Masters in Augusta: Von dem Turnier träumen alle Golfer

von knospepeter

Es ist wieder soweit, am Donnerstag beginnt das „The Masters“, nicht irgendein Major-Turnier, sondern der Saison-Höhepunkt im Golf. Im Profi-Golf natürlich, doch von diesem Turnier träumen alle Golfer, nach dem Motto „einmal in Augusta spielen…“ Das wird allerdings kaum möglich sein, der Augusta National GC gilt als der exklusivste Klub der Welt, viele Geheimnisse ranken sich um ihn, selbst die genaue Zahl der Mitglieder ist nicht bekannt, es sollen rund 300 sein. Spielen darf man nur auf Einladung – auch die Profis beim Masters. Für Frauen war der Klub ewig tabu, erst 2012 wurde der Männerklub geöffnet, als erstes weibliches Mitglied wurde die damalige US-Außenministerin Condoleezza Rice aufgenommen.

In Georgia startet das 88. Masters mit 89 Spielern, selbst aus der rebellischen Saudi-Tour LIV sind 13 Golfer dabei, so hat der abtrünnige Spanier Jon Rahm als Titelverteidiger sowieso lebenslanges Startrecht. Der derzeit beste Spieler der LIV-Tour, der Amerikaner Talor Gooch wurde allerdings nicht eingeladen. Die besten Aussichten werden der Nummer 1 der Welt, dem Amerikaner Scottie Scheffler, eingeräumt, von einer erfolgreichen Titelverteidigung träumt natürlich Jon Rahm, er möchte wieder das berühmte „Green Jacket“ tragen, doch eine Wiederholung des Erfolgs gelang zuletzt 1979 einem Spieler namens Fuzzy Zoeller. Der größte Träumer dürfte Rory McIllroy sein, der Nordire hat im Golf quasi alles gewonnen, 38 Titel, vier Major-Siege, war lange Zeit Nummer 1 der Welt, aber auch nach 16 Teilnahmen fehlt ihm ein Masters-Erfolg. Er stand schon einmal kurz vor dem Sieg, schaffte im letzten Jahr aber nicht einmal den Cut. Als eine Art Geheimfavorit wird das schwedische Talent Ludvig Aberg gehandelt, der 24-Jährige ist Neunter der Weltrangliste und dennoch Debütant.

Ein großer Traum geht für Stephan Jäger in Erfüllung. Der gebürtige Münchner erlernte das Spiel in München-Eichenried, dem Austragungsort der jährlichen BMW-Open, lebt aber seit seinem 16. Lebensjahr in den USA. Das Golfspiel zog ihn als Teenager in die Highschool im Bundesstaat Tennessee, wo er mit Ehefrau Shelby und dem 16 Monate alten Sohn Harrison Fritz bis heute lebt. In Amerika ging es bei ihm lange Zeit auf und ab, ein Jahr hatte er die PGA-Startberechtigung, dann wieder nicht, schaffte aber immer wieder die Rückkehr. Jetzt hat er den Durchbruch geschafft, gewann kürzlich die Texas Open in Houston, kassierte dafür 1,638 Millionen Dollar Preisgeld, aber wichtiger waren für ihn die Startberechtigung für die PGA-Tour für zwei Jahre und das Ticket für das Masters. Damit hatte er den Traum seiner Frau erfüllt: „Spiel gut, gewinne, dann fahren wir zum Masters.“ Es war der erste Tour-Sieg für den 43. der Weltrangliste!

Jäger vertritt allein die deutschen Farben, die in Augusta bereits glänzten. Deutschlands Vorzeigegolfer Bernhard Langer gewann das Masters gleich zweimal 1985 und 1993. Martin Kaymer und Alexander Cejka siegten zwar auf der Profi-Tour, aber nie beim Masters. Der 66-jährige Langer wollte trotz lebenslangem Spielrecht in diesem Jahr seinen Abschied geben, aber ein Achillessehnenriss kam dazwischen, jetzt will er ein letztes Mal 2025 starten. Kaymer hat sich des Geldes wegen für die LIV-Tour entschieden, zeigt aber keine gute Form und landet meist im letzten Drittel des Feldes. Alexander Cejka hat sich zur Champions Tour der über 50-Jährigen verabschiedet, ist dort aber ziemlich erfolgreich. Das deutsche Golf spielt international ansonsten keine große Rolle mehr, Stephan Jäger könnte für einen Weckruf gesorgt haben, nachdem sogar die Tagesschau über seinen Tour-Sieg berichtete.

Vom Masters träumen alle – auch Golf-Ikone Tiger Woods. Der erfolgreichste Spieler der Neuzeit, dessen Karriere im Februar 2021 durch einen schweren Autounfall brutal gebremst wurde, will in Augusta antreten und wird dann auch gleich zum großen Star. Doch wie gut ist er wirklich, nachdem er unter Rücken- und Fußproblemen leidet und meist nur unter Schmerzen spielen kann? Er hat auf der Tour wieder lange pausieren müssen und nur wenige Turnier-Löcher in letzter Zeit spielen können. Aber er will dabei sein, „ich liebe den Wettkampf und das Spiel. Es ist das Spiel meines Lebens“, gesteht der inzwischen 48-Jährige. Der Ball ist sein Freund, das Publikum wird ihn wieder feiern, aber der Platz wird auch von Jahr zu Jahr schwieriger. Das Masters will sich dem Ruf als größtes Turnier der Welt schließlich würdig erweisen.