Vereine und UEFA sind gefordert: Europa muss Infantino stoppen!
US-Präsident Donald Trump fühlt sich als Herrscher der Welt, FIFA-Präsident Gianni Infantino als der Besitzer des Fußballs – zwei Brüder im Geiste mit größenwahnsinnigen Ideen. Aber hier geht es nicht um Politik, sondern um den Sport und wieder einmal speziell um den Fußball, der von dem unberechenbaren Italo-Schweizer wieder einmal in den Grundfesten erschüttert wird. Man kann es schlicht auf einen Nenner bringen: Der geldgierige Weltverbandspräsident will den Fußball verkaufen. Der Sport ist ihm egal, der reiche Weltverband muss noch reicher werden. Kleiner Nebenaspekt: Infantino selbst will noch mehr verdienen.
Die Idee hat mit Sport nur am Rande zu tun, Fußball als Mittel zum Zweck. Infantino will einen Teil der Rechte an den Weltmeisterschaften an private Investoren verkaufen und damit mehr als vier Milliarden US-Dollar kassieren. Für den Deal soll eine eigene Tochtergesellschaft gegründet, die FIFA Forward Enterprise (FFE). Der Verband will „natürlich“ die Mehrheit behalten, 20 bis 30 Prozent sollen an Investoren gehen. Die Pläne wurden offensichtlich bereits über Wochen im Geheimen vorbereitet, federführend für die Verwirklichung soll die Firma „Fonds Thrive Eternal“ sein, die – welch ein Zufall – Joshua Kushner führt, dessen Bruder Jared mit Trump-Tochter Ivanka verheiratet ist. Da schließt sich der Kreis, erinnern wir uns nur an den dubiosen Friedenspreis, den Infantino kurzerhand ins Leben rief und Trump damit „ehrte“ oder an den Rot-Eingriff von Trump in die Regeln der FIFA mit Hilfe von Infantino. Jetzt also der nächste Paukenschlag.
Man muss sich vorstellen, es geht um die Weltmeisterschaften der Männer und Frauen sowie um die Klub-WM. Investoren wollen kassieren und so könnten die ersten Pläne demnächst bekannt werden, dass die Turniere weiter aufgestockt werden (mehr Spiele, mehr Geld) und der alte Infantino-Wunsch, die „wunderbare WM“ alle zwei Jahre durchzuführen, könnte wieder auf den Tisch kommen. Das erste, fast schon verbrecherische Vergehen: Infantino setzt die Mitgliedsverbände unter Druck. Nur wer von den 211 Verbänden bis zum 19. September den Plänen zustimmt, bekommt eine erste Zahlung von 20 Millionen Dollar! Der Fußball wird verkauft.
Aber wem gehört der Fußball eigentlich? Gibt es Probleme, skandieren – zumindest in Deutschland – die Fans gerne, „der Fußball gehört uns“. Die Vereine bezahlen aber die Spieler, die Verbände, egal ob Bundesliga (früher DFL) oder DFB, sorgen für die Organisation. Kontinental ist bei uns die UEFA für Europa zuständig, weltweit die FIFA. Wohlgemerkt für die Organisation, ihr gehören keine Spieler und keine Mannschaft, also auch nicht der Fußball. Deshalb ist es ganz einfach: Die Vereine und die UEFA müssen Infantino stoppen. Nur, wie kann das gehen? Mit Vernunft allein geht es bei vielen nicht, vor allem bei denen nicht, die außer Hand aufhalten nichts im Sinn haben – und die hat Infantino auf seine Seite gebracht. Aber es gibt Hoffnung, die Kritik in Europa ist massiv, die UEFA protestiert: „Damit wird eine Grenze überschritten“ und „Die Seele und die Führung des Fußballs sind keine Handelsware“. Die UEFA hat bereits eine Dringlichkeitssitzung der Verbände einberufen. Auch Nord- und Mittelamerika sowie Asien stellen sich gegen die Pläne, geht es um einer Abstimmung der 211 Verbände, hätten Europa (55), Mittelamerika (41) und Asien (47) die Mehrheit für sich – wenn sie sich einig sind. Unterstützung für Infantino kommt bisher allein aus Afrika, aber genau dort hat Infantino am meisten Dollar ausgeschüttet.
Würde es nach den normalen Verfahrensregularien gehen, hätte so ein bedeutender Schritt vorher in den Gremien besprochen werden müssen, bei der FIFA ist es der Kongress aller Verbände oder zumindest der FIFA-Rat (Council), dem DFB-Präsident Bernd Neuend angehört. Es gibt also noch Hoffnung, dass Infantinos Geldgier gestoppt werden kann. Das Versprechen der Dollar-Millionen, die fließen sollen, kann auch als Werbegeschenk angesehen werden. Mit Dollars will sich der Präsident schließlich seine Wiederwahl im März 2027 sichern. Und sollten seine Pläne Wirklichkeit werden, dann winkt ihm nach seiner Amtszeit 2031 der Posten des Geschäftsführers der Tochtergesellschaft FFE mit einem zweistelligen Millionen-Jahresgehalt! Alles klar?