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Kommentare rund um Fußball und anderen Sport

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Bayern-Theater und Kaufrausch

Die Bayern siegen wieder (4:0 in Mainz im Pokal und 4:2 in Wolfsburg), also alles wie immer? Nein, bei den Bayern ist in diesem Jahr noch nicht alles wie immer, der „FC Hollywood“ ist wieder auferstanden. Für das Bayern-Theater ist vor allem ein Mann verantwortlich: Kapitän Manuel Neuer. Der Torhüter mit Gipsbein hat natürlich die überraschende Entlassung seines Trainers und Freundes Toni Tapalovic nicht kommentarlos hingenommen, seine Antwort fiel spektakulär aus, er wählte dafür die Süddeutsche Zeitung und den Streamingdienst The Athletic.

Manuel Neuer ging in die Vollen, als er von den Bayern-Verantwortlichen informiert wurde, „hat es mich umgehauen“. Und so schätzt er die erzwungene berufliche Trennung von seinem Weggefährten ein: „Für mich war das ein Schlag, als ich bereits am Boden lag. Das war das Krasseste, was ich in meiner Karriere erlebt habe.“ Offensichtlich gab es zwischen dem Torwarttrainer und Cheftrainer Julian Nagelsmann atmosphärische Störungen, möglich, dass Bayerns Chefetage die Vakanz des Kapitäns wegen seines Skiunfalls zu einem Schnitt nutzte. Nagelsmann mag sich als Sieger fühlen, doch das wird erst die Zukunft zeigen. Ein Teil der Mannschaft soll mit der Entlassung von Tapalovic gar nicht einverstanden sein. Bemerkenswert: Auch Robert Lewandowski, heute in Barcelona, beklagte einst eine gestörte Atmosphäre, der Verein würde seinem Ziel, eine Familie zu sein, nicht mehr gerecht werden. Unterschwellig machte der Torjäger (wie jetzt Neuer) den Trainer dafür verantwortlich.

Das Theater heizen natürlich die Medien an. Dabei reagierten die Bosse Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic eher besonnen, das Feuer schürten Bild (Sonntag die BamS: „Brazzo rechnet mit Neuer ab“, obwohl der Text das nicht hergibt) und die „Experten“ der verschiedenen TV-Sender, wie Lothar Matthäus, Dieter Hamann oder Stefan Effenberg, die nach Schlagzeilen lechzen. Tenor: Neuer kann bei den Bayern nicht mehr spielen. Das sehen auch 82 Prozent der kicker-Leser so. Neuer selbst sagt, er wolle erst einmal fit werden, wieder angreifen und professionell ins Training gehen. An Rücktritt denkt er nicht. Die Bayern-Bosse müssen derweil sehen, wie die Situation bereinigt werden kann. Julian Nagelsmann könnte in Bedrängnis kommen, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Schicksal könnten die Duelle in der Champions League mit Paris spielen.

Doch im Moment stimmen die Ergebnisse wieder, die Bayern sind nach drei Unentschieden auf die Siegesstraße zurückgekehrt, wobei vor allem Neuzugang Joao Cancelo einen guten Teil beitrug, so leitete er den Sieg in Mainz ein. Der Pokalerfolg wurde mit dem ersten Bundesliga-Sieg des Jahres in Wolfsburg veredelt, trotz aller Hindernisse. Da war nicht nur das Neuer-Theater, sondern auch eine lange Ausfallliste, dazu am Ende rund 30 Minuten in Unterzahl, nachdem Joshua Kimmich mit Gelb-Rot vom Platz flog. Die Weichen wurden in den ersten 20 Minuten gestellt, da war Coman mit zwei Treffern der Held, für die Entscheidung sorgte später Musiala mit einem phänomenalen Solo gegen die halbe Wolfsburger Mannschaft zum 4:1. Ein „Tor des Jahres“. Unter den Torschützen war aber auch Thomas Müller, der in dieser Woche Rekorde aufstellte. Es war sein 427. Bundesligaspiel (307 Siege!), damit holte er Namensvetter Gerd Müller als Bayerns Rekord-Feldspieler ein. Mehr Einsätze haben nur die Torhüter Sepp Maier (473) und Oliver Kahn (429). Im Pokal ist Thomas Müller mit 63 Einsätzen ebenfalls die Nummer 1 im Verein, dabei siegte er in 53 Spielen – DFB-Pokalrekord!

Eine bewegende Geschichte gab es in Dortmund, wo der einst an Hodenkrebs erkrankte Sebastien Haller ausgerechnet am Weltkrebstag seinen ersten Bundesliga-Treffer für seinen neuen Verein erzielte. Er wurde entsprechend von den Fans gefeiert. Nichts zu feiern gibt es derzeit bei der TSG Hoffenheim. Nach dem 10. Spieltag noch auf Platz vier mit dem Traum von Europa, danach neun Spiele ohne Sieg und Abstiegskampf (Rang 14, drei Punkte vor dem Relegationsplatz). „So geht es nicht weiter, da muss was passieren“, war sich Trainer Andre Breitenreiter sicher und es passierte etwas: Nach sieben Monaten wurde er Coach entlassen, der als Schweizer Meister mit dem FC Zürich als Hoffnungsträger kam. Jetzt ist er der sechste Trainer in dieser Saison, der gehen musste. Auch Stuttgart, Leipzig, Schalke, Leverkusen und Bochum haben schon gehandelt. Das ganze Gegenteil bei Union Berlin. Die „Eisernen“ bleiben eisern den Bayern auf den Fersen, waren für eine Nacht Tabellenführer und wollen dennoch erst mal 40 Punkte sammeln, bevor sie andere Ziele ausgeben. 39 sind es jetzt, die Prüfungen folgen allerdings: Samstag in Leipzig und am 26. Februar in München.

In diesen Tagen geht das zweigeteilte Achtelfinale im DFB-Pokal zu Ende, Union Berlin, Leipzig, die Bayern und Stuttgart haben sich bisher für das Viertelfinale qualifiziert. Am Dienstag trifft Zweitligist Sandhausen auf den SC Freiburg (18.00 Uhr), danach steht das Hessen-Derby an (20.45 Uhr), in dem die Eintracht Zweitliga-Tabellenführer Darmstadt prüft, ob es für die Bundesliga schon reicht. Am Mittwoch kommt im Duell Nürnberg – Darmstadt (18.00 Uhr) auf jeden Fall ein Zweitligist weiter, danach das Ruhrpott-Derby Bochum – Dortmund (20.45 Uhr). In der Bundesliga überzeugte der VfL zuletzt mit fünf Heimsiegen am Stück!

Chelsea und FCA kaufen ein

Nicht um Punkte, sondern ums Geld ging es im Endspurt der Winter-Transferzeit. Dabei befand sich der Premier-League-Klub FC Chelsea London im Kaufrausch. Der Verein gab für acht Spieler (darunter Argentiniens Weltmeister Fernandez für 121 Millionen Euro) insgesamt 330 Millionen aus, das sind mehr als die anderen vier Top-Ligen zusammen! Die Premier League insgesamt gab mit 924 Millionen Euro das Dreifache von Bundesliga, La Liga, Serie A und Ligue 1 zusammen aus! Das sagt alles, über die finanziellen Gegebenheiten im europäischen Fußball. Doch Pokale garantiert dies den Engländern nicht, die derzeit keinen Sieger in Europa stellen.

Von einem Kaufrausch möchte man beim FC Augsburg nicht sprechen, der innerhalb der Bundesliga für Aufsehen sorgte. Die Augsburger holten sieben Spieler und haben damit den Rekord von Schalke 04 (acht) knapp verfehlt. Fünf Spieler wurden gekauft, zwei geliehen, dabei handelt es sich überwiegend um junge Talente, eine Investition für die Zukunft, aber erst einmal muss die Gegenwart gemeistert werden. Jugend forsch ist da gefragt, für die Zukunft heißt es eher Jugend forscht. Allerdings hat Manager Stefan Reuter gut gewirtschaftet, sieben neue für rund vier Millionen Euro, fünf Spieler wurden abgegeben, wobei Gruezo durch seinen Wechsel in MLS nach San Jose allein drei Millionen einbringt, geht Cordova noch nach Amerika sind zwei Millionen im Gespräch, was dann sogar einen Überschuss bedeuten würde!

Als Glückstreffer entpuppte sich vor allem Belgiens Jungspund Arne Engels, der in Brügge nur in der 2. Mannschaft spielte. Als Außenspieler wurde der 19-jährige geholt, als Mittelfeldstratege erwies er sich beim FCA und wurde zu einer echten Verstärkung und sorgte mit dafür, dass der FCA in der Tabelle nach oben kletterte. Beim 1:0-Siegtreffer gegen Leverkusen war er entscheidend beteiligt, schlug die Ecke, die Mergim Berisha dann zum Siegtreffer verwandelte. Engels gilt jetzt als der neue Standardspezialist, während Berisha zum zweiten Mal hintereinander dem FCA einen 1:0-Sieg bescherte und von einem Anruf von Bundestrainer Hansi Flick träumt. Der wiederum hatte ja Überraschungen für seine erste Kader-Nominierung für die Länderspiele im März angekündigt. Das dann ganz ohne Theater und Nominierungs-Rausch…

Zu den Weltmeisterschaften im alpinen Skisport und Biathlon in Oberhof folgt in diesen Tagen ein eigener Blog.

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Bayern-Theater und Kaufrausch

Die Bayern siegen wieder (4:0 in Mainz im Pokal und 4:2 in Wolfsburg), also alles wie immer? Nein, bei den Bayern ist in diesem Jahr noch nicht alles wie immer, der „FC Hollywood“ ist wieder auferstanden. Für das Bayern-Theater ist vor allem ein Mann verantwortlich: Kapitän Manuel Neuer. Der Torhüter mit Gipsbein hat natürlich die überraschende Entlassung seines Trainers und Freundes Toni Tapalovic nicht kommentarlos hingenommen, seine Antwort fiel spektakulär aus, er wählte dafür die Süddeutsche Zeitung und den Streamingdienst The Athletic.

Manuel Neuer ging in die Vollen, als er von den Bayern-Verantwortlichen informiert wurde, „hat es mich umgehauen“. Und so schätzt er die erzwungene berufliche Trennung von seinem Weggefährten ein: „Für mich war das ein Schlag, als ich bereits am Boden lag. Das war das Krasseste, was ich in meiner Karriere erlebt habe.“ Offensichtlich gab es zwischen dem Torwarttrainer und Cheftrainer Julian Nagelsmann atmosphärische Störungen, möglich, dass Bayerns Chefetage die Vakanz des Kapitäns wegen seines Skiunfalls zu einem Schnitt nutzte. Nagelsmann mag sich als Sieger fühlen, doch das wird erst die Zukunft zeigen. Ein Teil der Mannschaft soll mit der Entlassung von Tapalovic gar nicht einverstanden sein. Bemerkenswert: Auch Robert Lewandowski, heute in Barcelona, beklagte einst eine gestörte Atmosphäre, der Verein würde seinem Ziel, eine Familie zu sein, nicht mehr gerecht werden. Unterschwellig machte der Torjäger (wie jetzt Neuer) den Trainer dafür verantwortlich.

Das Theater heizen natürlich die Medien an. Dabei reagierten die Bosse Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic eher besonnen, das Feuer schürten Bild (Sonntag die BamS: „Brazzo rechnet mit Neuer ab“, obwohl der Text das nicht hergibt) und die „Experten“ der verschiedenen TV-Sender, wie Lothar Matthäus, Dieter Hamann oder Stefan Effenberg, die nach Schlagzeilen lechzen. Tenor: Neuer kann bei den Bayern nicht mehr spielen. Das sehen auch 82 Prozent der kicker-Leser so. Neuer selbst sagt, er wolle erst einmal fit werden, wieder angreifen und professionell ins Training gehen. An Rücktritt denkt er nicht. Die Bayern-Bosse müssen derweil sehen, wie die Situation bereinigt werden kann. Julian Nagelsmann könnte in Bedrängnis kommen, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Schicksal könnten die Duelle in der Champions League mit Paris spielen.

Doch im Moment stimmen die Ergebnisse wieder, die Bayern sind nach drei Unentschieden auf die Siegesstraße zurückgekehrt, wobei vor allem Neuzugang Joao Cancelo einen guten Teil beitrug, so leitete er den Sieg in Mainz ein. Der Pokalerfolg wurde mit dem ersten Bundesliga-Sieg des Jahres in Wolfsburg veredelt, trotz aller Hindernisse. Da war nicht nur das Neuer-Theater, sondern auch eine lange Ausfallliste, dazu am Ende rund 30 Minuten in Unterzahl, nachdem Joshua Kimmich mit Gelb-Rot vom Platz flog. Die Weichen wurden in den ersten 20 Minuten gestellt, da war Coman mit zwei Treffern der Held, für die Entscheidung sorgte später Musiala mit einem phänomenalen Solo gegen die halbe Wolfsburger Mannschaft zum 4:1. Ein „Tor des Jahres“. Unter den Torschützen war aber auch Thomas Müller, der in dieser Woche Rekorde aufstellte. Es war sein 427. Bundesligaspiel (307 Siege!), damit holte er Namensvetter Gerd Müller als Bayerns Rekord-Feldspieler ein. Mehr Einsätze haben nur die Torhüter Sepp Maier (473) und Oliver Kahn (429). Im Pokal ist Thomas Müller mit 63 Einsätzen ebenfalls die Nummer 1 im Verein, dabei siegte er in 53 Spielen – DFB-Pokalrekord!

Eine bewegende Geschichte gab es in Dortmund, wo der einst an Hodenkrebs erkrankte Sebastien Haller ausgerechnet am Weltkrebstag seinen ersten Bundesliga-Treffer für seinen neuen Verein erzielte. Er wurde entsprechend von den Fans gefeiert. Nichts zu feiern gibt es derzeit bei der TSG Hoffenheim. Nach dem 10. Spieltag noch auf Platz vier mit dem Traum von Europa, danach neun Spiele ohne Sieg und Abstiegskampf (Rang 14, drei Punkte vor dem Relegationsplatz). „So geht es nicht weiter, da muss was passieren“, war sich Trainer Andre Breitenreiter sicher und es passierte etwas: Nach sieben Monaten wurde er Coach entlassen, der als Schweizer Meister mit dem FC Zürich als Hoffnungsträger kam. Jetzt ist er der sechste Trainer in dieser Saison, der gehen musste. Auch Stuttgart, Leipzig, Schalke, Leverkusen und Bochum haben schon gehandelt. Das ganze Gegenteil bei Union Berlin. Die „Eisernen“ bleiben eisern den Bayern auf den Fersen, waren für eine Nacht Tabellenführer und wollen dennoch erst mal 40 Punkte sammeln, bevor sie andere Ziele ausgeben. 39 sind es jetzt, die Prüfungen folgen allerdings: Samstag in Leipzig und am 26. Februar in München.

In diesen Tagen geht das zweigeteilte Achtelfinale im DFB-Pokal zu Ende, Union Berlin, Leipzig, die Bayern und Stuttgart haben sich bisher für das Viertelfinale qualifiziert. Am Dienstag trifft Zweitligist Sandhausen auf den SC Freiburg (18.00 Uhr), danach steht das Hessen-Derby an (20.45 Uhr), in dem die Eintracht Zweitliga-Tabellenführer Darmstadt prüft, ob es für die Bundesliga schon reicht. Am Mittwoch kommt im Duell Nürnberg – Darmstadt (18.00 Uhr) auf jeden Fall ein Zweitligist weiter, danach das Ruhrpott-Derby Bochum – Dortmund (20.45 Uhr). In der Bundesliga überzeugte der VfL zuletzt mit fünf Heimsiegen am Stück!

Chelsea und FCA kaufen ein

Nicht um Punkte, sondern ums Geld ging es im Endspurt der Winter-Transferzeit. Dabei befand sich der Premier-League-Klub FC Chelsea London im Kaufrausch. Der Verein gab für acht Spieler (darunter Argentiniens Weltmeister Fernandez für 121 Millionen Euro) insgesamt 330 Millionen aus, das sind mehr als die anderen vier Top-Ligen zusammen! Die Premier League insgesamt gab mit 924 Millionen Euro das Dreifache von Bundesliga, La Liga, Serie A und Ligue 1 zusammen aus! Das sagt alles, über die finanziellen Gegebenheiten im europäischen Fußball. Doch Pokale garantiert dies den Engländern nicht, die derzeit keinen Sieger in Europa stellen.

Von einem Kaufrausch möchte man beim FC Augsburg nicht sprechen, der innerhalb der Bundesliga für Aufsehen sorgte. Die Augsburger holten sieben Spieler und haben damit den Rekord von Schalke 04 (acht) knapp verfehlt. Fünf Spieler wurden gekauft, zwei geliehen, dabei handelt es sich überwiegend um junge Talente, eine Investition für die Zukunft, aber erst einmal muss die Gegenwart gemeistert werden. Jugend forsch ist da gefragt, für die Zukunft heißt es eher Jugend forscht. Allerdings hat Manager Stefan Reuter gut gewirtschaftet, sieben neue für rund vier Millionen Euro, fünf Spieler wurden abgegeben, wobei Gruezo durch seinen Wechsel in MLS nach San Jose allein drei Millionen einbringt, geht Cordova noch nach Amerika sind zwei Millionen im Gespräch, was dann sogar einen Überschuss bedeuten würde!

Als Glückstreffer entpuppte sich vor allem Belgiens Jungspund Arne Engels, der in Brügge nur in der 2. Mannschaft spielte. Als Außenspieler wurde der 19-jährige geholt, als Mittelfeldstratege erwies er sich beim FCA und wurde zu einer echten Verstärkung und sorgte mit dafür, dass der FCA in der Tabelle nach oben kletterte. Beim 1:0-Siegtreffer gegen Leverkusen war er entscheidend beteiligt, schlug die Ecke, die Mergim Berisha dann zum Siegtreffer verwandelte. Engels gilt jetzt als der neue Standardspezialist, während Berisha zum zweiten Mal hintereinander dem FCA einen 1:0-Sieg bescherte und von einem Anruf von Bundestrainer Hansi Flick träumt. Der wiederum hatte ja Überraschungen für seine erste Kader-Nominierung für die Länderspiele im März angekündigt. Das dann ganz ohne Theater und Nominierungs-Rausch…

Zu den Weltmeisterschaften im alpinen Skisport und Biathlon in Oberhof folgt in diesen Tagen ein eigener Blog.

Bayern-Theater und Kaufrausch

Bayern in der Krise und Julian Nagelsmann in Not

Was haben in der Fußball-Bundesliga der Tabellenerste und der Tabellenletzte gemeinsam? Sie sind seit drei Spielen ohne Sieg! Bayern München und Schalke 04 mit den gleichen Problemen, wer hätte das vor der Saison gedacht. Die Bayern sind nach drei 1:1 in Folge verunsichert, alle anderen reiben sich die Hände und unken: Gibt es nach zehn Jahren Münchner Einerlei doch mal einen anderen Meister in der Bundesliga? Für Spannung ist gesorgt, der Erste und der Fünfte sind nur drei Punkte auseinander, Bayern, Union Berlin, Leipzig, Dortmund und Freiburg quasi auf einem Level. Das kann den Münchner natürlich nicht gefallen, die Krise ist da und Trainer Julian Nagelsmann in Not.

Viele erinnern sich an den September, als der Meister auch von der Rolle war, aber nach einer 0:1-Niederlage in Augsburg änderte Nagelsmann das taktische Konzept, erarbeitete mit der Mannschaft einen Strategiewechsel und eine Siegesserie begann. Jetzt wieder Alarm, 2023 sind die Bayern noch ohne Sieg, die WM wirkt nach. Das Rezept von damals ist abgelaufen und nicht mehr gültig, die Probleme sind andere, offensichtlich tiefgreifend. Die WM brachte einige Teilnehmer außer Form (Goretzka, Kimmich, Musiala, Davies), rund um die Mannschaft rumpelt es (Gnabrys Ausflug nach Paris, Entlassung von Torwarttrainer Tapalovic), die Unruhe dominiert, weil sie von Erfolgen nicht überdeckt wird. Die Mannschaft wirkt uninspiriert, hilf- und kraftlos.

Der Trainer ist deshalb besonders in Not, weil er gar keine Zeit hat, irgendetwas anderes einzustudieren. Verletzungsprobleme verschärfen zudem die Krise, die Mannschaft muss sich in den Spielen selbst aus dem Sumpf ziehen. Bayern-Boss Oliver Kahn hat eine Hoffnung: „Das Pokalspiel in Mainz kommt gerade recht, in einem K.o.-Spiel gibt es kein Unentschieden, das gibt einen besonderen Anreiz.“ Die aktuelle Form könnte allerdings auch dafür sorgen, dass die Bayern nach zwei vorzeitigen Aus die nächste Pokalpleite erleben. Eine weitere schwere Aufgabe wartet am Sonntag in Wolfsburg, das zwar überraschend in Bremen (1:2) gestoppt wurde, aber vorher mit Siegen von 6:0 gegen Freiburg und 5:0 bei Hertha BSC einen neuen Bundesliga-Rekord aufgestellt hat. Zum Start in ein neues Kalenderjahr schafften nur Stuttgart 1991 und die Bayern 2020 je 9:0 Tore! Vielleicht holen die Bayern aber auch noch kurzfristig Hilfe, es wird gemunkelt Manchester City leiht den offensivstarken Verteidiger Joao Cancelo (Portugal) an die Bayern aus, vielleicht ein Hilfsprogramm vom ehemaligen Bayern-Coach Pep Guardiola.

Noch mehr Schlagzeilen als die Bayern-Remis machte die Entlassung von Sportdirektor Fredi Bobic bei Hertha BSC. Als Erfolgsmanager wurde er für viel Geld von Eintracht Frankfurt abgeworben und sollte die Berliner endlich zum lang ersehnten Erfolg führen. Doch das ganze wurde zu einem Irrweg, als Nachfolger des glücklosen Michael Preetz blieb das Pech mit Fehlentscheidungen auch an Bobic kleben. Egal, ob Spielerverpflichtungen oder Trainerwechsel, nichts klappte. Felix Magath konnte mit dem Team über die Relegation gerade noch die Liga erhalten. Unter Sandro Schwarz steht die Hertha wieder auf einem Abstiegsplatz, doch nicht der Trainer muss gehen, sondern der Manager.

Angeblich spielte die 0:2-Niederlage gegen Union keine Rolle bei dieser Entscheidung. Präsident Kay Bernstein, bekanntlich einst Ultra-Fan, setzt auf einen „Berliner Weg“, will mit Lokalkolorit statt bekannten Namen von außen die Wende erzwingen und hat dabei den ungeliebten Rivalen Union als Vorbild. Der frühere Leiter der Hertha-Akademie, Benjamin Weber, wird neuer Sportdirektor, unterstützt vom Ur-Herthaner und Ex-Profi Andreas „Zecke“ Neuendorf. Neue Sympathieträger sollen neue Energie freisetzen. Ob sie wirklich die notwendigen Heilkräfte entwickeln? Die nächsten Aufgaben haben es in sich: Frankfurt (A), Gladbach (H) und Dortmund (A). Noch ist nichts verloren, weil die Konkurrenz kaum punktet. Schalke bleibt auf Abstand, Bochum (mit 44 Gegentreffern in 18 Spielen neuer Negativrekord in der Bundesliga), Stuttgart und Augsburg sind in Reichweite und Hoffenheim könnte sich nach einer Misserfolgsserie bald dazu gesellen.

Neuerung im DFB-Pokal

Für einige Vereine steht der DFB-Pokal als Zusatzbelastung an, erstmals wird das Achtelfinale über zwei Wochen gedehnt, jede Partie hat ihr Alleinstellungsmerkmal. Ein Wunsch des Fernsehens, der auch mehr Geld einbringt. Ein ausgesprochenes Schlagerspiel fehlt allerdings, Union – Wolfsburg (Dienstag, 20.45) und das Revierderby Bochum – Dortmund (Abschluss am Mittwoch, 8. Februar, 20.45 Uhr) stehen neben Mainz – Bayern (Mittwoch, 20,.45 Uhr, natürlich wegen der Münchner Formkrise) im Mittelpunkt. Außerdem spielen: Paderborn – Stuttgart (Dienstag, 18.00 Uhr), Leipzig – Hoffenheim (Mittwoch, 18.00 Uhr), Sandhausen – Freiburg (Dienstag, 7.2., 18.00 Uhr), Frankfurt – Darmstadt (Dienstag, 7.2., 20.45 Uhr) und Nürnberg – Düsseldorf (Mittwoch, 8.2., 18.00 Uhr):

Start der Frauen-Bundesliga

Wie die Männer, so schließen auch die Frauen ihre Bundesliga-Hinrunde erst im neuen Jahr ab. „Neues Jahr, neues Glück“ gilt freilich für einen Verein nicht, Meister VfL Wolfsburg will eher das alte Jahr wiederholen, da hat die Mannschaft nämlich in Bundesliga und Pokal alle Begegnungen gewonnen! Eine erste neue Bewährungsprobe gibt es am Samstag (14.00 Uhr) beim Vierten SC Freiburg.

Dauerrivale Bayern München will die Erfolgsserie der Wölfinnen verhindern, hat allerdings in der Meisterschaft schon fünf Punkte Rückstand. Die Vorbereitung war zudem diskutabel, erst Trainingslager in Katar, danach noch eine Reise nach Mexiko aus PR-Gründen. Eine optimale Vorbereitung war das sicher nicht. Schlusslicht Potsdam dürfte zum Auftakt allerdings kein Problem darstellen (Sonntag, 13.00 Uhr). Zum Duell gegen Wolfsburg kommt es erst Ende März.

Hockey-Team Weltmeister

Nicht nur der Fußball sorgt für Schlagzeilen, die anderen Sportarten bemühen sich nach Kräfte, ebenfalls Aufmerksamkeit zu erhaschen. Wie geht das? Indem man erfolgreich ist. Vorbild ist die Hockey-Nationalmannschaft, die das schaffte, dem Fußball und Handball vergeblich hinterher jagten, das Hockey-Team wurde Weltmeister! In Indien gelang der dritte Titelgewinn nach 2002 und 2006 im Shootout gegen Olympiasieger Belgien. Es war fast eine Sensation, ein Trick von Trainer Henning klappte: Der 20-jährige Ersatztorhüter Jean Danneberg wurde bei den Penalties zum Helden.

Die Handballer feierten bei ihrer Weltmeisterschaft wenigsten einen glücklichen Abschluss mit Platz fünf. Im „Finale der Platzierungsrunde“ der Trostpreis mit einem 28:24 gegen Norwegen, was Mut für die Zukunft machen sollte. Zwei Spieler konnten besonders glänzen und wurden am Ende auch ausgezeichnet: Torhüter Andreas Wolff brachte die Gegner reihenweise zur Verzweiflung und wurde ins All-Star-Team gewählt. Der 22-jährige Juri Knorr wurde dafür zum besten jungen Spieler gewählt, war Skorerkönig des Turniers und der beste Siebenmeter-Schütze mit 23 Treffern, dafür braucht er nur 25 Versuche. Logisch, bei Europameisterschaft 2024 in Deutschland will das Team um die Medaillen mitspielen. Weltmeister wurde übrigens Dänemark.

Das Festival der Weltmeisterschaften im Wintersport begann wie erhofft mit einem Medaillensegen der Rodler bei der WM in Oberhof, die nur im Herren-Einsitzer Gold an Österreich verloren, Max Langenhahn wurde Zweiter. Insgesamt gewannen die deutschen Rodler 16 von 27 Medaillen, die Rodlerinnen ließen den Gegnerinnen gar nichts übrig: Im Sprint siegte Dajana Eitberger vor Julia Taubitz und Anna Berreiter, im Einsitzer war Berreiter vorn vor Taubitz und Eitberger. Bei der Bob-WM in St. Moritz auf der Natureisbahn düpierte Laura Nolte im Monobob die Favoritin Kaillie Humphries aus den USA und holte den Titel.

Keinen Titel gab es für Lena Dürr beim Weltcup-Slalom in Spindlermühle, aber der Sieg bedeutete die Erfüllung aller Träume, es war nämlich ihr erster Weltcup-Sieg. Damit verhinderte sie auch einen Rekord der überragenden Athletin im alpinen Skisport, Mikaela Shiffrin aus den USA konnte nämlich nicht den Rekord von Ingemar Stenmark von 86 Siegen einstellen. Damit ging auch eine Durststrecke der deutschen Slalomläuferinnen zu Ende, letzte Siegerin war Maria Höfl-Riesch 2012 in Levi. Die 31-jährige Münchnerin Lena Dürr gehört nun endgültig auch zum Favoritenkreis bei der WM und hat sich selbst überrascht: „Ich hätte nicht gedacht, dass dies heute klappt.“ Überraschungen sind bekanntlich das besondere Merkmal des Sports.

WM-Festival: Aber wie lange gibt es den Wintersport noch?

Am Mittwoch haben die deutschen Handballer noch einmal zugeschlagen, also rein quotenmäßig im Fernsehen, denn sportlich ging es im WM-Viertelfinale gegen Frankreich beim 28:34 daneben. Aber Deutschlands Sportfans waren dabei, 7,5 Millionen haben Daumen gedrückt und gezittert, ein Rekord für dieses Turnier. Der wird sich nicht mehr verbessern lassen, Platzierungsspiele sind nicht das Gelbe vom Ei, Afrikameister Ägypten ist der nächste Gegner am Freitag in Stockholm. Bei einem Sieg ginge es am Sonntag nur noch um Platz fünf – das neue Ziel. Den Titel machen dafür Frankreich, Schweden, Spanien und Dänemark unter sich aus. Vor dem Turnier wurden sie als die größten Favoriten bezeichnet, den Außenseitern haben sie keine Chance gelassen.

Von den TV-Einschaltquoten wie Handball können die Wintersportdisziplinen zwar nur träumen, aber sie sind mit der Resonanz von November bis März durchaus zufrieden, denn die Wintersportnachmittage bei ARD und ZDF kommen an und haben höhere Einschaltquoten als das übliche Programm am Nachmittag. Und die Sommersportarten schauen da neidisch auf den Winter. Doch die Frage ist, wie lange noch? Wie lange wird es überhaupt noch Wintersport geben, der Klimawandel nimmt ihm den Schnee weg. Wie gegensteuern? In die Halle kann der Wintersport nicht verlegt werden, wenn auch Phantasten von solchen Hallen träumen und Saudi-Arabien den Wintersport in der Wüste ausüben will.

In den nächsten Wochen gibt es allerdings ein Lebenszeichen, im Wintersport steht ein WM-Festival an, eine Weltmeisterschaft reiht sich an die nächste. Die Rodler machen in Oberhof den Anfang, da darf sich Deutschland auch auf die meisten Medaillen freuen, dann geht es Schlag auf Schlag auf weiter: Bob/Skeleton vom 26. Januar bis 5. Februar in St. Moritz, Ski alpin vom 6. – 19. Februar in Courchevel und Meribel, Biathlon vom 8. – 19. Februar in Oberhof, Ski nordisch vom 23. Februar – 5. März in Planica, Eisschnelllauf vom 2. – 5. März in Heerenveen. Eishockey folgt erst im Mai.

In diesem Jahr ist der Schnee noch da und die deutschen Frauen und Männer sind überall auf der Medaillenjagd dabei, logischerweise mit unterschiedlichen Aussichten. Außer dem Rodeln gilt auch Bob als „deutsche Sportart“, kein anderes Land hat so viele Eisbahnen für das Training zur Verfügung. In Deutschland sind es vier (mit Königssee, das erst wieder erneuert werden muss), andere Nationen kommen im Höchstfall auf zwei. Eisbahnen können dem Klimawandel trotzen, der Schnee nicht. Er wird sich immer weiter in höhere Regionen zurückziehen und damit dem Sport vielfältige Probleme bereiten. Es geht ja nicht nur um die Wettkämpfe allein, um die Zuschauer und die Stimmung, sondern vor allem auch um das Training und die Nachwuchsarbeit. Welche Jugendlichen sollen den Weg zum Wintersport finden, wenn es keinen Winter mehr gibt? Da befindet sich sogar das Internationale Olympische Komitee im Dilemma, weil natürlich auch die Olympischen Winterspiele bedroht sind. Im Gespräch sind ständig rotierende Austragungsorte in schneesicheren Gebieten. Die Suche läuft, deshalb wurde die Bewerbung für künftige Spiele ausgesetzt, Mailand und Cortina d’Ampezzo sollen 2026 nicht die letzten Winterspiele sehen.

Aber es ist nicht nur der Klimawandel, manchmal machen sich die Wintersportverbände auch selbst das Leben schwer, wenn sie nicht genug auf die Natur Rücksicht nehmen und prestigeträchtige Veranstaltungen auf Gedeih und Verderb durchziehen wollen. Manchmal ist eine Sportart aber auch von den Funktionären selbst bedroht. Das geht der Nordische Kombination so, die von immer weniger Nationen betrieben werden, wo die Frauen mit ihren Wettkämpfen zu wenig anerkannt werden und das IOC sogar schon die Frage aufgeworfen hat, ob sie nicht überhaupt aus dem Olympia-Programm gestrichen werden soll. Es könnte allerdings auch heißen, macht noch ein bisschen weiter, lange gibt es den Wintersport sowieso nicht mehr…

Die Sorgen haben die Handballer natürlich nicht, auch für den Nachwuchs dürfte gesorgt sein, denn es ist eine alte Tatsache, dass die Jugend sich für erfolgreiche Sportarten interessiert. Deshalb hat die Pleite in Katar den Fußball auch doppelt geschmerzt. Auch wenn die Handballer ohne Medaille heimkommen, mit stolz geschwellter Brust allemal, nach dem Motto: „Wir haben den Fußballern gezeigt wie es geht!“ Und mehr Sympathien gewonnen!

Rückkehr der Fußball-Bundesliga mit Paukenschlägen

Zuletzt hatten sich auch die Fußball-Fans an der Rasanz und den vielen Toren bei der Handball-Weltmeisterschaft ergötzt. Das wollte sich die Fußball-Bundesliga offensichtlich nicht gefallen lassen und kehrte mit Paukenschlägen und vielen Toren auf die Sportbühne zurück. Sensationell fast das 4:3 von Dortmund gegen Augsburg, beeindruckend das 6:0 von Wolfsburg über Freiburg und das 7:1 von Köln gegen Bremen. Fast alle Spiele waren überaus attraktiv, ausgerechnet das Spitzenspiel Leipzig gegen die Bayern eher ein bisschen langweilig.

Aber es war wiederum wie so oft, die Münchner hatten zwar nicht gewonnen, aber dennoch ihren Vorsprung gegenüber der Konkurrenz ausgebaut. So wird man Meister. Die 26. Halbzeitmeisterschaft ist vorzeitig unter und Dach und Fach, gleichzeitig ein gutes Omen für die Bayern, ein schlechtes für die Verfolger. Nur dreimal ließen sich die Münchner noch abfangen, in 15 der letzten 16 Fälle wurden sie später Meister, nur 2011/12 machte ihnen Dortmund einen Strich durch die Rechnung. Der 33. Titel, der elfte in Folge, ist also ein Stück näher gerückt, obwohl die Nagelsmann-Teams meist eine schwächere Rückrunde spielen. So war der Titelverteidiger im Vorjahr hier nur Vierter, allerdings nur zwei Punkte schlechter als der Erste Leipzig. Damals betrug zur Halbzeit der Vorsprung neun Punkte vor Dortmund, das wird diesmal gegenüber dem Zweiten weniger sein. Zum Vorrundenabschluss kommt Köln, dass zuletzt in neun Duellen keinen Stich machen konnte!

Nicht zu vergessen, die Bayern sind vorzeitig Halbzeitmeister (Zweiter in der Halbzeittabelle Bremen mit 6 „Titeln“ vor Dortmund und Gladbach mit je 4), die Vorrunde geht aber erst am Dienstag/Mittwoch zu Ende. Ein Novum ist es, dass die Rückrunde mit dem Freitagspiel Leipzig – Stuttgart zwei Tage später beginnt. Am Samstag steht dann auch das nächste Schlagerspiel an, wenn der derzeitige Zweite Frankfurt in München gastiert, in der Hinrunde trumpften die Bayern mit 6:1 auf und schockten da die Konkurrenz. Frankfurt muss aber Platz zwei erst noch in Freiburg verteidigen, das nach dem Debakel in Wolfsburg Wiedergutmachung leisten will. Die Bundesliga bietet also einiges bei ihrer Rückkehr.

Überhaupt darf man gespannt sein, wie einige Vereine die Spiele vom Wochenende verkraften. Neben Freiburg erlitt Bremen ein Desaster, Wiedergutmachung ist gegen Union Berlin möglich und es folgt der Rückrundenstart gegen Wolfsburg, zwei Spitzenteams also. Wolfsburg ist nach Bayern die erfolgreichste Mannschaft der letzten Monate. Das wird am Dienstag auch die Hertha zu spüren bekommen, die ebenfalls einen Tiefschlag verdauen muss. Wenn das Duell in Bochum wirklich wegweisend im Abstiegskampf sein sollte, schaut es schlecht aus um die Berliner, während sich Bochum nach dem 3:1 von den Abstiegsrängen verabschiedete. Tiefer gesunken ist auch der FC Augsburg, das 3:4 in Dortmund sendet aber eher ein Zeichen der Hoffnung. Die Augsburger waren ja auf dem Transfermarkt am eifrigsten und Erfolge zeichnen sich ab, Joker-Tore sind der Beweis. Kopfschütteln dagegen in Dortmund, die Punkte blieben da, aber die Zweifel auch. Was war zum Beispiel mit der Abwehr, mit Schlotterbeck und Hummels, los? Bundestrainer Hansi Flick wird sich die Haare raufen, bei solchen Leistungen von zwei Kandidaten für die Nationalelf. Und ganz unten sitzt Schalke fest, in Frankfurt gab es zwar Lob trotz des 0:3, doch das hilft nicht weiter. Ganz im Gegenteil, ein neuer Negativrekord mit 36 Auswärtsniederlagen in Folge wird die Stimmung trüben.

Vor dem Comeback der Bundesliga stellte sich auch die Frage, wie die Nationalspieler das WM-Debakel von Katar verkraftet haben. Also in Bestform waren die Münchner zum Beispiel nicht, der Schwung fehlte ebenso wie die Genauigkeit. Aber die Bayern holen sich ihre Form am liebsten in Spielen und davon haben sie genug. Im Mittelpunkt steht ja immer noch die Torhüterfrage, die vorerst gelöst ist, endgültig aber erst im Sommer entschieden wird, mit Yann Sommer als der Neue für Neuer. Der Schweizer hat einen Vertrag bis 2025 unterschrieben, Manuel Neuer hat einen bis 2024 und im Sommer steht auch Alexander Nübel wieder auf der Matte, seine Leihe in Monaco endet. „Wir werden das regeln“, ist Sportdirektor Hasan Salihamidzic zuversichtlich. Die Frage aller Fragen: Wann ist Neuer nach seinem Skiunfall (Beinbruch) wirklich wieder fit und zudem in Bestform und lässt er sich auf Pausen ein? Gladbach setzt ja wieder auf einen Schweizer, Jonas Omlin hatte als Sommer-Nachfolger beim 2:3 gegen Leverkusen keine Premiere nach Maß.

Start der 2. Bundesliga

Im Sommer darf die 2. Bundesliga immer früher anfangen als das Oberhaus, um ein wenig in den Blickpunkt zu rücken. Im Winter geht es später los, die Rückrunde beginnt aber punktgenau mit der Bundesliga am Freitag. Zur Erinnerung, Darmstadt 98 führt mit 36 Punkten vor dem Hamburger SV (34) und FC Heidenheim (33), dann tut sich schon eine kleine Lücke zu Kaiserslautern (29), Hannover (28) und Paderborn (26) auf. Die Aufstiegsplätze sind keineswegs vergeben, vor allem der HSV sehnt sich nach Bundesliga. Die Vorzeichen sind günstig, die Verträge mit Sportdirektor Jonas Boldt und Trainer Tim Walter wurden verlängert und am Samstag wurde auch der Streit in der Führung beendet. Die Abwahlanträge gegen Präsident Marcell Jansen wurden bei der Hauptversammlung deutlich abgeschmettert. Jansen gestand Fehler ein, seine Rolle im Aufsichtsrat bleibt aber weiter umstritten.

Am Tabellenende geht es ebenfalls eng zu, die zweite Hälfte der Tabelle Zehnten, Greuther Fürth (20 Punkte) bis zum Schlusslicht Sandhausen (16) steckt im Abstiegskampf. Mit dabei Mannschaften wie der 1. FC Nürnberg, Karlsruher SC oder FC St. Pauli, die eher vom Aufstieg geträumt haben. Die tun sich mit der nicht erwarteten Situation natürlich besonders schwer.

Ein Blick noch über die Grenzen: Jürgen Klopp feierte im Match seines FC Liverpool gegen den Chelsea London (0:0) sein 1000. Spiel als Trainer! Seine Zeiten in Mainz und Dortmund bleiben unvergessen, seine Bilanz kann sich sehen lassen: 538 Siegen stehen nur 222 Niederlagen und 240 Unentschieden gegenüber. Es war ein Doppeljubiläum, nämlich das 50.000 Spiel in Englands höchster Spielklasse seit Beginn der Football League am 8. September 1888!

Handball vor Fußball

Deutschlands Handball-Nationalmannschaft hat bei der WM in Schweden und Polen ihr zweites Etappenziel erreicht und den Einzug ins Viertelfinale geschafft. Vor dem abschließenden Spiel gegen Norwegen ging es nur noch darum, wer gegen Frankreich bzw. Spanien spielt – für beide Nationen ein dicker Brocken als Gegner. Die Handballer sorgen in Deutschland für weit bessere Stimmung als die Fußballer und der Zuspruch bleibt ungebrochen. Wieder sahen über sechs Millionen Zuschauer das Duell mit den Niederlanden am TV, damit hat auch hier Handball den Fußball geschlagen. Den Bundesliga-Auftakt Leipzig – Bayern wollten am Freitag auf SAT1 nur 4,18 bzw. 4,88 Millionen (erste/zweite Halbzeit) sehen. Andererseits zeigt sich wieder einmal, dass bei den Privatsendern die Einschaltquoten wesentlich niedriger sind als bei ARD und ZDF. Selbst Biathlon kam am Sonntag im ZDF auf über fünf Millionen Zuschauer. Die Verantwortlichen der DFL sollten sich bei der Rechtevergabe auch an diesen Zahlen orientieren, wenn sie nicht wollen, dass die Fußball-Bundesliga an Aufmerksamkeit einbüßt.

Der DFB hat dagegen die Weichen gestellt, das Image seiner Auswahl zu verbessern. Mit dem bei den Fans beliebten Rudi Völler („Es gibt nur einen Rudi Völler“) als neuen Direktor Nationalmannschaft sollen seine Sympathien auf das Team abfärben. Wohlgemerkt, Völler ist kein Bierhoff-Nachfolger, er soll sich nur um die A-Nationalmannschaft und die U21 kümmern. Ein neuer Sportdirektor wird noch gesucht, im Gespräch sind derzeit vor allem die Weltmeister Sami Khedira, Per Mertesacker und Benedikt Höwedes, der bereits im Teammanagement der Nati tätig ist. Beim nächsten Taskforce-Treffen in ungefähr vier Wochen könnte es schon eine Entscheidung geben.

Wenn ein Fußball-Fan Handball schaut

Fußball-Fans, die ihren Lieblingssport fast ausschließlich vom Sofa aus im Fernsehen verfolgen, haben natürlich einen besonderen Blickwinkel auf das Geschehen. Und wenn sie sich derzeit auch ein bisschen für Handball interessieren, dann werden sie sich manchmal verwundert die Augen reiben. Ist da Fußball nicht langweilig dagegen? Und was ist mit den Spielern los? Die akzeptieren tatsächlich Schiedsrichter-Entscheidungen, bleiben nach einem Rempler nicht ewig liegen oder überschlagen sich nicht zehnmal, was auf dem harten Hallenboden allerdings zusätzlich schmerzhaft wäre.

Es ist gut, dass Handball anders ist als Fußball, aber es kommen dem Fan auf dem Sofa doch die Gedanken, warum der Fußball soviel mehr Anhänger hat. Ist Handball nicht rasanter? Ist Handball nicht sympathischer, weil die Geld-Orgien da noch nicht Einzug gehalten haben, weil der Sport einfach bodenständiger ist? Die Antwort ist einfach: Fußball ist weltweit ein Phänomen!

Handball tat den Schritt zur Attraktivität mit dem Wechsel vom Feld- zum Hallenhandball. Feldhandball wurde langweilig, die Spieler standen teilweise rum, die Abwehrspieler warteten auf den neuen Angriff, die Stürmer darauf, dass der Ball wieder in ihre Hälfte gespielt wurde. Hallenhandball gab es im Winter und heute gibt es nur ein Handball, das wird in der Halle gespielt und zwar ein ganzes Jahr lang. Der Terminkalender ist sogar so voll, dass Vereine, Trainer und Spieler über die zu große Belastung klagen. Aber das geht Fußball, Basketball und Eishockey nicht anders, die attraktiven Mannschaftssportarten verfahren nach dem Motto, mehr Spiele bringen auch mehr Geld. Die Sucht nach den Moneten gibt es nicht nur im Fußball.

Das Geld spielt auch eine Rolle, dass es im Handball in jedem Jahr ein großes Turnier gibt, Europa- und Weltmeisterschaften lösen sich ab. Heute WM in Schweden und Polen, nächsten Januar EM in Deutschland. Ein Turnus, auf den auch Fußball-Weltpräsident Gianni Infantino schielt, der bekanntlich geldgierig ist – für sich und den Verband. Laufend bringt er zusätzliche Wettbewerbe ins Gespräch oder will Turniere aufblähen. Neuste Idee, die WM nicht alle vier, sondern alle drei Jahre auszutragen. Der Anfang zum Handball-Rhythmus… Bisher gibt es im Fußball die großen Turniere alle zwei Jahre, was vernünftig ist und bleiben sollte. Für Infantino ist Vernunft ein Fremdwort.

Dabei wäre Vernunft auch auf dem Spielfeld ein Vorteil. Die Fußball-Profis sollten endlich Anstand lernen und die ständigen Diskussionen mit den Schiedsrichtern aufhören. Stichwort Rudelbildung. Die Ruhe nach Entscheidungen ist beim Handball wohltuend. Zur Vernunft gehört auch, dass die Fußball-Profis aufhören, mit Betrug einen Pfiff zu ihren Gunsten zu erzwingen. Schwalben sind Betrug, Verletzungen vorzutäuschen ebenso. Erst wälzen sie sich über den weichen Rasen, dann sprinten sie wieder pumperlgesund los.

Handball ist rasant oder kann rasant sein, wie das 34:33 von Deutschland gegen Serbien zeigte. Es wurde mit offenem Visier gekämpft und geschossen, 67 Tore in 60 Minuten! Allerdings zeigte sich hier auch, es reicht eigentlich, die letzten Minuten zu sehen, da fällt meist erst die Entscheidung. Fußball mag langweiliger und langsamer ausschauen, doch wann da die Entscheidung fällt, ist 90 Minuten lang offen. Ein Tor in der ersten Minute kann ebenso den Sieg bringen, wie die Nachspielzeit, in der manchmal in fünf Minuten zwei Tore fallen und alles auf den Kopf stellen. Fazit: Handball bietet Spannung am Schluss, Fußball bietet Spannung von Anfang an.

Fußball ist populär und deshalb sind die Spieler populär, so dass die Bundesliga eine Saison lang im Mittelpunkt der Sportfans steht. Die Handball-Stars sind nicht so bekannt, die Handball-Bundesliga hat deshalb einen eher begrenzten Fan-Kreis. Erst wenn die Nationalmannschaft im Fernsehen zu sehen ist, vereint sich Deutschlands Sportwelt hinter dem DHB-Team, und sei es auf dem Sofa. Über sechs Millionen TV-Zuschauer sind der Beweis, geht es um den Titel, sind zweistellige Zahlen die Regel. Sechs Millionen sehen allerdings auch Spiele der Fußball-Bundesliga im Free-TV und deshalb freuen sich die Fans, wenn es jetzt wieder losgeht. Zuvor schauen sie Handball.

Bayern und die Meister-Elf: Die Prognosen für die 18 Bundesligisten

Jetzt geht es am Freitag wirklich los in der Fußball-Bundesliga. Es geht gleich Schlag auf Schlag, Start ist mit einer englischen Woche, in der auch die Vorrunde abgeschlossen wird. Zehn Spieltage am Stück stehen bis Mitte März auf dem Programm, zusätzlich sorgen DFB-Pokal und europäische Wettbewerbe bei einigen Vereinen für Stress. Jetzt müssen also die Karten offengelegt werden, wer die lange Pause wirklich genutzt hat. Mit Hoffnungen gehen wohl alle Klubs in die Punktrunde, doch manche Hoffnungen werden auch trügerisch sein. Der Sport-Grantler schaut auf die 18 Bundesligisten. Die Prognosen:

Bayern München (34 Punkte): Im doppelten Sinne geht es um die Meister-Elf! Die Bayern stellten zehn Jahre hintereinander die Meister-Elf, jetzt wollen sie auch den elften Titel, also die Meister-Elf. Großes Handicap der Ausfall von Torhüter Manuel Neuer, auch Hernandez fehlt, für den Blind als Ersatz kam. Neuer konnte bisher nicht ersetzt werden, die Gerüchte verdichten sich, dass doch noch Yann Sommer aus Gladbach kommt, was teuer wird. Nübel kommt jedenfalls nicht. Sven Ulreich traut man nicht die Klasse für die Champions League zu. Trainer Nagelsmann fordert zumindest einen starken Ersatz für Ulreich, in der zweiten Reihe stehen nur unerfahrene Kandidaten. Für die Konkurrenten heißt es: Die Bayern haben Probleme, wann wollen sie ihre Chance nutzen, wenn nicht jetzt!

SC Freiburg (30): Die Schwarzwälder sind erster Verfolger, bleiben sich aber selbst treu. „Wir denken von Spiel zu Spiel, mal schauen, was raus kommt“, sagt Trainer Christian Streich. Es braucht Durchhaltevermögen, aber ein Platz in Europa sollte drin sein, die Champions League wäre eine große Überraschung.

RB Leipzig (28): Trainer Marco Rose und seine Schützlinge sehen sich als erste Bayern-Herausforderer. Welch ein Timing, dass es gleich mit dem direkten Duell am Freitag in Leipzig losgeht. Gewinnen die Hausherren, ist die Jagd eröffnet. In Frage Form fischt man leider bei beiden Klubs im Trüben.

Eintracht Frankfurt (27): Der Sieger der Europa League gilt als eine Art Geheimfavorit, er könnte sein erfolgreiches Jahr 2022 jetzt mit dem Einzug in die Champions League krönen. Die Klasse hat die Eintracht, den Schwung auch. Vielleicht reicht es sogar zum Bayern-Herausforderer.

Union Berlin (27): Hier gilt ähnliches wie bei Freiburg, der zweite Außenseiter im Konzert der Favoriten, nach der beeindruckenden Vorrunde heißt es durchhalten. Es wäre keine Überraschung, ginge es ein paar Plätze nach unten.

Borussia Dortmund (25): Wieder einmal fehlt die Konstanz, nach teilweise beeindruckenden Leistungen blieb bisher doch nur Platz sechs. Jetzt ist Haller wieder gesund, seine Tore könnten für den Auftrieb sorgen. Die Champions League ist Pflicht (Freiburg/Union aufgepasst!). Unruhe gibt es um die Vertragsverlängerung von Talent Moukoko. Erster Gegner ist Augsburg.

VfL Wolfsburg (23): Lange Zeit klappte es unter dem neuen Trainer Niko Kovac nicht, doch irgendwann fanden Mannschaft und Trainer zusammen und es ging aufwärts, in Leistung und in der Tabelle. Was ist noch möglich? Die Hürden werden höher, Europa ist aber das Ziel. Einer von mehreren Kandidaten allerdings. Brisant der Start gleich gegen Freiburg.

Borussia Mönchengladbach (22): Anderer Verein, aber gleiche Probleme, gleicher Verlauf wie in Wolfsburg. Einzige Ausnahme: Trainer Daniel Farke kam gleich gut an, der Erfolg blieb aber aus. Unruhe im Verein durch Gerüchte um Spielerwechsel, Sommer und Thuram sind im Gespräch, aber noch da.

Werder Bremen (21): Der Neuling bzw. Rückkehrer kann zufrieden sein, Platz neun ist mehr als erwartet, der Abstand zur Abstiegszone ist groß und wenn Torjäger Niclas Füllkrug nicht noch ein unanständiges Angebot bekommt, sollte es eine ruhige Rückrunde im Mittelfeld geben.

FSV Mainz 05 (19): Auch in Mainz gilt das Ziel, sich den Abstiegskampf vom Leibe zu halten, das sollte gelingen, da haben andere Vereine mehr Probleme.

TSG Hoffenheim (18): Platz elf und die magere Punktausbeute sind nicht das, was man sich erhofft hat. Mit Rutter geht ein Torjäger, mit Dalberg kommt ein anderer, Kramaric war ein bisschen das Sorgenkind. Es sollte eher aufwärts als abwärts gehen.

Bayer Leverkusen (18): Aufwärts, ein anderes Ziel gibt es beim Pillen-Klub nicht. Trainer Xabi Alonso brachte schon Ruhe in den Verein und Stabilität in die Abwehr, für den Schwung soll jetzt das lang verletzte Talent Florian Wirtz sorgen. In den Testspielen deutete er schon an, wie wertvoll er sein kann. Bayer träumt immer noch von Europa, doch der Weg ist weit.

1. FC Köln (17): Eigentlich beginnt hier die Abstiegszone, nur drei Punkte Vorsprung zum Relegationsplatz sind kein Ruhekissen. Trainer Steffen Baumgart bewahrt aber die Ruhe, der Verein hoffentlich auch, dann sollte nichts schiefgehen. Davie Selke kann sicher helfen.

FC Augsburg (15): Eine ruhige Saison ohne Abstiegskampf hat man sich erhofft, eine unruhige mit Abstiegskampf wurde es. Der Verein rotiert bei den Neueinkäufen, es sieht nach Torschlusspanik aus bzw. Torschusspanik. Es mussten Stürmer her, keine bedeutenden Namen, doch das kroatische Talent Beljo war begehrt. Aber da erinnert man sich an Pepi, der war ein Flop. Verletzungssorgen gibt es auch, es wird schwer. Ein Rat: Nur keine Panik.

Hertha BSC Berlin (14): Auch bei der alten Dame verläuft die Saison nicht so ruhig wie erhofft, Stadtrivale Union schaut nach oben, die Hertha nach unten. Es braucht ein Portion Zuversicht und Glück, um nicht Bedrängnis zu kommen. Wegweisend könnte der Start in Bochum sein.

VfB Stuttgart (14): Durch die um sechs Treffer schlechtere Tordifferenz zu Hertha auf dem Relegationsplatz. Mit dem wäre der neue Trainer Bruno Labbadia am Ende nicht zufrieden. Der erfahrene „Feuerwehrmann“ hat seine Rettungsmission mit hartem Training begonnen, fordert Disziplin ein und will so am Ende den längeren Atem haben.

VfL Bochum (13): Mit dem neuen Trainer Thomas Letsch wurde der Anschluss geschafft, doch ist noch mehr drin? Siehe oben, die Konkurrenz schläft nicht, doch Bochum wird den anderen einen heißen Kampf liefern. Von Augsburg bis Bochum darf sich keiner sicher sein.

Schalke 04 (9): Der kicker spricht schon vom „Nächsten Untergang“, in der Tat sind die Weichen für den Klassenerhalt nicht gestellt, da muss schon fast ein Wunder für den neuen Trainer Thomas Reis her, damit die Rettung gelingt. Schade, die tollen Fans hätten anderes verdient, müssen sich aber wie der Verein auf die zweite Liga vorbereiten.

Die Prognosen zeigen auf, dass bis zum Saison-Ende am 27. Mai 19 spannende Spieltage bevorstehen. Meister Bayern sollte zur Warnung mal einen Blick auf die anderen europäischen Top-Ligen werfen, wo die Titelverteidiger allesamt ihre Probleme haben. Pep Guardiola hat mit Manchester City den Titelkampf für beendet erklärt, Arsenal London hat acht Punkte Vorsprung, City will sich auf die Champions League konzentrieren (Gegner RB Leipzig). Besonders leiden muss Jürgen Klopp mit dem FC Liverpool, das 0:3 bei Brighton bezeichnete er als „schlechtestes Spiel aller Zeiten“. Liverpool ist nur Neunter – vor Chelsea! Europa ist weit weg. In Italien kann Titelverteidiger AC Mailand Tabellenführer SSC Neapel bei achten Punkten Rückstand auch nur mit dem Fernglas beobachten. Knapper ist es in Spanien, der FC Barcelona hat nur drei Zähler Vorsprung vor Real Madrid, den Titelverteidiger zudem im Supercup mit 3:1 ebenfalls in die Grenzen verwiesen. Selbst in Frankreich ist Paris St. Germain nicht ungefährdet, nach zwei Niederlagen in Folge schrumpfte der Vorsprung auf den Überraschungszweiten RC Lens auf drei Punkte. Es tut dem Fußball gut, wenn die Spitzenklubs gefordert werden. Auch die Bayern sollten sich also auf ein hartes Rennen um die Meisterschaft einstellen.

Die Hoffnungsträger der 18 Bundesligisten

Nur noch eine Woche, dann geht es auch in der Fußball-Bundesliga wieder los. Den letzten Feinschliff wollen sich die Mannschaften mit Training in den heimischen Gefilden und dem einen oder anderen Testspiel holen. Gezittert wird überall, dass das Verletzungspech nicht zu stark zuschlägt, denn dann würden alle Pläne über den Haufen geworfen werden. Interessant aber ein Blick auf alle 18 Bundesligisten, wer die Hoffnungsträger im Kampf um die Punkte sind. Der Sport-Grantler gibt einen Überblick. Es kommt natürlich nicht von ungefähr, dass oft Stürmer genannt werden.

Bayern München: Noch immer ist kein Neuer-Ersatz gefunden, Sven Ulreich wird sich ins Fäustchen lachen und vielleicht gut spielen. Ein Hoffnungsträger ist er aber nicht. Diese Rolle kommt Jamal Musiala zu, dessen Stern aufgegangen ist, der dribbeln soll, Regie führen und Tore schießen. Ein ganzes Paket Hoffnung auf einmal.

SC Freiburg: Die Stärke des Überraschungszweiten sind die Standards und da gibt es vor allem einen Namen: Spezialist Vincenzo Grifo soll die Weichen stellen, dass der Erfolg nicht nachlässt.

RB Leipzig: Im Sommer droht sein Abgang, doch zunächst soll Christopher Nkunku zusammen mit Timo Werner mit Toren dafür sorgen, dass RB weiter die Bayern jagen kann. Ein Hoffnungsträger sitzt auch im Büro: Der neue Geschäftsführer Max Eberl.

Eintracht Frankfurt: Die Probleme könnten im Sommer kommen, wenn die Stars der Saison wie Kamada und Lindström weggeholt werden, die Nummer 1 ist allerdings Torjäger Randal Kolo Muani, der auch bei der WM für Frankreich auf sich aufmerksam machte. Er soll die Eintracht wieder nach Europa schießen,

Union Berlin: Zuletzt haperte es ein bisschen im Angriff, weil die Tormaschine Aussetzer hatte. Deshalb die Hoffnung, dass Sheraldo Becker zu alter Form findet, Kevin Behrens, in Testspielen stark, könnte darüber hinaus zur Überraschung der Rückrunde werden.

Borussia Dortmund: Er sollte für Tore sorgen, doch der Krebs stoppte ihn – jetzt ist er da: Sebastien Haller, der in der Vorbereitung erstmals das Borussia-Trikot trug. Wann ist er die erhoffte Verstärkung? Ansonsten soll es vor allem Jude Bellingham richten, inzwischen das Herz der Mannschaft. Wohl nur noch in dieser Saison.

VfL Wolfsburg: Wie viele andere Teams auch, so wollen die „Wölfe“ mehr Tore schießen, Jonas Wind ist wieder fit, wird aber wohl in zweiter Reihe agieren hinter dem eigentlichen Hoffnungsträger: Lukas Nmecha, zuletzt leider verletzt. Nmecha will sich auch zu Hansi Flick schießen.

Borussia Mönchengladbach: Bei der Borussia herrscht Unruhe, weil einige Spieler begehrt sind. Bleibt Yann Sommer? Bleibt Marcus Thuram? Gibt es bei beiden ein „Ja“ als Antwort, kennen wir auch die Stützen des Teams.

Werder Bremen: Hier gibt es keine Rätsel. Im Gespräch rund um die WM war vor allem Mittelstürmer Niclas Füllkrug. Die Nationalmannschaft tritt jetzt in den Hintergrund, er soll Werder zum Klassenerhalt führen.

Mainz 05: Er war so gut in Form und führte Mainz ins Mittelfeld der Tabelle, in dieser Saison fehlte er meist. Auf ihn setzen die Rheinhessen aber in der Rückrunde, Jonathan Burkardt könnte dann auch ein Kandidat für das DFB-Team sein.

TSG Hoffenheim: Um den Sturm geht es auch bei Hoffenheim, Georginio Rutter wird wohl gehen, er wird von Leeds United umgarnt. Dafür ist der neue Hoffnungsträger schon da: Kasper Dolberg, von Nizza ausgeliehen. Er galt mal als großes Talent, zeigte es aber bisher nicht. Vielleicht jetzt?

Bayer Leverkusen: Bis jetzt verlief die Saison enttäuschend, doch das internationale Geschäft soll noch erreicht werden. Ein Talent ist wie ein Neuzugang und soll für den nötigen Schwung sorgen: Trainer Xabi Alonso hofft vor allem auf Florian Wirtz, er soll Herz der Mannschaft sein.

1. FC Köln: Bisher urteilte man über ihn eher so, dass er sein Talent vergeuden würde. Jetzt will Davie Selke durchstarten. Er kam von Hertha BSC zu Trainer Steffen Baumgart, der ihn und damit auch die Mannschaft in die Erfolgsspur bringen soll. „Selke schießt wichtige Tore“, ist sich Baumgart sicher.

FC Augsburg: Viel Unruhe auch beim FCA, Spieler gehen und werden gesucht. Der Hoffnungsträger war zuletzt verletzt und soll für Ruhe im Mittelfeld suchen: Niklas Dorsch. In der Abwehr ist Felix Uduokhai wieder da, auch einer, der für Ruhe sorgt.

Hertha BSC Berlin: Der „Kleine“ in Berlin (Union) spielt oben, der „Große“ (Hertha) spielt unten. Das wird sich in diesem Jahr nicht mehr ändern, Union spielt um Europa, die Hertha gegen den Abstieg. „Hinten dicht“ ist da ein wichtiges Motto, Marc Oliver Kempf soll die Abwehr zusammenhalten.

VfB Stuttgart: Im „Ländle“ ist alles anders, der neue Trainer Bruno Labbadia hat Schwung und Ordnung in den Verein gebracht, die Spieler klagen jedoch über Überforderung, Labbadia will dafür sorgen, dass sie im Abstiegskampf nicht überfordert sind.

VfL Bochum: Der VfL setzt auf Neue: Zuerst Trainer Thomas Letsch, jetzt Kevin Schlotterbeck (Freiburg) in der Abwehr und Pierre Kunde (Piräus, früher Mainz) im Mittelfeld. Für den Abstiegskampf reicht nicht nur ein Hoffnungsträger. Mit Letsch wurde der Anschluss an Stuttgart und Hertha BSC geschafft.

Schalke 04: Rund um Schalke wird gekalauert, „wir haben es mit Kartoffeln versucht, wir haben es mit Nudeln versucht, war alles nix, jetzt schaffen wir es mit Reis“. In der Tat soll Trainer Thomas Reis beim Schlusslicht für die Wende sorgen, mit Teil-Kapitän Simon Terrode und seinen Toren auf dem Feld. Reis wurde vorher in Bochum geschasst, er könnte der erste Trainer sein, der in einem Jahr mit zwei Vereinen absteigt!

Wenn Fußball für Handball kein Vorbild ist

Im Sport wird oft mit Neid auf den Fußball geschaut. So wünschen sich vor allem die Mannschaftssportarten eine Popularität wie die Fußballer, träumen sie, egal ob Vereine oder Spieler, davon, so gut verdienen zu können wie die Fußball-Profis. Doch nicht immer dient der Fußball als Vorbild. Ganz im Gegenteil, vor der Handball-Weltmeisterschaft vom 11. bis 29. Januar in Schweden und Polen haben die deutschen Handballer zunächst ein Ziel: Es besser zu machen als die DFB-Elf bei ihrer WM vor Weihnachten in Katar.

Die Gemeinsamkeiten sind schon frappierend. Für Hansi Flicks Schützlinge galt die Vorrundengruppe als „machbar“, der Blick ging meist voraus auf die K.o.-Runde, das böse Erwachen folgte. Auch beim DHB-Team gilt die Vorrunde als „machbar“, in Kattowitz sind Katar (Freitag), Serbien (Sonntag) und Algerien (Dienstag, 17.1., jeweils 18.00 Uhr) die Gegner. Das erste Ziel formuliert Bundestrainer Alfred Gislason so: „Wir wollen verlustpunktfrei in die Hauptrunde einziehen“ (Platz drei reicht da schon), weil er weiß: „Wenn man in der Vorrunde patzt, kann man das kaum noch wettmachen“. Die Ergebnisse mit den Gruppengegner werden bekanntlich mitgenommen. Nun, vom Titel träumen die Deutschen nicht, die Favoriten sind eher Olympiasieger Frankreich, Titelverteidiger Dänemark, Europameister und Teil-Gastgeber Schweden, zudem auch Spanien und Norwegen.

Deutschland sieht sich in der Gruppe dahinter mit durchaus Chancen auf eine Medaille. So ähnlich war es bei den Fußballern auch. Noch eine Gemeinsamkeit: Ein gutes Turnier soll Werbung für die nächste große Meisterschaft 2024 im eigenen Land sein. Bekanntlich gelang das der Fußball-Nationalmannschaft nicht, die viel Kredit bei ihren Fans eingebüßt hat und vor der EM 2024 im eigenen Land vor allem auf Wiedergutmachung aus ist. Große Sympathien genießen auch die Handballer, sind sie erfolgreich, steigen die Einschaltquoten im Fernsehen auf Fußball-Niveau. Das soll wieder gelingen, als Werbung für die EM im Januar 24 in Deutschland. Bei der Heim-WM 2007 war Deutschland ein Handball-Land, Gold war die optimale Ausbeute. Danach gab es noch EM-Gold 2016 in Polen (!) und im gleichen Jahr Olympia-Bronze. Eine zuletzt magere Medaillen-Ausbeute. Das soll sich ändern.

Die Voraussetzungen könnten allerdings durchaus besser sein, denn auf die stärkste Mannschaft kann der Bundestrainer nicht zurückgreifen, einstige Stützen wie Patrick Wienczek und Uwe Gensheimer traten zurück, Abwehrchef Hendrik Pekeler verordnete sich eine Nati-Pause und Europameister Fabian Wiede hat eine Kieferoperation. Noch fünf Europameister von 2016 sind dabei, „einspielen für die Heim-WM 2024“ ist deshalb das Motto, die jungen Hoffnungsträger sind die 22-jährigen Juri Knorr (Mannheim) und Julian Köster (Gummersbach). Sie könnten dann im nächsten Januar mit dem EM-Eröffnungsspiel im Düsseldorfer Fußballstadion ein Spektakel erleben. Das Finale ist für den 28. Januar in Köln terminiert.

Aber zunächst gilt das Augenmerk Kattowitz, die Stützen der Mannschaft sind Torhüter Andreas Wolf, der in Polen (Kielce) spielt, Kapitän Johannes Golla (Flensburg), Paul Drux (Füchse Berlin) und Kai Häfner (Melsungen). Auffallend, von Rekordmeister THW Kiel ist nur Linksaußen Rune Dahmke dabei. In der Hauptrunde kämen die Gegner aus der Gruppe F mit Norwegen, Nordmazedonien, Argentinien und der Niederlande. In den K.o.-Runden könnten die Mit-Favoriten Frankreich und Spanien den Weg zu einer Medaille versperren. Erstes Ziel ist zudem die Qualifikation für Olympia 2024 in Paris, Platz 7 ist dafür erforderlich, die Ausscheidungsrunde für die Plätze fünf bis acht muss also erreicht werden. Das wäre das Minimal-Ziel um erfolgreicher als die Fußballer zu sein, für eine Handball-Euphorie in Deutschland reicht das wohl noch nicht.

Bundesliga verliert an Boden

Man könnte meinen, die Fußball-Bundesliga befindet sich noch im Winterschlaf. Während die anderen Top-Ligen in Europa bereits den Punkten nachjagen, herrschte hierzulande Ruhe. Na ja, trainiert wird natürlich schon und die Wechselgerüchte sorgen für Schlagzeilen, aber international verliert die Bundesliga an Boden. Dabei wird in der DFL die ganze Zeit davon geredet, dass man international an Bedeutung gewinnen und die Bundesliga attraktiver präsentieren will. Da hat man jetzt eine Chance vertan, in dem Fall ging Erholung vor Geschäft. Soll sich danach aber keiner darüber beschweren, wenn man international weiter an Boden verliert. Spätestens am kommenden Wochenende hätte man spielen können, was auch den Terminkalender ein wenig entzerrt hätte.

Bei den Wechselgerüchten ist Bayern München Stammgast, natürlich vor allem wegen der Torhütersuche, um den Ausfall von Manuel Neuer zu kompensieren. Am Ende muss es wohl doch der eigentliche Ersatzmann Sven Ulreich richten, weil ein besserer Keeper auf die Schnelle nicht zur Verfügung steht und Bayerns Leihgabe an Monaco, Alexander Nübel, keine Lust auf Teilzeit-Arbeit hat. Mit Gladbachs Yann Sommer sollen sich die Münchner angeblich einig sein, aber der Verein sperrt sich, da müssten die Bayern schon tiefer in die Tasche greifen und grübeln wohl, ob sich das für ein halbes Jahr lohnt. Dennoch gab es eine Neuverpflichtung, die allerdings auch Sinn macht. Der 99-malige niederländische Nationalspieler Daley Blind (32 Jahre) sagte sofort allen anderen Interessenten ab, als er ein Angebot der Bayern bekam. Der ablösefreie Defensivspezialist soll die Rolle des verletzten Hernandez übernehmen, er kann sowohl in der Innenverteidigung als auch links spielen, gilt als zuverlässiger Spieler mit guter Spieleröffnung. Seine Wege mit seinem alten Verein Ajax Amsterdam trennten sich im Dezember nach atmosphärischen Störungen. Gespannt warten viele auch darauf, ob die Bayern ihren Werbevertrag mit Katar verlängern, der ja kritisiert wird. Vielleicht war es ein Omen, dass die Münchner im Trainingslager in Doha von Regenwetter empfangen wurden. Katar könnte sie im Regen stehen lassen.

Rund um die Wechsel gibt es seltsame Gerüchte und Begebenheiten. Ist Marco Reus wirklich so interessant, dass sich die Saudis für ihn interessieren? Angeblich soll er ein Angebot vom neuen Ronaldo-Klub Al Nassr haben. Gut, finanziell würde sich das für ihn sicher lohnen, aber mit Dortmund ist er vielleicht noch nicht fertig. Interessanter für die Saudis sind sicher die Weltstars Modric und Ramos, die ebenfalls gehandelt werden. Manche Spieler wollen unbedingt wechseln und unternehmen alles. Freiburgs Offensivspieler Roland Sallai hat schon dreimal die Berateragentur gewechselt, um einen Vertrag in England zu bekommen. Seltsam, vor einem Jahr hat er in Freiburg noch verlängert. Eine gute Nachricht: In Dortmund ist Sebastian Haller nach seiner Krebserkrankung wieder im Training. Und ist es für Hansi Flick eine gute Nachricht, dass Thomas Müller auch weiterhin der Nationalmannschaft zur Verfügung stehen will? Wir werden sehen.

Der Wintersport leidet

Ein trauriges Bild bietet sich derzeit den Wintersportfans, durch eine braune Landschaft ziehen sich schmale weiße Bänder, auf denen die Wettbewerbe stattfinden. Nur auf der Pokljuka in Slowenien war es beim Biathlon weiß, aber ab Mittwoch bietet sich in Ruhpolding das traurige Bild. Große Stimmung wird auch nicht aufkommen, wenn die Biathleten nur hinterherlaufen. Auch die Skispringer sahen der Konkurrenz bei der Vierschanzentournee nur hinterher. Der Norweger Holger Egen Granerud siegte, Andreas Welllinger war als Elfter bester Deutscher. Besser die Frauen, Katharina Althaus siegte in Sapporo. Der Name Katharina scheint den Erfolg zu garantieren, Katharina Hennig sorgte bei der Tour de Ski mit einem Etappensieg für ein seltenes Ereignis des deutschen Langlauflagers. Die Tour-Siege gingen nach Norwegen.

Jede Woche derzeit auch eine traurige Meldung. Nicht nur der Wintersport trauert um Rosi Mittermaier, die Gold-Rosi gewann alle Herzen in Deutschland. Vor 47 Jahren war sie die Heldin mit zwei Olympiasiegen in Innsbruck in Slalom und Abfahrt, dazu Silber im Riesenslalom. Da Olympia auch als Weltmeisterschaft gewertet wurde und sie die Kombination gewann, war Gold-Rosi auch dreifache Weltmeisterin. Danach beendete sie spontan mit 25 Jahren ihre Karriere. Sie wollte „einfach nur noch Spaß am Skifahren haben“ und war aber mit zahlreichen PR-Auftritten in der Öffentlichkeit immer präsent und sympathisch. Ihre Ehe mit Slalom-As Christian Neureuther galt als vorbildlich, Sohn Felix wurde der erfolgreichste deutsche Skifahrer. Nach einem Krebsleiden starb mit Rosi Mittermaier jetzt einer der nettesten Menschen, die der Sport-Grantler gekannt hat. Ihr zweiter Vorname war übrigens Katharina…