Bundesligisten trumpfen in Europa auf! Machen jetzt alle drei den Sack zu?

Die Bundesliga ist wieder „Wer“ in Europas Fußball! Die deutschen Klubs trumpften im Viertelfinale der drei Wettbewerbe auf und nicht nur die Konkurrenten rieben sich verblüfft die Augen. Den größten Sieg feierten die Bayern mit dem 2:1 bei Real Madrid, eine lange Durststrecke ging zu Ende. Dann überraschte der SC Freiburg in der Europa League mit einem 3:0 gegen Celta Vigo und Mainz 05 zog in der Conference League mit einem 2:0 gegen Racing Straßburg nach. Positiver Nebeneffekt: Fünf Plätze für die Champions League sind in der nächsten Saison wieder in Reichweite. Doch bisher ist es nur die halbe Miete, Mittwoch und Donnerstag stehen die Rückspiele an und es stellt sich die Frage, „machen auch alle den Sack zu, kommen also eine Runde weiter?“ Hoffnung dürfen die Fans haben.

Die schwerste Aufgabe haben natürlich die Bayern, Real Madrid ist schließlich nicht Irgendwer, sondern eine große Nummer. Allerdings kriselt es angesichts fehlender Erfolge, wieder gab es nur ein 1:1 gegen Girona in der nationalen Liga, letzte Chance auf einen Titel ist die Champions League, die Mannschaft steht also mit dem Rücken zur Wand. Im Sport weiß man, ein angeschlagener Gegner ist besonders gefährlich. Die Spanier machen sich selbst Mut: „Wir sind Real Madrid, wir kämpfen bis zum Schluss, wir werden siegen“, gibt Präsident Florentino Perez seiner Mannschaft mit auf den Weg. Trainer Alvaro Arbeloa, der als Alonso-Nachfolger nun um seinen Job spielt, spricht sich ebenfalls Mut zu: „Wenn einer in München gewinnen kann, dann Real“. Ganz matrialisch sieht es Jude Bellingham, der nach Verletzungspause zum Hoffnungsträger geworden ist: „Wir fahren hin, um zu siegen oder notfalls zu sterben.“ Da ist die Statistik dagegen harmlos. Die Bayern vertrauen darauf, dass sie bei einem Vorsprung in 21 von 22 Fällen die nächste Runde erreicht haben, Real wiederum will seine Serie von drei Siegen in den letzten vier Spielen in München fortsetzen. Die aktuelle Form spricht aber für die Bayern!

In den anderen drei Duellen sind Überraschungen möglich. Atletico Madrid siegte in Barcelona mit 2:0 und könnte statt dem Lokalrivalen Real im Halbfinale am 28../29. April und 5./6. Mai stehen. Die gleich gute Ausgangsposition hat Paris St. Germain, muss aber beim enttäuschenden FC Liverpool auswärts antreten. Arsenal London war über einen 1:0-Sieg bei Sporting Lissabon glücklich, wirkt allerdings müde. Zu Haus sollte es aber reichen.

Freiburg und Mainz treffen auf gereizte Gegner, die wohl versuchen werden mit schnellen Toren die Aufholjagd einzuleiten. Vor allem die Schwarzwälder zeigten sich zuletzt aber in guter Form und gewannen das direkte Duell bei den Rheinhessen am Sonntag mit 1:0. Dennoch, für beide Klubs winkt das Halbfinale, schon jetzt ist das Abschneiden für sie bekanntlich der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Drei Bundesligisten im Halbfinale wäre ein großer Prestigeerfolg. Macht also den Sack zu!

Neuer Tor-Rekord der Bayern

Die Saison 2025/26 wird in die Geschichte der Bundesliga eingehen. Bayern München ballerte sich beim FC St. Pauli in Torlaune für das Real-Spiel und stellte auch mit einer quasi B-Mannschaft einen neuen Torrekord für die Bundesliga auf. Jamal Musiala, der langsam in Form kommt, stellte mit seinem Treffer in der 9. Minute den alten Rekord von 101 Treffern ein, Leon Goretzka erzielte dann in der 53 Minute das Tor zum neuen Rekord, den Olise, Jackson und Guerreiro nach auf 105 ausbauten. Doch das ist ja noch nicht das Ende, wir haben ja erst den 29. Spieltag und der Torhunger der Mannschaft kennt keine Grenzen. Torjäger Harry Kane verfolgte zudem Geschehen nur auf der Bank! Trainer Vincent Kompany hatte wieder einmal die fast totale Rotationsmaschine angeworfen und entwickelte in der Saison vor allem ein Faible für den Nachwuchs. So verzeichnen die Bayern noch einen anderen neuen BL-Rekord, mit dem 18-jährigen Ndiaye verhalf Kompany bereits dem achten Teenager zu seiner Bundesliga-Premiere, bisher waren es sieben von RB Leipzig. Insgesamt setzte der Belgier, der am Freitag 40 Jahre alt wurde, schon 31 Spieler ein, das gab es bei den Münchner noch nie! Auch am Sonntag gegen den VfB Stuttgart wird Kompany wohl zur Rotation greifen, weil am Mittwoch danach das Halbfinale im DFB-Pokal in Leverkusen ansteht. Vielleicht treten sie dort sogar als inoffizieller Meister an. Nach Dortmunds 0:1-Niederlage gegen Bayer haben die Münchner zwölf Punkte und 47 Tore (Differenz) Vorsprung, ein Sieg reicht also, auch wenn offiziell erst die Punkte entscheiden.

Dortmund konnte sich die Niederlage leisten, Leverkusen hat weiter Hoffnung auf einen Platz für die Champions League, aber Stuttgart (4:0 gegen den ersatzgeschwächten HSV) und Leipzig (1:0) gegen Gladbach schwächelten nicht und haben weiter vier Zähler Vorsprung.

Marie-Louise Eta erste Bundesliga-Cheftrainerin

Wer beim Schlusslicht verliert, für den ist Schluss mit dem Job! Das musste Steffen Baumgart feststellen, der nach der 1:3-Niederlage in Heidenheim prompt am Abend von Union Berlin entlassen wurde. Im Januar wurde der Vertrag noch verlängert, doch dann schlitterten die Berliner in eine Krise, die auch Manager Horst Heldt nervös werden ließ, aber auch er muss sich angesichts der nicht ausgewogenen Teamzusammensetzung hinterfragen. Baumgart aber bekommt nach erfolgreichen Monate scheinbar immer Probleme, das war in Hamburg und Köln nicht anders. Heldt sorgte aber mit der Interimslösung, die bei Erfolg durchaus eine Dauerlösung werden kann, für eine Überraschung: Er präsentierte die Cheftrainerin der U19, Marie Louise Eta, als Nachfolgerin. Sie hatte schon nach der Trennung von Urs Fischer als Co-Trainerin mit den Männern gearbeitet und soll im Sommer die Union-Frauen übernehmen. Ist sie in der Bundesliga erfolgreich, könnte sich das ändern! Sieben Punkte Vorsprung hat Union noch auf den Relegationsplatz.

Dort rangiert St. Pauli, das sich mit dem 0:5 gegen die Bayern auch das Torverhältnis versaut hat. Jetzt gilt es am Freitag gegen Köln, das sich mit einem 3:1 gegen Bremen etwas Luft verschafft hat. Schlusslicht Heidenheim dagegen hofft wieder, nach 15 erfolglosen Spielen endlich ein Erfolgserlebnis und Trainer Frank Schmidt jubelt, „wir leben noch“. In Freiburg wird es schwerer werden, aber am 25. April steht das Duell mit St. Pauli an, das nächste „Endspiel“. Beim Vorletzten Wolfsburg ist dagegen die Stimmung im Keller, wieder eine Niederlage und kein Hoffnungsschimmer. Jetzt geht es ausgerechnet nach Berlin, bei den Wölfen in dieser Form wird Marie-Louise Eta ein perfekter Einstand praktisch auf dem Tablett serviert…

DFB-Frauen wollen über Österreich zur WM

„Brasilien, wir kommen“ könnte es bei der deutschen Frauen-Nationalmannschaft heißen. Nach zwei Siegen mit 5:0 gegen Slowenien und 4:0 gegen Norwegen steht ein doppeltes Duell mit dem Nachbarn Österreich an, die WM naht. Die Unterschiede beider Teams könnten krasser kaum sein. Deutschland hat als Erster sechs Punkte bei 9:0 Toren geholt, Österreich ist Letzter in der Vierergruppe mit null Punkten und null Toren, gegen die gleichen Gegnerinnen gab es zwei 0:1-Niederlagen. Ein Schützenfest sollte man am Dienstag in Nürnberg und am Samstag in Ried von den DFB-Frauen also nicht erwarten. Andererseits haben sie in den letzten Vergleichen klar mit 4:1 und 6:0 gewonnen.

Unter Bundestrainer Christian Wück und seinen beiden Co-Trainerinnen ist das Nationalteam auf einem guten Weg. Die Spielerinnen streichen vor allem den guten Zusammenhalt in der Mannschaft heraus. Co-Kapitän Janina Minge betont: „Wir sind ein harmonisches Team, jede Spielerin kann ihre Meinung sagen, jeder ist wichtig.“ Und Neulinge werden gut aufgenommen, „es ist megaeinfach ins Team zu kommen, alle sind Supercharaktere“, lobt Jella Veit, die Abwehrspielerin von Eintracht Frankfurt, die überraschend nominiert wurde. Aber auch sportlich läuft es dadurch leichter, „bei uns gibt es nichts zu meckern“, betont Mittelfeldstar Sjoeke Nüsken. Nur der Trainer selbst warnt: „Wir dürfen Österreich nicht unterschätzen, ich will von den Mädels eine Weiterentwicklung sehen“. Die soll auch dafür sorgen, dass das Frauen-Team weiter Interesse in der Öffentlichkeit findet. Deshalb sind die Spielerinnen auch sauer darüber, dass ihr Gastspiel in Österreich am Samstag (18.00 Uhr) von der ARD nur im Streaming in der Mediathek gezeigt wird.

In der Bundesliga geht es nach den Länderspielen am Mittwoch, 22. April mit zwei Nachholspielen weiter.