Die Fußball-Bundesliga gibt Rätsel auf
von knospepeter
In der Hinrunde kamen mehr Zuschauer zu den Spielen der Fußball-Bundesliga als im Vorjahr. An der Spannung kann es nicht gelegen haben, denn an der Tabellenspitze liegen die führenden Teams Bayern, Leverkusen und Frankfurt je acht Punkte auseinander, am Tabellenende tragen mit Heidenheim, Bochum und Kiel drei Mannschaften ihre „Keller-Meisterschaft“ aus. Was also ist der Grund des Zuspruchs? Die Antwort könnte sein: Um dieses Rätsel zu lösen, lohnt ein Blick auf die Ergebnisse und da wird erkennbar, die Bundesliga gibt Rätsel auf. Überraschungen sind garantiert!
Eine Konstante gibt es nicht. Selbst bei Tabellenführer Bayern München kann man sich nicht sicher sein, welche Leistung geboten wird. Immerhin: Der Abstand zu Verfolger Bayer wurde gehalten und beim 4:0 gegen den Tabellendritten Frankfurt war wieder ein Hauch der starken Vorrunde zu spüren. Vorher war eher die Unsicherheit groß, ob die Münchner nicht wie in den Vorjahren in der Rückrunde Probleme hätten. Zur Erinnerung: In der Rückrunde der letzten Saison waren die Bayern gerade mal Fünfter! Deshalb hofft Verfolger Bayer noch („Wir setzen sie unter Druck“) und will eine Konstante bleiben. Trainer Xabi Alonso kann bei seinem Kader aus dem Vollen schöpfen, Vincent Kompany hofft von Spiel zu Spiel, dass kein Leistungsträger ausfällt. Angeschlagen sind derzeit Torjäger Kane, Mittelfeld-Stratege Kimmich und Wirbler Musiala. Da schläft kein Trainer ruhig. Das sind Rätsel anderer Art. Aber die Bayern kennen des Rätsels Lösung: Im Februar/März müssen die Spiele gewonnen werden, damit es im Mai Titel zu feiern gibt.
Die Rätsel der Liga bleiben. Was ist mit Leipzig und Dortmund los? RB spielte in den letzten sechs Spielen fünfmal Unentschieden! So rutschte man aus den Champions-League-Plätzen, dort liegen Frankfurt und Freiburg (Rätsel: Wie machen die denn das?), auch Mainz liegt vor Leipzig. Und Dortmund will noch dort hin, der Rückstand wurde auf sieben Punkte verkürzt, das 6:0 gegen Union Berlin war ein Statement, aber das Rätsel bleibt ja: Schafft die Borussia endlich konstant gute Leistungen? Torjäger Guirassy schießt nicht immer vier Tore. Nächste Auflösung am Samstag bei St. Pauli. Im Mittelfeld liegen Teams, die gern nach oben schielen, doch Wolfsburg, Gladbach und Bremen kommen auf Dauer nicht richtig voran. Dazu gesellt sich plötzlich Augsburg, das in der Rückrunde noch ungeschlagen ist. Das Rätsel über den Erfolgsweg ist gelöst: Eine starke Abwehrleistung. Dahinter kommen Union Berlin und Hoffenheim einfach nicht auf die Füße, trotz Trainerwechsel. Das Rätsel bleibt. Am Tabellenende muss das Rätsel gelöst werden, wer es in die Relegation schafft. Bochum punktete dafür in Wolfsburg, Heidenheim als Platzhalter verteidigte in Leipzig die Position. Das 2:2 war der erste Punkt in der Rückrunde. Geht es jetzt aufwärts?
Übrigens: Seltsames auch in der 2. Bundesliga. Dort zeigt der Hamburger SV im Gegensatz zu den letzten Jahren starke Frühlingsgefühle(erfolge) und wurde von Trainer-Neuling Polzin wiederbelebt. Das Wochenende war perfekt: Von den ersten neun Mannschaften holte nur der HSV drei Punkte!
Letzte Chance für die Bayern
Jetzt kopiert praktisch die Champions League die nationalen Ligen, die Auslosung des Achtelfinales brachte interne Duelle, auf die früher länger verzichtet wurde. Ausgerechnet Bayerns früherer Torjäger Giovanni Elber zog das Duell der Münchner gegen Bayer Leverkusen. Atletico Madrid wäre die Alternative gewesen und so kommt das Madrider Derby hinzu. Bayern hat Mittwoch, 5. März, zuerst Heimrecht und muss am 11. März nach Leverkusen. Das nächste Rätsel: Können die Bayern gegen Bayer nach fünf vergeblichen Versuchen gewinnen? Es ist vielleicht die letzte Chance Xabi Alonso zu besiegen, denn er könnte ja im Sommer Leverkusen verlassen. Dortmund ist gegen Lille optimistischer (4./12. März). Das Schlagerspiel heißt Paris – Liverpool, außerdem spielen Brügge – Aston Villa, Eindhoven – Arsenal, Feyenoord Rotterdam – Inter Mailand und Benfica Lissabon – FC Barcelona. Eintracht Frankfurt hat in der Europa League Ajax Amsterdam zugelost bekommen. Heidenheim ist in der Conference League unglücklich gegen Kopenhagen ausgeschieden (1:3 n. V.) und verpasst so ein weiteres Duell mit Chelsea London.
Im Schatten der internationalen Wettbewerbe steht der DFB-Pokal, wo nach dreiwöchiger Pause die letzten beiden Viertelfinals gespielt werden. Werder Bremen ist in der Bundesliga von der Rolle (drei Niederlagen in Folge), da könnte auch Drittligist Arminia Bielefeld zum Stolperstein werden (Dienstag), danach gibt es am Mittwoch das Duell zweier Bundesligisten, die am Wochenende nicht gewinnen konnten, Leipzig erwartet Wolfsburg. Zur Erinnerung: Titelverteidiger Leverkusen (3:2 n. V. gegen Köln) und Stuttgart (1:0 gegen Augsburg) sind schon im Halbfinale (1./2 April).
Frauen noch nicht in EM-Form
„Hauptsache nicht verloren“ könnte man zum 2:2 der deutschen Frauen-Nationalmannschaft in der Niederlande sagen. Die Tore von Schüller und Nüsken reichten nicht, die Wolfsburgerin Beerensteyn traf zweimal für die Gastgeberinnen. In EM-Form waren die Schützlinge von Bundestrainer Christian Wück noch nicht, offenbarten vor allem spielerische Mängel. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, war sein logisches Fazit. Jetzt geht es am Dienstag (18.15 Uhr) in Nürnberg gegen Österreich, das zum Auftakt Schottland 1:0 schlagen konnte. Ein Sieg ist also Pflicht. Die Essener Torhüterin Sophie Winkler musste allerdings verletzt abreisen, dafür wurde das Bayerrn-Talent Ena Mahmutovic nachnominiert. Schon vorher hatte Wück mit Alara Sehitler ein weiteres Bayern-Talent von der U23 zum A-Team geholt. Wie Österreich (das auf Sarah Zadrazil/Bayern verzichten muss) besiegt werden soll, hat der Bundestrainer deutlich gemacht: „Ich glaube, Flanken und Kopfbälle sind unser Markenzeichen.“
Medaillensammlerin Franziska Preuß
Die Biathletin Franziska Preuß hat sich ihren Traum erfüllt, endlich Weltmeisterin. Bei der WM in der Lenzerheide (stimmungsvoll und von der Sonne verwöhnt) wurde sie zur Medaillensammlerin, gewann außer Gold in der Verfolgung und Silber im Sprint zudem zweimal Bronze in Staffeln. Am Schluss war im Massenstart noch einmal ein Medaille drin, doch da wurde sie von ihrem alten Pech verfolgt: Die Ski waren zu langsam, außerdem litt sie unter Bauchschmerzen. Mit nur einem Fehlschuss wäre bei besseren Bedingungen sogar wieder Gold möglich gewesen. Siegerin Elvira Öberg (Schweden) hatte immerhin zwei Fehlschüsse. Die Frauen überzeugten, so die Talente Selina Grotian und Julia Thannheimer, die Männer enttäuschten, mit einer Ausnahme: Bronze in der Staffel war eine Sensation, begünstigt durch schwache Schweden. Norwegen siegte vor Frankreich. Die Franzosen dominierten allerdings die WM, holten 13 Medaillen, davon sechsmal Gold. WM-Königin war Julia Simon mit viermal Gold! Der Norweger Johannes Thingnes Bö verabschiedete sich mit seinem 23. WM-Titel und Bronze im Massenstart. Nach der Saison will er seine Karriere wie Bruder Tarje beenden.
Die Biathleten dürfen am kommenden Wochenende durchschnaufen, dann stehen noch drei Weltcup-Events auf dem Programm, wobei Franzi Preuß dabei um ihren ersten Weltcup-Gesamtsieg kämpft. Wenn alles stimmt, sollte es möglich sein. Weiter geht es vom 6 – 9. März in Nove Mesto/Tschechien, danach folgt Pokljuka/Slowenien (13. – 16. März) und das Finale in Oslo/Norwegen (21. – 23. März).
Auf ein WM-Fieber müssen die Wintersportfans nicht verzichten, es folgt ab Mittwoch (bis 9 März) die Nordische Ski-Weltmeisterschaft in Trondheim/Norwegen. Die Alpinen hatte ja gerade mal eine Bronze-Medaille eingesammelt, da könnte es bei den Nordischen schon mehr werden. Chancen haben vor allem die Frauen: Die Skispringerinnen Selina Freitag und Katharina Schmid sind immer für einen Podestplatz gut, in der Nordischen Kombination sorgte die 19-jährige Nathalie Armbruster gerade für den überhaupt ersten deutschen Sieg in der relativ neuen Disziplin und im Langlauf könnten Victoria Carl und Katharina Hennig trotz der skandinavischen Übermacht mal vorne dabei sein. Bei den Herren ruhen die Hoffnungen vor allem auf Kombinierer Vincenz Geiger, im Skispringen war anfangs der Saison Pius Paschke der Überflieger, zuletzt aber war er ebenso wie Andreas Wellinger und Karl Geiger nicht mehr in Form. Vielleicht platzt der Knoten, so dass einer vorneweg und nicht alle hinterher fliegen. Im Langlauf kämpft Fridolin Moch um eine ehrenvolle Platzierung, von Medaillen darf man nicht mal träumen.
Bemerkenswert noch eine Bestmarke im alpinen Skisport: Die Amerikanerin Mikaela Shiffrin gewann in Sestriere den Slalom und feierte damit ihren 100. Weltcup-Sieg! Rekord!