tampere hat der Sommer noch nicht Einzug gehalten. Kühle zehn Grad bringen fast ein bisschen Winterfeeling zurück.

In Finnland lieben sie Eishockey, vor einem Jahr wurde der Titelgewinn bei der 2:3-Niederlage nach Verlängerung gegen Kanada nur knapp verpasst. Jetzt wird mit Unterstützung der heimischen Fans ein neuer Anlauf auf den dritten Titel nach 1995, 2011 und 2019 genommen. In Deutschland hat Eishockey nicht diese Bedeutung, ein Weltmeister-Titel fehlt noch, aber dennoch ist der Blick nach oben gerichtet. Was leicht ist, denn zuletzt ging es wieder abwärts, bei den Olympischen Winterspielen in Peking kam das vorzeitige Aus, Deutschland rutschte in der Weltrangliste auf Platz neun ab, Finnland ist dagegen Erster vor Kanada. „Wir wollen aber vorne dabei sein“, betont Bundestrainer Toni Söderholm ständig und nimmt sich damit selbst in die Pflicht. Seit 2019 ist der Finne für das DEB-Team zuständig und hat sich bereits Meriten erworben, jetzt soll es in seinem Heimatland wieder aufwärts gehen. Eine Wiederholung von Platz vier aus dem Vorjahr wäre schon ein Erfolg. Damals unterlag Deutschland im Halbfinale Finnland 1:2, nachdem vorher im Viertelfinale die Schweiz mit 3:2 nach Penaltyschießen ausgeschaltet wurde. Kurios: Der spätere Weltmeister wurde in der Gruppe nur Vierter noch hinter Deutschland!

Auf den großen deutschen NHL-Star Leon Draisaitl muss der Bundestrainer allerdings verzichten, er kämpft mit seinen Edmonton Oilers um den Stanley Cup. Verstärkungen aus der NHL gibt es allerdings, Torhüter Philipp Grubauer (Seattle), Verteidiger Moritz Seider (Detroit) und Stürmer Tim Stützle (Ottawa) sind dabei, weil sie mit ihren Klubs bereits ausgeschieden sind. Mit dabei sind auch die Cracks vom frischgebackenen Meister Eisbären Berlin und Vizemeister Red Bull München, obwohl sie sich wohl eher nach einer Pause sehnen. Die Berliner hatten zuletzt in den Final-Play-Offs der DEL fünf Spiele in sieben Tagen zu absolvieren, entschieden die Serie dennoch mit 3:1-Siegen für sich. „Das ist unmenschlich,“ schimpften allerdings die Spieler. Recht haben sie. Für die Eisbären war es der zweite Titel in Folge, nachdem sie zuvor acht Jahre darauf warten mussten.

Und bei der WM geht es in der Gruppe A am 13. Mai gleich gegen Titelverteidiger Kanada los, kann aber auch ein Vorteil sein, siehe im Vorjahr, als die Kanadier erst langsam in Form kamen. Die Slowakei (14.), Frankreich (16.), Dänemark (19.), Italien (20.), Kasachstan (21.) und die Schweiz (24.) sind die restlichen Gegner, Platz vier, der zum Weiterkommen notwendig ist, sollte möglich sein. Doch das deutsche Team will ja mehr. In der Gruppe B spielen Finnland, USA, Tschechien, Schweden, Lettland, Norwegen, Großbritannien und Österreich.

Mehr wollte auch immer der inzwischen 67-jährige Franz Reindl, der seit mehr als 30 Jahren für den Deutschen Eishockey-Bund tätig war, sich vom Co-Trainer der Nationalmannschaft über den Sportdirektor und Generalsekretär bis zum Präsidenten hocharbeitete. Auf diesem Weg, den er skrupellos verfolgte, blieb manch fähiger Mitarbeiter oder Mitarbeiterin auf der Strecke – zum Schaden des DEB. Reindl suchte meist nur seinen eigenen Vorteil und jetzt dankte er nach achtjähriger Präsidentschaft ab, weil auch die Staatsanwaltschaft Unregelmäßigkeiten untersucht, ob der dem Verband geschadet hat. Nachfolger ist Peter Merten, der Boss der DEL 2. Die Zweiten stellen jetzt also den Ersten, hoffentlich bringt er Eishockey in ruhiges Fahrwasser. Dann könnte es heißen „mit dem Zweiten geht es besser“.

Fußball-Fans träumen von einem deutschen Finale!

„Cup der Verlierer“ wurde einst gelästert, als zweitklassig wird die Europa League oft verhöhnt, doch die deutschen Fußball-Fans sind elektrisiert und wünschen sich ein erstklassiges Ereignis: Sie träumen von einem deutschen Finale am 18. Mai in Sevilla. Der Anfang dafür ist gemacht, Eintracht Frankfurt stellte im Halbfinale die Weichen mit einem 2:1-Sieg in London gegen West Ham United (Knauff und Kamada), der RB Leipzig hat mit dem 1:0-Treffer von Angelino gegen die Glasgow Rangers ebenfalls die besseren Karten in der Hand. Der einst ungeliebte UEFA-Cup, der heute Europa League heißt, stellt jetzt sogar die Bundesliga in den Schatten. Zumindest für ein paar Tage.

Zuletzt hatten sich die Bundesligisten in der Europa League meist blamiert, einzige Ausnahme war Eintracht Frankfurt mit einem Einzug ins Halbfinale. Ansonsten aber wurde eher darüber gemosert, dass in der EL bei weitem nicht so viel Geld zu verdienen ist wie in der Champions League. Insofern bleibt die EL zweitklassig, aber das stört die Fans in Deutschland derzeit gar nicht. Frankfurt und Leipzig werden gefeiert, vor allem die Frankfurter Anhänger sorgen mit ihrer Begeisterung für Schlagzeilen in ganz Europa. In London ging es zwar nicht ganz so toll zu wie in Barcelona, aber die Fans beweisen wieder einmal, dass sie der zwölfte Mann sein können. Die dickste Belohnung könnte in Sevilla im Endspiel folgen: Der Sieger der Europa League zieht schließlich in die Champions League ein und darf an den großen Geldtopf.

Die Champions League selbst muss sich hinter dem „kleinen Bruder“ keineswegs verstecken. Manchester City und Real Madrid zeigten beim 4:3-Sieg des Guardiola-Teams eines der besten Spiele der letzten Jahre. Real allerdings hat sich vor dem Rückspiel am Mittwoch richtig gepusht, wurde zum 35. Mal Meister in Spanien und sorgte für einen Rekord von Trainer Carlo Ancelotti: Der 62-jährige Italiener ist der erste Trainer, der in allen fünf europäischen Top-Ligen Meister wurde! Er gewann zuvor 2004 mit dem AC Mailand in Italien, 2010 mit Chelsea London in England, 2013 mit Paris St. Germain in Frankreich und 2017 in Deutschland mit Bayern München. In der CL war er ebenfalls äußerst erfolgreich, holte 2003 und 2007 mit Milano und 2014 mit Real den Henkel-Pott. „Mit Real Madrid Titel zu gewinnen, ist etwas ganz Besonderes“ bekannte Ancelotti und kündigte bei der Meisterfeier vor 150.000 Fans am Cibeles-Brunnen in Madrid an: „Jetzt holen wir uns City und am 28. Mai in Paris den Pokal!“

Nun, Jürgen Klopp wird mit dem FC Liverpool etwas dagegen haben, er hat die harte Nuss FC Villarreal, an der sich die Bayern verschluckt hatten, geknackt. Zwar war beim 2:0-Erfolg Geduld gefragt, die Reds erzwangen ein Eigentor des Gegners und zwei Minuten später machte Mané den Deckel drauf. Noch ist Liverpool nicht durch, hat aber natürlich alle Trümpfe in der Hand.

In der Champions League der Frauen erfüllten sich die deutschen Hoffnungen nicht. Für den VfL Wolfsburg galt mit dem 2:0-Sieg im Rückspiel gegen den FC Barcelona nach dem 1:5 im Hinspiel immerhin „raus mit Applaus“. 22057 Zuschauer sahen die Partie in Wolfsburg und die Tore von Waßmuth und Roord. Damit machten die Wölfinnen aber auch deutlich, dass sie die Nummer 1 in Deutschland sind, Meisterschaft und Pokal (im Finale gegen Potsdam) sollen folgen. Das CL-Finale bestreitet Barcelona gegen Olympique Lyon, das Paris mit 3:2 und 2:1 ausgeschaltet hat.

Zweifel an Julian Nagelsmann

Bei Liverpools Triumph über Villarreal stach vor allem ein Spieler heraus und wurde „Men of the match“: Thiago Alcantara. Er ordnete einst auch bei den Bayern das Mittelfeld und wurde unter Klopp zum perfekten Mittelfeldstrategen, stark in der Abwehr und mit klugen Pässen. So einen wie ihn bräuchten die Bayern jetzt auch oder einen wie Javi Martinez. Joshua Kimmich und Leon Gorotzka werden zwar gelobt, aber was den Bayern fehlt, ist ein echter „Abräumer“ vor der (wackligen) Abwehr. Da könnte es durchaus Sinn machen, Konrad Laimer von RB Leipzig zu holen. Er könnte es dann besser machen als Marcel Sabitzer, der sich eher als Flop entpuppte und wohl gehen soll.

Überhaupt muss sich bei den Bayern einiges ändern, die 1:3-Pleite in Mainz machte jegliche Meister-Lust zunichte. Kimmich schimpfte „solche Spiele passieren uns zu oft“ und Julian Nagelsmann kündigte schon Veränderungen an. Aber zunehmend gerät der Trainer selbst unter Druck. Es rumort in der Mannschaft wegen seiner taktischen Umstellungen, er hat es nicht geschafft, dem Team Abwehrstärke und Sicherheit zu geben. Der Coach glänzte eher in einer Nebenaufgabe, als Sprecher des Vereins, der Schwächen der Bosse ausbügelte. Jetzt muss er gemeinsam mit Kahn und Salihamidzic versuchen, Bayern wieder Konstanz einzuimpfen. Rekorde melden die Bayern dennoch am laufenden Band: Jetzt erzielte Robert Lewandowski seinen 18. Auswärtstreffer in einer Saison, was vorher niemand schaffte. Jupp Heynckes und Timo Werner blieben bei 17 stehen. Bayern stellten mit 47 Auswärtstoren auch den eigenen Rekord von 19/20 ein und können ihn ja noch übertreffen. In 50 Auswärtsspielen in Folge gab es jetzt einen Treffer – Rekord! Die Stimmung hat es aber nicht wesentlich aufgehellt.

So wirkten die Bayern eher wie Borussia Dortmund, dass von den Münchnern eben wegen fehlender Konstanz immer wieder abgehängt wurde und dies auch gegen Bochum zeigte. Die 3:4-Niederlage im „kleinen“ Ruhrpott-Derby war auch eine Blamage, machte aber wenigstens den Gegner glücklich, denn der Neuling durfte den Klassenerhalt feiern. Zur Erinnerung: Auch die Bayern hatte Bochum geschlagen! Wer das schafft, darf bleiben!

Aber wer darf sonst noch bleiben? Da gibt es ein Gerangel im Abstiegskampf und es ist fast wie immer, in den letzten Spielminuten ändert sich das Geschehen. Augsburg war kurz vor der Feier zum Klassenerhalt, als Stuttgart gegen Wolfsburg ausglich und seine Chance wahrte. Ebenso erging es Hertha BSC, das mit einem Sieg in Bielefeld gerettet gewesen wäre, doch den Ausgleich hinnehmen musste. So darf auch Bielefeld noch hoffen, muss aber am Freitag in Bochum gewinnen, zum Finale kommt Leipzig, das vorher Augsburg erwartet, also Zünglein an der Waage spielen kann. Wenn der FCA am Samstag (19.30 Uhr) RB empfängt, könnte der Klassenerhalt doch schon gefeiert werden, nämlich dann, wenn die Bayern ihre Aufgabe erfüllen und mit einem Sieg über Stuttgart die Meisterschale in Empfang nehmen. Alles andere wäre peinlich und das machte auch Hertha-Trainer Felix Magath, der dann auch gerettet wäre, deutlich: „Die Bayern tun so, als ob sie die Bundesliga nichts mehr angehe, sie müssen die Runde seriös zu Ende spielen.“ Ob es dazu passt, dass die Münchner jetzt für zwei Tage Sonntag und Montag zum Feiern nach Ibiza geflogen sind? Team-Building-Maßnahme heißt es an der Isar… Geht es nach der Papierform entscheidet sich zwischen Bielefeld und Stuttgart wer absteigt und wer in die Relegation darf. Stuttgart erwartet im letzten Spiel Köln, das auch noch auf die internationalen Plätze schielt.

Wer geht also in die Relegation und wer aus der 2. Bundesliga schafft den Sprung nach oben? Dort ändert sich das Geschehen laufend, die ersten fünf Mannschaften liegen nur fünf Punkte auseinander, seine Chancen fast verspielt hat allerdings der FC St. Pauli, da zog sogar Stadtrivale HSV wieder vorbei und darf nach drei Siegen wieder hoffen. Die besten Karten haben allerdings Außenseiter Darmstadt (57 Punkte, gegen Düsseldorf und Paderborn) sowie Werder Bremen (57, Aue und Regensburg). Werder vergab eine bessere Ausgangsposition mit der unnötigen 2:3-Niederlage gegen Kiel. Schalke als Tabellenführer hat das wohl schwerste Restprogramm mit St. Pauli und Nürnberg als letzte Gegner. Der Aufstieg könnte trotzdem gelingen, Darmstadt die Bremer in die Relegation verbannen und der HSV wie schon so oft als Vierter dumm aus der Wäsche schauen. Eine Relegation Stuttgart gegen Bremen hätte es in sich. Aber bitte: Sicher ist nichts!

Noch ein kleiner Hinweis auf einen besonderen Torschützen: Bei Union Berlin hat Joker Sven Michel derzeit einen besonderen Lauf, kaum ist er auf dem Feld, trifft er auch. Beim 4:1 gegen Hertha dauerte es 139 Sekunden, beim 2:1-Sieg in Leipzig gerade mal 22 und jetzt traf er gegen Schlusslicht Fürth nach 128 Sekunden und rettete noch einen Punkt und gleichzeitig die weitere Hoffnung auf das internationale Geschäft. Nils Petersen in Freiburg macht es ja vor, Joker können schon eine besondere Rolle spielen. Nicht nur die sind wichtig, die von Anfang an auf dem Feld stehen.

Vor 50 Jahren triumphierte die beste deutsche Mannschaft aller Zeiten

2022 ist ein Jahr der besonderen Erinnerungen bzw. Jubiläen im deutschen Sport. 50 Jahre sind vergangenen seit den grandiosen Olympischen Sommerspielen 1972 in München, die als heitere Spiele begannen und leider mit einem traurigen Terrorakt gegen Israels Team endeten. Vor 50 Jahren triumphierte aber auch die beste deutsche Fußball-Mannschaft aller Zeiten, die manchmal sogar ein bisschen in Vergessenheit geraten ist, weil alle vor allem den WM-Sieg 1974 im Gedächtnis haben. Aber der Weltmeister spielte keineswegs so gut wie der Europameister. In Erinnerung bleibt aber der 29. April 1972, da gelang der erste deutsche Sieg im Wembley-Stadion von London über England. Die Deutschen, ansonsten als Kraftmeier und Kämpfer verschrien, beeindruckten mit spielerischer Leichtigkeit, allen voran Franz Beckenbauer und Günther Netzer.

Natürlich kann man immer darüber diskutierten, welches die beste deutsche Mannschaft war, Kritiker sagen oft, der Fußball von früher ist mit dem von heute nicht vergleichbar. Der Mythos von der besten Mannschaft aller Zeiten entstand vielleicht auch dadurch, weil der 3:1-Erfolg in Wembley so überraschend kam, er deutete sich im Vorfeld nicht an, Franz Beckenbauer soll sogar orakelt haben „hoffentlich kriegen wir nicht fünf Stück“.

Es war das Viertelfinale der Europameisterschaft 1972, die damals nur ab dem Halbfinale in Turnierform in Belgien ausgetragen wurde. Vorher waren die einzelnen Runden terminlich zerfleddert, zwischendurch gab es sogar Bundesliga-Spieltage. Und gerade vor dem Viertelfinale in England krachte es im deutschen Lager, befanden sich doch die Münchner Stützen in einer Krise. Die Bayern hatten im DFB-Pokal im Hinspiel den 1. FC Köln mit 3:0 geschlagen, am 12. April stand das Rückspiel an, das es damals noch gab, und nach einem hitzigen, harten Gefecht gingen die Bayern mit 1:5 unter! Der Ärger war groß, den Kölnern wurden Tätlichkeiten vorgeworfen, einen Kölner Spieler wollten die Münchner an ihrer Seite im DFB-Team nicht sehen. Zudem war Nationaltorhüter Sepp Maier verletzt.

Bundestrainer Helmut Schön war als Psychologe gefragt, aber die wichtige Spieler wie Weber, Overath und Schnellinger fielen sowieso verletzt aus (auch Vogts). Schon damals stellten die Bayern den Kern des Nationalteams mit der legendären Achse Maier-Beckenbauer-Müller, dazu kamen Schwarzenbeck, Hoeneß und Breitner. Sepp Maier war bis England wieder spielfähig, aber litt noch unter einer Schleimbeutelentzündung, die Arzt und Masseur dem sensiblen Bundestrainer aber verheimlichten. Helmut Schön hätte wohl sonst schlaflose Nächte gehabt. Und weil Overath ausfiel, schlug die Stunde des Gladbachers Günther Netzer, dem Mittelfeldexperten mit den wehenden blonden Haaren. Er vereinbarte mit Beckenbauer auch eine Taktik des Wechselspiels zwischen Libero und Regisseur, das später in den Medien als „Ramba-Zamba“ gefeiert wurde und die Engländer durcheinander brachte. Mit Toren von Hoeneß (25. Minute), Netzer (84. per Elfmeter) und Gerd Müller (88.) siegte Deutschland bei einem Gegentreffer von Lee (77.) mit 3:1.

So sah die Mannschaft aus: Maier – Beckenbauer – Höttges, Schwarzenbeck, Breitner – U. Hoeneß, Netzer, Wimmer – Grabowski, G. Müller, Held.

Halbfinale und Finale wurden dann vom 14. bis 18. Juni in Belgien ausgetragen. Gastgeber Belgien wurde im Halbfinale mit 2:1 geschlagen und im Finale ging es gegen die damalige Sowjetunion, die Ungarn mit 1:0 besiegt hatte. Im Endspiel ließen die Deutschen dem Gegner keine Chance, Gerd Müller traf zweimal (27. + 58.), dazu steuerte der Netzer-Adjudant und Dauerläufer Hacki Wimmer einen Treffer bei. So sah die Endspiel-Elf aus: Maier – Beckenbauer – Höttges, Schwarzenbeck, Breitner – U. Hoeneß, Netzer, Wimmer – Heynckes, G. Müller, E. Kremers. Das war damals noch möglich: Siggi Held fehlte, weil er zur gleichen Zeit mit Kickers Offenbach in der Heimat um den Aufstieg in die Bundesliga kämpfte!

Auffallend, dass bei der Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland dann der kampfstarke Kölner Wolfgang Overath dem „Luftikus“ Netzer im Mittelfeld den Rang ablief. Günther Netzer spielte bei der WM ganze 20 Minuten! Helmut Schön führte Deutschland zwar zum Titelgewinn, aber es holperte im DFB-Team doch gewaltig und zwischendurch kam es sogar intern zum Aufstand. Vor allem eine 0:1-Niederlage gegen die DDR sorgte für Unruhe, aber sie war am Ende sogar hilfreich, rüttelte alle wach und am Ende stand der Titelgewinn nach dem legendären Finale am 7. Juli in München mit dem 2:1 gegen die Niederlande nach Toren von Breitner (25., Elfmeter) und Gerd Müller (43.). Johan Neeskens hatte den favorisierten Gegner bereits in der 2. Minute in Führung gebracht. Deutschland glänzte vor allem durch Willen und Kampfgeist, kam aber nicht an den spielerischen Glanz von 1972 heran. Es war das erste Mal, das eine Nation gleichzeitig die Pokale für Europa- und Weltmeisterschaft in ihren Vitrinen stehen hatte!

Das waren die Weltmeister von 1974: Maier – Beckenbauer – Vogts, Schwarzenbeck, Breitner – Hoeneß, Overath, Bonhof – Grabowski, G. Müller, Hölzenbein.

Rekord-Meister Bayern darf der Konkurrenz danken

Die Zeit scheint still zu stehen, in der Fußball-Bundesliga gibt es am Saisonende immer die gleiche Ehrung: Und Meister ist wieder der FC Bayern München. Diesmal nach dem 3:1 gegen Dortmund drei Runden vor Schluss. Die Konkurrenz hadert, versteckt mangelnde Leistungsstärke hinter den Argumenten, die Münchner hätten halt mehr Geld und im Zweifelsfalle würden die Schiedsrichter für die Bayern pfeifen. Was soll man da machen! Vielleicht sollten sich die Möchtegernkonkurrenten wie Dortmund, Leipzig und Leverkusen ein Beispiel an anderen Vereinen nehmen, Freiburg und Union Berlin eventuell, die mit wenig Mitteln viel erreicht haben. So sind die Bayern also nicht überraschend Rekord-Meister geworden, zehn Titel in Folge, was noch keine Mannschaft in den Spitzenligen Europas geschafft hat. Es ist die 32. Meisterschaft, davon 31 in der Bundesliga, die gesamte Konkurrenz kommt in dieser Zeit nur auf 28 Titel! Bayern darf der Konkurrenz danken.

In vielen Würdigungen wird gern darauf verwiesen, was alles vor zehn Jahren war, um die großen Zeitspanne und sonstige Veränderungen in unserem Leben zu verdeutlichen. Einprägsam vor allem die Tatsache, das zehnjährige Kinder keinen anderen Fußball-Meister als den FC Bayern München kennen. Werden sie einmal sagen, „was, die Bayern nicht Meister, darf das überhaupt sein?“ Ist es vielleicht 2023 so weit? Da müsste sich die Konkurrenz aufraffen, wie die Bayern unter Uli Hoeneß im Jahr 2012. Damals im Mai ging das „Finale dahoam“ in der Champions League im Elfmeterschießen gegen Chelsea London verloren, demütigte Dortmund die Bayern mit einem 5:2 im Pokalfinale und holte sich damit als Meister das Double. Die Münchner gingen leer aus. Hoeneß war klar: Das darf es nicht mehr geben.

Die Bayern investierten in die Mannschaft, hatten Glück mit ihren Verpflichtungen und starteten einen nicht für möglich gehaltenen Siegeszug. Dortmund muss sich heute grämen, war es doch damals auf Augenhöhe, konnte aber das Münchner Triple 2013 nicht verhindern, verlor das deutsche Finale in der Champions League. Danach trennten sich die Wege eklatant. Bei den zehn Münchner Meisterschaften in Folge war Dortmund sechsmal Zweiter, 2013 sogar mit 25 Punkten Rückstand! Am knappsten war es noch 2019 als die Bayern mit gerade zwei Zählern Vorsprung ins Ziel gingen, unter Trainer Niko Kovac musste ausgerechnet gegen seinen alten Verein Eintracht Frankfurt am letzten Spieltag gewonnen werden, was mit 5:1 deutlich klappte. Ansonsten wurde nie gezittert, der Vorsprung, auch vor den sonstigen Vizemeistern Leipzig (2x), Schalke und Wolfsburg, war immer zweistellig, zwischen 10 und 21 Punkten. Die Meistertrainer der Bayern waren in den zehn Jahren Pep Guardiola (3), Hansi Flick, Jupp Heynckes (je 2), Carlo Ancelotti, Niko Kovac und jetzt Julian Nagelsmann (je 1), mit 34 Jahren der zweitjüngste Meistertrainer nach Matthias Sammer (ebenfalls 34) in der Bundesliga. Bei allen zehn Meisterschaften waren als Spieler nur Manuel Neuer und Thomas Müller dabei, letzterer feiert sogar seinen elften Titel und ist damit alleiniger Rekordmann.

Einen Blick in die Bayern-Zukunft hat der Sport-Grantler schon geworfen (siehe auch die nächste Kolumne („Top-Duell der Enttäuschten – die Helden sind andere“), aber eins ist klar: Die Konkurrenz muss vernünftig planen, um die Bayern zu stoppen. Die Zeit scheint günstig wie nie, weil die Bayern wieder einmal vor einem Umbruch stehen, es geht um Vertragsverlängerungen und Verstärkungen. Dortmund könnte ein Zeichen setzen mit den Verpflichtungen von Süle (dessen Abgang den Bayern weh tut), Schlotterbeck und Adeyemi, die beide auch dem Meister gut zu Gesicht stehen würden. Die Bayern feierten den Rekord-Titel nur mit gebremstem Spaß, weil das Ausscheiden in der CL gegen Villarreal weiter schmerzt und auch im Pokal früh Schluss war. Die Meisterschaft wird immer als ehrlichster Titel gelobt, doch dies allein ist den Bayern zu wenig. Man kann sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen, was in München los ist, wenn sich 2012 wiederholt – ein Jahr ohne Titel!

Langeweile an der Spitze also wie fast immer, dahinter bleibt es spannend, Europa sei dank. Union war der Sieger des Tages, revanchierte sich in der Bundesliga mit einem 2:1 in Leipzig für das Aus im DFB-Pokal. Erster Verfolger bleibt Freiburg, das sich über das 3:3 gegen Gladbach ärgerte und nun bei Hoffenheim gefordert ist. Auch danach gibt es mit Union und Leverkusen nur Konkurrenten als Gegner – Freiburg hat es selbst in der Hand, die Sensation Champions League zu schaffen! Es wäre eine Krönung einer tollen Saison mit dem Einzug ins neue Stadion und dem Sprung ins Pokalfinale nach dem mühelosen 3:1-Sieg in Hamburg.

Im Abstiegskampf ist die erste Entscheidung gefallen, Trainen flossen, Neuling Greuther Fürth muss wie 2013 sofort wieder runter in die Zweitklassigkeit. Damals gab es nicht einmal einen Heimsieg, diesmal immerhin drei, aber die Hinrunde (5 Punkte) war derart schwach, dass nichts mehr zu reparieren war. Immerhin 17 Zähler sind es bis jetzt geworden, fehlen noch vier bis zur Bilanz 2013. Erstaunlich, Trainer Stefan Leitl kann sich seinen Arbeitgeber aussuchen, Fürth will an ihm festhalten, aber auch Schalke, Hertha und Hannover sollen Interesse zeigen. Leitl muss sich noch diese Woche entscheiden.

Aber wer muss noch runter? Bielefeld hat nach dem 1:3 in Köln schlechte Karten, da brachte auch die Entlassung von Trainer Frank Kramer nichts. Gegen Hertha gibt es jetzt ein „Endspiel“. Die Berliner sind unter Felix Magath im Aufwind, haben Mannschafts- und Kampfgeist wieder entdeckt, aber es bleiben zudem die Hürden Mainz und Dortmund. Bielefeld hat es aber in Bochum und gegen Leipzig nicht leichter. Auf dem Relegationsplatz der VfB Stuttgart, bei dem es nach der Niederlage in Berlin Ärger gab. Fast gerettet ist der FC Augsburg, der zumindest nicht mehr direkt absteigen kann. Die bayerischen Schwaben bleiben eine Wundertüte, beim 2:0 in Bochum gelangen alle vorher ausgeheckten Pläne von Trainer Markus Weinzierl. Die 35 Punkte könnten reichen, zumal die Konkurrenz kaum groß punkten wird. Den Klassenerhalt feiern darf sogar der VfL Wolfsburg, der eine Gala-Halbzeit beim 5:0 gegen Mainz hinlegte. Max Kruse beeindruckte mit drei Treffern, die Winterverpflichtungen haben sich gelohnt. Da also wurden die Fehler vor der Saison wieder ausgebügelt.

Europa League als deutsche Liga

Wer hätte das gedacht, ausgerechnet die Europa League, in der die Bundesligisten zuletzt immer enttäuschten, wurde zur deutschen Liga. Mit Leipzig und Frankfurt stehen gleich zwei BL-Klubs im Halbfinale, sie dürfen sogar von einem deutschen Finale träumen. RB gilt gegen die Glasgow Ranger sogar als Favorit, will wie im DFB-Pokal ins Finale, Frankfurt muss gegen West Ham United aus der Premier League wieder über sich hinaus wachsen. Aber wer Barcelona schlägt…

In der Champions League schaut die Bundesliga zu, bei den Bayern wird wie gesagt dadurch die Meisterfreude getrübt. Nun heißt es für Jürgen Klopp und den FC Liverpool gegen den FC Villarreal aufzupassen, das große Duell gibt es aber zwischen Manchester City mit Pep Guardiola und Real Madrid mit Carlo Ancelotti, zwei ehemalige Bayern-Meistertrainer. England und Spanien, die beiden Top-Ligen sind also unter sich.

Apropos Champions League, bei den Frauen landete der VfL Wolfsburg wieder auf dem Boden der Tatsachen, war in Barcelona ohne Chance. Trotz des 1:5 war es aber dennoch ein Erlebnis, 91.648 Zuschauer im ausverkauften Camp Nou sorgten dafür. Ein Highlight im Frauen-Fußball. Da müssen sich jetzt die Fans in Wolfsburg anstrengen, um beim Rückspiel am Samstag (18.00 Uhr) wenigstens ein bisschen spanische Stimmung in der VW-Arena zu produzieren. Im Sport gibt es ja auch immer wieder Wunder!

Kein Wunder ist, das Paris St. Germain (jetzt sind wir wieder bei den Männern) in Frankreich wieder Meister wurde, zum 10. Mal, aber nicht wie die Bayern in Folge. Aber die Meisterschaft ist wie für die Münchner nur ein Trostpreis, immerhin darf Lionel Messi behaupten, er habe Paris zum Titel geführt, aber eigentlich hat er die Hauptrolle nur in den Medien gespielt, auf dem Platz eher eine Nebenrolle. Bezeichnend, dass die Pariser Fans den Titelgewinn nicht feierten, sondern beleidigt das Stadion vorzeitig verließen. Sie protestieren gegen die Vereinsführung und den Geldgeber Katar. Was ist los, wenn Meisterschaften nicht einmal mehr gefeiert werden!

Top-Duell der Enttäuschten – Die Helden sind andere

Es sind die Spiele, auf die die Fans warten – eigentlich. Gut, der „Deutsche Clasico“, wie das Duell zwischen den Bayern und Dortmund gern genannt wird, ist immer interessant, doch diesmal ist ein bisschen der Lack ab, wenn sie sich am kommenden Samstag in München wieder gegenüberstehen. Es ist diesmal ein Top-Duell der Enttäuschten, die ihre Saisonziele nicht mehr erreichen können. Da änderten die überzeugenden Erfolge am letzten Spieltag (Dortmund 6:1 gegen Wolfsburg, Bayern 3:0 in Bielefeldf) nichts daran. Die Helden sind derzeit andere.

Ein bisschen Glanz verbreitet der klassische Zweikampf immer, aber es sollte doch um die Meisterschaft gehen und nicht nur um das Image. Aber Dortmund hat wieder eine Saison mit Rückschlägen zu verkraften, frühes Aus international und im DFB-Pokal und vergebene Liebesmüh im Kampf gegen die Bayern. Neun Punkte Rückstand sind es, kein Vergleich auf Augenhöhe also. Immerhin: Für die Champions League ist Dortmund wieder qualifiziert.

Die Bayern suchen das letzte Highlight einer ebenfalls enttäuschenden Saison mit dem schmerzlichen Aus gegen Villarreal im Viertelfinale der Champions League und der Pleite im DFB-Pokal. Jetzt soll der „Clasico“ ein bisschen Ruhm bringen: Die zehnte Meisterschaft in Folge (ein Rekord) und das vor eigenem Publikum, ein Fest mit den Fans als Balsam für die wunde Erfolgsseele. „Wir haben die Möglichkeit, etwas Besonderes zu schaffen,“ erhöhen von Thomas Müller bis Julian Nagelsmann alle bei den Bayern den Samstag (Spielbeginn 18.30 Uhr). Die Chancen für eine Feier sind günstig, Dortmund kämpft mit Ausfällen und hat die letzten sieben Pflichtspiele gegen die Bayern alle verloren (5x Bundesliga, 2x Supercup)! In der letzten Saison siegten die Münchner daheim 4:2 und in Dortmund 3:2. Im Hinspiel gab es ein umstrittenes 3:2 der Bayern, als Schiedsrichter Felix Zwayer in die Schusslinie geriet.

Unter der Woche hatten die Bayern am Ausscheiden in der Champions League zu knabbern. In der 88. Minute versenkte ein Auswechselspieler namens Chukwueze im Trikot des „Gelben U-Boots“ den Deutschen Meister. Nach der 0:1-Niederlage in Villarreal war das 1:1 das Ende. Kein Henkelpott, nicht einmal das Halbfinale, das Mindestziel im Kreis der Großen. Die Kritiker machten aber nicht nur Spieler und Trainer dafür verantwortlich, sondern zweifeln, ob die Führung mit Boss Oliver Kahn und Sportvorstand Hasan Salihamidzic den Verein wirklich auf der Erfolgswelle der Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge halten kann. Zumal es rund um die Mannschaft viele Fragezeichen gibt. Nach einer glücklichen Zukunft sieht das nicht aus.

Vor allem deshalb ging Oliver Kahn in den letzten Tagen wohl in die Offensive. Es ging vor allem um die Zukunft. „Bayern wird immer unter den großen Drei in Europa bleiben,“ verspricht der Vorstandsvorsitzende und verteilt Zuckerl der Hoffnung, „mit Thomas Müller und Manuel Neuer sind wir in den Gesprächen sehr weit, sie werden ihre Verträge verlängern“. Hoffnung hat er auch, das Robert Lewandowski bleibt, Serge Gnabry sieht er in einer „Uberlegungsphase“. Ihn können vielleicht die Freunde im Team zum Bleiben überreden. Aus Amsterdam sollen Mittelfeldtalent Ryan Gravenberch (19) und Außenverteidiger Noussair Mazraoui (24), ein Mann wie Davies für die rechte Seite, kommen, dazu wollen sich die Münchner verstärkt um die Jung-Nationalspieler Nico Schlotterbeck (Freiburg) und Karim Adeyemi (Salzburg) bemühen, an denen Konkurrent Dortmund schon nah dran sein soll. Auch hier also ein Duell der Enttäuschten, die um eine gute Zukunft kämpfen. Welche Argumente hat die Borussia gegenüber der Aussicht ziemlich sicher Meister zu werden? Am Geld scheint dieses Zukunftspaket offensichtlich nicht zu scheitern. Trotz des Ausscheidens können die Bayern mit rund 90 Millionen Euro aus der CL rechnen.

Die deutschen Hoffnungen in der CL ruhen jetzt auf Jürgen Klopp als Trainer des FC Liverpool. Er muss sich jetzt Villarreal vorknöpfen, das zweite Halbfinale zwischen Manchester City mit Pep Guardiola und Real Madrd ist besonders heiß. Im Duell mit Pep konnte Klopp am Samstag ein Erfolgserlebnis feiern, im FA-Cup siegte Liverpool mit 3:1 und trifft im Finale auf den FC Chelsea London mit Thomas Tuchel als Trainer. Klopp hat noch die Chance auf vier Titel in dieser Saison. Da ist Julian Nagelsmann bestimmt neidisch, aber sein erster sollte schon eingesackt werden.

Leipzig und Frankfurt Teams der Stunde

Die Bayern als Verlierer produzieren ja noch mehr Schlagzeilen, als wenn sie Erfolge feiern. Und dennoch gehörte die Aufmerksamkeit der Fußball-Fans anderen – die Helden war vor allem die Fans von Eintracht Frankfurt, aber auch die Eintracht-Cracks und der RB Leipzig. Die Bundesligisten der zweite Reihe kämpften sich ins Rampenlicht, wobei der 2:0-Erfolg von Leipzig in Bergamo nicht so hell strahlte wie das 3:2 der Eintracht beim FC Barcelona, wo die stolzen Katalanen bei einem 0:3-Rückstand bereits am Rande einer Blamage standen. Davon blieb die Vereinsführung aber nicht verschont, die Frankfurter Fans brachten nämlich das Stadion in ihre Hand. 5000 Eintrittskarten gingen nach Hessen, aber 25.000 – 30.000 Eintracht-Fans waren dann im legendären Camp Nou und machten aus dem Gastauftritt ein Heimspiel. Der 14. April wird in die Eintracht-Geschichte eingehen und Barcelonas Verantwortliche rätseln, wie das passieren konnte, dass ihre Ticket-System aus den Angeln gehoben wurde. Die Barca-Fans wiederum machen den Verein für ihre Niederlage auf den Rängen verantwortlich! Jetzt träumen Frankfurt (gegen West Ham United) und Leipzig (gegen Glasgow Rangers, die Dortmund ausgeschaltet hatten) natürlich vom Finale. Die Bundesliga könnte erstmals in der Europa League erfolgreich sein.

Die „Mannschaft der Stunde“ in der Bundesliga ist der RB Leipzig, der als einziger Verein noch in drei Wettbewerben vertreten ist. Der erst 2009 gegründete Klub greift nach seinen ersten Titeln, nämlich neben der EL auch im DFB-Pokal. Dort ist am Mittwoch Union Berlin der Gegner, ebenfalls ein Gewinner der Saison, der sich noch Hoffnung auf einen Platz in der CL macht, wenn Leverkusen (0:1 gegen Leipzig) weiterhin schwächelt. Der DFB-Pokal ist übrigens ein weiterer Wettbewerb, der zur Enttäuschung der großen Klubs wurde. Das zweite Halbfinale bestreiten am Dienstag eigentlich zwei Kult-Klubs, der Hamburger SV blickt auf eine große Tradition, der SC Freiburg ist derzeit einer beliebtesten Vereine im Lande. Wie groß die Überraschung über die Teilnehmer des Halbfinales ist, zeigt ein Blick auf die Pokalsieger: Nur der HSV wurde schon Pokalsieger (1963, 1976, 1987), die anderen gingen bisher leer aus. Union holte 1968 in der DDR den FDGB-Pokal und will natürlich ins Finale im Olympia-Stadion, um die Stellung als Nummer 1 in der Hauptstadt zu untermauern.

In der Bundesliga gewinnt der Abstiegskampf immer mehr an Spannung. Gladbach, Bochum, Wolfsburg und Augsburg ließen mit Niederlagen der Konkurrenz eine Chance, vor allem Hertha machte mit dem 1:0-Sieg beim FCA einen Sprung nach vorn auf Rang 15, der die Rettung bedeuten würde. Eine Negativserie muss Bielefeld hinnehmen, schon die dritte Kopfverletzung in Folge reduziert das Personal und Stuttgart (0:0 in Mainz) kommt auch nicht voran. Direkte Duelle stehen wieder an, vor allem das Gastspiel vom VfB bei der Hertha ist bedeutend, auch in der Paertie Bochum – Augsburg geht es um eine Weichenstellung,.,

Wölfinnen sind noch nicht satt

Die Frauen des FC Bayern München sind auch mit großen Erwartungen in die neue Saison gegangen, doch am Ende stehen sie mit leeren Händen da. In der Meisterschaft sind vier Punkte Rückstand auf den überlegenen VfL Wolfsburg kaum aufzuholen, in der Champions League und jetzt im DFB-Pokal gab es das Aus im Viertel- bzw. Halbfinale. Die Wölfinnen waren dagegen gefräßig und sind noch nicht satt. Die müden Münchner Mädels haben sie im Titelkampf mit 6:0 distanziert und jetzt verhinderten sie im Pokal im Campus der FC Bayern die Revanche und siegten 3:1. Der Höhepunkt steht aber noch bevor, am Freitag (18.45 Uhr) gibt es das Gastspiel beim Titelverteidiger FC Barcelona und eine besondere Atmosphäre: Die Barca-Frauen stellten zuletzt im Duell mit Real Madrid einen neuen Zuschauer-Rekord auf, 91.553 Zuschauer kamen! Und gegen Wolfsburg ist das Camp Nou schon wieder ausverkauft! Aber die Anhänger der Wölfinnen werden den Coup der Eintracht-Fans kaum nachgemacht haben. Das zweite Halbfinale ist eine französische Angelegenheit, Lyon trifft auf Paris, das in der nationalen Meisterschaft fünf Punkte hinter Lyon liegt.

Der Frauen-Fußball in Deutschland musste allerdings auch einen Rückschlag hinnehmen. In der WM-Qualifikation gab es eine peinliche 2:3-Niederlage in Serbien. Dabei sollte mit einem Sieg das WM-Ticket gelöst werden. Pustekuchen! Jetzt müssen zum Abschluss im September Erfolge in der Türkei oder Bulgarien her, was machbar sein sollte. Allerdings offenbarte die Mannschaft von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg erschreckende Abwehrschwächen, so dass die Zuversicht auf eine erfolgreiche Europameisterschaft im Juli schwindet. Nur Erfolge sind aber Werbung für den Frauen-Fußball!

Die Woche der tausend Geschichten

Der Sport ist vielfältig und schreibt besondere Geschichten. Freud und Leid liegen bekanntlich dicht beieinander. Aber diese Woche im Profisport war schon sehr auffällig, es war praktisch eine Woche der tausend Geschichten. An dieser Stelle kann es natürlich nur einen kleinen Blick auf die außergewöhnlichen Begebenheiten geben.

Fangen wir mit der Fußball-Bundesliga an, die ja hier meist im Mittelpunkt steht. Auffällig wurden vor allem aber die Fans, sie brachten Stimmung in die Arenen, sorgten aber auch für Ärger. Vor allem in Berlin und die HSV-Fans, die mit Pyrofeuern sogar für eine Spielunterbrechung sorgten. Auf diese Ultras kann der Fußball verzichten. Auch die Hertha-„Fans“ schossen wieder einmal über das Ziel hinaus. Sie sehen eine Niederlage nicht als Teil des Sports, sondern als persönliche Beleidigung. Das 1:4 im Lokalderby gegen Union, schließlich die dritte Pleite hintereinander im Derby, brachte ihre Welt in Unordnung. Sie wollten von den Hertha-Spielern nichts mehr wissen, zwangen sie aber zu einer Demütigung: „Zieht Eure Trikots aus, ihr seid nicht würdig, sie zu tragen.“ Einige Spieler folgten sogar, aus Angst und weil sie eine Eskalation verhindern wollten. Diese Hertha-„Fans“ marschierten schon einmal im Training auf und sorgten mit Drohgebärden für Ärger. Das hat mit Sport nichts zu tun. Solche Aktionen können sogar kontraproduktiv sein, die Hertha-Spieler nämlich so verunsichern, dass sie den Abstiegskampf kaum erfolgreich bestreiten können. Und dabei geht es jetzt um die Wurst gegen drei direkte Konkurrenten in Augsburg und Bielefeld und dazwischen gegen Stuttgart.

Dass der Fußball auch als Bühne für politische Parolen benutzt wird, ist nicht neu. Neu war aber diese Aktion: In Frankfurt banden sich zwei Klima-Protestler während des laufenden Spiels an die Pfosten des Eintracht-Tores. Wir war denn das möglich? Zumindest verlief der Protest friedlich und war nach wenigen Minuten beendet. Unangenehm war es doch.

Auffällig sind auch Verletzungsserien. Besonders betroffen Borussia Dortmund, das angeblich schon 2000 Ausfall-Tage zählt. Beim 2:0-Sieg in Stuttgart kamen einige dazu. Reyna musste nach Verletzungspause schon wieder nach 52 Sekunden (!) passen, Dahoud kugelte sich bald darauf die Schulter aus, Hummels gab mit Zerrung auf, dann ging Guerreiro angeschlagen vom Feld. Rekord an Verletzungen! Der Sport schreibt aber auch die schönen Geschichten: Für Reyna kam Julian Brandt von der Bank und war mit zwei Treffern der Matchwinner! Er traf bereits in der 6. Minute – nie traf ein Joker früher! Dortmund aber sucht verzweifelt die Ursache der Ausfallmisere.

Ausfall-Tage hat auch Arminia Bielefeld, die Spieler sollten nicht mehr in Kopfball-Duelle gehen. Vor einer Woche erwischte es Klos mit Schädelbasisbruch, jetzt sank Brunner nach einem Zusammenprall bewusstlos auf den Rasen. Inzwischen geht es ihm wieder besser, aber diese Häufung in der Bundesliga ist generell bedenklich. Die 0:4-Niederlage in Wolfsburg eigentlich Nebensache, aber dann doch wieder nicht, denn der mögliche Abstieg rückt näher.

Im Abstiegskampf hat sich der Kreis der heißen Kandidaten auf drei reduziert. Fürth bleibt abgeschlagen, Hertha, Bielefeld und Stuttgart sind die Kanidaten für den direkten Abstieg und die Relegation. Augsburg hat sich gleich mit zwei Siegen in einer Woche von diesem Feld um fünf Punkte entfernt. Auch mit Hilfe der Schiedsrichter, gegen Mainz sorgte ein Elfmeter der keiner war für den 2:1-Sieg. Glück braucht man halt zum Klassenerhalt. Und neue Kunde gibt es auch: War schon an Trainer Markus Weinzierl gezweifelt worden, so ist jetzt eine Vertragsverlängerung im Gespräch. So schnell kann es gehen.

Bayern hilflos zur falschen Zeit

In München verloren die Augsburger mit 0:1, weil der Videoschiedsrichter ein Handspiel im Strafraum monierte. So waren auch die Bayern glücklich dank Torjäger Lewandowski, doch sie machen derzeit eher einen hilflosen Eindruck und das zur falschen Zeit. Mit Selbstbewusstsein reisten sie in der Champions League nach Villarreal, mit dem 0:1 im Gepäck greift Verunsicherung um sich. Formschwächen werden erkennbar (Müller, Kimmich, Sané, Gnabry), der Abwehr fehlt einfach ein Organisator, Alaba kann nicht adäquat ersetzt werden. Zudem fehlt der Schwung. Wie soll der da der Umschwung im Rückspiel am Dienstag gelingen? Trainer Julian Nagelsmann vertraut auf altes Bayern-Gefühl: „Wenn es darauf ankam, waren die Bayern immer da.“ Nur, da war er noch nicht Trainer! Seine Parole: „Jetzt heißt es beißen“. Auch wenn es nicht läuft, Rekorde gibt es bei den Bayern immer zu vermelden: Thomas Müller feierte als erster Feldspieler seinen 300. Bundesliga-Sieg! Nur die Torhüter Neuer und Kahn holten mehr Siege. Joshua Kimmich stellte den Rekord von Arjen Robben ein, der 150. Sieg im erst 196. Spiel. Dahinter liegt Ribery, solche Erfolgsserien gehen nur mit den Bayern. Nicht immer sind sie hilflos.

Apropos Europa: Der Bundesliga droht die totale Pleite in Europa. Frankfurt feierte zwar ein Fest gegen Barcelona, doch das 1:1 dürfte für das Rückspiel nicht genug sein. Auch Leipzig kam gegen Bergamo nicht über ein 1:1 hinaus, da gilt also ähnliches. Die Halbfinals ohne Bundesliga wäre nicht gut für die Reputation. Der FC Barcelona sorgte übrigens für eine Besonderheit: Er verursachte im Punktspiel beim Vorletzten Levante drei Elfmeter und gewann dennoch 3:2, weil Torhüter ter Stegen einmal hielt. Der Siegtreffer viel in der Nachspielzeit! So ist Barca wieder dabei und auf Platz zwei hinter Real, das aber zwölf Punkte Vorsprung hat, mehr als die Bayern.

Spannung an der Spitze gibt es dagegen in Italien und England. In Italien liegt Milan mit 68 Punkten vor den punktgleichen Inter Mailand und Neapel (je 66). In England brachte das weltweit beachtete Spitzenspiel zwischen Tabellenführer Manchester City und dem FC Liverpool mit dem 2:2 keine Klärung, Klopp bleibt einen Punkt hinter dem Team von Pep Guardiola. Die Besonderheit: Am Ostersamstag treffen sich beide schon wieder im FA-Cup! Wieder dürfen sich die Fußball-Fans auf ein besonderes Spiel freuen. Das direkte Duell der beiden Trainer-Giganten in Bundesliga und Premier League ist absolut ausgeglichen: In 23 Spielen je neun Siege und fünf Unentschieden. Eine von tausend Geschichten.

Comebacks werden gefeiert

Zu den schönen Seiten des Sports gehören die Comebacks. Zwei große werden in diesen Wochen gefeiert. Am Wochenende war Golf-Star Tiger Woods der wohl umjubelste Mann auf der Erde. Als er andeutete, dass er 14 Monate nach seinem Horror-Autounfall beim Masters in Augusta/Georgia zurückkehren wolle, elektrisierte das nicht nur die Golf-Fans. Und dann spielte er auch noch, als ob er nicht so lange pausiert hätte und gehandicapt wäre. Allerdings reichte diese Form nicht für vier Runden. Am Abend litt der lädierte Tiger Qualen, am Tag war er glücklich auf dem Platz und wurde gefeiert. Er will nur noch ausgewählte Turniere spielen, vor allem die Major-Turnier. Die Open in St. Andrews hat er schon im Visier.

Der Sieger Scottie Scheffler feierte kein Comeback, sondern ist der Aufsteiger des Jahres. Erst vor acht Wochen feierte der 25-Jährige Amerikaner seinen ersten PGA-Erfolg, mit weiteren Siegen wurde er schnell zur Nummer 1 der Weltrangliste und jetzt folgte der Triumph beim legendären Masters in Augusta, dem schwersten Turnier der Welt. Sein Preisgeld von 2,7 Millionen Dollar ist auch die höchste Gage bisher bei den Majors.

Ein Comeback feierte auch Ferrari in der Formel 1. Die roten Flitzer sind kein Fall mehr für die Werkstatt, sondern zeigen nach den Regeländerungen in der Formel 1 dass sie ihre Hausaufgaben am besten gemacht haben. Das hätte man den Italienern gar nicht zu getraut. Am meisten trauert Titelverteidiger Max Verstappen, den schon zweimal sein Red Bull im Stich gelassen hat. Einmal streikte die Benzin-Zufuhr, jetzt führte ausgelaufenes Benzin zu einem Brand. Leidensgenosse ist Rekord-Weltmeister Lewis Hamilton, dem Mercedes auch kein Siegerauto hinstellen kann. Immerhin kamen die Mercedes bisher ins Ziel, Kollege George Russell aufs Podium und damit ist er Zweiter mit 37 Punkten hinter Charles Leclerc (71), der mit diesem Frühlingserwachen von Ferrari nicht gerechnet hatte. Ferrari dominiert die Konkurrenz mit 104 Punkten in der Konstrukteurswertung, Mercedes (65) liegt wenigstens vor Red Bull (55), muss aber die Fahrtüchtigkeit der Boliden noch steigern. Die hoppeln wie der Osterhase.

Erstmals am Start war nach einer Corona-Erkrankung Sebastian Vettel. Der Deutsche hat allerdings bei Aston Martin ein Auto, das mit der Konkurrenz gar nicht mithalten. Aus lauter Frust unterliefen Vettel Fahrfehler, er crashte. Das sind die besonderen Formel-1-Stories.

Ein würdiger Abstieg oder nicht?

Es ist ja nicht so, dass die Eishockey-Fans oder -Funktionäre besonders unruhig wären, aber es würde sie doch interessieren, ob es für die Wintersportart einen heißen Sommer gibt oder nicht. Grund sind Ankündigungen der Offiziellen der Krefelder Pinguine, einen Abstieg aus der Deutschen Eishockey Liga nicht akzeptieren zu wollen. Der steht seit einer Woche sportlich fest, doch nach Drohungen herrscht Schweigen. Wahrscheinlich werden noch Unterlagen studiert, ob es überhaupt rechtlich eine Möglichkeit gibt, Einspruch einzulegen. Es könnte auch sein, dass die Überlegungen dahin gehen, ob der Traditionsverein ein würdiger Absteiger sein will oder nicht.

DEL-Boss Gernot Tripcke sieht einem möglichen Einspruch gelassen entgegen, haben doch die Pinguine die Vereinbarung der Liga mit unterschrieben. Die sieht vor, dass es nur einen Absteiger gibt, zwei waren sogar vorgesehen. Doch Corona mischte ja wieder im Winter den Sport auf. Schon die letzten Saison brachte das Virus vor allem die DEL durcheinander, da wurde der Abstieg ganz ausgesetzt, aber gemäß der Vereinbarung mit der DEL 2 gab es mit Bietigheim einen Aufsteiger. Eigentlich wollte man die DEL wieder aufs Normalmaß von 14 Klubs bringen, doch der Spielplan geriet erneut durcheinander. So wurde ein Notfallplan erarbeitet, der eine Besonderheit vorsah, wenn nicht alle Spiele ausgetragen werden können: Es zählt der Punktequotient (Punkte durch Spiele) und nicht die tatsächliche Zahl der Punkte. Der Notfall trat ein, nur sechs Teams absolvierten alle 56 Spiele (darunter Krefeld), am wenigsten spielte Augsburg (52). Augsburg kämpfte noch um einen Platz in den Play-Offs, aber ein Zähler fehlte, Köln (1,321 gegen 1,288) war vorn. Die Panther haben sich vielleicht selbst ein Bein gestellt, haben zur Corona-Hochphase einige Heimspiele verlegen lassen, weil wegen Corona keine Zuschauer kommen durften. Dabei sammelten sie die Punkte vor allem zu Hause.

Zurück zu Krefeld, so ist die Lage der Dinge. Mit Krefeld verlässt allerdings ein ruhmreicher Verein die Liga, der Krefelder EV wurde bereits 1953 Deutscher Meister, da gab es den Deutschen Eishockey-Bund noch gar nicht. Er wurde 1963 ausgerechnet in Krefeld gegründet. Die Pinguine gehörten bisher neben Augsburg, Berlin, Köln, Mannheim und Nürnberg zu den sechs Standortorten, die seit Gründung der DEL 1994 immer in der höchsten Klasse gespielt haben. Gut, der Abstieg wurde abgeschafft, doch die geschlossene Gesellschaft inzwischen aufgelöst. Also muss es einen Absteiger geben (erstmals seit 2006, Kassel), die DEL 2 will schließlich eine Perspektive haben und einen Aufsteiger stellen. Dies sollte Frankfurt sein, das als einziger Verein die Auflagen erfüllt. Krefelds Abstieg aber ist nicht unsportlich, sondern hausgemacht. Selbst Spieler monieren, dass die Mannschaft im Sommer schlecht zusammengestellt war. Da will wohl Manager Sergey Savelijev mit dem angekündigten Protest von eigenen Fehlern ablenken.

Sicher ist, dass die DEL unter allen Mannschaftssportarten als teurer Sport wohl am meisten gelitten hat. Die Zuschauer-Einnahmen stellen einen wichtigen Einnahmefaktor dar. Das Programm musste überhaupt gekürzt werden, jetzt auch in den Play-Offs, die quasi mit einem Vorspiel begonnen haben und ab Sonntag in die Vollen gehen, wenn die acht besten Teams den Titel unter sich ausmachen. Als Favorit gilt Vorrunden-Sieger Eisbären Berlin, Red Bull München und die Grizzlys aus Wolfsburg gelten als stärkste Konkurrenten. Die Adler Mannheim hatten keine gute Saison. Die Play-Offs wurden aus Zeitgründen gekürzt, statt Best of Seven heißt es Best of Five, spätestens am 8. Mai muss der Meister feststehen, bereits fünf Tage später beginnt die Weltmeisterschaft in Finnland. Es wird heiß auf dem Eis.

Eishockey leidet nicht als einzige Sportart unter Corona und Terminproblemen. Nur ein kleiner Hinweis auf das Programm der Basketballer von Bayern München, die vom 1. bis 10. April in zehn Tagen sechs Spiele austragen müssen mit zusätzlichen Reisen. Sie starteten mit dem wichtigsten Spiel und einem Sieg gegen Belgrad und sicherten sich so die Play-Off-Teilnahme in der Euroleague. Am Samstag schenkten sie das Bundesliga-Spiel in Oldenburg mit einem B-Team ab, was sportlich natürlich fragwürdig ist, aber verständlich. Dann ging es nach Istanbul, wo am Montag Fenerbahce und am Mittwoch Efes die Gegner waren (zwei Niederlagen). Weiter geht es nach Madrid (Freitag) und der „krönende“ Abschluss erfolgt am Sonntag in der Bundesliga in Gießen. Gesund ist das nicht für die Spieler, das hat auch mit Profitum nichts zu tun. Trainer Andrea Trincheri sagt es sarkastisch: „Es geht ums Überleben.“ Sport soll doch Spaß machen!

Die Bayern und Dortmund haben sich verrechnet

Große Aufregung in der Fußball-Bundesliga. Ein fehlerhafter Spielerwechsel sorgte für mehr Wirbel als ein spektakuläres Ergebnis. Nicht der 4:1-Erfolg der Bayern in Freiburg war Gesprächsthema, sondern ein kurioser Vorfall in der 86. Minute, als die Münchner nach Spielerwechseln plötzlich mit zwölf Mann auf dem Feld standen. Hätten sie doch gar nicht nötig gehabt, führten doch mit 3:1. Aber Coman, der gehen sollte, fühlte sich nicht angesprochen, weil die Nummer 29 angezeigt wurde und er die 11 trägt. Die 29 hatte er früher mal und Teammanagerin Kathleen Krüger schwelgte offenbar in Erinnerungen als sie gedankenverloren die falsche Nummer auf der Tafel anzeigte. 17 oder 18 Sekunden spielte Bayern mit einem Mann mehr, Tor fiel keins, doch dem einen anderen fiel auf, da stimmt was nicht.

Lustig war, dass Trainer Julian Nagelsmann in der anschließenden Diskussion gegenüber den Schiedsrichtern mit den Fingern abzählte, dass er doch nur fünf Spieler gewechselt hatte. Er hatte hier richtig gezählt, aber nicht die Spieler auf dem Platz. Coman war noch da und Süle zusätzlich auch. Doch das ist jetzt der springende Punkt für alle Regelkundigen: Verantwortlich für den richtigen Wechsel ist nicht der Verein, sondern sind die Schiedsrichter. Dafür wurde unter anderem der vierte Mann installiert, als Aufpasser für Trainer, Wechsel und sonstige Regularien. Die Bayern begingen keinen gravierenden Regelverstoß, aber die Schiedsrichter. Deshalb dürfte ein Punktabzug für München nicht in Frage kommen, selbst wenn Freiburg Protest einlegt (was derzeit noch offen ist). Punktabzüge für Schiedsrichter gibt es aber nicht.

Die Bayern wollen jetzt richtig rechnen und bauen auf neun Punkte Vorsprung vor Verfolger Borussia Dortmund. Aber was heißt Verfolger, auch die Borussia hat sich verrechnet, diesmal aber sportlich. Gegen Leipzig sollte ja eigentlich Fahrt aufgenommen werden für den Rest der Saison, bestes Rückrundenteam wollte man werden, doch nach dem 1:4 gegen Leipzig ist man zwar noch sicherer Zweiter, aber bestes Team der Rückrunde ist Leipzig. Jetzt wird in Dortmund neu gerechnet, nämlich mit einem Umbruch in der Mannschaft, so steht der fehlerbehaftete Emre Can auf der Abgangsliste. Er leitete die Niederlage gegen RB ein und könnte so auch sein WM-Ticket bei Hansi Flick verlieren. Seinen Posten nicht verlieren soll dagegen Trainer Marco Rose. Leipzig präsentierte sich dagegen als Sieger des Tages, im Kampf um den vierten Platz in der Champions League ließen die Konkurrenten Freiburg und Hoffenheim Federn. Gerade Hoffenheim droht gerade alles zu verspielen nach Niederlagen gegen die Abstiegskandidaten Hertha und Bochum. Jetzt steht am Sonntag das Duell in Leipzig an!

Apropos Abstieg, dort war der FC Augsburg das Pendant unten zu Leipzig oben. In der unteren Tabellenhälfte siegte nur der FCA mit 3:0 gegen Wolfsburg und zog den Gegner damit in den Abstiegskampf mit rein. Aber von Fürth bis Gladbach konnte keiner drei Punkte auf sein Konto bringen, da rutschte die Hertha nach dem 1:2 in Leverkusen auf einen direkten Abstiegsplatz, Augsburg dagegen machte einen Schritt nach oben. Am Mittwoch kommt Mainz zum Nachholspiel, die Gelegenheit zu noch mehr Ruhe. Nur Wolfsburg – Bielefeld ist am Samstag ein direktes Duell im Abstiegskampf, die Hertha hat die brisante Aufgabe im Berliner Derby gegen Union.

Ein besonderes Ereignis war für die Bundesliga die Rückkehr der Fans, doch nicht überall wurden diese glücklich, zum Beispiel in Dortmund nicht und Freiburg feierte sein erstmals ausverkauftes neues Stadion auch mit einer Niederlage, bot aber immerhin noch ein besonderes Regelspektakel.

Die gute Spanien-Bilanz

Der April ist der Monat der Weichenstellung, das ist bekannt. Jetzt geht es auch auf Europas Bühne weiter, Stress ist für einige Klubs also an der Tagesordnung. Besonders strapaziert ist Leipzig, das auch im DFB-Pokal vertreten ist und sieben Spiele in 21 Tagen absolvieren muss. Am Ende aller Anstrengungen soll der erste Titel eingesackt werden. Den will auch Julian Nagelsmann mit den Bayern holen, nein, eigentlich will er zwei. In der Bundesliga ist er auf einem guten Weg, in der Champions League folgt die nächste Bewährungsprobe gegen Europa-League-Sieger FC Villarreal. Die Spanier gelten als „leichtes“ Los im Viertelfinale der Champions League, aber wieder einmal heißt es, zunächst den ersten Schritt vor dem nächsten zu tun. Villarreal mit dem erfahrenen Trainer Unai Emery hat immerhin Juventus Turin ausgeschaltet. Die Bayern sehen der Aufgabe aber mit Ruhe entgegen, ihre CL-Bilanz spricht dafür: Zum 20. Mal stehen sie im Viertelfinale (Rekord!), seit 25 Spielen sind sie auswärts ungeschlagen und haben auch die letzten sieben Spiele gegen spanische Teams nicht verloren. Seit 2017 sind sie auch in Spanien ungeschlagen, zuletzt gab es einen 3:0-Sieg beim FC Barcelona. Zuversicht gibt auch, dass Villarreal die Generalprobe versaute, der Siebte der La Liga unterlag Schlusslicht Levante mit 0:2.

Ein Schlusslicht stoppte auch Eintracht Frankfurt, das beim 1:1 gegen Fürth wohl schon mit den Gedanken beim FC Barcelona war. Das Duell in der Europa League lässt wieder die Erinnerung an die großen Europa-Abende der Eintracht wach werden, glücklicherweise dürfen das Duell am Donnerstag (21.00 Uhr) auch die Fans erleben. RB Leipzig wird um 18.45 Uhr von Atalanta Bergamo geprüft. Keine leichte Aufgabe, aber die Chance fürs Halbfinale sollte da sein. Bereits nächste Woche stehen die Rückspiele an.

Corona sorgt für Tränen

Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt – das waren die Empfindungen der deutschen Spitzenteams im Frauen-Fußball. Gejubelt haben die Mädchen des VfL Wolfsburg, die eine erfolgreiche Woche hinter sich haben. Mit einem 2:0-Sieg über Arsenal London zogen sie ins Halbfinale der Champions League ein, wo allerdings Titelverteidiger und Favorit FC Barcelona wartet. Ein „Endspiel“ aber gewannen sie bereits, nämlich das um die nationale Meisterschaft, nachdem sie Verfolger Bayern München mit 6:0 deklassierten. Vier Punkte Vorsprung und nur noch drei Spiele gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte bedeuten praktisch den siebten Titelgewinn in den letzten zehn Jahren.

Nur Bayern München versalzte ihnen dreimal die Suppe und ist auch Titelverteidiger. Doch bei den Bayern-Mädels flossen die Tränen, vor allem Corona versaute ihnen die Woche. In den wichtigsten Spielen des Jahres war eine ganze Reihe von Stammspielerinnen in Quarantäne. Der Rest wehrte sich tapfer gegen Paris St. Germain, aber nach der 1:2-Hinspielniederlage reichte ein 2:2 nach Verlängerung in Paris nicht. Die Münchnerinnen waren am Rande der Erschöpfung, es fehlten Auswechselmöglichkeiten. Die Müdigkeit war noch am Sonntag in Wolfsburg zu spüren, die Beine waren schwer, die Wölfinnen zu schnell. Die Chance zur Revanche gibt es bald, am Ostersonntag treffen die Mannschaften im DFB-Pokal wieder aufeinander, diesmal in München. „Wir müssen uns vor allem ausruhen,“ sagt Trainer Jens Scheuer.

Dazwischen stehen Termine der Nationalmannschaft an, die am Samstag in der WM-Qualifikation auf Portugal trifft und am Dienstag (12. April) in Serbien antritt. Dies ist die letzte Zusammenkunft vor der Europameisterschaft in England, die am 6. Juli beginnt. Ausfälle sind für Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg ebenfalls wieder an der Tagesordnung.

Infantino verdirbt die WM-Show

Die Fußball-Welt schaute dieser Tage nach Katar, wo die Auslosung für die Weltmeisterschaft 2022 stattfand. Gut, die Auslosung brachte keinen Knüller zu Tage, so richtig geht ja eine WM erst ab der K.o.-Runde los. Überschattet wurde die Auslosung allerdings vom arroganten Auftreten des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino, der sich aufführte, als würde die Fußball-Welt nur auf ihn schauen. Schon kündigte er die WM „als größte Show der Welt“ an, bescheinigte Katar bereits jetzt die „beste WM aller Zeiten“ zu organisieren und nennt den Emir von Katar seinen „Bruder“. Wahrscheinlich, weil Infantino ja in Doha Quartier bezogen hat, wohl auch, um der Justizverfolgung in der Schweiz zu entgehen. Der skandalumtoste Infantino kündigte für nächstes Jahr seine erneute Kanidatur zur Wahl des Präsidenten an, aber der Beifall war sehr verhalten. Die Mehrheit dachte sich wohl „um Gottes Willen“. Jetzt liegt es an den vernünftigen Leuten in der FIFA den Verband vom Kasperltheater zu befreien. Teils slapstickartige Auftritte wurden Infantino in Doha bescheinigt.

Sportlich hat Bundestrainer Hansi Flick erst einmal durchgeschnauft, als Lothar Matthäus als „Glücksfee“ Spanien als ersten Gruppengegner zog. Los geht es in der Gruppe E am Mittwoch, 23. November (14.00 Uhr) gegen Japan, am 1. Advent (Sonntag, 27.11., 20.00 Uhr) steht Spanien auf dem Programm, am Donnerstag, 1. Dezember (20.00 Uhr) erfolgt der Abschluss gegen Costa Rica oder Neuseeland. Die ausgeglichenste Gruppe dürfte die Gruppe G mit Brasilien, Schweiz, Serbien und Kamerun sein. Das wird ein Ereignis, die WM in der Wüste mit einem wüsten FIFA-Präsidenten.

Hansi Flick ist mit Deutschland auf dem richtigen Weg

Die Fußball-Bundesliga rüstet zum Saison-Endspurt, doch davor wirft die Weltmeisterschaft in Katar ihren Schatten voraus. Dies nicht nur mit der Auslosung der Gruppen am Freitag, sondern auch im Kampf um die letzten WM-Tickets oder bei allen Testspielen, in denen der Kampf um die Plätze in den Mannschaften im Mittelpunkt steht. Für die deutschen Fans besonders im Blickpunkt natürlich das Duell mit dem alten Rivalen Niederlanden. Endlich ein echtes Kräftemessen nach acht Siegen gegen höchstens mittelmäßige Gegner. Hat das 1:1 jetzt besondere Erkenntnisse gebracht? Ja und Nein, denn man muss auch die acht Spiele vorher einbeziehen und einen Blick auf den Stil werfen, den Flick der Nationalmannschaft verpasst hat. Diesbezüglich bleibt auf jeden Fall ein Urteil: Hansi Flick ist mit Deutschland auf dem richtigen Weg. Manche sehen das DFB-Team als einen der WM-Favoriten, doch dazu sagt der Bundestrainer lieber nichts. Hollands Nationaltrainer Louis van Gaal nahm wie immer kein Blatt vor den Mund und tat kund: „Deutschland ist ein Top-Kandidat, kann die WM gewinnen.“

Beeindruckend war, dass Deutschland lange Zeit die Niederlande dominierte, die ja zuletzt mit guten Ergebnissen Stärke demonstrierte. Die Flick-Schützlinge spielten auf wie gegen die Fußball-Zwerge, zeigten, das lag nicht nur an der Schwäche der Gegner, da ist Qualität vorhanden. Dies überraschte umso mehr, da das DFB-Team keineswegs in Bestbesetzung antreten konnte, aber gerade das brachte dem Bundestrainer wohl wertvolle Erkenntnisse. So haben sich vor allem die Talente Jamal Musiala (19), der beste Spieler gegen die Niederlande, und Nico Schlotterbeck (23), wenn auch mit Leichtsinnsfehlern, in den Vordergrund gespielt. Sie sollten einen Platz im WM-Kader ergattern. Dagegen machten Florian Brandt und Julian Draxler eher den Eindruck, dass Flick auf sie verzichten könnte.

Im Vorfeld der WM führen ja die 80 Millionen Bundestrainer in Deutschland gern die Diskussion, wer denn für die WM in Frage komme. Am Ende werden wohl auch Corona und Verletzungen eine Rolle spielen. Aber eines hat Flick deutlich gemacht, seine Kandidaten sollten Spielpraxis haben. Das spricht zum Beispiel im Tor für Trapp statt Leno als dritten Keeper, das spricht gegen Draxler und Brandt. Andererseits gibt es Ausnahmen, so ist Thilo Kehrer, bei Paris oft auf der Bank, ein Liebling Flicks mit dem Vorteil der Vielseitigkeit, auch Stürmer Timo Werner werden Pausen verziehen, er dankt es im Nationalteam mit Toren, die ihm bei Chelsea nicht so gelingen.

Ein WM-Kader zeichnet sich deutlich ab, es bleiben nur wenige Fragezeichen. Hier der Überblick: Tor: Neuer, ter Stegen, Trapp (Leno). Außenverteidiger: Hofmann, Kehrer – Gosens, Raum. Innenverteidiger: Süle, Rüdiger, Schlotterbeck, Ginter (Tah, Koch). Mittelfeld: Kimmich, Goretzka, Musiala, Gündogan. Angriff: Müller, Reus, Sané, Gnabry, Werner, Havertz, Wirtz (Adeyemi, Nmecha). Dazu gibt es einige Kandidaten, wobei wohl für Mats Hummels der Zug abgefahren ist. Zur Debatte stehen aber Can, Neuhaus, Klostermann,, Henrichs oder Arnold. Wobei ein vielseitiger Spieler wie Emre Can Vorteile genießt. Hansi Flick hat auf jeden Fall die Qual der Wahl, die DFB-Auswahl scheint besser gerüstet zu sein als bei den letzten verunglückten WM- und EM-Turnieren unter Joachim Löw.

Vor der WM stehen noch sechs Spiele in der Nations League an, vier davon noch vor der Sommerpause im Juni. Hansi Flick möchte davor ein Trainingslager abhalten, weil vor der WM die Zeit fehlt. Gespielt wird am 4. Juni in Bologna gegen Italien, am 7. in München gegen England, am 11. in Ungarn und am 14. Juni in Mönchengladbach das Rückspiel gegen Italien. Die Runde wird am 23. September in Leipzig gegen Ungarn und am 26. September in England abgeschlossen.

Deutschland in Topf zwei

Am Freitag werden bereits die WM-Gruppen in Katar ausgelost. Drei Plätze sind noch nicht vergeben, Wales wartet auf den Sieger vom Duell Schottland gegen Ukraine, wenn die kriegsgeplagte Ukraine überhaupt im Sommer noch spielen kann. Außerdem geht es bei Peru, dem Fünften in Südamerika, gegen Australien um ein Ticket und Costa Rica trifft auf Neuseeland. Jubel gab es in dieser Woche dagegen in Polen, wo Kapitän Robert Lewandowski endlich beim größten Turnier auch mal treffen will, und Portugal, auch wenn Cristiano Ronaldo kaum in Erscheinung trat, außerdem in Kanada, das die WM-Premiere feiert und damit vor allem Alphonso Davies glücklich machte. Dabei sind USA, Mexiko und in Afrika Senegal, Marokko, Tunesien, Ghana und Kamerun. Die WM-Töpfe werden nach der Weltrangliste bestückt, deshalb findet sich Deutschland als Zehnter in Topf zwei wieder.

So sehen die WM-Töpfe aus: Topf 1: Katar als Gastgeber, Belgien, Brasilien, Argentinien, Frankreich, England, Spanien, Portugal. – Topf 2: Niederlande, Deutschland, Dänemark, USA, Mexiko, Schweiz, Kroatien, Uruguay. – Topf 3: Senegal, Iran, Japan, Marokko, Serbien, Polen, Südkorea, Tunesien. – Topf 4: Kamerun, Kanada, Ghana, Ecuador, Saudi-Arabien, Wales/Schottland-Ukraine, Peru/Australien, Costa Rica/Neuseeland.

Viel Spaß mit Spielereien, welche Gruppengegner Deutschland bekommen könnte. Es kann nur immer ein Land von einem Kontinent sein, zum Beispiel Brasilien, Polen und Kanada oder doch lieber Katar, Tunesien, Costa Rica? Nein, Katar kann es nicht werden, Louis van Gaal weiß: „Ich habe bei Auslosungen immer Glück, wir bekommen Katar.“