Jürgen Klopp stiehlt der Bundesliga die Show

Am Donnerstag zur Mittagszeit ist es soweit, der neue Bundestrainer Jürgen Klopp stellt seinen ersten Kader für die Fußball-Nationalmannschaft vor. Die Fußball-Welt wartet gespannt auf die Namen, zumal Klopp angekündigt hat, dass er 57 Spieler im Visier hat und mit neuen Namen überraschen wird. An den ersten Spieltagen der Bundesliga drehten sich die Diskussionen mehr um die Spieler, die Klopp unbedingt holen muss, als um die Spiele selbst. Der neue Bundestrainer war auf Beobachtungstour und dabei rückte die Bundesliga in den Hintergrund.

Jürgen Klopp machte das, was bei seinem Vorgänger Julian Nagelsmann fehlte, er war in den Stadien präsent. Sein Start beim DFB war ein Werbefeldzug, er war überall präsent. Die Süddeutsche Zeitung skizzierte seine ersten Wochen so: „Klopp geht in die Stadien, schickt Spielern Nachrichten, grillt Würstchen für die DFB-Belegschaft. Er produziert gute Stimmung und mehrt seine Beliebtheit, indem er das Selbstverständliche macht. Präsident Bernd Neuendorf nennt es einen ‚Vollgas-Start‘. Jetzt muss Klopp bloß noch die Spiele gewinnen, dann ist der Traumjob perfekt.“

Die ersten Aufgaben in der Nations League haben es in sich, am 24. September geht es zum Start in die Niederlande, Augsburg erlebt am Sonntag, 27. 9., gegen Griechenland die Heimpremiere, danach folgt am Donnerstag, 1. Oktober, das Oktoberfestspiel in München gegen Serbien und am Sonntag, 4. 10., wird in Griechenland die erste Länderspielphase beendet. Gehen dann die Diskussionen erst richtig los? Erleben wir weiter einen strahlenden Bundestrainer oder einen zerknirschten? Die spannende Frage aber ist, wem schenkt er das Vertrauen? Prognosen sind kaum möglich, die Medien präsentieren Namen mit der Forderung „Klopp, muss…“ den oder den Spieler unbedingt nominieren. Vertraut er Talenten wie El Mala und Karl? Die größten Fragezeichen stehen hinter der Besetzung des Torhüters und wer rechts verteidigt, denn es scheint klar zu sein, dass Kimmich wieder ins Mittelfeld rückt. Im Tor könnte er Routinier Oliver Baumann vorerst vertrauen, der Hoffenheimer lächelte auf die Frage, ob Klopp sich gemeldet habe, „ja hat er“. Doch wer ist der Mann der Zukunft? Elfmeter-Killer Atubolu oder die Bayern-Hoffnung Urbig? Wer rechts verteidigt ? Alles offen. Auflösung aller Rätsel am Donnerstag und eine Woche später beim ersten Spiel. Klopp beherrscht auf jeden Fall die Schlagzeilen, die Bundesliga macht nach dem 4. Spieltag drei Wochen Pause. Am 9. Oktober geht es weiter mit dem Duell Dortmund – Bremen.

Auch in der Bundesliga geht es um die Trainer

Jürgen Klopp ist aber nicht der einzige Trainer, dem die Schlagzeilen gehören. Auch in der Bundesliga geht es um die Trainer. So gab es bereits nach dem 3. Spieltag die erste Entlassung, wieder war das bei Borussia Mönchengladbach der Fall. Dabei kommt die Trennung von Eugen Polanski keineswegs überraschend. Schon vor der Saison wurde überlegt, ob das Gladbach-Urgestein der richtige Trainer sei. Trotz aller Zweifel erhielt er dann einen neuen Vertrag, die Mannschaft wurde (zumindest auf dem Papier) verstärkt, aber die Bilanz ist grausam – null Punkte. Nur der HSV ist schlechter, hat noch nicht einmal einen Treffer erzielt. Zunächst übernimmt in Gladbach Co-Trainer Jan-Moritz Lichte, der schon einmal unter Sportvorstand Rouven Schröder Interimstrainer war – bei Mainz 05, der Gegner am Samstag! An Kandidaten fehlt es nicht, frei sind Ole Werner, Horst Steffen, Alexander Blessin, Bo Henriksen oder auch Sandro Wagner.

In Hamburg betonen sie, dass von einem neuen Trainer keine Rede sein kann, obwohl 0:12 Tore in drei Spielen eine desaströse Bilanz darstellen. Es fehlt halt Abwehrchef Lukas Vuskovic. Aber Manager Claus Costa betont, „wir behalten die Ruhe“ und Sportvorständin Kathleen Krüger verrät, „der Vertrag ist ausgehandelt“, also statt Entlassung Vertragsverlängerung für Merlin Polzin. Die Unterschrift sollte halt nach einem Sieg geschehen, am Samstag kommt Köln. Doch einige Spieler sind einfach nicht in Bestform. Martin Demichelis wurde in Leipzig auch schon angezählt, nach dem 5:0 über den HSV hat man mit dem Zählen aufgehört.

Trainer können auch gefeiert statt gefeuert werden, alles wundert sich über den neuen Spitzenreiter SC Freiburg. Schafft Julian Schuster ein neues Fußball-Wunder? Ohne Punktverlust bisher auch Dortmund, dort fällt auf, dass die Mannschaft mit den Neuzugängen spielerisch zugelegt hat. Bayern München zeigt sich dagegen noch nicht in Bestform, da warf Vincent Kompany vor dem Spiel bei Neuling Elversberg die Rotationsmaschine an, Belastungssteuerung ist angesagt. Aber erst mit neuen Spielern gelang der 2:1-Sieg, weil Harry Kane endlich seinen ersten Saisontreffer erzielte. Elversberg ist in der BL angekommen. Kompany gestand, dass er erkannt hat, was der zweiten Garde doch noch fehlt, er monierte vor allem mangelndes Tempo. Die Länderspielpause kann er nicht nutzen, die meisten Spieler sind da ja auf Reisen. Ungeschlagen ist auch noch der FC Augsburg, der ein 2:2 gegen Leverkusen rettete und sogar um ein Tor besser vor den Bayern auf Rang drei liegt.

In der Champions League zeigten sich die Bayern frisch und torhungrig, zumindest in Hälfte zwei gegen Bodö/Glimt, so mussten die Norweger fünf Treffer schlucken. Auch Dortmund (3:2 gegen Villarreal) und Stuttgart (3:1 gegen Stavanger) hatten nur wenig Probleme, einzig Leipzig patzte in Como, deshalb war auch der Trainer besonders unter Druck. Weiter geht es mit der CL erst am 13. Oktober, in dieser Woche ist die Europa League dran, Leverkusen erwartet am Mittwoch Celja, Hoffenheim tritt am Donnerstag auf Kreta an. Danach geht es am 15. Oktober weiter.

Wie könnte es auch anders sein, auch bei den Frauen ist eine Trainerin im Gespräch. nämlich Maria-Louise Eta, die in der vergangenen Saison die Männer von Union Berlin übernahm und zum Klassenerhalt in der Bundesliga führte. Danach wechselte sie wie geplant zu den Frauen und lernt jetzt die andere Seite kennen. In vier Spielen gelang noch kein Punktgewinn, das Resultat ist der letzte Platz. Allerdings hatte Union wirklich ein schweres Auftaktprogramm, wollte aber eher nach oben schauen. Ob es am Sonntag gegen Leipzig klappt? Es wird kein Trost sein, dass die ebenso besser gehandelten TSG Hoffenheim und Mainz 05 ebenfalls noch ohne Punktgewinn dastehen.

Zweiter Titel für Alexander Zverev

Ist man einmal erfolgreich, geht manches danach einfacher. Das erlebte jetzt auch Tennis-Ass Alexander Zverev, der sich mit dem Gewinn des Grand-Slalom-Titels bei den French Open einen Traum erfüllte. Nach dem Finale von Wimbledon folgte bei den US Open gleich noch Titel Nummer 2 in einem Jahr. Im Finale in New York besiegte er den Amerikaner Ben Shelton mit 6:3, 7:6, 5:7 und 6:2 und bot ein überzeugendes Match. „Ich war heute viel lockerer als in Paris“, gestand Zverev, der nun auch die Nummer 1 der Welt werden möchte. Die Träume gehen nicht aus.

Nicht so erfolgreich waren die Basketballerinnen bei ihrer Heim-WM in Berlin. Zwar war Platz vier die beste Platzierung aller Zeiten, aber wer in das Halbfinale einzieht, träumt auch von einer Medaille. Im Spiel um Bronze gab es allerdings von den Spanierinnen mit 58:81 wieder ein Abfuhr. Weltmeister wurden die USA, die ihren fünften Titel in Folge gewannen. Dennoch war die WM ein Erfolg für die deutschen Mädchen, die beste Werbung für das Frauen-Basketball betrieben.