Alles neu: Die spannendste Saison der Formel 1 steht bevor
Immer wieder muss die Formel 1 damit leben, dass manche Autos oder Fahrer absolut überlegen sind, statt der gewünschten Spannung herrscht Langeweile. Das kann man im Motorsport gar nicht gebrauchen, schon gar nicht in der Königsklasse. In dieser Saison wird es auf jeden Fall anders sein. Die Formel 1 hat eine Kehrtwende vollzogen, die Umweltverträglichkeit soll gesteigert werden. Die Verbrennungsmotoren wurden reduziert, der Elektromotor liefert die Hälfte der Power. Das Problem für die Techniker, der Verbrennungsmotor muss mehr leisten, um die Batterie aufzuladen. Aber das ist nicht die einzige Änderung, es gibt neben den neuen Motoren auch kleinere Autos und schmalere Reifen. Beobachter sagen: „Die neuen Boliden sehen schick aus.“
Die Fans können sich davon erstmals an diesem Wochenende ein Bild davon machen, die Saison startet traditionsgemäß in Melbourne mit dem ersten Rennen am Sonntag um 5.00 Uhr MEZ. Durch den Iran-Krieg gab es logistische Probleme bei der Anreise, durch die neuen Motoren gibr es Umstellungsprobleme für die Fahrer. Vor allem die Elite moserte, weil Vollgas über die ganze Strecke nicht mehr möglich ist, das Motorenmanagement wird eine wichtige Rolle spielen. Der Steuermann wird zum Motorenmanager, muss mal den Fuß vom Gas nehmen, um die Batterie aufzuladen. Der vierfache Weltmeister Max Verstappen schimpft: „Das macht keinen Spaß mehr, wir müssen absichtlich langsamer fahren.“ Lewis Hamilton behauptet, „um das zu verstehen, braucht es einen Universitätsabschluss“ und Altmeister Fernando Alonso hat festgestellt, „früher brauchte es in den Kurven fahrerisches Können, heute kann mein Koch das Auto fahren.“ Wir dürfen also gespannt sein, wie sich das wirklich auf der Rennstrecke auswirkt.
Eins ist klar, die alte Rangordnung gibt es nicht mehr. Zur Erinnerung: Im letzten Jahr wurde der Engländer Lando Norris mit McLaren Weltmeister, er beendete die Siegesserie von Red Bull und Max Verstappen, deren Aufholjagd in der zweiten Saisonhälfte war vergebens. Sie kann sogar zu einem Bumerang werden, denn man konnte sich zu wenig um den neuen Wagen kümmern. Vor allem Mercedes hat sich frühzeitig auf den neuen Boliden konzentriert und gilt nach den Trainingseindrücken als das beste Auto. Mercedes soll auch ein Schlupfloch im Reglement gefunden haben für mehr Schnelligkeit. Ob es Proteste gibt, ist noch nicht sicher. Insgesamt acht Wagen fahren den Mercedes-Motor. Aber auch Ferrari will die Chance nutzen, wieder vorne mitzufahren, die Roten machten in den Tests einen guten Eindruck.
Wenn man die Fahrer fragt, tippen die meisten auf Mercedes-Star George Russell als den großen Titelfavoriten. Es streiten sich in diesem Jahr auch mehr Firmen um den Titel. Cadillac kam als elfter Rennstall dazu und will nicht nur hinterherfahren. Mit Valteri Bottas und Sergio Perez sind erfahrene Piloten am Lenkrad. Auch Audi ist neu, schon lange wurde dieser Einstieg mit dem Kauf des Sauber-Teams vorbereitet, so dass von den Ingolstädtern einiges erwartet wird. Audi beschäftigt auch den einzigen deutschen Fahrer Nico Hülkenberg (neben Gabriel Bortoletto). Zwei deutsche Firmen, ein deutscher Fahrer, eigentlich wenig, aber so präsent war Deutschland in der Formel 1 lange nicht mehr. Auf Rennen in Deutschland werden wir noch warten müssen. Audi gibt sich übrigens fünf Jahre, um den Titel zu holen.
Insgesmat 24 Rennen stehen auf dem Programm, die Woche nach Melbourne geht es gleich in China (Shangai) wieder weiter, wenig Zeit also für die Techniker eventuelle Mängel zu beheben. Nach Europa kommt die Formel 1 erst im Juni, wenn am 7 6. in Monte Carlo gefahren wird. Bis September bleibt man dann in Europa. Die WM endet ebenso traditionsgemäß am 6. Dezember in Abu Dhabi. Einziger Unsicherheitsfaktor ist die Weltpolitik. Selbst die sorgt also für Spannung!