Titel-Träume: Die Bayern auf dem Prüfstand
Ein heißer Februar steht den Sportfans bevor, der Wintersport schlägt voll zu (4. – 16. Alpine Ski-WM in Saalbach-Hinterglemm/Österreich, 6. – 8. Rodel-WM in Whistler/Kanada, 12. – 23. Biathlon-WM in Lenzerheide/Schweiz, 26. – 9. März Nord. Ski-WM in Trondheim/Norwegen), dazu kommt der American Football mit dem Super Bowl am Sonntag in New Orleans/USA, für den vor allem die Discounter in Deutschland Reklame machen, damit die Fans vor dem Fernseher sich gut versorgen. Ja, den Fußball gibt es auch noch und da geht es ebenfalls rund. Eine Tatsache, die dem Wintersport gar nicht gefällt, weil er nicht so in den Mittelpunkt rückt, wie er es gerne hätte.
In der Fußball-Bundesliga stehen Schlagerspiele an, im DFB-Pokal wird das Viertelfinale ausgetragen und international gehen die Play-Offs über die Bühne. Vor allem die Bayern stehen vor einem heißen Februar. Der Auftakt gegen Neuling Holstein Kiel war dabei durchwachsen, denn aus einem 4:0 wurde ein zittriges 4:3. In den nächsten Wochen geht es um nicht weniger als die Titel-Träume der Münchner, die ja im Pokal schon ausgeschieden sind. Meisterschaft und Champions League stehen auf dem Spiel, in der Bundesliga folgt ein Weichenstellung. Am Freitag noch ein „warm up“ gegen durch Sperren geschwächte Bremer, danach folgen die Duelle mit Verfolger Leverkusen (15.), dem Tabellendritten Frankfurt (23.) und zum Abschluss das Prestige-Derby gegen den alten Rivalen VfB Stuttgart (28.). Interessant, an dem Wochenende treffen auch Frankfurt und Leverkusen aufeinander. Dazu kommen für die Bayern noch die Duelle mit Celtic Glasgow in den Play-Offs der Champions League am 12. und 18. Februar. In München sind sie froh, dass nicht Manchester City der Gegner wurde, doch Trainer Vincent Kompany warnt vor der „Hölle in Glasgow“. Vielleicht gibt es Auftrieb, dass Harry Kane wieder einen Rekord feiern durfte. 55 Tore in nur 50 Spielen hat noch keiner geschafft, die Bestmarke hielt bisher Erling Haaland mit 50 Treffern. Zudem wurde Kane mit einer Medaille geehrt, er erzielte mit seinem artistischen Treffer bei komplizierter Ballannahme und Kopfball gegen Augsburg das „Tor des Jahres“ der ARD.
Verfolger Bayer wird nicht nur mit Interesse die Bayern beobachten, hat die Play-Offs vermieden, ist aber im DFB-Pokal gefordert mit dem Derby gegen Köln am Mittwoch. Die Bayern sind im Pokal durch ihr Ausscheiden ebenso zum Zuschauen verurteilt wie Borussia Dortmund, das angesichts der nicht befriedigenden Saison die Reißleine gezogen hat. Für Nuri Sahin soll nun Niko Kovac die Saison retten, was bedeutet, dass in der Bundesliga Platz vier und damit die Champions League erreicht wird. Platz 11 sieht nicht berauschend aus, aber der Rückstand zum Vierten RB Leipzig ist auf vier Punkte geschmolzen. Die Weichen für eine erfolgreiche nahe Zukunft hat Interimstrainer Mike Tullberg gestellt, der U19-Coach hat in drei Spielen zwei Siege errungen und mit seiner emotionalen Art die Mannschaft wachgerüttelt. Seine überbordende Freude nach dem 2:1-Sieg in Heidenheim wird in Erinnerung bleiben. Der 53-jährige Kovac ist eher ein nüchterner Typ. Er bringt Bruder Robert sowie Filip Tapalovic als Assistenten mit und soll vor allem für Sicherheit und Ordnung im Team und mit Erfolgen auch im Verein sorgen. In Frankfurt und München hat er Titel gewonnen, aber nicht die Herzen, in Wolfsburg und Monaco war er nicht so erfolgreich. Am Samstag steht schon ein wichtiges Spiel gegen den Fünften VfB Stuttgart (32 Punkte) bevor, da soll die Aufholjagd beginnen. Auch die Dortmunder haben also einen heißen Februar, stehen doch auch für sie die Play-Offs in der CL an, Sporting Lissabon ist am 11. und 19. der Gegner.
Die Stuttgarter selbst haben eine katastrophale Woche hinter sich mit drei Niederlagen. Mit dem 0:2 in Mainz und 1:2 gegen Mönchengladbach purzelten sie aus den CL-Rängen , sind dazu in der Champions League mit einer 1:4-Pleite gegen Paris St. Germain ausgeschieden. Nichts war es mit den Play-Offs als letzte Hoffnung. Das ganze Gegenteil ist die Stimmung in Gladbach. Dort gelang zwar der Start ins neue Jahr nicht, doch die Niederlagen gab es gegen Spitzenteams. Das 2:1 in Stuttgart signalisiert die Wende, Torjäger Tim Kleindienst war wieder erfolgreich und wird immer mehr zum Gespenst für den VfB. Gladbach ist oben dabei und träumt von Europa. Folgerichtig wurde der Vertrag mit dem Geschäftsführer Sport Roland Virkus verlängert. Der 58-jähriger ist ein Borussia-Urgestein und seit 35 Jahren im Verein. 2022 wurde er Nachfolger von Max Eberl, der einst eine erfolgreiche Zeit in Gladbach hatte, dann zum „bösen Buben“ durch seinen gesundheitlich bedingten Abgang wurde und jetzt bei den Bayern die große Bewährungsprobe bestehen muss, nämlich dringende Vertragsverlängerungen unter Dach und Fach bringen.
DFB-Pokal in zwei Etappen
Das Viertelfinale im DFB-Pokal verläuft aus Termingründen zweigeteilt, außerdem sind die Spiele einzeln auf vier Tage verteilt. In dieser Woche starten Stuttgart – Augsburg am Dienstag und Leverkusen – Köln am Mittwoch. Die beiden Wochen darauf gehören Champions League und Europa League, danach folgt der zweite Teil des Pokals mit Bielefeld – Bremen (Dienstag, 25. Februar) und Leipzig – Wolfsburg (Mittwoch, 26.). Drei derzeitige Spitzenteams der Bundesliga sind noch dabei, Titelverteidiger Leverkusen gilt wieder als Favorit, im Gegensatz zu den Bayern hat es also noch drei Eisen im Feuer. Mit Arminia Bielefeld ist auch ein Drittligist noch dabei.
In der Champions League haben sich die Bundesligisten nicht mit Ruhm bekleckert, Stuttgart und Leipzig haben nicht einmal die Play-Offs erreicht und sind ausgeschieden. Nur Leverkusen steht schon im Achtelfinale. Andere Nationen waren erfolgreicher, England hat mit Ligen-Sieger FC Liverpool, FC Arsenal (3.) und Aston Villa (8.) gleich drei Teams direkt qualifiziert, dazu kommen FC Barcelona, Inter Mailand, Atletico Madrid und Lille OSC. So gibt es in den Play-Offs ein Duell zweier potentieller Titelanwärter, nämlich Manchester City gegen Real Madrid.
In der Europa League siegte AS Rom von Athletic Bilbao und Manchester United, Tottenham Hotspur und Frankfurt, das also den Play-Offs entgeht, dafür ist Hoffenheim als 27. ausgeschieden und reiht sich ein in die Enttäuschungen.
Heißer Februar auch für die Frauen
Die Frauen-Bundesliga hat wieder Fahrt aufgenommen, mit Frankfurt – Leverkusen gab es gleich ein Schlagerspiel, dass die Eintracht-Mädels mit 3:2 für sich entscheiden konnten, ihr sechster Pflichtsieg in Folge. Im Februar stehen aber noch weitere wichtige Spiele an, am 12. Februar im DFB-Pokal beim FC Bayern und vier Tage später das Duell mit dem VfL Wolfsburg. Auch sie haben also einen heißen Februar. Die Bayern sind punktgleich Zweiter, taten sich aber in Leipzig beim 1:0-Sieg schwer. Da merkte man bereits das Fehlen des verletzten Mittelfeldduos Stanway/Zadrazil, das Herzstück der Mannschaft. Die Engländerin Stanway musste sogar operiert werden, die Österreicherin Zadrazil wird einen Muskelfaserriss eher auskuriert haben. Als nächste Aufgabe wartet das Spiel in Hoffenheim, dem ersten Verfolger des Führungsquartetts und dann folgt das Duell mit Frankfurt. Der Gewinner fordert dann praktisch den Serien-Pokalsieger Wolfsburg heraus.
Seriensieger sind auch die Handballer von Dänemark, die mit einem 32:26 gegen Kroatien Handball-Weltmeister wurden und ihren vierten Titel in Folge holten. Dabei löste Torhüter Emil Nielsen mit 125 Paraden den deutschen Keeper Andreas Wolff als Rekordhalter ab, der 2023 112 Paraden zu verzeichnen hatte. Weltstar Mathias Gidsel wurde zum wertvollste Spieler gewählt. Deutschland beendete das Turnier als Sechster. Mehr zum Abschneiden Deutschlands und zur alpinen Ski-WM im nächsten Blog „Handballer haben eine WM-Medaille buchstäblich verschenkt“.