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Konstanz fehlt: Die zwei Gesichter der Nagelsmänner

Eigentlich können die Fußballfans mit dem Ergebnis, das am Ende erzielt worden ist, zufrieden sein: Deutschland hat sich nämlich für die Endrunde der Nations League qualifiziert und ist vom 4. bis 8. Juni in Stuttgart und München Gastgeber. Das Weiterkommen mit dem 2:1-Sieg in Mailand und dem 3:3 von Dortmund gegen Italien zeigte allerdings die zwei Gesichter der Nagelsmänner. Seit acht Spielen ist die Nationalmannschaft zwar ungeschlagen, aber die Konstanz fehlt. Besonders deutlich wurde dies in Dortmund, 3:0-Führung bei Halbzeit, am Ende beim Stand von 3:3 zittern um das Weiterkommen. Der Bundestrainer war damit natürlich nicht zufrieden, konstatierte aber: „Das war für die Entwicklung vielleicht wichtiger als ein 4:0-Sieg.“

Der 2:1-Erfolg in Mailand entsprang einer konzentrierten Leistung mit Stärken bei den Standards, bei den Kopfbällen von Leon Goretzka, der das Comeback des Jahres feierte, und Tim Kleindienst, der sich praktisch einen Stammplatz gesichert haben sollte. Die erste Halbzeit in Dortmund brachte noch eine Steigerung, „das war vielleicht die beste Halbzeit seit dem WM-Halbfinale 2014“, urteilte Julian Nagelsmann mit Blick auf das damalige 7:1 gegen Brasilien. Deutschland wurde danach Weltmeister. Bis dahin fehlt noch ein Stückchen, das zeigte die zweite Halbzeit. Zuerst waren alle konzentriert und clever, vor allem beim schnell ausgeführten Eckball, als ein Balljunge Joshua Kimmich hurtig den Ball zuwarf, der Kapitän erkannte, dass die Italiener diskutieren und nicht bereit sind, dafür aber Jamal Musiala vollkommen frei stand – und den Ball prompt flach vor die Füße bekam und verwandelte. Ein Tor des Jahres und für die Italiener und Torhüter Donnarumma wohl ein ewiger Albtraum.

Wie es anders gehen kann, zeigte sich in der desaströsen zweiten Hälfte, ein schlampiger Fehlpass von Leroy Sané leitete die Wende ein. Plötzlich stand eine ganz andere italienische Mannschaft auf dem Feld und die Nagelsmänner fanden kein Gegenmittel mehr. So gewinnt man weder die Nations League, noch wird man 2026 Weltmeister. Der Bundestrainer wünscht sich aber einen Sieg bei der Nations League als Zeichen der Stärke. Portugal ist am 4. Juni in München nach dem 5:2-Sieg nach Verlängerung über Dänemark der Gegner, Spanien (5:4 nach Elfmeterschießen gegen die Niederlande) und Frankreich (5:4 n. E. gegen Kroatien) spielen einen Tag später in Stuttgart das zweite Halbfinale. Das Finale ist am 8. Juni in München. Der Sieg über Italien bringt der DFB-Elf aber weitere Vorteile, die WM-Qualifikation bestreitet sie in einer Vierergruppe mit der Slowakei (Start dort am 4. September), Luxemburg und Nordirland, was machbar sein sollte. Beim WM-Turnier 2026 selbst in den USA, Mexiko und Kanada wird Deutschland jetzt als einer der Gruppenköpfe gesetzt, geht also den stärksten Nationen zunächst aus dem Weg. Die Hürde Italien genommen zu haben, bedeutete nämlich, dass Deutschland am Gegner vorbei nun Platz neun der Weltrangliste einnimmt. Auch finanziell hat sich die Nations League gelohnt.

Endspurt in der Bundesliga

Ab sofort steht aber wieder die Bundesliga im Fokus der Fans, bis zum 34. Spieltag am 17. Mai gibt es keine Unterbrechung mehr. Spannung ist genug gegeben, um alle Entscheidungen wird noch gerungen. Tabellenführer Bayern München hat zwar mit sechs Punkten einen beruhigenden Vorsprung vor Verfolger Bayer Leverkusen, aber ein sanftes Ruhekissen ist das nicht. Leverkusen will im Angriffsmodus bleiben und wirkte zuletzt präsenter als die Bayern, die weiter um Torhüter Manuel Neuer bangen müssen. Kann man mit einem jungen Torhüter Meisterschaft und Champions League gewinnen? Das Restprogramm sieht noch einige knifflige Aufgaben für die Bayern vor: St. Pauli (H), Augsburg (A), Dortmund (H), Heidenheim (A), Mainz (H), Leipzig (A), Gladbach (H), Hoffenheim (A). Leverkusen hat die schwierigsten Aufgaben vielleicht zum Abschluss: Bochum (H), Heidenheim (A), Union (H), St. Pauli (A), Augsburg (H), Freiburg (A), Dortmund (H), Mainz (A).

Spannender geht es zweifellos am Tabellenende zu, wo Schlusslicht Kiel, Heidenheim und Bochum den Relegationsplatz 16 als Rettung ansehen, aber gern auch noch St. Pauli und Hoffenheim, fünf bzw. sechs Punkte Vorsprung vor Bochum, mit reinziehen wollen. Wie aber sieht bei den drei Klubs am Tabellenende das Restprogramm aus? Vor allem Heidenheim bekommt es mit Spitzenteams zu tun. Das Restprogramm: Kiel: Bremen (H), Mainz (A), St. Pauli (H), Leipzig (A), Gladbach (H), Augsburg (A), Freiburg (H), Dortmund (A). – Heidenheim: Wolfsburg (A), Leverkussen (H), Frankfurt (A), München (H), Stuttgart (A), Bochum (H), Union (A), Bremen (H). – Bochum: Leverkusen (A), Stuttgart (H), Augsburg (H), Bremen (A), Union (H), Heidenheim (A), Mainz (H), St. Pauli (A).

Rekordspiel der Frauen ohne Happy End

Der Hamburger SV hat für seine Spitzenteams bei Männern und Frauen nur einen Traum: Aufstieg in die Bundesliga. Die Männer sind als Tabellenführer aktuell näher dran, aber es wird schwer. Die Frauen sind zumindest hoffnungsvoll, einen der drei Aufstiegsplätze in der II. Bundesliga zu schaffen, Union Berlin und Nürnberg dominieren hier das Geschehen, der HSV ist momentan Vierter, zwei Punkte hinter Meppen. In den Mittelpunkt sind die Frauen aber schon gerückt, 57000 Zuschauer waren beim Rekordspiel im Volksparkstadion und sahen im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Werder Bremen einen Krimi. Trotz Unterzahl ging der Bundesligist in der 81. Minute in Führung, der HSV glich in der 90. Minute aus! Verlängerung also, doch da setzte sich die Routine der Werder-Mädchen im Nordderby durch. Nach dem 3:1-Sieg haben sie sich ihren Traum erfüllt, einmal ein Finale zu spielen. Gegner am 1. Mai (16.00 Uhr) in Köln ist Bayern München. Kein Happy End dagegen für den HSV. Vielleicht klappt es in der Liga.

Der Bundesliga-Tabellenführer lieferte gegen die TSG Hoffenheim einen ähnlichen Krimi ab. Hoffenheim, das den Pokal-Dauersieger Wolfsburg sensationell ausgeschaltet hatte, schockte auch die Bayern und ging 2:0 in Führung, die überragende Pernille Harder sorgte mit drei Treffern aber dafür, dass die Bayern-Mädchen weiter vom Double träumen dürfen. Ein Triple wird es wohl nicht werden, in der Champions League erwies sich Olympique Lyon als eine Nummer zu groß und gewann in München mit 2:0. Da muss im Rückspiel am Mittwoch (18.45 Uhr) in Lyon fast ein Wunder geschehen. Ähnlich sieht für den VfL Wolfsburg aus, der gegen Barcelona mit 1:4 unterlag, also vor dem Rückspiel am Donnerstag (18.45 Uhr) noch mehr Rückstand aufweist. Der Stress geht auch am Wochenende in der Bundesliga weiter, Wolfsburg erwartet am Sonntag Essen, die Münchnerinnen mit Bayer Leverkusen einen Verfolger. Fast eine ähnliche Situation also wie bei den Männern. Am Ende wollen sie zusammen auf dem Rathausbalkon feiern!

Franziska Preuß ist die Biathlon-Königin

Wenn von Krimis die Rede ist, dann gehört das Finale im Biathlon-Weltcup der Frauen unbedingt dazu. Schließlich entschied sich der Gesamtweltcup-Sieg erst auf der Ziellinie des letzten Rennens. Die Französin Lou Jeanmonnot und die Deutsche Franziska Preuß kamen zusammen ins Stadion, als die Französin in der letzten Kurve stürzte. Sie hat sich mit ihrem Stock selbst ein Bein gestellt, Preuß war unschuldig. Sie fuhr zwar zum Sieg und dem Gewinn des Weltcups ohne Jubel über die Ziellinie, aber später flossen die Tränen. Das Wochenende war nichts für schwache Nerven, Preuß reiste im Gelben Trikot nach Oslo an, gewann den Sprint am Holmenkollen, patzte aber in der Verfolgung, aus 20 Punkten Vorsprung wurden vor dem letzten Rennen fünf Rückstand zu Jeanmonnot. Wer also gewann, war Weltcup-Gesamtsieger, Dramatik pur.

Franziska Preuß wandelt auf den Spuren von Martina Glagow (2002/03), Kati Wilhelm (2005/06), Andrea Henkel (2006/07), Magdalena Neuner (2007/08, 2009/10, 2011/12) und Laura Dahlmeier (2016/17), die vor ihr den Weltcup-Gesamtsieg holten. Dazu sicherte sich Preuß die kleine Kugel im Sprint und Massenstart, ist als die wahre Biathlon-Königin und die erfolgreichste deutsche Wintersportlerin in diesem Jahr. Jeanmonnot tröstete sich mit den Gesamtsiegen in Verfolgung und Einzel. Die beiden dominierten also das Geschehen. Eine starke Saison hatte auch Selina Grotian, die im Weltcup Neunte wurde. Insgesamt war Frankreich die erfolgreichste Nation vor Schweden und Deutschland.

Bei den Männern stand der Abschied der Bö-Brüder im Mittelpunkt, die in ihrer Heimat ihre letzten Rennen bestritten, aber ohne große Erfolge blieben. Johannes Thingnes Bö (31) bleibt als einer der erfolgreichsten Biathleten überhaupt in Erinnerung. Fünfmal gewann er den Gesamtweltcup, holte fünfmal Olympia-Gold und 23 WM-Titel! Sein Nachfolger ist Stura Holm Lagreid, der ihn als Gesamtsieger im Weltcup ablöste. Auch bei den Männern war Frankreich die beste Nation vor Norwegen, Schweden und Deutschland. Die deutschen Männer enttäuschten, blieben in dieser Saison ohne Sieg. Bester im Gesamtcup wurde Philipp Nawrath als 15, Justus Strelow (bester Schütze im Team, aber zu langsam in der Spur) blieb Gesamtrang 16. Die deutschen Männer schossen insgesamt zu schlecht, das muss sich bessern, damit Michael Greis, der 2007 den Gesamtweltcup gewann, einen Nachfolger findet.

Die Nations League wird zum doppelten Testfall

Pause für die Bundesliga und die Champions League, in dieser Woche gehört das Interesse der Nationalmannschaft. Die Nations League steht auf dem Programm und sie hat bei Bundestrainer Julian Nagelsmann einen hohen Stellenwert erhalten. Galten die Begegnungen früher bei Löw und Flick nur als bessere Testspiele, so will Nagelsmann jetzt Erfolge sehen. Sein Vorbild ist Spanien, das sich mit dem Sieg bei der NL 2023 das nötige Selbstbewußtsein für den EM-Titel ein Jahr später in Deutschland holte. Ähnliches schwebt auch Nagelsmann vor, der Schwung für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr sucht.

Viel Schwung wird wohl auch benötigt, denn im erstmaligen Viertelfinale der Nations League geht es gegen den alten Kontrahenten Italien und die Voraussetzungen für die beiden K.o.-Spiele am Donnerstag in Mailand und am Sonntag in Dortmund sind nicht die besten. Die Duelle werden eigentlich zum doppelten Test: Wie kann die Mannschaft Ausfälle verkraften und wie stark ist sie wirklich auf internationaler Bühne? Da kommt der „Ernstfall“ gegen Italien gerade recht. Die Bilanz ist außer deutscher Sicht negativ, in 37 Spielen gab es nur 9 Siege, aber 15 Niederlagen bei 13 Unentschieden. Immerhin, im letzten Aufeinandertreffen in der Gruppenphase der NL siegte Deutschland nach einem 1:1 im Rückspiel mit 5:2. Die letzte Niederlage gab es im EM-Halbfinale 2012 mit 1:2. Italien hat NL-Endrundenerfahrung, bei den beiden letzten Turnieren wurde Italien jeweils Dritter. Die bisherigen Sieger waren Portugal, Frankreich und Spanien.

Bei beiden Nationen steht ein Verjüngung an, die auch Trainer Luciano Spalletti in Italien gut gemeistert hat. Julian Nagelsmann kann allerdings nicht auf seinen besten Kader zurückgreifen, in erster Linie wird er Leverkusens Jungstar Florian Wirtz und Stürmer Kai Havertz vermissen, aber auch ansonsten gibt es im Kader viele Veränderungen, der DFB kündigte das Aufgebot mit „ein Neuling und acht Rückkehrer“ an. Der Neuling ist der 24-jährige Yann Aurel Bisseck, der es zum Stammspieler in der Abwehr von Italiens Meister Inter Mailand gebracht hat. Seine Reiseroute in dieser Woche heißt von Mailand nach Dortmund, wieder zurück mit einem Spiel als Gast im heimischen Stadion und wieder zurück nach Dortmund! Ob er allerdings zum Einsatz kommt, ist fraglich, Nagelsmann dürfte dem Stamm-Duo Tah/Rüdiger vertrauen und Nico Schlotterbeck wird auch noch vor dem Neuling stehen.

Unter den Rückkehrern fällt vor allem Leon Goretzka auf, einst von Nagelsmann bei der Neuordnung nach schlechten Testspielen gestrichen. Seitdem behält er allerdings seine Ruhe, kämpfte vor allem im Verein bei Bayern München um einen Platz im Kader, schaffte es wieder zum Stammspieler und damit auch zur Rückkehr in den DFB-Kader. Ähnliches gilt für Nadiem Amiri, der bei Mainz 05 aufblüht und mitverantwortlich für den Mainzer Aufschwung ist. Im November 2020 war er letztmals bei der Nationalmannschaft.

So sieht der DFB-Kader aus: Tor: Baumann, Nübel, Ortega. – Abwehr: Bisseck, Kimmich, Koch, Mittelstädt, Raum, Rüdiger, N. Schlotterbeck, Tah. – Mittelfeld: Adeyemi, Amiri, Andrich, Goretzka, Groß, Leweling, Musiala, Sané, Stiller. – Angriff: Burkardt, Kleindienst, Undav.

Außerdem spielen im Viertelfinale Niederlande – Spanien, Dänemark – Portugal und Kroatien – Frankreich. Die Endrunde findet vom 4. – 8. Juni in Deutschland (Stuttgart, München) oder Italien statt, je nachdem wer sich durchsetzt.

Haben die Bayern den Dortmund-Virus?

In der Bundesliga wird es immer spannender, manche sind deshalb froh, wenn es eine Verschnaufpause gibt. Für die Nationalspieler geht der Stress zwar weiter, aber die Abwechslung bringt manchen wieder neuen Schwung im Verein. Das könnten vor allem die Bayern gebrauchen, die zweimal gegen Abstiegskandidaten sieglos blieben. Dem peinlichen 2:3 gegen Bochum schloss sich ein unglückliches 1:1 bei Union Berlin an – und jetzt kommt mit St. Pauli wieder ein Team aus dem Tabellenkeller! Es scheint, die Bayern haben sich den Dortmund-Virus zugezogen, das heißt international gut und national schlecht. Da reiben sie sich in Leverkusen schon die Hände, holen sich wieder neues Selbstvertrauen. Das glückliche 4:3 in Stuttgart mit dem Siegtreffer in der Nachspielzeit (nach 1:3-Rückstand) weckt wieder Erinnerungen an das Vorjahr, als sich Bayer im Flow befand und Spiele oft in der Nachspielzeit zu seinen Gunsten entschied. „Wir sind wieder da, wir geben nicht auf,“ tönt Jonathan Tah, nachdem sich der Rückstand auf Bayern auf sechs Punkte verkürzt hat. Die Bayern hoffen nach der Pause wieder auf einen fitten Manuel Neuer, nachdem Nachwuchsmann Urbig beim Ausgleich böse patzte. Bei einem Spitzenteam muss man auch besondere nervliche Anforderungen bestehen.

Schwache Nerven hat wohl auch Dortmund, das immer wieder hoffen lässt, dann aber wieder den nächsten Rückschlag hinnehmen muss, wie jetzt das 0:2 in Leipzig. Da wird der Weg nach Europa immer schwerer, Platz 11 mit zehn Punkten Rückstand zu einem CL-Platz sind viel Holz bei acht ausstehenden Spieltagen. Der nächste Gegner ist übrigens der Dritte Mainz 05! „Mannschaft der Stunde“ ist der FC Augsburg, der in der Rückrunde noch ungeschlagen ist und nach dem 1:0 über Wolfsburg berechtigt nach Euiropa schielt (ohne davon zu sprechen). Nur vier Punkte fehlen.

Am Tabellenende geht es immer enger zu, Heidenheim meldete sich zurück und gab beim 3:1-Sieg über Kiel die rote Laterne an die „Störche“ zurück. Nur ein Punkt fehlt wieder zum Relegationsrang von Bochum, zwei Siege sind es zum rettenden Platz 15, den St. Pauli inne hat.

Große Kasse in der Champions League

International überzeugten die Bundesligisten, neben den Bayern als große Gewinner im Bundesliga-Duell mit Leverkusen, kamen auch Dortmund dank der Europa-Form und Frankfurt in der Europa League dank der Europa-Euphorie ins Viertelfinale. Dort kommt es zum nächsten deutsch-italienischen Duell wenn die Bayern auf Inter Mailand treffen, Dortmund hat es zweifellos mit dem FC Barcelona ein Stückchen schwerer. Da gibt es ein Wiedersehen mit Hansi Flick und Robert Lewandowski. Die Sieger dieser Vergleiche treffen im Halbfinale aufeinander. Gibt es ein deutsches Duell? Außerdem spielen am 8./9. und 15./16. April Arsenal London – Real Madrid und Paris St. Germain -Aston Villa. Frankfurt trifft im Viertelfinale auf Tottenham Hotspur, außerdem spielen am 10. und 17. April Glasgow Rangers – Athletic Bilbao, FC Bodö/Glimt – Lazio Rom und Olympique Lyon – Manchester United.

Die internationalen Erfolge der Bundesligisten haben Deutschland in der UEFA-Rangliste wieder auf Rang vier zurück geführt, für einen fünften CL-Platz muss es aber Rang zwei sein. Dennoch konnten die Bundesligisten schon jetzt große Kasse machen. Bayern kassierte bisher an Prämien 105,866 Millionen Euro und ist sogar die Nummer 1 vor Paris (104, 417). Dortmund konnte mit 102,163 Millionen seine Kasse auch gut füllen, quais als Trostpflaster, wenn es in diesem Jahr mit Europa nicht klappt. Leverkusen kassiert nur zweistellig (87,106) und bei Frankfurt (23,975 in der EL) sieht man, dass es vor allem finanziell eine Zwei-Klassen-Gesellschaft gibt.

Titel-Wochen der Bayern-Frauen

Für keine Mannschaft geht es in den nächsten Tagen um so viel, wie für die Frauen des FC Bayern München. Es stehen gleich alle drei erreichbaren Titel auf dem Spiel! Die erste Bewährungsprobe haben sie mit einem souveränen 3:1-Sieg gegen Verfolger Wolfsburg bestanden, größter Konkurrent in der Bundesliga ist jetzt Eintracht Frankfurt, das Mitte April München erwartet (am 30. März geht es noch gegen den Vierten, Leverkusen). Titel Nummer zwei ist der Pokal und da steht am Samstag das Duell mit der TSG Hoffenheim auf dem Programm (außerdem Hamburger SV – Werder Bremen). Das Pokal-Halbfinale befindet sich im Champions-League-Sandwich mit Olympique Lyon, in den letzten Jahren eine der stärksten Teams in Europa. Lyon gastiert Dienstag in München, Rückspiel am 26. März in Lyon. Nur Bestform garantiert Titel, gerade Lyon könnte eine Nummer zu groß sein.

Vom Sieg in der Champions League träumen auch die Wölfinnen, ihre Aufgabe im Viertelfinale ist aber nicht leichter, immerhin geht es gegen Titelverteidiger FC Barcelona, am Mittwoch zu Hause und am 26. März in Barcelona. Für Wolfsburg ist es aber mehr oder weniger die letzte Chance auf einen Titel nach sechs Punkten Rückstand auf die Bayern in der Bundesliga und dem Pokal-Aus.

Neues in der Formel 1: Spannung ist garantiert!

Die Formel 1 war in letzter Zeit und in vielen Jahren vor allem auch ein Synonym für Langeweile, oft beherrschte ein Rennstall das Geschehen, die Titel wurden in Serie vergeben. Nach Lewis Hamilton mit Mercedes herrschte in den letzten vier Jahren Max Verstappen mit Red Bull. Doch schon in der letzten Saison zeichnete sich ab, dass sich die Zeiten ändern könnten. Verstappen wurde zwar noch einmal Weltmeister, aber McLaren holte den Konstrukteurstitel – nach 26 Jahren Abstinenz. Nicht nur das lässt für die Weltmeisterschaft 2025, die am Sonntag in Melbourne/Australien beginnt, hoffen. Es gibt mindestens vier Teams, die für Siege gut sind und Ferrari-Boss Fred Vasseur prophezeit: „Es wird die spannendste WM seit 30 Jahren“. Vielleicht wird der Weltmeister endlich wieder einmal erst im letzten von 24 Rennen gekrönt, am 7. Dezember in Abu Dhabi.

Nach den Eindrücken der Testfahrten hat McLaren wieder das schnellste Auto. Vize-Weltmeister Lando Norris, der im Vorjahr oft zu zögerlich war und das Draufgängertum eines Max Verstappen vermissen ließ, verspricht: „Ich werde die Ellenbogen ausfahren“. McLaren ist übrigens mit Norris und Oscar Piastri neben Aston Martin (Alonso/Stroll) das einzige Team, das seine alte Fahrerpaarung behalten hat. Den spektakulärsten Wechsel vollzog Lewis Hamilton mit seinem Weggang von Mercedes 12 Jahren und 246 Rennen in Silber zu den Roten von Ferrari, wo er zusammen mit Charles Leclerc für Siege sorgen soll. Ein schnelles Auto wollen die Ingenieure hinstellen, dann könnte der schon 40-jährige Brite seinen Traum vom achten WM-Titel erfüllen. Mit sieben liegt er derzeit noch gleichauf mit Michael Schumacher.

Der Dritte im Bunde ist Red Bull, wo Sergio Perez gehen musste. Sein Nachfolger wurde der junge Neuseeländer Liam Lawson, der auch Verstappen mehr herausfordern soll. Der Weltmeister selbst erwartet endlich wieder ein schnelles und zuverlässiges Auto ohne Macken, damit er weiter Titel hamstern kann. Sollte dies nicht der Fall sein, gibt es zunächst Krach, am Ende vielleicht auch einen Wechsel zu Mercedes, das die Tür offen hält. Mercedes-Chef Toto Wolff sieht sein Team nicht in der Favoritenrolle, aber vorne mitfahren will man schon. Nachfolger von Hamilton wurde der erst 18-jährige Italiener Kimi Antonelli, angeblich das größte Talent im Motorsport. Die klare Nummer 1 ist allerdings George Russell. Antonelli hat nur einen Vertrag für ein Jahr. Muss er danach wieder den Platz für Verstappen frei machen?

Insgesamt sind zehn Marken mit 20 Boliden am Start in einer Saison, die spannend werden soll, aber auch die letzte vor dem großen Umbruch sein wird. Das Motorenkonzept ändert sich und neue Firmen kündigen sich an, so steigt auch Audi 2026 bei Sauber ein. In diesem Jahr wird der Rennstall von Nico Hülkenberg wohl keine Rolle spielen. Der einzige Deutsche im Fahrerfeld wurde schon in Hinblick auf 2026 verpflichtet und soll Entwicklungsarbeit leisten. Es ist die Frage, ob sich einige Teams im Starterfeld frühzeitig auf 2026 vorbereiten und die aktuelle Saison nur mit halber Kraft absolvieren. Für die Spitze wird das allerdings nicht gelten. Dass alle die Zukunft im Blick haben, lässt sich auch an der Verpflichtung von vielen jungen Fahrern erkennen. Der älteste Fahrer ist Fernando Alonso (Jahrgang 1981), der gleich 25 Jahre älter ist als das „Küken“ Antonelli (2006), das Durchschnittsalter aller Fahrer beträgt 26,75 Jahre.

Was das Interesse betrifft, befindet sich die Formel 1 international im Aufwind, vor allem in den USA steigt die Zahl der Fans, deshalb gibt es auch drei Rennen in Miami, Austin und Las Vegas. Deutschland steht dagegen im Abseits, auch wenn immer ein Rennen in Hockenheim ins Gespräch gebracht wird. Hierzulande sinkt aber auch das Interesse an der Formel 1, es gibt keinen Michael Schumacher und keinen Sebastian Vettel mehr, auch die Einschaltquoten im Fernsehen sinken. Sky bleibt der übertragende Sender im Pay-TV, gibt aber sieben Rennen für RTL im Free-TV frei. Dort hofft man, dass durch mehr Spannung auch die Zuschauerzahlen wieder steigen. Dann könnte es 2026 bei der Reformierung der Formel 1 vielleicht auch wieder einen Neuanfang im deutschen Fernsehen geben und vielleicht sogar auf der Rennstrecke.

Wenn die Bundesliga zur Nebensache wird, dann feiern die Gäste einen Rekord

Was für ein seltsames Wochenende in der Fußball-Bundesliga: Der 25. Spieltag der Saison 2024/25 wird in die Geschichtsbücher eingehen! Zum ersten Mal gab es an zwei Spieltagen in Folge keinen Sieg der Hausherren! Vor einer Woche rettete der FC Augsburg mit einem 0:0 gegen Freiburg die Gastgeber vor der totalen Blamage, diesmal gab es immerhin vier Unentschieden, aber wieder keinen Sieg – übrigens zum elften Mal in der Bundesliga-Geschichte.

Was bei diesem seltenen und seltsamen Ereignis auffiel, die auf Europas Bühne beschäftigten Klubs schenkten die Spiele in der Liga praktisch her, die Bundesliga wurde zur Nebensache, das Wochenende zwischen den wichtigen Spielen in Champions League und Europa League störte nur. Besonders krass war es bei Bayern München, denn Trainer Vincent Kompany brachte eine komplette B-Elf aufs Feld, die Quittung war ein 2:3 gegen Bochum. Stimmt also doch nicht, was früher Experten behaupteten, Bayern würde auch mit einer B-Elf Deutscher Meister werden. Auch Xabi Alonso warf in Leverkusen die Rotationsmaschine an, kassierte ein 0:2 gegen Bremen und konnte so die Bayern-Niederlage nicht nutzen. Weniger krass die Wechsel in Dortmund, da war das 0:1 gegen Augsburg wohl eher ein Zeichen fehlender Dortmunder Beständigkeit. Ganz so schlimm schlug auch Dino Toppmöller in Frankfurt nicht zu, dass er aber auf Torjäger Ekitike und Spielmacher Mario Götze verzichtete, war ein Zeichen. Ekitike kam spät und verschoss in den letzten Minuten einen Elfmeter. Da fehlte wohl die Konzentration, Union Berlin freute sich über den 2:1-Sieg. Die besten Mannschaften halfen den Kellerkindern, was fast schon an Wettbewerbsverzerrung grenzt. Nur so konnte eine wohl weitere Einmaligkeit passieren, dass die letzten acht Mannschaften der aktuellen Tabelle keine Niederlage einstecken mussten, von den ersten zehn Teams gewann dagegen nur Mainz und stürmte mit dem 3:1 in Gladbach auf Rang drei!

Die Schonungen der Stammspieler waren allerdings nicht unbedingt erfolgreich. Eine bittere Pille musste vor allem Alonso schlucken, der zur zweiten Halbzeit doch Florian Wirtz brachte, der aber nur ein Viertelstunde später nach einem Foul von Weiser mit einer Innenbandverletzung am Knöchel wieder vom Platz musste und jetzt wohl wochenlang ausfällt! Pech hatte auch Kompany, denn Palhinha flog in der 43. Minute nach einem Foul vom Platz. Nichts war es mit Schonung, jetzt musste mit einem Mann weniger mehr gearbeitet werden. Immerhin verletzte sich von den Stars, die teilweise Stück für Stück aufs Feld kamen, keiner. Eine besondere Situation gab es übrigens für den VfB Stuttgart, der musste in Kiel zwangsläufig auf sechs Abwehrspieler verzichten, eine erzwungene Rotation also, da war das 2:2 fast schon ein Erfolg.

Am kommenden Wochenende wird es wohl „normal“ weitergehen, es ist der letzte Spieltag vor der Länderspielpause, aber da darf man bei vielen Ausfällen und Verletzungen auf das Aufgebot von Bundestrainer Julian Nagelsmann am Donnerstag für die Viertelfinalspiele der Nations League gegen Italien (20./23. März) gespannt sein. In der Bundesliga fallen zwei Keller-Duelle ins Auge, St. Pauli erwartet Hoffenheim und noch brisanter Heidenheim gegen Kiel, quasi ein Kampf gegen den letzten Platz, den Heidenheim gern an die Störche weiterreichen würde, dann muss aber die Erfolglosserie reißen. Immerhin darf der Tabellenletzte einen Rekord vermelden: Sirlord Conteh kam beim 1:1 in Hoffenheim erst in der 85. Minute aufs Feld, sprintete aber ausgeruht gemessene 37,38 km/h, damit war er nicht nur der schnellste Mann des Spieltags, sondern mit dieser Geschwindigkeit wurde noch kein Spieler der Bundesliga gemessen! Da sollte Heidenheim doch schnell den letzten Platz verlassen können…

Bayer hofft auf ein Wunder

Nebensache Bundesliga, Hauptsache Champions League. Der zweite Teil des großen deutschen Duells steht am Dienstag bevor, allerdings unter ganz anderen Vorzeichen. Nach dem 0:3-Debakel in München steht Leverkusen mit dem Rücken zur Wand und hat zudem Verletzungsprobleme. Es könnte nicht nur Wirtz ausfallen, sondern auch der Einsatz von Mittelfeldlenker Xhaka und Abwehras Tapsoba ist fraglich. Im Hinspiel lieferten die Bayern ihr vielleicht bestes Spiel der Saison, während sich die Leverkusener mit Fehlern und einem unnötigen Platzverweis fast selbst schlugen. In Sachen Taktik hatte zudem Kompany gegen Kollegen Alonso die besseren Ideen und revanchierte sich so für Demütigungen in der Vergangenheit. Auch die Münchner müssen eine Schwächung hinnehmen, Torhüter Manuel Neuer hat sich im Hinspiel beim Torjubel an der Wade verletzt. Der 21-jährige Jonas Urbig kam so zu einem unverhofften Debüt, muss jetzt Neuer vertreten, was vielleicht eine gewisse Unsicherheit auslöst.

Bayer Leverkusen braucht fast ein Wunder und wird sich vielleicht an ein Spiel mit einer sensationellen Wende erinnern. Im Finale 2005 hat der AC Mailand bei Halbzeit mit 3:0 gegen den FC Liverpool geführt, am Ende stand es nach Verlängerung 3:3. Im Elfmeterschießen siegte Liverpool mit 3:2, weil Torhüter Dudek gleich zwei Elfmeter hielt. „Es ist erst Halbzeit,“ machte sich auch Alonso nach dem ersten Spiel Mut. Eine bessere Ausgangsposition hat Borussia Dortmund nach dem 1:1 gegen Lille, doch bedenklich ist, dass die Mannschaft nach der Führung den Faden verlor und ihn auch gegen Augsburg nicht mehr fand. Immerhin: In der CL zeigte Dortmund keine Auswärtsschwäche. Eintracht Frankfurt hat in der Europa League nach dem 2:1-Sieg in Amsterdam gegen Ajax die besseren Karten in der Hand und lässt sich mit der bekannten Europacup-Euphorie vielleicht ins Viertelfinale tragen.

Rekord bei den Frauen

Die Ergebnisse der Frauen-Bundesliga sorgten nicht für Aufregung, die Spitzenteams gaben sich hier keine Blöße, München siegte in Köln 3:0, Frankfurt gegen Essen 2:1 und Wolfsburg in Leipzig mit 2:0. Im Gespräch waren allerdings die Zuschauerzahlen, denn Köln zog ins Müngersdorfer Stadion um und hatte gegen die Bayern 35711 Zuschauer! Der Bundesliga-Rekord wurde allerdings knapp verfehlt, bei der Müngersdorfer Premiere vor einem Jahr kamen 38365 Besucher gegen Frankfurt. Einen Rekord gibt es dennoch bei den Frauen, der zweitklassige Hamburger SV meldet für das Pokalspiel am 23. März gegen Werder Bremen „ausverkauft“. 57000 kommen ins Volksparkstadion!

Am Wochenende werden wieder die Ergebnisse im Vordergrund stehen, in München kommt es am Freitag (16.55 Uhr/live im ZDF) zum Schlagerspiel gegen den Dritten VfL Wolfsburg. Der alte Kontrahent liegt gleichauf mit Frankfurt nur drei Punkte zurück. Da steht quasi eine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft an.

Skandal bei der Nordischen Ski-WM

Die nordische Ski-Weltmeisterschaft in Trondheim war eigentlich ein großes Fest, auch wenn das Wetter mit viel Regen und Wind nicht gerade mitspielte. Die deutsche Mannschaft konnte mit der Ausbeute von neun Medaillen (1 Gold, 4 Silber, 4 Bronze) zufrieden sein und belegte in der Medaillenwertung Rang vier. Gold gewann die Kombinierer im Team-Wettbewerb und profitierten davon, dass der Norweger Grabaak mit einer nicht regelgerechten Bindung disqualifiziert wurde. Das war aber nur ein kleiner Teil des großen Skandals, am Ende der Veranstaltung wurde nämlich öffentlich, dass die Gastgeber verboten getrickst hatten. Vor allem die Anzüge der Skispringer der Norwegen waren wohl manipuliert, ohne dass dies bei der Kontrolle auffiel. Erst ein geheim gedrehtes Video brachte die Verfehlungen ans Licht. Nach der Disqualifikation von drei Springern räumte der Verband schließlich Regelverstöße ein, will aber nicht Vorsatz sprechen, sondern nannte es „Dummheit“. Die Verbände aus Slowenien, Polen und Österreich hatten die Sache ins Rollen gebracht und forderten den Ausschluss von Norwegen. Nun ist der Weltverband gefordert, Licht ins Dunkel zu bringen, Norwegen wird sich über seine 33 Medaillen (13 Gold, 12 Silber, 8 Bronze) kaum mehr richtig freuen. Keine andere Nation konnte da mithalten. Die Frage ist dann auch, ob beim Rekordler Klaebo, der alle Rennen bei den Männern gewann und sechsfacher Sieger wurde (gab es noch nie!), alles mit rechten Dingen zugegangen ist! Auf deutscher Seite war der Kombinierer Vinzenz Geiger mit vier Medaillen der (saubere) Held.

Bayern oder Bayer – Kampf um die Nummer 1!

Die Bundesliga bietet den Fußballfans eigentlich genug Gesprächsstoff, getoppt wird das nationale Geschehen aber durch das Duell Bayern gegen Bayer im Achtelfinale der Champions League. Gespielt wird am Mittwoch in München, das Rückspiel steigt am Dienstag, 11. März in Leverkusen. Dabei geht es um nicht mehr oder weniger um die Frage, wer die Nummer 1 in Deutschland ist. Bayer macht den Bayern aktuell den Anspruch als Nummer 1 streitig.

Klar, die Münchner verweisen auf die Bundesliga, wo sie mit acht Punkten Vorsprung vor Leverkusen führen, dem Doublesieger des Vorjahres wollen sie den Titel wieder abjagen. Natürlich hat Bayer in der Liga noch nicht aufgegeben, zumindest im Pokal winkt eine erfolgreiche Titelverteidigung (Drittligist Bielefeld ist der Gegner im Halbfinale, daneben trifft Stuttgart auf Leipzig). Die Krone ist aber die Champions League mit der internationalen Reputation. Da haben die Münchner immer noch die Nase vorn, werden zum Favoritenkreis gezählt, nicht aber Leverkusen. Doch das deutsche Duell ist ein Vergleich auf Augenhöhe, wobei die Bayern noch den emotionalen Rückenwind verspüren, dass Finale am 31. Mai in der eigenen Allianz Arena zu erreichen. „Titel dahoam“ ist der Wunschgedanke.

Die Statistik weist für beide Teams Stärken auf. Leverkusen kann vor allem auf die Bundesliga verweisen, mit Trainer Xabi Alonso ist der Verein in den sechs direkten Duellen noch ungeschlagen. Auch Kollege Vincent Kompany konnte diese Bilanz nicht aufhübschen, rettete zuletzt den Acht-Punkte-Vorsprung in der Bundesliga mit Mauertaktik und einem 0:0. Es gab kaum Schüsse auf des Gegners Tor und eine Menge Glück. Das half jetzt auch beim 3:1-Sieg in Stuttgart, als der VfB großzügig zwei Geschenke verteilte. Aber auf Geschenke von Bayer sollte niemand in München hoffen. Die nationale Statistik spricht also für Bayer, die Bayern saugen Selbstvertrauen aus der CL-Statistik: Von den letzten elf Achtelfinalspielen haben sie nur eins verloren (9 Siege), seit vier Jahren sind sie zu Hause in der Champions League ungeschlagen, zuletzt siegte Paris 3:2 Mai 2021 im Viertelfinale in München und Bayern schied aus. Das soll gegen Bayer nicht passieren, ganz im Gegenteil, es geht sogar um ein Polster für das Rückspiel.

Das Momentum könnte aber auf Leverkusener Seite liegen, Xabi Alonso hat sein Team wieder auf Vorjahresform gebracht, wo bekanntlich eine Saison ohne Niederlage gelang. Und: Bisher hat Alonso den Gegner jeweils taktisch ausmanövriert. Zwei Haken gibt es, der Einsatz von Abwehr-As Tapsoba ist noch ungewiss und ein Ego-Trip von Torjäger Boniface beim 4:1-Sieg in Frankfurt sorgte für Ärger. Mehr Unruhe herrscht allerdings in München, wo vor allem die Vertragsverhandlungen mit Joshua Kimmich die Schlagzeilen beherrschen. Die Bayern zogen ihr Angebot zurück, der Aufsichtsrat hat offensichtlich die Geduld verloren. Sportvorstand Max Eberl versucht zu retten, was zu retten ist und kämpft dabei um seinen guten Ruf. Gegen Stuttgart fiel Kimmich verletzt aus, Pavlovic war zudem krank, aber Goretzka und Palhinha sorgten dafür, dass das Fehlen der Mittelfeldstrategen nicht auffiel. Wer ist am Mittwoch dabei? Andererseits haben die Münchner eine Feierwoche hinter sich, der 125. Geburtstag des Vereins wurde auf dem Nockherberg gefeiert, pünktlich dazu wurde das 400.000 Mitglied begrüßt. Aber jetzt ist Schluss mit lustig.

Ganz im Schatten dieses Duells steht Borussia Dortmund, das sich ebenfalls für das Achtelfinale qualifiziert hat und am Dienstag auf Lille OSC trifft. Die Franzosen liegen in der Liga auf Rang fünf und eine 1:4-Niederlage in Paris sorgte nicht Selbstvertrauen. Dagegen freut sich Dortmund über einen Aufwind, erstmals gelangen in der Bundesliga zwei Siege hintereinander und in der CL klappte es ja sowieso besser. Hochmut käme aber vor dem Fall, das Viertelfinale lockt, der Sieger des Duells Benfica Lissabon – FC Barcelona wäre der nächste Gegner. Für München/Leverkusen wäre die Aufgabe mit Rotterdam/Inter Mailand im Viertelfinale eventuell leichter, im Halbfinale könnte es erneut ein deutsches Duell geben!

Der Spieltag der Gäste

Die Bundesliga ist der Alltag, heißt es immer wieder, am vergangenen Wochenende war der 24. Spieltag aber ein Feiertag – für die Gäste! Das gab es schon ewig nicht mehr, dass kein einziger Gastgeber gewinnen konnte, Augsburg rettete mit einem 0:0 gegen Freiburg die Ehre der Hausherren. Diese Nullnummer war aber das logische Ergebnis der beiden abwehrstärksten Vereine der Rückrunde. Der FCA ist seit acht Spielen ungeschlagen und Torhüter Finn Dahmen feierte mit jetzt 434 Minuten ohne Gegentor einen neuen Vereinsrekord. Der frühere U21-Nationaltorhüter, erst in der Rückrunde wieder die Nummer 1 geworden, wird gleich als Kandidat für Bundestrainer Julian Nagelsmann gehandelt. Am Samstag geht es nach Dortmund, ob da die Serie hält? Den größten Sieg feierte Holstein Kiel, das 1:0 bei Union Berlin war nämlich historisch – der erste Bundesliga-Auswärtssieg der Vereinsgeschichte! Dadurch konnten die Störche die „Rote Laterne“ an Heidenheim weiterreichen, vergrößerten aber die Probleme in Berlin. Für Union war es eine schwarze Woche, erst das endgültige Sportgerichtsurteil, dass das Skandalspiel gegen Bochum (1:1) für den Gegner gewertet wird, dann die unnötige Niederlage auf dem Spielfeld.

Die Heidenheimer geraten sportlich immer mehr in die Bredouille, im Vorjahr hatten die Württemberger als Neulinge beeindruckt und schossen sich als Achte sogar in die Conference League. Nicht nur die doppelte Belastung macht Sorgen, sondern vor allem fehlen die Torjäger des Vorjahres. Tim Kleindienst schoss zwar beim 3:0 von Gladbach kein Tor, aber er zeigte dennoch, welche Qualität Heidenheim fehlt. Jetzt geht es am Schlossberg abwärts. Die nächsten beiden Spiele könnten wegweisend sein, zuerst geht es zu Hoffenheim, danach kommt Kiel auf die Ostalb. Da sollte die Serie der acht Spiele ohne Sieg enden, sonst sieht es zappenduster aus.

Die Gäste waren erfolgreich und kletterten in der Tabelle. Mainz 05 siegte 2:1 in Leipzig und katapultierte sich auf Rang vier, dort, wo sich der Gastgeber eigentlich sieht. RB ist aber nur Sechster, bangt um das internationale Geschäft und Trainer Marco Rose um seinen Job. Er hat eine Jobgarantie für ein Spiel, Samstag in Freiburg – es gibt Hoffnung, ist ja auswärts. Auch der VfB Stuttgart spielte im Vorjahr in der Champions League, doch die rückt für den Vizemeister immer mehr in die Ferne, noch fehlen von Rang acht aus nur fünf Punkte, da ist ein Sieg in Kiel Pflicht. Der nächste Gast an der Neckar heißt danach aber Leverkusen. Auf Rang drei liegt immer noch Frankfurt, doch den Nachweis, eine Spitzenmannschaft zu sein, konnte die Eintracht gegen Bayern und Bayer nicht erbringen. Wohin führt der Weg? Union sollte zunächst eine leichtere Aufgabe sein.

Übrigens: Vom Oberhaus ein Blick ins Unterhaus, in der 2. Bundesliga geht es in der Spitzengruppe besonders eng zu. Der Hamburger SV öffnete mit einer 0:2-Niederlage in Paderborn den Verfolgern die Tür, Kaiserslautern schloss auf, aber gleich neun Mannschaften darf man zu Kreis der Aufstiegsanwärter zählen, also die halbe Liga. Karlsruhe hat mit 36 Punkten auf Rang neun nur sechs Zähler Rückstand auf die beiden Spitzenteams! Zwei Siege in zehn Spielen aufholen, das könnte möglich sein, selbst Nürnberg mit 35 Punkten auf Rang zehn hofft noch…

Die Frauen-Nationalmannschaft hat mit einem 4:1-Sieg über Österreich den ersten Teil der Nations League erfolgreich bewältigt, aber Euphorie herrscht nicht. Ganz im Gegenteil, Bundestrainer Christian Wück war gar nicht zufrieden, monierte Fehler und mangelnde Passqualität. Bis zur EM im Juli bleibt ihm noch viel Arbeit. Jetzt steht aber die Bundesliga wieder im Mittelpunkt und auch bei den Frauen geht es an der Tabellenspitze eng zu: Bayern (38 Punkte, jetzt in Köln) führt vor Frankfurt (35/gegen Essen), Wolfsburg (35/in Leipzig) und Leverkusen (30/in Jena). Auch da ist also noch alles möglich.

Die Fußball-Bundesliga gibt Rätsel auf

In der Hinrunde kamen mehr Zuschauer zu den Spielen der Fußball-Bundesliga als im Vorjahr. An der Spannung kann es nicht gelegen haben, denn an der Tabellenspitze liegen die führenden Teams Bayern, Leverkusen und Frankfurt je acht Punkte auseinander, am Tabellenende tragen mit Heidenheim, Bochum und Kiel drei Mannschaften ihre „Keller-Meisterschaft“ aus. Was also ist der Grund des Zuspruchs? Die Antwort könnte sein: Um dieses Rätsel zu lösen, lohnt ein Blick auf die Ergebnisse und da wird erkennbar, die Bundesliga gibt Rätsel auf. Überraschungen sind garantiert!

Eine Konstante gibt es nicht. Selbst bei Tabellenführer Bayern München kann man sich nicht sicher sein, welche Leistung geboten wird. Immerhin: Der Abstand zu Verfolger Bayer wurde gehalten und beim 4:0 gegen den Tabellendritten Frankfurt war wieder ein Hauch der starken Vorrunde zu spüren. Vorher war eher die Unsicherheit groß, ob die Münchner nicht wie in den Vorjahren in der Rückrunde Probleme hätten. Zur Erinnerung: In der Rückrunde der letzten Saison waren die Bayern gerade mal Fünfter! Deshalb hofft Verfolger Bayer noch („Wir setzen sie unter Druck“) und will eine Konstante bleiben. Trainer Xabi Alonso kann bei seinem Kader aus dem Vollen schöpfen, Vincent Kompany hofft von Spiel zu Spiel, dass kein Leistungsträger ausfällt. Angeschlagen sind derzeit Torjäger Kane, Mittelfeld-Stratege Kimmich und Wirbler Musiala. Da schläft kein Trainer ruhig. Das sind Rätsel anderer Art. Aber die Bayern kennen des Rätsels Lösung: Im Februar/März müssen die Spiele gewonnen werden, damit es im Mai Titel zu feiern gibt.

Die Rätsel der Liga bleiben. Was ist mit Leipzig und Dortmund los? RB spielte in den letzten sechs Spielen fünfmal Unentschieden! So rutschte man aus den Champions-League-Plätzen, dort liegen Frankfurt und Freiburg (Rätsel: Wie machen die denn das?), auch Mainz liegt vor Leipzig. Und Dortmund will noch dort hin, der Rückstand wurde auf sieben Punkte verkürzt, das 6:0 gegen Union Berlin war ein Statement, aber das Rätsel bleibt ja: Schafft die Borussia endlich konstant gute Leistungen? Torjäger Guirassy schießt nicht immer vier Tore. Nächste Auflösung am Samstag bei St. Pauli. Im Mittelfeld liegen Teams, die gern nach oben schielen, doch Wolfsburg, Gladbach und Bremen kommen auf Dauer nicht richtig voran. Dazu gesellt sich plötzlich Augsburg, das in der Rückrunde noch ungeschlagen ist. Das Rätsel über den Erfolgsweg ist gelöst: Eine starke Abwehrleistung. Dahinter kommen Union Berlin und Hoffenheim einfach nicht auf die Füße, trotz Trainerwechsel. Das Rätsel bleibt. Am Tabellenende muss das Rätsel gelöst werden, wer es in die Relegation schafft. Bochum punktete dafür in Wolfsburg, Heidenheim als Platzhalter verteidigte in Leipzig die Position. Das 2:2 war der erste Punkt in der Rückrunde. Geht es jetzt aufwärts?

Übrigens: Seltsames auch in der 2. Bundesliga. Dort zeigt der Hamburger SV im Gegensatz zu den letzten Jahren starke Frühlingsgefühle(erfolge) und wurde von Trainer-Neuling Polzin wiederbelebt. Das Wochenende war perfekt: Von den ersten neun Mannschaften holte nur der HSV drei Punkte!

Letzte Chance für die Bayern

Jetzt kopiert praktisch die Champions League die nationalen Ligen, die Auslosung des Achtelfinales brachte interne Duelle, auf die früher länger verzichtet wurde. Ausgerechnet Bayerns früherer Torjäger Giovanni Elber zog das Duell der Münchner gegen Bayer Leverkusen. Atletico Madrid wäre die Alternative gewesen und so kommt das Madrider Derby hinzu. Bayern hat Mittwoch, 5. März, zuerst Heimrecht und muss am 11. März nach Leverkusen. Das nächste Rätsel: Können die Bayern gegen Bayer nach fünf vergeblichen Versuchen gewinnen? Es ist vielleicht die letzte Chance Xabi Alonso zu besiegen, denn er könnte ja im Sommer Leverkusen verlassen. Dortmund ist gegen Lille optimistischer (4./12. März). Das Schlagerspiel heißt Paris – Liverpool, außerdem spielen Brügge – Aston Villa, Eindhoven – Arsenal, Feyenoord Rotterdam – Inter Mailand und Benfica Lissabon – FC Barcelona. Eintracht Frankfurt hat in der Europa League Ajax Amsterdam zugelost bekommen. Heidenheim ist in der Conference League unglücklich gegen Kopenhagen ausgeschieden (1:3 n. V.) und verpasst so ein weiteres Duell mit Chelsea London.

Im Schatten der internationalen Wettbewerbe steht der DFB-Pokal, wo nach dreiwöchiger Pause die letzten beiden Viertelfinals gespielt werden. Werder Bremen ist in der Bundesliga von der Rolle (drei Niederlagen in Folge), da könnte auch Drittligist Arminia Bielefeld zum Stolperstein werden (Dienstag), danach gibt es am Mittwoch das Duell zweier Bundesligisten, die am Wochenende nicht gewinnen konnten, Leipzig erwartet Wolfsburg. Zur Erinnerung: Titelverteidiger Leverkusen (3:2 n. V. gegen Köln) und Stuttgart (1:0 gegen Augsburg) sind schon im Halbfinale (1./2 April).

Frauen noch nicht in EM-Form

„Hauptsache nicht verloren“ könnte man zum 2:2 der deutschen Frauen-Nationalmannschaft in der Niederlande sagen. Die Tore von Schüller und Nüsken reichten nicht, die Wolfsburgerin Beerensteyn traf zweimal für die Gastgeberinnen. In EM-Form waren die Schützlinge von Bundestrainer Christian Wück noch nicht, offenbarten vor allem spielerische Mängel. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, war sein logisches Fazit. Jetzt geht es am Dienstag (18.15 Uhr) in Nürnberg gegen Österreich, das zum Auftakt Schottland 1:0 schlagen konnte. Ein Sieg ist also Pflicht. Die Essener Torhüterin Sophie Winkler musste allerdings verletzt abreisen, dafür wurde das Bayerrn-Talent Ena Mahmutovic nachnominiert. Schon vorher hatte Wück mit Alara Sehitler ein weiteres Bayern-Talent von der U23 zum A-Team geholt. Wie Österreich (das auf Sarah Zadrazil/Bayern verzichten muss) besiegt werden soll, hat der Bundestrainer deutlich gemacht: „Ich glaube, Flanken und Kopfbälle sind unser Markenzeichen.“

Medaillensammlerin Franziska Preuß

Die Biathletin Franziska Preuß hat sich ihren Traum erfüllt, endlich Weltmeisterin. Bei der WM in der Lenzerheide (stimmungsvoll und von der Sonne verwöhnt) wurde sie zur Medaillensammlerin, gewann außer Gold in der Verfolgung und Silber im Sprint zudem zweimal Bronze in Staffeln. Am Schluss war im Massenstart noch einmal ein Medaille drin, doch da wurde sie von ihrem alten Pech verfolgt: Die Ski waren zu langsam, außerdem litt sie unter Bauchschmerzen. Mit nur einem Fehlschuss wäre bei besseren Bedingungen sogar wieder Gold möglich gewesen. Siegerin Elvira Öberg (Schweden) hatte immerhin zwei Fehlschüsse. Die Frauen überzeugten, so die Talente Selina Grotian und Julia Thannheimer, die Männer enttäuschten, mit einer Ausnahme: Bronze in der Staffel war eine Sensation, begünstigt durch schwache Schweden. Norwegen siegte vor Frankreich. Die Franzosen dominierten allerdings die WM, holten 13 Medaillen, davon sechsmal Gold. WM-Königin war Julia Simon mit viermal Gold! Der Norweger Johannes Thingnes Bö verabschiedete sich mit seinem 23. WM-Titel und Bronze im Massenstart. Nach der Saison will er seine Karriere wie Bruder Tarje beenden.

Die Biathleten dürfen am kommenden Wochenende durchschnaufen, dann stehen noch drei Weltcup-Events auf dem Programm, wobei Franzi Preuß dabei um ihren ersten Weltcup-Gesamtsieg kämpft. Wenn alles stimmt, sollte es möglich sein. Weiter geht es vom 6 – 9. März in Nove Mesto/Tschechien, danach folgt Pokljuka/Slowenien (13. – 16. März) und das Finale in Oslo/Norwegen (21. – 23. März).

Auf ein WM-Fieber müssen die Wintersportfans nicht verzichten, es folgt ab Mittwoch (bis 9 März) die Nordische Ski-Weltmeisterschaft in Trondheim/Norwegen. Die Alpinen hatte ja gerade mal eine Bronze-Medaille eingesammelt, da könnte es bei den Nordischen schon mehr werden. Chancen haben vor allem die Frauen: Die Skispringerinnen Selina Freitag und Katharina Schmid sind immer für einen Podestplatz gut, in der Nordischen Kombination sorgte die 19-jährige Nathalie Armbruster gerade für den überhaupt ersten deutschen Sieg in der relativ neuen Disziplin und im Langlauf könnten Victoria Carl und Katharina Hennig trotz der skandinavischen Übermacht mal vorne dabei sein. Bei den Herren ruhen die Hoffnungen vor allem auf Kombinierer Vincenz Geiger, im Skispringen war anfangs der Saison Pius Paschke der Überflieger, zuletzt aber war er ebenso wie Andreas Wellinger und Karl Geiger nicht mehr in Form. Vielleicht platzt der Knoten, so dass einer vorneweg und nicht alle hinterher fliegen. Im Langlauf kämpft Fridolin Moch um eine ehrenvolle Platzierung, von Medaillen darf man nicht mal träumen.

Bemerkenswert noch eine Bestmarke im alpinen Skisport: Die Amerikanerin Mikaela Shiffrin gewann in Sestriere den Slalom und feierte damit ihren 100. Weltcup-Sieg! Rekord!

Nullnummer: Tore wurden der Taktik geopfert

Die Fußballfans hatten sich eigentlich anderes erwartet, sie trauten beim Spitzenspiel der Bundesliga ihren Augen kaum, als sich Verfolger Bayer Leverkusen gegen den Spitzenreiter aus München vergebens abmühte. Es war keine Fußball-Fest. Die Bayern „ermauerten“ sich buchstäblich ein 0:0, mussten danach mit Schlagzeilen leben wie „Bayern historisch schlecht“ und pfiffen buchstäblich auf die Statistik, die ihnen nur 44 Prozent Ballbesitz auswies und 0:7 Chancen. Keine Chance, kein Tor – logisch. Der Gegner hatte Chancen, traf die Latte, aber nicht ins Tor, da fehlte das Glück. Trainer Xabi Alonso verzichtete allerdings auf einen Mittelstürmer, null Tore waren die Quittung. Beim großen Duell wurden die Tore der Taktik geopfert, die Bayern durften sich als Sieger fühlen, sie wollten nichts anderes, als den Acht-Punkte-Vorsprung halten.

Als Sieger wurde aber auch Trainer Xabi Alonso gefeiert. Die Spieler lobten die Taktik, die Kritiker lobten Leverkusen, die Süddeutsche Zeitung urteilt: „…der starke Auftritt steigert das Renommee von Bayer 04 und belegt erneut die Qualitäten von Trainer Alonso“. Doch dessen Schachzug ging nicht ganz auf, Kollege Kompany hat so reagiert, wie es der Sport-Grantler in den Raum gestellt hat: „Vielleicht wählt Vincent Kompany einen Ansatz wie Kollege Alonso im Vorjahr, als er seinem Team beim 1:1 eine Mauertaktik verordnete“. Hat Kompany diese Zeilen gelesen? Die Spieler verrieten: „Wir haben in dieser Woche diese Taktik trainiert.“ Das glückliche 0:0 war also ein Kalkül, mehr eigene Angriffe hätte sich Kompany sicherlich gewünscht. Mit der ersten Nullnummer nach sage und schreibe 170 Spielen endete eine Rekordserie der Bayern in der Bundesliga. So eine lange Zeit ohne 0:0 gab es noch nie.

Stellt sich die Frage, ob die Bayern wieder auf schwungvollen Fußball umschalten können, der fehlte zunehmend in den letzten Wochen. Die Kraftproben gehen nämlich weiter, die wichtigen Spiele wollen nicht enden. Am Dienstag steht in der Champions League das Rückspiel gegen Celtic Glasgow an, der 2:1-Sieg in Schottland ist kein sanftes Ruhekissen, verhindert aber wohl. dass sich der Gegner seinerseits auf eine Mauertaktik verlässt. Der Sieger ist im Achtelfinale. Am Sonntag (17.30 Uhr) steht das nächste Spitzenspiel in der Bundesliga an, der Dritte Eintracht Frankfurt kommt nach München und besitzt schnelle Stürmer, die oft schon Gift für die Bayern-Abwehr waren. Im Hinspiel gab es ein spektakuläres 3:3. Danach folgt die schwere Aufgabe in Stuttgart. Durchschnaufen ist nicht angesagt.

Durchschnaufen kann eher Sportvorstand Max Eberl, denn er konnte Erfolge am Verhandlungstisch vermelden – Jamal Musiala hat seinen Vertrag bis 2030 velängert. Er folgte damit seinem Spezl Alphonso Davies und setzte zudem ein Zeichen für Joshua Kimmich, der jetzt eventuell ebenfalls seinen Vertrag verlängern wird, nachdem er erst wissen wollte, wie die Zukunft der Bayern aussieht. Die Weichen sind gestellt, wenn eine gute Zukunft auch teuer wird. Davies und Musiala (und dann wohl auch Kimmich) kassieren mehr Geld, bei Musiala spricht man sogar von 20 Millionen Euro für die Unterschrift, und bis zu 25 Millionen Jahresgehalt, er sprang also in Gehaltshöhen wie ein Harry Kane. In Leverkusen war Musiala nicht zu sehen, er war mit Abwehraufgaben beschäftigt. Sein Pendant auf der anderen Seite, Florian Wirtz, konnte eher glänzen, aber eben ohne Ertrag.

Ohne Tore war München glücklich, ohne Tore war Borussia Dortmund unglücklich. Logisch, es hagelte eine 0:2-Niederlage bei Schlusslicht Bochum, das dadurch die „rote Laterne“ an Kiel (1:3 in Frankfurt) weiterreichen konnte. Auch unter dem neuen Trainer Niko Kovac kann die Borussia ihre Wankelmütigkeit offensichtlich nicht ablegen. Nach dem 3:0-Sieg gegen Sporting Lissabon in der CL mit einer starken zweiten Halbzeit lobten die Bosse den Trainer („Tolle Kabinenansprache“), doch ob Kovac mit übertriebenem Lob seiner Spieler richtig liegt? Bei Niklas Süle sprach er von Weltklasse, der dankte es ihm mit einem haarsträubenden Fehlpass zum 0:1 (Torschütze Masouras: „Prima, wenn einem der Gegner den Ball hinlegt“). Julian Brandt stellte er auf eine Stufe mit den Jungstars Wirtz und Musiala, was Brandt seit Jahren leider nicht bestätigen kann. Es brennt also weiter in Dortmund, die Auswärtsschwäche darf am Mittwoch beim Rückspiel in Lissabon nicht durchschlagen. Union Berlin ist am Samstag der nächste Gegner in der Bundesliga, da soll endlich der Marsch nach oben zu Platz vier beginnen. Der Weg wird immer weiter, inzwischen sind es acht Punkte.

Im Tabellenkeller freute sich Bochum über die Schützenhilfe des Ruhr.Pott-Rivalen. Auf dem Relegationsplatz hängt Heidenheim (0:2 gegen Mainz), während sich Hoffenheim einen Sicherheitsabstand von sieben Punkte schaffte, weil sich Bremen wie früher schon als Lieblingsgegner erwies (3:1). Heidenheim erlitt dagegen die fünfte Niederlage in Folge, ist sechs Spiele ohne Sieg. Anders in der Conference League, da gelang ein 2:1 in Kopenhagen und so könnte am Donnerstag der Sprung ins Achtelfinale gelingen. Was fehlt, ist der Schwung für die Liga. Den hat allerdings auch der nächste Gegner Leipzig nicht, wie das magere 0:0 in Augsburg zeigte. Mit einem 0:0 wäre Heidenheim zufrieden. Wird doch nicht Standard werden in der Bundesliga…

Bayern-Frauen Sieger der Woche

Im Frauen-Fußball tat sich Entscheidendes, aber auch Überraschendes. Eine Sensation gab es im DFB-Pokal, da endete nämlich die Erfolgsserie des VfL Wolfsburg. 52 Spiele lang konnte niemand die Wölfinnen besiegen, zehn Titel in Folge waren der Ertrag, den niemand wohl jemals brechen kann. Jetzt aber eine 0:1-Niederlage gegen Hoffenheim, Sechster in der Bundesliga. Mit Ereleta Memeti erzielte ausgerechnet eine Spielerin das goldene Tor, die früher in Wolfsburg spielte. Doch Wölfinnen soll man nicht reizen, die Niederlage machte Kräfte frei und in der Liga folgte ein 6:1 gegen Tabellenführer Frankfurt. Da hat sich jemand den Frust von der Seele geschossen,.

Bei diesen Ergebnissen wurden die Frauen des FC Bayern München zum Sieger der Woche. Sie taten selbst etwas dazu, im Pokal schalteten sie nämlich Frankfurt mit einem 4:1 (1:1) nach Verlängerung aus. Geht es nach der Papierform, wäre der Weg zum Pokalsieg frei, neben Hoffenheim sind noch Werder Bremen und Zweitligist Hamburger SV im Lostopf. In der Bundesliga folgte ein 1:0-Sieg über Bremen, damit die Tabellenführung. Die Bayern-Mädchen wollen wieder einmal mit den Männern zusammen auf dem Rathaus-Balkon die Meisterschaft feiern! Frankfurt hatte dagegen eine schwarze Woche.

Die Bundesliga macht jetzt erst einmal Pause bis zum 7. März, die Nationalmannschaft hat das Wort. Bereits am Freitag beginnen die Spiele der Nations League, erster Gegner ist die Niederlande in Breda, dann folgt am Dienstag, 25.2., das Heimspiel in Nürnberg gegen Österreich. Bundestrainer Christian Wück hat fleißig die Spiele beobachtet und wartete bei der Nominierung mit einer Überraschung auf: Rebecca Knaak soll für neue Sicherheit in der Abwehr sorgen. Wer sich bei Manchester City durchsetzt, dem sollte man das zutrauen. Gegen die Niederlande spielte Deutschland auch im letzten Jahr und zwar in der NL im Spiel um Platz drei und siegte 2:0.

Franzi Preuß erfüllte sich ihren Traum

Am Freitag war sie schon glücklich, da gewann Franziska Preuß im Sprint Silber, ihre erst zweite Einzelmedaille bei einer WM. Am Sonntag in der Vrerfolgung wurde es aber noch besser, da lieferte die 30-Jährige ein perfektes Rennen ab und erfüllte sich ihren Traum – endlich Weltmeisterin in einem Einzelwettbewerb. Franzi traf alle als Einzige der Spitzenläuferinnen alle 20 Scheiben und überzeugte in der Loipe. Sprint-Siegerin Braisaz-Bouchet (Frankreich) zielte dreimal daneben und wurde Dritte hinter Elvira Öberg (Schweden/1), die von Rang zehn auf zwei vor lief. Bei Franzi Preuß wirkte sich eine Nasenoperation im Sommer positiv aus, außerdem achtet sie absolut darauf, sich keine Krankheit zu holen. Oft wurde sie nämlich bei Höhepunkten krank. Deshalb hat sie auch als Einzige ein Einzelzimmer. Auch im Training ging sie ihren eigenen Weg, der erfolgreich war und deshalb akzeptiert wird.

Bei den Herren ist der Norweger Johannes Thingnes Bö der große Star, er siegte am Samstag im Sprint und gab in der Verfolgung Platz eins nicht ab. Damit machte er sich zum Rekord-Weltmeister, bisher stand er mit seinem Landsmann Ole Einar Björndalen mit 20 Titeln zusammen auf Platz 1. Seine 22 Titel holte Bö in 56 Rennen, Björndalen seine 20 in 95 Rennen! Die deutschen Männer spielten keine Rolle, sie lieferten vor allem schwache Schießleistungen ab. Sie sollten sich von Franzi Preuß Tipps geben lassen…

Keine glückliche Weltmeisterschaft gab es für die alpine deutsche Mannschaft in Saalbach-Hinterglemm. Erst am Schlusstag durfte man eine glückliche Bronze-Medaille feiern, als der Münchner Linus Straßer im Slalom Dritter wurde. Er absolvierte einen hervorragenden zweiten Lauf und profitierte am Ende in der Warteposition davon, dass der führende Franzose Noel im zweiten Lauf nach einem Fehler ausschied. Die WM wurde von der Schweiz dominiert, die 13 Medaillen holte, davon fünf Goldene, Österreich freute sich immerhin über sieben Medaillen (2-3-2). Nur neun Nationen ergatterten überhaupt einen Platz auf dem Podest.

Das Duell Leverkusen – Bayern: Zwei Jungstars im Mittelpunkt

Ist das Duell der beiden führenden Mannschaften der Fußball-Bundesliga am Samstag (18:30 Uhr) überhaupt noch ein Spitzenspiel? Titelverteidiger Bayer Leverkusen hat mit dem nächsten Ausrutscher, 0:0 in Wolfsburg, ein bisschen die Spannung getötet. Die Bayern können nun mit acht Punkten Vorsprung beruhigter zu Bayer fahren, selbst wenn sie die bittere Pille der Niederlage schlucken müssten, würde das die Chancen auf die Meisterschaft nur unwesentlich mindern. In 21 Spielen gab es bisher nur eine Niederlage (in Mainz) und drei Unentschieden. Nach Leverkusen bleiben noch ein Dutzend Spiele. Bayer hat auch nur einmal verloren (gegen Leipzig), aber mit sieben Remis acht Punkte mehr verloren. Die Gesamtbilanz spricht für München (60 Siege, 22 Niederlagen, 19 Unentschieden), die letzten fünf Spiele konnte Bayern aber nicht gewinnen. Der letzte Sieg datiert vom 30. September 2022 (4:0), der letzte Sieg in Leverkusen liegt noch länger zurück (17. Oktober 2021/5:1). Zuletzt warf Bayer den Kontrahenten mit einem 1:0 aus den Pokal.

Auffallend, nach Wolfsburg gab es erstmals auch leise Kritik an „Übertrainer“ Xabi Alonso. Die Rotation des Spaniers ging erstmals nicht auf. Er verzichtete im Startteam auf Jungstar Florian Wirtz und Torjäger Patrik Schick. So fielen keine Tore, dafür hagelte es Kritik. Dabei hätte Alonso sie gar nicht schonen müssen, bis zum großen Duell haben sie eine Woche Zeit zum Ausruhen. Anders die Bayern, Torjäger Harry Kane und Jamal Musiala standen auf dem Feld, beim 3:0 gegen Bremen war Kane wieder zweifacher Torschütze. Ausgeruht können die Münchner nicht ins Rheinland fahren, schließlich müssen sie im Gegensatz zu Leverkusen in die Play-Offs der Champions League und da wartet am Mittwoch das heiße Duell bei Celtic Glasgow in einem der lautesten Stadien in Europa.

Am Samstag wird Xabi Alonso auf Florian Wirtz setzen, so wie Vincent Kompany einen Stammplatz für Jamal Musiala reserviert hat. Die beiden 21-jährigen Jungstars (Musiala wird am 26.2. 22 Jahre) stehen im Mittelpunkt, nicht nur wegen ihrer tollen Leistungen, sondern auch weil ihre Zukunft ungewiss ist und viel spekuliert wird. Träume gibt es, dass beide einmal im gleichen Verein spielen und das könnte dann eigentlich nur Bayern sein. Selbst Klublegende Uli Hoeneß hat gestanden, davon zu träumen. Aktuell sprießen nur die Gerüchte ins Kraut, Wirtz soll in Leverkusen bis 2027 verlängert haben, aber mit Ausstiegsklausel. Immer wieder wird andererseits von einem gemeinsamen Abgang mit Trainer Alonso im Sommer zu Real Madrid geredet. In München soll Musiala bleiben, die Verhandlungen um eine Verlängerung des 2026 auslaufenden Vertrags sollen gut laufen, Musiala will angeblich mehr Geld und eine Ausstiegsklausel, die bei den Bayern verpönt ist, die aber angeblich auch Harry Kane besitzt, für den Fall, dass das Heimweh nach England zu groß sei. Gesprächsstoff gibt es also genug rund um den Spitzenkampf, es könnte ein Top-Ereignis mit vielen Toren werden, vielleicht wählt Vincent Kompany aber einen Ansatz wie Kollege Alonso im Vorjahr in München, als der seinem Team unüblich eine Mauertaktik verordnete. Ein 1:1 war die Folge, ein Ergebnis, bei dem die Bayern wohl einschlagen würden.

Von der Tabellenspitze weit entfernt ist derzeit Borussia Dortmund. Niko Kovac solll das Team wieder dorthin führen, doch sein Debüt begann mit einer schmerzhaften Niederlage. Mit einem Sieg hatte sich Interimstrainer und Temperamentsbündel Mike Tullberg verabschiedet, mit stoischer Ruhe hat Kovac als ganzes Gegenteil die 1:2-Niederlage gegen Stuttgart hingenommen und zeigte sich sogar zufrieden, „ich habe viele gute Ansätze gesehen, die Jungs haben es bis zum 0:2 richtig gut gemacht.“ Zweifelhafte Schmeicheleinheiten. Besser machen heißt es jetzt in den CL-Play-Offs und am Samstag beim Derby in Bochum, seines Zeichens Tabellenletzter. Ein 2:2 in Kiel nutzte weder dem Schlusslicht noch dem Vorletzten, aber auch Heidenheim auf dem Relegationsplatz (0:1 in Freiburg) und Hoffenheim (15./0:4 gegen Union Berlin) punkteten. Stillstand also im Tabellenkeller.

Nachsitzen in den Play-Offs

Wer nicht genügend Punkte sammelt, den bestraft das Reglement. Bayern München und Borussia Dortmund haben nicht wie Bayer Leverkusen in der Champions League den Sprung unter die besten acht Teams der Ligaphase geschafft und müssen deshalb Nachsitzen. Andererseits erging es Stuttgart und Leipzig noch schlechter, die ausgeschieden sind. Wie bekannt hatten die Bayern insofern Glück, dass ihnen Manchester City erspart blieb, aber ob Celtic Glasgow wirklich das wesentlich bessere Los ist, muss sich erst zeigen. Immerhin sind die Münchner gegen Celtic noch ungeschlagen (3 Siege, 1 Unentschieden), aber das zählt aktuell nicht. Celtic beherrscht Liga in Schottland, hatte allerdings in der CL leichtere Aufgaben, siegte u. a. gegen Leipzig 3:1, verlor aber in Dortmund 1:7. Beide hatten einen gemeinsamen Gegner, verloren bei Aston Villa, die Bayern 0:1, Celtic 2:4. Gefürchtet ist die Atmosphäre im Celtic Park, was die Bayern beeindrucken könnte, ähnlich wie in Rotterdam. Auswärts wurden ja Schwächen deutlich. Probleme könnten aber auch Celtics schnelle Stürmer bereiten, allerdings fehlt Torjäger Daizen Maeda gesperrt. Dafür ist der Deutsche Nicolas Kühn dabei, der zweite Torjäger, der sich gerade gegen München für die Nationalmannschaft empfehlen will. Das Rückspiel steigt in einer Woche in München.

Borussia Dortmund bekommt es mit Sporting Lissabon, dem Tabellenführer in Portugal zu tun, vielleicht die noch schwerere Aufgabe. Da ist es zweifelhaft, ob die Schützlinge von Niko Kovac dort Selbstvertrauen tanken können. Aber vielleicht löst die Rolle als Außenseiter alle Fesseln.

Außerdem spielen in den Play-Offs: Stade Brest – Paris St. Germain, Manchester City – Real Madrid, Juventus Turin – PSV Eindhoven, Club Brügge – Atalanta Bergamo, Feyenoord Rotterdam – AC Mailand, AS Monaco – Benfica Lissabon.

Neue Kräfteverhältnisse bei den Frauen

In der Frauen-Bundesliga schaute bisher alles auf den Zweikampf Bayern München gegen VfL Wolfsburg, doch in dieser Saison hat sich das Bild total gewandelt, es mischen noch andere Klubs mit. Die Nummer 1 ist derzeit sogar Eintracht Frankfurt, das als Tabellenführer auch am meisten überzeugt. Ein 9:0 gegen Potsdam ist der Beweis, die Bayern mühten sich zu einem 3:1 bei Hoffenheim, Leverkusen (1:1 gegen Essen) und Wolfsburg (0:0) in Köln verloren sogar an Boden. Aber die Woche hat es in sich, weil es am Mittwoch im Pokal zum Duell der beiden derzeit besten Mannschaften kommt, die Bayern-Mädchen erwarten Frankfurt. Pokaldauersieger Wolfsburg muss zur TSG Hoffenheim und hat ja an München gesehen, dass das keine leichte Aufgabe ist, außerdem spielen Hamburger SV – Gladbach und Leverkusen – Bremen.

Die Eintracht-Mädchen werden am Sonntag gleich noch einmal gefordert, dann müssen sie nach Wolfsburg, die Wölfinnen müssen gewinnen, um wieder ganz oben mitmischen zu können. Die Duelle von München mit Wolfsburg und Frankfurt stehen im März und April an.

Gewaltige Aufgaben gibt es für die zwei deutschen Bundesligisten in der Champions League. Spitzenklubs wurden ihnen für das Viertelfinale zugelost. Meister Bayern trifft auf Olympique Lyon mit den deutschen Spielerinnen Marozsan und Däbritz, Wolfsburg hat mit Titelverteidiger FC Barcelona die überhaupt schwerste Aufgabe. Manchester City – Chelsea London und Real Madrid – Arsenal London heißen die weiteren Duelle am 18./19. und 26./27. März.

In vollem Gange ist auch der Wintersport und da sahnten die deutschen Rodlerinnen und Rodler bei der Weltmeisterschaft im kanadischen Whistler ab. Sie standen in allen Wettbewerben auf dem Siegerpodest und gewannen ein Dutzend Medaillen, fünfmal Gold, viermal Silber und dreimal Bronze. Einsitzer-Titelträger wurden Julia Taubitz und Max Langenhahn, darüber hinaus holte sich der 35-jährige Olympiasieger Felix Loch mit Silber im Einzel einen Rekord, es war seine elfte WM-Medaille und damit löste er die italienische Rodelikone Armin Zöggeler als Rekordhalter ab.

So erfolgreich werden die Biathleten bei der Weltmeisterschaft in Lenzerheide ab Mittwoch wohl nicht sein, aber Medaillen sollte es geben. Mehr über diese WM im nächsten Blog „Franzi Preuß kann ihre Karriere krönen“.

Franzi Preuß kann ihre Karriere krönen

Die Weltmeisterschaften im Wintersport geben sich im Februar quasi die Türklinke in die Hand, eine WM folgt der nächsten. Praktisch ein Vorgeschmack auf den Winter 2026, wenn am 6. Februar die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo beginnen. Im Mittelpunkt der deutschen Fans steht in diesem Jahr aber sicherlich die Biathlon-Weltmeisterschaft, die am Mittwoch in Lenzerheide in der Schweiz beginnt und bis zum 23. Februar dauert. Biathlon hat beim Wintersport die höchsten Einschaltquoten im Fernsehen, bei einer WM kann Biathlon sogar die Fußball-Bundesliga schlagen, so wie es auch Handball schon geschafft hat.

Das Interesse steigt natürlich mit Erfolgen und da ist Franziska Preuß die Hoffnungsträgerin. Die 30-Jährige führt im Weltcup und absolviert derzeit ihre beste Saison. Alle drücken ihr die Daumen, dass sie vor gesundheitlichen Rückschlägen verschont bleibt. In den letzten Jahren haben Krankheiten Erfolge verhindert, nach einer Nasenoperation scheint sie stabiler zu sein. In Lenzerheide könnte sie nun ihre Karriere krönen, Olympiasiegerin und TV-Expertin Laura Dahlmeier traut ihr sogar zu, dass sie in jedem Einzelrennen aufs Podest laufen kann. In der Tat führt Franzi Preuß nicht nur in der Weltcup-Gesamtwertung, sondern auch im Sprint und Massenstart, im Einzel und Verfolgung liegt sie auf Platz zwei. Dort führt ihre wohl größte Rivalin, die Französin Lou Jeanmonnot, die ebenfalls eine gute Schützin und laufstark ist. Jeanmonnot weiß zudem ein sehr starkes Team, mit Julia Simon an der Spitze, hinter sich. Dritte im Bunde der größten Favoritinnen ist die Schwedin Elvira Öberg.

Bei den deutschen Damen fällt leider die erfahrene Vanessa Voigt wegen Krankheit aus, so dass Deutschland ein junges Team stellt. Die jungen Wilden sollen aber dennoch für Medaillen sorgen, natürlich auch die Herren, die aber schwächer einzuschätzen sind. Mehr Medaillen als bei der Weltmeisterschaft 2024 in Nove Mesto sollte es allerdings geben, denn dort reichte es insgesamt nur zu einmal Silber und zweimal Bronze. Da möchte allein Franzi Preuß mehr gewinnen, bisher holte sie einmal WM-Gold, 2015 in Finnland in der Staffel und da auch Silber im Massenstart, insgesamt gab es für sie bisher 5x Silber und 1x Bronze, meist in den Staffel-Wettbewerben.

Komplettiert wird das deutsche Frauenteam durch Selina Grotian, die auch einen Weltcupsieg in diesem Winter vorweisen kann, Sophia Schneider, Julia Thannheimer und Johanna Puff, die mit einem Sieg bei der Europameisterschaft den fünften Startplatz ergatterte. Stark darf vor allem die Staffel eingeschätzt werden, die nicht einmal in Bestbesetzung für Siege sorgte, doch in der Staffelwertung führt trotzdem Frankreich vor Norwegen, Schweden und Deutschland auf Platz vier. In de Nationenwertung sieht es ähnlich aus Frankreich vor Schweden und Deutschland.

Bei den Männern könnte an guten Tagen der eine oder Podestplatz drin sein, die größten Hoffnungen ruhen auf der Staffel. Insgesamt wird das Geschehen bei den Männern von Norwegen und Frankreich beherrscht, mit Sturla Holm Laegreid (854 Punkte) und Johannes Thingnes Bö (806) liegen auch zwei Norweger im Weltcup vorn. In der Nationenwertung führt trotzdem überraschend Frankreich vor Norwegen, Schweden und Deutschland. Besonderen Ehrgeiz werden die Bö-Brüder entwickeln, denn sowohl Johannes als auch sein älterer Bruder Tarje haben ihren Rücktritt nach dieser Saison angekündigt. Das deutsche Team mit Johannes Kühn, Philipp Nawrath, Danilo Riethmüller, Justus Strelow und Phlipp Horn wird versuchen müssen, die eine oder andere Chance zu nutzen. Vor allem am Schießstand haperte es bisher im Weltcup.

Der Zeitplan: Mittwoch, 12.2., 14.30 Uhr: Mixed-Staffel. Freitag, 14.2., 15:05 Uhr: Sprint Frauen. Samstag, 15.2., 15:05 Uhr: Sprint Männer. Sonntag, 16.2., 12:05 Uhr: Verfolgung Frauen. 15.05 Uhr: Verfolgung Männer. Dienstag, 18.2., 15.05 Uhr: Einzel Frauen. Mittwoch, 19.2., 15:05 Uhr: Einzel Männer. Donnerstag, 20.2., 16:05 Uhr: Single Mixed. Samstag, 22.2., 12:05 Uhr: Staffel Frauen. 15:05 Uhr: Staffel Männer. Sonntag, 23.2., 13:45 Uhr: Massenstart Frauen. 16:05 Uhr: Massenstart Männer.

Titel-Träume: Die Bayern auf dem Prüfstand

Ein heißer Februar steht den Sportfans bevor, der Wintersport schlägt voll zu (4. – 16. Alpine Ski-WM in Saalbach-Hinterglemm/Österreich, 6. – 8. Rodel-WM in Whistler/Kanada, 12. – 23. Biathlon-WM in Lenzerheide/Schweiz, 26. – 9. März Nord. Ski-WM in Trondheim/Norwegen), dazu kommt der American Football mit dem Super Bowl am Sonntag in New Orleans/USA, für den vor allem die Discounter in Deutschland Reklame machen, damit die Fans vor dem Fernseher sich gut versorgen. Ja, den Fußball gibt es auch noch und da geht es ebenfalls rund. Eine Tatsache, die dem Wintersport gar nicht gefällt, weil er nicht so in den Mittelpunkt rückt, wie er es gerne hätte.

In der Fußball-Bundesliga stehen Schlagerspiele an, im DFB-Pokal wird das Viertelfinale ausgetragen und international gehen die Play-Offs über die Bühne. Vor allem die Bayern stehen vor einem heißen Februar. Der Auftakt gegen Neuling Holstein Kiel war dabei durchwachsen, denn aus einem 4:0 wurde ein zittriges 4:3. In den nächsten Wochen geht es um nicht weniger als die Titel-Träume der Münchner, die ja im Pokal schon ausgeschieden sind. Meisterschaft und Champions League stehen auf dem Spiel, in der Bundesliga folgt ein Weichenstellung. Am Freitag noch ein „warm up“ gegen durch Sperren geschwächte Bremer, danach folgen die Duelle mit Verfolger Leverkusen (15.), dem Tabellendritten Frankfurt (23.) und zum Abschluss das Prestige-Derby gegen den alten Rivalen VfB Stuttgart (28.). Interessant, an dem Wochenende treffen auch Frankfurt und Leverkusen aufeinander. Dazu kommen für die Bayern noch die Duelle mit Celtic Glasgow in den Play-Offs der Champions League am 12. und 18. Februar. In München sind sie froh, dass nicht Manchester City der Gegner wurde, doch Trainer Vincent Kompany warnt vor der „Hölle in Glasgow“. Vielleicht gibt es Auftrieb, dass Harry Kane wieder einen Rekord feiern durfte. 55 Tore in nur 50 Spielen hat noch keiner geschafft, die Bestmarke hielt bisher Erling Haaland mit 50 Treffern. Zudem wurde Kane mit einer Medaille geehrt, er erzielte mit seinem artistischen Treffer bei komplizierter Ballannahme und Kopfball gegen Augsburg das „Tor des Jahres“ der ARD.

Verfolger Bayer wird nicht nur mit Interesse die Bayern beobachten, hat die Play-Offs vermieden, ist aber im DFB-Pokal gefordert mit dem Derby gegen Köln am Mittwoch. Die Bayern sind im Pokal durch ihr Ausscheiden ebenso zum Zuschauen verurteilt wie Borussia Dortmund, das angesichts der nicht befriedigenden Saison die Reißleine gezogen hat. Für Nuri Sahin soll nun Niko Kovac die Saison retten, was bedeutet, dass in der Bundesliga Platz vier und damit die Champions League erreicht wird. Platz 11 sieht nicht berauschend aus, aber der Rückstand zum Vierten RB Leipzig ist auf vier Punkte geschmolzen. Die Weichen für eine erfolgreiche nahe Zukunft hat Interimstrainer Mike Tullberg gestellt, der U19-Coach hat in drei Spielen zwei Siege errungen und mit seiner emotionalen Art die Mannschaft wachgerüttelt. Seine überbordende Freude nach dem 2:1-Sieg in Heidenheim wird in Erinnerung bleiben. Der 53-jährige Kovac ist eher ein nüchterner Typ. Er bringt Bruder Robert sowie Filip Tapalovic als Assistenten mit und soll vor allem für Sicherheit und Ordnung im Team und mit Erfolgen auch im Verein sorgen. In Frankfurt und München hat er Titel gewonnen, aber nicht die Herzen, in Wolfsburg und Monaco war er nicht so erfolgreich. Am Samstag steht schon ein wichtiges Spiel gegen den Fünften VfB Stuttgart (32 Punkte) bevor, da soll die Aufholjagd beginnen. Auch die Dortmunder haben also einen heißen Februar, stehen doch auch für sie die Play-Offs in der CL an, Sporting Lissabon ist am 11. und 19. der Gegner.

Die Stuttgarter selbst haben eine katastrophale Woche hinter sich mit drei Niederlagen. Mit dem 0:2 in Mainz und 1:2 gegen Mönchengladbach purzelten sie aus den CL-Rängen , sind dazu in der Champions League mit einer 1:4-Pleite gegen Paris St. Germain ausgeschieden. Nichts war es mit den Play-Offs als letzte Hoffnung. Das ganze Gegenteil ist die Stimmung in Gladbach. Dort gelang zwar der Start ins neue Jahr nicht, doch die Niederlagen gab es gegen Spitzenteams. Das 2:1 in Stuttgart signalisiert die Wende, Torjäger Tim Kleindienst war wieder erfolgreich und wird immer mehr zum Gespenst für den VfB. Gladbach ist oben dabei und träumt von Europa. Folgerichtig wurde der Vertrag mit dem Geschäftsführer Sport Roland Virkus verlängert. Der 58-jähriger ist ein Borussia-Urgestein und seit 35 Jahren im Verein. 2022 wurde er Nachfolger von Max Eberl, der einst eine erfolgreiche Zeit in Gladbach hatte, dann zum „bösen Buben“ durch seinen gesundheitlich bedingten Abgang wurde und jetzt bei den Bayern die große Bewährungsprobe bestehen muss, nämlich dringende Vertragsverlängerungen unter Dach und Fach bringen.

DFB-Pokal in zwei Etappen

Das Viertelfinale im DFB-Pokal verläuft aus Termingründen zweigeteilt, außerdem sind die Spiele einzeln auf vier Tage verteilt. In dieser Woche starten Stuttgart – Augsburg am Dienstag und Leverkusen – Köln am Mittwoch. Die beiden Wochen darauf gehören Champions League und Europa League, danach folgt der zweite Teil des Pokals mit Bielefeld – Bremen (Dienstag, 25. Februar) und Leipzig – Wolfsburg (Mittwoch, 26.). Drei derzeitige Spitzenteams der Bundesliga sind noch dabei, Titelverteidiger Leverkusen gilt wieder als Favorit, im Gegensatz zu den Bayern hat es also noch drei Eisen im Feuer. Mit Arminia Bielefeld ist auch ein Drittligist noch dabei.

In der Champions League haben sich die Bundesligisten nicht mit Ruhm bekleckert, Stuttgart und Leipzig haben nicht einmal die Play-Offs erreicht und sind ausgeschieden. Nur Leverkusen steht schon im Achtelfinale. Andere Nationen waren erfolgreicher, England hat mit Ligen-Sieger FC Liverpool, FC Arsenal (3.) und Aston Villa (8.) gleich drei Teams direkt qualifiziert, dazu kommen FC Barcelona, Inter Mailand, Atletico Madrid und Lille OSC. So gibt es in den Play-Offs ein Duell zweier potentieller Titelanwärter, nämlich Manchester City gegen Real Madrid.

In der Europa League siegte AS Rom von Athletic Bilbao und Manchester United, Tottenham Hotspur und Frankfurt, das also den Play-Offs entgeht, dafür ist Hoffenheim als 27. ausgeschieden und reiht sich ein in die Enttäuschungen.

Heißer Februar auch für die Frauen

Die Frauen-Bundesliga hat wieder Fahrt aufgenommen, mit Frankfurt – Leverkusen gab es gleich ein Schlagerspiel, dass die Eintracht-Mädels mit 3:2 für sich entscheiden konnten, ihr sechster Pflichtsieg in Folge. Im Februar stehen aber noch weitere wichtige Spiele an, am 12. Februar im DFB-Pokal beim FC Bayern und vier Tage später das Duell mit dem VfL Wolfsburg. Auch sie haben also einen heißen Februar. Die Bayern sind punktgleich Zweiter, taten sich aber in Leipzig beim 1:0-Sieg schwer. Da merkte man bereits das Fehlen des verletzten Mittelfeldduos Stanway/Zadrazil, das Herzstück der Mannschaft. Die Engländerin Stanway musste sogar operiert werden, die Österreicherin Zadrazil wird einen Muskelfaserriss eher auskuriert haben. Als nächste Aufgabe wartet das Spiel in Hoffenheim, dem ersten Verfolger des Führungsquartetts und dann folgt das Duell mit Frankfurt. Der Gewinner fordert dann praktisch den Serien-Pokalsieger Wolfsburg heraus.

Seriensieger sind auch die Handballer von Dänemark, die mit einem 32:26 gegen Kroatien Handball-Weltmeister wurden und ihren vierten Titel in Folge holten. Dabei löste Torhüter Emil Nielsen mit 125 Paraden den deutschen Keeper Andreas Wolff als Rekordhalter ab, der 2023 112 Paraden zu verzeichnen hatte. Weltstar Mathias Gidsel wurde zum wertvollste Spieler gewählt. Deutschland beendete das Turnier als Sechster. Mehr zum Abschneiden Deutschlands und zur alpinen Ski-WM im nächsten Blog „Handballer haben eine WM-Medaille buchstäblich verschenkt“.