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Kommentare rund um Fußball und anderen Sport

Die Bayern starten die Aktion Triple

Die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass im August, wenn normalerweise die neue Fußball-Saison beginnt, jetzt erst der Höhepunkt des Spieljahres 2019/20 ansteht, nämlich die Finalrunden in Champions League (CL) und Europa League (EL). Natürlich ist alles anders, Finalrunden gab es noch nie, beide Wettbewerbe gehen kompakt über die Bühne mit zentralen Spielorten und im K.o.-System. Die CL trifft sich in Lissabon, die EL in Nordrhein-Westfalen, gespielt wird in Düsseldorf, Köln, Duisburg und Gelsenkirchen. Die Finals steigen am Freitag, 21. August, in Köln (EL) und am Sonntag, 23. August, in Lissabon (CL), Beginn jeweils 21.00 Uhr.

Bevor die Finalrunden beginnen, müssen allerdings noch ausstehende Spiele im Achtelfinale ausgetragen werden. Dies betrifft auch den FC Bayern München, der am kommenden Samstag (8.8., 21.00 Uhr) Chelsea London zum Rückspiel erwartet. In London siegten die Bayern mit 3:0, stehen also mit einem Bein in der Endrunde. Parallel dazu wird der Gegner ermittelt, er heißt entweder FC Barcelona oder SSC Neapel, das Hinspiel hatte beim 1:1 keinen Sieger. Bereits im Achtelfinale steht RB Leipzig, das Tottenham mit 3:0 und 1:0 ausgeschaltet hatte. Dagegen ist Borussia Dortmund bekanntlich gegen Paris St. Germain mit 2:1/0:2 ausgeschieden.

Die Bayern starten am Samstag die Aktion Triple, sie träumen davon, dass sie den Erfolg von 2013 unter Trainer Jupp Heynckes wiederholen können. Meisterschaft und Pokalsieg sind bereits eingetütet, die Form stimmt, es ist quasi angerichtet. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge warnt und ist gleichzeitig erwartungsfroh: „Das wird die spannendste Finalrunde aller Zeiten.“ Er zielt darauf ab, dass es noch nie ein Turnier um Europas Königstitel gab. Nur ein Spiel auf neutralem Boden, so kennt man Turnieren der Nationalmannschaften, aber nicht im Vereinsfußball. In nur einem Spiel ist vieles möglich, es zählen Tagesform, Glück und der Schiedsrichter. Eine Chance vor allem für Außenseiter. Ungewiss ist auch, welche „Vorbereitung“ zur Bestform führt: Die deutschen Klubs müssen nach einer Pause ihre Form wiederfinden, sind aber ausgeruht, die Konkurrenz wiederum hatte zuletzt Spielpraxis, es könnten sich aber Verschleißerscheinungen bemerkbar machen. Wo liegt der Vorteil?

Auch Sperren durch Gelbe Karten könnten noch entscheidend werden, bei den Bayern sind ausgerechnet Thiago und Kimmich gefährdet, zwei Schlüsselspieler. Kimmich muss den verletzten Pavard auf seiner früheren Position als Rechtsverteidiger ersetzen, Thiago wiederum ist sein Vertreter in der Mitte neben Goretzka. Es entstehen Lücken, wenn einer ausfällt, das könnte gerade gegen Barcelona als möglichen Gegner im Viertelfinale (Freitag, 14. August) entscheidend sein. Die Bayern träumen vom Triple, weil sich bemerkenswerte Parallelen zum Titelgewinn von 2013 zeigen. Hansi Flick gilt in manchen Sachen fast als Kopie von Jupp Heynckes und er hat wieder eine Achse geschaffen mit Neuer, Alaba, Kimmich, Müller und Lewandowski, so wie sie Heynckes 2013 mit Neuer, Lahm, Schweinsteiger, Müller, Ribery und Robben hatte. Flick setzt wie Heynckes auf eine Stammelf, rotiert nur in kleinem Rahmen. Ein gutes Omen auch, dass im Achtelfinale ein Klub aus London der Gegner ist. Diesmal Chelsea, damals Arsenal, nach dem 3:1-Sieg in London wurde es im Rückspiel beim 0:2 allerdings eng. Dies soll diesmal mit einem 3:0 im Rücken verhindert werden, zumal Gegner Chelsea mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hat, aber zweifellos besser in Form ist als im Frühjahr. Sollten die Bayern wie erwartet weiterkommen, werden sie ein Kurztrainingslager Nähe Lissabon beziehen, um sich auf die Endrunde vorzubereiten.

Auch der RB Leipzig träumt vom Henkelpott, zählt aber zu den Außenseitern. Mit dem erfahrenen Atletico Madrid wartet im Viertelfinale bereits eine harte Nuss. Eine Besonderheit müssen die Leipziger hinnehmen, Neuzugänge für die nächste Saison dürfen noch nicht eingesetzt werden (z. B. Sané bei den Bayern), aber Abgänge stehen zum Teil nicht zur Verfügung. So müssen die Leipziger auf Torjäger Timo Werner verzichten, dem der neue Verein Chelsea nicht die Freigabe erteilte. Einsatz oder nicht ist Verhandlungssache. So rechnet Bayer Leverkusen mit Kai Havertz auch dann, wenn er einen angekündigten Abgang Wirklichkeit werden lässt. In der CL ist Julian Nagelsmann einer der drei deutschen Trainer, die den Titel holen können. Der Dritte ist Thomas Tuchel bei Paris, der im Viertelfinale die Hürde Atalanta Bergamo nehmen muss, das Überraschungsteam aus Italien. Weitere Favoriten müssen wie die Bayern erst noch den Weg ins Viertelfinale finden, Juventus Turin gegen Lyon (Hinspiel 0:1) und der Kracher am Freitag, 7.8., ist das Rückspiel Manchester City gegen Real Madrid. Das Hinspiel entschied Pep Guardiola im Duell der prominenten Trainer gegen Zinedine Zidane mit 2:1 für sich. Beide Klubs erheben den Anspruch, am Ende im Finale zu stehen. Aber es kann nur einen geben… Es stimmt schon, die Finalrunde könnte ganz schön packend werden.

Drei deutsche Hoffnungen

Drei deutsche Trainer hoffen, drei deutsche Hoffnungen gibt es auch in der Europa League. Der VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt kämpfen noch um den Einzug in die Endrunde. Die besten Karten hat dabei Leverkusen, das im Hinspiel bereits bei den Glasgow Rangers mit 3:1 gewann, da sollte am Donnerstag, 6.8., nichts mehr anbrennen. Wolfsburg muss nach Kiew reisen, um dort gegen Donezk am Mittwoch, 5.8., das 1:2 aus dem ersten Duell auszugleichen. Noch schwerer wird es für Frankfurt, das in einem Geisterspiel daheim gegen den FC Basel 0:3 unterlag und trotzdem am Donnerstag, 6.8., auf die Wende hofft, weil sich Basel zuletzt in der Schweizer Liga anfällig zeigte. Das Viertelfinale beginnt dann am Montag, 10. August, in Düsseldorf mit dem Sieger der Begegnung Inter Mailand – FC Getafe (Mittwoch in Gelsenkirchen) gegen den Sieger Leverkusen/Glasgow. In einem Spiel suchen auch der FC Sevilla und AS Rom (Donnerstag, 6.8., in Duisburg) den achten Verein fürs Viertelfinale. Im K.o.-Modus muss spielen, wer im Achtelfinale noch nicht antreten konnte. Beim Rest des Feldes stehen eben die Rückspiele an, nämlich Manchester United – Linz (Hinspiel 5:0) und Wolverhampton – Piräus (1:1). Die Fußball-Fans können sich auf 26 Spiele in 19 Tagen freuen, wahrlich ein heißer August.

Corona verhindert auch Festtage für die Amateure

Es war schon eine seltsame Auslosung für die erste Runde im DFB-Pokal der Saison 2020/21. Die Vereinsfunktionäre und Fußball-Fans saßen diesmal nicht mit Spannung vor dem Bildschirm, als in der ARD-Sportschau am Sonntag ausgelost wurde. Warum auch, die meisten Teilnehmer aus dem Amateurlager stehen noch gar nicht fest und so wurden eigentlich leere Lose gezogen. Seltsam, dass der DFB die Auslosung überhaupt wie geplant so zeitig vorgenommen hat, denn erst am 22. August, wenn es den Finaltag der Amateure gibt und die Länderpokalsieger feststehen, weiß man, wer im Pokal dabei ist. Die Zeit bis zur ersten Runde vom 11. bis 14. September hätte sicherfür die Auslosung gereicht.

Aber es wird ja sowieso ein seltsamer Wettbewerb. Corona verhindert auch die Festtage für die Amateure. Was fiebern normalerweise die kleinen Vereine dem Besuch der Großen aus der Bundesliga entgegen! Für die meisten war das Duell mit einem Profi-Klub ein Ereignis für die Geschichte und immer eine willkommener Segen für die Vereinskasse. Das fällt in diesem Jahr weg. Es wird wohl regional unterschiedlich sein, ob überhaupt und wenn ja, wie viele Zuschauer bei den einzelnen Spielen anwesend sein dürfen. Nach einem Festtag schaut das nicht aus, ganz im Gegenteil, die kleinen Vereine stehen vor einer Herkules-Aufgabe um die Quarantäne- und Abstandsbestimmungen zu erfüllen. Erfreulich, dass es aus der Bundesliga schon Stimmen gibt, die den Klubs helfen wollen. Wäre schön, wenn die großen Klubs den Amateuren auch finanziell unter die Arme greifen würden, damit das Gastspiel der Profis auch in Corona-Zeiten als etwas Besonderes in Erinnerung bleibt.

23 von 64 Teilnehmern sind bisher nicht bekannt, aber ein paar interessante Spiele stehen bereits fest. Der 1. FC Nürnberg (im Topf der Amateure) darf sich auf RB Leipzig freuen, der MSV Duisburg erwartet Borussia Dortmund, ein heißes Duell dürfte es zwischen Dynamo Dresden und dem Hamburger SV geben, aber auch die Paarungen Wehen-Wiesbaden – Heidenheim, Würzburger Kickers – Hannover 96, Ingolstadt – Düsseldorf, Karlsruhe – Union Berlin und Magdeburg – Darmstadt sind durchaus interessant. Ein bisschen Vorfreude auf den Pokal gibt es vielleicht doch und die Hoffnung, dass bis zum September wenigstens einige Zuschauer in den Stadien sein können. Eine Woche später starten dann am 18. September bekanntlich die 1. und 2. Bundesliga in die neue Saison.

Und das sind die weiteren Pokaltermine: 2. Runde 22./23. Dezember, Achtelfinale 2./3. Februar 21, Viertelfinale 2./3. März, Halbfinale 1./2. Mai, Finale 13. Mai.

Zeit des Geldes und der Lügen

Der gesamte Terminkalender des Sports ist in diesem Jahr durcheinander geraten und so bereiten sich die Spitzenklubs erst jetzt auf die entscheidenden Spiele der Champions League und der Europa League vor. Ab dem 5. August geht es in die Vollen, bis zum 23. August stehen 26 Spiele in 19 Tagen an, nur an drei Tagen wird nicht gekickt. Aber nebenher geht es für die Manager auch um den neuen Kader. Teilweise stehen Neuzugänge schon fest, diese dürfen aber in den Spielen der alten Saison noch nicht mitmischen. Dennoch läuft die Gerüchteküche heiß und wir wissen, die Zeit der Wechsel ist auch eine Zeit des Geldes und der Lügen (jeder Spieler geht zu seinem Traumverein, Verhandlungen werden verheimlicht).

Viele Fans hatten ja gehofft, dass Corona dafür sorgen könnte, dass die utopischen Ablösesummen und Gehälter im Profi-Fußball der Vergangenheit angehören, doch die Hoffnung scheint vergebens zu sein. Vor allem die Vereine, die von reichen Scheichs oder Oligarchen gesponsert werden, wollen zum Teil Verstärkungen um jeden Preis, wie etwa Chelsea London oder Manchester City. Aber auch die Spieler träumen weiterhin von Gehaltssteigerungen, so lange es immer noch einen Markt für große Summen gibt. Siehe das Beispiel David Alaba, der bei Bayern München angeblich 20 Millionen Euro Jahressalär für eine Vertragsverlängerung erwartet. Da schlucken dann selbst die Bayern.

Täglich fallen aber auch Entscheidungen, sowohl sportlich, als auch personell. In England wurde die Saison mit Paukenschlägen abgeschlossen, nach Meister Liverpool (da wurde am Mittwoch groß gefeiert) und Manchester City qualifizierten glücklich Manchester United (mit einem 2:0-Sieg bei Konkurrent Leicester) und Chelsea London für die Champions League. Leister und die Tottenham Hotspurs spielen Europa League, auf die noch Wolverhampton hofft, das am letzten Spieltag aus den Europa-Plätzen rutschte, aber als Siebter noch mitmischen darf, wenn Chelsea am Samstag im Pokalfinale Arsenal London schlägt. Am letzten Spieltag hat sich aus der Traditionsklub Aston Villa gerettet (ein 1:1 bei West Ham reichte) und schickte damit Bournemouth, Watford und Norwich in die Zweitklassigkeit. In Italien brachte Juventus Turin den 9. Titel in Folge unter Dach und Fach. Der Wettlauf mit den Bayern, wer mehr Titel in Folge gewinnt, geht also weiter.

Zwei bemerkenswerte Personalien in der 1. und 2. Bundesliga: Die TSG Hoffenheim vertraut künftig dem Profi-Neuling Sebastian Hoeneß als neuem Trainer. Der Sohn von Dieter und Neffe von Uli Hoeneß sorgte für Aufmerksamkeit, weil er Bayerns zweite Mannschaft zur Meisterschaft in der 3. Liga führte. Auch beim 1. FC Nürnberg betritt der neue Mann Neuland: Aus dem Trainer wird jetzt der Sportvorstand Dieter Hecking, der beim Hamburger SV nicht die Wünsche erfüllen konnte und jetzt eine andere Laufbahn einschlägt. Erfahrung im Fußball hat er ja, mal sehen, ob er nächsten Traditionsverein glücklich machen kann.

Nicht glücklich sind die Fans in Augsburg mit Manager Stefan Reuter, nachdem der Kapitän Daniel Baier und der beliebten Torhüter Andreas Luthe rasiert hat. Der Vertrag mit Baier wurde schon aufgelöst, Luthe kann sich einen neuen Verein suchen. Wehe, wenn die Ergebnisse in der neuen Saison nicht stimmen! Aber jetzt freuen sich die Fußball-Fans auf den August!

Leihspieler: Eine gute Idee kann zum Problem werden

Die Sommerpause ging in diesem Jahr verspätet los, ist aber nicht nur wegen Corona für die Manager der Profi-Fußballvereine besonders stressig. Natürlich, die Sorgen rund um die Pandemie beanspruchen besonders die Nerven, dabei haben die Macher in den Klubs bereits mit dem Alltag genug zu tun. Zudem taucht ein Problem verstärkt auf, das einmal eigentlich eine gute Idee war: Das Leihgeschäft mit den Spielern.

Die Idee war einfach: Es gab Spieler, die in ihrem Verein nicht zum Zug kamen, allerdings Talent erkennen ließen und Spielpraxis benötigten, möglichst nicht in der eigenen unterklassigen zweiten Mannschaft bei den Amateuren, sondern durchaus höherklassig, damit sie auch gefordert wurden. Sie sollten als besserer Spieler wieder zurückkehren. Das typische, erfolgreiche Beispiel dafür war Philipp Lahm. Die Bayern liehen den Verteidiger zum VfB Stuttgart aus. Dort wurde er sogar Nationalspieler und machte dann, wie wir alle wissen, eine glänzende Karriere. Am Ende war er Weltmeister, am Anfang stand das Leihgeschäft.

Doch so reibungslos und erfolgreich läuft es natürlich nicht immer. Die Leihen wurden immer populärer, aber der Pferdefuß wurde übersehen bzw. verdrängt. Jeder Spieler, der verliehen wird, kommt auch wieder zurück. Eine Auflistung weist sogar auf einen Rekord hin, weil nämlich die Bundesligisten insgesamt 160 Spieler verliehen haben. Spitzenreiter war Werder Bremen, das zwölf Spieler verliehen und fünf geliehen hat. Die verliehenen waren meist Nachwuchsspieler, die eben Spielpraxis sammeln sollten, die geliehenen sollte sofort in der Bundesliga helfen. Aber auch da wurde ein Pferdefuß draus nach der glücklichen Rettung. Für Selke (von Hertha BSC), Bittencourt (Hoffenheim) und Toprak (Dortmund) wurden Kaufoptionen vereinbart, die jetzt so richtig ins Geld gehen. Geld, das zum Teil nicht da ist, zum Teil aber eher für Verstärkungen gebraucht wird. Übrigens, das kleinste Leihgeschäft machte Meister Bayern München. Fein durfte beim Hamburger SV Spielpraxis sammeln, Perisic, Coutinho und Odriozola ergänzten den aktuellen Kader, wobei Letzterer nicht helfen konnte und ebenso wieder gehen muss wie Coutinho, der viel Klasse besitzt, sie aber zu selten richtig zeigen kann. Bei Ivan Perisic ist die Zukunft noch offen, er dürfte bleiben, was aber eine Frage des Preises ist.

Manager, die dem Leihen und Verleihen vertrauen, verschieben wie gesagt manchmal ihre Probleme. So steht der FC Augsburg zum Beispiel derzeit mit einem übergroßen Kader da, nämlich 39 Spieler. Manager Stefan Reuter hat eingekauft, viel verliehen, wenig verkauft und jetzt muss das Lager geräumt werden. Flops, wie Torhüter Koubek, werden zum doppelten Problem, weil sie – wie in dem Fall – teuer waren und nach schwachen Leistungen unverkäuflich wurden. Reuter hat sich schlicht verkalkuliert, allein fünf Torhüter auf der Gehaltsliste und ausgerechnet der Sicherheitsgarant im Kampf um den Klassenerhalt, Andreas Luthe, soll dagegen gehen. Ein Wunder, dass der FCA von sich behauptet, finanziell gut dazustehen, andererseits schon mehrfach Geld buchstäblich zum Fenster hinaus geworfen hat. So ist das Profi-Geschäft im Fußball.

Real Madrid ist wieder da

Für die Bundesliga-Klubs, die in den europäischen Wettbewerben vertreten sind, ging die Sommerpause bereits zu Ende. Die Bayern beginnen in der ersten Woche mit Cypertraining wie nach der Coronapause, drei Spieler nehmen aber bereits wieder Rückenwind mit in die entscheidenden Spiele: In einer Umfrage des kicker unter den Bundesliga-Profis wurde Torjäger Robert Lewandowski mit 42,6 Prozent der Stimmen zum besten Feldspieler der Saison gewählt (vor Sancho, Dortmund, 141, und Kimmich, Bayern, 12,2), Manuel Neuer mit 35,2 % zum besten Torhüter (vor Sommer, Gladbach, 23,7) und „Roadrunner“ Alphonso Davies war für seine Kollegen der Aufsteiger der Saison (44,8 %, vor Haaland, Dortmund, 18,1). Dazu war für die Profis Hansi Flick der Trainer der Saison (61,1 % vor Rose, Gladbach, 14,4). Auch hier dominieren also die Bayern.

Der Blick geht aber über die Grenzen hinaus, auch in den anderen Top-Ligen liegen die Punktrunden in den letzten Zügen. Eine Wiederauferstehung feierte national Real Madrid, das zuletzt dreimal dem FC Barcelona den Vortritt lassen musste. Jetzt aber schaffte Zinedine Zidane in einem schwierigen Jahr die Wende. Barcelona ging mit zwei Punkten Vorsprung in den Endspurt, wo Real plötzlich einen Lauf bekam, angeführt von Kapitän Sergio Ramos. Gleichzeitig kann Zidane nun behaupten, dass kein Trainer in Europa mehr Titel als er gesammelt hat, nämlich sieben große Meisterschaften. In der Champions League gilt es allerdings einen 1:2-Rückstand gegen Manchester City aufzuholen. Zidane drohte Pep Guardiola bereits: „Wir sind mit unserer Saison noch nicht am Ende.“ Pep und City verspielten dagegen den nächsten Titel, unterlagen im FA-Cup in England mit 0:2 Arsenal London, das im Finale am 1. August auf Chelsea London trifft, das sich ebenso verbessert zeigt. Achtung Bayern! Nachdem Paris in Frankreich zum Meister erklärt wurde, fehlt nur noch Italien, aber da steuert Juventus Turin erneut auf die Meisterschaft zu, nachdem Konkurrent Lazio Rom zuletzt schwächelte.

Die Fans wollen ihren Spaß und einen Fußball von gestern

Die Fußball-Bundesliga macht sportlich Sommerpause, aber die Diskussionen um die Geisterspiele kennen keine Pause. Ganz im Gegenteil, nachdem ein Fußball ohne Fans ein Fußball ohne Atmosphäre war, drehen sich die Gedanken um die Möglichkeit, wie schnell wieder mit Zuschauern gespielt werden bzw. wie eine Öffnung der Stadien ohne Gefährdung der Gesundheit aller organisiert werden kann. Es ist fast ein gordischer Knoten, der hier gelöst werden muss, entsprechend abenteuerlich sind auch die Gedanken, die durch die Gegend geistern.

Es ist auffallend: Die Klubs machen sich Gedanken, ob man mit einer geringen Zuschauerzahl anfangen kann, damit vor allem die Grundvoraussetzung im Kampf gegen das Coronavirus erfüllt ist, nämlich Abstand halten. Entsprechend der Kapazitäten der Stadien könnten dann vielleicht 2000 bis sogar 10.000 Zuschauer den Spielen beiwohnen. Von Fans kann hier nicht die Rede sein, denn diese meldeten sich schon zu Wort und kennen keinen Kompromiss: Entweder alle oder keiner. Bis es allerdings volle Stadien ohne Gesundheitsrisiko geben kann, wird noch viel Zeit vergehen mit vielen Geisterspielen. Aber warum nicht mit kleineren Kapazitäten anfangen, es wäre ein Schritt nach vorn. Um auch die Anfahrt der Zuschauer zu vereinfachen, muss wohl auf Gästefans verzichtet werden. Was den Fans auch wieder nicht gefällt.

Fan-Organisationen haben in einer gemeinsamen Erklärung bereits gefordert, dass der Fußball zurück zu den Wurzeln müsse. Die Corona-Krise soll die Klubs zur Besinnung kommen lassen, der Kommerz soll eingeschränkt werden, Gehälter gekürzt bzw. gedeckelt. Nicht das Geld soll im Mittelpunkt stehen, sondern der Sport. Die Fans machen den Eindruck, als ob für sie die Qualität der Spiele keine Rolle spielt, sie auf Stars verzichten würden und es in Kauf nehmen, wenn die internationale Konkurrenzfähigkeit dann nicht mehr gegeben ist. Was sie wollen, ist ihre Fankultur mit Nähe, Emotionen und Freiheit ausleben. Sie wollen in erster Linie ihren Spaß und plädieren auf ein Zurück zum Fußball von gestern. Mit dem Leistungssport der heutigen Zeit lässt sich das nicht vereinbaren und wahrscheinlich wäre es ihnen am Ende sogar egal, wenn die Bundesliga international nur noch unter „ferner spielten“ registriert würde. Am Ende könnte es dazu kommen, dass sich die Ultras vom Profi-Fußball ganz abwenden. Vielleicht finden sie bei den Amateuren ihre wirkliche Erfüllung. Andererseits: Erst die Masse macht’s, sorgt für Stimmung.

Der Fußball muss aber weiter geplant werden. Die DFL hat in diesem besonderen Jahr auf ein strenges Lizenzierungsverfahren verzichtet und allen Vereinen der 1. und 2. Bundesliga die Lizenz erteilt, damit die Klubs die Möglichkeit haben, sich finanziell zu erholen. Der Terminkalender für die neue Saison steht auch, mit einem Start der Bundesliga am 18. September und ohne Winterpause. Letzter Spieltag soll der 22. Mai sein.

In der Bundesliga wird weiterhin Werder Bremen vertreten sein, das im Duell mit dem Zweitliga-Dritten 1. FC Heidenheim zwar kein Spiel gewinnen konnte, doch das 0:0 und 2:2 auswärts reichte zum überaus glücklichen Klassenerhalt nach einer verkorksten Saison. Damit wurde sogar belohnt, dass die Bremer entgegen der üblichen Gesetzmäßigkeiten an Trainer Florian Kohfeldt festhielten. Logischerweise bleibt er nun weiterhin Coach und alle hoffen auf ein ruhigeres Jahr.

Wer verliert, würde die Relegation natürlich am liebsten abschaffen. Das gilt vor allem für den FC Ingolstadt der eine besonders bittere Zeit hinter sich hat. Am letzten Spieltag der 3. Liga träumte der Verein schon vom direkten Aufstieg, als ein Tor in Würzburg nach einem zweifelhaften Elfmeter alle Träume platzen ließ und stattdessen den Kickers den Aufstieg beschwerte. In der Relegation ging es wieder ähnlich zu. Zuerst lag das Aus gegen Nürnberg nach dem 0:2 im Hinspiel nahe, dann führte Ingolstadt zu Hause plötzlich 3:0 und träumte wieder von der 2. Bundesliga. Doch die Nachspielzeit war erneut eine Zeit der Ernüchterung, Nürnberg traf und jubelte. Ingolstadt fand in Schiedsrichter Christian Dingert den Schuldigen, fünf Minuten Nachspielzeit und die auch noch verlängert, wären nicht korrekt gewesen, außerdem hätte er vor dem entscheidenden Treffer ein Foul übersehen. Verständnis muss man für diese Sichtweise nach der Enttäuschung haben, aber Dingert hatte bei allen Entscheidungen korrekt gehandelt. So kann er beruhigt am Dienstag seinen 40. Geburtstag feiern. Aber alles in allem: Die Relegation hat ihre Berechtigung, spannender geht es nicht.

Auch international bleibt es weiter bei Geisterspielen. So werden Champions League und Europa League in diesem Jahr ohne Zuschauer entschieden. Die Auslosung ist erfolgt, der Spielplan steht, die Spannung steigt. Der portugiesische Ex-Star Paolo Sousa hatte kein glückliches Händchen, als er für Viertel- und Halbfinale der CL die großen Favoriten so zog, dass sie sich schon im Vorfeld des Finales eliminieren werden. Bayern München droht im Viertelfinale (am 8. August erst das Achtelfinale gegen Chelsea mit 3:0-Vorsprung) der FC Barcelona (auch am 8. 8. gegen Neapel, im Hinspiel 1:1). Den Gegner im Halbfinale machen Juventus Turin und Olympique Lyon (0:1 im Hinspiel) bzw. Manchester City und Real Madrid (2:1 im Hinspiel) unter sich aus. Da hat es RB Leipzig in der anderen Hälfte leichter, hat allerdings mit Atletico Madrid ein abzocktes Team als Gegner, der große Favorit auf das Finale ist aber Paris St. Germain mit Thomas Tuchel als Trainer, das zuerst auf Atalanta Bergamo trifft. Es gibt nur K.o.-Spiele im Finalturnier vom 12. bis 23. August, da zählen dann Tagesform, Glück und der Schiedsrichter. Besonderen Schwung dürfte Manchester City haben, nachdem der Internationale Sportgerichtshof die von der UEFA ausgesprochene Sperre für die internationalen Wettbewerbe aufgehoben hat. 10 Millionen Euro Strafe für Vergehen bei Transfers sind zu verschmerzen. Pep Guardiola darf weiter vom CL-Sieg mit City träumen. Allerdings: Träume platzen schnell (siehe oben).

Hansi Flick ist der Bessermacher

Der Deutscher Double-Sieger befindet sich jetzt im wohlverdienten Urlaub, aber es gibt wahrscheinlich einen beim FC Bayern München der auch in den Ferien arbeitet: Trainer Hansi Flick, er gilt nämlich als fleißiger Arbeiter, was er auch als Spieler war. Der Badener, der eine fast verkorkst scheinende Saison der Bayern noch rettete, war der große Gewinner der Corona-Saison. Aber auch die Spieler können sich zu den Gewinnern zählen, denn der einstige Co-Trainer, der in großer Not zum Chef wurde, entpuppte sich als Bessermacher. Bis dato wurde er in der Branche unterschätzt, dabei arbeitete er vorher bereits im Hintergrund äußerst produktiv. So urteilte einmal die Süddeutsche Zeitung: Hansi Flick hat im Sommer 2014 seinen Chef Joachim Löw zum WM-Titel geführt.“ Ein Blick auf die Leistung des Bayern-Teams vom Pokalfinale zeigt, wie Flick als Bessermacher wirkte:

Manuel Neuer: Gut, der Nationaltorhüter ist die Ausnahme, ihn kann man eigentlich nicht mehr besser machen, aber er spielte stabil und der Kapitän war vom Trainer überzeugt. Auch das ist wichtig!

Benjamin Pavard: Es gab nicht wenige, die ätzten, was die Bayern mit einem Absteiger (mit Stuttgart in die 2. Liga) wollten, der zudem 35 Millionen Euro gekostet hatte. Manager Hasan Salihamidzic hatte jedoch das richtige Näschen, der Franzose wurde als Rechtsverteidiger ein Gewinn, zeigte Leistungen, die eines Weltmeisters würdig waren und steuerte manch wichtiges Tor bei.

Jerome Boateng: Über ihn wurde viel geschrieben, immer wieder über seinen Abschied spekuliert, aber Hansi Flick wusste ihn zu nehmen, stärkte den Innenverteidiger, der plötzlich angesichts einer Verletztenmisere wichtig wurde und zu alter Form zurückfand. Mit das deutliches Zeichen für den Bessermacher.

David Alaba: Der Österreicher gehört zu den Aufsteigern der Saison. Internationale Klasse schon als Linksverteidiger, Weltklasse jetzt als Innenverteidiger. Eine Position, die ihm nicht fremd war, aber unter Flick wurde er zum Abwehr- und Aufbauchef. Eine Rolle, die ihm gefiel und die vielleicht dazu führt, dass seine Abwanderungsgelüste wieder verschwinden.

Alphonso Davies: Der Aufsteiger der Saison, der 19-Jährige Kanadier mit einer Flüchtlingsvergangenheit kam als ungeschliffener Diamant und wurde zur Sensation. Thomas Müller ernannt den schnellsten Mann der Bundesliga zum „Roadrunner“. Davies war vorn und hinten so schnell, dass sich oft die Gegner wunderten, wo er denn herkam. So klärte er manche brenzlige Situation vor dem Bayern-Tor. Aber er kann sich vor allem technisch noch steigern. Ein Juwel!

Joshua Kimmich: Flick machte ihn zum Chef im Mittelfeld, eine Rolle, die er ersehnte. Er füllte diese Chefrolle komplett aus und wurde ein wichtiger Faktor auf dem Weg zum Double. Gilt jetzt als Juniorchef im Team.

Leon Goretzka: Aus der zweiten Reihe spielte er sich in den Vordergrund, profitierte vom Ausfall von Thiago und ist eigentlich aus dem Team nicht mehr wegzudenken. Ein Arbeiter, so etwas mag Flick, der vorne und hinten zu finden ist und Lücken schließt. Auch Joachim Löw sollte auf das Duo Kimmich/Goretzka setzen. Wird noch wichtiger, wenn Thiago geht.

Serge Gnabry: Den großen Sprung hat er unter Flick sicherlich nicht gemacht, hat noch zu viele Schwankungen in seinen Leistungen, aber zusammen mit Coman befindet er sich auf dem richtigen Weg, um Robben und Ribery vergessen zu lassen.

Thomas Müller: Unter Flick-Vorgänger Niko Kovac war er nicht mehr wichtig, dass Flick ihn wieder zu einem wichtigen Spieler mit allen Freiheiten machte, war wohl der beste Schachzug des Trainers. Müller blühte auf und fand zu alter Stärke. Bayern-Siege haben den Stempel „Müller macht’s“! Er entwickelte sich immer mehr zu einer Führungspersönlichkeit.

Kingsley Coman: Der 24-Jährige Franzose hat noch einiges an Steigerungspotenzial, lässt aber immer wieder großes Können aufblitzen. Flick versuchte den verletzungsanfälligen Flügelflitzer vorsichtig aufzubauen, wechselte ihn oft vorsichtshalber aus, hatte aber viel Freude an ihm.

Robert Lewandowski: Er spielte vielleicht die beste Saison seiner Karriere, griff sogar nach dem Torrekord von Gerd Müller. Viel Worte über ihn zu verlieren, wäre Wasser in die Donau tragen. Wird nicht umsonst als Kandidat für die Wahl zum „Weltfußballer des Jahres“ gehandelt. Dafür müsste aber der Henkelpott in der Champions League her.

Als Bessermacher zeigte sich Hansi Flick auch beim Nachwuchs. Eine seiner ersten Amtshandlungen war, dass er Talente aus der Bayern II, die ja auch zu Meisterehren in der 3. Liga kam, zu den Profis holte und ihnen dort auch Spielminuten verschaffte. Joshua Zirkzee wurde sogar zu einem wichtigen Torjäger. Dieser Weg soll fortgesetzt werden, was Bayern für Talente wieder attraktiv macht, zuletzt machten die eher einen Bogen um die Münchner, weil sie keine Chance für einen Einsatz sahen. So „klauten“ die Bayern jetzt erst wieder der TSG Hoffenheim zwei hoffnungsvolle Nachwuchsspieler.

Hansi Flick ist aber keiner, der Erfolge groß für sich reklamiert oder größenwahnsinnig wird. Aber Selbstbewusstsein zeigt er, das „mia san mia“ lebt er und so zeigt er Verein und Spielern den Weg für die nächsten Wochen auf. Zunächst gibt es Urlaub, mit einem Fitnessprogramm für die zweite Woche und dann wollen die Bayern auch in der Champions League erfolgreich sein. Die Bayern werden angesichts ihrer Leistungen und dem Schwächeln einiger Konkurrenten als großer Favorit bezeichnet, allerdings bleiben da Fragezeichen, weil sich Mannschaften wie Manchester City, Real Madrid oder der FC Barcelona immer auf Augenhöhe bewegen. Flick wagt sich schon weit vor, wenn er das Finale als Ziel nennt. Vom Triple darf geträumt werden, das zuletzt Trainer Jupp Heynckes den Bayern 2013 bescherte. Heynckes lobt Flick und Fachleute sehen Flick in den Fußstapfen von Heynckes – da könnten sich Träume doch erfüllen!

Die harte Zeit kommt erst für die Bayern-Stars

Das Ambiente im Berliner Olympiastadion war gewöhnungsbedürftig, wie die ganze Fußball-Saison nicht mit normalen Maßstäben gemessen werden kann. Und dennoch gab es Altbekanntes: Am Ende gewinnt Bayern München! Gut, Ausnahmen bestätigen die Regel, doch die Ausnahmen werden immer weniger. Es gab auch keine im Pokalfinale, Gegner Bayer Leverkusen war schwach in der ersten Hälfte, beeindruckte nach der Pause, vergab aber seine besten Chancen. So hieß es halt 4:2 (2:0) für den Titelverteidiger, der von den Corona-Bedingungen ohne Zuschauer auch im Jubel gebremst wurde.

Dabei gab es beeindruckende Zahlen: Kurios, 2020 gelang der 20. Pokaltriumph und gleichzeitig war dies der 200. Sieg der Bayern in allen Pokalspielen. Die Bayern sind nach der Corona-Pause unschlagbar und stellten mit dem 17. Pflichtspielsieg in Folge zudem einen neuen Rekord im deutschen Profifußball auf. Ausgerechnet Gegner Leverkusen wurde dieser abgejagt, mit 16 Siegen stammt er aus dem Jahr 1978, erzielt allerdings in der Zweiten Liga. Trainer Hansi Flick darf besonders feiern, er schaffte als erster deutscher Trainer und als zweiter überhaupt das Double als Spieler (1986) und Trainer (2020). Vor ihm gelang dies ausgerechnet Niko Kovac, den er beerbt hat, 2003 als Spieler und 2019 als Trainer. Ein Rekordler ist auch – fast schon logisch – Torjäger Robert Lewandowski. Mit sechs Treffern war er wieder bester Torjäger im Pokal, zum vierten Mal in Folge (zum fünften Mal insgesamt), das schaffte noch nicht einmal Gerd Müller. Er ist auch der erste Spieler, der in drei Endspielen in Folge traf.

Triumphe, Pokale, Siege, aber statt einem Jubelbad auf dem Marienplatz ein kleiner Empfang beim Oberbürgermeister in München. 13 Tage Urlaub gönnt Trainer Hansi Flick seinen Spieler, dann aber beginnt ein Stress ohne Ende, die harte Zeit kommt also erst noch für die Bayern-Stars. Da stellt sich die Frage, ob der Kader dafür gerüstet ist. Da ist wieder Hasan Salihamidzic gefordert, der seit dem 1. Juli sogar Sportvorstand ist, aber bisher die zahlreichen Kritiker durch gute Arbeit eines Besseren belehrt hat. Sein größter Coup war die Entdeckung von Alphonso Davies, sein Königstransfer in der letzten Woche Flügelflitzer Leroy Sane, der allerdings noch zeigen muss, ob er wirklich die große Verstärkung ist. Hoffnungsvolle Neuzugänge sind Torhüter Alexander Nübel und Frankreichs 18-jähriges Abwehrtalent Nianzou Kouassi von Paris St. Germain. Eine schwere Aufgabe wartet noch auf den Manager, weil es bei den Vertragsverlängerungen für David Alaba und Thiago hakt. Vor allem Thiago scheint es in die Premier League zu Jürgen Klopp nach Liverpool zu ziehen, obwohl sein nächster Kontrakt eigentlich ausgehandelt war.

Weiter geht es für die Bayern mit dem Rückspiel im Achtelfinale der Champions League am 8. August in München, wo der 3:0-Sieg bei Chelsea London verteidigt werden muss, aber natürlich will Flick mit Siegen weitermachen. Die nächsten Runden werden dann anschließend in Lissabon und Umgebung in K.o.-Runden ausgetragen, die Bayern träumen ja vom Triple und haben das Endspiel am 23. August im Auge. Danach will Flick seine Mannen wieder in einen zweiwöchigen Urlaub schicken, weil sie Erholung benötigen. Doch der Terminkalender sieht Erholung nicht vor. Am 3. und 6. September warten nämlich Aufgaben der Nations League auf die Nationalmannschaft und ob da Bundestrainer Joachim Löw auf seine Bayern-Stars verzichten wird? Auch Leipzig ist in der Champions League noch vertreten, Frankfurt, Wolfsburg und Leverkusen in der Europa League. Pausen sind nicht vorgesehen!

Die neue Saison der Bundesliga soll am 18. September beginnen und davor bereits die erste Pokalrunde gespielt werden. Das wird notwendig sein, weil die Amateure meist nicht über das notwendig Flutlicht verfügen, Wochenspiele also nicht in Frage kommen. Das könnte dazu führen, dass der eine oder andere Profiverein von der ersten Runde freigestellt wird, wenn er international erfolgreich ist. Das wiederum ist nicht im Sinne der Amateure, die dann zum Teil auf ihr großes Fußballfest verzichten müssen. Für die Bayern steht sogar zur Debatte, später in die Punktrunde einzusteigen. Aber auch die nächste Saison wird zum Stress pur, praktisch ohne Winterpause, denn am 2./3. Januar soll die Rückrunde beginnen und mindestens drei Wochenspieltage sind eingeplant. Die Verlegung der Europameisterschaft aufs nächste Jahr verstärkt die Terminhatz.

Nicht jeder Verein wird sich für die notwendige Rotation den entsprechend großen Kader leisten können. Die Bayern haben schon im Frühjahr gute Erfahrungen mit ihren Talenten aus der Bayern II gemacht, so zeigte sich Nachwuchs-Torjäger Joshua Zirkzee bereits als Retter in der Not. Auf den Nachwuchs können sich die Bayern verlassen, die Bayern II sorgte nämlich ebenfalls für ein Novum, der Aufsteiger in die 3. Liga holte dort die gleich Meisterschaft! Das gab es noch nie, ein Aufstieg in die 2. Bundesliga ist aber nicht möglich. Den feiern dafür die Klubs dahinter, nämlich Eintracht Braunschweig und die Würzburger Kickers, für beide eine Rückkehr in alte Gefilde.

Tapfere Essenerinnen nicht belohnt

Auch der Frauen-Fußball in Deutschland hat seinen FC Bayern, doch heißt er hier VfL Wolfsburg. Die Wölfinnen blieben die ganze Saison über in der Bundesliga und im Pokal ungeschlagen und krönten diese Leistung jetzt mit dem sechsten Pokaltriumph in Folge. Allerdings macht es ihnen Gegner SGS Essen schwerer als gedacht. Ausgerechnet zwei baldige Bayern-Spielerinnen brachten Essen zweimal in Führung, Lea Schüller mit dem Rekord für das schnellste Pokaltor sogar bereits in der 1. Minute. Nach dem Ausgleich sorgte Abwehrchefin Martina Hegering für die erneute Führung (18.), die bis zur 70. Minute hielt. Dann wurde es turbulent und spektakulär, Wolfsburg sah sich nach Toren Blässe und Bloodworth in der gewohnten Siegesrolle, doch Ionnidou konterte in der Nachspielzeit. Am Ende wurden die Wölfinnen nach Verlängerung und Elfmeterschießen doch ihrer Favoritenrolle gerecht, mit Glück und Können, weil Torhüterin Friederike Abt zwei Elfmeter hielt.

Allerdings ging das Frauen-Finale mit Ärger zu Ende, weil die Verlängerung den Sendeplan der ARD durcheinander brachte und der Sender nach dem Schlusspfiff auch die Übertragung beendete, die Siegerehrung also nur im Internet zu sehen war. Die Vorberichterstattung auf das Männerfinale war wichtiger, wahrscheinlich wegen Werbung. Andererseits wieder ein Rückschlag für den Frauen-Fußball, der um mehr Anerkennung kämpft.

Auch auf Wolfsburg und die Frauen des FC Bayern München warten noch internationale Aufgaben, im August geht es auch bei ihnen in der Champions League weiter. Die Bayern-Mädchen müssen sich allerdings mit Titelverteidiger Lyon messen, Wolfsburg will diesen Gegner erst im Finale sehen und träumt vom Triple. Wenn das nötige Glück dann wieder vorhanden ist, ist alles möglich.

Die Formel 1 kämpft ums Überleben

Es sollte ein besonderes Jahr werden, hatte der Sport-Grantler in seiner Saisonvorschau auf die Formel-1-Weltmeisterschaft im März geschrieben. Jubiläen standen an, 70 Jahre Formel 1 und das 1000. Rennen von Ferrari. Doch das rückte alles in den Hintergrund, 2020 wurde durch die Coronapandemie nämlich ein ganz besonderes Jahr und nach der Absagen der geplanten Rennen kämpft die Königsklasse des Motorsports sogar ums Überleben. Damit es noch eine Zukunft gibt, haben die Organisatoren um Ross Brawn alles getan, um wenigstens eine verkürzte Weltmeisterschaft mit Geisterrennen auf die Beine zu stellen. Acht Renntermine stehen bisher fest, am Sonntag, 5. Juli, geht es in Spielberg/Österreich endlich los. Die Formel 1 ist wieder da!

Die Formel 1 2020 wird ganz anders sein, als die Formel 1 bisher. Leere Ränge ohne Zuschauer machen dies optisch deutlich, aber auch das Fahrerlager sieht ganz anders aus. Keine luxuriösen Motorhomes, kein Schnickschnack, geringster Aufwand bei dem Personal. Von den Fahrern bis zum letzten Mechaniker werden alle ständig auf Corona getestet, über 10.000 Tests werden es am Ende sein. Damit sich für Spielberg der Aufwand lohnt, gibt es am Sonntag drauf gleich noch einmal ein Rennen in der Steiermark, dann ist am 19. Juli Budapest dran, dann zweimal Silverstone (2. und 9. August), außerdem wird in Barcelona (16.8.), Spa (30.8.) und Monza (6.9.) gefahren. Europa ist also die erste Heimat, alles andere steht in den Sternen, etwa 15 Rennen sollen es bis zum Jahresende allerdings schon sein, das Finale ist im Dezember in Abu Dhabi vorgesehen.

Wie in anderen Sportarten auch, sind Wettbewerbe, also die Rennen für die Formel 1 überlebenswichtig. Nicht nur die kleineren Rennställe hatten an den fehlenden Einnahmen von Sponsoren und Fernsehen zu knabbern. Aber damit sie weiter existieren und mitfahren können, war es leichter, eine Reduzierung der Budgets bei den Platzhirschen für die Zukunft durchzusetzen. Allein können auch Mercedes, Ferrari oder Red Bull nicht fahren. Die diesjährige Saison soll gerettet werden, dann geht es um die Zukunftssicherung. Wie schon geschrieben, rüttelt die Formel E mit ihren zeitgemäßen Elektroboliden auf Stadtkursen am Thron der Königsklasse.

Ob sich sportlich was ändert, wird sich in Spielberg zeigen. Es könnte sein, dass es nach der Zwangspause Überraschungen gibt, weil der eine oder andere neue Tricks auspackt. Die Aufmerksamkeit gehört natürlich wieder Mercedes und Titelverteidiger Lewis Hamilton, der den Rekord von Michael Schumacher mit sieben Weltmeisterschaften einstellen will. Spielverderber könnte neben Ferrari vor allem Max Verstappen mit Red Bull sein. Wagen und Fahrer gelten als besonders schnell, die Strecke von Spielberg aber nicht unbedingt als günstig für Mercedes.

Die Aufmerksamkeit gehört aber auch Sebastian Vettel, der die Pause mit der Ankündigung von seinem Abschied von Ferrari würzte. Der Heppenheimer hat für das nächste Jahr noch kein neues Cockpit, doch der Abschied brachte Bewegung in das Fahrerlager. Carlos Sainz wird Vettels Nachfolger, den wiederum Daniel Ricciardo (Renault) bei McLaren ersetzt. Spannungen sind in den einzelnen Rennställen gewiss, denn Abtrünnige werden kaum die Unterstützung wie der Stammfahrer finden und von Firmengeheimnissen ferngehalten werden. So wird vor allem mit Argusaugen auf Ferrari geschaut, wie Vettel neben Charles Leclerc bestehen kann, denn der junge Monegasse ist jetzt die klare Nummer 1 im Team. Offen ist auch, ob die Wechselwilligen ihren neuen Rennställen unbedingt WM-Punkte klauen wollen. Es steht uns also eine besondere und seltsame Saison bevor.

Lewis Hamilton ist nicht nur der Chef auf der Strecke, er hat sich inzwischen auch zum Leader der Formel 1 abseits des Renngeschehens entwickelt. Aus dem Partyboy wurde ein gestandener Mann, der auch die Probleme der Welt anspricht. Als einziger farbiger Fahrer und naturgemäß erster Weltmeister hat sich der Engländer vor allem dem Kampf gegen Rassismus angenommen und Unterstützung in seinem Team gefunden, vor allem von Teamchef Toto Wolff. Starkes optisches Zeichen: Die Silberpfeile werden schwarz. „Um unser klares Engagement für mehr Vielfalt in unserem Team und unserem Sport zu demonstrieren.“ Mercedes wird außerdem mit verschiedenen Initiativen und Programmen junge Menschen und unterrepräsentierte Gruppen unterstützen. Hamilton gesteht: „Ich habe in meinem Leben selbst Rassismus erlebt und gesehen, wie meine Familie und meine Freunde Rassismus ausgesetzt waren.“ Gut, dass hier ein Spitzensportler über den Tellerrand seines Sports hinausblickt.

Welches Erlebnis die Formel 1 ohne Zuschauer und mit reduziertem Programm wird, muss sich zeigen. Aber Rennsport ist nicht Fußball, die Zuschauer haben nicht den unmittelbaren Einfluss auf das Geschehen. Dem Rasen sind sie nahe und können pushen, die Fahrer in den Boliden nehmen die Fans am Rande kaum war und können ein Bad in der Menge erst bei der Siegerehrung genießen. Formel 1 ist mehr Fernsehsport, dennoch wird sich RTL als übertragender Sender im Free-TV nach dieser Saison zurückziehen und das Feld in Deutschland allein dem Pay-TV-Sender Sky überlassen. Offensichtlich verlieren Rennen, die vielleicht nicht mehr in Deutschland und ohne deutschen Fahrer stattfinden ihre Attraktivität. Auch dies zeigt, die Formel 1 kämpft an allen Fronten ums Überleben.

Die Angst der Mannschaften vor dem letzten Spieltag

„Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ ist ein preisgekröntes Buch, das der österreichische Schriftsteller und Nobelpreisträger Peter Handke schon 1970 geschrieben hat. Ein aktuelles Thema könnte auch die Angst der Mannschaften vor dem letzten Spieltag sein. Dies wurde wieder beim Saisonschluss der 1. und 2. Fußball-Bundesliga am Wochenende deutlich. Die Angst ging um und sorgte für seltsame Ergebnisse.

Zunächst müssen wir alle froh sein, dass die Bundesliga diese Saison überhaupt regulär beenden konnte. 66 Tage dauerte die Coronapause seit März, andere Nationen beendeten resigniert ihre Saison vorzeitig, andere fassten nach dem Kraftakt der Deutschen wieder neuen Mut und wurden Nachfolger. Heute würden sich vielleicht manche wünschen, die Saison wäre doch abgebrochen worden, dann nämlich, wenn auf einen Abstieg verzichtet worden wäre. So aber gab es ein sportliches und für manche eben ernüchterndes Ergebnis.

Die Angst vor dem letzten Spieltag machte sich vor allem im Abstiegskampf breit. Es gibt aber nicht nur die Angst, es selbst nicht zu schaffen, es gibt auch die Angst, dass der Gegner des Rivalen vielleicht nicht mit dem nötigen Ehrgeiz bei der Sache wäre. Es zeigte sich deutlich, diese Angst ist begründet. Der 1. FC Köln ließ sich willenlos von Werder Bremen 1:6 abschlachten und muss einen gehörigen Imageverlust hinnehmen. Es kann keine Entschuldigung sein, dass nach drei Gegentoren in sieben Minuten (22. – 29.) die Moral in den Keller sank. Sportlich und ehrgeizig dagegen Union Berlin, der Neuling wollte die Saison gut abschließen, Pech für Fortuna Düsseldorf, das 0:3 verlor und noch auf einen Abstiegsplatz rutschte und den SC Paderborn also in die 2. Bundesliga begleiten wird. Die neue Angst: Nur nicht noch weiter abrutschen und nicht zur ständigen Fahrstuhlmannschaft werden. Uwe Rösler soll Trainer bleiben und den Neuaufbau in Gang setzen, der notwendig ist, weil 17 Verträge auslaufen. Es soll schnell wieder zurück ins Oberhaus gehen, nach dem letzten Abstieg 2013 dauerte es fünf Jahre. Bemerkenswert: Da auch Paderborn an dem beliebten Steffen Baumgart als Coach festhält, gehen beide Absteiger mit den alten Trainern in die 2. Bundesliga.

Jubel dagegen in Bremen über die Relegation, die fast schon wie der Klassenerhalt gefeiert wurde. Am Ende zahlt es vielleicht wirklich aus, dass Werder an Trainer Florian Kohfeldt festgehalten hat. Aber der Gegner 1. FC Heidenheim hat einen besonderen Vorteil: Er kann ohne Angst in die entscheidenden Spiele gehen, am Donnerstag (2. Juli) in Bremen und Montag (6. Juli) in Heidenheim. Der Werder-Trainer warnt schon: „Der Druck bleibt.“ Und plötzlich gibt es eine neue Situation nach dem wochenlangen Abstiegskampf: Werder geht als Favorit in dieses Duell Oldie gegen Newcomer. Da kommt dann die Angst vor dem Versagen sicherlich wieder hoch. Heidenheims 0:3-Niederlage bei Meister Bielefeld sollte Bremen nicht in falscher Sicherheit wiegen.

Die Angst vor dem letzten Spieltag spürten auch die betroffenen Zweitligisten. Der Hamburger SV ging voller Hoffnung, aber auch mit Angst ins entscheidende Match gegen Sandhausen und hatte seine Nerven nicht im Griff. Ein 1:5-Debakel war die Folge, Verletzungen brachten das Team durcheinander, das sich schon in den letzten Wochen recht nervenschwach mit vielen Gegentoren in den letzten Minuten zeigte. Mindestens sechs Punkte gingen buchstäblich verloren. Unter anderem wurde der mögliche Aufstieg vor einer Woche in letzter Minute ausgerechnet in Heidenheim beim direkten Konkurrenten verspielt. Jetzt droht dem einstigen Bundesliga-Dino ein Trauma, weil die Nerven im Aufstiegskampf nicht halten, das war im Vorjahr so und ereilte eine umgemodelte Mannschaft mit neuem Trainer auch in diesem Jahr. Stellt sich die Frage, ob Dieter Hecking das psychologische Geschick hat, um einen Wandel herbeizuführen. Ähnlich sieht es in Nürnberg aus, der Club hatte Angst und beruhigte seine Nerven selbst mit einer 1:0-Führung in Kiel nicht. Da Karlsruhe in Fürth ohne Angst antrat und 2:1 gewann, muss Nürnberg nun in die Relegation gegen den Dritten der 3. Liga. Am Ronhof haben sie zumindest gelächelt…

Die Angst geht um am letzten Spieltag, die Angst, das einige Mannschaften die Aufgabe zu leicht nehmen. Die Angst vom VfL Wolfsburg war berechtigt, Borussia Dortmunds Leistung war der eines Vizemeisters nicht würdig, Hoffenheim hatte leichtes Spiel, siegte 4:0 und hat die direkte Qualifikation für die Europa League in der Tasche. Eine Blamage für Dortmund, das immer wieder Spiele hat, die buchstäblich abgeschenkt werden. Da ist Bayern München eben von einem anderen Kaliber, das „mia san mia“ wieder gelebt und so durfte Wolfsburg auf keine Geschenke hoffen, schließlich war der Meister auf Rekordjagd. 100 Tore wurden es nach dem 4:0 (nur die Bayern selbst waren 71/72 mit 101 besser), Robert Lewandowski kam auf 34 Saisontreffer, wurde Torschützen- und Skorerkönig mit 39 Punkten, Thomas Müller war mit 21 Vorlagen zu Toren der beste Vorbereiter, verpasste aber den Rekord von Emil Forsberg von 15/17 (22) um eine Vorlage. Das unterschiedliche Finale von Dortmund und München macht aber auch wieder deutlich, warum die Bayern ihre Titelserie auch nach acht Meisterschaften im Folge im nächsten Jahr erneut fortsetzen könnten. Trotz Krise und Trainerwechsel waren es am Ende wieder 13 Punkte Vorsprung. Ehrenpräsident Uli Hoeneß ätzte: „Wir können doch nicht mit halber Kraft spielen.“

Ein Gewinner am letzten Spieltag war auch Borussia Mönchengladbach. Ohne Angst gegen Hertha BSC Berlin wurde Platz vier gegen Bayer Leverkusen verteidigt und damit die Teilnahme an der Champions League perfekt gemacht. Die Sympathien gehörten sicherlich Gladbach, das für viele Vereine Beispiel sein sollte, nämlich mit weniger Mitteln als die Konkurrenz mehr macht. Manager Max Eberl hatte den richtigen Riecher, als er Dieter Hecking vorzeitig vor die Tür setzte, weil er spürte, dass Nachfolger Marco Rose mehr aus dieser Mannschaft herausholt. Er wurde belohnt.

Jagd auf die Pokale

Bayer Leverkusen hat noch zwei Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss. Zunächst steht das Pokalfinale am Samstag (20.00 Uhr) im Berliner Olympiastadion, natürlich ohne Zuschauer. Gegner Bayern München ist Favorit und Titelverteidiger, aber keineswegs satt. Während Bayer darauf hofft, nach 1993 ein zweites Mal Pokalsieger zu werden (Manager Rudi Völler: „Wir werden den Bayern das Leben schwer machen.“), und im August mit einem Sieg in der Europa League doch noch in die Champions League kommen könnte, streben die Bayern den 20. Pokalsieg an, um nach der 30. Meisterschaft ein rundes Jubiläum mit 50 Titeln zu feiern. Trainer Hansi Flick hat sogar noch mehr im Visier: „Wir schielen nach dem Triple.“ Heißt, auch in der Champions League will er am Ende den Henkelpott hochhalten und damit auf den Spuren von Jupp Heynckes wandeln, mit dem er ja oft verglichen wird.

Flick ist also noch nicht am Ziel, ein anderer deutscher Trainer allerdings schon: Gratulation an Jürgen Klopp, der beim FC Liverpool die Fans glücklich gemacht hat und nach 30 Jahren die Meisterschaft endlich wieder in die Beatles-Stadt holte. Da kullerten bei Kloppo sogar die Tränen und Konkurrent Pep Guardiola adelte ihn als den „besten Trainer der Welt“. Am Ende kann dann aber vielleicht auch noch Hansi Flick um diesen Titel mitmischen…

Die Bayern feierten übrigens noch einen weiteren kleinen Erfolg, die Frauen holten mit einem 3:0-Sieg in Essen Platz zwei in der Bundesliga und sicherten sich damit die Qualifikation für die Champions League. Auch die Frauen beschließen am Samstag die Saison mit dem Pokalfinale in Köln, dort ist Meister VfL Wolfsburg gegen Essen natürlich haushoher Favorit und will die makellose Saisonbilanz nicht trüben. Die „Wölfinnen“ blieben 2019/20 ungeschlagen (nur zwei Remis gegen die Bayern-Mädchen). Auch sie träumen übrigens im August in der Champions League vom Triple.

Fußball-Endspurt: Wer geht mit Vorteilen ins letzte Rennen?

Es ist fast geschafft! Trotz Coronapandemie können die 1. und 2. sowie die Frauen-Bundesliga am kommenden Wochenende ihre Saison abschließen. Wen nicht noch irgendetwas Außergewöhnliches passiert, zum Beispiel, wenn die Fans, die bisher erstaunlich ruhig blieben, doch noch eine Überraschungsaktion planen, die den Spielbetrieb beeinträchtigen könnte. Hoffen wir also, dass alles glatt geht. Für einige Vereine wird allerdings sowieso nicht alles glatt gehen, da stehen Abstiege im Raum oder verpatzte Aufstiege. Ein Überblick darüber wer mit Vorteilen ins letzte Rennen der Saison geht.

Champions League: Die Sache ist einfach, Borussia Mönchengladbach liegt auf dem entscheidenden Platz vier und hat zwei Punkte und neun Tore Vorsprung auf Verfolger Bayer Leverkusen. Ein Sieg zum Abschluss gegen Hertha BSC Berlin beseitigt alle Zweifel, ein Remis sollte sogar reichen. Vorteil Gladbach. Leverkusen hat gegen das gerettete Mainz die vermeintlich leichtere Aufgabe, verspielte genau in Berlin mit dem 0:2 seine gute Ausgangsposition. Gladbach zog mit dem 3:1-Sieg in Paderborn vorbei. Bayer-Coach Peter Bosz geknickt: „Wir haben nicht gut gespielt.“ Am Ende war der lange verletzte Gladbach-Oldie Lars Stindl der Held und nicht Leverkusens Überflieger Kai Havertz. Die Qualifikation hat RB Leipzig sicher, bei 27 Toren Vorsprung gegenüber Leverkusen, das noch gleichziehen könnte. Platz drei kann in Augsburg verteidigt werden.

Europa League: Die punktgleichen VfL Wolfsburg (zehn Tore Vorsprung) und die TSG Hoffenheim machen Platz sechs und sieben unter sich aus. Platz sechs hat den Vorteil, dass man den frühen Qualifikationsspielen aus dem Weg geht. Höher können die letzten Hürden für beide nicht sein: Wolfsburg erwartet die Bayern, Hoffenheim muss nach Dortmund. Vorteil Wolfsburg, wenn es keine hohe Klatsche gibt und Torjäger Lewandowski sich im Torrausch befindet. Aber die Bayern werden sich wohl eher für das Pokalfinale schonen. In Freiburg ist die Trauer nicht groß, dass Europa verpasst wurde. Platz 7 und die Qualifikationsspiele hätten den Kampf um den Klassenerhalt in der neuen Saison erschwert.

Abstieg: Gerettet sind jetzt auch der 1. FC Köln, Mainz 05 und der FC Augsburg. Für Köln war es fast nur Formsache, Mainz und Augsburg machten mit ihren Nichtabstiegstrikots deutlich, dass die 1. Bundesliga für sie nicht selbstverständlich ist. Mainz macht 20/21 das Dutzend in Folge voll (insgesamt es jetzt 14), für den FCA wird es „La Decima“, das zehnte Jahr nach dem Aufstieg 2011, als der FCA auch gleich als erster Abstiegskandidat galt. „La Decima“ lehnt sich an, an den Jubel bei Real Madrid beim zehnten Sieg in der Champions League. Augsburgs Klassenerhalt lässt sich damit fast vergleichen, Rang 15 reicht. Der SC Paderborn steht als Absteiger fest, Fortuna Düsseldorf und Werder Bremen machen Abstieg und Relegation unter sich aus. Vorteil Düsseldorf: Zwei Punkte und vier Tore Vorsprung auf Rang 16. Bei Union Berlin soll dieser Vorsprung verteidigt werden, das 1:1 gegen Augsburg war zu wenig, um die Relegation perfekt zu machen, sicherte dem FCA aber den Klassenerhalt. Bremens Hoffnungen zerstoben fast schon mit der 1:3-Niederlage in Mainz. An der Weser gibt es mehr Enttäuschung als Zuversicht. Wer an Vorhersehungen glaubt, wird den Abstieg erwartet haben. Mit 55 Jahren Bundesliga stieg 2018 der damalige Dino HSV ab, mit 55 Jahren Bundesliga war Werder diesmal der Dino! Sollte Werder absteigen, ist nächstes Jahr der FC Bayern München der Dino – mit 55 Jahren Bundesliga (seit 1965). Doch für die Bayern gilt das schlechte Omen wohl nicht.

Aufstieg 2. Bundesliga: Glückwunsch an Arminia Bielefeld, das den Aufstieg geschafft hat, den SC Paderborn in Ostwestfalen als Bundesligist ersetzt und mit acht Aufstiegen den Rekord des 1. FC Nürnberg einstellt. In Bielefeld wurde in den letzten Jahren gute Arbeit geleistet und die Region hielt für dieses große Ziel zusammen. Ein persönlicher Erfolg vor allem für Trainer Uwe Neuhaus, der mit 60 Bundesliga-Neuling wird. Zuletzt war Bielefeld 2008/09 in der Eliteliga. Der VfB Stuttgart träumt dagegen vom direkten Wiederaufstieg, liegt auf Platz zwei und hat gegenüber dem Dritten drei Punkte und elf Tore Vorsprung. Das sollte gegen Darmstadt im Endspurt erfolgreich verteidigt werden. Ja, und Dritter ist, Überraschung (!), der 1. FC Heidenheim. Wieder ein kleiner Verein, der die Großen ärgert, diesmal den Hamburger SV. Der einstige Bundesliga-Dino (siehe oben), will nicht zum Dino der zweiten Liga werden, stellt sich aber in punkto Aufstieg ziemlich dumm an. Letztes Jahr rutschte der HSV im Endspurt von Rang zwei auf vier ab und ging leer aus und das droht ihm diesmal auch. Zuletzt musste er in vielen Spielen in den letzten Minuten entscheidende Gegentore hinnehmen und ließ die entscheidenden Punkte liegen. Das war auch beim direkten Duell in Heidenheim der Fall, wo aus einer 1:0-Führung erst das 1:1 und in der 95. Minute (!) das 1:2 wurde. Bei Heidenheim brachten die Joker Schwung rein, beim HSV lagen die Nerven blank, Köpfe und Füße wollten nicht mehr. Jetzt kann der HSV nur auf Meister Bielefeld hoffen und darauf, dass sich der Aufsteiger nicht hängen lässt. Ob die Hamburger allerdings ihre Hausaufgabe gegen Sandhausen lösen können, ist auch fraglich. Also Vorteil Heidenheim.

Abstieg 2. Bundesliga: Ein Abstieg, egal in welcher Liga, ist für jeden Verein traurig, den auswärtigen Fan schmerzt es aber besonders, wenn ein Traditionsverein die Kurve nicht mehr bekommt. Das sieht jetzt im Abstiegskampf der 2. Bundesliga beim 1. FC Nürnberg so aus. 33 Jahre Bundesliga sind leider Vergangenheit, jetzt droht der Durchmarsch von der ersten in die dritte Liga. Aber noch liegt der Club auf dem rettenden 15. Platz mit Punkten Vorsprung auf den Karlsruher SC, der ein Tor besser ist. Der Club ging gegen Stuttgart mit 0:6 ein, ein ähnliches Resultat drohte auch dem KSC gegen Meister Bielefeld, doch plötzlich drehten die Badener nach 0:3 auf, holten noch ein 3:3 raus und bereiteten Nürnberg wieder Sorgen. Dem Abstieg nahe sind Schlusslicht Dynamo Dresden und Wehen-Wiesbaden, die beide drei Punkte Rückstand auf Karlsruhe haben und 14 bzw. 10 Tore schlechter sind. Zumindest die Relegation mit dem Dritten der 3. Liga hat Nürnberg also geschafft.

Frauen-Bundesliga: Ja, auch die Frauen-Bundesliga beendet am kommenden Sonntag ihre Saison und ein bisschen Spannung gibt es auch da noch, obwohl der VfL Wolfsburg die Liga dominiert, sich vorzeitig den vierten Titel in Folge holte und mit dem 0:0 bei Bayern München (1:1 im Hinspiel) ungeschlagen blieb. Das sollte auch gegen Leverkusen gelingen, das noch nicht alle Abstiegsnöte beseitigt hat. Für die Bayern-Mädchen war das 0:0 ein Prestigeerfolg, aber eigentlich zu wenig, denn Platz zwei und damit die Champions League ist noch nicht sicher. Verfolger Hoffenheim gibt nicht auf und hat bei nur zwei Punkten Rückstand noch Chancen, zumal die Badener mit 44:43 die bessere Tordifferenz haben. Also doch ein spannender Endspurt, München muss nach Essen, Hoffenheim nach Potsdam – ähnlich schwere Aufgaben. Kurios: Die Bayern vergaben gegen Wolfsburg gute Chancen, warten auf eine Torjägerin, die zur neuen Saison kommt. Sie heißt Lea Schüller, ist Dritte der Torjägerliste und spielt in – Essen! Sie wird sich doch nicht mit Toren die Champions-League-Teilnahme in der nächsten Saison versauen… Absteigen müssen übrigens die Mädels aus Jena, Köln (gegen Sand) und Duisburg (in Jena) machen den zweiten Absteiger unter sich aus. Vorteil???

Die alte Saison endet am Wochenende, die neue ist bereits im Visier. Die Bundesliga tagte am Montag, im Mittelpunkt stand die Vergabe der TV-Rechte für die nächsten vier Jahre. Wie bisher bekannt, hat sich der „Stammsender“ Sky wieder den Hauptanteil der Rechte der 1. und 2. Bundesliga gesichert, Freitag und Sonntag ist im Oberhaus der Streamingdienst DAZN am Ball. SAT1 steigt wohl mit Rechten im Free-TV für einige ausgewählte Spiele wie beim Rundenbeginn ein. Die ARD-Sportschau und das ZDF-Sportstudio haben wieder Rechte für ihre Sendungen erworben, so dass für die Fußball-Fans einige Sehgewohnheiten bleiben, obwohl auch die Sender coronageschädigt einen Zuschauerrückgang zu verzeichnen hatten. Die Hoffnungen auf wesentlich mehr Geld machte Corona für die Vereine auch zunichte. Der eine oder andere muss seinen Gürtel enger schnallen. Immerhin eine totale Zerstückelung der Übertragungen und Anfangszeiten wurde verhindert, Vorteil Fans.

Fußball-Profis sind aufgewacht und denken über ihren Sport hinaus

Die jungen Männer in den kurzen Hosen mussten sich schon viel anhören, wenn es um ihren Sport ging, den Profi-Fußball. Gängige Formel: „Die haben’s nur in den Füßen, nichts im Kopf.“ Oder: „Millionäre, die in Saus und Braus leben und gar nicht mehr wissen, wie das tägliche Leben aussieht.“ Manchmal setzt das Gehirn wirklich aus, sie gönnen sich etwas Besonderes, ein Goldsteak zum Beispiel, posten das – zeitgemäß – in die Welt hinaus und bedienen damit die gängige Meinung. Der Luxus Einzelner wird zum Running Gag aller, kein Kommentar mehr in den Medien über das Leben der Fußballer, in dem nicht das Goldsteak vorkommt.

Doch Fußball-Profis haben auch anderes im Sinn. Sie zeigten dies zuletzt in der Corona-Krise, als junge Millionäre Spendenaktionen ins Leben riefen und Millionen Euro für Bedürftige und Kleinunternehmen in der Not spendeten. Aktionen, die allerdings bei weitem nicht den Widerhall fanden wie ein Goldsteak. Sie zeigten dies aber auch in der Rassismusdebatte nachToten durch Polizeigewalt in den USA, als viele Profis (auch aus anderen Sportarten) eindeutig Stellung gegen Rassismus und Gewalt Stellung bezogen und die schweigende Mehrheit hinter sich wissen.

Und dabei sind viele Fußball-Profis wohl endgültig aufgewacht, zeigen, dass sie über ihren Sport nachdenken und über ihren Sport hinaus. Wie die Fachzeitung kicker jetzt berichtet, haben sich mündige Spielerinnen und Spieler zu einem neuen Bündnis zusammengeschlossen, das nicht mehr den Mund halten will, sondern mehr Mitbestimmung für die Zukunft einfordert. 70 Profis haben sich schon dazu bekannt, täglich werden es mehr. Den Anstoß gegeben haben wohl u. a. Weltmeister Mats Hummels (Dortmund), Sven Bender (Leverkusen), Andreas Luthe (Augsburg) und Alexandra Popp (Wolfsburg). „Weg mit der Stumm-Taste“ heißt, Stellung beziehen zu Diskriminierung, Verbesserung erreichen bei Gesundheitsrisiken, Solidarität zur Wirklichkeit werden lassen und insgesamt eine bessere Reputation in der Gesellschaft erreichen. Die Fußball-Profis wollen deutlich machen: Wir wissen schon, wie das normale Leben aussieht.

Auch die Fußball-Profis haben mit der Vereinigung der Vertragsfußballspieler eine Art Gewerkschaft, die aber eher in Vertragsangelegenheiten hilft und zu wenig gehört wird. Andreas Luthe sagt im kicker: „Es gibt drei Player in der Bundesliga, die Dachorganisation DFL, die Vereine und die Spieler. Die Maßnahmen werden aber nur von zwei Playern beschlossen, wir Spieler stehen ganz, ganz weit hinten.“ Er hätte auch sagen können: „Wir werden nicht gehört.“

Gerade jetzt im dichtgedrängten Not-Terminkalender der Corona-Krise hatten sich viele Profis beschwert, dass die Spiele zu eng getaktet sind und auf die Gesundheit der Akteure keine Rücksicht genommen wird. Stress pur steht ihnen auch bei den internationalen Terminen im August und September bevor. Urlaub vor der neuen Saison praktisch Fehlanzeige, Ärzte und Spieler warnen, dass das Verletzungsrisiko fast nicht mehr beherrschbar wird. Rassismus, Diskriminierung, Überforderung – die Zeit ist reif für mündige Fußballer. Keiner soll mehr über Goldsteaks reden.

Die UEFA hatte die Losung ausgegeben, dass erst die nationalen Meisterschaften beendet werden sollten, bevor der internationale Spielbetrieb weitergeht. Keiner war so schnell wie die Bundesliga, jetzt muss sie auf die anderen warten, aber im August und September kommt es dick, bevor die Saison 2020/21 wiederum beginnt, praktisch ohne Pause. Festgelegt wurde, dass Champions League und Europa League in Turnierform im Schnelldurchgang abgewickelt werden, die CL in Lissabon, die EL in Nordrhein-Westfalen, mit den Endspielen um Sonntag, 23. August in Lissabon und am Freitag, 21. August, in Köln. Aber bereits im August beginnen auch die Runden der Qualifikation für die neue Saison. Da ist dann der Siebte der Bundesliga dabei. Im September soll aber auch die Nations League der Nationalmannschaften beginnen, für Oktober und November sind in den Länderspielpausen drei statt wie zunächst vorgesehen zwei Termine angesetzt, um die ausgefallenen Spiele nachzuholen. Stress pur auch für die Fußball-Fans, im August gibt es praktisch jeden Tag Fußball zu sehen!

Die noch international beschäftigten Bundesligisten müssen jetzt den Spagat schaffen: Nach der Punktrunde und Pokal-Endspiel Urlaub und dann Vorbereitung auf die restlichen Aufgaben, vielleicht auch nur für ein Spiel. In der CL ist Dortmund ausgeschieden (0:2/2:1 gegen Paris), Leipzig hat Tottenham ausgeschaltet (3:0/1:0) und auf die Bayern wartet noch das Rückspiel im Achtelfinale gegen Chelsea London (Hin 3:0), das entweder in München oder Lissabon stattfinden wird. Dann geht es ins Viertelfinale, das ebenso wie Halbfinale und Finale im K.o.-Modus ausgetragen wird. Genauso die Europa League, da stehen für Leverkusen (3:1 bei Glasgow Rangers), Wolfsburg (1:2 gegen Donetsk) und Frankfurt (0:3 gegen Basel) noch die Achtelfinal-Rückspiele an. Wäre schön, wenn im Endturnier in Nordrhein-Westfalen, wo in Köln, Düsseldorf, Gelsenkirchen und Duisburg gespielt wird, zumindest ein deutscher Vertreter noch dabei wäre und vielleicht sogar bis ins Endspiel kommt. Hat es für die Bundesliga ja schon lange nicht mehr gegeben. Das große Fragezeichen: Haben die deutschen Klubs in den entscheidenden Spielen noch ihre Bundesliga-Form?