Brisante und wichtige Weichenstellungen im Fußball

Der 25. November könnte ein Datum werden, an das man sich lange erinnern wird. Es beginnt die Auktion der nationalen Medienrechte für die Bundesliga und zweite Liga. Es ist ein Poker um Milliarden, die Medienrechte sind die wichtigste Einnahmequelle im Profi-Fußball. Es geht um die neuen Verträge für die Jahre 2025/26 bis 28/29. Doch nicht allein dabei geht es im brisante Weichenstellungen, sondern es gibt auch sportlich wichtige. Das gilt für die Punktrunde genauso wie für die internationalen Aufgaben der Bundesligisten, die stehen nämlich teilweise mit dem Rücken zur Wand, jetzt müssen Siege her. Auch da geht es um viel Geld durch Prämien.

Ein Drama spielte sich rund um die Vergabe der Medienrechte ab, die schon längst unter Dach und Fach sein sollten. Doch gegen die erste Entscheidung der DFL ging der Streamingdienst DAZN gerichtlich vor, da er sich gegenüber dem Pay-TV-Sender Sky benachteiligt fühlte, obwohl sein Angebot wesentlich höher war. Aber die DFL verlangte zusätzliche Sicherheiten. Jetzt geht es wieder von vorne los, sieben verschiedene Pakete werden angeboten, das größte Paket beinhaltet die Spiele am Samstag um 15.30 Uhr sowie am Freitag und die Relegation. Die Angebote sorgen dafür, dass die Übertragungen bei entsprechenden Interessenten zerpflückt werden könnten. Aber es ist auch möglich, dass ein Sender alle Pakete kauft, doch wird von einem Sender so viel Geld für den Fußball ausgegeben? Der letzte Abschluss über drei Jahre war insgesamt 1,1 Milliarden Euro schwer, mindestens eine Milliarde soll es wieder sein, doch die Vereine müssen sich wahrscheinlich auf eine Reduzierung einstellen. Möglich ist auch, dass im Rahmen der neuen Rechtevergabe mit der ARD-Sportschau eine Institution des Fernsehens und Fußballs wegfällt.

Damit die Medienrechte interessant sind, muss erst einmal guter Sport geboten werden. Auch da gibt es Weichenstellungen, vor allem international müssen Erfolge her, damit die Reputation der Bundesliga nicht leidet. Die deutschen Klubs hinken in Champions League, Europa League und Conference League größtenteils hinterher. Selbst Bayern München (17.) muss kämpfen, um direkt ins Achtelfinale einzuziehen. Dazu muss am Dienstag ein Sieg gegen Paris St. Germain her, das auf Rang 25 sogar außerhalb der Qualifikation platziert ist, also noch mehr unter Druck steht. Die letzte CL-Niederlage in der Allianz Arena erlitten die Bayern übrigens gegen Paris…

Besonders unter Druck steht aber RB Leipzig (32.), das auch in der Bundesliga in eine Misserfolgsserie reingerutscht ist. Die Aufgabe bei Inter Mailand lässt nicht gerade auf eine Wende hoffen. Da sollte schon eher der VfB Stuttgart (27.) trotz Verletzungssorgen bei Roter Stern Belgrad (35. und Vorletzter) Boden gutmachen können, ebenso Bayer Leverkusen (13.) gegen das schwächelnde RB Salzburg (30.). Borussia Dortmund (7.) ist bei Dinamo Zagreb (18.) ebenfalls Favorit, international gibt es ja keine Auswärtsschwäche. In der Europa League müssen Frankfurt (4.) und Hoffenheim (19.) am Donnerstag auswärts antreten, Midtiylland (13.) ist ebenso eine nicht zu unterschätzende Hürde wie Sporting Braga (26.) für die TSG. Der 1. FC Heidenheim (6.) will in der Conference League ein Fest feiern, zu Gast ist am Donnerstag mit Tabellenführer Chelsea London ein Weltklub, der überhaupt attraktivste Klub der drittklassigen Liga. Beide Teams sind noch ungeschlagen, beide Teams sind national nicht unbedingt glücklich. Aber für das kleine Städtchen Heidenheim in der schwäbischen Ostalb ist es das größte Fußballfest aller Zeiten.

Internationale Erfolge sollen die Bundesliga noch attraktiver machen, als sie sowieso schon ist. Die Punktrunde sorgt außer dem Alleingang von Bayern München an der Spitze für viel Aufsehen. Positiv vor allem Eintracht Frankfurt, das sich mit einem 1:0 gegen Werder Bremen zum ersten Bayern-Verfolger aufschwang. Es war ein besonderer Siegtreffer, erzielt vom Schützen, der Deutschland 2014 zum Weltmeister machte. Diesmal war es für Mario Götze in seinem 100. Spiel für die Eintracht ein toller Jubiläumstreffer. Welche besonderen Tore erzielt er noch…

Am kommenden Wochenende schauen die Fußballfans vor allem auf das ewige Duell Borussia Dortmund gegen Bayern München. In der Tabelle trennen die Klubs derzeit zwar vier Plätze und zehn Punkte, aber die Borussia ist zuversichtlich, weil sie zu Hause spielt und mit dem 4:0 gegen Freiburg Selbstvertrauen getankt hat. Der heimstärkste spielt gegen den auswärtsstärksten Klub. Die Bayern blieben bis dato ungeschlagen und kassierten in den letzten sechs Pflichtspielen nicht einmal ein Gegentor! Am Freitag hatte es den Anschein, als wollte Gegner Augsburg gar kein Tor erzielen und die 90 Minuten möglichst schadlos überstehen. Doch unglückliche Elfmeter machten diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Mit Harry Kane bedankte sich der derzeit sicherste Elfmeterschütze Europas, der zum 1:0 und 2:0 seinen 25. Elfmeter in Folge verwandelte und beim 3:0 ein artistisches Traumtor zu seinem vierten Hattrick in dieser Saison anfügte. 64 Tore hat er jetzt in 62 Pflichtspielen für die Bayern erzielt, für 50 Bundesliga-Treffer brauchte er nur 43 Spiele – neuer Rekord. Vorgänger Erling Haaland brauchte dazu 50 Spiele..

Eine spektakuläre Meldung aus der 2. Bundesliga: Der Hamburger SV trennte sich von seinem Trainer Stefan Baumgart. Dabei war das doch die große Liebe, der 52-jährige Baumgart ist HSV-Fan und galt als großer Hoffnungsträger. Jetzt ist der HSV um eine Hoffnung ärmer, Manager Stefan Kuntz musste handeln. Baumgart scheiterte an einer zu großen defensiven Ausrichtung. Das 2:2 gegen Schalke brachte das Fass zum Überlaufen. Nach einer 2:0-Führung zur Halbzeit war der HSV Dritter, Baumgart wechselte defensiv, am Ende hieß es 2:2 und der HSV ist nur Achter! So ist er auf dem Weg zum ewigen Zweitligisten und der Aufstieg bleibt ein Traum.

Ein starkes Länderspieljahr

Mit einem schmucklosen 1:1 gegen Ungarn beendete die deutsche Fußball-Nationalmannschaft das Länderspieljahr, das allerdings ein ganz starkes war. Bundestrainer Julian Nagelsmann setzte im bedeutungslosen letzten Spiel auf Erholung der Stars und gab der zweiten Garnitur eine Chance. Vor allem Alexander Nübel und Felix Nmecha haben diese Chance genutzt, Julian Brandt und Chris Führich sich eher aus dem Kader gespielt. Insgesamt gab es für die DFB-Elf in 15 Spielen nur eine Niederlage, die war aber mit dem 1:2 n. V. gegen Spanien im EM-Viertelfinale mit einem nicht gegebenen Handelfmeter besonders bitter. Da verblassten die zehn Siege, bei vier Unentschieden. Die besten Torschützen waren Kai Havertz und Florian Wirtz mit je sechs Treffern, Jamal Musial erzielte fünf. Havertz und Musiala führen mit je zehn Punkten die Skorerliste an. Die meisten Spielminuten sammelte Kapitän Joshua Kimmich mit 1282, Robert Andrich (1006) und Musiala (1001) kamen ebenfalls noch auf über 1000 Minuten. Die meisten Spieler, nämlich acht, stellte überraschend Borussia Dortmund ab, bei 32 Einsätzen. Die sieben Spieler von Bayern München kamen allerdings auf 56 Einsätze, die Leverkusener Andrich, Wirtz und Tah hatten 42 Einsätze.

Im nächsten Jahr stehen das Viertelfinale und das Final Four der Nations League im Mittelpunkt, dazu die WM-Qualifikation, für die sich Deutschland Lostopf 1 gesichert hat. Für das Viertelfinale der Nations League erhielten die Nagelsmänner den wohl stärksten möglich Gegner, nämlich Italien, das sich ähnlich wie Deutschland mit jungen Spielern ebenfalls im Aufwind befindet. Am 26. März wird in Italien gespielt, das Rückspiel ist am 31. März in Deutschland. Beide Nationen haben sich auch für die Austragung der Endrunde beworben. Der Sieger trifft im Halbfinale auf den Sieger der Partie Dänemark – Portugal, außerdem spielen Kroatien – Frankreich und Niederlande – Spanien.

Zweimal Viertelfinale der Bayern-Frauen

Die Mädchen von Bayern München haben eine glückliche Woche hinter sich, denn sie schafften sowohl in der Champions Leageu als auch im DFB-Pokal den Einzug ins Viertelfinale. Eigentlich war das 1:1 bei Valerenga eine Enttäuschung, aber durch den 1:0-Sieg von Arsenal London gegen AS Rom blieben die Bayern Tabellenführer der Gruppe C und sind eine Runde weiter. Im DFB-Pokal machte ihnen der SC Freiburg das Leben schwer, die Bayern siegten aber 2:1, wobei beim ersten Treffer, einem Eigentor, von Pernille Harder wohl eine knappe Abseitsstellung vorlag.

Der VfL Wolfsburg als Dauersieger des Pokals hatte beim Regionalligsten Mainz seine Probleme, lag sogar zurück aber dank Alexandra Popp reichte es zum 4:1–Sieg. In der CL wurde Galatasaray Istanbul mit 5:0 geschlagen, nun müssen weitere Sieg zum Weiterkommen her. Im DFB-Pokal-Viertelfinale sind außerdem Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt, TSG Hoffenheim, Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen und der Hamburger SV.

Sonstige beachtliche Ereignisse: In der Formel 1 holte sich der Holländer Max Verstappen den vierten WM-Titel in Folge. Ausschlaggebend war eine überragende erste Saisonhälfte, als es später bei Red Bull haperte und vor allem McLaren immer stärker wurde, da profitierte Verstappen auch davon, dass sein größer Konkurrent Landon Norris nicht die starken Nerven hatte und öfters patzte, vor allem beim Start. McLaren wird aber wohl Konstrukteursweltmeister werden.

Im Skispringen hatte Deutschland in Lillehammer einen Traumstart und dominierte die Konkurrenz. Es begann mit einem Sieg im Mixed-Wettbewerb, danach gewann der 34-jährige Pius Paschke den ersten Wettbewerb der Männer und wurde Zweiter im zweiten Springen. Die Frauen sorgten am Schlusstag sogar für einen Doppelsieg mit Katharina Schmid und Selina Freitag. Schmid war zuvor Zweite geworden, so dass jetzt Paschke und Schmid jeweils das Gelbe Trikot des Weltcupführenden tragen! Wirklich außergewöhnlich!