Handballer haben eine WM-Medaille buchstäblich verschenkt
von knospepeter
Wieder keine Medaille für die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft. Seit 18 Jahren wartet der DHB darauf, doch so nah wie diesmal in Oslo war man selten. 30:31 gegen Portugal im Viertelfinale, Entscheidung in letzter Sekunde der ersten Verlängerung. War das einfach Pech? Nein, die Mannschaft hat eine Medaille buchstäblich verschenkt. Es wurden viele Fehler gemacht, auch von Bundestrainer Alfred Gislason, der seine Hand schützend über die Mannschaft hielt und von „einem Schritt nach vorn“ sprach. Das war es nicht, es war eine bittere, eigentlich vermeidbare Niederlage.
Bester Beweis dafür die Reaktion von Torhüter Andreas Wolff, der sich besonders ärgerte, ja sogar tobte, weil er sein Team mit sensationellen Paraden immer wieder im Spiel hielt. Aber seine Vorderleute waren teils zu schläfrig (wieder den Start versaut), zu konzentriert (beim entscheidenden Tor nicht energisch genug) und vielleicht auch zu nervös. Vor allem im Angriff, wo oft überhastet geschossen wurde und die Angriffe nicht gut genug ausgespielt wurden. Die Portugiesen waren schneller, konzentrierter und angriffslustiger. Sie haben sich das Halbfinale verdient.
Die deutsche Mannschaft muss aus den Fehlern lernen, denn die Zukunft gehört durchaus dieser jungen Mannschaft um Juri Knorr, Renars Uscins und Julian Köster. Viele haben den U21-Weltmeister Max Beneke vermisst, ein 1,98 m langer Kerl mit Wurfgewalt von den Füchsen Berlin. So einer hat dem Team gefehlt. Leider gab es Ausfallsorgen (Knorr, Semper, Dahmke), aber auch Fehler vom Trainer. Gislason hätte Mittel finden müssen, um die Burschen rechtzeitig munter zu machen, es geht nicht an, in jedem Spiel erst einmal in Rückstand zu geraten. Er hat aber auch die Stützen der Mannschaft zu oft und zu lange ins Gefecht geschickt, so wirkte Uscins überspielt, kam nicht in die tolle Form von Olympia. Den Flow von Paris haben die Silbermedaillengewinner diesmal nicht erwischt. Sie mussten sich alles mühsam erarbeiten. Am Ende hat es nicht gereicht.
Die nächste Weltmeisterschaft findet 2027 in Deutschland statt. Diese einmalige Gelegenheit muss man für einen Medaillengewinn nutzen. Wenn nicht zu Hause vor den heißen Fans, wann dann? Handball löst durchaus Begeisterung im Lande aus, sieben Millionen Zuschauer sahen an den Bildschirmen das Aus gegen Portugal. Gibt es Siege zu Hause, sind schon heute Rekordzahlen garantiert!
Bei der Ski-WM sind deutsche Medaillen Mangelware
Die Handballer fuhren also ohne Medaillen nach Hause, das kann der deutschen Ski-Mannschaft bei der alpinen Weltmeisterschaft vom 4. bis 16. Februar in Saalbach-Hinterglemm in Österreich auch passieren. Die Mannschaft ist zwar groß, doch die Medaillenhoffnungen sind klein. Genau genommen haben nur Lena Dürr und Markus Straßer im Slalom eine realistische Chance. Vielleicht erwischt noch Speed-Queen Kira Weidle-Winkelmann einen guten Tag und sorgt für eine Überraschung.
Lena Dürr darf sich berechtigte Hoffnungen auf eine Medaille machen, doch sicher ist im Slalom bekanntlich nichts. Aber wer 2023 schon Bronze holte und im Weltcup mehrmals auf dem Podest stand, der gehört zum Favoritenkreis. Top-Favoritinnen sind allerdings andere, so die 21-jährige Kroatin Zrinka Ljutic, die der Elite zuletzt die Skienden zeigte. Aber vielleicht kommt auch die Ski-Königin Mikaela Shiffrin (USA) nach ihrer Verletzung rechtzeitig in Form. Das darf man von ihrer Landmännin Lindsay Vonn nicht erwarten, die zwar mit ihrem Comeback für Schlagzeilen sorgte, aber noch nicht mit guten Leistungen. Ihr Ziel, so sagt sie, ist eine Medaille bei Olympia 2026 in Cortina.
Bei den Männern bekommt es Markus Straßer mit einer ganzen Reihe von Mitbewerbern zu tun, einen klaren Favoriten gibt es nicht und so wird die Tagesform und ein bisschen auch das Glück am Schlusstag entscheidend sein. Bei den Männern sind ansonsten alle Augen auf den Schweizer Marco Odermatt gerichtet, der die Ski-Welt derzeit dominiert. Aber alle Rennen kann er auch nicht gewinnen…
ARD und ZDF übertragen in Deutschland ausführlich von der Ski-WM, die Kollegen in Österreich versprechen besondere Übertragungen, so setzt der ORF 54 Kameras und 4 Drohnen ein. Motto: Wir wollen nah dran sein. Na dann viel Spaß.