Neues in der Formel 1: Spannung ist garantiert!
von knospepeter
Die Formel 1 war in letzter Zeit und in vielen Jahren vor allem auch ein Synonym für Langeweile, oft beherrschte ein Rennstall das Geschehen, die Titel wurden in Serie vergeben. Nach Lewis Hamilton mit Mercedes herrschte in den letzten vier Jahren Max Verstappen mit Red Bull. Doch schon in der letzten Saison zeichnete sich ab, dass sich die Zeiten ändern könnten. Verstappen wurde zwar noch einmal Weltmeister, aber McLaren holte den Konstrukteurstitel – nach 26 Jahren Abstinenz. Nicht nur das lässt für die Weltmeisterschaft 2025, die am Sonntag in Melbourne/Australien beginnt, hoffen. Es gibt mindestens vier Teams, die für Siege gut sind und Ferrari-Boss Fred Vasseur prophezeit: „Es wird die spannendste WM seit 30 Jahren“. Vielleicht wird der Weltmeister endlich wieder einmal erst im letzten von 24 Rennen gekrönt, am 7. Dezember in Abu Dhabi.
Nach den Eindrücken der Testfahrten hat McLaren wieder das schnellste Auto. Vize-Weltmeister Lando Norris, der im Vorjahr oft zu zögerlich war und das Draufgängertum eines Max Verstappen vermissen ließ, verspricht: „Ich werde die Ellenbogen ausfahren“. McLaren ist übrigens mit Norris und Oscar Piastri neben Aston Martin (Alonso/Stroll) das einzige Team, das seine alte Fahrerpaarung behalten hat. Den spektakulärsten Wechsel vollzog Lewis Hamilton mit seinem Weggang von Mercedes 12 Jahren und 246 Rennen in Silber zu den Roten von Ferrari, wo er zusammen mit Charles Leclerc für Siege sorgen soll. Ein schnelles Auto wollen die Ingenieure hinstellen, dann könnte der schon 40-jährige Brite seinen Traum vom achten WM-Titel erfüllen. Mit sieben liegt er derzeit noch gleichauf mit Michael Schumacher.
Der Dritte im Bunde ist Red Bull, wo Sergio Perez gehen musste. Sein Nachfolger wurde der junge Neuseeländer Liam Lawson, der auch Verstappen mehr herausfordern soll. Der Weltmeister selbst erwartet endlich wieder ein schnelles und zuverlässiges Auto ohne Macken, damit er weiter Titel hamstern kann. Sollte dies nicht der Fall sein, gibt es zunächst Krach, am Ende vielleicht auch einen Wechsel zu Mercedes, das die Tür offen hält. Mercedes-Chef Toto Wolff sieht sein Team nicht in der Favoritenrolle, aber vorne mitfahren will man schon. Nachfolger von Hamilton wurde der erst 18-jährige Italiener Kimi Antonelli, angeblich das größte Talent im Motorsport. Die klare Nummer 1 ist allerdings George Russell. Antonelli hat nur einen Vertrag für ein Jahr. Muss er danach wieder den Platz für Verstappen frei machen?
Insgesamt sind zehn Marken mit 20 Boliden am Start in einer Saison, die spannend werden soll, aber auch die letzte vor dem großen Umbruch sein wird. Das Motorenkonzept ändert sich und neue Firmen kündigen sich an, so steigt auch Audi 2026 bei Sauber ein. In diesem Jahr wird der Rennstall von Nico Hülkenberg wohl keine Rolle spielen. Der einzige Deutsche im Fahrerfeld wurde schon in Hinblick auf 2026 verpflichtet und soll Entwicklungsarbeit leisten. Es ist die Frage, ob sich einige Teams im Starterfeld frühzeitig auf 2026 vorbereiten und die aktuelle Saison nur mit halber Kraft absolvieren. Für die Spitze wird das allerdings nicht gelten. Dass alle die Zukunft im Blick haben, lässt sich auch an der Verpflichtung von vielen jungen Fahrern erkennen. Der älteste Fahrer ist Fernando Alonso (Jahrgang 1981), der gleich 25 Jahre älter ist als das „Küken“ Antonelli (2006), das Durchschnittsalter aller Fahrer beträgt 26,75 Jahre.
Was das Interesse betrifft, befindet sich die Formel 1 international im Aufwind, vor allem in den USA steigt die Zahl der Fans, deshalb gibt es auch drei Rennen in Miami, Austin und Las Vegas. Deutschland steht dagegen im Abseits, auch wenn immer ein Rennen in Hockenheim ins Gespräch gebracht wird. Hierzulande sinkt aber auch das Interesse an der Formel 1, es gibt keinen Michael Schumacher und keinen Sebastian Vettel mehr, auch die Einschaltquoten im Fernsehen sinken. Sky bleibt der übertragende Sender im Pay-TV, gibt aber sieben Rennen für RTL im Free-TV frei. Dort hofft man, dass durch mehr Spannung auch die Zuschauerzahlen wieder steigen. Dann könnte es 2026 bei der Reformierung der Formel 1 vielleicht auch wieder einen Neuanfang im deutschen Fernsehen geben und vielleicht sogar auf der Rennstrecke.