Gianni Infantino ist für den Fußball eine Katastrophe

Der Profi-Fußball hat einen schlechten Ruf. Wer fragt warum, der muss sich nur die Entscheidungen des Weltverbandes anschauen. Der unsägliche FIFA-Präsident Gianni Infantino tut alles, um den schlechten Ruf zu untermauern. Es geht ihm nicht um eine gesunde Entwicklung der Sportart und um Nachwuchspflege, sondern er hat nur die Geldvermehrung für den Verband, für sich und die FIFA-Funktionäre im Sinn. Mit Geld hat er die Spitzen der Kontinentalverbände für sich gewonnen, wer für das Handheben mit einer rund Million Euro im Jahr belohnt wird, der stimmt unsinnigen Plänen zu.

Nur so ist es zu erklären, dass sich Infantino mit seiner „tollen Idee“ brüstet, dass die Weltmeisterschaft 2030 gleich auf drei Kontinenten stattfinden wird, nämlich in Südamerika, Afrika und Europa. Start ist in Uruguay, Argentinien und Paraguay mit jeweils einem Spiel (!!!), danach werden auch Marokko und Portugal bedacht, der Hauptteil der Spiele findet in Spanien statt. Als Denkmantel für den Unsinn gilt dem Präsidenten, dass der Weltverband 100 Jahre Weltmeisterschaft entsprechend feiern muss. 1930 wurde eine WM erstmals in Uruguay ausgetragen. 13 Nationen waren damals am Start, schon 2026 in den USA, Kanada und Mexiko werden es 48 sein. Allein diese Aufblähung von 32 auf 48 war unverständlich und ein typischer Infantino-Coup, weil nun mehr Nationen von der Geldmaschine WM profitieren können. Infantino in seiner überheblichen Art schwärmt davon, dass diese WM die Welt vereinen wird und Frieden schaffen werde. Kritiker spotten derweil, dass die WM wohl bald auf dem Mount Everest stattfinden wird oder Jupiter, Mars und andere Planeten die geeigneten Austragungsstätten wären. Wie wäre es aber damit, die WM in allen 48 qualifizierten Ländern stattfinden zu lassen? Die Süddeutsche Zeitung stellt die richtige Frage: Wieso darf ein geldgieriger FIFA-Präsident ganz allein den Weltfußball schikanieren?

Eine traurige Rolle spielt auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf, einer der im Zentralkomitee gut verdient. Anstatt gegen diesen wahnwitzigen Plan zu votieren, verteidigt er sich: Alle Konförderationspräsidenten wären für den Plan gewesen. Damit hat sich der DFB-Präsident wieder demaskiert, dass er für das Amt ungeeignet ist. Der frühere SPD-Landespolitiker wurde ja nur durch die Querelen und Intrigen im Verband ins Amt gespült. Der DFB, einst ein Vorzeigeverband, mutiert jetzt eher zu einem Pleite- und Katastrophen-Verband.

Die FIFA-Funktionäre, die der wahnwitzigen Infantino-Idee gefolgt sind, haben Klimawandel und die Reiseprobleme der Mannschaften und Fans ignoriert. Sie müssen kreuz und quer durch die Welt jetten, vor allem die Spieler zudem Zeitunterschiede verkraften, eine Strapaze ohnegleichen, eine vernünftige Vorbereitung auf das nächste Spiel ist kaum möglich. Mit gesundem Menschenverstand ist so einer Entscheidung nicht zuzustimmen. Infantino sieht sich ein bisschen als „Retter der Welt“, vielleicht sollte sein Gesundheitszustand untersucht werden.

Angesichts dieser Katastrophen-Idee geht fast unter, dass der Ränkeprofi Infantino mit der WM 2030 gleichzeitig die Weichen dafür gestellt hat, dass seine neuen Freunde aus Saudi-Arabien die WM 2034 ausrichten können. Nachdem Infantino vor der Schweizer Jurist (dort laufen Verfahren gegen ihn) nach Katar geflüchtet ist und dort schon die unsinnige WM 2022 vor Weihnachten installiert hatte, sucht er jetzt Zuflucht bei Scheich Mohammed bin Salman in Riad. Für die Saudis ist Infantino ein williges Werkzeug auf dem Weg, sich in der Welt Geltung zu verschaffen und dafür den Sport und besonders den Fußball als Vehikel zu benutzen. Sie haben schon dem Fußball in Europa mit überteuerten Zahlungen an Stars in Bedrängnis gebracht. Bis 2034 wollen die Saudis eine bedeutende Rolle im Fußball spielen und die WM haben sie sicher, weil die FIFA eine Rotation beschlossen hat, bei der mit 2030 gleich drei Kontinente aus dem Geschäft sind. Für 2034 kommen also nur Asien und Ozeanien in Frage, aber innerhalb von 25 Tagen müssen die Bewerbungen vorliegen! Australien hat Interesse, wird aber angesichts der unsinnigen Konstellation wohl kaum ein Angebot abgeben, weil die Erfolgsaussichten bei Null liegen.

Am Ende bleibt nur die Frage: Kann Gianni Infantino den Weltfußball wirklich ganz ruinieren?