Es geht los: Die ersten Titel werden vergeben!

Die Infantino-Spiele sind vorbei, jetzt wird im Fußball wieder über den Sport geredet. Die neue Saison hat bereits begonnen, in einigen Ländern ist sogar schon die Punktrunde gestartet, in Deutschland waren die zweite und dritte Liga im Profi-Fußball die Vorreiter. Jetzt aber geht es richtig los, die ersten Titel werden vergeben!

Als „Anheizer“ für die neue Saison haben die Verbände irgendwann den Supercup erfunden. Erst national, dann auch international. Er hat natürlich nicht die Bedeutung wie der Gewinn des Henkelpotts in der Champions League, aber ein hübscher Erfolg, der Appetit auf mehr macht, ist der Supercup schon. Kritiker sagen, der Sieg wäre nur etwas für den Briefkopf, aber Titelverteidiger Paris St. Germain, im Vorjahr im Elfmeterschießen gegen Tottenham erfolgreich, zeigt besonderen Ehrgeiz. Am Mittwoch (21 Uhr) soll in Salzburg der Start zum erneuten Triple erfolgen, nämlich Supercup, nationale Meisterschaft und Ende auch wieder der Sieg in der Champions League – so wie im Vorjahr. Gegner ist wieder ein Verein aus der Premier League, diesmal Aston Villa als Siege der Europa League. Die Engländer zeigten sich allerdings beim letzten Test am Freitag in Hongkong gegen Bayern München noch nicht in Supercup-Form, unterlagen gegen eine bessere Junioren-Mannschaft der Bayern mit 1:2. Leichtes Spiel also für Paris? Wichtiger ist die Champions League, träumen sie doch vom Hattrick nach den Siegen 2025 und 2026 in der Königsklasse. Den schaffte bisher nur Real Madrid von 2016 bis 2018.

Der erste Titel wird auch in Deutschland vergeben, da haben die Frauen den Vortritt. Bevor sich die Männer duellieren (am 22. August in Dortmund die Borussia und die Bayern), kämpfen die Frauen an diesem Samstag (15. August, 19.30 Uhr in Ingolstadt) um den Pokal. Auch hier sind die Bayern vertreten, Gegner ist wie bei den Männern der Zweite der Bundesliga, der VfL Wolfsburg. Bekanntlich haben in der letzten Saison Männer wie Frauen der Bayern das Double Meister und Pokal geschafft. Egal, ob Dortmund oder Wolfsburg, in beiden Vergleichen herrscht große Rivalität.

Wie die Kräfteverhältnisse bei den Frauen sind, könnte am Samstag bereits deutlich werden Bei beiden Teams hat es gravierende Änderungen gegeben, vor allem die Wölfinnen mussten wieder einmal Umbruch hinnehmen. Zwölf Abgängen stehen sieben Neuzugänge gegenüber, vor allem Torjägerin Beerenstyn (Real Madrid), Ikone Alexandra Popp (Dortmund) und Flügelflitzerin Endemann (Liverpool) dürften vermisst werden. Die Bayern müssen den Abgang von Mittelfeldmotor Stanway verkraften, die meist spielbestimmend war. Die logischen Nachfolgerinnen kommen aus langen Verletzungspausen, Lena Oberdorf, die in zwei Jahren nur acht Pflichtspiele für Bayern bestritten hat, und Sarah Zadrazil. Dennoch haben die Münchnerinnen eine starke Mannschaft, bei ihrem letzten Test weihten sie am Sonntag die Arena in Unterhaching als neue Heimspielstätte ein und gewannen vor 6000 Zuschauern gegen den FC Paris mit 2:0 (Tore Harder und Alara). Es wird also auf jeden Fall ein interessanter Vergleich.

Dem Abstieg entronnen, als Tabellenführer gestartet

Prominente Namen werden vermisst, aber die 2. Bundesliga ist auch in diesem Jahr wieder interessant, das machte der Start bereits deutlich. Mit Eintracht Braunschweig gibt es vor allem einen ersten Überraschungstabellenführer. Die Niedersachsen entkamen im Mai mit gerade einem Tor besser in der Differenz der Relegation (die dann Fürth erfolgreich bestritt). Jetzt fertigten sie den damaligen oberen Tabellennachbar Magdeburg auf dessen Platz gleich mit 6:1 ab und machten deutlich, dass sie mit dem Abstieg in diesem Jahr nichts zu tun haben wollen. Magdeburg wiederum könnte vor einem schweren Jahr stehen.

Überhaupt waren die 18 Mannschaften in Torlaune, in den neun Spielen fielen 31 Tore, Nummer 1 der Torjäger war Nürnbergs Ali Zoma, der beim 3:0 gegen Dresden alle Treffer erzielte. Torjubel war auch in Heidenheim ständig präsent, das 4:3 gegen Osnabrück gefiel allerdings beiden Trainern nicht. Bundesliga-Absteiger gegen Zweitliga-Aufsteiger war also ein ausgeglichenes Duell. Überraschend kam auch der erfolgreiche Start von Hertha BSC Berlin. Die letzte Saison endete desaströs mit nur einem Sieg in sechs Spielen und einem 1:6 in Bielefeld zum Abschluss. Zudem hat die Hertha seit sechs Jahren kein Saisoneröffnungsspiel gewonnen und 13 Abgängen sorgten nicht gerade für Zuversicht in Berlin. Sparen ist das erste Gebot. Umso überraschender der Auftritt im Eröffnungsspiel mit dem 1:0-Sieg in Bochum. Das lässt also hoffen. Der Auftakt wird sowieso schwierig mit vier Auswärtsaufgaben an den ersten sechs Spieltagen. Favorit Wolfsburg war nicht so glücklich, beim 0:0 gegen Kaiserslautern merkten die Wölfe gleich, dass die zweite Liga hartes Brot bereit hält. Auch die nächste Aufgabe hat es in sich, das Niedersachsen-Derby bei Hannover 96 (1:3 bei Neuling Cottbus!).

Infantino liebt Sprüche statt Wahrheit – UEFA spricht von Täuschung

FIFA-Präsident Gianni Infantino geht nicht, er bleibt und kämpft um seinen schönen und gutdotierten Posten. Allerdings serviert zu seiner Verteidigung keine Wahrheit und hält es weiter mit Sprüchen, wie toll er doch für den Weltverband gearbeitet hat. Irgendwann müssen eigentlich alle die Luftschlösser des „FIFA-Königs“ erkennen. Neuester Coup war ein FIFA-Treffen in Rabat. Bezeichnend: Einige Top-Manager des Verbandes mussten von Zürich nach Marokko fliegen, weil es der Präsident so wollte. Nach den Geschäftsregeln des Verbandes ist der Präsident gar nicht befugt einzuladen. Wieder eine Regelübertretung! Danach gab es eine Erklärung wie toll alles wäre und die FIFA arbeitet dank des unfehlbaren Präsidenten. So heißt es u. a. „die FIFA wird keinerlei Angriffe auf Ihre Integrität, Ihre gute (!) Unternehmensführung und die Einhaltung ordnungsgemäßer Verfahren dulden“. Infantino versuchte also den Befreiungsschlag. Aber die FIFA verschwieg, wer überhaupt in Rabat war und wie viele Personen teilnahmen. Wer nicht offen ist, hat etwas zu verbergen. So wurden auch wieder Fehler Infantinos aus seiner Zeit als UEFA-Generalsekretär in den Medien offengelegt.

UEFA-Präsident Aleksandar Ceferin und seine Verbündeten kontern aber das seltsame Schreiben und machen deutlich, dass sie mit den Erklärungen Infantinos nicht zufrieden sind. So heißt es, „Führung im Fußball gehe mit der Pflicht einher, der Fußballfamilie zu dienen. Wenn Vertrauen durch Täuschung gebrochen wird, wenn sich eine Person über das Kollektiv stellt, das ihr Autorität anvertraut hat, dann wurde diese Pflicht vernachlässigt“. Außerdem heißt es, „der Versuch die Weltmeisterschaft zu verkaufen, stelle einen grundlegenden Vertrauensbruch gegenüber jenen Instituationen dar, denen die FIFA eigentlich dienen soll“. Neben Ceferin haben Salman bin Ibrahim Al Chalifa, Präsident der AFC (Asien) und Victor Montagliani, Chef des CONCACAF (Nord- und Mittelamerika/Karibik) unterzeichnet, ebenso die Generalsekretäre der Kontinentalverbände. Eine breite Basis also und viel Gegenwind für Infantino, der nur noch Afrika und Südamerika auf seiner Seite weiß, aber die Unterstützung bröckelt wohl.

Schwimmen und Leichtathletik: Kampf um Medaillen

Nicht der Fußball sollte derzeit in Europa im Mittelpunkt stehen, sondern Paris und Birmingham, dort werden die Europameisterschaften im Schwimmen und der Leichtathletik ausgetragen. Im Schwimmen ging es zuerst ins Freiwasser in der Seine und Kunstspringen stand auf dem Programm, deutsche Fans konnte sich über viele Medaillen freuen. Erfolgreichster Athlet war Florian Wellbrock, der dreimal Gold holte, obwohl er sich vorher gar nicht so fit gefühlt hatte. Jetzt geht es in dieser Woche ins Schwimmbecken, wo Olympiasieger Lukas Märtens auch von dreimal Gold träumt, neben seiner Spezialstrecke über 400 m will der Krauler auch über 200 m und in der 4×200 m Staffel um Edelmetall kämpfen.

Die Leichtathleten kämpfen von Montag bis Sonntag um die Medaillen. Deutschland möchte ähnlich wie 2022 in München abschneiden, als es siebenmal Gold und Silber gab sowie zweimal Bronze – Platz 1 im Medaillenspiegel. Anders 2024 in Rom vor der WM, da gab es nur einmal Gold durch Weitspringerin Mihambo. Jetzt stehen die Chancen wieder besser, Experten sehen wieder Gold oder Medaillen-Chancen für Malaika Mihambo sowie für Yemisi Mabry (Kugel), Gesa Krause, Lea Meyer (beide 3000 m Hindernis), Frederik Ruppert und Karl Bebendorf (beide 3000 m Hindernis), Emil Agyekum (400 m Hürden), Robert Farken (1500 m), Julian Weber (Speer) und vor allem Leo Neugebauer als Favorit und Niklas Kaul im Zehnkampf. Ein Fragezeichen steht hinter Sprinter Owen Ansah, dem eine Dopingsperre droht, weil er eine Dopingkontrolle verweigerte, weil er zum Flieger musste, um in Monaco zu starten. Bei ARD und ZDF beherrscht in dieser Woche die Leichtathletik das Abendprogramm.