Jetzt gilt es für die Bundesliga-Spitze und für Nagelsmann
von knospepeter
Interessante Tage und Wochen stehen den Fußball-Fans bevor. Der Spielplan sorgte dafür, dass sich am kommenden Wochenende die Bundesliga-Spitze duelliert, die ersten vier Teams stehen sich direkt gegenüber. Davor wird es aber auch interessant, welches Aufgebot Bundestrainer Julian Nagelsmann für die nächsten Spiele der WM-Qualifikation nominiert. Gegen Luxemburg und in Nordirland steht die DFB-Elf bekanntlich mit dem Rücken zur Wand, nur Siege zählen.
In der Bundesliga dominieren die Bayern, die von Sieg zu Sieg eilen, Rekorde aufstellen und in dieser Saison in allen Spielen noch ungeschlagen sind. Dennoch beträgt der Vorsprung vor der wiedererstarkten Borussia aus Dortmund nur mickrige zwei Zähler, die die Kovac-Schützlinge bei St. Pauli liegen ließen. Ansonsten zeigen sie eine erstaunliche Konstanz, wirken viel selbstsicherer als im Vorjahr und das trotz Verletzungsproblemen in der Abwehr. Auch RB Leipzig hat sich nach der Auftaktniederlage in München gut erholt und mischt vorne mit, Vierter im Bunde ist Eintracht Frankfurt, das Spektakel liebt. Sind wir gespannt, welches Spektakel uns am Samstag geboten wird, um 15.30 Uhr erwartet Dortmund RB Leipzig (im Vorjahr 2.1 und 0:2), um 18.30 Uhr will Frankfurt die Bayern stoppen, was im Vorjahr beim 3:3 zu Hause ein bisschen gelang (Rückspiel 4:0 für Bayern). Nicht zu vergessen, dass es vorher noch die Aufgaben in der Champions League gibt. Die Münchner stehen überhaupt vor schweren Wochen, denn nach der Länderspielpause kommt es am 18. Oktober zum großen Duell mit Dortmund. So macht die Bundesliga Spaß.
Viel Spaß haben derzeit vor allem die Bayern-Fans, offensichtlich aber auch die Bayern-Spieler, die eine große Leichtigkeit und unaufhaltsamen Tordrang an den Tag legen. Resultat: Der beste Saisonstart eines Teams aller Zeiten. Vorbild ist Torjäger Harry Kane, der selbst sagt, er habe das Gefühl, er befinde sich „in der besten Form meines Lebens“. Und wieder holte er sich einen Rekord. Zwei Treffer erzielte er beim 4:0 gegen Bremen und ist damit der Spieler der Spitzenligen in Europa, der im 21. Jahrhundert am schnellsten 100 Tore für seinen Verein in Pflichtspielen erzielt hat. Kane benötigte dazu 104 Spiele und war damit schneller als die Stars Cristiano Ronaldo (für Real Madrid) und Erling Haaland (Manchester City), die jeweils 105 Spiele benötigten. Danach folgen Luis Suarez (FC Barcelona/120) und Zlatan Ibrahimovic (Paris St. Germain/124). Kane glänzt im Gegensatz zu den anderen Torjägern aber auch als Vorlagengeber, Spielmacher und mit aufopferungsvoller Abwehrarbeit. Vielleicht ist er im Moment sogar der beste Spieler der Welt.
Wer am Tabellenende steht, hat dagegen keinen Spaß, sondern Ärger. Das Haus brennt vor allem bei der Borussia in Mönchengladbach, das ganze Gegenteil von der Borussia in Dortmund. Selbst ein Trainerwechsel half nicht, gegen Eintracht Frankfurt gab es Chaos pur und einen 0:6- Rückstand, da half dann auch die Aufholjagd auf 4:6 in einem verrückten Spiel nichts mehr. „Gladbach liegt in Trümmern“ urteilt der kicker, wobei sich die Frage stellt, wie lange es Eugen Polanksi als Interimscoach aushält und wie lange sich Sportchef Roland Virkus (Nachfolger des früher so erfolgreichen Max Eberl) noch im Amt hält. Er hat schließlich die Saisonvorbereitung zu verantworten, nichts hat sich verbessert, wie man an der erschreckenden Negativserie sehen kann, saisonübergreifend gab es zwölf Spiele in Folge ohne Sieg! Ob es da am Sonntag (19.30 Uhr) gegen Freiburg eine Besserung gibt? Die Vorjahresergebnisse (1:2/1:3) machen skeptisch.
Feuer unter dem Dach ist auch in Augsburg. Sandro Wagner wurde mit viel Ballyhoo und Vorschusslorbeeren empfangen, der FCA wollte von der grauen Maus zum bunten Hund werden und landete als nasser Hund, dem gehörig das Fell gewaschen wurde, im Tabellenkeller. Der Auftaktsieg in Freiburg wurde als Zeichen für eine erfolgreiche Saison gewertet, so dass sich Wagner sogar zu einer Einschätzung wie „“wir haben nicht weniger Qualität als die Bayern“ hinreißen ließ. Vier Niederlagen folgten und jetzt wirkt der Jungtrainer ratlos. Die 1:2-Niederlage im Kellerduell in Heidenheim war ein Offenbarungseid. Ob es gegen Wolfsburg besser wird? Routinier Frank Schmidt hatte seine Mannschaft offensichtlich besser eingestellt. Überschattet wurde das Spiel von dem Tribünensturz eines Fans, der mit Helikopter ins Krankenhaus gebracht werden musste.
Abwechslung gibt es unter Woche durch Europas Wettbewerbe, so startet am Donnerstag auch die Conference League, Mainz 05 muss dabei auf Zypern bei Omonia Nikosia antreten. Auf Zypern gastieren die Bayern bereits am Dienstag und zwar bei Pafos FC. Für die Zyprioten fast ein Wunder, dass sie über die Qualifikation den Sprung in die Liga geschafft haben. Eine große Prüfung sollten sie für die Münchner nicht sein, doch Vorsicht, im Vorjahr lieferten die Bayern auswärts schwache Leistungen ab. Sollte der Aufwind gerade bei einem Nobody gebremst werden? Da haben die anderen Bundesligisten stärkere Gegner. Vor allem Frankfurt, das nach Madrid zu Atletico muss, das gerade Real im Derby mit 5:2 abfertigte! Dortmund erwartet am Mittwoch Atletic Bilbao und muss nach dem guten BL-Start aufpassen, dass es den Trend vom Vorjahr nicht umkehrt, war ja in Europa stark und in der Bundesliga schwach. Jetzt sollten in beiden Wettbewerben gute Leistungen folgen, das 4:4 in Turin war unglücklich, aber ein Anfang. Leverkusen will gegen PSV Eindhoven den ersten Sieg. Bekanntlich blieben alle deutschen Teams ungeschlagen. Das Schlagerspiel des 2. Spieltages heißt zweifellos FC Barcelona – Paris St. Germain am Mittwoch.
Einen guten Start hatten auch Stuttgart (2:1 gegen Celta Vigo) und Freiburg (2:1 gegen Basel) in der Europa League. So kann es weiter gehen, jetzt prüft der VfB am Donnerstag Basel, das auch in der eigenen Liga verlor. Freiburg hat mit dem FC Bologna eine weitaus höhere Hürde vor sich.
Bundestrainer Jürgen Nagelsmann wird alle Spiele mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen. Bei seinem DFB-Team hat er aber weiter Verletzungssorgen und es wird ihm nicht gefallen, dass Florian Wirtz beim FC Liverpool nur schwer Fuß fasst. Ganz anders Nick Woltemade, der in England trifft. Verstärkung für die Abwehr gibt es wohl durch Nico Schlotterbeck. Den Spieler, der zuletzt für die meiste Aufmerksamkeit sorgte, nämlich Can Uzun von Eintracht Frankfurt, kann er leider nicht nominieren, der 19-Jährige ist schon Nationalspieler für die Türkei.
Erfolg für Europas Golfer im Ryder Cup
Der Golfsport feiert alle zwei Jahre ein besonderes Ereignis, nämlich den Erdteilkampf zwischen Amerika und Europa, den Ryder Cup. Dabei gelang den Europäern im Bethpage State Park auf Long Island/NewYork eine Seltenheit – sie gewannen in den USA. Das war zuletzt 2012 der Fall. Allerdings machten es die Europäer unnötig spannend, sie führten vor dem letzten Tag mit den direkten Duellen mit 11,5 zu 4,5, mussten dann aber noch um den Erfolg zittern, weil die Amerikaner eine Siegesserie hinlegten. Am Ende gelang ein 15:13-Sieg und Kapitän Luke Donald feierte ein noch selteneres Ereignis, er ist erst der zweite Coach, der dies- und jenseits des Atlantiks ein Team zum Erfolg führte. Die Europäer trumpften an den ersten Tagen besonders auf, vielleicht lähmte die Amerikaner auch, dass Präsident Donald Trump am Freitag zuschaute. Sein „Make Amerika great again“ gelang in diesem Fall nicht. Es ist aber nicht bekannt, ob er so gepöbelt hat wie viele Zuschauer, die eine Schande für den Golfsport waren, weil sie Europas Spieler sogar am Abschlag störten.