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Die Fußall-Bundesliga im Milliarden-Rausch

Wie oft hören wir die Klagen, dass es im Profi-Fußball nur um das Geld gehe und nicht um den Sport. Diese negativen Stimmen könnten sich in den letzten Tagen bestätigt fühlen, denn die Fußball-Bundesliga befand sich sprichwörtlich im Milliarden-Rausch. Stolz präsentierte die DFL die Zahlen vom neuen Fernsehvertrag, der nicht wie erwartet einen Rückgang brachte, wie ihn andere Top-Ligen in Europa hinnehmen mussten, sondern sogar eine leichte Steigerung: 4,484 Milliarden Euro für vier Jahre von 2025/26 bis 2028/29, immerhin 84 Millionen Euro mehr pro Jahr. Am Sonntag zog Bayern München bei der Jahreshauptversammlung mit einer Milliarden-Meldung nach: Erstmals übertraf ein Bundesligist beim Jahresumsatz die Milliarden-Marke!

Trotz aller Erfolgsmeldungen gibt es nicht nur Sonnenschein. In der DFL steht nämlich ein Streit um die Verteilung der Milliarden bevor. Die Kritiker dürfen sich bestätigt sehen, denn einerseits wollen die sportlich erfolgreichen Vereine den größten Batzen abbekommen, andererseits bringen sich die Traditionsklubs ins Millionenspiel und verweisen darauf, dass sie mit ihrem großen Namen für beste Werbung sorgen würden. Dumm nur, dass Schalke, der HSV oder Nürnberg nur zweitklassig sind. Auch das Fanaufkommen soll berücksichtigt werden. Gladbachs Sportchef Roland Virkus bringt es auf den Punkt: „Natürlich muss das alles bewertet werden, aber in einem vernünftigen Verhältnis. Misswirtschaft darf nicht belohnt werden, sondern die Leistung.“ Bisher werden 50 Prozent der TV-Einnahmen an alle zu gleichen Teilen ausgeschüttet, 43 Prozent nach sportlicher Leistung, vier Prozent für den Nachwuchs und drei in Sachen Interesse. Eine Kommission soll nun alle Wünsche unter einen Hut bringen, aber beim Geld geht der Streit los.

Bei den Bayern wurde bei der Hauptversammlung nicht gestritten, sondern gejubelt. Vergessen waren die titellose Saison oder das Aus im Pokal gegen Leverkusen nicht, sondern dies wurde abgehakt und der finanzielle Erfolg gefeiert. Die magische Grenze von einer Milliarde Euro Umsatz wurde geknackt, der Klub-Umsatz (mit allen Abteilungen) stieg von 882 Millionen im Vorjahr auf 1,017 Milliarden – unerreicht in der Bundesliga. Als Überschuss blieben 43,1 Millionen, das Eigenkapital stieg auf 571 Millionen Euro. Erfolgszahlen. Doch Geld ist nicht alles, gefeiert wurde besonders der verstorbene Franz Beckenbauer, dessen Trikotnummer 5 nie mehr vergeben wird. Ab dem neuen Jahr hat die Allianz Arena passend die Anschrift „Franz-Beckenbauer-Platz 5“. Aber auch sportlich soll es künftig wieder Erfolgsmeldungen geben. Vorstandschef Jan-Christian Dreesen kündigte eine neue Titelsammlung an, „nach der Serie ist vor der Serie“ und auch den Sieg in der Champions League mit dem Finale in der eigenen Arena im Visier: „Wir sprechen nicht vom Finale dahoam, sondern vom Titel dahoam“. Für Ruhe im Verein sollen auch Vertragsverlängerungen sorgen, Dreesen zeigte sich zuversichtlich, dass Musiala, Kimmich und Davies noch länger das Bayern-Trikot tragen. Nach den guten Zahlen werden die Profis betonen, „ihr könnt Du gut zahlen“. Da schmälert der Gewinn die gute Ausgangsposition für den Verein.

Auch sportlich hatten die Bayern ein glückliches Wochenende nach dem Schock im Pokal und der ersten Roten Karten von Manuel Neuer in seiner Karriere. Beim 4:2 über Heidenheim gab es zwar nicht nur den Glanz von zwei Musiala-Toren, sondern auch bittere Verletzungen von Coman und Davies, die wohl in diesem Jahr nicht mehr spielen werden. Da Frankfurt gegen Augsburg beim 2:2 patzte, vergrößerte sich der Vorsprung auf sechs Punkte. Leverkusen, sieben Punkte zurück, wird der größte Konkurrent bleiben und hat seine Vorjahresform gefunden. Bei Borussia Dortmund bleibt dagegen die Auswärtsschwäche bestehen, mit dem 1:1 in Gladbach wieder kein Sieg, die schlechteste Auswärtsbilanz seit 33 Jahren ist perfekt.

Es wurde in der Bundesliga aber auch ein 33 Jahre alter Rekord eingestellt: Erstmals seit 1990/91 gab es wieder drei Joker-Torschützen mit je zwei Treffern. Nick Woltemade, Jamal Musiala und Jonas Wind schafften dieses besondere Joker-Erlebnis, vor 33 Jahren waren es Stefan Kohn für Bochum, Lothar Sippel für Frankfurt und Martin Driller für Dortmund. Seltsam zudem, dass gleich drei ehemalige und aktuelle Nationaltorhüter mit Fehlern m Blickpunkt standen, Manuel Neuer, Alexander Nübel, und Kevin Trapp patzten alle mehr oder weniger folgenschwer.

Im Blickpunkt stand zudem ein Ex-Dortmunder: Was Marco Reus mit den Borussen in Gladbach und Dortmund in 15 Jahren nicht schaffte, holte er jetzt in den USA nach. Mit den Los Angeles Galaxy gewann er mit einem 2:1 gegen New York Red Bull die MLS-Meisterschaft und erfüllte sich damit den lang ersehnten Titeltraum. Trotz Verletzung spielte er einige Finalminuten. Galaxy ist mit sechs Titeln Rekordmeister, hat also Reus einiges voraus.

Der Schlusss-Spurt steht an

In der Bundesliga stehen noch zwei Spieltage an, wer international beschäftigt ist, hat noch drei bzw. Heidenheim mit der Conference League noch vier Spiele vor sich. Dabei stöhnen schon alle Spitzenklubs über die Belastung. „Reisen, spielen, regenerieren, zu mehr kommen wir nicht“, klagte Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß. Training kommt nicht vor, dafür zahllose Ausfälle von den Bayern (das Personal wird knapp) über Leverkusen (ohne Torjäger) bis zum VfB. Dabei stehen vor allem in Europa noch wichtige Spiele an, es geht schließlich ums Weiterkommen. Die letzten Spieltage werden allerdings erst im Januar absolviert.

Vor allem Leipzig kämpft ums Weiterkommen in der Champions League, wo es bisher nur fünf Niederlagen gab. Es ist also „fünf vor zwölf“, gegen Aston Villa (Dienstag), Sporting Lissabon und in Graz helfen nur Siege, was aber selbst für die wiederbelebten Rose-Schützlinge schwer werden wird. Besser steht Stuttgart da, hat gegen die Young Boys Bern wohl auch eine leichtere Aufgabe. Die Bayern haben ihr Auswärtsspiel gegen Donezk in Gelsenkirchen und wollen den Sprung in die Zone der besten Teams schaffen. Ihren Platz unter den ersten Acht müssen Dortmund gegen Barcelona (derzeit mit Hansi Flick etwas in der Krise) und Leverkusen gegen Inter Mailand verteidigen. In der Europa League hat Frankfurt in Lyon die schwere Aufgabe als Hoffenheim gegen Bukarest. Eine Sonderaufgabe gibt es für Heidenheim, das am Donnerstag bei Basaksehir Istanbul antritt und am 19. Dezember auf St. Gallen trifft. Jede Liga bekam von der UEFA einen eigenen Spieltag, die Conference League muss dafür eine Woche vor Weihnachten ran. Ein besonderes Geschenk!

Neues Bild bei den Frauen

Die Frauen-Nationalmannschaft beendete ihre Saison mit einer vermeidbaren 1:2-Niederlage gegen Italien, zwei dumme Fehler waren dafür verantwortlich. Insgesamt zog Bundestrainer Christian Wück aber ein positives Fazit, viele junge Talente hat er bereits herangeführt. Das Jahr 2024 war insgesamt erfolgreich mit Bronze bei Olympia in Paris und der Qualifikation für die Europameisterschaft 2025 in der Schweiz. Die Siegquote in den 18 Spielen lag bei 0,61 Prozent und damit höher (0,5) als vor einem Jahr. In allen 18 Spielen war Klara Bühl dabei, die mit 16 Skorerpunkten auch erfolgreichste Spielerin war. Nach den Rücktritten einiger verdienter Spielerinnen ergab sich beim Team fast ein neues Bild, Wück ist vor der Zukunft nicht bange.

Auch die Bundesliga bietet bei Halbzeit ein neues Bild, denn in diesem Jahr gibt es keinen Alleingang, ganz im Gegenteil die über Jahre dominierenden VfL Wolfsburg und Bayern München werden von Eintracht Frankfurt und überraschend Bayer Leverkusen herausgefordert. Wolfsburg erlebte die neue Stärke der Konkurrenz mit einer 0:1-Niederlage in Leverkusen und verlor die Tabellenführung vorerst an München (2:0 in Essen). Halbzeitmeister könnte noch Frankfurt werden, das mit einem Sieg gegen Leipzig zu den Bayern aufschließen kann und die bessere Tordifferenz hat.

Die Bayern-Mädchen und die Wölfinnen sind in dieser Woche auch in der Champions League gefordert. Die Bayern (Donnerstag gegen Juventus Turin) haben den Einzug ins Achtelfinale sicher, Wolfsburg muss am Mittwoch gegen AS Rom unbedingt gewinnen, um den Sprung zu schaffen. Es ist nach der Niederlage in Rom quasi ein Endspiel. Die letzten Spiele werden in einer Woche ausgetragen.

Der Machtkampf im Fußball als Pokal-Knaller

Immer wieder gibt es Stimmen, die bezweifeln, ob der DFB-Pokal noch seine Berechtigung hat. Die Antworten darauf geben die ersten Runden mit der Begeisterung bei den Amateuren bzw. den sogenannten kleinen Vereinen, aber auch das Achtelfinale in dieser Woche – der Pokal reißt die Fußballfans von den Sitzen, denn der Machtkampf im Fußball ist der Knaller schlechthin! Besser geht es nicht, wenn sich der Rekordpokalsieger Bayern München und der Titelverteidiger Bayer Leverkusen gegenüberstehen und gleichzeitig in der Bundesliga darum kämpfen, wer die Nummer 1 in Deutschland ist.

Die Brisanz für diesen Knaller hat in den letzten Tagen noch zugenommen, weil sich das in der letzten Saison ungeschlagene Leverkusen nach Startschwierigkeiten im neuen Spieljahr inzwischen erholt hat und das Formbarometer nach drei Siegen in Serie nach oben zeigt. Trainer Xabi Alonso hat mit seinen Mannen die Wende geschafft und selbstbewusst heißt es: „Wir sind bereit.“ Bayer vertraut auch auf die Statistik: Die letzten vier Spiele gegen die Münchner hat Leverkusen nicht verloren (2 Siege, 2 Unentschieden), Alonso ist im Pokal in acht Spielen noch ungeschlagen!

Selbstbewusst sind die Bayern ohnehin, das „mia san mia“ ist wieder aktuell, so dass man zwischen den Schlagerspielen gegen Paris (1:0), Dortmund (1:1) und Leverkusen am Sonntag noch Zeit für eine Weihnachtsfeier für Spieler und alle Mitarbeiter im Verein hatte. „Es war eine schöne Sache,“ schwärmt Trainer Vincent Kompany, legt aber den Schalter sofort wieder um: „Jetzt müssen wir uns ganz auf Leverkusen konzentrieren.“ Dabei muss der Trainer ein großes Problem lösen: Wer ersetzt Torjäger Harry Kane, der mit seiner Art als mannschaftsdienlicher Spieler so etwas wie das Herz der Mannschaft ist. Kane fiel in Dortmund frühzeitig mit einem kleinen Muskelfaserriss aus, die Ausfallzeit soll nicht zu lange dauern, aber für Dienstag gibt es keine Chance. Als Optionen nennt Kompany nicht nur Thomas Müller, sondern auch Tel, Olise, Sané oder Gnabry, dessen Einsatz aber noch ungewiss ist. Leverkusen ist da besser dran, hat mit Boniface und Schick gleich zwei Torjäger, fällt der eine aus, trifft der andere, Schick zuletzt in vier Spielen sechsmal! Die Bayern stützen sich aber ebenfalls auf eine Statistik, sind sie doch noch nie im Achtelfinale ausgeschieden und haben noch nie gegen einen Titelverteidiger verloren. Zuletzt schlugen sie Dortmund vor sieben Jahren mit 2:1. Vielleicht hilft auch wieder Jamal Musiala als Torjäger, er stellte nämlich mit sechs Toren in Folge in den letzten sechs Auswärtsspielen einen neuen Rekord auf! Es könnte aber auch auf eine Verlängerung oder sogar Elfmeterschießen hinauslaufen, das hieße die Spannung auf die Spitze treiben.

Bayern gegen Bayer ist nicht der einzige Schlager, das Duell Leipzig gegen Frankfurt präsentiert sich ebenfalls als Top-Duell, hat allerdings durch die Formdelle von Gastgeber RB etwas an Reiz verloren, dafür zeigte sich die Eintracht in Bestform und gilt als Favorit. Mit Wolfsburg – Hoffenheim gibt es ein weiteres Bundesliga-Duell. Arminia Bielefeld vertritt die 3. Liga gegen den SC Freiburg.

Die Spiele im DFB-Pokal: Dienstag: Regensburg – Stuttgart, Bielefeld – Freiburg (beide 18.00 Uhr), München – Leverkusen, Bremen – Darmstadt (beide 20.45 Uhr). Mittwoch: Wolfsburg – Hoffenheim, Köln – Hertha BSC (beide 18.00 Uhr), Leipzig – Frankfurt, Karlsruhe – Augsburg (beide 20.45 Uhr). Das Viertelfinale wird am 4./5. und 25./26. Februar 2025 ausgetragen.

Dortmund: Welche Krise?

Die unruhigen Zeiten in Dortmund sind wieder vorbei, zumindest sportlich gesehen. Unruhig war es nur auf der Hauptversammlung, weil viele Mitglieder die Rüstungsfirma Rheinmetall als Werbepartner nicht akzeptieren. An Akzeptanz gewonnen hat dagegen wieder Trainer Murat Sahin, drei Spiele ungeschlagen in der Bundesliga, 3:0-Sieg in Zagreb in der Champions League und am Ende der Woche noch ein 1:1 gegen Bayern, es geht aufwärts. „Welche Krise“, heißt es jetzt. Schlüsselfigur war Flügelflitzer Jamie Gittens, der in Zagreb nicht zu halten war und auch den Bayern davon lief. Er ist der neue Hoffnungsträger. Einen Hoffnungsträger sucht RB Leipzig, bisher vergeblich, das Verletzungspech ist groß und Trainer Marco Rose ratlos, aber noch hält der Verein zum Coach, doch alles wartet auf die Wende und Ende der Krise. So wird am Samstag das Gastspiel bei Neuling Kiel zum Schlüsselspiel.

Zweiter in der Bundesliga, noch vor Leverkusen, Leipzig und Dortmund ist aber Frankfurt. Auf vier Punkte verkürzte sich der Abstand zu den Bayern, mehr als ein Hoffnungsträger ist dabei Omar Marmoush, der trifft wie er will und die Eintracht quasi von Sieg zu Sieg trägt. Auch die Heidenheimer konnten über den Ägypter nur staunen. Das Team von der Ostalb hat da ganz andere Probleme, zwar wurde ein Fest beim CL-Gastspiel des Weltvereins Chelsea London gefeiert (trotz 0:2-Niederlage) aber eigentlich herrscht Katerstimmung, sieben Spiele in Folge hat man jetzt in der Bundesliga nicht gewonnen, am 2. Spieltag war man noch Tabellenführer, jetzt der Sturz auf den Relegationsrang 16. Die Aufgaben werden nicht leichter, Bayern und Stuttgart sind die nächsten Gegner, bevor es zum bisher noch sieglosen Schlusslicht Bochum geht. Dort konnte der neue Trainer Dieter Hecking noch nicht viel bewirken.

Sky verliert Bundesliga-Konferenz

Die neue TV-Rechtevergabe der Bundesliga geht seltsame Wege. Nach einer Beschwerde von DAZN und der Neuauflage der Vergabe, darf sich der Streamingdienst als Sieger fühlen. Er hat sich die Rechte für die beliebte Samstagskonferenz unter den Nagel gerissen. Was aber eigentlich unlogisch ist, denn Sky überträgt weiterhin alle Spiele am Samstag und da gehört doch eigentlich die Konferenz dazu. Die DFL hat sie aber extra ausgeschrieben. Sky ist dafür ab 2025 freitags auf Sendung, bisher DAZN, das aber die Sonntagsspiele behält. Wie bisher bekannt, bleibt auch die 2. Liga, die immer interessanter wird, bei Sky, das Top-Spiel am Samstagabend wechselt von Sport1 zu RTL. Ob es dort im Pay-TV-Kanal verschwindet? Noch zu vergeben sind die Zusammenfassungen am Samstag und da könnte die ARD-Sportschau bald der Vergangenheit angehören, die DFL biete auch eine verkürzte Form für die Privatsender an. Hauptsache der Rubel rollt… Über Zahlen wurde bisher nichts bekannt.

Ein Fest der Talente

Der neue Bundestrainer Christian Wück wirbelt die Frauen-Nationalmannschaft ganz schön durcheinander. Die alten Pfründe zählen nicht mehr, zum Teil ist der Umbruch aber auch zwangsläufig durch Rücktritte bedingt. Wück sorgte jedenfalls für ein Fest der Talente, das mit einem 6:0-Sieg in Zürich gegen die Schweiz gefeiert wurde. Im Mittelpunkt dabei die 20-jährige Cora Zicai, die am Freitag Geburtstag feierte, in der zweiten Halbzeit für Klara Bühl ins Spiel kam, ein Tor bei ihrem Debüt erzielte und zu einem weiteren die Vorlage gab. Ihr Debüt feierte auch die erst 18-jährige Alara Sehitler von den Bayern und im Tor stand Neuling Sophia Winkler. Die wird im nächsten Spiel gegen Italien schon wieder abgelöst, da darf die 20-jährige Ena Mahmutovic, die bei den Bayern die erkrankte Grohs gut vertritt, debütieren.

Wie jedes Fest, so wird auch das Fest der Talente wieder zu Ende gehen, Wück hat für die nächsten Aufgaben im neuen Jahr mit sechs Spielen in der Nations League bereits angekündigt, dass die Zeit der Experimente dann vorbei ist und er eine Stammbesetzung für die Europameisterschaft in der Schweiz finden will. Gelegenheiten, sich zu empfehlen hat der Bundestrainer geboten, das gilt vor allem auch für Laura Freigang aus Frankfurt, die hinter der Spitze eine größere Rolle spielen will und gegen die Schweiz mit zwei Tore überzeugen konnte.

Brisante und wichtige Weichenstellungen im Fußball

Der 25. November könnte ein Datum werden, an das man sich lange erinnern wird. Es beginnt die Auktion der nationalen Medienrechte für die Bundesliga und zweite Liga. Es ist ein Poker um Milliarden, die Medienrechte sind die wichtigste Einnahmequelle im Profi-Fußball. Es geht um die neuen Verträge für die Jahre 2025/26 bis 28/29. Doch nicht allein dabei geht es im brisante Weichenstellungen, sondern es gibt auch sportlich wichtige. Das gilt für die Punktrunde genauso wie für die internationalen Aufgaben der Bundesligisten, die stehen nämlich teilweise mit dem Rücken zur Wand, jetzt müssen Siege her. Auch da geht es um viel Geld durch Prämien.

Ein Drama spielte sich rund um die Vergabe der Medienrechte ab, die schon längst unter Dach und Fach sein sollten. Doch gegen die erste Entscheidung der DFL ging der Streamingdienst DAZN gerichtlich vor, da er sich gegenüber dem Pay-TV-Sender Sky benachteiligt fühlte, obwohl sein Angebot wesentlich höher war. Aber die DFL verlangte zusätzliche Sicherheiten. Jetzt geht es wieder von vorne los, sieben verschiedene Pakete werden angeboten, das größte Paket beinhaltet die Spiele am Samstag um 15.30 Uhr sowie am Freitag und die Relegation. Die Angebote sorgen dafür, dass die Übertragungen bei entsprechenden Interessenten zerpflückt werden könnten. Aber es ist auch möglich, dass ein Sender alle Pakete kauft, doch wird von einem Sender so viel Geld für den Fußball ausgegeben? Der letzte Abschluss über drei Jahre war insgesamt 1,1 Milliarden Euro schwer, mindestens eine Milliarde soll es wieder sein, doch die Vereine müssen sich wahrscheinlich auf eine Reduzierung einstellen. Möglich ist auch, dass im Rahmen der neuen Rechtevergabe mit der ARD-Sportschau eine Institution des Fernsehens und Fußballs wegfällt.

Damit die Medienrechte interessant sind, muss erst einmal guter Sport geboten werden. Auch da gibt es Weichenstellungen, vor allem international müssen Erfolge her, damit die Reputation der Bundesliga nicht leidet. Die deutschen Klubs hinken in Champions League, Europa League und Conference League größtenteils hinterher. Selbst Bayern München (17.) muss kämpfen, um direkt ins Achtelfinale einzuziehen. Dazu muss am Dienstag ein Sieg gegen Paris St. Germain her, das auf Rang 25 sogar außerhalb der Qualifikation platziert ist, also noch mehr unter Druck steht. Die letzte CL-Niederlage in der Allianz Arena erlitten die Bayern übrigens gegen Paris…

Besonders unter Druck steht aber RB Leipzig (32.), das auch in der Bundesliga in eine Misserfolgsserie reingerutscht ist. Die Aufgabe bei Inter Mailand lässt nicht gerade auf eine Wende hoffen. Da sollte schon eher der VfB Stuttgart (27.) trotz Verletzungssorgen bei Roter Stern Belgrad (35. und Vorletzter) Boden gutmachen können, ebenso Bayer Leverkusen (13.) gegen das schwächelnde RB Salzburg (30.). Borussia Dortmund (7.) ist bei Dinamo Zagreb (18.) ebenfalls Favorit, international gibt es ja keine Auswärtsschwäche. In der Europa League müssen Frankfurt (4.) und Hoffenheim (19.) am Donnerstag auswärts antreten, Midtiylland (13.) ist ebenso eine nicht zu unterschätzende Hürde wie Sporting Braga (26.) für die TSG. Der 1. FC Heidenheim (6.) will in der Conference League ein Fest feiern, zu Gast ist am Donnerstag mit Tabellenführer Chelsea London ein Weltklub, der überhaupt attraktivste Klub der drittklassigen Liga. Beide Teams sind noch ungeschlagen, beide Teams sind national nicht unbedingt glücklich. Aber für das kleine Städtchen Heidenheim in der schwäbischen Ostalb ist es das größte Fußballfest aller Zeiten.

Internationale Erfolge sollen die Bundesliga noch attraktiver machen, als sie sowieso schon ist. Die Punktrunde sorgt außer dem Alleingang von Bayern München an der Spitze für viel Aufsehen. Positiv vor allem Eintracht Frankfurt, das sich mit einem 1:0 gegen Werder Bremen zum ersten Bayern-Verfolger aufschwang. Es war ein besonderer Siegtreffer, erzielt vom Schützen, der Deutschland 2014 zum Weltmeister machte. Diesmal war es für Mario Götze in seinem 100. Spiel für die Eintracht ein toller Jubiläumstreffer. Welche besonderen Tore erzielt er noch…

Am kommenden Wochenende schauen die Fußballfans vor allem auf das ewige Duell Borussia Dortmund gegen Bayern München. In der Tabelle trennen die Klubs derzeit zwar vier Plätze und zehn Punkte, aber die Borussia ist zuversichtlich, weil sie zu Hause spielt und mit dem 4:0 gegen Freiburg Selbstvertrauen getankt hat. Der heimstärkste spielt gegen den auswärtsstärksten Klub. Die Bayern blieben bis dato ungeschlagen und kassierten in den letzten sechs Pflichtspielen nicht einmal ein Gegentor! Am Freitag hatte es den Anschein, als wollte Gegner Augsburg gar kein Tor erzielen und die 90 Minuten möglichst schadlos überstehen. Doch unglückliche Elfmeter machten diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Mit Harry Kane bedankte sich der derzeit sicherste Elfmeterschütze Europas, der zum 1:0 und 2:0 seinen 25. Elfmeter in Folge verwandelte und beim 3:0 ein artistisches Traumtor zu seinem vierten Hattrick in dieser Saison anfügte. 64 Tore hat er jetzt in 62 Pflichtspielen für die Bayern erzielt, für 50 Bundesliga-Treffer brauchte er nur 43 Spiele – neuer Rekord. Vorgänger Erling Haaland brauchte dazu 50 Spiele..

Eine spektakuläre Meldung aus der 2. Bundesliga: Der Hamburger SV trennte sich von seinem Trainer Stefan Baumgart. Dabei war das doch die große Liebe, der 52-jährige Baumgart ist HSV-Fan und galt als großer Hoffnungsträger. Jetzt ist der HSV um eine Hoffnung ärmer, Manager Stefan Kuntz musste handeln. Baumgart scheiterte an einer zu großen defensiven Ausrichtung. Das 2:2 gegen Schalke brachte das Fass zum Überlaufen. Nach einer 2:0-Führung zur Halbzeit war der HSV Dritter, Baumgart wechselte defensiv, am Ende hieß es 2:2 und der HSV ist nur Achter! So ist er auf dem Weg zum ewigen Zweitligisten und der Aufstieg bleibt ein Traum.

Ein starkes Länderspieljahr

Mit einem schmucklosen 1:1 gegen Ungarn beendete die deutsche Fußball-Nationalmannschaft das Länderspieljahr, das allerdings ein ganz starkes war. Bundestrainer Julian Nagelsmann setzte im bedeutungslosen letzten Spiel auf Erholung der Stars und gab der zweiten Garnitur eine Chance. Vor allem Alexander Nübel und Felix Nmecha haben diese Chance genutzt, Julian Brandt und Chris Führich sich eher aus dem Kader gespielt. Insgesamt gab es für die DFB-Elf in 15 Spielen nur eine Niederlage, die war aber mit dem 1:2 n. V. gegen Spanien im EM-Viertelfinale mit einem nicht gegebenen Handelfmeter besonders bitter. Da verblassten die zehn Siege, bei vier Unentschieden. Die besten Torschützen waren Kai Havertz und Florian Wirtz mit je sechs Treffern, Jamal Musial erzielte fünf. Havertz und Musiala führen mit je zehn Punkten die Skorerliste an. Die meisten Spielminuten sammelte Kapitän Joshua Kimmich mit 1282, Robert Andrich (1006) und Musiala (1001) kamen ebenfalls noch auf über 1000 Minuten. Die meisten Spieler, nämlich acht, stellte überraschend Borussia Dortmund ab, bei 32 Einsätzen. Die sieben Spieler von Bayern München kamen allerdings auf 56 Einsätze, die Leverkusener Andrich, Wirtz und Tah hatten 42 Einsätze.

Im nächsten Jahr stehen das Viertelfinale und das Final Four der Nations League im Mittelpunkt, dazu die WM-Qualifikation, für die sich Deutschland Lostopf 1 gesichert hat. Für das Viertelfinale der Nations League erhielten die Nagelsmänner den wohl stärksten möglich Gegner, nämlich Italien, das sich ähnlich wie Deutschland mit jungen Spielern ebenfalls im Aufwind befindet. Am 26. März wird in Italien gespielt, das Rückspiel ist am 31. März in Deutschland. Beide Nationen haben sich auch für die Austragung der Endrunde beworben. Der Sieger trifft im Halbfinale auf den Sieger der Partie Dänemark – Portugal, außerdem spielen Kroatien – Frankreich und Niederlande – Spanien.

Zweimal Viertelfinale der Bayern-Frauen

Die Mädchen von Bayern München haben eine glückliche Woche hinter sich, denn sie schafften sowohl in der Champions Leageu als auch im DFB-Pokal den Einzug ins Viertelfinale. Eigentlich war das 1:1 bei Valerenga eine Enttäuschung, aber durch den 1:0-Sieg von Arsenal London gegen AS Rom blieben die Bayern Tabellenführer der Gruppe C und sind eine Runde weiter. Im DFB-Pokal machte ihnen der SC Freiburg das Leben schwer, die Bayern siegten aber 2:1, wobei beim ersten Treffer, einem Eigentor, von Pernille Harder wohl eine knappe Abseitsstellung vorlag.

Der VfL Wolfsburg als Dauersieger des Pokals hatte beim Regionalligsten Mainz seine Probleme, lag sogar zurück aber dank Alexandra Popp reichte es zum 4:1–Sieg. In der CL wurde Galatasaray Istanbul mit 5:0 geschlagen, nun müssen weitere Sieg zum Weiterkommen her. Im DFB-Pokal-Viertelfinale sind außerdem Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt, TSG Hoffenheim, Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen und der Hamburger SV.

Sonstige beachtliche Ereignisse: In der Formel 1 holte sich der Holländer Max Verstappen den vierten WM-Titel in Folge. Ausschlaggebend war eine überragende erste Saisonhälfte, als es später bei Red Bull haperte und vor allem McLaren immer stärker wurde, da profitierte Verstappen auch davon, dass sein größer Konkurrent Landon Norris nicht die starken Nerven hatte und öfters patzte, vor allem beim Start. McLaren wird aber wohl Konstrukteursweltmeister werden.

Im Skispringen hatte Deutschland in Lillehammer einen Traumstart und dominierte die Konkurrenz. Es begann mit einem Sieg im Mixed-Wettbewerb, danach gewann der 34-jährige Pius Paschke den ersten Wettbewerb der Männer und wurde Zweiter im zweiten Springen. Die Frauen sorgten am Schlusstag sogar für einen Doppelsieg mit Katharina Schmid und Selina Freitag. Schmid war zuvor Zweite geworden, so dass jetzt Paschke und Schmid jeweils das Gelbe Trikot des Weltcupführenden tragen! Wirklich außergewöhnlich!

WM-Winter im Zeichen von Olympia

Der Winter ist wieder da! Darüber freuen sich nicht nur die Skihaserl und Schneekönige, sondern auch die Fernsehanstalten, denn ARD und ZDF haben in den Wintermonaten bei ihren stundenlangen Wintersport-Übertragungen hervorragende Einschaltquoten, das heißt, wesentlich mehr Zuschauer als in den Monaten ohne Schnee. Dies als Information für die Kritiker, die nicht verstehen können, dass immer Wintersport läuft, wenn sie am Samstag und Sonntag am Nachmittag ihre Glotze einschalten.

Der Wintersport boomt also, beschränken wir uns auf die publikumsträchtigen Sportarten, obwohl auch Rodeln und Bob beachtliches Interesse finden. Der Winter 2024/25 ist aber ein besonderer, denn Weltmeisterschaften stehen an und die wiederum stehen ganz im Zeichen der Olympischen Spiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo. Der Anreiz Olympia ist wohl auch dafür verantwortlich, dass wir in letzter Zeit viel von Comebacks gehört haben. Olympia 26 ist aber auch eine Marke, die manche Karriere beenden könnte. Einer, der jetzt schon vor dem ersten Rennen der neuen Saison seine Rücktrittsgedanken kundgetan hat, ist der norwegische Spitzen-Biathlet Johannes Thingnes Bö, der sich danach lieber seiner Familie, nämlich Frau und zwei Kinder (4 und 1) widmen will. Ein großes Ziel hat er aber, er möchte seinen Landsmann, der Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen, noch übertreffen. Bö braucht noch einen WM-Titel, um sich von Björndalen abzusetzen, bis jetzt haben beide 20. Mit 76 Siegen insgesamt ist Bö gegenüber Björndalen (94) ein bisschen zurück, er wehrt deshalb ab, „ob 76, 80 oder gar 90, das ist jetzt auch egal, dieser Rekord muss nicht sein.“

Im alpinen Skisport geht es um das Gegenteil von Rücktritten, Ski-Größen vergangener Tage haben ihr Comeback angekündigt bzw. bereits vollzogen. Die Schlagzeilen gehörten zunächst dem einstigen Seriensieger Marcel Hirscher, der achtmalige Gesamtweltcup-Sieger hielt es nach einigen Jahren Pause nicht mehr aus, kehrte auf die Piste zurück, fährt bisher aber hinterher. Der Österreicher startet für die Niederlande, das Heimatland seiner Mutter. Ob der 35-Jährige noch einmal den Anschluss nach ganz oben findet, ist eine spannende Frage. Anders gestaltete sich das Comeback des 24-jährigen Lucas Pinheiro Braathen. Der Norweger hatte die Nase voll, doch ohne den Pistenzauber geht es nicht, der Paradiesvogel fährt jetzt ebenfalls für das Heimatland seiner Mutter, nämlich Brasilien. Es hat den Anschein, als würde Brasilien bald auf den Siegerlisten auftauchen.

Wesentlich spektakulärer ist die Ankündigung von Lindsey Vonn, dass sie wieder Rennen fahren will. Fünfeinhalb Jahre nach ihrem Abschied will die einstige Speed-Queen wieder mitmischen – und das mit einem künstlichen Kniegelenk. Es gibt Ärzte, welche die immerhin schon 40-jährige Amerikanerin davor warnen, es gibt Fachleute, die damit rechnen, dass Vonn schnell wieder vorne mitfahren wird, bei den Abfahrtsrennen wohlgemerkt. Ihr früherer Trainer merkt an, „keine hat so ein Gleitvermögen wie Lindsey, da ist sie unübertroffen und das wird ihr helfen“, Noch aber ist ungewiss, wann es Vonn wirklich wagen wird, wahrscheinlich bei den Rennen im Dezember in Amerika. 82 Weltcuprennen hat Vonn von 2001 bis 2019 gewonnen, damals Rekord.

Die neue Skikönigin kommt wieder aus Amerika, Mikaela Shiffrin hat 97 Weltcup-Rennen gewonnen, mehr wie jeder Mensch vor ihr. Sechs Weltmeisterschaften hat sie bestritten und fuhr immer mit Gold nach Hause, das schaffte sonst auch niemand. Nummer 7 soll im Februar in Saalbach-Hinterglemm folgen. Ob dort auch die deutschen Athletinnen und Athleten erfolgreich sein können, wird sich zeigen. Es gibt nicht viele Kandidaten, die Slalom-Asse Lena Dürr und Linus Straßer bewiesen aber in den ersten Rennen, das mit ihnen zu rechnen ist. Ansonsten gibt es eher Probleme im deutschen Kader, es ist mehr von Ausfällen und Verletzungen die Rede, so bei Andreas Sander und Stefan Luitz, eigentlich zwei Hoffnungsträger.

Die Skispringer haben neben der Weltmeisterschaft noch einen anderen Höhepunkt, nämlich die traditionelle Vierschanzentournee zum Jahreswechsel. Die Springen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen sind immer ein besonderes Highlight und ein Quotenerfolg für das Fernsehen. Der Auftakt am 28. Dezember in Oberstdorf ist bereits ausverkauft und mit Andreas Wellinger träumt auch ein deutscher Skispringer von einem Gesamtsieg. Im Vorjahr war er Zweiter, er spricht von einer guten Form und würde einen Gesamtsieg bei der Tournee einem Olympiasieg sogar vorziehen. Mit Karl Geiger haben die deutschen Springer ein weiteres Ass im Ärmel, zum Auftakt am Wochenende in der Olympiastadt von 1994, in Lillehammer, ist nach einem Formtief auch wieder Markus Eisenbichler dabei. Insgesamt 42 Springen bei den Männern und nur 29 bei den Frauen stehen auf dem Programm, dazu vier Mixed-Springen. Das zeigt, dass die Frauen im Skispringen immer noch benachteiligt sind. Sie hoffen auch weiterhin auf ihre eigene Vierschanzentournee.

Der beliebteste Wintersport im Fernsehen ist zweifellos Biathlon, nur die Vierschanzentournee kann hier die Einschaltquoten toppen. Allerdings könnte das Interesse nachlassen, wenn es an Erfolgen fehlt und da muss man im deutschen Lager vor der neuen Saison skeptisch sein. Zum Auftakt am 30. November in Kontiolahti in Finnland wird vor allem eine junge deutsche Damen-Mannschaft an den Start gehen. Angeführt von Franziska Preuß (30) und Vanessa Voigt (27) sind nur Talente am Start, da wird die WM-Saison wirklich zum Testlauf für Olympia. Johanna Puff (20), Selina Grotian (20), Julia Kink (20) und Julia Tannheimer (19) gelten aber alle als Versprechen für die Zukunft. Bekannte Gesichter wären eher Sophia Schneider und Hanna Kebinger, die aber zuerst im zweitklassigen IBU-Cup an den Start gehen.

Bei den Männern fehlen dagegen die Talente, da ist eher Routine angesagt. Mit Roman Rees fehlt am Start aber der Mann aus Formgründen nach Krankheit, der in der letzten Saison sogar das Gelbe Trikot getragen hat. An den Start gehen Johannes Kühn (33), Justus Strelow (27), Philipp Nawrath (31), Philipp Horn (30), David Zobel (28) und Danilo Riethmüller (25). Zum Jahresbeginn sind die Rennen in Deutschland, nämlich vom 9. – 12. Januar in Oberhof und danach vom 15. – 19. in Ruhpolding. WM-Gastgeber ist Lenzerheide in der Schweiz (12. – 23. Februar).

Das Nagelsmann-Wunder: DFB-Elf reif für einen Titel

Das Länderspieljahr ist noch nicht beendet, doch die letzte Aufgabe am Dienstag in Budapest gegen Ungarn ist nur Beiwerk, quasi ein Pflichtspiel (fast) ohne Bedeutung. Selbst eine Niederlage kann die positive Bilanz nicht schmälern, das Jahr 2024 wird einmal rückblickend in der Fußball-Geschichte als das Jahr des Comebacks der Nationalmannschaft bezeichnet werden. Julian Nagelsmann schaffte als Bundestrainer ein Wunder, aus einem verlorenen „Haufen“ machte er eine Gemeinschaft mit der Gier und Lust auf Sieg. In der Tat ist die DFB-Elf Marke 2024 reif für einen Titel. Über die Nations League soll der Weg zum großen Ziel Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada führen. Keiner lacht mehr, wenn es heißt, „wir wollen gewinnen“.

Man muss ein Jahr zurück blicken, um die große Wandlung zu verstehen. Im November 2023 verlor Deutschland in den ersten Wochen von Nagelsmann als Bundestrainer gegen die Türkei und Österreich. Diese Niederlagen waren Alarmsignal und Weckruf zugleich. Nagelsmann krempelte das Team komplett um, legte Wert auf gute Stimmung und legte mit seinem Team eine gelungene Europameisterschaft hin, die zwar nicht ins Finale führte, aber doch die Fans zufrieden stellte. Das Aus gegen Spanien schadete nicht, Deutschland war zurück im Kreis der Großen, Fußball war zurück auf Platz eins in der Beliebtheitsskala des Sports.

Nagelsmann verabreichte den Spielern die richtige Medizin für eine erfolgreiche Zukunft. Jedes Spiel ist wichtig, man muss sich an das Siegen gewöhnen, um große Titel zu holen. So gewann die vorher ungeliebte Nations League plötzlich an Bedeutung, mit dem Ziel Platz eins ließ sich die DFB-Elf auch von den Niederlanden nicht aufhalten und lieferte mit dem 7:0 gegen Bosnien-Herzegowina die Krönung nach Toren von Musiala, Wirtz (2), Kleindienst (2), Havertz und Sané. Selbst Chefkritiker Lothar Matthäus sprach bei der Torflut in Freiburg von „einem der besten Länderspiele aller Zeiten“, lobte die Ball-Künstler Musiala, Wirtz und Havertz über den grünen Klee. Mit ihnen verbindet sich die Hoffnung auf eine gute Zukunft, die Abgänge von Neuer, Kroos, Müller und Gündogan, Stützen der letzten Jahre, sind vergessen. Natürlich war Bosnien kein Gegner der ersten Güte und dennoch wurden Erinnerungen an das 7:1 gegen Brasilien bei der WM 2014 wach, was damals bis zum Titelgewinn führte. Es war übrigens das vierte 7:0 bei einem Länderspiel in Freiburg (vorher Luxemburg 2006, Malta 2004 und Kuwait 2002)!

Erstaunlich wie der jetzige Kader selbst Ausfälle verkraftet. Immerhin fehlte zuletzt mit Füllkrug der Torjäger, doch Nagelsmann zauberte Tim Kleindienst aus dem Hut, der mit seinen Leistungen und Toren auch einen gesunden Füllkrug auf die Bank drängt. Mit Undav, Pavlovic und Stiller fehlten drei Spieler der Zukunft, doch das fiel in der Gegenwart nicht auf. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass auch das Team um das Team für gute Stimmung und Erfolge wesentlich mit verantwortlich ist. Hier bangen Spieler und Verband allerdings darum, ob Co-Trainer Sandro Wagner abgeworben wird oder nicht. Der eigentlich redselige Ex-Nationalspieler gilt als neuer Stern am Trainer-Himmel bleibt aber ruhig im Hintergrund. Trotz zahlreicher attraktiver Angebote könnte es sein, dass er erst alle Trainerscheine machen will und die WM 2026 für ihn ein großer Anreiz ist.

Vorher geht es aber im nächsten Jahr um die Nations League, quasi ein Probe-Titel für die WM. Am Freitag ist die Auslosung für die K.o.-Runde, für welche die Gruppensieger Portugal, Frankreich, Spanien und Deutschland (alle mit 13 Punkten!) qualifiziert sind, sie treffen auf einen Gruppenzweiten, das sind Italien, die Niederlande, Kroatien sowie Dänemark oder Serbien, die am letzten Spieltag in der Gruppe 4 direkt den Platz ausspielen. Absteigen müssen die Gruppenletzten Polen, Israel, Bosnien-Herzegowina und die Schweiz. Den Aufstieg sicher haben England mit zwei Siegen am Wochenende und Norwegen, das mit Siegen gegen Slowenien und Kasachstan Österreich von Platz 1 in der Gruppe 3 der Liga B verdrängte. Österreich dominierte im letzten Spiel zwar Slowenien, verpasste mit einem 1:1 aber den direkten Aufstieg. Der ist über die Play-Offs gegen die Gruppendritten der Liga A noch möglich. Das Viertelfinale der Nations League wird mit Hin- und Rückspielen vom 20. bis 25. März 2025 ausgetragen, die Finalrunde der besten vier Teams folgt vom 4. – 8. Juni in einem Land, das dafür qualifiziert ist. Deutschland hat sich schon einmal beworben, für den Fall, dass es dabei ist. Im Moment zweifelt da keiner, doch Italien könnte als Gegner ein Stolperstein sein. Auch dort laufen Neuaufbau und Verjüngung des Teams erfolgreich.

Ohne Pause bis Weihnachten

Das Fußball-Jahr 2024 geht in den letzten Wochen noch einmal in die Vollen, es geht ohne Pause bis Weihnachten durch, beginnend mit der Bundesliga und den Spieltagen 11 bis 15, die Hinrunde wird im Januar abgeschlossen. Dazu kommen noch zwei europäische Spieltage im November und Dezember sowie der DFB-Pokal. Am kommenden Bundesliga-Wochende dürfte besonders die Partie Dortmund gegen Freiburg im Mittelpunkt stehen, wo die Borussia beweisen muss, ob mit der Länderspielpause die Krise ad acta gelegt wurde. Immerhin ist es ja ein Heimspiel. Den Spieltag läutet das Derby München – Augsburg am Freitag ein, da taten sich die Bayern oft schwer. Im Mittelfeld gibt es plötzlich nach den Ausfällen von Pavlovic und Palhinha Besetzungsprobleme, da könnte der fast schon abservierte Leon Goretzka wieder der Glückliche sein.

Am meisten getan hat sich in der Pause bei der TSG Hoffenheim, die sich eigentlich in Sturm Hoffenheim umbenennen müsste. Gleich sechs Funktionäre und Trainer haben die Kraichgauer von Österreichs Meister Sturm Graz abgeworben. Sportgeschäftsführer Andreas Schicker machte den Anfang, Trainer Christian Ilzer wird im Mittelpunkt stehen, beide Co-Trainer Deutschl und Hölzl sind auch dabei und zum Schluss kommt im Dezember Athletikcoach Angeler. Rund vier Millionen Euro soll Hoffenheim als Ablöse auf den Tisch gelegt haben. Der Tabellenzweite Leipzig ist für den Fünfzehnten ein echter Prüfstein. Schließlich geht es gegen den Abstieg. Mal sehen, wer überhaupt nach der Länderspielpause gleich wieder in Schwung ist.

Spannung bei den Frauen

In der Frauen-Bundesliga ging es wohl selten so spannend zu wie diesmal. Wolfsburg hat als Tabellenführer nach dem 3:1 gegen Schlusslicht Potsdam (der erste Treffer!) ein kleines Polster von zwei Punkten, aber danach liegen Frankfurt und München mit je 23 Punkten gleichauf, Leverkusen folgt mit 20 Punkten, weil der 3:2-Sieg in Freiburg annulliert wurde (Verfahren noch anhängig). Gerade jetzt macht die Bundesliga aber Pause, am Wochenende wird das Achtelfinale im Pokal ausgespielt, danach ist Länderspielpause und erst am 6. Dezember geht es mit dem Spitzenspiel Leverkusen – Wolfsburg weiter.

Im Pokal muss Titelverteidiger Wolfsburg zum Regionalligisten Mainz 05, eine wesentlich schwerere Aufgabe hat Herausforderer Bayern München am Sonntag (16.00 Uhr) in Freiburg. In der Bundesliga gab es gerade ein glückliches 2:2 für die Bayern-Mädchen in Freiburg. Inzwischen zeigten sie sich aber beim 5:0 gegen Jena gut erholt. Allerdings gab es im Team auch Betroffenheit, denn Stammtorhüterin Mala Grohs machte eine schwere Erkrankung öffentlich, sie leidet an einem bösartigen Hirntumor. Die 23-Jährige wird lange ausfallen, der Verein verlängerte ihren Vertrag demonstrativ um ein Jahr bis 2026, um ihr zu zeigen, dass er hinter ihr steht. Im Tor erhält jetzt die 20-jährige Ena Mahmutovic ihre Chance, die als größtes Torwarttalent in Deutschland gilt. Sie war im Sommer von Duisburg nach München gekommen.

Mahmutovic wird vorher noch in der Champions League gefordert, da steht am Donnerstag das Rückspiel in Oslo gegen Valerenga an. Zu Hause hatten die Bayern keine Probleme, siegten 3:0 und sollten sie weiter ungeschlagen bleiben, würde das den Einzug ins Viertelfinale bedeuten, wenn Arsenal London seinen Auswärtssieg bei Juventus Turin zu Hause wiederholt. Wolfsburg hat schlechtere Karten, immerhin gelang in Istanbul der erste Sieg und bei einer Wiederholung bleibt die Chance auf Platz zwei intakt, dafür aber muss AS Rom in Lyon verlieren. Auch da gibt es also genug Spannung.

Die Bayern finden Gefallen an der Null

Mit der Null will sich Harry Kane nicht abfinden, er will viele Tore schießen und am Ende der Saison endlich etwas in den Händen halten. Tore schießt der Engländer genug, er glänzt auch als Vorbereiter und dennoch haben die Bayern plötzlich Gefallen an der Null gefunden. Noch vor einigen Wochen kritisiert, ja geschmäht, steht plötzlich die Abwehr im Mittelpunkt, zum fünften Mal in Folge stand die Null und die Münchner befinden sich auf Erfolgskurs. Das Lob gilt Upamecano und Kim, aber das ganze Team arbeitet defensiv besser. Das 1:0 ist das neue Erfolgserlebnis, sowohl in der Champions League, als auch in der Bundesliga. Die Tendenz ist positiv, in der CL sind die Bayern nach dem 1:0 gegen Benfica Lissabon wieder im Geschäft, in der Bundesliga nach dem souveränen 1:0 bei St. Pauli haben sie an der Spitze ihre Führung ausgebaut, weil die Konkurrenz (mit Ausnahme von Frankfurt) schwächelt. Dagegen befindet sich bei den Bayern Jamal Musiala in Bestform und sorgt für das 1:0 aus allen Lagen, einmal mit dem Kopf, einmal aus ca. 27 Metern. Er hat nicht einfach nur einen Lauf, sondern: „Wir trainieren das.“

Die neue Zufriedenheit in München ist das Ergebnis der Arbeit vom neuen Trainer Vincent Kompany mit seinem Team. Was vor allem auch wichtig ist, es stimmt in der Mannschaft und es stimmt die Fitness, im Gegensatz zu vielen Spitzenteams in Europa und zur Konkurrenz haben die Bayern derzeit wenig Verletzungen, ganz im Gegensatz zum Vorjahr. Kompany setzt den gesamten Kader ein und sorgt für manche Überraschung: Am Samstag stand plötzlich wieder Leon Goretzka in der Startelf, er war bereits aussortiert, sollte sich einen neuen Verein suchen. Kompany sagt jetzt: „Wir brauchen jeden Mann, wir brauchen Frische.“ Nicht viele Vereine gehen mit diesem guten Gefühl in die Länderspielpause.

Da sieht es in Dortmund ganz anders aus. Zwei glückliche Siege sorgten zuletzt zwar für etwas Entspannung, doch nach dem 1:3 in Mainz sind alle Sorgen wieder da, es war die sechste Auswärtsniederlage hintereinander in Pflichtspielen. Da kann man nicht zur Tagesordnung übergehen, zumal Fehler vom Trainer bis zum Kapitän für diese Horrorserie mitverantwortlich sind. In jedem Spiel leistet sich ein anderer einen Fauxpas, Sahin verwechselte sich in Madrid, Emre Can setzt seine Serie von Fehlern nach vorübergehender Besserung mit einem üblen Foul in Mainz fort. Rot war die logische Folge für einen Tritt mit offener Sohle, die Niederlage das Resultat. Borussias Probleme sind in der Bundesliga-Tabelle abzulesen: Rang 7, zehn Punkte Rückstand auf die Bayern.

Gute Stimmung herrscht auch beim Meister nicht, das war in Leverkusen vor einem Jahr ganz anders. Da gewann Bayer auf dem Weg zum Titel Spiele oft in den letzten Minuten, jetzt werden da Punkte verloren, so auch in Bochum, wo der neue Trainer Dieter Hecking mit dem 1:1 des Schlusslichts gegen den Meister zum Held wurde: „Der Alte kann es noch,“ wurde gewitzelt. Gewitzelt wird in Leverkusen nicht, sondern nach der Ursache der Schwächen gesucht, Trainer Xabi Alonso scheint plötzlich ratlos zu sein, die Spieler kritisieren selbst, „die Gier fehlt“. Meister werden ist leichter, als Meister zu sein. Das macht wieder einmal deutlich, welche großartige Leistung der Bayern die Serie von elf Titeln hintereinander war. Leverkusen hat derzeit bei neun Punkten Rückstand den Anschluss verloren.

Aber auch der erste Bayern-Verfolger schwächelt, Leipzig blieb jetzt drei Pflichtspiele in Folge ohne Sieg, der Rückstand in der Bundesliga zu den Bayern vergrößerte sich auf fünf Punkte. Besser in Schwung ist Eintracht Frankfurt, das seinen Aufwind vor allem den Sturm-Assen Omar Marmoush und Ekitiké verdankt, ein Duo, das die Gegner überrennt, jetzt auch den VfB Stuttgart beim 3:2. Die Stuttgarter haben ähnliche Probleme wie Leverkusen, der Vizemeister muss in dieser Saison kleine Brötchen backen, liegt nur auf Rang 11, der Rückstand zu einem CL-Platz beträgt allerdings nur vier Punkte, zur Relegation sind es immerhin fünf.

Ein „zu Null“ wird nicht überall positiv gesehen. Das 0:0 in Augsburg kostete nun Trainer Pellegrino Matarazzo in Hoffenheim den Job. Er kam im Februar 2023 und rettete Hoffenheim vor dem Abstieg, führte den Verein danach auf Rang sieben und in die Europa League – und dennoch gab es Kritik an ihm, weil er kein Wunschcoach von Mäzen Hopp sein soll. Jetzt dreht sich das Rad der Geschichte zurück, Hoffenheim hängt wieder unten drin, gerade mal einen Platz vor der Relegation. Also muss der Trainer gehen, offensichtlich soll jetzt ein österreichisches Erfolgstrio für Aufwind im Kraichgau sorgen. Sportgeschäftsführer Andreas Schicker ist schon länger da, er holte Paul Pajduch als Techn. Direktor nach und jetzt ist als neuer Coach Christian Ilzer im Gespräch – alle drei arbeiteten vier Jahre lang bei Sturm Graz erfolgreich zusammen und führten den Verein sogar zur Meisterschaft, die bis dahin in Österreich von RB Salzburg dominiert wurde. Träumen sie jetzt in Hoffenheim sogar von dem Titel?

Von Titeln träumen die Bundesligisten in den europäischen Wettbewerben, doch unbedingt auf Erfolgskurs sind sie nicht. Bei Halbzeit der Ligen befinden sich unter den Top 10 immerhin Eintracht Frankfurt (4. – Hoffenheim 19.) in der Europa League, der 1. FC Heidenheim (6., noch ungeschlagen!) in der Conference League und (erstaunlich) Borussia Dortmund (7.) in der CL. Dort haben Bayer Leverkusen (13.) und Bayern München (17.) noch Nachholbedarf, Stuttgart (27.) und Leipzig (32.) müssen um den Einzug in die Play-Offs (Rang 24) bangen.

Saisonabschluss für Nagelsmann

Das Jahr, in dem die Fußball-Nationalmannschaft sich wieder in die Herzen der Fans gespielt hat, will Bundestrainer Julian Nagelsmann jetzt zu einem erfolgreichen Abschluss führen. Zwei Spielen stehen noch in der Nations League an, am Samstag in Freiburg gegen Bosnien-Herzegowina und am Dienstag, 19.11., in Budapest gegen Ungarn. Deutschland führt mit zehn Punkten die Gruppe 3 der Liga A vor den Niederlanden (5) an, ein Sieg bedeutet Platz 1 und bringt Vorteile bei der nächsten WM-Auslosung. Das sollte gegen Bosnien gelingen (Hinspiel 2:1 für Deutschland). Nagelsmann muss allerdings wieder mit Absagen leben, zuletzt musste der Stuttgarter Undav absagen, dafür kommt Leroy Sané von den Bayern zu seinem Comeback. Ebenso kehrten die Dortmunder Brandt und Nmecha zurück, sie können beim DFB-Team ihre Nerven beruhigen.

Die große Überraschung bei der Nennung des Aufgebots war die Nominierung von Stefan Ortega Moreno als dritter Torhüter. Er hat es sich schon lange verdient, war aber bisher außen vor, weil er bei Manchester City keinen Stammplatz inne hat. Aber immer wenn er im Einsatz war, glänzte er, so dass sein Trainer Pep Guardiola schon damit liebäugelte ihn zur Nummer 1 zu machen. Jetzt bekam er aber ein besonderes Geschenk zu seinem 32. Geburtstag.

Das Aufgebot: Tor: Baumann, Nübel, Ortega. – Abwehr: Gosens, Henrichs, Kimmich, Koch, Mittelstädt, Rüdiger, N. Schlotterbeck, Tah. – Mittelfeld: Andrich, Brandt, Führich, Groß, Musiala, Nmecha, Stiller, Wirtz. – Angriff: Gnabry, Havertz, Kleindienst, Sané.

Wölfinnen beißen wieder

Bemerkenswertes tut sich gerade in der Frauen-Bundesliga. Meister Bayern München schwächelt und die Wölfinnen beißen wieder. Dazu profilierte sich Eintracht Frankfurt als dritte Kraft. Die Bayern-Mädchen haben das „Dortmund-Syndrom“ vom vergangenen Jahr, stark in der Champions League, nicht so stark in der Bundesliga. Nach der Niederlage in Wolfsburg kamen sie jetzt auch in Freiburg nur zu einem glücklichen 2:2 und fielen auf Rang drei zurück, nachdem Frankfurt Gegner Köln mit 8:0 abfieselte. Die Wölfinnen aber beißen wieder und übernahmen mit einem 3:0 bei Hoffenheim die Tabellenspitze mit jetzt zwei Punkten Vorsprung vor Frankfurt und München (je 20). Am Tabellenende wartet Schlusslicht Potsdam nach neun Spielen immer noch auf sein erstes Tor!

In der Champions League trumpfen die Bayern-Mädchen aber auf, schlugen bekanntlich Juventus Turin und Arsenal London. Jetzt ist zweimal das bisher punktlose Team von Valerenga Oslo der Gegner, zunächst am Dienstag in München. Allerdings sollten die Bayern dabei nicht ihr Bundesliga-Gesicht zeigen! Frankfurt schaffte es ja nicht in die Gruppenspiele, Wolfsburg muss nach Niederlagen gegen AS Rom und Lyon um den Einzug ins Achtelfinale bangen. Nun gibt es die Duelle mit dem ebenfalls noch sieglosen Galatasaray um die letzte Chance. Mittwoch wird zunächst in Istanbul gespielt.

Glücksmomente in der Bundesliga und der Eklat der Woche

Natürlich waren am vergangenen Wochenende in der Fußball-Bundesliga nicht alle glücklich, aber es gab besondere Glücksmomente. An erster Stelle ist vielleicht Holstein Kiel zu nennen. Der Aufsteiger schaffte mit dem 1:0 gegen Heidenheim seinen ersten Bundesliga-Sieg und das ausgerechnet gegen jene Mannschaft, die im Vorjahr die große Überraschung im Oberhaus war. Patrick Erras geht mit seinem goldenen Tor in der 28. Minute in die Geschichtsbücher ein. So nebenbei: Jetzt konnte jedes Bundesland einen Bundesliga-Sieg feiern!

Einen besonderen Sieg erlebte auch Borussia Dortmund, das 2:1 gegen RB Leipzig war ein Schritt aus der Krise. Zuletzt hagelte es Tiefschläge, fünf Tore in Madrid nach einer 2:0-Führung kassiert, 1:2 in Augsburg verloren, mit 13 Punkten in acht Spielen der schlechteste Saisonstart seit zehn Jahren. Dann folgte das 0:1 nach Verlängerung in Wolfsburg und damit das Aus im Pokal, die wohl größte Titelchance war kaputt. Trainer Nuri Sahin war der Verzweiflung nahe, die Vereinsbosse ratlos, sollte doch der neue Trainer den Verein in eine hoffnungsvolle Zukunft führen. Eine Häufung von Verletzungen führte zudem dazu, dass die Borussia quasi mit ihrem letzten Aufgebot antrat, mit Malen saß nur noch ein einziger gestandener Profi auf der Bank. Doch wie es so ist, in der Not rückt man zusammen, Dortmund kämpfte, wehrte sich und bewies wieder einmal sein Talent zum Überraschungsei – man weiß nie, was rauskommt. Die Hoffnung ist zurück, doch die Ungewissheit bleibt. Die Verletzungsmisere dauert an, am Dienstag gilt es gegen Österreichs Tabellenführer Sturm Graz in der Champions League (dort sind die Grazer noch sieglos) und am Samstag geht es zu den unbequemen Mainzern. Nur Siege können die Krise endgültig beenden.

„Krise? Welche Krise?“, heißt es jetzt bei Mönchengladbach. Das 4:1 gegen die bis dahin auswärts noch ungeschlagenen Bremer war ein Befreiungsschlag, verbunden mit einem Sprung ins Mittelfeld, vorbei an Werder. Trainer Gerardo Seoane wird auch wieder ruhiger schlafen, die Partie wurde als „Endspiel“ für ihn ausgerufen. Verlassen durfte er sich vor allem auf Nationalspieler Tim Kleindienst, der an allen Toren beteiligt war und sich immer mehr zur Führungsfigur bei der Borussia aufschwingt. Glücksmomente erlebt derzeit auch die Frankfurter Eintracht, sieben Tore (gegen Bochum) muss man erst mal schießen, nicht nur die Torjäger Omar Marmoush und Hugo Ekitiké haben einen Lauf. Glücksmomente aber auch für Torhüter Alexander Nübel, der seinen VfB Stuttgart mit starken Paraden das 0:0 in Leverkusen rettete und damit Ansprüche bei Bundestrainer Julian Nagelsmann anmeldete, der am Donnerstag das Aufgebot für die nächsten Länderspiele benennen wird. So eine Leistung hat der bisher solide Nübel schon lange gebraucht, um deutlich zu machen, dass er sehr wohl als Neuer-Nachfolger bei den Bayern, wo er unter Vertrag steht, in Frage kommt. Einen Glücksmoment erlebte auch seine Torhüter-Kollegin Ann-Kathrin Berger, die zur „Spielerin des Jahres“ gewählt wurde. Eine seltene Ehrung für Torhüter oder Torhüterinnen.

Von Glücksmomenten träumen sie nur in Bochum, die Saison ist verkorkst, die Freude über den sensationellen Klassenerhalt in der Relegation im Frühjahr ist verraucht. Mit gerade mal einem Pünktchen ist der VfL Schlusslicht, hat aber zwei Trainer verschlissen, das 2:7 in Frankfurt war ein Offenbarungseid. Als Retter verpflichtet wurde nun der erfahrene Dieter Hecking, der 60-Jährige hat schon Nürnberg und Gladbach vor dem Abstieg gerettet. Aller Anfang ist aber schwer, die nächsten Gegner heißen Leverkusen und Stuttgart, ob da eine Aufstockung des Punktekontos möglich ist? Krisenstimmung auch in Wolfsburg, vom Ziel europäischer Wettbewerb muss man Abschied nehmen, der Platz im Tabellenkeller hellt die Stimmung im von der VW-Krise gebeutelten Wolfsburg nicht auf. Glücksmomente gibt es nur im Pokal, Dortmund ausgeschaltet, gegen Hoffenheim wieder ein Heimspiel, da ist man wenigstens noch im Geschäft.

In München scheint das Glück ständiger Begleiter zu sein. In der vergangenen Saison machte sich die Freude zwar rar, aber daran wollen die Bayern gar nicht mehr denken. Sie genießen die neue Erfolgswelle, drei Siege ohne Gegentreffer, das gab es zuletzt vor vier Jahren. Und es läuft, Musiala war der Held im Pokal, Harry Kane präsentiert sich in Bestform, mit jetzt 19 Skorerpunkten in neun Spielen stellte er einen neuen Rekord auf. Kane hat zwei Punkte mehr als im Vorjahr zur gleichen Zeit und einen mehr als Robert Lewandowski 2020/21.

Heikle Aufgaben in der CL

Auf Glücksmomente hoffen die Bundesligisten auch in Europa, vor allem in der Champions League. Da steht der vierte Spieltag an, ist dann also Halbzeit und da sollte die Tendenz stimmen. Gar nicht zufrieden sind bisher die Bayern, die zwar beim Start gegen Zagreb 9:2 auftrumpften, dann aber zwei Niederlagen gegen Aston Villa (0:1) und Barcelona (1:4) hinnehmen mussten. Jetzt helfen auf Platz 23 nur Siege weiter, wenn man Achter werden will und die Play-Offs vermeiden. Benfica Lissabon am Mittwoch ist nach derzeitigem Tabellenstand (13., Paris nur 19.) der stärkste Gegner vom Restprogramm, doch gerade gegen die Portugiesen haben die Bayern die beste Bilanz: Bei den bisherigen zwölf Vergleichen gab es keine Niederlage, sondern neun Siege bei drei Unentschieden und alle sechs Spiele zu Hause gewannen die Bayern. Da sollte Nummer 7 folgen. Schwerer haben es wohl Bayer Leverkusen (6.) beim noch ungeschlagenen FC Liverpool (2.) und der VfB Stuttgart ((18.) gegen Atalanta Bergamo (17.) , das derzeit in Italien auftrumpft. RB Leipzig 31.) muss zu Celtic Glasgow (20.), auch das wird nicht leicht, um den ersten Sieg nach drei Niederlagen einzufahren.

In der Europa League mischt Eintracht Frankfurt (6.) gut mit, da könnte gegen Slavia Prag (16.) der nächste Schritt Richtung Achtelfinale folgen. Die TSG Hoffenheim (18.) hat es da gegen Frankreichs Spitzenklub Olympique Lyon (10.) schon schwerer. Der 1. FC Heidenheim fühlt sich in der Conference League wohl (9.), ist noch ungeschlagen, die Schotten von Heart of Midlothian (6. ebenfalls noch ungeschlagen) stellen die wohl bisher höchste Hürde dar.

Schlagerspiele im Pokal

Was für eine Auslosung für das Achtelfinale im DFB-Pokal! Die derzeit ersten vier der Bundesliga-Tabelle stehen sich direkt gegenüber, damit werden also gleich zwei Favoriten auf der Strecke bleiben und die Außenseiter können Hoffnung schöpfen. Ob der durch seine EM-Auftritte bekannt gewordene Saxophonist Andre Schnura ein glückliches Händchen hatte? Bei Bayern München im Duell mit Bayer Leverkusen und RB Leipzig gegen Eintracht Frankfurt freut man sich über den Heimvorteil. Den hat auch der VfL Wolfsburg im dritten Bundesliga-Duell mit der TSG Hoffenheim. Der einzig verbliebene Drittligist Arminia Bielefeld wird mit dem Gastspiel vom SC Freiburg belohnt. Außerdem spielen am 3./4. Dezember Werder Bremen – Darmstadt 98, Karlsruher SC – FC Augsburg, Jahn Regensburg – VfB Stuttgart und 1. FC Köln – Hertha BSC Berlin.

Ab dem Achtelfinale kommt auch der VAR im Pokal zum Einsatz. Wie oft war er in letzter Zeit kritisiert worden, aber im Pokal hatten einige Sehnsucht nach dem VAR, selbst ein Schiedsrichter wäre froh gewesen, wenn ihm der VAR geholfen hätte. So hätte Stuttgart mit VAR nie einen Elfmeter gegen sich bekommen, dafür hätten Kiel und Dortmund einen Strafstoß erhalten und Musiala hätte keinen Hattrick erzielt, weil er einmal (deutlich) im Abseits stand. Dafür hätte wohl Kohr bei einem Foul gegen ihn Rot kassiert und auch Dortmunds Nmecha wäre eventuell mit Rot vom Platz marschiert. Der VAR bleibt sicher weiter umstritten, aber wehe man hat ihn nicht… In den ersten Pokalrunden verzichtet der DFB aus technischen und finanziellen Gründen auf den Einsatz, weil viele Amateurvereine beteiligt sind.

Erbärmliche Königliche

Blamiert hat sich in dieser Woche Real Madrid. Für die Wahl vom „Ballon D’Or“ in Paris sagten die Königlichen kurzfristig für ihre 50-köpfige Delegation ab, weil bei ihnen durchsickerte, dass ihr Spieler Vinicius Junior nicht gewinnen würde. Eine erbärmliche und unsportliche Entscheidung der Königlichen, die damit zeigen, dass bei ihnen nur das Geld zählt und ihr Ruhm. Ist der zweite Platz nichts wert? Real muss sich auch sagen lassen, dass der Spanier Rodri eine würdige Wahl ist und es sich verdient hat. Er führte Spanien zum EM-Titel und Manchester City zur Meisterschaft, war in beiden Teams die Seele des Spiels. Vinicius Jr. fiel nicht nur durch Tore auf, sondern auch durch Schwalben und Meckereien. Real Madrid wurde aber Mannschaft des Jahres und Carlo Ancelotti Trainer des Jahres. Das hätte genug Anreiz für den Flug nach Paris sein sollen. Altana Bonmati vom FC Barcelona wurde übrigens Spielerin des Jahres und Harry Kane erhielt die „Gerd Müller Trophäe“ als bester Torjäger, überreicht von Karl-Heinz Rummenigge.

Die Probleme der deutschen Spitzenklubs

In der heimischen Bundesliga klappt es meist, auf internationalen Parkett gab es allerdings Demütigungen, die deutschen Fußball-Spitzenklubs eint aber eins: Sie haben Probleme.

Die größten Probleme hat derzeit wohl Borussia Dortmund, das im Gegensatz zu München, Leipzig und Leverkusen vor allem in der Bundesliga den Wünschen weit hinterherhinkt. Nur Platz 7 nach acht Spieltagen, mit gerade mal 13 Zählern und 15:14 Toren sieben Punkte hinter dem Führungsduo Bayern/Leipzig zurück. Nach dem glanzlosen 2:1 gegen St. Pauli folgte die 2:5-Pleite bei Real Madrid und schließlich der Tiefpunkt des 1:2 in Augsburg. Trainer Nuri Sahin steht in der Kritik, aber seine mögliche Ablösung noch nicht zur Debatte. Der Neuling muss noch lernen, aber kann sich das die Borussia leisten? In Madrid leitete auch der Trainer die Niederlage ein, als er bei einer 2:0-Führung auf ein Defensivkonzept umschaltete. Doch die Einwechslungen, die Sicherheit bringen sollten, brachten Unsicherheit. Sündenbock Nummer 1 war Kapitän Emre Can, da wird auch Bundestrainer Julian Nagelsmann ob der Fehler große Augen gemacht haben. Auch Nico Schlotterbeck ist keine Stütze, Bruder Kevin war bei Augsburg besser. Beim FCA zeigte sich wieder Dortmunds Auswärtsschwäche, keine Mannschaft hat so eine große Diskrepanz, 12 Heimpunkten steht gerade mal ein Auswärtspünktchen gegenüber. Das kann auch am Dienstag im DFB-Pokal zum Problem werden, da muss die Borussia beim Liga-Konkurrenten Wolfsburg antreten. Trotz Verletzungsproblemen, folgt das Aus, brennt der Baum endgültig…

Dortmund war bisher in der Champions League stark, in der Bundesliga vor allem auswärts schwach. Ein ähnliches Problem haben die Bayern, sie scheinen für die internationalen Spitzenklubs zu schwach (0:1 bei Aston Villa, 1:4-Pleite in Barcelona), für die Bundesliga aber zu stark, siehe Kantersiege wie jetzt 5:0 in Bochum und Tabellenführung. Bei Dortmund ging das Defensivkonzept in die Hose, bei den Bayern klappt Kompanys Hurra-Stil manchmal nicht, wenn der Gegner starke Konterspieler hat. Wie das auf Dauer funktioniert, muss sich zeigen. Unruhe gab es schon nach der Pleite in Barcelona, da war es wohl kein Trost, dass auch Real Madrid im Clasico gegen das Flick-Team mit 0:4 unterlag. Anders sieht es bei RB Leipzig aus, das wie die Bayern 20 Punkte aufweist, aber da rollt nicht die Torlawine, sondern steht das Sicherheitskonzept, mit erst drei Gegentoren die beste Abwehr der Liga. Trainer Marco Rose hat aber ein personelles Problem, mit Schlager, Raum und Xavi fehlen drei Stammspieler langfristig. Am Samstag steht das Schlagerspiel in Dortmund an, das könnte für beide Vereine richtungsweisend sein.

Ganz andere Probleme hat wiederum Xabi Alonso bei Bayer Leverkusen. Dort macht der Trainer bei den Spielern ein mentales Manko aus, der Titelverteidiger sonnt sich noch ein bisschen im Meisterglanz. Alonso vermisst den letzten Siegeswillen, der im Vorjahr zu einer ungeschlagenen Saison führte. Jetzt stehen schon drei Unentschieden und eine Niederlage zu Buche, aber noch ist mit Platz drei und fünf Punkten Rückstand zur Spitze nicht allzu viel passiert. In der Champions League ist Bayer noch ungeschlagen, doch die dicken Brocken waren noch nicht dabei. Der erste kommt am nächsten Spieltag mit dem FC Liverpool. Das 1:1 in Brest war keine Glanzleistung.

Die Ehre der Bundesligisten in der Champions League rettete der VfB Stuttgart mit einem 1:0-Sieg bei Juventus Turin. Trainer Sebastian Hoeneß hat aber ein besonderes Problem, er muss neue Spieler integrieren, dazu mit seinem Team die ungewohnte zusätzliche Belastung verkraften, sollte aber dennoch erfolgreich bleiben. Das gelingt nicht immer, aber allein die Abstellungen zur Nationalmannschaft zeigen, dass der VfB auf dem richtigen Weg ist. In Bundesliga und Champions League liegt man im Rahmen, könnte sein, dass es mit fortschreitender Saison eher aufwärts geht. Zunächst steht aber am Freitag die schwere Aufgabe in Leverkusen bevor. Will der VfB den Anschluss nach oben halten, darf es keine Niederlage geben.

Dort wo die Spitzenklubs schwächeln, machen sich andere breit. Union Berlin und der SC Freiburg bleiben die Überraschungsteams, auch wenn Freiburg in Leipzig (1:3) einen Dämpfer hinnehmen musste, während Union mit dem 1:1 gegen Frankfurt sein Terrain verteidigte. Die Härteprüfung folgt aber am Samstag in München. Da wird sich zeigen, ob die Torlawine auch die Minimalisten (9:5 Tore) überrollen kann oder die Union-Festung hält.

Hoffnung DFB-Pokal

Für Abwechslung im Ligen-Alltag sorgt am Dienstag und Mittwoch wieder der DFB-Pokal, was aber auch bedeutet, dass es für die Klubs auf Europas Bühne keine Ruhepause gibt. Der Pokal wird auch als Cup der Hoffnung bezeichnet, zum Beispiel in diesem Jahr besonders für die Traditionsklubs, die in der 2. Bundesliga ein bisschen ein Schattendasein führen. So wollen die Vereine im Pokal Wiedergutmachung betreiben, die in der Liga negative Erlebnisse hatten. Schalke 04 (in Augsburg) und der Hamburger SV (in Freiburg) müssen allerdings auswärts antreten, während der 1. FC Köln gegen das in der Bundesliga noch sieglose Holstein Kiel Heimvorteil hat. Besonders interessant dürfte der Vergleich Hertha BSC Berlin gegen Heidenheim sein, der auf einer Erfolgswelle schwimmende 1. FC Nürnberg muss bei der TSG Hoffenheim antreten.

Es gibt aber auch vier Bundesliga-Duelle, am Dienstag Leipzig – St. Pauli und Wolfsburg – Dortmund (siehe oben), am Mittwoch Frankfurt – Mönchengladbach und Mainz – München. Vor allem auf die Bayern sind wieder einmal die Augen gerichtet, denn in den letzten Jahren war für den Dauer-Meister im Pokal meist frühzeitig Schluss. Den letzten Cup-Sieg gab es 2020. Und wie klappt es mit der Angriffswelle in Mainz? Pech für Mainz, dass der schnelle Burkhart ausfällt. Als einziger Viertligist ist übrigens Kickers Offenbach (gegen Karlsruhe) noch dabei, aus der 3. Liga sind dies Arminia Bielefeld (gegen Union Berlin) und Dynamo Dresden (gegen Darmstadt). Die nächste Runde wird am 3./4. Dezember ausgetragen. Vier Bundesligisten fehlen dann also auf jeden Fall…

Wück-Ära startet furios

Der Einstand für den neuen Frauen-Bundestrainer Christian Wück hätte nicht besser sein können. Im modernen Trend von Hansi Flick bei Barcelona oder Vincent Kompany bei Bayern verordnete er den Frauen ein schnelles, offensives Spiel, das im Wembley-Stadion von London Europameister England, Nummer 2 der Welt, total überraschte. Vor allem Kapitänin Gwinn und Flügelflitzerin Bühl zeigten sich treffsicher, nach 29 Minuten führte Deutschland 3:0. Das wollte sich der Gastgeber nicht bieten lassen, auch Fehler schlichen sich ein, so kam England in einem der bis besten Spiele, die es je im Frauen-Fußball gegeben hat, durch zwei Tore von Stanway (ein Handelfmeter) wieder heran. Auffallend: Alle fünf Tore hatten Bayern-Spielerinnen erzielt! Das Blatt schien sich zu wenden, Wück wechselte viel, aber auch Däbritz verwandelte einen Elfmeter, England kam nach einen Fehler von Torhüterin Berger nur noch auf 3:4 heran. Die Überraschung und der furiose Einstand vom neuen Bundestrainer waren perfekt.

Auf diesem Weg will Christian Wück weitermachen und weiterhin jungen Spielerinnen eine Chance geben. Am Montag in Duisburg gegen Australien kam es aber erst einmal zu einem Abschied, die langjährige Stütze der Mannschaft und Kapitänin, Alexandra Popp, sagte Ade. Mit ihr beendet eine Legende des Nationalteams ihre DFB-Karriere, scheinbar hat sie ihren Abschied zum richtigen Zeitpunkt verkündet.

Auch für die Frauen geht es am Wochenende bereits wieder mit der Bundesliga weiter und da steht das nächste Schlagerspiel auf dem Terminplan, am Montag, 4. November (18.00 Uhr), tritt der Tabellenzweite Eintracht Frankfurt bei Spitzenreiter Bayern München an.

Bei den Fußballfans geht Spaß vor Sicherheit

Die harten Fans im Fußball meinen wohl, sie können bestimmen, wie das Drumherum um ein Spiel abläuft. Die Ultras wollen ihre Tribüne beherrschen, immer mehr aber auch in die Vereinshoheit eingreifen, notfalls mit Gewalt. Deshalb war die Sicherheit im Fußball, vor allem in der Bundesliga, wieder einmal das Thema bei einem Treffen der Innenminister aller Länder in München. Angeprangert wird vor allem das Abbrennen von Pyrotechnik und sogar Raketen. Die Fan-Gruppierungen monierten, dass kein Vertreter von ihnen eingeladen sei, aber die Innenminister konterten zurecht: „Sicherheit ist unsere Aufgabe“. Bei den Fußballfans geht aber Spaß vor Sicherheit, zu beobachten auch in diesem Wochenende wieder. Das Abbrennen von Pyrotechnik ist gefährlich, Mitmenschen werden gefährdet, es kann Verletzte oder sogar Tote geben. Muss es erst so weit kommen? Es reicht schon, wenn durch den Rauch Spielverzögerungen provoziert werden, die restlichen Zuschauer im Stadion werden quasi in Geiselhaft genommen, Hauptsache die Ultras haben ihren Spaß. Leider ist es so, dass eine Einigung in weiter Ferne ist, gefordert werden Verurteilungen und Inhaftnahme schon im Stadion, was äußert schwierig sein dürfte. Von Einsicht also keine Spur, von Änderungen leider auch nicht. Die Fans mischen sich wie selbstverständlich überall ein, so jetzt in Mainz, als die Fans Jürgen Klopp kritisieren, der geliebte Kloppo arbeitet doch künftig wirklich für den ungeliebten Brause-Konzern Red Bull. Hätte Klopp die Fans um Erlaubnis fragen sollen?

Dabei sollte doch der Sport im Vordergrund stehen und er hat auch genug zu bieten. Die Bundesliga ist interessant wie selten in den letzten Jahren. Bayern München lässt sich derzeit aber nicht von der Tabellenspitze verdrängen und hat seine kleine Ergebniskrise mit drei Spielen ohne Sieg eindrucksvoll beendet. Beim 4:0 im Spitzenspiel gegen den VfB Stuttgart war ein wohl nicht unhaltbarer Schuss aus rund 25 Metern von Harry Kane (57.) nach dem 0:0 zur Pause der Knotenlöser. Für die Bayern und für den Torjäger selbst auch, denn er legte nur drei Minuten später nach und erzielte mit dem 3:0 (80.) nach 407 Minuten ohne Erfolgserlebnis seinen ersten echten Hattrick bei den Bayern. Es war wieder ein schwungvoller Auftritt der Münchner, doch RB Leipzig hält mit und das auf ganz andere Art: Die Rose-Schützlinge setzen auf Sicherheit, betätigen sich eher als Minimalisten, sind aber gleichauf, ebenfalls noch ungeschlagen und haben bisher nur zwei Gegentore kassiert, in sieben Spielen aber auch nur elfmal getroffen, die Bayern haben dagegen 24:7 Tore zu Buche stehen. Das 2:0 in Mainz war typisch. Dritter ist überraschend, noch vor Titelverteidiger Leverkusen, der SC Freiburg, der beim 3:1 gegen Augsburg leichtes Spiel hatte, aber auch schon zwei Niederlagen auf seinem Konto hat, eine davon in Dortmund. Jetzt folgt das Schlagerspiel am Samstag in Leipzig, das könnte eine Nagelprobe für beide Teams werden.

Leverkusen setzte sich mit viel Glück mit 2:1 gegen Frankfurt durch. Im Mittelpunkt stand vor allem Rekord-Schiedsrichter Dr. Felix Brych, der allerdings einen schlechten Tag erwischt hatte. Er verteilte immerhin gerecht zwei harte Elfmeter nach langem Videostudium, hätte aber auf beide verzichten können. Diskussionswürdig aber eine Attacke von Tah in der 91. Minute gegen Ekitiké, als er den hochspringenden Frankfurt mit dem Arm touchierte und aus dem Gleichgewicht brachte. Brych sah den Arm angelegt, war von der Slapstickszene (Hradecky schoss vorher Tah an) wohl beeindruckt und pfiff nicht. Tah konnte den Ball von der Linie kratzen und rettete den Sieg. Logisch, dass die Frankfurt „Skandal“ schrien, „das muss Elfmeter“ sein, die Leverkusener aber lächelten, „im Fußball darf man den Gegenspieler schon mal berühren,“ so Bayer-Boss Simon Rolfes.

Am Tabellenende handelte Schlusslicht VfL Bochum. Auch bei der TSG Hoffenheim gelang nicht der erste Sieg, am Tag danach wurden die Konsequenzen gezogen: Der neue Trainer Peter Zeidler, erst im Sommer von St. Gallen gekommen, muss wieder gehen. Er litt allerdings unter dem Umbruch im Team und bekam nicht die nötige Zeit, für ihn ein unglückliches Engagement. Hauptverantwortlich für den Niedergang war eher Sportdirektor Marc Lettau, der folgerichtig ebenfalls die Koffer packen muss. Die Neuzugänge waren einfach keine Verstärkungen. Auch die Aufsteiger tun sich weiter schwer, davor sind ab Rang 15 mit Augsburg, Hoffenheim und Wolfsburg drei Vereine mit je sieben Punkten gleichauf, die alle drei vor der Saison von höheren Tabellenregionen geträumt haben. Lange werden auch dort die Bosse nicht mehr zuschauen…

Vorfreude bei Bayern, Krach um Bayern

Ruhe bei Bayern München? Das hat Seltenheitswert. Und wenn Ruhe herrscht, dann wird Unruhe von außen reingetragen. Was soll man von den Medien halten, die eine alte Geschichte aufwärmen, um künstlich von einem Krach bei Bayern berichten zu können. Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen hat vor drei Jahren eine Zeitung nach einer Sekretärin geworfen, die Sache wurde damals ausgeräumt, die Sekretärin ist nicht mehr da. Jetzt wurde diese Verfehlung verkauft, um eine Vertragsverlängerung des CEO ab 2025 in Zweifel zu ziehen und andere Kandidaten ins Spiel zu bringen. Ein abgekartetes Spiel? Der seriöse kicker berichtet dagegen, im Verein sei man sich einig, dass Dreesen der richtige Mann ist und man den Vertrag verlängern will.

Dabei gibt es sportlich eine Vorfreude auf die Champions League. Das Duell mit dem FC Barcelona steht an, ein Wiedersehen mit Hansi Flick, der beinahe wieder Bayern-Trainer geworden wäre, jetzt sind die Münchner auch mit Vincent Kompany glücklich. Flick ist in Barcelona ebenfalls glücklich, die Ergebnisse stimmen, Spitzenreiter in Spanien. Bayern gegen Barcelona, da werden Erinnerungen an 2020 wach, als die Bayern im Viertelfinale gegen Barca 8:2 siegten, nicht nur die Champions League gewannen, sondern Hansi Flick sogar das Triple holte. Aber gegen Barcelona spielen die Bayern immer gern, 16 internationale Vergleiche gab es, elfmal siegten die Münchner bei nur zwei Niederlagen! Und diesmal? Übrigens gibt es eine interessante Auffälligkeit: Die letzten in München entlassenen Trainer wurden anschließend alle Nationaltrainer! Mit Hansi Flick begann es, danach ebenso Julian Nagelsmann als sein doppelter Nachfolger, der nach Bayern nun Deutschland trainiert und Thomas Tuchel versucht es jetzt in England!

Ein besonderes Spiel ist auch das Gastspiel bei Real Madrid für Borussia Dortmund. Es ist die Neuauflage des letztjähriges Finales, das die Borussen bekanntlich 0:2 verloren. Jetzt reisen sie aber als Tabellenführer der neuen CL ins ebenfalls runderneuerte Estadio Santiago Bernabéu. Fünf Jahre dauerte der 1,17 Milliarden teure Umbau. Ob eine Revanche möglich ist? In der CL treten die Dortmunder bekanntlich anders auf als in der Bundesliga. Die Spitzenvereine haben alle Stress in den Wochen bis zur nächsten Länderspielpause Mitte November. Zum internationalen Geschäft kommt der DFB-Pokal. In der CL gibt es weitere interessante Aufgaben, RB Leipzig erwartet den FC Liverpool, Stuttgart gastiert bei Juventus Turin. Meister Leverkusen darf Stade Brest nicht unterschätzen, das mit ebenfalls sechs Punkten Zweiter ist.

Premiere für Christian Wück

Mit Spannung verabschiedete sich die Frauen-Bundesliga in die Länderspielpause. Die Überraschung war dabei, dass Eintracht Frankfurt mit einer 0:1-Niederlage gegen Werder Bremen die Tabellenführung herschenkte. Mit Glück konnte sie Bayern München im Schlagerspiel gegen das überraschend starke Bayer Leverkusen mit einem 3:2-Sieg zurückholen. Zweimal lagen die Bayern-Mädchen im Rückstand, ehe die 17-jährige Sehitler in der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielte.

Im Mittelpunkt steht aber jetzt die Premiere von Christian Wück als neuer Bundestrainer und Nachfolger von Horst Hrubesch. Der Ort könnte nicht prominenter sein, Deutschland tritt am Freitag (20.30 Uhr) im Wembleystadion von London gegen England an. Danach geht es am Montag noch in Duisburg gegen Australien. Wück betritt bei den Frauen Neuland, hat aber Erfahrung mit Nationalteams und kann Erfolge vorweisen, vor knapp elf Monaten führte er die Junioren der U17 zum WM-Titel. Jetzt soll er mit den Frauen Titel holen. Als Sportdirektorin Nia Künzer ihn ansprach, hat sich Wück den neuen Job sofort vorstellen können. „Ich bin recht schnell zu dem Entschluss gekommen, dass es für mich der nächste richtige Schritt ist.“ Bei seinem ersten Aufgebot hat Wück nicht für besonders große Überraschungen gesorgt, aber er will erst einmal beobachten. Einen wichtigen Schritt ging der DFB mit der Einführung einer Nationalmannschaft der U23 als Unterbau. „Das brauchen wir als Zwischenschritt zum A-Team unbedingt,“ ist sich der neue Bundestrainer sich. Kapitänin beim ersten Auftreten wird die Münchnerin Giulia Gwinn sein.

Nagelsmann auf dem Weg zu Deutschlands neuem Liebling

Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft haben schon einmal mehr Interesse gefunden, „nur“ 8,5 Millionen Zuschauer interessierten sich am Montag für das Länderspiel gegen die Niederlande und sahen den 1:0-Sieg in der Nations League. Wer nicht geschaut hat, hat zweifellos etwas verpasst und selbst Fußball-Experten reiben sich die Augen und fragen sich, „was ist denn hier los?“ Ausfälle über Ausfälle beim DFB-Team, aber Bundestrainer Julian Nagelsmann nominiert ungerührt junge Spieler nach – und es funktioniert, egal wer auf dem Feld steht. „Leweling hätte ohne die Absagen sicher nicht gespielt“, gestand Nagelsmann, aber der gebürtige Nürnberger, der jetzt das Trikot vom VfB Stuttgart trägt, hat gespielt, nach 100 Sekunden seinen ersten Treffer erzielt (der wegen eines dubiosen Abseits nicht zählte), dann aber in der 64. Minute nach einem Eckball mit einem fulminantem Schuss den Siegtreffer erzielt. Nagelsmann bewies also ein glückliches Händchen.

Der Ex-Bayern-Trainer hat überhaupt bei der Nationalmannschaft ein glückliches Händchen, er feierte am Montag den Jahrestag als Bundestrainer, im September 2023 löste er den unglücklichen, geschassten Hansi Flick ab und krempelte bald bei der DFB-Elf alles um. Nagelsmann zeigte Mut und Gespür, er sorgte wieder für gute Stimmung im Team, verordnete der Mannschaft einen selbstbewussten, offensiven Stil und so übertrug sich die gute Stimmung auch auf die Fans. Das Ziel ist ebenfalls selbstbewusst, bei der WM 2026 will man um den Titel mitspielen. Die Nations League wird auf diesem Weg ernst genommen, Vorbild ist Spanien, das erst die Nations League gewann und dann die Europameisterschaft. Siege auf dieser Ebene sollen zum großen Erfolg führen, die ersten positiven Auswirkungen sind spürbar. Deutschland hat sich durch das 1:0 bereits für die Play-Offs der Nations League im März qualifiziert (Endrunde im Juni) und befindet sich damit zudem in Topf 1 bei der Auslosung der Qualifikation zur WM 2026, geht also dem einen oder anderen Hochkaräter aus dem Weg.

Eine positive Entwicklung, die vor einem Jahr noch nicht abzusehen war und so befindet sich jetzt Julian Nagelsmann auf dem Weg, Deutschlands neuer Liebling zu werden, denn bei Erfolgen ist die Fußball-Nationalmannschaft Deutschlands liebste Mannschaft. Erstaunlich wie der Bundestrainer die Ausfälle klaglos wegsteckte, wie zahlreich sie nämlich waren, zeigt die Tatsache, dass mit Wirtz, Schlotterbeck und Kimmich nur drei Akteure im Team standen, die das erste Spiel gegen die Niederlande am 10. September (2:2) bestritten haben. Bezeichnend, dass kurz vor dem Spiel der „Held von Bosnien“, der zweifache Siegtorschützen Denisz Undav, ausfiel und sein Ersatz Leweling zum neuen Helden wurde. Selbst die Ausfälle hielten Nagelsmann nicht ab, sein quasi „Stamm-Mittelfeld“ Groß/Andrich durch die Youngster Angelo Stiller (23) und Aleksandar Pavlovic (20) zu ersetzen. Die beiden gebürtigen Münchner bestätigten das Vertrauen des Trainers und bewiesen, dass sie in Zukunft das Herz der Mannschaft sein können. Der Generationswechsel wurde durch die Verabschiedung von Stars der letzten Jahrzehnte deutlich. Thomas Müller, Manuel Neuer und Ilkay Gündogan wurden noch einmal gefeiert, Toni Kroos blieb in Madrid.

Die Gruppenspiele der Nations League werden am 16. und 19. November in Freiburg gegen Bosnien und in Budapest gegen Ungarn abgeschlossen. Ein Sieg fehlt noch (oder zwei Unentschieden), um als Gruppensieger in den Play-Offs gegen einen Gruppenzweiten antreten zu können und im Rückspiel Heimvorteil zu haben, was manchmal wichtig sein kann.

Schlagerspiele in der Bundesliga

Nach den Länderspielen ist vor der Bundesliga, die sich gleich mit zwei Schlagerspielen am Samstag zurück meldet, also auch wieder Spaß machen sollte. Um 15.30 Uhr wird Newcomer Eintracht Frankfurt von Titelverteidiger Bayer Leverkusen geprüft, der den Anschluss an die Spitze verliert, wenn kein Heimsieg gelingt. Zwei Punkte liegt Bayer zurück, drei hinter den Bayern und Leipzig. Im Vorjahr siegte Bayer 3:0 und 5:1. Das Duell Bayern gegen VfB Stuttgart (18.30 Uhr) ist fast schon ein Klassiker, der VfB, derzeit nur Achter, siegte im Vorjahr daheim 3:1 und ebnete sich dadurch auch den Weg zur Vizemeisterschaft. Die Bayern blieben bekanntlich dahinter nur Dritter, siegten aber zu Hause noch 3:0 und wollen dies wiederholen, um Tabellenführer zu bleiben. Allerdings muss Trainer Vincent Kompany in der Pause eine Lösung gefunden haben, um Gegentore wie zuletzt zu vermeiden, mit Konter ist nämlich auch der VfB stark und Leweling hat im Nationalteam gezeigt, wie er trifft. Die Lösung könnte Joao Palhinha heißen, der Portugiese wurde wegen seiner Defensivstärke verpflichtet. Rückt Kimmich bei den Bayern auf rechts, ist Platz für Talent Pavlovic. Neben den Münchnern ist nur noch Leipzig ungeschlagen (diesmal in Mainz). Am Tabellenende gibt es das direkte Duell zweier Abstiegskandidaten. Gastgeber Hoffenheim hätte man aber nicht in diesen Regionen (16.) erwartet, Trainer Matarazzo soll angeblich fest im Sattel sitzen. Da muss aber ein Sieg gegen Schlusslicht Bochum her.

Himmel und Hölle für Bayern-Frauen

Ein absolutes und so nicht erwartetes Schlagerspiel gibt es auch in der Frauen-Bundesliga. Titelverteidiger Bayern München muss bei Bayer Leverkusen antreten, der Vorjahressechste ist als Dritter überraschend in der Spitzengruppe vertreten. Die Münchnerinnen erlebten eine Woche zwischen Himmel und Hölle. Zuerst ein triumphaler 5:2-Erfolg in der Champions League gegen Arsenal London, dann eine 0:2-Niederlage in der Bundesliga beim großen Konkurrenten VfL Wolfsburg. Damit endete eine Rekordserie von 44 BL-Spielen ohne Niederlage! „Einmal muss es wohl so kommen,“ tröstete Trainer Alexander Straus, „wir können kaum 444 Spiele ungeschlagen bleiben.“ Die Niederlage schmerzte besonders, da sein Gegenüber Tommy Stroot den Kollegen mit einer besonderen Defensivtaktik verblüfft hatte, außerdem leiteten die Bayern-Mädchen mit eigenen Fehlern die Niederlage selbst ein und vergaben zahlreichen Chancen, so auch Weltstar Pernille Hader, die gegen Arsenal noch dreifache Torschützin war. Damit verloren die Bayern die Tabellenführung an Eintracht Frankfurt, erster Gegner nach der Länderspielpause!

Für die Wölfinnen war der Sieg eine besondere Genugtuung, sahen doch viele schon ihre Felle davon schwimmen, die Bayern schienen übermächtig zu werden. Jetzt sagt Verteidigerin Hendrich: „Es liegt an uns, wenn wir alle bei 100 Prozent sind, kann uns eigentlich keiner schlagen.“ Das mag für die Bundesliga gelten, in der Champions League verlor Wolfsburg bei AS Rom mit 0:1 und liegt damit in dere Gruppe A schon im Hintertreffen, da muss am Donnerstag gegen den Favoriten Olympique Lyon ein Sieg her. Da müssen es vielleicht mehr als 100 Prozent sein… Die Bayern stehen am Mittwoch bei Juventus Turin ebenfalls vor einer schweren Aufgabe, wer Arsenal schlägt, könnte es aber schaffen, was fast schon die Tür für die Play-Offs öffnen würde.

Der neue Bundestrainer Christian Wück gab am Dienstag sein erstes Aufgebot für die Länderspiele am 28. Oktober im Wembleystadion gegen England und drei später in Duisburg gegen Australien bekannt. Nach den Rücktritten von Popp, Hegering, Frohms und vorher schon Huth muss ein Neuaufbau her, doch Wück berief mit Giovanna Hoffmann (Leipzig/25) und Lisanne Gräwe (Frankfurt/21) nur zwei Neulinge, dafür mit Linda Dallmann, Sara Däbritz, Selina Cerci, Sophie Kleinherne und Marie Luise Grohs vier Rückkehrerin. Überraschend fehlen die Wolfsburgerinnen Lattwein und Endemann, Abwehrspielerin Hendrich wird geschont.

Das Aufgebot: Tor: Berger, Grohs, Johannes. – Abwehr: Gwinn, Doorsoun, Kleinherne, Linder, Rauch, Wolter. – Mittelfeld: Brand, Däbritz, Dallmann, Gräwe, Lohmann, Minge, Nüsken, Senß. – Angriff: Bühl, Anyomi, Cerci, Freigang, Hoffmann, Schüller.

Klopp überrascht die Fans

Eigentlich wollte er sich eine längere Pause vom Fußball gönnen, dennoch war er immer wieder als Trainer im Gespräch. Jetzt aber überraschte Kult-Trainer Jürgen Klopp Fans wie Experten. Als Trainer wird er vielleicht nie mehr arbeiten, ab 1. Januar 2025 aber quasi am Schreibtisch für den Brause-Konzern Red Bull, was vor allem bei den Fans für Enttäuschung sorgte, weil die Firma für sie ein rotes Tuch darstellt. Klopp wird „Head of Global Soccer“, soll sich also übergeordnet um die Fußballklubs von Red Bull widmen, dazu gehören neben Leipzig, noch Klubs in New York, Bragantino/Brasilien sowie Omiya Ardija/Japan. Beteiligt sind die Bullen bei Leeds United, das wollen sie künftig auch beim FC Paris sein, als Sponsor firmieren sie bei RB Salzburg aus rechtlichen Gründen wegen der UEFA. Der 57-jährige Klopp ließ verlauten, „nach fast 25 Jahren an der Seitenlinie könnte ich nicht aufgeregter sein, mich an einem Projekt wie diesem zu beteiligen.“ Red Bull verleiht bekanntlich Flügel – guten Flug Jürgen Klopp!