Champions League in Gefahr! Infantino hat sie im Visier!
von knospepeter
Sogar Leser aus den USA haben dem Sport-Grantler kundgetan, dass sie sich auf die neue Saison der Champions League freuen. Aber wie lange können sie sich über die Königsklasse im Fußball noch freuen? Wer das Geschehen genau beobachtet, der wird merken, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino mit seinem Bestreben, die Klub-Weltmeisterschaft nicht nur alle vier, sondern alle zwei Jahre auszutragen, auf die Champions League zielt. Zwischen FIFA und UEFA gibt es nämlich wegen der CL Spannungen, Infantino sieht die anderen Kontinentalverbände damit im Hintertreffen und Europa bevorzugt. Was nicht stimmt, denn jeder ist seines Glückes Schmied. Der Hintergedanke von Infantino ist natürlich auch, dass die FIFA mehr kassieren kann und er findet Befürworter bei den Vereinen, denen es nur ums Geld geht. Für die Spieler wäre allerdings diese Konzentration eine Katastrophe, sprich nicht mehr verkraftbar. Da liegt es an den Vereinen, ihr Veto einzulegen, zumal die CL mit dem neuen Modus an Popularität gewonnen hat und mehr Vereine davon profitieren. Auch von einer neuen Superliga ist derzeit nicht die Rede.
Also freuen wir uns auf die neue Saison nach dem Ligensystem, das im letzten Jahr Premiere feierte und gut ankam. Nicht ganz glücklich waren die deutschen Vereine, denn nur Bayer Leverkusen konnte sich als Sechster direkt für das Achtelfinale qualifizieren. Jetzt geht es am Dienstag wieder los, wobei die Königsklasse die erste Woche für sich allein hat, es wird von Dienstag bis Donnerstag gespielt. Erst nächste Woche startet die Europa League, am 2. Oktober die Conference League.
Erster Starter der Bundesliga ist Borussia Dortmund, das zu Juventus Turin muss. Juve und Dortmund, da war doch was? Unvergessen, dass die Borussia 1997 im Finale in München gegen die Turiner mit 3:1 auftrumpfte, Lars Rickens Lupfer zum entscheidenden 3:1 war ein Tor für die Geschichte. Andererseits, von den neun Duellen mit dem BVB gewann Juve sechs. Die Borussia spielte letztes Jahr stark in der CL, lange Zeit schwach in der Bundesliga, ehe Niko Kovac als neuer Trainer kam. Dortmund war 10. in der Vorrunde, Turin nur 20. Beide Teams kamen aber gut in die Saison, Dortmund ist Zweiter, Juve nach drei Siege mit Neapel in der Serie A vorn.Weitere Gegner der Borussia sind Bilbao, Kopenhagen, Manchester City, Villarreal, Bodö/Glimt, Tottenham und Inter Mailand.
Auch für Meister Bayern München (im Vorjahr 12.) heißt es „da war doch was?“ mit Gegner Chelsea London,. Ein Tiefpunkt beim Finale dahoam 2012, als die Bayern im Elfmeterschießen verloren. Insgesamt ist die Bilanz gegen den Klub-Weltmeister positiv, es war nämlich die einzige Niederlage gegen Chelsea, ansonsten gab es vier Siege. Noch was macht den Bayern Mut, 21mal in Folge siegten sie im ersten CL-Spiel der Saison! Die Bayern kamen besser in die Saison als die Londoner, die Fünfter der Premiere League sind. Lustig: Chelsea hat bekanntlich mit Nicolas Jackson einen Stürmer an die Bayern ausgeliehen. Mit CL-Titelverteidiger Paris und Arsenal haben die Münchner zwei weitere dicke Brocken vor der Nase. So geht es weiter: Pafos, Brügge, Paris, Arsenal, Sporting Lissabon, Saint-Gilloise und Eindhoven. Ein schweres Programm. Chelsea ist zunächst der erste ernsthafte Saisontest.
Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt sind die weiteren zwei deutschen Teilnehmer. Bayer startet bei FC Kopenhagen, das Stadion liegt nicht weit von der Wohnung des neuen Trainers Kasper Hjulmand, der einen guten Einstand feierte und als dänischer Nationalcoach jahrelang in Kopenhagen residierte. Die Kopenhagener gewannen noch kein Heimspiel gegen einen deutschen Klub, das soll die Leihgabe aus Dortmund, Moukoko, ändern. Weitere Gegner sind Eindhoven, Paris, Benfica Lissabon, Manchester City, Newcastle United, Piräus und Villarreal. Fast durchweg schwere Gegner. Die Eintracht ist erstmals über die Liga in der CL dabei und hat gleich einen interessanten Gast mit Galatasaray Istanbul, das bekanntlich aufgerüstet hat (u. a. Leroy Sané und Ilkay Gündogan) und in Europa eine größere Rolle spielen möchte. Hoffnung: Gala gewann nur zwei Partien gegen Bundesligisten in zwölf Duellen.
Kein Tor für Gladbach und HSV
Schlechter kann ein Start kaum sein, wenn ein Verein in drei Spielen noch kein Tor erzielt hat. Kein Wunder also, dass Borussia Mönchengladbach und Aufsteiger Hamburger SV am Ende der Tabellen rangieren. Nur dem 1. FC Heidenheim erging es schlechter, der dreimal verlor und Schlusslicht ist. Gladbach und der HSV haben jeweils ein Pünktchen, weil sie sich direkt gegenüberstanden, was logischerweise ein 0:0 ergab. Konsequenz: In Gladbach wird Trainer Gerardo Seoane in Frage gestellt, da hatte man schließlich andere Erwartungen. Anders in Hamburg, da genießt Merlin Polzin mehr Rückhalt, man muss sich erst an die Liga gewöhnen. Ein 0:5 wie in München sollte es aber nicht mehr geben. Am Samstag gibt es gleich ein richtiges Kellerduell, denn der HSV erwartet Heidenheim, wo Trainer Frank Schmidt überhaupt nicht zittern muss, er ist jetzt genau 18 Jahre in der Ostalb.
Ganz anders als der HSV starteten Nachbar St. Pauli und der zweite Aufsteiger 1. FC Köln. Beide haben eine Bilanz von sieben Punkten und rangieren in der Spitzengruppe. In Köln feiern sie schon eine Art zweiten Karneval und träumen von Europa. Die Realisten sagen, mal langsam, wer anfangs hoch fliegt, kann trotzdem weit unten landen. Schlechter ist die Stimmung in Mainz mit einem Pünktchen und in Stuttgart, dass im Derby in Freiburg nicht überzeugen konnte. Dagegen sehen sich die Schwarzwälder im Aufwind. Stuttgart ist am Freitag gegen St. Pauli auf Wiedergutmachung aus. Der vierte Spieltag kann sowieso interessant werden, teilweise fordern die Verfolger die Spitzenteams heraus. Hoffenheim (6.), das trotz interner Querelen überrascht, erwartet Tabellenführer Bayern, Wolfsburg (8.) gastiert in Dortmund, Köln (3.) muss in Leipzig (11.) bestehen. Leicht wird es auch Frankfurt (5.) gegen Union Berlin (14.) nicht haben, im Vorjahr gab es keinen Sieg (1:2, 1:1). Vor allem für die Spitzenklubs auf Europas Bühne beginnen jetzt die stressreichen Wochen.
In der 2. Bundesliga gab es am Montag noch einen Paukenschlag: Der VfL Bochum, nach fünf Spieltagen mit nur einem Sieg nur Drittletzter, entließ Trainer Dieter Hecking und Sportdirektor Dirk Dufner. Der 61jährige Hecking hatte für Bochum seinen Ruhestand unterbrochen und war noch einmal tätig geworden, am 1. Juli hatte er noch sein 25-jähriges Berufsjubiläum gefeiert. Er konnte den VfL aber nicht vor dem Bundesliga-Abstieg retten und der Saisonauftakt gelang auch nicht. Sein Amt schien nicht in Gefahr, doch die Bosse haben es sich jetzt anders überlegt.
In der Frauen-Bundesliga marschieren ebenfalls die Bayern vorneweg. Leipzig hatte vor 10.000 Zuschauern in der Red-Bull-Arena keine Chance, ein spektakuläres Comeback feierte Lena Oberdorf, die erstmals von Anfang an spielte und sich gleich mit zwei Treffern beim 3:0-Sieg zurück meldete. Dazu traf erneut die Kanadierin Gilles, Vorbereiterin war immer Klara Bühl. Mit den Bayern mithalten kann die TSG Hoffenheim, die gegen Frankfurt einen 3:1-Überraschungssieg landete. Die Eintracht-Damen sind mit ihren Gedanken vielleicht bei der Champions League, wo sie in der Qualifikation gegen Real Madrid mit 1:2 unglücklich unterlagen und am Donnerstag in Madrid das Blatt noch einmal wenden wollen.
Titel-Double der Basketballer
Auf einer Welle des Erfolgs schwammen die deutschen Basketballer mit neun Siegen zum ersten EM-Titel seit 1993. Mit dem 88:83-Sieg über die Türkei haben sie das Titel-Double, sind nämlich Weltmeister (2023) und Europameister. Entscheidenden Anteil haben dabei nicht nur die Trainer, sondern vor allem Kapitän Dennis Schröder, der sich vom Sorgenkind, das sein Talent verschleudert, zum echten Anführer gewandelt hat. Auch er kann ein Titel-Double feiern, wurde nämlich der WM auch bei der Europameisterschaft zum wertvollsten Spieler (MVP) des Turniers gewählt. Ihm stand Franz Wagner nicht viel nach, er kam neben den weiteren NBA-Stars Sengün (Türkei), Antetokounopo (Griechenland), Doncic (Slowenien) und natürlich Schröder ins All-Star-Team. Eine Stunde nach dem Turniersieg feierte Schröder übrigens Geburtstag (32).
Der Erfolg hat viele Väter, vor allem aber war es ein tolle Mannschaftsleistung, das Team offensichtlich ein verschworener Haufen. Die Anleitung kam durch die richtigen Trainer, bei der WM der Kanadier Gordon Herbert, der Spanier Alex Mumbru wurde sein erfolgreicher Nachfolger, der gleich bei der Mannschaft gut ankam. Sie steckte auch seinen überraschenden Krankenhausaufenthalt weg, den Probleme mit Bauchspeicheldrüse notwendig machten. Trotz Schwächung blieb er ein entscheidender Ratgeber am Rande. Das Ruder hatte er Co-Trainer Alan Ibrahimagic übergeben. Der frühere Nachwuchstrainer des Verbandes kannte einige Spieler von früher und übernahm reibungslos das Kommando. Der Titelgewinn war für alle die Belohnung. Die Frage nach der „Mannschaft des Jahres“ bei der Sportlerwahl am Ende des Jahres ist wohl schon beantwortet, Dennis Schröder hat das Zeug dazu „Sportler des Jahres“ zu werden.