2025 gab es in der Bundesliga nur einen Tabellenführer

Das Jahr 2025 geht zu Ende, für alle und überall Zeit, Bilanz zu ziehen. Natürlich auch in der Fußball-Bundesliga, doch da steht vor allem ein Fazit der Vorrunde zu Beginn der kurzen Weihnachtspause auf dem Programm. Und dennoch gibt es eine erstaunliche Jahresbilanz: Im ganzen Jahr 2025 gab es in der Bundesliga nur einen Tabellenführer – den FC Bayern München. Genau genommen stehen die Bayern seit 47 Spieltagen immer auf Platz eins. Wohl keiner errät, wer der letzte Spitzenreiter vor der Münchner Erfolgsserie war: Er hieß am 1. September 2024 FC Heidenheim! Das Team von der Ostalb startete damals mit zwei Siegen! Es war einmal, schöne Erinnerungen, jetzt sieht es anders aus – zur Weihnachtspause steht Heidenheim auf einem Abstiegsplatz. Der Unterschied zu den Bayern wurde auch am Sonntag deutlich, der Meister siegte standesgemäß 4:0, obwohl er auf neun (!) Spieler aus unterschiedlichen Gründen verzichten musste und sieben Nachwuchsspieler auf der Bank bzw. teilweise auf dem Platz hatte. Mit dem 16-jährigen Cassino Kiala wurde der zweitjüngste Debütant nach Paul Wanner eingewechselt. Der Sieg in Heidenheim vollendete aber noch eine bemerkenswerte Bilanz: Die Bayern blieben 2025 auswärts ungeschlagen! Zum Trost: Auch Heidenheim hat einen Rekordhalter: Kapitän Patrick Mainka war in allen 83 Spielen des FCH in der Bundesliga über volle 90 Minuten dabei, damit löste er Christian Günter vom SC Freiburg ab, der es zwischen 2022 und 2022 auf 82 Spiele brachte.

Wenn von Bestleistungen die Rede ist, kommt man an Harry Kane nicht vorbei. Er vollendete das Werk in Heidenheim mit dem Treffer zum 4:0 mit einem Jubiläum, sein 100. Scorerpunkt in der Bundesliga und das in nur 78 Spielen. Dabei erzielte er 81 Tore und gab 19 Vorlagen. In dieser Saison führt er die Scorerliste mit 24 Punkten (19+5) ebenfalls wieder an, vor seinen Vereinskameraden Michael Olise (16/7+9) und Luis Diaz (14/8+6). Kein Wunder, bei der Überlegenheit der Bayern. Harry Kane visiert jetzt den Rekord von Robert Lewandowski mit 41 Toren in einer Saison an, macht er wie bisher weiter (19 Tore in 14 Spielen), müsste das möglich sein. Aber vorher bekam er noch eine besondere Auszeichnung, eine, die er sicher verdient hat. Die Fachzeitung Kicker kürte ihn zur „Persönlichkeit des Jahres 2025“ (erster Sieger war 1990 Franz Beckenbauer, im Vorjahr Xabi Alonso). Begründung u. a.: „Kane ist ein perfekter Botschafter der Bundesliga auf und neben dem Spielfeld.“

Die Bayern können also beruhigt in die Weihnachtspause gehen, neun Punkte Vorsprung sind ein sanftes Ruhekissen, aber sie wissen auch, dass die Titel erst im Frühjahr vergeben werden. Noch ist nichts gewonnen. Ganz anders sieht es beim Tabellenzweiten aus. Bei Borussia Dortmund herrscht immer wieder Unruhe, schon ist vom neuen „FC Hollywood“ die Rede, diesen Titel wollen die Westfalen den Bayern eigentlich nicht abnehmen. Immer wieder Ärger gibt es vor allem mit Karim Adeyemi, der sich beim 2:0 gegen Gladbach mit Gegner, Schiedsrichter und Trainer Kovac anlegte. Er zeigt manchmal schlechtes Benehmen, da sollte Bundestrainer Julian Nagelsmann überlegen, ob er in die Nationalmannschaft passt. Andere Sorgen hatten die Verfolger Leverkusen und Leipzig, die mit Abstellungen für den Afrika-Cup und Verletzungen im direkten Duell buchstäblich auf der letzten Rille liefen, Bayer hat dies besser verkraftet und hat sich mit dem 3:1-Sieg nach einem schwachen Saisonstart heimlich, still und leise auf Rang drei vorgearbeitet.

Wer oben steht oder seine Wünsche erfüllt sieht, kann einigermaßen frohe Weihnachten feiern. Am Tabellenende sieht es anders aus. Vor allem Schlusslicht Mainz hofft auf ein besseres 2026. Gegen den Mitkonkurrenten im Abstiegskampf, St. Pauli, gelang kein Befreiungsschlag, das 0:0 brachte beiden nicht viel, die Hamburger verließen wenigstens die direkten Abstiegsplätze. Dazu fehlen Mainz vier Punkte, bisher gelang in dieser Saison kein Heimsieg, so wird der Klassenerhalt schwierig. Immerhin gab es unter dem neuen Trainer Urs Fischer noch keine Niederlage, seine Erfolgserlebnisse hatten die 05er international, in der Conference League schafften sie mit dem 2:0 gegen Samsunspor den direkten Sprung ins Achtelfinale und verdienten bisher 6 Millionen Euro. Da sollten Verstärkungen möglich sein. Auch die Konkurrenz will sich natürlich verstärken, Heidenheim sucht Ersatz für „Retter“ Leo Scienza, der am Ende der Sommer-Transfers ging, der FC Augsburg sucht weiter einen neuen Trainer, tut sich aber schwer und so könnte Interimscoach Manuel Baum bis zum Saisonende bleiben. Vier Zähler hat er in drei Spielen geholt, aber neben dem Sieg gegen Leverkusen war gegen Frankfurt und Bremen viel Pech und Ärger mit dem VAR dabei. Wolfsburg hat dagegen seinen neuen Trainer, kurz vor dem Spiel gegen Freiburg erhielt Daniel Bauer wie erwartet einen Vertrag bis 2027. Gefeiert wurde die Unterschrift nicht, in einem turbulenten Spiel unterlag der VfL mit 3:4, die Premiere als Chefcoach ging also schief. Und noch einer konnte sich nicht freuen, Dzenan Pejcinovic erhielt das Vertrauen zum Start, das 20-jährige Talent erzielte drei Tore und ärgerte sich, weil es dafür keine Punkte gab. So einen Stürmer sucht der Hamburger SV, Poulsen ist wie Glatzel immer noch verletzt und Königsdörffer trifft den Kasten nicht. Eine Notlage also, die Angst vor dem Abstieg macht. Die Weihnachtspause ist kurz, am 9. Januar geht es weiter.

Ein kurzer Blick in die 2. Bundesliga, die ihre Hinrunde beendet hat, Schalke 04 liegt überraschend vorn, kassierte aber noch eine 1:2-Niederlage in Braunschweig. Elversberg ist mit drei Punkten Rückstand ebenso überraschend Zweiter und träumt erneut von der Bundesliga. Darmstadt, Paderborn und Hannover folgen. Mit 20 Punkten beginnt Holstein Kiel auf Rang elf die Abstiegszone. Schlusslicht Dresden (13) hat ein bisschen den Anschluss verloren, Fürth (15) steht ebenfalls auf einem Abstiegsplatz, den Düsseldorf (17) durch einen 2:1-Sieg im direkten Duell verlassen hat. In der 2. BL geht es am 16. Januar weiter.

International kann die Bundesliga mit ihrem Zwischenfazit zum Jahreswechsel zufrieden sein, Platz zwei in der UEFA-Rangliste wurde gehalten, also der fünfte Platz für die Champions League. Da befinden sich die Bayern auf dem Sprung ins Achtelfinale, Dortmund und Leverkusen haben zumindest die Play-Offs im Visier, nur Frankfurt wäre im Moment auf Platz 30 draußen. In der Europa League mischt Freiburg vorne mit, Stuttgart hofft ebenfalls noch, den Play-Offs zu entgehen. Die Bundesligisten haben also fast durchweg einen guten Eindruck gemacht.

Ein Stadion für die Bayern-Frauen

Die Frauen des FC Bayern München dominieren die Bundesliga und haben sich auch international in eine gute Position gebracht. Doch den entscheidenden Erfolg für eine gute Zukunft landeten sie wohl abseits des Spielfeldes. Letzte Woche hat der FC Bayern den Sportpark Unterhaching für 7,5 Millionen Euro gekauft, er soll die neue Heimat der Münchner Frauen werden, Unterhaching trägt als Pächter weiter seine Punktspiele aus. Ab 26/27 wollen die Bayern-Frauen aber vor einer größeren Zuschauerkulisse spielen, nicht nur vor 2500 wie im Campus, sondern bei Schlagerspielen vor 15.000, die in Unterhaching Platz finden. Vor allem für die Champions League war dieser Schritt dringend notwendig. Daneben will der Verein ein Zentrum für den Frauen-Fußball bauen, vor allem der Nachwuchs soll da verstärkt gefördert werden.

Schritte für die Zukunft waren auch die Vertragsverlängerungen der Leistungsträgerinnen Sarah Zadrazil, Pernille Harder und Magdalena Eriksson. Sportlich freut sich der Herbstmeister, dass er in der Champions League den Sprung unter die ersten vier Teams (neben Barcelona, Lyon und Chelsea) geschafft hat. Wolfsburg unterlag Chelsea mit 1:2 und muss den Umweg über die Play-Offs gehen, dort wird Juventus Turin der Gegner sein. In der Frauen-Bundesliga geht es wieder am 23. Januar weiter.

Sportler des Jahres

Am Ende eines Jahres werden von den Journalisten auch die Sportler des Jahres gewählt, am Sonntag wurden sie in Baden-Baden geehrt. Bei den Männern setzte sich Zehnkämpfer Leo Neugebauer durch, der Weltmeister gewann klar mit 2343 Stimmen vor Schwimmer Florian Wellbrock. Bei den Frauen war es knapper, die Weltcupsiegerin im Biathlon, Franziska Preuß, wurde erstmals „Sportlerin des Jahres“ mit 1749 Stimmen, damit 48 mehr als die Titelverteidigerin Darja Varfolomeev (Rhythm. Sportgymnastik/1701). „Mannschaft des Jahres“ wurde die Basketball-Nationalmannschaft der Männer, neben Welt- jetzt auch Europameister, dafür gab es 2638 Stimmen, das Feldhockey-Nationalteam der Männer bekam als Zweiter 1367 Stimmen.