Die FIFA mutiert immer mehr zum Witz-Verband

von knospepeter

Die FIFA feiert sich sehr gern vor allem selbst, das zeigte sich weiter einmal in diesen Tagen in London, als bei einer sogenannten „Gala“-Veranstaltung die Besten der Welt geehrt wurden. Nein falsch, es sollten eigentlich die Besten der Welt geehrt werden, doch das ging gründlich schief. Das Ergebnis war nämlich teilweise skandalös, was zu diesem Weltverband passt, der unter Gianni Infantino immer mehr zu einem Witz-Verband mutiert, den niemand mehr ernst nehmen kann. Die Vergabe der Weltmeisterschaften ist in seinem Konstrukt nicht mehr nachvollziehbar und von korrupten Machenschaften geprägt, der Sport tritt in den Hintergrund und sein Präsident sieht sich mehr als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Welt, anstatt sich um den Sport zu kümmern. Sein einziges Ziel: Der Rubel muss rollen. Wohin der Ball rollt, ist egal.

Logisch, dass die FIFA in der Welt an Ansehen verloren hat, Infantino hat nur noch Nationen auf seiner Seite, die mit ihm ein Geschäft wittern, das entsprechend auch in ihre Zukunftsplanung passt. Siehe die WM-Vergabe nach Katar und bald wohl auch nach Saudi-Arabien. Die WM ist immer noch ein Werbeträger, da tritt ein Chaos-Verband in den Hintergrund. Vor allem die kleineren Verbände handeln nach dem Motto, „wer mir Geld gibt, den werde ich nicht fallen lassen“.

Wohin Selbstherrlichkeit führt, zeigte sich wieder bei dem FIFA-Fest in London. Es war eine langweilige Veranstaltung mit seltsamen Ergebnissen. Vor allem die Wahl von Lionel Messi zum „Weltfußballer des Jahres“ sorgte für Erstaunen. Im Saal war es vor Schreck totenstill. Der Argentinier ist ein Legende, er hatte frühere Ehrungen natürlich verdient, so vielleicht auch 2022, als er sein Heimatland zum WM-Titel führte. Der achte Sieg 2023 ist allerdings seltsam. Er konnte bei Paris St. Germain keine Zeichen setzen, wechselte in die USA, wo er Miami zwar Leben einflößte, doch der Fußball in den USA ist keineswegs vergleichbar mit dem in der Premier League oder UEFA-Champions-League. Erstaunlich, dass Trainer, Kapitäne, Journalisten und Fans im Kreis der Stimmberechtigten das Theater mitmachen und nach dem Motto „im Zweifelsfall Messi“ urteilen. Der Argentinier lag gleichauf mit Erling Haaland, mit je 48 Stimmen, doch wurde der Altstar öfters auf Platz gesetzt. Dabei hat der Norweger mehr vorzuweisen, der mit Manchester City Titel abgeräumt und Torrekorde gebrochen hat. Wer bitte, hat es also verdient? Messi reiste auch gar nicht nach London, weil er mit diesem Votum nicht rechnen konnte und auf Jubel auch nicht, bei diesem Ergebnis.

Das die FIFA ein Verband voller Rätsel ist, zeigt sich auch bei anderen Abstimmungen. In der Weltauswahl wurde Thibaut Courtois von Real Madrid als Torhüter nominiert, nicht aber City-Keeper Ederson, der als Welttorhüter ausgezeichnet wurde! In der Auswahl fehlt auch Citys Lenker Rodri, der sein Team zum Triple-Sieger und Spanien zum Sieg in der Nations League führte. Dafür taucht Jude Bellingham auf, der für Schlagzeilen bei Real sorgte, aber noch keine großen Erfolge vorweisen kann. Kleine Beispiele, die zeigen, dass die Entscheidungen der FIFA in allen Bereichen nur für Kopfschütteln sorgen.

Zur Info die wichtigsten Sieger: Männer: Lionel Messi (Argentinien/Paris). Frauen: Aitana Bonmati (Spanien/Barcelona). Welt-Trainer Männer: Pep Guardiola (Spanien/Manchester City). Welt-Trainerin Frauen: Sarina Wiegmann (Niederlande/England, die ihren Vertrag in England verlängert hat).

Der Fußball hat an Ansehen verloren, das gilt auch für die UEFA und vor allem auch für den DFB, der in Deutschland ganz nach dem Vorbild des Weltverbandes auch Probleme mit der Justiz hat und zudem finanzielle Sorgen. Wie bekannt wurde, färbt das sinkende Vertrauen in eine glorreiche Zukunft jetzt auch auf die Europameisterschaft 2024 in Deutschland ab. Keine große nationale Autofirma wollte diesmal die PKW-Flotte für den Veranstalter stellen. Mercedes, Audi, BMW oder der aktuelle DFB-Sponsor VW winkten alle ab. Dafür sponsert offensichtlich die chinesische Marke BYD (Build Your Dreams, Bau Deine Träume) die EM. BYD ist weltweit der größte Hersteller von E-Autos. Werden wir also in Deutschland ein chinesisches Sommermärchen erleben?