Letzter WM-Titel 2007: Handball-Team träumt wieder
von knospepeter
Die Durststrecke ist lang, aber die Hoffnung groß. Seit 18 Jahren gewann die Handball-Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften keine Medaille mehr, doch das soll jetzt anders werden, eigentlich schon in den nächsten Wochen bei der WM , die in drei Ländern ausgetragen wird, in Kroatien, Dänemark und Norwegen. 2024 macht nämlich Mut, dass es 2025 wenigstens mit einer Medaille klappen kann, am liebsten natürlich Gold. Unter dem Isländer Alfred Gislason, der seit März 2020 Bundestrainer ist, ging es stetig aufwärts, Platz vier gab es bei der Heim-EM vor einem Jahr, die Krönung bisher Platz zwei bei Olympia in Paris. Da darf man schon von Platz 1 bei der WM vom 14. Januar bis 2. Februar träumen!
Viele im Verband hoffen eine neue „Goldene Generation“. Bereits bei Olympia haben junge Spieler Verantwortung übernommen, die neuen Aushängeschilder sind Juri Knorr (Rhein-Neckar-Löwen), Renars Uscins (Hannover-Burgdorf), Marko Grgic (Eisenach) und Julian Köster (Gummersbach). Dazu gibt es mit Routinier Andreas Wolff (Kiel) und Jungstar David Späth (Rhein-Neckar-Löwen) ein überragendes Torhüter-Gespann. So gibt Kapitän Johannes Golla (Flensburg) das Ziel aus: „Wir wollen auf jeden Fall das Halbfinale schaffen und um die Medaillen spielen.“
Bundestrainer Gislason freut sich zwar über die „tolle Atmosphäre“ im Team, der 65-jährige Coach bremst aber, er sieht ein Trio im engen Favoritenkreis, an der Spitze Dänemark, „die sind klarer Favorit“. Am Titelverteidiger scheiterte Deutschland auch im Olympia-Finale deutlich. Dahinter sieht der Trainer noch Frankreich und Schweden vor Deutschland „und ein paar andere auf unserer Höhe“. Dänemark ist übrigens für das DHB-Team auf jedem Fall eine Hürde auf dem Weg ins Finale. Übersteht Deutschland die Gruppenphase gehört der Weltmeister und Olympiasieger zu den Gegnern in der Hauptrunde.
In der Gruppe A in der dänischen Handball-Hochburg Herning gibt es für das DHB-Team keine unüberwindbaren Hürden. „Alles starke Gegner, wir dürfen nicht leichtsinnig sein“, warnt der Trainer vor Polen (15.1. 20.30 Uhr), der Schweiz (17.1., 20.30 Uhr) und Tschechien (19.1., 18.00 Uhr). Die ersten drei Mannschaften kommen weiter, in der Hauptrunde I in Oslo warten die drei besten Teams der Gruppe B, die Dänemark, Italien, Algerien und Tunesien bilden. Hier geht es dann um zwei Plätze für das Viertelfinale. Dies könnten dann Dänemark und Deutschland sein…
Zukunftsgedanken, erst zählen die Gruppenspiele. Gislason hat fast seinen stärksten Kader zur Verfügung, muss aber den Ausfall von Rückraumspieler Sebastian Heymann und Kreisläufer Jannik Kohlbacher (beide Rhein-Neckar-Löwen) verkraften. Tim Zechel (Magdeburg), der von seiner Nominierung auf einer Kreuzfahrt erfuhr, und Lukas Stutzke (Hannover) rückten nach. Mit 18 Spielern reist das Team nach Dänemark (19 im Kader, einer muss zu Hause bleiben), 16 dürfen für ein Spiel nominiert werden.
Sollte der Traum von einer Medaillen platzen, dann wird Handball-Deutschland dennoch weiter träumen, nach dem Motto „wir haben eine Mannschaft der Zukunft“.
Das Aufgebot: Tor: Joel Birlehm (Hannover), David Späth (Rhein-Neckar-Löwen), Andreas Wolff (Kiel). Feld: Rune Dahmke, Lukas Zerbe (beide Kiel), Justus Fischer, Renars Uscins (beide Hannover), Juri Knorr (Rhein-Neckar-Löwen), Johannes Golla, Lukas Stutzke (beide Flensburg), Marko Grgic (Eisenach), Timo Kastening (Melsungen), Julian Köster (Gummersbach), Nils Lichtlein (Füchse Berlin), Lukas Mertens, Tim Zechel (beide Magdeburg), Franz Semper, Luca Witzke (beide Leipzig), Christoph Steinert (Erlangen).