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Spannung bis zum Schluss – die Bundesliga hat Spaß gemacht

Aus und vorbei, die Saison 2024/25 der Fußball-Bundesliga ist beendet, einige Entscheidungen sind erst am letzten Spieltag gefallen, Spannung also bis zum Schluss und insgesamt darf man wohl sagen: Die Bundesliga hat Spaß gemacht. Abgesehen von den Absteigern in Bochum und Kiel, wurde noch einmal viel gefeiert. Bei Bayern München zeigten sich die Frauen als Double-Sieger und die Männer als Meister vor tausenden Fans auf dem Rathausbalkon. Es war auch die Thomas-Müller-Abschiedsparty. Ähnlich gefeiert wurde in Frankfurt , wo die Eintracht als Dritter erstmals über die Liga in die Champions League einzog und nach großem Zittern schaffte es auch Dortmund wieder in die Königsklasse. Freiburg war zwar am Schluss ein Verlierer, sieht sich aber mit dem Einzug in die Europa League als Gewinner und Mainz freut sich auf die Conference League. Siehe da, die dritte Liga in Europa ist also auch attraktiv für die Klubs. Ein bisschen was gibt es ja zu verdienen. Eine Kurzbilanz:

Bayern München: Die Meisterschale ist wieder „dahoam“, so sieht man es in München. 13 Punkte Abstand zu Vorjahresmeister Leverkusen, 25 zum alten Konkurrenten Dortmund – Uli Hoeneß zählt das stolz auf. Notlösung Vincent Kompany war ein Gewinn als Trainer, er sorgte für Ruhe im Verein, anfangs spielten die Bayern tollen Fußball, doch eitel Freude gab es nicht über die gesamte Saison. Im Pokal kam ein frühes Aus, in der CL war im Viertelfinale gegen Inter Mailand Schluss. Kein Finale dahoam also. Ziel für 2026: Als Double-Sieger wie die Frauen wieder auf dem Rathausbalkon. Noch ein Titel: Harry Kane holte mit 26 Treffern wieder die kicker-Torjäger-Kanone (2. Guirassy und Schick je 21). Die Bayern holten sich außerdem den Rekord der Joker-Tore, es waren 17, gleich mit Dortmund aus der Saison 2018/19.

Bayer Leverkusen: Nach der Supersaison 23/24 musste ja ein Abfall kommen, vor allem zum Start dachten einige Spieler, es geht von alleine, da wurden die entscheidenden Punkte verloren. Jetzt also wieder Vizekusen, doch die Zukunft ist ungewiss. Trainer Xabi Alonso hat seinen Abschied verkündet, er will künftig Real Madrid wieder zu einem Siegerteam machen. Einige Stars, allen voran Florian Wirtz, könnten gehen, ob dies aufgefangen werden kann, ist fraglich. Dazu hat es jeder Trainer als Alonso-Nachfolger schwer. Zum Abschluss gab es noch einen neuen Rekord: 34 Auswärtsspiele ungeschlagen (bisher mit Bayern 33)!

Eintracht Frankfurt: Eine überragende Saison, wenn auch am Schluss gezittert werden musste. Platz drei ist mehr als erwartet, Dino Toppmöller ist als Trainer gereift, der Vertrag wurde logischerweise verlängert. Gibt es keine großen Verkäufe, sieht die Zukunft rosig aus.

Borussia Dortmund: Wer hätte das gedacht, dass man sich in Dortmund am Ende über Rang vier freut und der Trainer als Retter gefeiert wird. Niko Kovac übernahm die Mannschaft auf Rang elf und legte am Ende eine nicht mal erträumte Erfolgsserie hin. Die Borussia ist noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen, muss in der Mannschaft aber einiges ändern. Führungsspieler werden gesucht, die für mehr Konstanz sorgen.

SC Freiburg: Das Jahr eins nach Christian Streich, wohin würde es mit dem SCF gehen? Nach oben! Julian Schuster ist ein Kandidat für den Trainer des Jahres, er hat mehr erreicht, als sich alle erträumt haben. Freiburg ist sich treu geblieben, die Europa League der Lohn, auch wenn im „Endspiel“ gegen Frankfurt die CL verspielt wurde.

Mainz 05: Trainer Bo Henriksen hat Mainz in Schwung gehalten, die Conference League ist der Lohn, das 2:2 gegen Leverkusen war ein Spiel für die Geschichte. Gleich vier Mainzer Tore hat der VAR annulliert, gut, dass Rang 6 nicht in Gefahr geriet.

RB Leipzig: Kein Trip nach Europa, große Enttäuschung im Osten. Es war ein verkorkstes Jahr, Trainer Marco Rose fand den Schalter zum Erfolg nicht, das Team war wohl keine Mannschaft, Verletzungspech kam hinzu. Der globale RB-Fußball-Boss Jürgen Klopp könnte am ehesten als Trainer helfen…

Werder Bremen: Eine starke Saison, am Ende war Rang 8 ein Prestige-Erfolg.

VfB Stuttgart: Der Vize-Meister des Vorjahres war zu schwankend in seinen Leistungen, die Belastung in der CL machte sich bemerkbar. Aber ein Endspiel für eine gute Saison steht noch aus, das Pokalfinale am Samstag in Berlin gegen den Drittligisten Arminia Bielefeld. Damit kann es noch einen krönenden Abschluss geben. Ein Gewinner steht schon fest: Nachwuchsmann Nick Woltemade sorgte für Furore.

Borussia Mönchengladbach: Mal gut, mal schlecht, es hätte mehr werden können als Rang 10. Lange hielt Torjäger Tim Kleindienst die Borussia auf Erfolgskurs, auch als Führungspersönlichkeit, am Ende fehlte er verletzt. Sein Ausfall ist auch für Bundestrainer Nagelsmann bitter.

VfL Wolfsburg: Nach Leipzig der größte Verlierer, die Erwartungen wurden wieder einmal nicht erfüllt. Da fehlt es in der Führung und in der Mannschaft. Es kann nur besser werden.

FC Augsburg: Der Klassenerhalt war frühzeitig geschafft, als man nach Europa schielte, war es mit den guten Ergebnissen vorbei. Elf Spiele war der FCA ohne Niederlage geblieben, Torhüter Finn Dahmen ließ 683 Minuten kein Gegentor zu, doch am Ende gab es vier Niederlagen am Stück und wieder Frust. Jetzt wird sogar über Trainer Jess Thorup und Sportdirektor Marinko Jurendic diskutiert. Noch in dieser Woche soll es eine Entscheidung geben. Eigentlich ist Platz 12 eher ein Erfolg. Der Wunsch: Der FCA soll attraktiver spielen.

Union Berlin: Die Abstiegszone war eine unerwünschte Region, mit Trainer Steffen Baumgart kam die Wende. Im nächsten Jahr will man wieder höhere Regionen angreifen.

FC St. Pauli: Als Neuling geht es nur um den Klassenerhalt, den schaffte der vorjährige Zweitliga-Meister am Ende ohne größere Probleme und so könnte der Klub als Vorbild für den großen Nachbarn HSV dienen. Endlich wieder ein Hamburger Derby im Oberhaus!

TSG Hoffenheim: Auch Hoffenheim muss sich in den Klub der Enttäuschten (Versager?) einreihen. Wer in Österreich bei Sturm Graz erfolgreich ist, schafft das noch lange nicht in der Bundesliga. Der Umbruch im Verein ging total in die Hose, Trainer Christian Ilzer darf trotzdem bleiben. Weiter abrutschen als Rang 15 darf die TSG aber nicht.

1. FC Heidenheim: Ein Verein zwischen Himmel und Hölle und dennoch hat er immer die Ruhe bewahrt. Im Vorjahr als Neuling Achter, litt das Team von der Ostalb unter der Belastung in der Conference League. Vor zehn Spieltagen war Heidenheim noch Letzter, man besann sich vor allem auf sich selbst, gab die Relegation als großes Ziel aus – und schaffte Platz 16. Trainer Frank Schmidt stand nie in Zweifel, jetzt geht es in der Relegation (Donnerstag und Montag) gegen den Dritten der 2. Bundesliga, dem SV Elversberg, um den Verbleib. Es ist das Duell der Kleinstädte, ein „Dorf“ darf auf jeden Fall den Exot im Klub der Großen spielen.

Holstein Kiel: Die Bundesliga als Erlebnis, wer Neuland betritt, kann scheitern. Die Störche fliegen zurück in die zweite Liga und wollen wieder einmal ein Nest eine Etage höher bauen. Sie haben die Liga durchaus belebt.

VfL Bochum: Einst die Unabsteigbaren hat es den VfL jetzt zum siebten Mal erwischt. Der neue Trainer Dieter Hecking leistete gute Arbeit, aber es reichte nicht. Vielleicht für den Wiederaufstieg, das Ziel ist genannt.

Einen Abschied gab es noch, Schiedsrichter Felix Brych pfiff in Augsburg sein letztes Spiel, er beendet seine Karriere als Rekordmann mit 359 Spielen.

Köln ist Zweitliga-Meister

Die Absteiger Kiel und Bochum werden vom Hamburger SV und dem 1. FC Köln ersetzt, zwei große Namen, die das Oberhaus mit offenen Armen aufnimmt. Der HSV verspielte mit einer 2:3-Niederlage in Fürth noch den Titel, der 1. FC Köln zog mit einem 4:0 über Kaiserslautern vorbei. Das sah schon mal anders aus, auf den letzten Drücker kam Routinier Friedhelm Funkel als Retter und stieg zum siebten Mal mit einem Verein auf! Mit seiner Ruhe brachte er die Zuversicht zurück, die Spieler schwärmen von dem 71-Jährigen, der vielleicht sogar das Abenteuer Bundesliga in Angriff nehmen darf.

Im spannenden Rennen um Platz 3 hatte die SV Elversberg die Nase vorn, siegte 2:1 auf Schalke, das eine enttäuschende Saison hinter sich hat (Rang 14). Paderborn als zweiter Kanidat vergab seine Chance mit einer 0:3-Niederlag ein Karlsruhe. Absteigen müssen Jahn Regensburg und SSV Ulm, Eintracht Braunschweig geht in die Relegation mit dem Dritten der 3. Liga, dem 1. FC Saarbrücken. Beide Saarländer Klubs (auch Elversberg) kämpfen also in der Relegation, gespielt wird hier am 23. und 27. Mai. Aufsteiger in die 2. BL sind Arminia Bielefeld und Dynamo Dresden. Dort wurde groß gefeiert, die Arminia will im Pokalfinale für den großen Coup sorgen. Vor Stuttgart hat Bielefeld reihenweise Bundesligisten ausgeschaltet.

Zeit der Endspiele

Auch wenn im deutschen Fußball die Punktrunden beendet sind, der Fußball bleibt im Gespräch, international stehen oft noch die letzten Spieltage an. Es ist aber neben der Relegation die Zeit der Endspiele und im Sommer kommen die großen Turniere. Das erste bedeutende Finale steigt am Mittwoch in der Europa League mit dem englischen Duell Tottenham Hotspur gegen Manchester United in Bilbao. Es folgt das DFB-Pokalfinale am Samstag in Berlin und weiter geht es am 28, Mai in Breslau mit dem Finale der Conference League, Betis Sevilla gegen Chelsea London. Die englischen Klubs sind also gut vertreten, aber nicht im Finale der Champions League am 31. Mai in München. Dort spielen leider nicht die Bayern, sondern Inter Mailand gegen Paris St. Germain. Die Premier League stellt übrigens in der nächsten Saison sechs Mannschaften in der CL, weil der EL-Sieger ja aus England kommt!

In Deutschland gehört die Aufmerksamkeit demnächst den Nationalmannschaften. In dieser Woche werden die Aufgebote für die Nations League bekannt gegeben. Die Männer sind im Endturnier am 4. Juni in München gegen Portugal, das zweite Halbfinale bestreiten Spanien und Frankreich am 5. Juni in Stuttgart. Die Sieger spielen am 8. Juni das Finale aus, die Verlierer spielen um Platz drei (beide in München). Die Frauen müssen noch zwei Gruppenspiele in der Nations League absolvieren, die Entscheidung über den Gruppensieg fällt dabei am 30. Mai in Bremen gegen die Niederlande, danach folgt noch die Aufgabe in Österreich (3.6.).

Nach einem kurzen Urlaub heißt es für die Frauen, sich auf die Europameisterschaft in der Schweiz vorzubereiten, die vom 2. bis 27. Juli in der Schweiz ausgetragen wird. Die Männer haben auch keine Sommerpause, die U21-EM wird vom 11. – 28. Juni in der Slowakei ausgetragen und vom 15.Juni bis 13. Juli gibt es die erste Klub-Weltmeisterschaft mit 32 Mannschaften in den USA, Bayern München und Borussia Dortmund sind dabei.

Comeback von Hamburg als Deutschlands Fußball-Hauptstadt

Natürlich beherrschte der Abschied von Trainer Xabi Alonso in Leverkusen und das letzte Heimspiel von Legende Thomas Müller in München die Schlagzeilen, aber fast heimlich, still und leise vollzog sich im Hintergrund ein großer Wandel: Hamburg feierte mit einem Schlag sein Comeback als Deutschlands Fußball-Hauptstadt. Es war ja wirklich großer Zufall, dass am Samstag und Sonntag die Männer und Frauen des Hamburger SV den Aufstieg in die Bundesliga schafften und der FC St. Pauli hat seinen Platz im Oberhaus praktisch auch sicher. Wer bietet also mehr? Das kann keine Stadt vorweisen. Und in Hamburg wurde entsprechend gefeiert, leider auch so übertrieben, dass es beim Platzsturm zahlreiche Schwerverletzte gab. Die Schattenseiten, wenn die Freude die Sinne trübt.

Dass der Jubel bei den HSV-Fans überschäumt, ist allerdings auch verständlich. Sieben Jahre lang haben sie auf den Aufstieg gewartet. Es war über die Jahre hinweg „ein Scheitern zwischen Irrsinn und Blödsinn“ wie die Süddeutsche Zeitung urteilt. Immer wieder war man nah dran, 22/23 fühlte sich der HSV bereits elf Minuten lang als Aufsteiger. Immer wieder versuchten es neue Trainer, aber ob zuletzt Thioune, Walter oder Baumgart – sie scheiterten alle. Da musste erst der junge Merlin Polzin kommen, der einst als Fan in der Kurve stand und der seit 2020 als Assistent sah, wie seine Chefs scheiterten und daraus lernte. Jetzt wird der 34-jährige gefeiert und er darf sich auch in der Bundesliga versuchen, sein Vertrag hat sich automatisch verlängert. Auf Polzin zu setzen war ein Glücksgriff von Sportvorstand Stefan Kuntz, der seine Verpflichtung krönte. Die Bundesliga hat auf den HSV gewartet, er ist zurück. Idol Uwe Seeler hat es nicht mehr erlebt. Er befürchtete, „denen geht es wie Kaiserslautern und anderen, die kommen nie mehr hoch.“ Jetzt gilt es, die Stars wie Muheim, Dompe, Selke oder Glatzel zu halten, um nicht nur ein kurzes Gastspiel im Oberhaus zu geben.

Gefeiert wurde offensichtlich nicht zu ausgiebig, „wir müssen um elf Uhr wieder auf dem Platz stehen“, hatte NLZ-Leiter Horst Hrbusch verraten. Warum? „Wir müssen die Frauen unterstützen, die wollen auch aufsteigen“. Es ist hat sich gelohnt, die Frauen besiegten am Sonntag Freiburg II mit 3:0 und dürfen nun als Dritter neben Union Berlin und dem 1. FC Nürnberg aufsteigen, weil die Bundesliga auf 14 Mannschaften aufgestockt wird. Die Frauen warteten noch viel länger als die Männer, sie waren zuletzt 2003 in der Bundesliga, es ist der vierte Aufstieg. Da allerdings geht Trainer Marwin Bolz, das stand vorher schon fest. Für ihn kommt die Brasilianerin Liese Bemarco, die bei St. Pölten in Österreich erfolgreich in der 1. Liga gearbeitet hat. Auch bei den Frauen gilt: Der Klassenerhalt ist das große Ziel. Neben den beiden HSV-Teams feiert auch der FC St. Pauli, das 2:2 in Frankfurt am Sonntag bedeutet aufgrund der wesentlich besseren Tordifferenz gegenüber dem 16. Heidenheim (-11 zu -24) praktisch den Klassenerhalt. Hamburg hat drei Bundesligisten.

Wo es Tränen der Freude gibt, gibt es auch Tränen der Trauer. Allerdings war das den Fans in Kiel und Bochum nicht anzumerken, deren Lieblinge mit Niederlagen gegen Freiburg bzw. Mainz den Abstieg besiegelten. In beiden Städten wurden auf den Rängen gefeiert und die Mannschaften mit Lobliedern besungen. So nett können Fans auch sein, es gibt nicht nur Krawall. In beiden Lagern gibt es eine Losung: „Wir kommen wieder“. Holstein Kiel lernte das Oberhaus jetzt ein Jahr kennen, für Bochum ist es schon der siebte Abstieg. Man hat also Erfahrung. Bei beiden Teams bleiben die Trainer Marcel Rapp bzw. Dieter Hecking am Ruder.

Große Verluste für die Bundesliga

Bei ihren letzten Heimspielen in der Bundesliga wurden Thomas Müller und Xabi Alonso gefeiert. Der eine bekam keinen Vertrag mehr und wird zumindest bei den Bayern seine Karriere beenden, den anderen lockt Real Madrid. Beide sind ein großer Verlust für die Bundesliga.

Thomas Müller war ein Gesicht der Bundesliga, nicht nur des FC Bayern. „Radio Müller“ war immer auf Sendung, immer für einen Spruch gut, er sorgte vor allem auch für gute Stimmung in den Kabine, sowohl bei den Bayern als auch in der Nationalmannschaft. Müller hat quasi alles gewonnen, zum Abschied erhielt er ein Bild mit ihm inmitten von Unmengen an „Silberware“. Das letzte Heimspiel war genau sein 750. Pflichtspiel für die Bayern. Es passte wie in einem guten Film, dass die Bayern danach als Meister geehrt wurden und Müller mit Kapitän Neuer die Schale in Empfang nehmen konnte. 13 Titel hat er gewonnen – Rekord! Er wird noch einmal am Samstag beim Auswärtsspiel in Hoffenheim zu sehen sein und mit zur Klub-Weltmeisterschaft im Juni fahren. Danach werden wir bald merken, wie sehr er uns fehlen wird. Die Bayern wären gut beraten, ihn irgendwie im Verein weiter einzubauen.

Mit Xabi Alonso erlebte Bayer Leverkusen ein Märchen. Man muss sich daran erinnern, dass Bayer im Oktober 2022 in Abstiegsgefahr war, als der Trainer-Neuling verpflichtet wurde. Alonso verhinderte nicht nur den Abstieg, er machte aus Vizekusen ein Meisterkusen. Alonso sagt selbst zum Abstiegskampf, „ich vergesse die schweren Wochen nicht“ und zum Meisterjahr „an diese Zeit werden wir uns in 20 Jahren noch erinnern“. Erstmals blieb eine Mannschaft in der Meisterschaft ungeschlagen, Bayer gewann auch den Pokal und musste erst im Finale der Europa League seine erste Niederlage hinnehmen. In dieser Saison haperte es offensichtlich zum Saisonstart, als die Konzentration bei den Spielern fehlte, „es gab zu viele dumme Unentschieden“, klagt Alonso. Der FC Bayern war einfach beständiger. Alonso zieht es zu Real Madrid, wo der Spieler Alonso als Held verehrt wurde. Ein Nachfolger ähnlicher Güte ist im Gespräch, der 38-jährige Cesc Fabregas, einst ebenfalls ein Weltklassespieler, der in Como gerade seinen Abschied verkündete. An ihm sind allerdings auch Vereine in England und der RB Leipzig dran. Auch Erik ten Hag (einst bei den Bayern bei den Amateuren tätig und zuletzt Manchester United) ist im Gespräch.

Leverkusen ist diesmal Vizemeister, kann sich aber mit einem Sieg in Mainz mit dann 34 Auswärtsspielen ohne Niederlage noch als neuer Rekordhalter verabschieden. Dahinter hat Eintracht Frankfurt allerdings seine gute Ausgangsposition auf die Champions League mit dem 2:2 gegen St. Pauli aus der Hand gegeben. Mit 57 Punkten bleibt Frankfurt Dritter, hat aber am Samstag bei Verfolger Freiburg (55) noch ein unnötiges Endspiel und auch Dortmund mischt weiter mit. Die Borussia bleibt im Aufwind, siegte in Leverkusen 4:2 und hat mit 54 Punkten die Europa League sicher. Letzter Gegner ist Absteiger Kiel, da sollte die Erfolgsstory nicht enden, doch was kommt am Ende raus? Die große Überraschung bleibt Freiburg mit Julian Schuster als Streich-Nachfolger. Mainz und Leipzig dahinter haben zuletzt zu sehr geschwächelt und kämpfen nur noch um den Platz in der Conference League.

Am Tabellenende geht es nur noch um die Relegation, die wohl der 1. FC Heidenheim bestreiten wird, der damit sein Ziel, das er vor Wochen im Abstiegskampf festlegte, erreicht hat. „Ein Dorf gibt nicht auf“ schrieb die Bild am Sonntag. Von einem Dorf kann bei der Stadt mit ca. 50000 Einwohnern nicht die Rede sein. Köln hat vor dem „Endspiel“ gegen Kaiserslautern beste Aussichten auf den zweiten Aufstiegsplatz, aber dahinter lauert Elversberg, ein wirkliches Dorf, nein eine Kleinstadt mit 7800 Einwohnern. Aber auch Paderborn und Düsseldorf spielen im Aufstiegskampf noch mit. Aber eine Relegation zwischen Heidenheim und Elversberg hätte etwas.

Wolfsburg Vizemeister bei den Frauen

Am letzten Spieltag der Frauen-Bundesliga ging es nur noch um Platz zwei hinter Bayern München und die direkte Qualifikation für die Champions League. Der VfL Wolfsburg verteidigte dabei seinen Platz als Vizemeister mit einem 3:1-Sieg gegen Leverkusen, so dass Eintracht Frankfurt nicht mehr vorbeiziehen konnte und als Dritter in die Qualifikation muss. Bezeichnend, bei Wolfsburg brachten mit Brand und Jonsdottir zwei Spielerinnen den VfL auf die Siegesstraße, die den Verein wie viele andere auch verlassen werden. Da steht ein großer Umbruch bevor und es muss sich zeigen, ob die Wölfinnen auch künftig die große Rolle neben oder hinter Bayern München, das sich eher verstärken will, spielen können. Ohne einen einzigen Sieg musste das früher so erfolgreiche Turbine Potsam die Bundesliga wieder verlassen. Dafür steigen aus der zweiten Liga, wie beschrieben, Union Berlin, 1. FC Nürnberg und der Hamburger SV auf. Große Namen, die der Attraktivität der Frauen-Bundesliga sicherlich guttun.

Eishockey-WM: Ein Moritz soll es immer richten

Max und Moritz sind in Deutschland ein Begriff, die Lausbuben-Geschichten begeistern die Kinder. Im Eishockey muss der Moritz ohne Max auskommen und wenn ein Moritz fehlt, dann steht der nächste parat. Auch vor der Weltmeisterschaft in Schweden und Dänemark, die am Freitag beginnt, soll es im deutschen Team ein Moritz richten. Nachdem Kapitän Moritz Müller ausfällt, liegt die Last vor allem auf Moritz Seider, der Abwehrmann der Detroit Red Wings ist auch der neue Kapitän.

Mit Aufwind geht die deutsche Mannschaft ins Turnier im dänischen Herning, wo die eine Achter-Gruppe ausgetragen wird, die andere in Stockholm. Deutschland rechnet sich etwas aus, die Spieler reden ungeniert vom Ziel Medaille, Bundestrainer Harold Kreis ist da als 66-jähriger erfahrener Coach vorsichtiger: „Unser erstes Ziel ist das Viertelfinale.“ Allerdings meinen auch die Fans nach dem Gewinn der Silbermedaille 2023, dem Halbfinale 2021 und zweimal dem Viertelfinale 2022 und 2024, es darf ruhig wieder etwas mehr sein. Im Vorjahr war gegen den späteren Silbergewinner Schweiz im Viertelfinale Endstation. Eine erfolgreiche Weltmeisterschaft könnte aber das Interesse in Deutschland am Eishockey weiter steigern bzw. festigen. Die DEL ist nämlich stolz auf einen Zuschaueranstieg, es kamen so viele Fans wie nie zu den Spielen, insgesamt rund 3,2 Millionen. Rekorde in der Hauptrunde mit 7781 Zuschauern im Schnitt und in den Play-Offs mit 10.678, wo erstmals die Zehntausendermarke übertroffen wurde. Kein Wunder, dass auch der übertragende TV-Sender MagentaSport zufrieden ist, der mit 27,3 Millionen Zuschauern einen Zuwachs von zehn Prozent meldet.

Was aber die Qualität angeht, vor allem die Ausgeglichenheit, da gibt es leise Zweifel. Zu überlegen waren die Eisbären Berlin, die im Play-Off-Finale die letzten drei Spiele gegen Köln alle mit 7:0 gewannen. Von Spannung konnte da keine Rede sein. Kein Wunder aber, dass der Bundestrainer auf die Eisbären setzt, gleich sieben Berliner befinden sich im WM-Kader. Noch wichtiger aber, dass deutsche Spieler auch in der NHL für Furore sorgen, am meisten der großen Star Leon Draisaitl, doch der ist mit den Edmonton Oilers noch in der Endrunde beschäftigt und träumt weniger vom WM-Pokal, sondern vom Stanley Cup. Vier Spieler aus Nordamerika sind aber dabei, neben Seider Torhüter Philipp Grubauer (Seattle) sowie Lukas Reichel (Chicago), und Maksymilian Szuber (Tucson). Tim Stützle (Ottawa) ist noch im Gespräch, wird aber wohl fehlen. Die deutsche Mannschaft sollte ihre Stärke im Angriff haben, die Abwehr könnte dagegen zur Achillesferse werden. Da sind dann die Torhüter gefragt, neben Grubauer gilt Mathias Niederberger (München) als starker Rückhalt, der dritte Mann ist Arno Tiefensee (Mannheim).

Gegenüber den letzten Jahren steht das DEB-Team vor einer neuen Reihenfolge der Gegner. Es kommen nicht zuerst die Großen, sondern eher die Nationen, die geschlagen werden müssen, wenn es als einer der besten vier Teams ins Viertelfinale gehen soll. Der Start am Samstag ist gegen Neuling Ungarn, danach folgen am Sonntag Kasachstan und am Dienstag Norwegen (jeweils 16.20 Uhr), dies sind die Nummern 18, 15 und 12 der Weltrangliste (Deutschland ist 8.). Danach wird es interessanter mit der Schweiz (5., Donnerstag, 15.5.), USA (6./Samstag), Titelverteidiger Tschechien (4./Montag) und zum Schluss am Dienstag (20.5./20.20 Uhr) Gastgeber Dänemark, der mit den Fans im Rücken als Ranglisten-Elfter zu jeder Überraschung fähig sein sollte. Ein Spaziergang wird es also nicht, wie schon das letzte Testspiel mit einer 2:5-Niederlage gegen die USA zeigte.

Vor den WM-Turnieren ist seit Jahren eigentlich kein wirklicher Favorit auszumachen, weil die Stärke der Teams meist von den Abstellungen aus der NHL abhängt. Da wiederum gilt die WM auch als kleiner Test für die Olympischen Spiele 2026 in Mailand, wenn die NHL pausiert und alle Stars abstellt. Diesmal machte Rekord-Weltmeister Kanada auf sich aufmerksam, weil die Superstars Sidney Crosby (Pittsburgh) und Nathan MacKinnon (Colorado) im Kader stehen. Tschechien vertraut auf den viertbesten NHL-Skorer David Pastrnak (Boston) und Schweden will ins Finale im heimischen Stockholm, wo das Finale ausgetragen und zuerst die Gruppe A mit Schweden, Kanada, Finnland, Slowakei, Lettland, Österreich, Frankreich und Slowenien spielt.

Der FC Bayern im Meister-Rausch

Die Meisterschale ist wieder „dahoam“ – so sehen es zumindest die Münchner! Der FC Bayern ist wieder Deutscher Meister, feiert seinen 34. Titelgewinn und strotzt vor Selbstbewusstsein: Leverkusens „Diebstahl“, die Meisterschaft vor einem Jahr nach elfjähriger Regentschaft der Bayern soll nur eine Ausnahme gewesen sein. Eine Ausnahme war auch, dass die Münchner am Sonntag in einem Luxusrestaurant warteten, ob sie feiern können oder nicht. Erst zum vierten Mal wurden die Bayern quasi auf dem Sofa Meister. Mit Leverkusens 2:2 in Freiburg war der Titel unter Dach und Fach, brachen die Dämme, floss der Champagner. Am heftigsten feierte wohl Harry Kane, sein Meisterfluch ist beendet, endlich hielt der Engländer etwas in der Hand. Genau so ging es auch Landsmann Eric Dier, der ebenfalls noch nie Meister wurde, eine Premiere war ein Titel auch für Olise, Ito, Guerreiro und die Talente Pavlovic, Urbig und Peretz. Die Meisterschaft kam zum richtigen Zeitpunkt, zum 20-jährigen Bestehen der Allianz Arena, die ihre Anschrift jetzt am Franz-Beckenbauer-Platz hat.

Aus dem Feiern kamen die Münchner in den letzten Tagen nicht heraus, der FC Bayern ist quasi im Meister-Rausch, denn die Frauen holten bekanntlich ihren dritten Titel hintereinander bereits am vergangenen Wochenende und machten am Donnerstag mit einem 4:2-Sieg über Werder Bremen im DFB-Pokalfinale das Double perfekt. Dies gelang erstmals in der Vereinsgeschichte, da wurde ebenfalls kräftig gefeiert. Die nächste Sause dürfte dann auf dem Rathausbalkon der Stadt stattfinden. Für ein Triple sollen noch die Basketballer sorgen, die ebenfalls als Favorit auf den Titelgewinn gelten.

Aber zurück zu den Kompany-Schützlingen, die am Samstag nach dem Spiel gegen Gladbach (18.30 Uhr) die Meisterschale überreicht bekommen. Ein besonderer Augenblick nicht nur für Harry Kane, sondern vor allem auch für Thomas Müller, der sein letztes Heimspiel für die Bayern bestreiten wird. Mit jetzt 13 Titeln ist er der Rekordsieger (Manuel Neuer folgt mit 12, nur Bayern-Spieler stehen vorne dran, der erste Nicht-Bayer hat fünf Titel gewonnen).

Die Meisterschaft ist wohlverdient, schließlich stand der FC Bayern seit dem 3. Spieltag ohne Unterbrechung auf Platz 1. Das ist die beste Bilanz seit der Triple-Saison unter Jupp Heynckes 2013. Auch Pep Guardiola hat das nicht geschafft, der Coach, auf den Loblieder gesungen werden. Auf seinen Spuren wandelt Vincent Kompany. Der Belgier kam als Notlösung und erwies sich als Glücksgriff. Er brachte die Bayern wieder in die Spur und beruhigte das Umfeld. Nach 17 Jahren Bayern lobt Thomas Müller: „Ich denke, es ist eine Aufbruchsaison in die richtige Richtung,“ urteilt er und blickt zurück „so richtig hat seit Pep Guardiola keine Trainer-Kader-Mischung nachhaltig gepasst.“ Auch unter dem erfolgreichen Hansi Flick hätte es zwischen Trainer und Verantwortlichen gekriselt. Müllers Einschätzung: Mit Kompany könnte es passen wie mit Guardiola. Zur Erinnerung: Auch Pep hatte einen Makel, die Champions League gewann er mit den Bayern nicht.

Alles Sonnenschein ist beim Meister jedoch nicht, der Pokal soll endlich wieder einmal gewonnen werden und das große Ziel bleiben Erfolge in der Champions League. Da ist Sportvorstand Max Eberl gefordert, der immer wieder hinter vorgehaltener Hand in Frage gestellt wird. Es hapert bei Verstärkungen, es hapert aber auch bei finanziell notwendigen Verkäufen. Die teuren Vertragsverlängerungen einiger Stars sorgten eher für Tadel als für Lob. Jetzt ist auch der Verbleib von Sané unsicher, den Eberl schon vor der Unterschrift sah. Sané aber wechselte plötzlich den Berater, heißt wohl, neue Ziele. Sein Meisterstück könnte Eberl dann machen, wenn er Leverkusens Star Florian Wirtz nach München holt. Plötzlich ist auch Jonathan Tah wieder im Gespräch, der mit dem 2:2 in Freiburg sein erstes Saisontor erzielte und dafür sorgte, dass Bayer den Rekord der Münchner mit 33 ungeschlagenen Auswärtsspielen einstellen konnte.

Apropos Konkurrenz, hinter den beiden Spitzenteams bleibt es spannend. Dortmund hat sich mit sechs ungeschlagenen Spielen (davon fünf Siege) im Kampf um Europa wieder ins Gespräch gebracht, muss aber am Samstag nach Leverkusen und hat Kiel zu Gast. Frankfurt verpasste es mit dem 1:1 in Mainz die CL zu sichern, St. Pauli und der direkte Konkurrent Freiburg sind die letzten Gegner. Die Schwarzwälder verteidigen zäh Platz vier, haben gegen Kiel und die Eintracht alles selbst in der Hand. Auch Leipzig (gegen Bremen und Stuttgart) und Mainz (Bochum, Leverkusen) sind noch im Rennen, kämpfen vor allem aber um Europa League und Conference League. Bei Werder hadert man damit, sich selbst auf dem Weg nach Europa immer wieder ein Bein zu stellen, vielleicht klappt es aber noch gegen Leipzig und Heidenheim. Seltsames in Augsburg, den FCA verlässt zum Saisonende immer der Schwung, im letzten Jahr verlor nach dem erreichten Klassenerhalt die letzten fünf Spiele, jetzt sind nach dem blamablen 1:3 gegen Kiel (Hinspiel schon 1:5!) drei Spiele ohne Sieg. Kiel dagegen hofft nach drei ungeschlagenen Spielen, liegt nur noch einen Zähler hinter Heidenheim, das eine schwere Verletzung von Torhüter Kevin Müller verkraften muss. Nach einem Zusammenprall war er bewusstlos, der Schock bei den Fans war groß, er könnte bei einem Abstieg nicht größer sein. Sicher ist, Trainer Frank Schmidt würde bleiben, das ist auch in Bochum geregelt, bei einem Abstieg bleibt Dieter Hecking am Ruder und soll den Wiederaufstieg schaffen. Wolfsburg hat den Klassenerhalt sicher, Trainer Ralph Hasenhüttl wurde dennoch vorzeitig entlassen, die letzten Spiele coacht U19-Trainer Daniel Bauer an der Seitenlinie. Eine seltsame Entscheidung. Auf Trainersuche muss wohl auch Leverkusen gehen, ein Wechsel von Alonso zu Real Madrid wird immer wahrscheinlicher.

In Sachen Trainer sorgte auch die 2. Bundesliga wieder für Paukenschläge. Die Nerven liegen vor allem in Köln blank, obwohl der Verein auf Platz 2 auf Aufstiegskurs ist. Die letzten Ergebnisse gefielen den Bossen nicht, so musste Trainer Gerhard Struber gehen und mit ihm Sportvorstand Christian Keller, weil er an Struber festhalten wollte. Die Angst vor einem Scheitern soll jetzt ein alter Hase beseitigen, der 71-jährige Friedhelm Funkel, der zum dritten Mal in Köln anheuert und insgesamt schon sechs Aufstiege zu Wege brachte. 2003 hievte er auch den 1. FC nach oben!

Bayern-Frauen wollen eine Ära starten

Wer dominiert künftig den Frauen-Fußball in Deutschland? Das war die Streitfrage zwischen dem VfL Wolfsburg, der stärksten Mannschaft der letzten Jahre, und dem FC Bayern, der zuletzt dreimal Meister wurde, aber bis auf dieses Jahr im Pokal jeweils leer ausging. Jetzt setzten die Bayern-Mädchen mit dem Double ein Zeichen und sie wollen auch künftig dominieren, eine Erfolgsära starten. Das Double (zudem siegte Bayern auch im Supercup gegen Wolfsburg) war eigentlich eine besondere Leistung, weil das Team auch mit Verletzungspech zu kämpfen hatte. So fiel mit Neuzugang Lena Oberdorf, die wohl beste Verstärkung aus Wolfsburg, das ganze Jahr aus und ist quasi ein Neuzugang für die nächste Saison. Lange Zeit fehlte auch Mittelfeld-As Stanway, Torhüterin Grohs musste zudem wegen eines Tumors im Kopf pausieren, wobei die 21-jährige Ena Mahmutovic als Vertreterin bestätigte, das sie wohl das größte Torwarttalent in Deutschland ist.

Die letzten erfolgreichen Jahre trugen die Handschrift von Trainer Alexander Straus, der jetzt nach drei Jahren den Verein verlassen wird und am Sonntag (14.00 Uhr) gegen Essen sein Abschiedsspiel bestreitet. Schon beim Pokalsieg in Köln mit drei Toren von Lea Schüller kamen dem Norweger die Tränen. „Die Erwartungen an uns waren enorm, ich bin erleichtert, weil ich wirklich müde bin. Wir haben es geschafft, Bayern München an die Spitze in Deutschland zu bringen. Das war die große Aufgabe als ich kam.“ Für ihn geht es jetzt in den USA in Los Angeles weiter.

Wer sein Nachfolger wird, steht noch in den Sternen, doch die Aufgabe bleibt groß genug. Wie bei den Männern wollen auch die Frauen auf internationaler Bühne erfolgreich sein, sprich, der Sieg in der Champions League ist das große Ziel, dazu soll es noch Verstärkungen im Sommer geben.

Am letzten Bundesliga-Spieltag der Saison ist nur noch eine Frage offen, nämlich wer Zweiter wird. Die Vizemeisterschaft bedeutet die direkte Qualifikation für die CL, der Dritte muss in eine Entscheidungsrunde. Beste Chancen hat Wolfsburg, das einen Punkt vor Frankfurt liegt, allerdings mit Leverkusen (Vierter) eine schwere Aufgabe hat. Die Frankfurterinnen wollen in Leipzig siegen und sind zuversichtlich: „Wir geben die Hoffnung nicht auf.“

Da stimmt etwas nicht im deutschen Fußball

Die Schlagzeilen gehören natürlich dem Oberhaus, der Bundesliga. Dort spielen die Stars, sind die Stadien voll, geht es um das große Geld. Doch damit die Spitze Werbung für den Fußball betreiben kann, muss es auch darunter stimmen, vor allem an der Basis. Aber in den letzten Tagen wurde im Schatten des Kampfes um die deutsche Meisterschaft wieder einmal deutlich, dass es darunter hapert. Was die Basis angeht, ist es erschreckend, dass es bei den Jugendlichen Nachwuchsprobleme gibt, vor allem bei den Mädchen. Die Jugend wird heute anderweitig abgelenkt, doch insgesamt muss der DFB mehr Führung zeigen. Denn es stimmt etwas nicht im deutschen Fußball.

Das größte Sorgenkind ist wohl die Regionalliga. Die wurde auf gleich fünf Gruppen erweitert, aber es gibt nur vier Aufsteiger, Entscheidungsspiele sind notwendig und das sorgt seit Jahren für Ärger. Der Stein des Weisen ist noch nicht gefunden. Aus fünf Ligen mach vier, wäre die beste Lösung, doch die Regionalverbände können sich nicht einigen. Für viele Vereine ist die Regionalliga ein reiner Überlebenskampf und besonders gebeutelt wird in diesem Jahr die Regionalliga West. Türkspor Dortmund hatte sich bereits aus dem Spielbetrieb verabschiedet, jetzt hat sich auch der KFC Uerdingen zurückgezogen und der 1. FC Düren will nach einem Insolvenzverfahren ebenfalls vorzeitig aufgeben. Chaos pur also.

Auch die Moral bleibt beim Kampf um Erfolg und Geld auf der Strecke. Negativbeispiel in den letzten Tagen die 2. Bundesliga. Es hagelte eine Flut von Trainer-Entlassungen, die es so noch nie gab. Es werden teilweise unrealistische Ziele angepeilt, wenn der ersehnte Erfolg ausbleibt, muss der Trainer gehen. Fünf Entlassungen gab es bisher in der Bundesliga, über ein Dutzend in der Liga darunter, Verträge sind praktisch ein Nichts, unbeschränkt wird geheuert und gefeuert. Den Anfang der Entlassungen in der letzten Woche machte ausgerechnet Markus Anfang in Kaiserslautern. Sie trauten dem Coach den Aufstieg nicht mehr zu. Wenig später wurde das Ende von Trainer Kees van Wonderen zum Saisonende auf Schalke verkündet. Da wollte sich auch Hannover nicht lumpen lassen, Aus für Andre Breitenreiter, er war nur kurz da, folgte Stefan Leitl, der inzwischen Hertha BSC Berlin trainiert. Wer kommt da noch mit? Den Schlusspunkt setzte am Sonntag Preußen Münster, dass sich von Sascha Hildmann trennte. Dabei spielte der in Münster eine besondere Rolle, startete 2020 und führte die Preußen von der Regionalliga bis in die 2. Bundesliga, das Traumziel des Vereins nach 33 Jahren Absenz! Mit Hildmann ging der Held der Fans. Doch Meriten von früher zählen nicht. „Wir setzen auf neue Kräfte im Schlussspurt“ heißt es vom Verein. Münster liegt auf Platz 17, einem direkten Abstiegsplatz, punktgleich mit Ulm auf dem angestrebten Relegationsplatz. Da liegen scheinbar die Nerven blank, Ulm hatte den Trainer auch schon gewechselt. Thomas Wörle war ebenfalls Aufstiegsheld.

Zu den Trainer-Diskussionen der vergangenen Woche passte dann auch Meldung, dass Sandro Wagner die Nationalmannschaft im Sommer nach dem Finale in der Nations League verlassen wird. Eigentlich wollte er bis zur Weltmeisterschaft 2026 bleiben, aber jetzt reizt ihn offensichtlich eine Chefrolle bei einem Verein, allerdings muss er dafür erst seine Trainerausbildung komplett beenden. Interessenten gibt es genügend, Wagner, der in seiner Rolle hinter Julian Nagelsmann vor allem von den Spielern gelobt wird, kann sich quasi den Verein aussuchen. Auch in der Bundesliga werden im Sommer Plätze frei, Leipzig, Wolfsburg und Hoffenheim stehen zur Debatte und auch Leverkusen könnte sich hier einreihen, wenn Real Madrid mit der Alonso-Verpflichtung ernst macht. Angeblich hat Wagner auch ein Faible für England.

Keine Angst um seinen Platz muss Frank Schmidt in Heidenheim haben. Er bleibt wohl der „ewige“ Schmidt an der Ostalb, nach 15 Jahren gelang der Aufstieg in die Bundesliga, die mit einem sensationellen 8. Platz in der ersten Saison endete, aber Boss Holger Sanwald bleibt realistisch: „Wir kämpfen mit Kiel und Bochum um die Relegation“, hatte er schon vor der Saison prophezeit und lässt keine Zweifel am Trainer zu: „Genauso ist es gekommen“.

Die Keller-Meisterschaft

Ja, wir haben die Keller-Meisterschaft beim Kampf um Ab- und Aufstieg. Ziel ist kein Titel, sondern der Relegationsplatz, den derzeit Heidenheim inne hat. Ein spätes Traumtor in Stuttgart und der 1:0-Sieg könnten die entscheidenden Punkte sein. In der Nachspielzeit sicherte sich auch Kiel den 4:3-Sieg gegen Gladbach und stürzte damit Bochum ans Tabellenende, das über ein 1:1 gegen Union nicht hinauskam. Jetzt gibt es ein Endspiel am Freitag in Heidenheim. Zumindest für Bochum, eine Niederlage würde den Abstieg bedeuten, bei dann sieben Punkten Rückstand zum FCH. Verliert Kiel zudem in Augsburg könnte Heidenheim sein Ziel praktisch erreicht haben. Den Klassenerhalt bedeutet das freilich noch nicht, der Dritte der 2. Bundesliga ist nicht zu unterschätzen. Sicher dürfen sich auch Hoffenheim und St. Pauli mit 30 Punkten noch nicht sein.

Bezeichnend, dass das zweite Duell Bochum gegen Union wie das erste Spiel mit 1:1 endete. Damals kam es bekanntlich durch einen Feuerzeugwurf kurz vor Schluss zu einem Skandal. Nach einer langen Unterbrechung gab es einen Nichtangriffspakt, nachdem VfL-Torhüter Drewes verletzt vom Platz musste. Später entschied das Sportgericht auf einen 2:0-Sieg für Bochum. Gegen dieses Urteil ging Union durch alle Instanzen vor, das Ständige Schiedsgericht entschied nun, dass das 2:0 so gewertet bleibt, es wertet den Nichtangriffspakt als Spielabbruch. Union hat sich inzwischen gerettet und will das Urteil akzeptieren.

Harry Kane und die Meisterschaft

In der oberen Tabellenhälfte der Bundesliga steht der Kampf um Europa im Mittelpunkt und sorgt bei Vereinen und Spielern einerseits für Nervenkitzel, andererseits für schwere Beine. Reihenweise lassen die Klubs Punkte liegen, als wenn keiner nach Europa wollte, dabei wollen sie doch angeblich alle. Wer also siegt, gewinnt doppelt. Frankfurt darf nach dem 4:0 über Leipzig für die Champions League planen, Leipzig ist dagegen dabei, alles zu verspielen. Gewinner waren auch Freiburg mit dem 1:0 in Wolfsburg, bedeutet Platz mit 51 Punkten vor Leipzig (49). Einen Sprung nach vorn machte auch Dortmund, mit einem glücklichen 3:2 bei Hoffenheim, aber am Ende ist das egal. Plötzlich fehlen nur noch drei Zähler zur CL. Alles ist möglich.

Erschreckend dagegen negative Serien von Europa-Kandidaten. Mainz war lange Zeit die Überraschungsmannschaft schlechthin, zuletzt blieb man sechs Spiele ohne Sieg. Auch Gladbach ist der Faden gerissen, vier Spiele ohne Sieg, übertroffen werden beide von Wolfsburg mit sieben Spielen ohne Sieg, dabei hatte man große Ziele. Stuttgart ist froh, dass das Pokalfinale in Berlin stattfindet, also auswärts. Da rechnet man sich gegen Bielefeld was aus und wäre in der Europa League. Im eigenen Stadion kassierte der VfB beim 0:1 gegen Heidenheim dagegen die sechste Niederlage in Folge. Kann das wirklich sein?

Aber was soll Harry Kane sagen? Der Engländer hat noch nie einen Titel gewonnen, jetzt kann sein Traum Wirklichkeit werden, den Bayern fehlt noch ein Unentschieden am Samstag in Leipzig. Aber: Harry Kane ist nicht dabei, er muss eine dumme Gelbsperre absitzen. Doch er darf sich schon als richtiger Meister fühlen, schließlich ist er als Torschützenkönig ein wichtiger Baustein. Oder die Bayern verschieben die Feier mit einer Niederlage, dann kommt Gladbach nach München. Harry Kane könnte dann vielleicht mit einem Tor feiern. Gefeiert hat Thomas Müller: Er kam in den Schlussminuten beim 3:0 gegen Mainz aufs Feld und feierte damit sein 500. Spiel in der Bundesliga, wohlgemerkt alle für die Bayern. Diese Zahl übertreffen nur drei Spieler: Rekordmann Karl-Heinz Körbel (602 für Frankfurt), Manfred Kaltz (581 für den HSV) und Michael Lameck (518 für Bochum). Wirklich schade, dass er geht bzw. gehen muss.

Der Traum vom Rekord

Gefeiert haben auch die Frauen des FC Bayern, mit einem 3:1-Sieg gegen Freiburg sicherten sie sich vorzeitig die deutsche Meisterschaft, die siebte insgesamt und die dritte am Stück. Jetzt wollen sie noch einen neuen Vereinsrekord aufstellen, nämlich erstmals das Double holen. in Sachen Pokalsieg stand zuletzt immer Seriensieger Wolfsburg im Weg, jetzt heißt der Gegner Werder Bremen, Siebter der Bundesliga. Deshalb haben die Bayern-Mädchen auch mit der Handbremse gefeiert, damit sie am Donnerstag beim Endspiel in Köln (16.00Uhr/ARD) auch fit sind. Das Stadion ist bereits ausverkauft. Frauen-Fußball hat an Bedeutung gewonnen.

Das merkte auch Union Berlin. Die Frauen schafften gemeinsam mit dem 1. FC Nürnberg den Aufstieg in die Bundesliga, für sie eine Premiere. Die Vorfreude in Berlin auf die Bundesliga ist groß, Union hatte zuletzt einen Zuschauerschnitt von 5500 Fans! Auch der Dritte kann übrigens aufsteigen, das ist im Moment der HSV mit vier Punkten Vorsprung vor Meppen. Dagegen steht Turbine Potsdam als einziger Absteiger der Bundesliga, die ja auf 14 Vereine aufgestockt wird, fest. Von der Bundesliga träumen sie auch in Dortmund und auf Schalke. Noch kämpfen sie aber in der Westfalenliga um den Aufstieg in die Regionalliga. Das Derby sahen 10.000 Zuschauer in Dortmund und dabei einen 2:1-Sieg, was die Tabellenführung bedeutet. Beide waren vorher punktgleich und unternehmen alles, um langfristig in der Bundesliga zu landen.

Bundesliga-Lust nach Europa-Frust

Das Ausscheiden in den europäischen Wettbewerben ist abgehakt, die deutschen Bundesligisten konzentrieren sich auf das nationale Geschehen und kämpfen darum, im nächsten Jahr wieder auf Europas Bühnen mitmischen zu können. Auffallend: Nach dem Ausscheiden folgten Siege bzw. Punktgewinne, also Bundesliga-Lust nach dem Europa-Frust. Aber leider kommt man an einem Urteil nicht vorbei: Stark in der Bundesliga, schwach auf dem internationalen Parkett (zu diesem Thema der nächste Blog: „Ist die Bundesliga international nur noch zweitklassig?“).

Lust und Frust vor allem bei Bayern München und Borussia Dortmund, die im Viertelfinale der Champions League ausgeschieden sind. Für die Bayern war Inter Mailand zu stark, der 1. FC Heidenheim wiederum zu schwach. Das Team von der Ostalb wurde buchstäblich an die Wand gespielt, FCH-Trainer Frank Schmidt urteilte resigniert nach dem 0:4 „Wir :hatten keine Chance“. So bekam der junge Neuer-Vertreter Jonas Urbig ein besonderes Geschenk: Sein erstes Zu-Null-Spiel! Der Meistertitel bedeutet für München jetzt mehr als nur das tägliche Brot, die Saison wird diesmal nicht ohne Silberware beendet. Es kann fast nichts mehr passieren, nachdem sich Titelverteidiger Bayer Leverkusen einen Ausrutscher bei St. Pauli (1:1) leistete, bedeutet acht Punkte Rückstand. „Da haben wir fast keine Chance mehr, aber wir werden alles versuchen,“ sagt Bayer-Trainer Xabi Alonso pflichtgemäß. Die Entscheidung könnte schon am Samstag fallen, wenn die Bayern Mainz schlagen und Leverkusen gegen die Remis-Könige aus Augsburg wieder nicht gewinnt. Mit dem Ausscheiden in der CL gegen München haben die Alonso-Schützlinge auch ihr Gewinner-Gen verloren. Das Restprogramm spricht für den Tabellenführer: Mainz (H), Leipzig (A), Gladbach (H), Hoffenheim (A) sind die Gegner, eine um 29 Tore bessere Tordifferenz bedeutet zudem quasi einen Zähler mehr. Und Leverkusen kann auch noch Federn lassen gegen Augsburg (H), Freiburg (A), Dortmund (H) und Mainz (A).

In München fällt auf, dass nach dem Ausscheiden in der Champions League Trainer Vincent Kompany in keinster Weise in der Kritik stand. Das war bei seinen Vorgängern Thomas Tuchel, Niko Kovac, Carlo Ancelotti und Julian Nagelsmann noch anders. Offensichtlich der wesentliche Unterschied: Kompany verliert die Kabine nicht, die Mannschaft steht hinter ihm. „Er ist intelligent, einfallsreich und hat es geschafft, dass die Unruhe im Verein nicht in die Kabine dringt. Er stellt sich immer vor seine Spieler,“ lobte Joshua Kimmich, in Heidenheim Kapitän. Jetzt träumen zumindest schon die Fans von der Feier auf dem Marienplatz, was auch Thomas Müller gefallen wird, der dann (neben einem Abschiedsspiel) einen schönen Abschied hätte. Feiern werden vor allem auch die Engländer Harry Kane und Eric Dier, beide früher zusammen bei Tottenham und noch ohne Titel. Vor allem Kane ging vor allem zu den Bayern, weil er es für sicher hielt, dort was Glänzendes zu gewinnen!

Bei Titelverteidiger Bayer Leverkusen ist es mit der Ruhe vorbei. In der letzten Saison noch ungeschlagen und auf Wolke sieben, gibt es jetzt immer mehr Unruhe. Es geht um die Zukunft, bleiben Trainer Alonso und Talent Florian Wirtz? Klub-Chef Fernando Carro hat Alonso ein Ultimatum gesetzt: „Wir können nicht bis zum Saisonende auf seine Entscheidung warten.“ Immer mehr kommt Real Madrid ins Gespräch, dort fehlte zuletzt der Erfolg und es wird gemunkelt, dass Carlo Ancelotti noch vor Saisonschluss hinwerfen könnte. Kandidat Nummer 1 Xabi Alonso, der will abwarten, was passiert. Um Wirtz buhlen neben Real auch Pep Guardiola für Manchester City und die Bayern sind immer im Gespräch.

Bundesliga-Lust ist vor allem auch bei Borussia Dortmund zu spüren. Das Ausscheiden in der CL war ja sogar mit einem Erfolgserlebnis verbunden, der 3:1-Sieg gegen den FC Barcelona machte Mut, half zwar nach dem 0:4 im Hinspiel nicht mehr, aber immerhin war es Barcas erste Niederlage in diesem Jahr. Und Dortmund will in der Bundesliga weiter auf dieser Welle reiten, das zeigte sich schon beim 3:2-Sieg gegen Gladbach. So zog Dortmund, vier Spiele ungeschlagen, am Namensvetter (drei Spiele ohne Sieg) in der Tabelle vorbei und im Kampf um Platz vier für die Champions League hat sich die Situation verbessert, da die Konkurrenz größtenteils Federn lassen musste. So schaffte Leipzig keinen Heimsieg gegen Schlusslicht Kiel. Frankfurt festigte trotz eines 0:0 in Augsburg damit Rang drei, aber von der Eintracht (52 Punkte) bis zum FCA auf Platz 10 (43) reichen die Kandidaten für einen Platz für Europa, den im Moment nach Leipzig (49) noch Freiburg (49) für Europa League und Mainz (47/für Conference League, auch in der Krise, fünf Spiele ohne Sieg) einnehmen.

Da kann ein Blick aufs Restprogramm nicht schaden: Frankfurt: Leipzig (H), Mainz (A), St. Pauli (H), Freiburg (A). – Leipzig: Frankfurt (A), München (H), Bremen (A), Stuttgart (H). – Freiburg: Wolfsburg (A), Leverkusen (H), Kiel (A), Frankfurt (H). – Mainz: München (A), Frankfurt (H), Bochum (A), Leverkusen (H). – Dortmund: Hoffenheim (A), Wolfsburg (H), Leverkusen (A), Kiel (H). – Bremen: St. Pauli (H), Union (A), Leipzig (H), Heidenheim (A). – Gladbach: Kiel (A), Hoffenheim (H), München (A), Wolfsburg (H). Augsburg: Leverkusen (A), Kiel (H), Stuttgart (A), Union (H).

Man sieht, es gibt noch viele direkte Duelle, Dortmund könnte mit das leichteste Restprogramm haben. Die Hoffnung auf einen CL-Platz lebt. Bei den Vereinen, die nicht direkt zum Favoritenkreis gehören, wird auf Understatement gemacht, so in Augsburg, da heißt es „wir denken nur von Spiel zu Spiel.“ Anders wiederum in Stuttgart, der VfB ist zurückgefallen, er muss sich auf das Pokalfinale am 24. Mai gegen Bielefeld konzentrieren, was bei einem Sieg wiederum die Tür zur Europa League öffnet.

Was noch am Rande geschah: Einen Bundesliga-Rekord gab es beim 4:4 zwischen Union Berlin und Stuttgart, das Ergebnis stand schon zur Halbzeit fest, acht Tore in der ersten Hälfte gab es noch nie! Und das im 100. BL-Heimspiel von Union. Außerdem wurde damit der Klassenerhalt sichergestellt. Bemerkenswertes auch in Freiburg. Nicht der 3:2-Sieg gegen Hoffenheim, sondern dass 5442 Fans im Rahmen einer Spendenaktion mit dem Fahrrad zum Spiel kamen!

Apropos Hoffenheim: Da gerät Trainer Christian Ilzer immer mehr in die Schusslinie, seine Zeit wird wohl nach der Saison abgelaufen sein. Noch ist der Klassenerhalt nicht perfekt. Der VfL Wolfsburg muss nicht mehr zittern, aber Platz 12 ist nicht das, was man sich in der VW-Stadt vorgestellt hat und deshalb dürfte auch dort am Saisonende für Trainer Ralph Hasenhüttl Schluss sein. Anders bei Schlusslicht Kiel, da hat man den Vertrag mit Aufstiegscoach Rapp verlängert.

Straus legt ein Ei ins Osternest

Das war ein Paukenschlag, als Trainer Alexander Straus verkündete, dass er Bayern München am Saisonende verlassen werde. Straus legte dem Verein ein Ei ist Osternest. Der 49-jährige Norweger coachte drei Jahre lang die Bayern-Frauen und führte sie jeweils zur Meisterschaft, die auch diesmal fast sicher ist. Als krönender Abschluss könnte es mit einem Pokalsieg das Double werden. Straus zieht es nach Amerika, wo er den Angel City FC in Los Angeles übernehmen wird.

Damit sind beide Bundesliga-Spitzenteams auf Trainersuche, denn bekanntlich hat beim VfL Wolfsburg Tommy Stroot das Ruder bereits aus der Hand gegeben. Als sein möglicher Nachfolger galt Stephan Lerch, der auch sein Vorgänger war, doch jetzt wird er auch bei den Bayern gehandelt. In München im Gespräch ist auch Andries Jonker, derzeit Nationaltrainer der Niederlande. Jonker kennt die Bayern, war er doch von 2009 bis 2011 Co-Trainer bei den Männern und sogar nach der Beurlaubung von Louis van Gaal einige Monate lang Cheftrainer.

Zunächst wollen die Bayern-Mädchen aber die Meisterschaft wirklich unter Dach und Fach bringen. Das könnte am Sonntag (14.00 Uhr) gegen den Fünften SC Freiburg gelingen. Doch die Freiburgerinnen bereiteten den Bayern oft Probleme, im Hinspiel gab es ein 2:2. Das würde noch nicht reichen, um den Titel sicher zu haben. Wolfsburg erwartet am Montag (18.00 Uhr) Hoffenheim.

Ist die Bundesliga international bald nur noch zweitklassig?

Das ist ein Schock für die Fußball-Bundesliga: Bayern München raus, Borussia Dortmund raus, Eintracht Frankfurt raus – das Halbfinale der europäischen Wettbewerbe findet ohne deutsche Beteiligung statt (wahrscheinlich wird nicht einmal ein Schiedsrichter nominiert!). So eine katastrophale Bilanz hat es zuletzt vor vier Jahren gegeben, insgesamt sogar nur dreimal (nach 2020/21 zuvor 2016/17 und 2004/05). Mit acht Vereinen war die Bundesliga in den drei Wettbewerben angetreten, keiner kam bis zum Halbfinale durch. Zur Erinnerung: Vor einem Jahr stand Dortmund noch im CL-Finale (0:2 gegen Real Madrid), Bayern im Halbfinale und Leverkusen im EL-Finale (0:3 gegen Atalanta Bergamo). Die Brust war breit.

Vor der Saison war man in der Bundesliga noch stolz, denn gleich fünf Teams durften in der Champions League antreten, zwei in der Europa League und der Achte, Heidenheim, zudem in der Conference League. Aber schon in der Liga-Phase gab es Enttäuschungen. In der Champions League schieden der VfB Stuttgart und RB Leipzig (32./nur ein Sieg) sang- und klanglos aus, München und Dortmund mussten in die Play-Offs (kamen beide immerhin weiter) und nur Leverkusen schaffte es als Sechster direkt ins Achtelfinale. Dort freilich das Pech, dass Bayern und Bayer aufeinander trafen, in diesem Vergleich zeigten die Münchner ihre wohl beste Saisonleistung. Dortmund schaltete Lille aus, doch im Viertelfinale war für beide Bundesligisten Schluss. Die Bayern haderten beim 1:2 und 2:2 gegen Inter Mailand mit dem Verletzungspech, erlaubten sich allerdings auf dem internationalen Parkett auch unverzeihliche Fehler. Dortmund geriet mit 0:4 in Barcelona unter die Räder, schaffte aber im Rückspiel mit einem 3:1-Sieg (Barcas erste Niederlage 2025) ein Stück Wiedergutmachung.

In der Europa League überzeugte Eintracht Frankfurt, die alte Europapokal-Euphorie wurde wieder spürbar, aber dennoch war ebenfalls im Viertelfinale Endstation. Das 1:1 bei Tottenham weckte noch Hoffnungen, doch im Rückspiel waren die Frankfurter unglücklich, die Verletzung von Mario Götze verunsicherte das Team und ein dummer Elfmeter brachte mit dem 0:1 das Aus. Hoffenheim war bereits in der Liga-Phase ausgeschieden. Kein Glanzstück also. Die Newcomer aus Heidenheim zeigten dagegen bewundernswerte Leistungen auf ihrem ungewohnten Terrain, blieben lange Zeit sogar ungeschlagen, feierten das Gastspiel von Weltklub Chelsea London in ihrem kleinen Städtchen an der Ostalb und schieden erst im Achtelfinale unglücklich gegen Kopenhagen aus. Ihr Europa-Abenteuer bezahlen aber mit dem Abstiegskampf in diesem Jahr.

Jetzt also das Halbfinale ohne deutsche Beteiligung. Das dürfte sich langfristig auf die Reputation der Bundesliga auswirken, schließlich zählt sich die Liga selbst zur Spitze in Europa, konnte das diesmal aber nicht bestätigen. Droht also bald die Zweitklassigkeit? Bei der Auslandsvermarktung könnte dies in nächster Zeit spürbar werden. Immerhin ist Platz vier in der UEFA-Rangliste durch die Erfolge in der Vergangenheit vorerst nicht gefährdet, bedeutet vier Plätze in der Champions League, aber von fünf Teilnehmern darf man vorerst nicht mehr träumen. Dagegen zeigte sich die Premier League wieder einmal als Spitzenliga, brachte vier Vereine in die Halbfinals, Spanien ist mit drei vertreten, Italien immer noch mit zwei. Dazu kommt Paris in der CL, Djurgarden IF aus Schweden schaffte es ins Halbfinale der Conference League, die Sensation aber war FK Bodö/Glimt aus Norwegen, das in der EL bis ins Halbfinale vordrang. Das schaffte noch nie ein norwegischer Verein. Glimt ist ein kleines Städtchen mit 50.000 Einwohner nördlich des Polarkreises und schaltete im Viertelfinale Lazio Rom aus. Die Sensation gelang schon in Rom mit einem 2:0-Sieg. Die Nordländer liefen bei warmen Temperaturen offensichtlich heiß.

Die deutschen Klubs sind für den Rest der Saison also nur Zuschauer, umso heftiger werden die Plätze für die europäischen Wettbewerbe in den letzten Spielen umkämpft sein. Bayern und Dortmund bekommen die neue Klub-Weltmeisterschaft in den USA im Sommer als zusätzliche Aufgabe und könnten da den Ruf der Bundesliga wieder ein bisschen aufpolieren.

Das sind die Halbfinals in Europa: Champions League (29./30. April, 6./7,. Mai): FC Arsenal – Paris St. Germain, FC Barcelona – Inter Mailand. Europa League (1./8. Mai): Tottenham – Bodö/Glimt, Bilbao/Manchester United. Conference League (1./8. Mai): Betis Sevilla – AC Florenz, Chelsea London – Djurgardens IF.

Bundesliga: Im Titelkampf geht es um Geld und Wirtz

Ja, will denn keiner Meister werden? Mit sechs Punkten Vorsprung gehen die Bayern weiterhin in die letzten fünf Spiele der Saison, es hätten acht sein können, aus Bayer-Sicht aber auch nur vier. Weil aber beide Kontrahenten den Schneckengang einlegten, sowohl gegen Dortmund beim 2:2 als auch gegen Union Berlin beim blassen 0:0 nur ein Unentschieden erreichten, bleibt alles wie es war. Aber die Spiele standen gar nicht im Mittelpunkt, man hat das Gefühl, im Titelkampf geht es statt um Punkte um Geld und die Zukunft von Florian Wirtz.

Bayers Superstar feierte gegen die Berliner sein Comeback nach einer Verletzungspause, konnte dem Spiel aber keine Wende mehr geben. Was seine Zukunft angeht, bleibt er immer im Gespräch. Angeblich sind inzwischen 250 Millionen Euro für einen Wechsel aufgerufen. Da tönt es aus München, „so viel Geld haben wir nicht“. Bisher war das Festgeldkonto der Bayern legendär, jetzt bremste ausgerechnet Ehrenpräsident Uli Hoeneß: „Der FC Bayern muss ganz klar sparen. Von unserem Festgeldkonto ist nicht mehr viel da“, sagte er in einem Interview und schob nach, „wenn wir 50 Millionen brauchen, müssen wir in die Kreditabteilung einer Bank“. Bayern und die Kreditabteilung, früher ein Horrorszenario. War das nur eine Hoeneß-Plauderei für die Schlagzeilen? Boss Jan-Christian Dreesen sieht das Festgeldkonto noch gut gefüllt: „Es ist noch genug drauf, für wen es auch immer reichen mag.“ Der Mann sollte sich auskennen, schließlich führte er die Kreditabteilung einer Bank. Außerdem: In Champions League und bei der Klub-WM winken den Bayern jeweils über 100 Millionen Euro Einnahmen!

Nur, für wen braucht es Geld? Natürlich ist wieder Florian Wirtz im Gespräch mit den üblichen Spekulationen.Jede Woche wird neu aufgekocht in der Gerüchteküche mit Blick auf Real Madrid und Bayern. Real droht das Aus in der Champions League, da droht auch das Aus für Trainer Carlo Ancelotti, dem sowieso Amtsmüdigkeit nachgesagt wird. Der Nachfolger natürlich Xabi Alonso, der Wirtz mitbringt. Oder doch nicht? Will Wirtz lieber nach München, die Eltern, die den Sohn beraten, sollen schon öfters bei einem Herrn am Tegernsee zum Essen eingeladen worden sein. Dort wohnt Uli Hoeneß… Der wiederum meint, dass das Festgeldkonto durch die teuren Vertragsverlängerungen von Musiala, Kimmich und Davies geplündert wurde. Sportvorstand Max Eberl sprach aber auch wieder in Rätseln, als er zur Nichtverlängerung des Vertrags von Thomas Müller orakelte: „Das passt nicht ins Konzept, was wir im Sommer vorhaben.“ Wirtz statt Müller?

Im Moment ist Müller kür die Bayern noch unverzichtbar, das zeigte sich sowohl beim 1:2 gegen Inter Mailand als auch beim 2:2 gegen Dortmund. Gegen Inter saß er zunächst auf der Bank, kam spät, schoss aber sofort das Tor zum 1:1. Er wurde vom Publikum gefeiert und es ging ein Ruck durch die Mannschaft. Allerdings sorgte Trainer Vincent Kompany für ein seltsames Kunststück: Er wechselte gleichzeitig den Erfolg (Tor Müller), als auch die Niederlage ein (Fehler Boey beim 1:2)! Gegen Dortmund durfte Müller von Anfang an ran und zeigte seinen Wert, für die Tore sorgten aber wieder Einwechselspieler: Ausgerechnet Guerreiro (gegen Inter schwach) und Serge Gnabry. der lang Vergessene, der vor dem Tor zum 2:1 durch Dortmunds Abwehr tanzte. Da kommt schon wieder ein Rätsel auf Max Eberl zu: Die Bayern zögern, ob sie die Verträge mit Sané und Gnaby verlängern sollen. Beide waren lange Zeit nicht in Bestform, trumpfen aber plötzlich auf. Was tun? Ein ähnliches Problem hat auch Werder Bremen. Dort soll Oliver Burke gehen, doch jetzt darf er spielen und schießt entscheidende Tore, wie beim Sieg in Stuttgart.

Übrigens gibt es in der Bundesliga nicht nur an der Spitze ein Schneckenrennen, dahinter ist die Situation unklar, einmal sind die einen in Form, dann wieder die anderen, Konstanz fehlt. Eigentlich wollen doch alle nach Europa, aber nicht alle zeigen es. Von der Champiions League träumen darf Eintracht Frankfurt, dass in der Europa League beim 1:1 bei Tottenham überzeugte und mit einem 3:0 gegen Heidenheim Rang drei in der Bundesliga festigte. Dahinter taucht wieder Leipzig auf, ein 3:2-Sieg in Wolfsburg sorgte für einen Sprung nach oben. 48 Punkte bedeuten Rang vier, dahinter kämpfen aber mit Mainz (46), Freiburg (45), Gladbach (44), Dortmund, Bremen, Augsburg (alle 42!) und Stuttgart (40) mindestens sieben Klubs um drei Plätze in CL und EL. Dabei hat der VfB mit einem Sieg im Pokalfinale noch einen Notausgang nach Europa.

Bayerns Hoffnung: Es ist erst Halbzeit

In dieser Woche steht aber erst wieder einmal Europa im Mittelpunkt. Frankfurt hat (siehe oben), die beste Ausgangsposition, um das EL-Halbfinale zu erreichen. Dortmund kämpft dagegen vor allem um die Ehre, denn die 0:4-Pleite in Barcelona war für den guten Ruf abträglich. Wie befürchtet brachte das Sturm-Trio Lamina Yamal, Lewandowski und Raphinha die Borussia-Abwehr gehörig durcheinander. Die Bayern dagegen haben noch Hoffnung, machen sich damit Mut, dass im Vergleich mit Inter erst „Halbzeit“ sei und vertrauen darauf, dass sie in der zweiten Halbzeit oft Spiele gedreht haben. Zu dem Duell gibt es eine interessante Statistik: Die Bayern gewannen bisher alle drei CL-Spiele in Mailand, zuletzt 2022 mit 2:0. Das aber war auch die letzte Heimniederlage von Inter, das seitdem in der Champions League 17 Heimsiege zu Buche stehen hat. Da haben beide Teams einen Mutmacher… Mit Barcelona, Paris St. Germain (3:1 gegen Aston Villa) und Inter können drei Meister im Halbfinale vertreten sein, fast eine echte Champions League also. Außenseiter wäre nur Arsenal London, das ein 3:0-Polster gegen Real hat, aber Madrid zeigte schon tolle Aufholjagden.

Bayern-Frauen können fast feiern

Die Männer des FC Bayern haben gerade Probleme mit dem Tore schießen, die Frauen zeigen ihnen, was Effektivität bedeutet. Beim 3:0-Sieg in Frankfurt waren ungefähr drei Chancen auch drei Tore durch Schüller, Bühl und Harder. Vor 30500 Zuschauern im Deutsche-Bank-Park konnten die Eintracht-Mädchen ihre Chance nicht nutzen, dem Tabellenführer die Meisterschaft noch streitig zu machen. Nachdem auch Wolfsburg beim 1:1 in Freiburg patzte, haben die Bayern-Frauen drei Spieltage vor Saisonschluss acht Punkte Vorsprung vor Wolfsburg. Frankfurt liegt einen weiteren Zähler zurück, der Halbzeitmeister muss jetzt um Platz zwei und die direkte Qualifikation für die Champions League kämpfen. Gegen die Bayern konnten einige Ausfälle nicht verkraftet werden.

In München kann fast gefeiert werden, Freiburg, Jena und Essen sind die letzten Gegner, zuerst gibt es an Ostern allerdings eine Pause. Gewinnen die Bayern-Mädchen gegen Freiburg könnten sie in einer Woche zwei Titel feiern, die zweite Möglichkeit gibt es am 1. Mai im Pokalfinale in Köln gegen Werder Bremen. Die Münchnerinnen wollen dem Gegner keine Chance lassen. Trainer Alexander Straus nach dem 3:0-Sieg: „Wir haben die Erfahrung, wie man Spiele gewinnt.“ Für Torjägerin Lea Schüller war „alles perfekt“. Durch das Ausscheiden im Viertelfinale der Champions League wird es trotzdem keine perfekte Saison. Aber ein guter Trost wäre es, wenn die Frauen mit den Männern am Marienplatz in München die Meisterschaft feiern könnten. Kommt darauf an, ob Kane und Co. von den Frauen in Sachen Effizienz lernen…

Großer Masters-Abschied von Bernhard Langer

Die Golfer spielen in Deutschland oft unter dem Radar der Öffentlichkeit, dabei können sie mit einem Athleten aufwarten, der international eine Reputation und Beliebtheit aufweist, wie kaum ein anderer Sportler oder Sportlerin hierzulande. Der Augsburger Bernhard Langer war einst die erste Nummer 1 der Weltrangliste und zweifacher Master-Sieger in Augusta. 40 Jahre nach seinem ersten Erfolg feierte der inzwischen 67-Jährige seinen Abschied vom Masters. Um einen Schlag verpasste er den Cut für das Wochenende, obwohl er fast sein bestes Golf spielte. Die Zuschauer feierten ihn mit Standing Ovations, Spieler und Veranstalter ehrten ihn am Schluss mit besonderen Überraschungen. Sohn Jason stand als Caddie an der Seite des Vaters, aber nicht nur die ganze Familie war an seinem Ehrentag da, sondern Bekannte und Freunde aus der ganzen Welt. Ein Abschied vom Golf war es für Langer noch nicht, auf der Champions Tour der über 50-Jährigen will er noch ein bisschen mitmischen. Hier brach er fast alle Rekorde.

Noch einer feierte ausgiebig: Für Roy McIllroy ging ein Traum in Erfüllung, er gewann nach 14 Anläufen erstmals das Masters, im Stechen gegen Justin Rose. Damit hat der Nordire den Grand Slam perfekt, er hat jetzt alle Major-Turniere gewonnen. Belohnt wurde das mit 4,2 Millionen Dollar Preisgeld.

Dortmund lacht wieder, Bayern hadert, Bayer hofft

Die entscheidenden Wochen im Profi-Fußball haben es in sich, sie beherrschen die Schlagzeilen. Das Geschehen auf dem grünen Rasen ist eigentlich interessant genug, doch wurde es in den letzten Tagen durch zwei Abschiedsmeldungen in den Schatten gestellt. Vor allem die Nachricht, dass die Karriere von Thomas Müller nach dieser Saison in München endet, überraschte. Da war die Meldung, dass Mats Hummels seine Karriere im Sommer beendet, nicht mehr so der Knüller. Er hatte in Rom noch einmal ein Auslandserlebnis, aber eigentlich war seine Karriere nach dem Abschied aus Dortmund vorbei.

Anders sieht es in München aus. Bei den Bayern wird gehadert, nicht nur, weil sie den Abschied der Vereins-Legende nicht sauber hingekriegt haben, sondern auch, weil Verletzungen die gesteckten Ziele in den wichtigsten Spielen des Jahres gefährden. Nachdem sich Jamal Musiala beim 3:1-Sieg in Augsburg einen Muskelbündelriss im Oberschenkel zuzog und vielleicht sogar bis Saisonende ausfällt, ist vor allem einer gefordert: Thomas Müller. Bei dem Hickhack um seine Vertragsverlängerung machte vor allem einer eine schlechte Figur: Sportvorstand Max Eberl. Er wurde zwar gelobt, dass er die Verträge von Davies, Musiala und Kimmich verlängern konnte, doch für Müller war offensichtlich kein Geld mehr da. Aber anstatt in Ruhe zu verhandeln und mit einem Ergebnis gemeinsam an die Öffentlichkeit zu gehen, wurde ein Ende in Würde verspielt. Das war von den Bayern-Verantwortlichen nicht meisterlich.

Ob es die Spieler besser machen? Trainer Vincent Kompany muss nach den Ausfällen von Neuer, Davies, Upamecano, Coman, Pavlovic und Musiala buchstäblich mit dem letzten Aufgebot antreten, an Rotation ist nicht mehr zu denken, in Mittelfeld und Abwehr geht die Not um. So bangt Torjäger Harry Kane um sein großes Ziel, endlich einmal einen Pokal zu gewinnen. Auch um ihn hatten die Bayern Angst, aber ein geschwollener Knöchel zwingt ihn nicht zur Pause. Geschehen ist das beim 3:1 in Augsburg bei einer entscheidenden Szene. Beim Stand von 1:1 grätschte FCA-Abwehrmann Zesiger von hinten, um Kane zu stoppen, traf zwar den Ball, aber auch Kane – von hinten! Schiedsrichter Dr. Jöllenbeck zückte Gelb, was Gelb-Rot bedeutete, nachdem Zesiger schon verwarnt war. Aus dem Freistoß entstand das 2:1 (durch Kane!). Die Augsburger schimpften hinterher, dabei war Gelb durchaus korrekt, keine Rede war allerdings davon, dass der Schiedsrichter Elfmeter für Bayern hätte geben müssen, als Gouweleeuw Kane im Strafraum foulte. So endete die Augsburger Erfolgsserie von elf ungeschlagenen Spielen und die Bayern bleiben auf Meisterkurs.

Aber in den nächsten Tagen kommt es dicke: Die Aufgaben heißen der Reihe nach Inter Mailand, Dortmund, Mailand und zum Schluss Heidenheim. Zunächst steht die Champions League im Vordergrund und Inter Mailand ist im Viertelfinale keineswegs ein leichtes Los. Der Tabellenführer der Serie A ließ zwar in Parma beim 2:2 Federn, schonte sich aber zu sehr nach einer 2:0-Führung. Eher zählt, dass Inter die CL-Ligarunde als Vierter mit 19 Punkten und 11:1 Toren (!) abschloss, es gilt also ein Bollwerk zu überwinden. Achtung: In K.o.-Spielen gegen Bayern war Inter jeweils besser, besonders bitter für die Bayern die 0:2-Niederlage 2020 im CL-Finale! Andererseits schauen die Bayern auf ihre gute Gesamtbilanz: In neun Spielen gegen Inter gab es fünf Siege, seit 22 Heimspielen sind sie in der CL ungeschlagen und stehen zum 23. Mal in Viertelfinale, ein Rekord. Doch die Gegenwart schaut eben nicht rosarot aus, vor allem das Mailänder Angriffsduo Marcus Thuram und Lautaro Martinez befindet sich in Torlaune – und das gegen eine anfällige Bayern-Abwehr. Inter träumt vom Triple, ist in allen Wettbewerben noch dabei, muss mit Dumfries, Zielinski und Taremi aber auch auf Nationalspieler verzichten.Ein Duell also mit vielen Unwägbarkeiten. Ausgerechnet Thomas Müller lässt verkünden: „Was nur zählt, ist das Finale dahoam am 31. Mai.“

Der Bundesliga-Terminkalender hat wieder eine Besonderheit auf Lager, dass sich mit Bayern und Dortmund am Samstag ausgerechnet die beiden CL-Teams quasi im Zwischenspiel gegenüberstehen. Dafür holte sich die Borussia zuletzt den richtigen Schwung, beendete das Auf und Ab mit zwei Siegen gegen Mainz und in Freiburg. Jetzt wird in Dortmund wieder gelacht und Trainer Niko Kovac sieht gelassen den großen Aufgaben gegen zweimal FC Barcelona und in München entgegen. Seine Kader-Möglichkeiten haben sich verbessert, mit dem 21-jährigen Chukwuemeka (ausgeliehen von Chelsea London) kam ein vielversprechendes Talent hinzu. Mit Barcelona mit Ex-Bundestrainer Hansi Flick als Steuermann kommt natürlich ein anderes Kaliber auf die Borussia zu. Barca blieb 22 Spiele in diesem Jahr ungeschlagen, führt die Tabelle in Spanien an und hat mit Lamine Yamal, Lewandowski und Raphinha ein Angriffstrio, das fast seinesgleichen sucht. Ob sich am Ende die Dortmunder wirklich auf „Lewa“ als Rückkehrer freuen? Die Borussia hat die CL ja doppelt im Visier, denn in der Bundesliga wurde der Kampf um Platz vier noch nicht aufgegeben. Da wird auch München doppelt wichtig und am Ende steht die Aufgabe gegen den Mitkonkurrent Gladbach. Im CL-Viertelfinale stehen sich außerdem FC Arsenal und Real Madrid sowie Paris St. Germain und Aston Villa gegenüber.

Dortmund lacht, Bayern hadert – und Titelverteidiger Bayer Leverkusen hofft wieder. Sechs Punkte Rückstand auf die Bayern? Na, und? Dabei sah es vor ein paar Tagen ganz anders aus. Die peinliche 1:2-Pokalniederlage in Bielefeld schien das Ende der Erfolgsära Xabi Alonso einzuläuten. Ist er doch kein Wundermann? Das glückliche 1:0 beim Abstiegskandidaten Heidenheim änderte viel. Ein Treffer in der Nachspielzeit, erfolgreiche Joker, so wurden Erinnerungen ans erfolgreiche Vorjahr wach. Aufgeben gilt nicht. Leverkusen hat aber unter der Woche Pause, erwartet am Samstag Union Berlin, wird vorlegen und warten, wie sich die Bayern gegen Dortmund schlagen.

Im Pokal war der VfB Stuttgart glücklicher, er beendete eine Reihe von schwachen Leistungen mit einem 3:1 gegen Leipzig und sieht das Finale am 24. Mai gegen den Drittligisten Bielefeld als gutes Omen. 1997 holte der VfB letztmals den Pokal und siegte gegen den Drittligisten Cottbus! Trainer war damals Jogi Löw. Bielefeld darf aber stolz sein, ist doch die Arminia erst der vierte Drittligist in einem Finale.

Schottland kein Gradmesser für die Frauen

Bundestrainer Christian Wück wollte nicht gleich wieder kritisieren. „Wir haben zu Null gespielt, es war ein ansprechender Auftritt bei schlechten Platzverhältnissen,“ war er mit seinen Mädels nach dem 4:0-Sieg in Dundee gegen Schottland in der Nations League durchaus zufrieden. Allerdings: Schottland war kein Gradmesser, in Sachen Spielkontrolle und Fehlerquote ist noch Luft nach oben, ein ernsthafter Test für die EM im Juli war es nicht. Der folgt noch gegen die Niederlande und Österreich. Im Rückspiel gegen Schottland am Dienstag (17.45 Uhr/ARD) in Wolfsburg wird Wück vor allem eine weitere Steigerung sehen wollen.

Für den Paukenschlag im Frauen-Fußball sorgte Wolfsburgs Trainer Tommy Stroot, der am Dienstag völlig überraschend seinen sofortigen Rücktritt beim VfL bekannt gab. „Ich habe in den vergangenen Wochen gemerkt, dass ich nicht mehr die Energie in mir spüre, die es braucht, meinen eigenen Ansprüchen und denen des Vereins gerecht zu werden.“ Der Zeitpunkt ist seltsam, 2024 wollte der Trainer schon einmal gehen, verlängerte seinen Vertrag dann aber bis 2027. Offensichtlich war er mit den Zukunftsplanungen des VfL nicht zufrieden, das Verhältnis zum Team soll auch Risse gehabt haben. Erfolgreich war Stroot, der 2021 von Twente Enschede kam, er wurde 2022 Meister und gewann dreimal den DFB-Pokal. Als Nachfolger werden Theresa Merk, deren Vertrag in Freiburg ausläuft, und Stephan Lerch gehandelt. Lerch war Vorgänger von Stroot in Wolfsburg, sein Vertrag als Sportlicher Leiter in Hoffenheim läuft aus, er möchte wieder als Trainer arbeiten. Von 2017 bis 2021 gewann er dreimal die Meisterschaft und viermal den Pokal mit Wolfsburg. In diesem Jahr wird der VfL eher leer ausgehen, ist im Pokal ausgeschieden und liegt in der Meisterschaft sechs Punkte hinter Tabellenführer Bayern München. In der Bundesliga steht am Samstag das Duell der Spitzenteams im Mittelpunkt, der Zweite Eintracht Frankfurt erwartet die Bayern-Mädels und will den Abstand von sechs Punkten verkürzen (Samstag, 14.00 Uhr).

Der Pokal als letzte Titel-Chance

Der VfB Stuttgart und RB Leipzig stehen sich am Mittwoch (20.45 Uhr) im Halbfinale des DFB-Pokals gegenüber. Sie haben dabei eines gemeinsam: Für beide ist es die letzte Titel-Chance, aber auch die große Gelegenheit, die Aussicht auf internationale Spiele aufrecht zu erhalten. In der Bundesliga haben sie ähnliche Sorgen. Stuttgart als Vizemeister des Vorjahres findet sich derzeit nach der 0:1-Niederlage in Frankfurt und sechs Spielen ohne Sieg sogar nur auf Platz 10 wieder, mit sechs Punkten Abstand zum internationalen Geschäft. Auf Platz 6 rangiert ausgerechnet Leipzig. Mit ihren Platzierungen sind beide Klubs nicht zufrieden. Die Reaktion darauf war aber gegensätzlich: Stuttgart verlängerte den Vertrag mit Trainer Sebastian Hoeneß vorzeitig um ein Jahr bis 2028, Leipzig hat sich am Sonntag von Trainer Marco Rose getrennt. Die Leistungen des Teams waren in den letzten Wochen einfach zu schlecht, die Teilnahme an der Champions League ist in Gefahr. Zeit zum Handeln, der letzte Rettungsversuch.

Die Konstellation bei RB ist ja eine Besondere, vor allem mit Jürgen Klopp als globalen Fußballchef. Seine früheren Getreuen Zsolt Löw und Peter Krawietz hat er an seine Seite geholt und deshalb jetzt Nothelfer parat. Löw, von 2015 bis 2018 bei RB Co-Trainer von Ralph Hasenhüttl und Ralf Rangnick, wird bis zum Saisonende der Chef, Krawietz, jahrelang Co-Trainer von Klopp, steht ihm zur Seite. Im Sommer wird ein Rose-Nachfolger gesucht, Hoeneß stand auf der Liste ganz oben, kann aber jetzt gestrichen werden. Er wird am Mittwoch besonderen Ehrgeiz haben, aber eine zusätzliche Motivation haben beide Mannschaften gar nicht nötig. Das Finale am 24. Mai in Berlin winkt und damit der Griff nach den Geldtöpfen. Ein Pokalsieg gelang dem VfB zuletzt 1997, RB schaffte 2022 und 2023 das Double und wurde im letzten Jahr von Bayer Leverkusen abgelöst.

Für den Titelverteidiger gilt eigentlich ähnliches. Gut, die Champions League hat Bayer sicher, aber der erste Titel wurde in der CL gegen die Bayern verspielt und ob in der Bundesliga der Rückstand von sechs Punkten gegen die Münchner aufgeholt werden kann, ist möglich, aber fraglich. Eine erfolgreiche Titelverteidigung im Pokal wäre ein Trost. Der Weg dahin über den Drittligisten Arminia Bielefeld (Dienstag Gastgeber) scheint vorgezeichnet, doch Achtung: Die Arminia entpuppte sich als Bundesliga-Rausschmeißer. Bielefeld könnte der vierte Drittligist in einem Finale werden. Im letzten Jahr hatte Leverkusen beim 1:0-Sieg gegen den Zweitligisten Kaiserslautern auch einige Probleme. Immerhin wahrte Bayer mit einem 3:1 gegen das ähnlich widerspenstige Bochum die Bundesliga-Chance, legte also eine gute Generalprobe hin, während Bielefeld beim 2:2 gegen Hannover II patzte und auf Platz 4 außerhalb der Aufstiegsmöglichkeiten liegt. Zumindest finanziell hat sich der Pokal für den Drittligisten gelohnt, über drei Millionen Euro sind ein warmer Regen für die Klubkasse. Leverkusen muss allerdings auch der Unruhe trotzen, die Zukunft von Trainer Xabi Alonso bleibt offen. Der Spanier wehrt ab, „ich habe einen Vertrag bis 2026“, doch Real Madrid lauert als neuer Verein immer im Hintergrund. Dort hat Carlo Ancelotti zwar auch einen Vertrag bis 2026, aber vielleicht will er im Sommer schon Nationaltrainer Brasiliens werden!

Die Bayern in Not

Bei Bayern München sind noch zwei Titelchancen in Takt, aber die Verunsicherung nach einer Verletzungsserie ist zu spüren, die Bayern in Not, vom „mia san mia“ kann keine Rede sein. Im Pokal kam ja gegen Leverkusen das vorzeitige Aus, der 20fache Rekord-Pokalsieger gewann ausgerechnet zuletzt 2020 diese Trophäe. Umso wichtiger, dass wenigstens ein Titel gewonnen wird und das „Finale dahoam“ möchte man in der Champions League auch erreichen. Doch wie, die Voraussetzungen haben sich rapide verschlechtert. Alphonso Davies und Dayot Upamecano, die beiden schnellsten Leute der Abwehr, kamen mit Verletzungen von den Länderspielreisen zurück, Flitzer Davies fällt mit einem Kreuzbandriss rund ein halbes Jahr aus, aber auch Upamecano, zuletzt der Halt in der Abwehr, ist frühestens zum Saisonende wieder dabei. Schon beim mühsamen 3:2 gegen den Abstiegskandidaten St. Pauli zeigte sich, dass den Bayern die Sicherheit fehlt und dann hat sich auch noch der Japaner Ito, der als Ersatz für beide Ausfälle galt, ebenfalls verletzt. Der dritte Mittelfußbruch seit er im Sommer letzten Jahres in München ist! Mehr Pech geht fast gar nicht

Als wäre das nicht genug, gibt es rund ums Team erneute Unruhe. Diesmal steht die Vereinsikone Thomas Müller im Mittelpunkt. Wie Medien berichten, soll er keinen neuen Vertrag mehr als Spieler bei den Bayern bekommen, aber für andere Aufgaben auf jeden Fall im Verein bleiben. Wie das „Radio Müller“ selbst sieht, ist unbekannt, diesbezüglich war er noch nicht auf Sendung. Die Bayern müssen offensichtlich sparen, ein Minus droht zum Saisonende, da will man wohl das zweistellige Millionen-Gehalt vom Thomas einsparen, der 17 Jahre lang im Verein ist.

Am Freitag wartet die nächste heikle Aufgabe für die Bayern beim Derby in Augsburg. Der FCA ist die Mannschaft der Stunde, wurde in zuletzt elf Spielen nicht geschlagen und stellt in der Rückrunde die beste Abwehr aller Spitzenligen Europa. So blieb Torhüter Finn Dahmen 683 Minuten ohne Gegentor, ausgerechnet ein falscher Hand-Elfmeter von Schiedsrichter Tobias Reichel, den Hoffenheims Kramaric zum 1:1 frech nutzte, machte ihm diese Serie kaputt. Der Tabellenführer muss also wieder ein dickes Brot bohren, in Augsburg tat er sich sowieso meist schwer.

Aufbäumen im Abstiegskampf, am Tabellenende befindet sich der 1. FC Heidenheim auf dem Marsch nach oben. Dem 3:1 gegen Kiel ließ die Mannen von Frank Schmidt mit einem 1:0 in Wolfsburg gleich einen zweiten Sieg nach einer langen erfolglosen Zeit folgen. Das richtige Geschenk für den Trainer in seinem 700. Spiel mit Heidenheim! Der Lohn: Der Verein marschierte vom letzten Platz auf den Relegationsrang 16, mit jetzt zwei Punkten Vorsprung vor Bochum und nur noch drei zum rettenden 15. Rang, den St. Pauli einnimmt. Der Marsch wieder aber kaum weitergehen, am Samstag kommt Leverkusen, aber auch Bochum und St. Pauli haben mit Stuttgart bzw. Gladbach hochkarätige Gegner.

Wohin führt der Weg des Frauen-Fußballs?

Zwei konträre Tatsachen, die bezeichnend sind: Auf der einen Seite vor einer Woche der neue Zuschauerrekord im deutschen Frauen-Fußball mit 57000 beim Pokalspiel in Hamburg, auf der anderen Seite das schon blamable Aus der beiden Spitzenteams in der Champions League. Sowohl Meister Bayern als auch Dauer-Pokalsieger machten keinen Stich gegen Olympique Lyon bzw. FC Barcelona. Die Bayern hielten nach dem 0:2 zu Hause beim 1:4 wenigstens eine Halbzeit mit, Wolfsburg ging gegen Barca mit 1:4 und 1:6 unter. Früher dominierten die deutschen Klubs den internationalen Wettbewerb, jetzt sind sie weit von der Spitze entfernt. Den Bayern mag als Entschuldigung dienen, dass mit den Dauerverletzten Oberdorf, Naschenweng und Stanway sowie kurzfristig Kapitän Viggosdottir vier defensivstarke Spielerinnen fehlten.

Sorgen um die internationale Stärke macht sich auch Bundestrainer Christian Wück. Er beklagt mangelnde Qualität in der Abwehr und ist für die kommende Europameisterschaft in der Schweiz gar nicht mehr so zuversichtlich gestimmt. Jetzt stehen zwei Spiele in der Nations League gegen Schottland an, da gilt es am Freitag in Dundee und am 8. April in Wolfsburg gegen einen eher zweitklassige Gegner ein wenig Zuversicht zu tanken. Wück hat sich inzwischen auf Ann-Katrin Berger als Nummer 1 im Tor festgelegt, in der Abwehr und auf den Außenbahnen testet er aber weiter. So holt er Paulina Krumbiegel (Turin) und Sydney Lohmann (Bayern) zurück und lud das 20-jährige Talent Franziska Kett, bei Bayern eher offensiv gesehen, als defensive Außenspielerin ein. Der Trainer gesteht: „Ich dachte, wir sind schon weiter.“ Da fragt man sich schon, wohin der Weg des Frauen-Fußballs führt, der Aufschwung der letzten Jahren weicht offensichtlich einer gewisser Stagnation.

In der Bundesliga haben die international gebeutelten Klubs immerhin wieder Erfolgserlebnisse gehabt, die Bayern festigten die Spitze mit einem Sieg gegen Leverkusen, Wolfsburg gab sich gegen Essen keine Blöße. Nach der Länderspielpause steht dann das Spitzenspiel der Bayern bei Verfolger Eintracht Frankfurt an.