Das Sportjahr 2024 hat Spaß gemacht! Was bringt 2025?
von knospepeter
Es geht ja nicht nur um Titel und Medaillen, sondern oft ist die Stimmung entscheidend, ob eine Veranstaltung Spaß macht oder nicht. Und da war 2024 ein Sportjahr, das Spaß gemacht hat. Die beiden Großereignisse Olympische Sommerspiele in Paris und Fußball-Europameisterschaft in Deutschland begeisterten vor allem durch ihre einzigartiges Ambiente (Paris) und die tolle Stimmung rund um die Wettkämpfe (bei beiden). Der sportliche Erfolg trat da (fast) in den Hintergrund. 2025 bringt keine Großereignisse dieser Art, aber ein interessantes Sportjahr dürfte es trotzdem werden. Im Mittelpunkt dabei die aufgeblasene Klub-Weltmeisterschaft im Fußball mit 32 Vereinen, die außer bei der FIFA selbst bei allen umstritten ist.
Aber erinnern wir uns erst an die großen Momente von 2024. Paris zeigte der Welt wie Olympia geht. Die französische Metropole war eine echte Olympia-Stadt, die Organisatoren wagten es, die ganze Stadt mit ihre prächtigen Bauwerken zu einer einzigartigen Sportstätte zu machen. Beachvolleyball am Eiffelturm, Reiten am Schloss Versailles oder Fechten im Grand Palais sind nur einige Beispiele. Der Fluss Seine wurde zum Mittelpunkt, die Eröffnungsfeier fand erstmals nicht in einem Stadion statt, sondern auf dem Wasser. Paris hat viel gewagt und viel gewonnen. Das wird kaum wiederholbar sein, auch wenn sich in Deutschland Politik und Sport bei ihren Gedanken über eine Bewerbung für die Spiele 2040 mit den Städten Berlin und München an Paris orientieren wollen.
Sportlich waren die Spiele für Deutschland in der Gesamtbilanz eher eine Enttäuschung. Zu den führenden Nationen gehört Deutschland im Spitzensport nicht mehr. 33 Medaillen (12 Gold, 13 Silber, 8 Bronze) waren nicht das, was sich die Verbände erhofft haben. Rang 10 im Medaillenspiegel verdeutlicht das Mittelmaß. Erfolgreichste Nation war die USA mit 126 Medaillen (40-44-42) vor China (91/40-27-24) und Japan (45/20-12-13). Beste Nation Europas war Gastgeber Frankreich, der zwar 64 Medaillen holte (16-26-22), aber weniger Gold als Japan und Australien.
Jubel im deutschen Team gab es natürlich schon, nennen wir vor allem diejenigen, die dann als Sportler des Jahres ausgezeichnet wurden, nämlich die überragende Sportgymnastin Darja Varfolomeev, Ruderer Oliver Zeidler, für den nach früheren Olympia-Enttäuschungen ein Traum in Erfüllung ging, und vor allem die 3×3 Basketballerinnen, die in der neuen Sportart wohl das überraschendste Gold holten. Eine besondere Leistung vollbrachte auch Dressurreiterin Isabell Werth, die Gold in der Equipe und Silber im Einzel holte. Ihre Olympia-Bilanz insgesamt sind achtmal Gold und sechsmal Silber, damit löste sie die Kanutin Birgit Fischer als erfolgreichste deutsche Olympionikin ab.
Die Fußball-Europameisterschaft beeindruckte ebenfalls mit einer Lockerheit und guter Stimmung, die an das Sommermärchen der WM 2006 erinnerte, selbst das Ausscheiden der deutschen Mannschaft im Viertelfinale tat dieser Begeisterung keinen Abbruch. Allerdings war das Ausscheiden sehr schmerzhaft, in der 106. Minute (also Verlängerung!) war der Ball nach einem Schuss von Jamal Musiala auf dem Weg zum 2:1, Spaniens Verteidiger Cucurella wehrte mit dem ausgestreckten Arm vor der Torlinie ab, was Schiedsrichter Taylor aber nicht als Hand und Elfmeter wertete. So gewann Spanien nach einem Treffer 13 Minuten später mit 2:1 und wurde Europameister. Die deutsche Nationalmannschaft ging aber ehrenvoll unter, begeisterte mit ihrem erfrischenden Spiel und hat sich unter Bundestrainer Julian Nagelsmann wieder in die Herzen der Fans gespielt. Als nächste große Aufgabe steht die Nations League an, dazu beginnt 2025 die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2026.
Zurück in die Herzen der Fans hat sich auch die Frauen-Nationalmannschaft gespielt, die bei Olympia Bronze gewann und damit ihrem Interimstrainer Horst Hrubesch einen tollen Abschied ermöglichte. Christian Wück heißt sein Nachfolger, der nun auf eine erfolgreiche Europameisterschaft seiner Mädchen im Sommer in der Schweiz hofft. Im Vereinsfußball war Bayer Leverkusen die Mannschaft des Jahres. Bayer holte unter Trainer Xabi Alonso das Double und blieb in der Bundesliga in der Saison 2023/24 als erste Mannschaft überhaupt ungeschlagen. Bayern München hatte als Dritter nach elf Titeln in Folge und einem Jahr ohne Pokal keinen Spaß an 2024. Leverkusen dagegen kam zudem ins Finale der Europa League, erlitt da aber gegen Bergamo die erste Niederlage. Ein bitteres Finale auch für Borussia Dortmund, das in der Bundesliga schwächelte, aber international für Furore sorgte, im Endspiel der Champions League jedoch Real Madrid mit 0:2unterlag.
2025 ein Zwischenjahr mit Höhepunkten
Gute Stimmung und Spaß sollte es auch 2025 geben, das ein sogenanntes Zwischenjahr ist, ohne Olympische Spiele und Fußball-Weltmeisterschaft. Dennoch gibt es genügend Weltmeisterschaften und hochwertige internationale Turniere in vielen Sportarten. Die FIFA wollte dennoch im Mittelpunkt stehen und motzte die kleine Klub-Weltmeisterschaft mit den kontinentalen Sieger zu einem großen Turnier mit 32 Mannschaften auf. Gleich zwölf europäische Mannschaften (nicht alle Meister!) sind dabei, aus der Bundesliga Bayern München und Borussia Dortmund. Meister Leverkusen fehlt, weil es nach einem internationalen Ranking ging. Von 15. Juni bis 13. Juli wird in den USA gespielt, wobei das Turnier als Test für die WM 2026 in Mexiko, USA und Kanada gilt. Der Termin macht aber Sorgen, weil die Spitzenspieler kaum Erholungspausen im Sommer bekommen, zumal auch im Rest des Jahres der Terminkalender voll ist. Spieler und Trainer protestierten bereits gegen diese zusätzliche Belastung. So wird vom 4. bis 8. Juni die Endrunde in der Nations League ausgespielt, da könnte auch Deutschland dabei sein, das sich im März gegen Italien qualifizieren muss. Die Fußball-Frauen haben ihr großes Turnier mit der Europameisterschaft vom 2. bis 27. Juli in der Schweiz, Bundestrainer Christian Wück träumt da von einem Medaillengewinn des DFB-Teams.
2025 ist ein Jahr der Weltmeisterschaften, vor allem im Wintersport. Den Start zur WM-Reihe gibt aber Handball mit der Weltmeisterschaft vom 14. Januar bis 2. Februar in Kroatien, Dänemark und Norwegen. Auch hier hat Deutschland als Silbermedaillengewinner von Paris eine Medaille im Visier. Die erste attraktive WM im Wintersport ist die alpine Ski-WM vom 4 bis 16. Februar in Saalbach-Hinterglemm in Österreich, die nordische Ski-WM findet vom 26. Februar bis 9. März in Trondheim/Norwegen statt. Dazwischen liegt die Biathlon-WM vom 12. bis 23. Februar in Lenzerheide in der Schweiz. Den WM-Reigen der publikumsträchtigen Sportarten beschließt die Leichtathletik vom 13. bis 21. September in Tokio. Dazwischen liegen viele Höhepunkte, Masters- und Grand-Slam-Turniere im Tennis Golf. Die Formel 1 startet am 16. März in Melbourne und beschließt die Saison mit dem 24. Rennen am 7. Dezember in Abu Dhabi.
Es ist also wieder viel los im Sportjahr 2025, der Sport-Grantler wünscht seinen Leserinnen und Leser viel Spaß, vor allem aber alles Gute und Gesundheit im neuen Jahr.