Bayern gegen die Königlichen um die Krone in Europa

von knospepeter

Es ist nur das Viertelfinale der Fußball-Champions-League, aber eigentlich ist das Duell zwischen Bayern München und Real Madrid ein Endspiel. Die Königlichen aus Spanien und Deutschlands Meister-Könige aus Bayern spielen eigentlich bereits um die Krone in Europa. Da werden selbst Titelverteidiger Paris St. Germain und der Erste der Ligaphase, Arsenal London, oder der FC Barcelona nur zu Nebendarstellern. Real mit 311 Siegen und die Bayern mit 253 sind die Rekordsieger im früheren Europapokal der Landesmeister und in der Champions League, sie sind auch einsame Rekordteilnehmer des Viertelfinales, Bayern war 24mal dabei, Real 22mal und kam dabei 17mal ins Halbfinale. Das sollte eine Warnung für die Münchner sein! Real sieht die Champions League als „seinen“ Wettbewerb an. Und Real steht besonders unter Druck nach einer Pleite im letzten Jahr, zwei Saisons ohne Titel, das darf nicht sein. Peinlich das Aus im Pokal gegen den Zweitligisten Albacete, fast ohne Chance in der Meisterschaft mit sieben Punkten Rückstand auf Barcelona. Die 1:2-Niederlage auf Mallorca war wohl der Konzentration auf die Bayern geschuldet. Am Dienstag gilt es, die letzte Chance muss erhalten bleiben!

Die spanischen Klubs fürchten die Bayern, von der „Bestia Negra“, dem schwarzen Biest, ist die Rede, aber eigentlich haben die Bayern ihren Schrecken für Real verloren. In den letzten neun Spielen gab es sieben Niederlagen und zwei Unentschieden, also keinen Sieg! Vor 14 Jahren gab es den letzten Erfolg in einem K.o.-Duell mit Real, im April 2012 gewannen die Münchner das Heimspiel mit 2:1 und setzten sich in Madrid im Elfmeterschießen mit 3:1 durch. Jetzt ist das Rückspiel nächsten Mittwoch in München. Wirklich ein Vorteil?

Die Schlagzeile vom „Giganten-Gipfel“ macht die Runde, beide Kontrahenten haben ähnliche Stärken und Schwächen. Der Angriff beeindruckt, da Kylian Mbappé und der unberechenbare Vinicius Jr., dort das Trio Michael Olise, Harry Kane (hat wieder trainiert) und Luis Diaz, sie sind die Tormaschine der Bayern. Reals Abwehr gilt als anfällig, zudem fällt Torhüter Thibaut Courtois verletzt aus, er gilt als der derzeit beste Keeper der Welt. Andriy Lunin hat ihn allerdings schon oft gut vertreten. Die Bayern-Abwehr ist bekanntlich anfällig für schnelle Konter – ein Stärke Reals. Deshalb hofft Trainer Vincent Kompany auf den schnellsten Mann im Kader, Alphonso Davies, gerade von einer Verletzung genesen. Wie auch immer, Kylian Mbappé lobt: „Die Bayern sind derzeit die beste Mannschaft in Europa, aber wenn sie einer schlagen kann, dann wir.“

Hinter diesem Kampf der Könige verblassen die restlichen Viertelfinalspiele, selbst das spanische Duell FC Barcelona – Atletico Madrid oder die Partie Paris St. Germain gegen FC Liverpool haben nicht diese Brisanz. Dazu trifft Arsenal London auf Sporting Lissabon. Am Donnerstag werden die Spiele der Europa League und der Conference League ausgetragen. Auch da ist die Bundesliga vertreten, der SC Freiburg und Mainz 05 feiern mit der Teilnahme ihren größten internationalen Erfolg der Vereinsgeschichte! Freiburg muss sich gegen die Spanier von Celta Vigo durchsetzen, Mainz trifft in der Conference League auf Racing Straßburg. Für beide Klubs schwere, aber lösbare Aufgaben. Im Auge haben die Vereine auch, dass sie für einen fünften Platz der Bundesliga in der Champions League kämpfen.

Immer diese Nachspielzeit: Rekord in der Bundesliga

Real hat seine Generalprobe verloren, die Bayern haben die ihre in Freiburg gewonnen – und wie. Eigentlich waren sie auch auf der Verliererstraße, lagen in der 80. Minute noch 0:2 zurück, ehe Tom Bischof seinen „Hammer“ auspackte, erst traf er aus rund 20 Metern mit rechts ins linke Eck, dann aus 25 Metern mit links ins rechte Eck. Er hatte den Rat von Joshua Kimmich befolgt. „Schieß doch mal, im Training netzt du auch immer ein“. Da lief bereits die Nachspielzeit, die Lennart Karl in der 9. Minute mit dem Siegtreffer auf Vorlage von Davies krönte. Das war der 100. Saisontreffer, zum dritten Mal haben dies die Bayern geschafft, der Rekord (101) naht. Es war auch ein Sieg der Jugend, Bischof ist 20 Jahre alt, Karl 18! Beide gaben eine Bewerbung für Bundestrainer Julian Nagelsmann ab.

Immer diese Nachspielzeit: Gleich sechs Treffer fielen an diesem Spieltag in der Nachspielzeit, damit wurde ein Rekord eingestellt, aber erstmals fielen alle Tore am Samstag. Allerdings dürfte der Rekord nicht lange halten, da es ja jetzt wesentlich längere Nachspielzeiten gibt. Von wegen ein Spiel dauert 90 Minuten, danach werden viele Partien erst entschieden! Übrigens: Zwischen den Real-Duellen müssen die Bayern bei St. Pauli antreten. Im Hinspiel tat sich der Tabellenführer zu Hause schwer, siegte dann aber doch 3:1, die letzten beide Tore fielen in der Nachspielzeit!

Ansonsten war der 28. Spieltag eher einer in Wartestellung, bei vier Unentschieden tat sich nicht so viel. An der Spitze setzte sich Dortmund vom Rest ab, beim 2:0 in Stuttgart fielen beide Tore in der Nachspielzeit! Dortmund gewinnt jetzt Spiele, die sie vor einem Jahr noch verloren haben. Elf Punkte Vorsprung sind es nun vor dem VfB und Leipzig (2:1 in Bremen). Verlierer war Hoffenheim (1:2 gegen Mainz), dem Leverkusen (6:3 gegen Wolfsburg) auf die Pelle rückt. Mainz hat sich mit dem Sieg bei Hoffenheim aus dem Abstiegskampf verabschiedet, Bremen und Wolfsburg waren die Verlierer, für Hamburg (1:1 gegen Augsburg), Gladbach (2:2 gegen Heidenheim) und St. Pauli (1:1 bei Union) tat sich Entscheidendes. Für Wolfsburg wird der Weg zum Klassenerhalt immer schwieriger, sechs Punkte sind es jetzt zum rettenden 15. Platz (Köln). Gegen Frankfurt wird es am Samstag nicht leichter. Das Spitzenspiel heißt Dortmund – Leverkusen.

Bayern-Frauen träumen weiter

Große Leistungen der Frauen-Bundesligisten in der Champions League. Wolfsburgs Mädchen wurden allerdings für ihren Kampfgeist bei Olympique Lyon nicht belohnt, tapfer verteidigten sie ihren 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel, schafften es bis in die Verlängerung, verloren am Ende aber mit 0:4. Erfolgreicher waren die Bayern-Frauen, die zwar gegen Manchester United auch mit 0:1 ins Hintertreffen gerieten, dann aber durch Tore von Linda Dallmann und Kapitänin Glodis Viggosddottir mit 2:1 gewannen und nach dem 3:2 im HInspiel ins Halbfinale einzogen. Fünf Jahre lang haben sie auf diesen Erfolg hingearbeitet und sie träumen weiter, die Hürde für einen Finaleinzug ist allerdings hoch. Nächster Gegner ist am 25. April in der Allianz Arena der FC Barcelona, gegen den es in der Ligaphase eine 1:7-Klatsche gab und der auch Real Madrid hochkantig aus dem Wettbewerb warf. Die Münchnerinnen setzen darauf, dass sie sich im Laufe der Saison weiter verbessert haben. Die Wölfinnen waren im DFB-Pokal glücklicher, zwar reichte es gegen Bundesliga-Schlusslicht Jena nur zu einem 0:0, aber im Elfmeterschießen hatten sie das bessere Ende für sich.