Bayern gegen Dortmund bleibt der Klassiker für alle Ewigkeit

von knospepeter

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In der ewigen Tabelle der Fußball-Bundesliga liegen Bayern München und Borussia Dortmund vorn, es ist der Klassiker des deutschen Fußballs und das vielleicht für alle Ewigkeit. Die Länderspielpause ist am Wochenende vorbei, die Bundesliga beherrscht wieder die Bühne. Die Bayern dominieren das Geschehen, 4167 Punkte in jetzt 61 Bundesliga-Jahren, Dortmund brachte es in 59 Jahren auf 3213 und Dritter ist Werder Bremen, im ebenfalls 61. Jahre mit 3022 Punkten (Schlusslicht ist übrigens Tasmania Berlin mit zehn Punkten aus der Saison 1965/66). Am Samstag (18.30 Uhr) duellieren sich die Bayern und die Borussia wieder, auch im direkten Vergleich haben die Bayern die Nase vorn: Gesamt 67 Bayern-Siege, 37 Unentschieden und 34 Dortmunder Erfolge. Die reinen Bundesliga-Vergleiche: Bayern 54 Siege, Dortmund 26, 32 Unentschieden. In der vergangenen Saison gab es keinen Sieger (2:2/1:1), auch das Heimspiel davor konnten die Bayern nicht gewinnen, unterlagen am 30. März 24 mit 0:2, die letzten Siege datieren vom Jahr 2023, 4:2 in München, sogar 4:0 in Dortmund.

Jetzt sind die Bayern vor dem großen Duell wieder gut drauf, kennen in dieser Saison nur das Siegen. Auch Dortmund befindet sich allerdings im Aufwind, ist in der Liga ebenfalls noch ungeschlagen, musste allerdings zwei Unentschieden hinnehmen und verlor auch am letzten Spieltag mit dem 1:1 gegen den Tabellendritten Leipzig an Boden. Aber: Die Borussia ist nach einer schweren Saison wieder zurück und ein ernsthafter Rivale für den Titelverteidiger. „Warum sollen wir uns nicht die Meisterschaft zum Ziel setzen,“ sagte Trainer Niko Kovac, einst auch in München zunächst erfolgreich, dann doch geschasst. Für beide Teams gilt allerdings: Wie haben die Spieler ihre Länderspielreisen überstanden? Immer wieder müssen die Klubs ja Ausfälle hinnehmen. Bezeichnend, dass Bundestrainer Julian Nagelsmann im DFB-Team auf den starken Bayern-Block mit fünf Spielern (Kimmich, Tah, Pavlovic, Goretzka, Gnabry) und zwei Dortmunder (Schlotterbeck, Adeyemi) gesetzt hat.

Für den Rest der Bundesliga geht der Blick eher ans Ende der Tabelle. So hofft die andere Borussia aus Mönchengladbach am Freitag bei Union Berlin auf ihren ersten Saisonsieg, das 0:0 zuletzt gegen Freiburg gab Hoffnung. Im Vorjahr gewann Gladbach beide Duelle! Schlusslicht ist der punktgleiche 1. FC Heidenheim, der gegen Bremen gern die rote Laterne abgeben möchte. Davor kämpfen Vereine wie Mainz, Wolfsburg und Augsburg um den Anschluss ans Mittelfeld. Ein Erfolgserlebnis hatten zuletzt nur die Augsburger mit dem 3:1-Sieg über Wolfsburg. Ob aber gerade beim formstarken 1. FC Köln Trainer Sandro Wagner mit seinen Schützlingen eine Erfolgswelle starten kann? Die Bundesliga wird uns wieder in Atem halten, vier Spieltage gibt es bis zur nächsten Länderspielpause.

An jedem Spieltag gibt es Endspiele

In der WM-Qualifikation für 2026 ist in Europa mehr oder weniger Halbzeit. Keine Gruppe ist dabei so ausgeglichen wie die Gruppe A mit der DFB-Elf, wo nach drei Spieltagen mit Deutschland, Nordirland und der Slowakei gleich drei Nationen gleichauf liegen. Bereits am heutigen Montag geht es weiter, wobei es sich durch diese Konstellation ergibt, dass es an jedem Spieltag für die konkurrierenden Teams ein Endspiel gibt. So in Belfast zwischen Nordirland und Deutschland, eine Niederlage kann das Aus bedeuten. Die Nordiren kamen durch einen 2:0-Erfolg über die Slowakei wieder ins Geschäft und sind seit zwei Jahren zu Hause ungeschlagen. Seit 1982 haben sie allerdings daheim Deutschland nicht besiegt, das sollte es dann diesmal auch nicht geben. Deutschland hat mit dem 4:0 gegen Luxemburg Selbstvertrauen getankt und das Torverhältnis verbessert, so dass der Sprung an die Spitze möglich war. Im Hinspiel siegte Deutschland 3:1, lange Zeit stand es jedoch 1:1. Mit Conor Bradley vom FC Liverpool müssen die Nordiren allerdings auf den Kopf des Teams verzichten, er nahm sich mit seiner zweiten Gelben Karten selbst aus dem Spiel.

Bei Julian Nagelsmann ist Kapitän Joshua Kimmich der Kopf der Mannschaft, die Frage ist aber, auf welcher Position ist er am wertvollsten. Rechter Außenverteidiger möchte man nach seinen zwei Treffern gegen Luxemburg sagen, er schließt hier eine Lücke und kann dennoch das Spiel maßgeblich beeinflussen. Die Experimente sollte der Bundestrainer also beenden. Die größte Überraschung des Spiels war aber Serge Gnabry, der als Torschütze und Spielgestalter glänzte und mit zusätzlicher Abwehrarbeit zum Vorbild wurde. Dagegen bleiben Wirtz und Woltemade Sorgenkinder, zeigten sich zwar bemüht, aber der Knoten vor dem Tor mag nicht platzen. Belfast wäre dafür ein guter Ort…

Nach dieser Runde am Montag und Dienstag sollten die ersten WM-Tickets vergeben sein. Für eine Überraschung sorgten die Färöer, die Favorit Tschechien mit 2:1 besiegten und sogar von der WM träumen können (Erster ist Kroatien). Enttäuschung dagegen in Österreich, mit einer 0:1-Niederlage in Rumänien gerät das WM-Ticket wieder in Gefahr, ein Sieg wäre dagegen fast die Qualifikation gewesen. „Bist deppert“, kommentierte Ralf Rangnick ganz österreichischer Bundestrainer…

„Deppert“ will die deutsche U21-Auswahl nicht sein, hat allerdings in der EM-Qualifikation mit einer 2:3-Niederlage gegen Griechenland einen Rückschlag erlitten. Jetzt ist am Dienstag auch für sie Nordirland der Gegner. Die Youngster flogen mit dem A-Team nach Belfast, vielleicht haben sie sich Tipps für Siege geben lassen.

Frauen zwischen Flop und Top

Die Aushängeschilder im deutschen Frauen-Fußball haben eine sehr unterschiedliche Woche erlebt. Beide erlebten einen Flop und waren topp. Der VfL Wolfsburg beeindruckte international mit einem 4:0-Erfolg über Paris St. Germain, die Bayern-Mädchen erlebten dagegen beim CL-Finalisten des Vorjahres, dem FC Barcelona, ein Waterloo, kassierten mit 1:7 ihre höchste Niederlage der letzten Jahre.

Da war also Wiedergutmachung angesagt und der Ehrgeiz im deutschen Spitzenduell in Wolfsburg besonders groß. Die Umkehr gelang mit einem 3:1-Sieg in einer dominanten Vorstellung gegen die Wölfinnen, die damit einen Rückschlag im Kampf um die deutsche Meisterschaft erlitten. Bühl brachte die Bayern in Führung, Minge glich aus, aber immer wenn Wolfsburg am Siegtreffer schnupperte, konterten die Münchnerinnen durch Tanikowa und Alara. Erfreulich: Giulia Gwinn stand erstmals nach langer Verletzungspause wieder in der Startelf. 12.500 Zuschauer sahen das Spitzenspiel, noch mehr interessierten sich für das Nordderby in Bremen, wo das Spiel gegen den HSV mit 37.000 Fans sogar ausverkauft war. Werder kassierte durch zwei Mühlhaus-Tore auch die Punkte. Geärgert haben sich die Frauen über die TV-Entscheidung der ARD bei der Live-Übertragung. Die ARD gab dem Handball-Schlager Flensburg – Kiel den Vorzug und übertrug später lieber das Nordderby. Mehr Zuschauer hatte allerdings das Spitzenspiel, im Kurzbericht 1,6 Millionen, 1,5 Millionen sahen das Nordderby und nur 0,9 Millionen interessierten sich davor für Handball. Ein Erfolg für den Frauen-Fußball, die ARD hat höhere Einschaltquoten verschenkt!

In dieser Woche wird es wieder spannend, Bundestrainer Christian Wück nominiert am Dienstag sein Aufgebot für das Halbfinale in der Nations League am 24. und 28. Oktober gegen Frankreich. Die Bayern und Wolfsburg müssen wieder international in der Champions League bestehen. Die Wölfinnen sollten am Mittwoch in Oslo gegen Valerenga ihren zweiten Sieg einfahren, die Münchnerinnen wollen sich am Donnerstag gegen Juventus Turin rehabilitieren. Juve startete mit einem 2:1 gegen Benfica Lissabon erfolgreich in die Saison.