Harry Kane und die Bayern – immer die richtige Wahl!
Gratulation: Harry Kane ist Weltfußballer des Jahres, er erhielt in London die Auszeichnung „Ballon d’Or“. Damit hat eine Erfolgsgeschichte ihren Höhepunkt erreicht. „Wow, wow, wow, ich glaube es nicht“ waren die ersten Worte des Engländers. Die Auszeichnung passte punktgenau, zum 70-jährigen Jubiläum verlegte der Ausrichter, Frankreichs Sportfachblatt France Football die Ehrung von Paris nach London, weil damals Englands Legende Stan Matthews der erste Sieger war. Und jetzt gewann ein gebürtiger Londoner! Vor 30 Jahren gewann mit Matthias Sammer zuletzt ein deutscher Spieler und einer der Bundesliga, vor 25 Jahren mit Michael Owen zuletzt ein Engländer!
Der Traum nahm seinen Anfang, weil Harry Kane endlich Titel gewinnen wollte. Der heute 33-jährige Londoner verließ seinen Heimatverein Tottenham Hotspur, weil er das Gefühl hatte, dort keine Titel gewinnen zu können. Er suchte sich dafür den FC Bayern München aus, den Seriensieger in Deutschland. Die Bayern blätterten 2023 für den Torjäger die Rekordsumme von 100 Millionen Euro hin, die sich allerdings schnell amortisierten. Ausgerechnet im ersten Jahr holten die Münchner nach elf Meisterschaften in Folge keinen Titel. Leverkusen wurde 2024 Meister. Hatte Kane falsch spekuliert? Nein, Harry Kane und die Bayern, das war auf jeden Fall die richtige Wahl. Die Erfolgsserie begann verspätet, Kane wurde Meister, Pokalsieger, Supercupsieger, was ihm immer noch fehlt, ist der Gewinn der Champions League und Titel mit der Nationalmannschaft. Dann würde er in England endgültig unsterblich. Bei den Bayern sieht ihn Präsident Herbert Hainer in einer Reihe mit den Legenden Gerd Müller, Franz Beckenbauer und Karl-Heinz Rummenigge, der 1981 als letzter Bayern-Spieler den „Ballon d’Or“ gewann. Nebenbei wurde Harry Kane auch noch als bester Stürmer ausgezeichnet, er erhielt zusätzlich die Gerd-Müller-Trophäe! Kane war ja auch der erfolgreichste Torjäger in Europas Ligen.
100 Journalisten, je einer aus den 100 Top-Nationen der Weltrangliste, sind zur Wahl aufgerufen. Sie erhalten eine Vorauswahl von 30 Namen. Es gab Zeiten, da ging es nur um Cristiano Ronaldo und Lionel Messi, das hat sich gewandelt, die Herren sind alt geworden. Harry Kane ist auf jeden Fall die richtige Wahl, keiner ist so vielseitig und arbeitet so viel für die Mannschaft wie der Engländer und ist darüber menschlich ein Vorbild. Aber so knapp wie diesmal war die Wahl noch nie, vor zwei Jahren gewann der Spanier Rodri mit 41 Punkten Vorsprung vor Vinicius Jr., jetzt heißt des, wären es weniger gewesen (2025 gewann Dembele). Kylian Mbappé, der Zweiter wurde, hätte lange vorn gelegen, dann kamen Stimmen für Kane. Dritter wurde Barcelonas Jungstar Lamine Yamal, der sich selbst im Vorfeld als bester Fußballer der Welt sah. Er gewann wie im Vorjahr die Nachwuchstrophäe als Trostpreis.
Die Bayern machten am Montag einen Vereinsausflug nach London. Die Stars, die nicht verletzt sind, waren statt beim Training bei der Ehrung. Michael Olise schaffte den Sprung in die Top Ten und wurde Neunter, Luis Diaz landete auf Rang 24, Dayot Upamecano wurde 26. Beim Nachwuchs verpasste Lennart Karl knapp das Podest, wurde Vierter (Ibrahim Maza, Leverkusen, Neunter). Auch die Frauen waren stark vertreten, nach der Siegerin Alexia Putellas (Spanien) wurde Pernille Harder 7., Klara Bühl 12. und Momo Tanikawa 23. Putellas hamsterte in der vergangenen Saison Titel um Titel, wurde mit Barcelona Meister, Pokalsieger und Supercupsieger sowie Weltmeister mit Spanien. Im Sommer wechselte sie zu den London Lionessis, auch da wurde also eine Londonerin geehrt!. Der FC Barcelona sahnte bei den Frauen ab, doch auch der Bayern Präsident war stolz: „Wir haben bewiesen, dass wir bei Männer und Frauen zur Weltspitze gehören.“
Jetzt warten alle in München noch auf die Erfüllung des großen Traums, erstmals seit 2020 wieder die Champions League zu gewinnen. Mit Harry Kane, der sich mit seiner Familie in München sehr wohlfühlt und seinen Vertrag in Kürze wohl bis mindestens 2029 verlängern wird.
Die restlichen Sieger: Männer: Trainer: Luis de la Fuente (Nationaltrainer Spaniens). Torhüter: Unai Simon (Bilbao). Klub: Paris St. Germain. Frauen: Pere Romeu (FC Barcelon). Torhüterin: Cata Coll (FC Barcelona/ 2. Ann-Katrin Berger, Gotham). Klub: FC Barcelona. Stürmerin: Charlyn Corral (Pachuca/Mexiko).