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Bei der WM dabei: Deutschland, die Mannschaft mit den vielen Gesichtern

Hat Thomas Tuchel seinen Kollegen Julian Nagelsmann angestachelt? Der deutsche Trainer schaffte einen Rekord mit England: Acht Siege, 22:0 Tore (!), das gab es in der WM-Qualifikation noch nie. Rekordverdächtig war dann auch das deutsche „Endspiel“ der Gruppe A gegen die Slowakei. Auf den Punkt genau zeigten die Nagelsmänner ihre beste Leistung. Ein 6:0 mit so einer überzeugenden Leistung gab es zumindest selten. So darf gefeiert werden. Deutschland ist bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 (11. Juni – 19. Juli) in den USA, Mexiko und Kanada dabei, wird in Topf 1 vertreten sein und darf damit auf eine machbare Gruppe hoffen. Die Leistung von Leipzig muss aber bei der WM der Maßstab sein, da wäre dann wirklich alles möglich. Die Gruppenauslosung ist am 5. Dezember (18 Uhr MEZ) in Washington.

Das Auf und Ab vom DFB-Team unter Julian Nagelsmann ist schon seltsam. Deutschland ist die Mannschaft mit den vielen Gesichtern. Mal grottenschlecht, dass wieder vom Rumpelfußball die Rede ist, mal überragend, dass der Traum vom WM-Titel wirklich in den Mund genommen darf. Manchmal gibt es die zwei Gesichter in einem Spiel, wie in Luxemburg oder mal bei einem 3:3 gegen Italien, nach 3:0-Führung zur Halbzeit! Manchmal nur Durchschnitt und Langeweile. Sinnbild für die Schwankungen der Mannschaft ist Stürmer Leroy Sané, ein begnadeter Spieler, der seine beste Leistung allerdings nur ab und zu zeigt. Deshalb ließ ihn Bayern München nach Istanbul gehen, deshalb setzte ihn Nagelsmann unter Druck, „viele Chancen bekommt er nicht mehr.“ Beim 2:0 gegen Luxemburg und vor allem beim 6:0 gegen die Slowakei zeigte Sané was er kann. Chancen genutzt, so hat er seinen Platz im WM-Aufgebot sicher.

Es zeigte sich aber auch, dass der eine oder andere Führungsspieler doch ziemlich unersetzlich ist. So war Joshua Kimmich ein kämpferisches Vorbild, ein echter Kapitän. Der ebenfalls angeschlagene Nico Schlotterbeck bewies seine Unentbehrlichkeit in der Abwehr, mit Tah bildet er das beste Gespann, da muss der verletzte Rüdiger sich strecken für einen Stammplatz. Fast sensationell ist die Entwicklung von Serge Gnabry, der sein Hoch bei den Bayern im Nationalteam fortsetzte. Überhaupt kopierte die DFB-Elf die Bayern, die das Gerüst stellten. Aufsteiger des Jahres ist allerdings Nick Woltemade, der scheinbar seinen Flow in Newcastle und in der Auswahl selbst nicht fassen kann. Er schoss Deutschland quasi zur WM. Eine Art Kur war dieses Spiel auch für Florian Wirtz, der in Liverpool immer noch nicht angekommen ist. Alte Umgebung, alte Leistung. Liverpool muss ihn offensichtlich noch ein bisschen hegen und pflegen.

Bei aller Freude, wir wollen nicht vergessen, dass sich die Slowakei nicht wehrte. Alles Gute vom 2:0-Überraschungssieg zum Start der Qualifikation war nicht vorhanden. Die Slowaken leisteten kaum Gegenwehr, gingen im deutschen Angriffswirbel unter und kassierten die höchste Niederlage ihrer Geschichte. Die Slowakei muss jetzt in die Play-Offs im März. Bis dahin ist überhaupt Länderspielpause, vielleicht geht es Nagelsmann so wie Thomas Tuchel, der sagte, „ich weiß gar nicht, was ich in dieser Zeit machen soll.“ Als nächste Aufgabe steht für das DFB-Team am 30. März ein Spiel gegen die Elfenbeinküste an, ein zweiter Gegner wird noch gesucht. Den letzten Test vor der WM gibt es am 31. Mai in Mainz gegen Finnland. Dann sollte es so sein, dass wir sagen können, die WM kann kommen. Deutschland muss nur das richtige Gesicht zeigen.

Der Stress spielt mit beim Jahres-Endspurt

Nicht nur die Fußball-Profis beklagen sich über zu viele Spiele, das geht auch den Spitzensportlern im Handball und Basketball so. Nationalspieler die in ihren Vereinen auch noch internationale Aufgaben bewältigen müssen, haben Stress ohne Ende, die Belastungen für den Körper sind meist zu viel, Verletzungen mehren sich. Die Fußball-Bundesliga steht besonders im Blickpunkt und beim Jahres-Endspurt spielt der Stress gewissermaßen mit. München, Leverkusen, Dortmund und Freiburg sind überall dabei, haben neben den Punktspielen auch den DFB-Pokal und Aufgaben auf der internationalen Bühne, das bedeutet acht Spiele in vier Wochen, bevor Weihnachten gefeiert werden darf.

Fünf Spiele am Stück ohne Länderspielpause gab es in dieser Saison noch nicht, die Bundesliga macht der staaden Zeit im Advent Konkurrenz, zumal sich die Fans auch auf einige echte Schlagerspiele freuen dürfen. Los geht es am Samstag mit der Partie Dortmund – Stuttgart, danach folgen noch die Duelle Leverkusen – Dortmund, Stuttgart – München und Leipzig – Leverkusen. Aber auf diese Begegnungen allein sollten sich die Spitzenklubs nicht konzentrieren, auch jeder andere Verein kann zum Stolperstein werden, schließlich haben alle Klubs eigene Ziele im Auge, sei es Europa oder der Kampf gegen den Abstieg. Also eigentlich bei allen Stress pur.

Große Schlagzeilen hat es in der Länderspielpause nicht gegeben, die befürchteten Trainerwechsel blieben aus. Nur Gladbach handelte, aber anders, machte Eugen Polanski zum Cheftrainer mit Vertrag bis 2028. Beim VfL Wolfsburg blieb die Unruhe, auch Sportdirektor Sebastian Schindzielorz musste gehen und für Geschäftsführer Peter Christiansen ist die Luft ebenfalls dünn geworden. Unruhe auch bei der TSG Hoffenheim, wo eine Entlassungs- und Rücktrittswelle bei den Funktionären rollte. Verantwortlich ist im Hintergrund Mäzen Dietmar Hopp, der an dem bei allen anderen in Ungnade gefallenen Spielerberater Roger Wittmann festhält. So steht auch der Abgang vom erfolgreichen Sportgeschäftsführer Andreas Schicker im Raum. Der Österreicher, der allerdings noch einen Vertrag bis 2029 besitzt, ist vor allem in Wolfsburg im Gespräch. Diese Querelen könnten sich auch sportlich niederschlagen.

Mit besonderem Ehrgeiz gehen natürlich die Klubs vom Tabellenende in den Jahres-Endspurt. Schlusslicht ist der 1. FC Heidenheim, aber auch Mainz 05 brachte es bisher gerade mal auf fünf Punkte. Beim Restprogramm für das Jahr fällt auf, dass beide Klubs mit Gladbach, Freiburg, St. Pauli und den Bayern viermal die gleichen Gegner haben. So sieht ihr Programm aus: Heidenheim: Gladbach (H), Union Berlin (A), Freiburg (H), St. Pauli (A), Bayern (H). – Mainz: Hoffenheim (H), Freiburg (A), Gladbach (H), Bayern (A), St. Pauli (H). St. Pauli steht derzeit mit sieben Zählern noch auf dem Relegationsrang 16, hat es also selbst in der Hand, ob ruhige Weihnachten gefeiert werden können.

Können die Bayern-Frauen die CL gewinnen?

In der Bundesliga sind sie überlegen, im DFB-Pokal haben sie Seriensieger Wolfsburg entthront, als Ziel bleibt eigentlich nur noch der Gewinn der Champions League. Diesen Traum wollen sich die Frauen des FC Bayern München bald erfüllen, entsprechend wurde die Mannschaft immer wieder verstärkt. International klappte bisher allerdings nicht viel, doch jetzt setzten die Bayern-Mädchen ein Zeichen. Gegen Titelverteidiger Arsenal London lagen sie zwar zur Halbzeit 0:2 zurück und eine ähnliche-Schmach wie das 1:7 gegen Barcelona drohte, doch dann kam die Wende. Trainer Barcala stellte um, wechselte richtig und Arsenal geriet in die Defensive. Klara Bühl legte auf, Alara (67.), Harder (80.) und Viggosdottir (87.) trafen. Der 3:2-Sieg fühlte sich wie ein Wunder an. Können die Bayern-Frauen jetzt die CL gewinnen? Die nächste Prüfung steht bevor, am Donnerstag in Paris. Die Frauen von St. Germain sind allerdings nicht so erfolgreich wie die Männer, sind in drei Spielen noch ohne Punktgewinn, die Bayern stehen mit sechs Punkten in den Play-Offs. So erfolgreich war auch Wolfsburg, musste aber beim 1:3 gegen die Lyonnes eine Lektion hinnehmen. Gegen Real Madrid wartet am Mittwoch wieder eine große Aufgabe, Real ist Fünfter mit sieben Punkten und noch ungeschlagen.

Am vergangenen Wochenende stand allerdings der DFB-Pokal im Mittelpunkt und er brachte im Achtelfinale Überraschungen. Zweitligist SC Sand schaltete mit 3:2 Köln aus, Union Berlin schied mit 0:1 gegen das Bundesliga-Kellerkind Jena aus und die HSV-Frauen siegten vor 4000 Zuschauern mit 4:2 im Elfmeterschießen gegen Leverkusen. Ein-Zehn-Tore-Spektakel lieferten sich Hoffenheim und Frankfurt, die Eintracht-Frauen siegten schließlich mit 6:4. Keine Probleme hatten die Favoritinnen aus München (3:0 in Ingolstadt) und Wolfsburg (3:1 gegen Freiburg). Im Viertelfinale, das erst im nächsten Jahr zwischen dem 11. und 23. März gespielt wird, sind auch Werder Bremen (5:4 i.E. in Leipzig) und Bundesliga-Schlusslicht SGS Essen, das mit einem 1:0-Erfolg in Potsdam zeigte, dass es das Siegen nicht verlernt hat.

Länderspielpause – die gefährlichste Zeit für angeschlagene Trainer

Die Nationalmannschaft hat das Wort, Pause in der Fußball-Bundesliga, erst am 21. November geht es wieder weiter. Zeit, die Wunden zu lecken, Zeit zu prüfen, was gut oder schlecht war, aber auch Zeit, einen neuen Trainer zu installieren, wenn es nicht geklappt hat. Die Länderspielpause ist die gefährlichste Zeit für angeschlagene Trainer, denn jetzt hat der neue Mann etwas Zeit, um auf die Mannschaft entscheidend einzuwirken. Es wäre Zeit für eine Wende.

Der erste Verein vom Tabellenende hat bereits die Konsequenzen gezogen, der VfL Wolfsburg hat sich von Paul Simonis getrennt. Der Niederländer kam erst zu Saisonbeginn, noch relativ unerfahren, aber ein Hoffnungsträger. Die Aufgabe war zu schwierig für ihn, Wolfsburg sollte im vorderen Mittelfeld mitspielen, Platz 14 mit nur acht Punkten heißt dagegen Abstiegskampf. Der 40-Jährige bekam die Mannschaft nicht in Griff, das Team gilt als zerstritten und schlecht zusammen gestellt. Ein Fehler, den Geschäftsführer Peter Christiansen und Sportdirektor Sebastian Schindzielorz zu verantworten haben. Mit dem U19-Coach Daniel Bauer haben sie sofort einen Interimstrainer bei der Hand. Der 43-jährige arbeitet beim Nachwuchs erfolgreich und kennt seine neue Aufgabe. Ende der letzten Saison sprang er schon einmal ein, als Ralph Hasenhüttl vorzeitig gehen musste, er holte vier Punkte in zwei Spielen. Die Verantwortlichen hoffen jetzt auf eine Reaktion wie bei Mönchengladbach, dort hat Nachwuchstrainer Eugen Polanski die Mannschaft wieder auf den Erfolgsweg geführt, sogar zum Derbysieg über Köln. Bauer hat in Wolfsburg deshalb „bis auf Weiteres“ das Sagen. Polanski wartet auch noch auf einen festen Vertrag, der sicher bald kommen wird. Auch dafür ist jetzt Zeit.

Die Frage ist, ob Simonis das einzige Opfer bleibt. Am Tabellenende sind Heidenheim (fünf Spiele ohne Sieg), Mainz (sechs Spiele ohne Sieg) und St. Pauli (sieben Niederlagen in Folge) besonders erfolglos. Aber gerade bei ihnen haben aber Frank Schmidt, Bo Henriksen und Alexander Blessin ein besonderes Standing, haben in der Vergangenheit erfolgreich gearbeitet. Bei Mainz klappt es international, aber nicht in der Bundesliga. Es könnte aber sein, dass ein Trainer von sich aus sagt, es reicht! Ein Sonderfall ist Sandro Wagner in Augsburg. Er kam als Hoffnungsträger und Galionsfigur, wird inzwischen aber eher zum Problemfall. Wie lange haben die Augsburger noch Geduld mit ihm? Kommt doch die Entlassung oder gilt, dass sich die Mannschaft beim 0:1 gegen Dortmund und am Sonntag beim 2:3 in Stuttgart immerhin gut verkauft hat. Der FCA hatte es zuletzt mit Spitzenteams zu tun, am 22. November kommt mit dem Hamburger SV ein Konkurrent aus dem Tabellenkeller in die WWK-Arena. Chance für eine Wende, letzte Chance für Wagner? Hoffenheim, Leverkusen, Frankfurt und Bremen heißen danach die letzten Gegner in diesem Jahr. Eine leichte Aufgabe ist da nicht dabei.

Über den Trainer wird auch bei den Spitzenklubs geredet, aber eher positiv. Vincent Kompany gilt als Glücksfall für die Bayern, wenn auch die Siegesserie von 16 gewonnenen Pflichtspielen bei Union Berlin überraschend endete. Irgendwann musste es passieren, der Dauerstress hinterlässt Spuren, wobei jetzt die Länderspielpause für die Bayern-Stars keine Pause ist, sie sind fast alle mit ihren Nationalmannschaften unterwegs. Es ist aber bezeichnend, dass die Bayern selbst bei ihrem ersten Rückschlag profitierten, ihren Vorsprung von fünf auf sechs Punkte ausbauten, weil Leipzig bei Hoffenheim unterlag und Dortmund beim HSV einen Zähler liegen ließ. Die ersten Experten tönen schon, „der Meister steht fest“. Es war die letzten Jahre oft so, dass die Konkurrenz Fehltritte des Rekordmeisters nicht nutzte. Besondere Brisanz bekommt das erneute Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten im DFB-Pokal am 3. Dezember. Kann Union erneut die Bayern ärgern?

Die Bayern hatten ja auch das spektakuläre Spiel vom Dienstag in Paris in den Knochen. Eine Halbzeit lang boten beide Teams eines der besten Fußballspiele, die es je gegeben hat (so jedenfalls Experten). Doppeltorschütze Luis Diaz musste dann nach einem dummen Foul mit Rot vom Feld, aber die Bayern boten in Unterzahl einen heroischen Abwehrkampf und brachten einen 2:1-Sieg ins Ziel und sind damit bei Halbzeit Tabellenführer der Champions League. Die Bundesligisten haben sich überhaupt gut verkauft, Leverkusen siegte bei Benfica 1:0, Frankfurt hielt in Neapel ein 0:0, nur Dortmund patzte bei Manchester City (1:4). Dort feierte übrigens Trainer Pep Guardiola am Sonntag in seinem 1000. Spiel als Trainer einen 3:0-Sieg gegen den FC Liverpool. Die Bundesliga aber könnte von ihren Erfolgen (Bayern Erster, alle anderen in den Play-Offs) profitieren, liegt derzeit in der UEFA-Saisonrangliste auf Platz zwei, was am Ende einen fünften Platz für die Bundesligisten in der kommenden CL-Saison bedeuten würde! Mit beigetragen haben auch Frankfurt, Stuttgart und Mainz, die ihre Spiele in Europa- und Conference-League gewannen.

Nagelsmann ist noch auf der Suche

Ein Trainer wird in der Länderspielpause natürlich nicht entlassen, der Bundestrainer, der steht sogar im Mittelpunkt. Für Julian Nagelsmann und die Nationalmannschaft stehen die entscheidenden Spiele in der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2026 an. Zwei Siege müssen her in Luxemburg am Freitag (20.45 Uhr) und im „Endspiel“ am Montag, 17. November, in Leipzig gegen die Slowakei. Allerdings könnte Nordirland am Freitag ein Endspiel verhindern, wenn es in der Slowakei den 2:0-Sieg vom Hinspiel wiederholt. Siege des DFB-Teams sind aber auch wertvoll im Hinblick auf eine günstigere Ausgangslage bei der Auslosung der WM-Gruppen.

Doch zuerst muss sich Deutschland qualifizieren, unter anderem wegen der 0:2-Hinspielniederlage in der Slowakei ist die Zuversicht nicht zu groß, denn der Bundestrainer ist noch auf der Suche nach einem Team für die Zukunft. Sein Plan ist zunächst das Momentum, doch eine eingespielte Mannschaft bekommt er so nicht. Im Aufgebot fehlen zum Beispiel Mittelstädt, Koch, Stiller, Beier und Undav, dafür sieht er das bessere Momentum bei Brown, Thiaw, Nmecha, Schade, Adeyemi und Sané. Dazu überraschte er mit dem 19-jährigen Aufsteiger Said El Mala als Debütant. Die Stärke des Kölners: Überraschende Aktionen, die den Gegner verblüffen. Ein „Gamechanger“ bei Notlagen! Bayern-Talent Lennart Karl bleibt dagegen bei der U21.

Das Aufgebot: Tor: Bauman, Nübel, Atubolu, Dahmen. Defensive: Anton, Nmecha, Schlotterbeck, Baku, Raum, Brown, Goretzka, Kimmich, Pavlovic, Tah, Thiaw. – Offensive: Adeyemi, Amiri, Burkardt, El Mala, Gnabry, Leweling, Sané, Schade, Wirtz, Woltemade.

Der alte DFB-Präsident wird die Mannschaft als neuer DFB-Präsident begleiten. Bernd Neuendorf wurde beim Bundestag in seinem Amt bestätigt. Heike Ullrich schied als Generalsekretärin aus und ist neue Vizepräsidentin für Frauen- und Mädchenfußball. Neuer Generalsekretär ist Holger Blask, der gleichzeitig das Resort Marketing behält. Neu geschaffen wurde das Amt des Vizepräsidenten für Umsetzung von Strategieprozessen, das Matthias Schöck übernimmt. Bemerkenswert, dass eine 100-Millionen-Investition für den Frauen-Fußball verabschiedet wurde. Die Frauen-Bundesliga erhält eine eigene Organisation mit der Frauen-Bundesliga-Gesellschaft (FBL GmbH), wie sie die Männer mit der DFL haben.

Rückschlag für Wolfsburgs Frauen

Auch für die Frauen stehen in dieser Woche Spiele der Champions League an. Ungelegen kommt deshalb vor allem für den VfL Wolfsburg eine überraschende Niederlage in der Bundesliga mit 2:3 gegen Verfolger Eintracht Frankfurt. Enttäuschend war auch, dass nur 4345 Zuschauer in die VW-Arena kamen. Durch die Niederlage der Wölfinnen konnte Tabellenführer Bayern München mit einem 4:0-Sieg über Union Berlin seinen Vorsprung auf sechs Punkte ausbauen, was (im Gegensatz zu den Männern) wirklich fast schon den Titelgewinn bedeutet, denn zwei Niederlagen werden sich die Seriensiegerinnen kaum leisten.

Schwerer haben sie es da in der Champions League, stehen gegen Titelverteidiger Arsenal London vor einer hohen Hürde. Das Schlagerspiel am Mittwoch (18.45 Uhr/Disney+) wird in der Allianz Arena ausgetragen. Die Wölfinnen haben bereits am Dienstag (21 Uhr/Disney+) sogar noch erfolgreichere Gegnerinnen, denn die OL Lyonnes halten sich seit Jahren in Europas Spitze, holten den Titel 2022. Beide Teams haben ihre bisherigen zwei Spiele gewonnen. In Lyon gibt es auch ein Wiedersehen mit Jule Brand.

Paris – Bayern: Wer ist die Nummer 1 in Europa?

Es gab Zeiten, da war die Rede davon, dass die Bayern auch mit ihrer B-Mannschaft Deutscher Meister werden könnten. Daran erinnern sich die Pessimisten, wenn sie davon sprechen, die aktuellen Bayern wären national unschlagbar und die Fußball-Bundesliga würde deshalb langweilig werden. Trainer Vincent Kompany hat ihnen quasi den Beweis vorgelegt: Er verzichtete im Schlagerspiel gegen Bayer Leverkusen zunächst auf viele Stars und dennoch führten die Münchner schon in der Halbzeit mit 3:0. Der Supersturm mit Olise-Kane-Diaz wurde erst in der 59. Minute eingewechselt und beschränkte sich praktisch auf ein Auslaufen. 275 Millionen Euro wurden auf einen Schlag auf das Feld geschickt – das gab es noch nie!

Auch die zweite Garde sorgte also dafür, dass die Siegesserie der Bayern weiterging. Das Pokalspiel in Köln (4:1) war Kompany wohl wichtiger, er will auf keinen Fall das Ziel Finale gefährden, danach erst war für die Stars Schonung angesagt. Im Blick hat er dabei die Belastung, die am Dienstag quasi ihren Höhepunkt erleben wird. Die Champions League beschert den Supervergleich zwischen dem Titelverteidiger Paris und der aktuell erfolgreichsten Mannschaft in Europa mit 15 Pflichtspielsiegen in Folge (in der BL haben die Bayern in allen 9 Spielen immer das 1:0 erzielt, das gab es noch nie!). Nun wird also geklärt, wer wirklich die Nummer 1 in Europa ist. Paris ist Tabellenführer der CL mit 9 Punkten und 13:3 Toren, gleichauf quasi mit den Bayern, die Rang 2 einnehmen, weil sie bei 12:2 Toren einen Treffer weniger erzielt haben. Auch PSG-Coach Luis Enrique hatte den Dienstag im Blick und schonte Stars, muss aber auf Doué (bester Mann beim 7:2 gegen Leverkusen) und evtl. Star Dembelé verzichten. Für die Bayern wartet danach der nächste dicke Brocken in der CL, nämlich Arsenal London am 26. November. Dazwischen liegen die Pflichtaufgaben national gegen Union Berlin (Samstag) und Freiburg (22. November) sowie eine Länderspielpause. Keine Zeit zum Luftholen, für Kompany wohl wieder die Zeit, die Einsätze entsprechend zu dosieren.

Viele können sich gar nicht mehr erinnern, wann es in München so harmonisch und erfolgreich zuging wie derzeit. Das wurde auch bei der Jahreshauptversammlung am Sonntag deutlich, als Bayern-Präsident Herbert Hainer (mit 93,5 Prozent wiedergewählt) wieder einmal Rekordzahlen vorlegte. Die Münchner haben inzwischen 432500 Mitglieder, sind damit der größte Verein der Welt, der Konzernumsatz stieg auf 978,3 Millionen Euro, allein im Merchandising wurden 150 Millionen eingenommen, es blieb dennoch nur ein Gewinn von 27,1 Millionen nach Steuern. Aber betont wurde sowohl bei der HV als auch auf dem Platz, welche Harmonie es in Verein und Mannschaft gäbe – die Basis für den Erfolg. Aber Kritiker können hoffen, der FC Hollywood wird wieder auferstehen!

Bayer Leverkusen war nicht in der Lage, das B-Team der Bayern zu fordern, eine klägliche Leistung und bezeichnend zudem. Vor zwei Jahren schockte Bayer mit Trainer Xabi Alonso den Serienmeister, doch der Titel 2024 war eine Einjahresfliege. Die Bayern schüttelten sich und suchten nach Verstärkungen und hatten Trainerglück mit Kompany. Leverkusens Meistermannschaft dagegen zerbrach, verstreute sich in alle Welt und der Trainer feiert jetzt bei Real Madrid Siege. Kein Verein in der Bundesliga schaffte je den dauerhaften Erfolg! Am ehesten ist auf lange Sicht noch Borussia Dortmund der große Konkurrent, der unter Jürgen Klopp ebenfalls kurzfristig zur Nummer 1 wurde und trotz aktuell Rang drei als ernsthaftester Konkurrent der Bayern langfristig gesehen werden kann. Auch bei der Borussia wird auf finanzielle und sportliche Stärke gesetzt. Auf Platz 2 hält sich aber RB Leipzig wacker, festigte die Position mit einem 3:1 gegen Stuttgart, das damit ein Beispiel für alle anderen Verfolger ist, keiner hat die nötige Konstanz.

Auch Dortmund steht in der CL vor einem Schlagerspiel, gastiert nämlich am Mittwoch bei Manchester City, da erwartet der Siebte den Sechsten. Beim Team von Pep Guardiola befindet sich Torjäger Erling Haaland in Bestform, da ist die Borussia-Abwehr gefordert, die in der BL sechsmal schon ohne Gegentor blieb – neuer Vereinsrekord (24/25 spielte man nur in 7 von 34 Partien zu null). Alle Bundesligisten sind auswärts gefordert, schwere Aufgaben haben auch Eintracht Frankfurt in Neapel und Bayer Leverkusen bei Benfica Lissabon, bei denen allerdings der Zauber von Trainer José Mourinho schon wieder verblasst ist.

Zurück zur Bundesliga, wo auffällt, dass zwei angeschlagenen, weil erfolglose Trainern von den Bossen der Rücken gestärkt wird. Sowohl Paul Simonis in Wolfsburg als auch Sandro Wagner in Augsburg bekommen eine weitere Bewährungszeit, obwohl beide Klubs im Abstiegskampf stecken und weit von ihren Zielen entfernt sind. In die Krise schlitterte auch St. Pauli, das mit dem 0:4 gegen Gladbach die sechste Niederlage in Folge erlitt. Auch da sitzt Alexander Blessin noch fest im Sattel. Für die Borussen war der Sieg quasi eine Art Wiedergeburt nach saisonübergreifend 15 sieglosen Spielen am Stück. Interimstrainer Eugen Polanski bringt das Team offensichtlich Stück für Stück nach vorn.

Pokal als Argument für den VAR

Hat man ihn, wird er kritisiert, hat man ihn nicht, wird der Ruf nach dem VAR laut! In der zweiten Pokalrunde hatten die Schiedsrichter noch keinen Videobeweis zur Verfügung (weil die Installierung bei den unterklassigen Klubs zu teuer ist) und prompt gab es folgenschwere (finanziell!) Fehlentscheidungen. Vor allem in Frankfurt ärgerte man sich, weil der Dortmunder Beier beim Treffer zum 1:1 knapp im Abseits stand. Schlecht zu sehen, aber eine Sache für den VAR, der auch nicht eingesetzt wird, wenn zwei Bundesligisten aufeinandertreffen. Dortmund war schließlich auch im Elfmeterschießen (4:2) die glücklichere Mannschaft. Auch Köln konnte hadern, denn beim 1:1 der Bayern stand Torschütze Diaz vorher einen halben Meter im Abseits. Die Kölner nahmen es nach dem 1:4 gelassener, die Bayern wären sowieso nicht zu stoppen gewesen. Mit Frankfurt, Köln, Heidenheim, Hoffenheim, Mainz, Wolfsburg und Augsburg schieden gleich sieben Erstligisten in dieser Runde aus, das gab es noch nie.

Im Achtelfinale am 2./3. Dezember kommt es zum Schlagerspiel Dortmund – Leverkusen, die Bayern schnuppern bei Union schon mal wieder Berliner Finalluft. Außerdem spielen Gladbach – St. Pauli, HSV – Kiel, Bochum – Stuttgart, Freiburg – Darmstadt, Leipzig – Magdeburg.

Was den VAR angeht, so sorgte er in der Bundesliga wieder für Gerechtigkeit. Allerdings dauerte es beim Duell von Köln gegen den HSV mit sechs Minuten viel zu lang, bis (richtig) entschieden wurde. Beim 0:0 von Union gegen Freiburg wurden beiden Teams Tore vom VAR aberkannt. Union -Geschäftsführer Horst Heldt schimpfte und blamierte sich: „Bei einer Abseitsstellung interessiert es nicht, ob passiv oder aktiv“, moserte er vor der Kamera. Das Gegenteil ist er der Fall. Aber das kennen wir, die Funktionäre fühlen sich schnell benachteiligt, sind aber keineswegs regelfest. Die Schiedsrichter machen weniger Fehler als Spieler und Funktionäre, der VAR hilft ihnen dabei.

DFB-Frauen im Finale

Die deutschen Frauen haben das Finale der Nations League erreicht. In einem harten Kampf gelang ihnen in Caen gegen Frankreich ein 2:2, was nach dem 1:0 im Hinspiel reichte. Einen starken Auftritt hatte dabei Mittelstürmerin Anyomi, die sich nach Verletzungsproblemen zuletzt wieder empfehlen konnte. Frankreich ging 1:0 in Führung, Anyomi glich aus und Klara Bühl schaffte das 2:1. Erst in der 89. Minute kamen die Französinnen, die spielerisch überlegen waren, zum Ausgleich. Die deutschen Mädchen kämpften bravourös, Torhüterin Stina Johannes war ein sicherer Rückhalt. Dennoch hofft Bundestrainer Christian Wück für die Finalspiele auf Standardtorhüterin Berger. Gegner ist Weltmeister Spanien nach einem 4:0 und 1:0 gegen Schweden. Gespielt wird am 28. November in Kaiserslautern und am 2. Dezember in Spanien. Die deutschen Fußball-Fans zitterten mit dem Team, im ZDF sahen 5,2 Millionen zu, das waren mehr als bei den Männern anschließend im Pokal, für Frankfurt – Dortmund interessierten sich nur 4,9 Millionen Fans.

In der Bundesliga bleibt Bayern München in der Erfolgsspur mit einem 4:1 über Schlusslicht Essen. Wolfsburg hatte beim 2:1 gegen Verfolger Hoffenheim mehr Probleme, Vallotto erzielte in der 91. Minute den Siegtreffer. Nun steht eine englische Woche an, bereits am Dienstag (18 Uhr) kommt es in Nürnberg zum Derby gegen München und um 19 Uhr in Berlin zum Nordderby von Union gegen Wolfsburg. Die Aufsteiger fordern also die Topklubs heraus. Der dritte Aufsteiger Hamburg hatte beim 0:4 gegen Frankfurt mit 6000 Besuchern die meisten Zuschauer.

Die Fußball-Bundesliga liebt Rekorde

Kommt das Gespräch unter Sportfans auf die Fußball-Bundesliga, winken viele ab mit der Bemerkung, „langweilig, die Bayern werden ja schon wieder Meister“. Aber hallo, für solche Einstellung ist es viel zu früh und die Bundesliga bezieht ihre Attraktivität und Beliebtheit nicht nur aus dem Kampf um die Meisterschaft. Die Fußball-Bundesliga liebt auch Rekorde und Serien, dabei kommen allerdings aufgrund ihrer Erfolge natürlich wieder die Bayern ins Gespräch.

In dieser Saison sind die Münchner nach acht Spieltagen tatsächlich noch ohne Punktverlust, 24 Punkte und 30:4 Tore sprechen für sich, es ist der beste Bundesliga-Start aller Zeiten einer Mannschaft. Sie spielen überzeugend und befinden sich im Flow und haben auch alle anderen Pflichtspiele in dieser Saison gewonnen. Aber nicht nur die Bayern sind Rekordjäger, Leverkusen ebenfalls, Bayer hat von den letzten 37 Auswärtsspielen keines verloren – Bundesliga-Rekord. Und da folgt am Samstag in der Allianz-Arena das absolute Highlight: Bayer bei Bayern – eine Serie wird auf jeden Fall enden. Hören die Münchner Leverkusen, gehen sie sofort auf Revanche-Kurs. Leverkusen hat in den letzten Jahren ihren Titel-Lauf beendet und die Bayern im Pokal rausgeworfen – das vergisst man nicht. Im Vorjahr trennte man sich zweimal unentschieden (1:1/0:0). Das Momentum spricht für den Meister, Bayer sollte aber nicht am 2:7-Debakel in der Champions League gegen Paris St. Germain gemessen werden, eine kleine Wiedergutmachung gelang mit dem 2:0-Sieg gegen Freiburg. Aber klar, noch passt nicht alles zusammen, Leverkusens neues Team befindet sich weiterhin in der Findungsphase. Welches Gesicht wird jetzt in München gezeigt? Die ersten Verfolger der Bayern in der Bundesliga bleiben aber sowieso Leipzig mit fünf Punkten Rückstand und Stuttgart mit sechs. Dortmund und Leverkusen folgen mit sieben Zählern Abstand.

Davon will natürlich keiner hören, aber es gibt auch Negativrekorde. Mönchengladbach muss nach dem 0:3 gegen die Bayern damit leben, 15 Bundesliga-Spiele hintereinander sieglos, das hat es bei der Borussia noch nie gegeben. Rekorde produzierte auch das 6:0 von Leipzig in Augsburg, für RB der höchste Auswärtssieg in der Bundesliga, für den FCA in 15 Jahren Oberhaus die höchste Heimniederlage. Zur Erinnerung: Am ersten Spieltag verlor Leipzig in München mit 0:6! Die Zeiten ändern sich schnell. Das wünschen sich auch die Augsburger, die bei weitem nicht die Leistung zeigen, die sie sich unter dem neuen Trainer Sandro Wagner vorgestellt haben. „Wir müssen Geduld haben“, sagen Trainer und Sportdirektor unisono und wollen damit Ruhe reinbringen, die Fans haben aber die Schnauze voll und beschimpften die Spieler. Und leichter wird es auch nicht, am Freitag kommt Dortmund nach Augsburg, am 9. November geht es nach Stuttgart. Danach ist Länderspielpause, vielleicht ziert der FCA dann sogar das Tabellenende, vielleicht gibt es dann doch einen neuen Trainer. Augsburg bleibt im Blickpunkt.

Nicht nur Augsburg (15.) und Schlusslicht Gladbach haben sich die Saison anders vorgestellt, da geht es Mainz mit vier Punkten nicht besser, auch in Stuttgart setzte es mit dem 1:2 eine Niederlage. Wenigstens in der Conference League (1:0 gegen Mostar) konnte man etwas für das Selbstvertrauen tun, aber die Bundesliga ist wichtiger. St. Pauli hat zwar wie Augsburg immerhin sieben Punkte, kassierte zuletzt aber mit dem 0:2 in Frankfurt fünf Niederlagen am Stück. Eine Serie, die Angst macht und in den Kampf um den Klassenerhalt führt. Eine Serie von vier Niederlagen hat Wolfsburg mit dem 1:0 beim HSV beendet. Aufatmen ist angesagt. Weiterhin schwer hat es dagegen Heidenheim, allgemein als Absteiger Nummer 1 genannt und beim 1:3 bei Hoffenheim eine Halbzeit desolat. Trainer-Urgestein Frank Schmidt weiß: „So steigt man ab.“

Der Pokal kann helfen

Wer sich in der Punktrunde schwer tut, der will sich im DFB-Pokal Selbstvertrauen holen. Das wird in der 2. Runde am Dienstag und Mittwoch nicht allen gelingen. Heidenheim hat mit dem HSV ebenso einen Ligenkollegen zu Gast wie St. Pauli mit Hoffenheim und Mainz mit Stuttgart. Anders in Gladbach gegen Karlsruhe und Augsburg gegen Bochum. Zweitligisten könnten eine Spur leichter zu besiegen sein, allerdings sind gerade der KSC und der VfL nicht zu unterschätzen. Zwei Schlagerspiele gibt es. Einmal erwartet Frankfurt am Dienstag (18.45 Uhr/ZDF) Borussia Dortmund, am Tag darauf gastieren die Bayern in Köln (20.45 Uhr/ARD). Gerade auf die Münchner wird geschaut, die in den letzten fünf Jahren im Pokal immer vorzeitig ausgeschieden sind, davon dreimal in der 2. Runde! Jetzt soll mit aller Macht die Wende her, BL-Aufsteiger Köln wird keinesfalls unterschätzt, die Bilanz dagegen gern angeschaut: Im Pokal stand man sich zuletzt vor 22 Jahren gegenüber und da gewannen die Bayern 8:0! In der Bundesliga hat man seit 2011 alle zehn Gastspiele in Köln gewonnen! Die Rheinländer gehen zudem gehandicapt in das Duell, denn Abwehrchef Timo Hübers hat sich beim 0:1 in Dortmund schwer verletzt. Die Augen werden aber auf die Talente Said El Mala (Köln) und Lennart Karl (Bayern) gerichtet sein, wenn sie denn spielen. Spielen wird auf jeden Fall Jonas Urbig, ehemaliger Kölner, im Bayern-Tor, er vertritt den gesperrten Manuel Neuer.

Der Pokal ist auch eine Abwechslung gegenüber den internationalen Aufgaben. Da hat neben Leverkusen auch Frankfurt (1:5 gegen Liverpool) in der Champions League keine Ehre eingelegt. Dortmund (4:2 in Kopenhagen) und die Bayern (4:0 gegen Brügge) hatten dagegen leichtere Aufgaben. Aber gerade für die Bayern kommt es dicke, auf Köln folgt Leverkusen national und dann geht es nach Paris und nach London zu Arsenal. Also, wenn die Siegesserie bis dahin hält…

Frauen-Nationalteam hat das Finale im Visier

Bundestrainer Christian Wück ist ja noch nicht so lange dabei und muss auch eine neue Mannschaft aufbauen, deshalb ist die Frauen-Nationalmannschaft derzeit auch ein bisschen ein Experimentierteam. Im Halbfinale der Nations League hatte Wück bei dem ersten Duell mit Frankreich zumindest ein glückliches Händchen, sein Maßnahmen griffen. Im Mittelpunkt vor allem die 22-jährige Camilla Klüver, die in der Abwehr neben der erfahrenen Hendrich eine bemerkenswerte Leistung bot. Die 1,84 Meter große Spielerin des VfL Wolfsburg war fast Turm in der Schlacht. Torhüterin Stina Johannes war als Berger-Vertreterin souverän und im Mittelfeld lohnte sich für Wück das Experiment mit Jule Brand auf der Zehnerposition. Anfangs fremdelte sie ein wenig, doch es wurde immer besser. Noch mehr trug einmal mehr Klara Bühl zum Erfolg bei, sie brachte Schwung in den Laden und schoss das 1:0-Siegtor. Ansonsten gab es nur eine Schwäche im DFB-Team: Die Chancenverwertung.

Die Französinnen enttäuschten vor 37.000 Zuschauern in Düsseldorf ein wenig, haben aber am Dienstag zu Hause in Caen (21.10 Uhr/ZDF, das einen richtigen Fußballabend hat) die Chance zur Revanche. Aber die DFB-Mädchen haben das Finale im Visier, immerhin hatten sie die Französinnen gut im Griff und auch die gesperrte Minge ist wieder dabei, vielleicht anstelle von Senß und im Sturm könnte Cerci die enttäuschende Anyomi ablösen. Dafür fehlt die erkrankte Dallmann. Im Finale könnte es dann gegen Spanien gehen, das Schweden mit 4:0 schlug. Spiel um Platz 3 und das Finale werden jeweils am 28. November und 2. Dezember in Hin- und Rückspiel ausgetragen.

München stimmt für Olympia

In Sachen Olympische Spiele in Deutschland ist eine erste positive Entscheidung gefallen: 66 Prozent stimmten in einem Bürgerentscheid für eine Bewerbung von München für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Es ist die erste Zustimmung der Bevölkerung von den deutschen Kandidaten, Hamburg und das Gebiet Rhein-Ruhr wollen im Frühjahr wählen lassen, Berlin sich ebenfalls im nächsten Jahr entscheiden. In einem Jahr wird der DOSB entscheiden, welche Stadt für Deutschland ins Rennen geht. Der Weg ist also noch weit, aber eine Kandidatur bringt auf jeden Fall schon Aufmerksamkeit für den Olympia-Bewerber. Und München darf mit seinem Konzept als Favorit in der deutschen Wahl gelten. Mehr dazu im nächsten Blog „Olympia in Deutschland: München gibt die Richtung vor“.

Olympia in Deutschland? München gibt die Richtung vor!

Ein großer Traum oder nur ein Hirngespinst? In Deutschland taucht das Thema immer wieder auf, wir sollten doch hierzulande wieder einmal Olympische Spiele organisieren. Für einige Zeit war dies verpönt, die Kritiker übertönten die Befürworter, die eigentlich ein starkes Argument haben: Olympia ist für jede Stadt ein Gewinn. Die Gegenargumente: Land und Stadt tragen die Kosten, das IOC dagegen kassiert, die Umwelt wird geschädigt und später drücken die Schulden. Doch der Reiz Olympia ist stärker und so wollen es vier Regionen wieder einmal ernsthaft versuchen, die Spiele nach Deutschland zu holen.

Die Kandidaten sind München, Berlin, Hamburg und die Region Rhein-Ruhr. In jeder Beziehung gibt München für die Kandidatur für die Spiele 2036, 2040 oder 2044 die Richtung vor. München bietet die besten Voraussetzungen, verweist auf die gelungenen Spiele von 1972 und bestehende Sportstätten. Und München ist der erste Kandidat, der am kommenden Sonntag, 26. Oktober, die Bevölkerung befragt. Die Frage ist simpel, „sind sie für Olympia – Ja oder Nein?“. In Umfragen hat sich eine Mehrheit von 48 Prozent für die Austragung der Spiele bekannt, 32 Prozent lehnen sie ab, 20 Prozent haben sich noch nicht entschieden. Ein entschiedener Befürworter der Spiele in München ist Bayerns Ministerpräsident Markus Söder: „Olympia 1972 war der Gamechanger für München und Bayern. Die vielen Investitionen in die Infrastruktur haben München neben Berlin zur bedeutendsten Metropole in Deutschland gemacht – und zur sympathischsten.“ Söder hat erkannt, die Stimmung sei gut, „die European Championships 2022 waren eine Werbeveranstaltung für München“. An Rhein und Ruhr soll im Frühjahr 2026 die Bevölkerung befragt werden, Hamburg hat den Bürgerentscheid für den 19. April 26 geplant. Der Deutsche Olympische Sportbund will sein Olympia-Interesse beim IOC im November bekunden und im Herbst soll bei einer Mitgliederversammlung entschieden werden, welcher Kandidat den Zuschlag erhält, ins Bewerberrennen zu gehen. Voraussetzung: Die Mehrheit der Bevölkerung muss für Olympia sein.

Der Weg zu den Spielen ist in Deutschland nicht leicht und international noch viel schwerer. Es gilt nicht nur das Interesse der IOC-Mitglieder zu wecken, sondern man muss sich auch gegen starke Kandidaten aus aller Welt durchsetzen. Die neue IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hat zumindest schon einmal die Vergabeprozesse für die Spiele 2036 gestoppt. Die Entscheidung soll nicht, wie unter Vorgänger Thomas Bach, im kleinen Kreis und stillen Kämmerlein fallen, als es mehr um einen guten Draht, als um gute Argumente ging. Vergeben sind die Sommerspiele 2028 nach Los Angeles, 2032 nach Brisbane, fast sicher ist Doha 2036 und für 2040 haben viele schon Afrika im Visier. Außerdem greift man in Indien verstärkt nach den Spielen. Keine Chance also für Deutschland oder überhaupt für Europa? Nach den bisherigen Wechseln wäre Europa schon viel früher wieder dran, doch Olympia ist durch die Winterspiele auf diesem Kontinent präsent: 2026 in Mailand und 2030 in den französischen Alpen um Nizza. Bleiben Europa also in Zukunft nur die Winterspiele in Abwechslung mit Asien? Es ist auch weiterhin ein undurchsichtiges Geschäft.

Aber eins ist sicher: Die Olympischen Spiele sind für jede Stadt oder Region ein Gewinn, wenn sie vernünftig organisiert werden und nicht nur Prestigespiele sind wie in Brasilien oder China, wo Jahre danach viele Sportstätten ungenutzt leerstehen und verrotten. München ist das gute Beispiel, Paris hat es 2024 wieder gezeigt, wie eine Stadt von Olympia profitieren kann. Die Welt ist immer noch an Olympia interessiert, warum also sollte es in Deutschland nicht so sein.

Angst vor Langeweile – Aber wie lange reicht Bayerns Kraft?

Bayern München kommt nicht von der Siegesstraße ab, auch Dortmund konnte den Rekordmeister nicht stoppen, der am Mittwoch in der Champions League das Dutzend Siege in Pflichtspielen voll machen könnte. Die Fußball-Fans haben Angst vor Langeweile in der Bundesliga, doch Vermutungen, dass die Meisterschaft mehr oder weniger entschieden sei, sind verfrüht. Eher stellt sich angesichts des kleinen Kaders, der durch Verletzungsausfälle gebeutelt wird, die Frage, wie lange die Kraft der Bayern reicht. Oder man stelle sich vor, Harry Kane verletzt sich und fällt länger aus… Es gibt noch genügend Unwägbarkeiten.

Harry Kane befindet sich offensichtlich in der besten Form seiner Karriere und ist im Moment zweifellos der Kopf der Bayern-Mannschaft. Beim 2:1-Sieg gegen Dortmund war der Engländer überall zu finden, wegen des Ausfalls von Gnabry operierte er laufstark im Mittelfeld, war Torschütze, Mittelfeldstratege und Abwehr-Ass zugleich. Seine Ausbeute kann sich sehen lassen, in seinen gerade mal 70 BL-Spielen erreichte er bereits 100 Scorerpunkte! Rekordhalter war bisher Arjen Robben, der dafür aber 114 Partien benötigte. Fast logisch, dass nur Bayern-Spieler vorne stehen, es folgen Makaay (116) und Ribery (122) vor dem ersten Nicht-Bayern Aubemeyang vom BVB (123).

Dortmund war in München eine Halbzeit lang kein gleichwertiger Gegner, die von Trainer Niko Kovac angekündigte Faust blieb in der Hosentasche. Die Hausherren versäumten es allerdings, bereits für klare Verhältnisse zu sorgen. Dortmund kam wie verwandelt aus der Kabine und es wurde noch ein echtes Kampf- und Spitzenspiel. Die Bayern wehrten sich und zeigten auch im Kampf früher ungewohnte Stärke, die Geschlossenheit ist beeindruckend. Doch die Aufgaben werden nicht leichter, gut, gegen Brügge in der CL am Mittwoch und bei Schlusslicht Gladbach am Samstag sollte die Siegesserie weitergehen, wenn nicht Leichtsinn Oberhand gewinnt. Es geht aber Schlag auf Schlag bis zur nächsten Länderspielpause weiter, Duelle mit Köln im Pokal, Paris in der CL und Leverkusen sowie Union Berlin in der Bundesliga folgen. Und bis auf Stanisic sieht es nicht danach aus, dass das Lazarett der Verletzten kleiner wird. Ein Ritt auf der Rasierklinge.

Fünf Punkte nach sieben Spieltagen beträgt jetzt der Vorsprung des Titelverteidigers vor den neuen Verfolgern Leipzig und Stuttgart, sieben sind es auf Dortmund und Leverkusen. Ein Vorsprung der noch nicht schocken muss, denn die Saison ist noch lang. Überraschend, dass sich RB und der VfB heimlich, still und leise nach vorn geschoben haben, nachdem der Start in die Hose ging. Man denke nur an das 0:6 von Leipzig in München, Stuttgart unterlag bei Union 1:2. Vieles hat sich also geändert.

Ändern muss sich einiges bei anderen Vereinen, die weit hinter ihren Erwartungen hinterher hinken. So brennt vor allem in Gladbach die Bude, denn auch Interimstrainer Eugen Polanski fand nicht in die Erfolgsspur. Jetzt kommen die Bayern, aber spätestens danach bei St. Pauli (jetzt vier Niederlagen in Folge) muss die Wende her vor dem Derby gegen Köln. In Wolfsburg steht Trainer Paul Simonis unter Druck, Europa war das Ziel, Abstiegskampf ist es geworden. Ähnliches in Mainz, wo allerdings Trainer Bo Henriksen nach den Erfolgen in den letzten Jahren noch Kredit hat. Das 3:4 gegen Leverkusen im Dänen-Duell mit dem Kollegen Hjulmand war ein Spektakel. Und Bayer hat wieder Jonas Hofmann entdeckt, der nach langem Bank-Dasein auftrumpfte. Eine besondere Erfolgsgeschichte in Heidenheim, wo die Torschützen Stefan Schimmer und Jonas Föhrenbach beim 2:2 gegen Bremen ihren jeweils ersten Bundesliga-Treffer erzielten! Schimmer (genannt Bomber) spielte in seinen bisher 32 BL-Einsätzen noch nie von Anfang an, Verteidiger Föhrenbach war in 70 Spielen erfolglos und konnte gerade noch einen neuen BL-Negativrekord verhindern. Aber Heidenheim macht deutlich, der Verein wehrt sich gegen den Abstieg.

CL: Nutzt Frankfurt Gunst der Stunde?

Jetzt geht es auch in Europa weiter, die Bundesliga ist bisher gut dabei, Bayern München ist sogar Tabellenführer, andererseits wartet Leverkusen noch auf den ersten Sieg. Aber es haben einige prominente Klubs sorgen, so liegt es jetzt an Frankfurt die Gunst der Stunde zu nutzen, denn Gegner FC Liverpool, der am Mittwoch zur Eintracht kommt, kassierte zuletzt vier Niederlagen in Folge. Torjäger Salah hat Ladehemmung, Wirtz hat sich noch nicht eingewöhnt und der Ex-Eintracht-Star Ekitiké ist nur Joker. Die bei der Auslosung gedachte turmhohe Hürde wurde kleiner. Einen prominenten Gast mit Problemen hat auch Bayer Leverkusen, denn Titelverteidiger Paris St. Germain verlor national mit einem 3:3 gegen Straßburg die Tabellenführung und liegt einen Zähler hinter Olympique Marseille. Dabei ist es doch PSG gewohnt vorne weg zu marschieren. Trotzdem wird der erste Sieg für Bayer nicht leicht. Die Bayern wollen in diesem Jahr die Play-Offs vermeiden, müssen also unter die ersten acht Teams kommen. Ein Sieg gegen Brügge ist da Pflicht, die nächsten Aufgaben heißen dann nämlich Paris und Arsenal London. Dortmund rangiert derzeit auf Rang 7, beim FC Kopenhagen sollte der Platz im Vorderfeld verteidigt werden.

In der Europa League steht für Stuttgart der schwere Gang zu Fenerbahce Istanbul an, der SC Freiburg hat gegen den FC Utrecht die leichtere Aufgabe. Mainz 05 erwartet in der Conference League Zrinjski Mostar.

Frauen vor den großen Duellen mit Frankreich

In der Champions League der Frauen waren die deutschen Vertreter glückliche Sieger. Sowohl Wolfsburg in Oslo bei Valerenga, als auch die Bayern gegen Juventus Turin erzielten ihre Tore zum 2:1-Sieg jeweils in der Nachspielzeit. Die Münchnerinnen hatten sogar noch besonderes Glück, denn der Ball von Lea Schüller hatte gerade mal um ein paar Millimeter die Torlinie überschritten. So sah es zumindest der VAR (Torlinientechnik gibt es nicht), Juve protestierte vergebens. Eintracht Frankfurt hat in der Europa League gegen Slovacko mühelos die nächste Runde erreicht, dort wird es gegen PSV Eindhoven schwerer.

In der Bundesliga setzte die Bayern-Mädchen ihren Siegeszug fort, überrollten Köln nach einem 0:1-Rückstand noch mit 5:1, Wolfsburg (5:1 in Leverkusen) bleibt erster Verfolger. Dahinter geht es aber kunterbunt durcheinander, für die größte Überraschung sorgte Aufsteiger Nürnberg mit einem 3:2 gegen Freiburg. Gefeiert wurde auch bei den anderen Neulingen, Union servierte Leipzig vor 7771 Zuschauern mit 5:0 ab, der Hamburger SV hielt den Vorletzten Jena vor 5259 Zuschauern mit dem 1:1 immerhin auf Distanz.

In München gab es allerdings auch eine schlechte Nachricht, denn die lange verletzte Lena Oberdorf musste bei ihrem ersten Startelfeinsatz gleich wieder verletzt ausscheiden. Es hat sie erneut an ihrem angeschlagenen rechten Knie erwischt. Das hat auch Bundestrainer Christian Wück mit Schrecken gesehen, denn Oberdorf wird wohl für das Halbfinale der Nations League gegen Frankreich ausfallen. Dabei hat Wück sowieso Verletzungssorgen, vor allem fällt Torhüterin Ann-Katrin Berger aus, die Heldin bei der Europameisterschaft, als Deutschland im Halbfinale Frankreich mit 6:5 im Elfmeterschießen dank Berger bezwang. Nun kommt es auf Stina Johannes vom VfL Wolfsburg an, mit gerade mal drei Länderspielen unerfahren und in der Bundesliga noch nicht in Bestform. Bayern-Torhüterin Ena Mahmutovic musste ebenfalls verletzt absagen, so dass Wück nach Dick (Hoffenheim) noch Burggräfe (West Ham) nachnominierte. Auch im Angriff gibt es durch die Ausfälle von Hoffmann und Endemann Probleme.

Keine guten Voraussetzungen also für die Spiele am Freitag (18.45 Uhr in Leipzig/ARD) und Dienstag (21.10 Uhr in Caen/ZDF). Wück hat ja auch in der Abwehr Sorgen, die nicht immer sicher agiert. Mit Küver (Wolfsburg) und Martinez (West Ham) hat er neben Laura Dick zwei weitere Neulinge berufen. Vor allem Shekiera Martinez, die zuletzt in der U23 überzeugt hat, könnte als Hoffmann-Ersatz von Anfang an zum Einsatz kommen. Auch Kapitänin Gwinn ist wieder dabei, genauso wie Schulze Solano (Bilbao) nach Verletzungen. Im zweiten Halbfinale stehen sich Schweden und Spanien gegenüber, um Platz 3 wird am 28. November gespielt, das Finale steigt am 2. Dezember.

Das Aufgebot: Tor: Johannes, Dick, Burggräfe. – Abwehr: Gwinn, Hendrich, Kett, Küver, Minge, Schulze Solano, Wamser. – Mittelfeld: Alara, Brand, Lohmann, Nüsken, Senß, Oberdorf (?). – Angriff: Ayomi, Bühl, Cerci, Freigang, Martinez, Schüller, Zicai.

Im nächsten Blog gibt es Informationen zur Nationalmannschaft der Männer.

Mit viel Kampf und wenig Glanz auf dem Weg zur WM

Wie heißt es so schön: Der Kampf ist die Stärke der Kleinen. Wer also nicht über die spielerischen Mittel verfügt, um den Gegner zu besiegen, der kann zumindest mit Kampfgeist bestehen. Zu den Kleinen zählt sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nicht, aber manchmal muss man andere Methoden als gewohnt anwenden, wenn es nicht wie üblich klappt. Der 1:0-Sieg über das robuste Nordirland war nicht spektakulär, aber lebensnotwendig, mit viel Kampf und wenig Glanz befinden sich die Nagelsmann-Schützlinge wieder auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2026. Die Tür steht offen, Siege über Luxemburg am 14. und gegen die Slowakei am 17. November in Leipzig, sind aber notwendig, um endgültig am Ziel zu sein. Ein wenig Glanz dürfte allerdings schon wieder dabei sein!

Es ist eigentlich traurig, dass es unter Julian Nagelsmann keine wirkliche Fortentwicklung gibt. Seit seiner Amtsübernahme gibt es ein Auf und Ab, alte Fehler schienen ausgemerzt zu sein, tauchten aber wieder auf. Zwischendurch vergriff er sich taktisch und im Moment heißt es zurück zu den Basics, mit Kampf den Bock umstoßen. Viel Herz war dabei, ein wenig Glück half auch, denn wenn Nordirland Stürmer der Qualität eines Harry Kane oder Mbappe gehabt hätte, dann hätte sich der WM-Traum fast erledigt gehabt. So reichte ein glückliches Schultertor von Nick Woltemade um die Hoffnung aufrecht zu erhalten. Es war sein Premierentreffer. Fortsetzung darf gern folgen.

Bei den nächsten Aufgaben im November muss Julian Nagelsmann wohl wieder auf den Kader vom Oktober vertrauen, ter Stegen, Musiala, Rüdiger, Havertz und Kleindienst werden dann weiterhin fehlen. Vielleicht ist Füllkrug wieder dabei. Die beiden Spiele haben einige Protagonisten dazu genutzt, sich in den Vordergrund zu spielen. Oliver Baumann zeigte, dass man nicht unbedingt Manuel Neuer braucht, sollte ter Stegen weiter ausfallen oder ohne Spielpraxis sein. Nico Schlotterbeck schwang sich bei seiner Rückkehr zum unentbehrlichen Abwehrchef auf, bildet mit Tah ein Paar, dem man vertrauen darf. Heißt: Rüdiger droht die Ersatzbank. Bei den Außenverteidiger bewies Joshua Kimmich, dass er dort unentbehrlich ist, auf der anderen Seite entwickelte sich David Raum zum Motivationsmonster und Sinnbild für den Kampfgeist. So ist er im Vorteil gegenüber dem braven Konkurrenten Mittelstädt. Im Mittelfeld haben Goretzka und vor allem Pavlovic die Nase vorn, der junge Pavlovic glänz vor allem als Ruhepol und Ballverteiler. Stiller ist in der Warteposition, Andrich und Groß sind die Verlierer. Ein Gewinner war auch Serge Gnaby in Bestform, der als Spielgestalter ebenso glänzte wie als Torschütze, vor allem aber auch als Kämpfer. So hat er selbst dann seinen Platz sicher, wenn Musiala zurückkehrt. Wirtz wird sich wieder steigern, Woltemade muss höchstens weichen, wenn ein echter Torjäger zur Verfügung steht. Adeyemi ist leichter ersetzbar, er bringt zu selten seine Bestform und verpasste es, für Ruhe im deutschen Spiel zu sorgen. Nach einem Zauberpass von Wirtz vergab er die dicke Chance zum 2:0. Hier zeigte er seine Schnelligkeit als Stärke, konnte sich aber ansonsten kaum durchsetzen. Er ist am leichtesten zu ersetzen.

Viel wird sich also nicht tun rund um das Team, es sind ja gerade mal vier Spieltage der Bundesliga dazwischen. Überraschend ist, das sich vor den letzten zwei Spieltagen in Europa gerade mal England als einzige Nation bisher für die WM qualifiziert hat. Thomas Tuchel feierte also einen guten Einstand als Teamchef, auch wenn er sich mit den Fans angelegt hat. Einen Mann wie Harry Kane hat Deutschland aber leider nicht (aber die Bayern haben ihn!). Insgesamt haben sich 28 Nationen bisher für die WM qualifiziert, die größte Sensation ist der Inselstaat Kap Verde, der sich ein Ticket sicherte. Neben den Ausrichtern USA, Mexiko und Kanada sind dabei Argentinien, Brasilien, Ecuador, Kolumbien, Paraguay, Uruguay, Japan, Iran, Südkorea, Australien, Usbekistan, Jordanien, Katar, Saudi-Arabien, Ägypten, Marokko, Tunesien, Algerien, Kap Verde, Südafrika, Ghana, Senegal, Elfenbeinküste, Neuseeland und England. Es fehlen also noch einige große europäischen Namen. Wie heißt es in der internationalen Presse: „Ohne Deutschland wäre es keine richtige WM!“ Also kämpft weiter…

Bayern gegen Dortmund bleibt der Klassiker für alle Ewigkeit

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In der ewigen Tabelle der Fußball-Bundesliga liegen Bayern München und Borussia Dortmund vorn, es ist der Klassiker des deutschen Fußballs und das vielleicht für alle Ewigkeit. Die Länderspielpause ist am Wochenende vorbei, die Bundesliga beherrscht wieder die Bühne. Die Bayern dominieren das Geschehen, 4167 Punkte in jetzt 61 Bundesliga-Jahren, Dortmund brachte es in 59 Jahren auf 3213 und Dritter ist Werder Bremen, im ebenfalls 61. Jahre mit 3022 Punkten (Schlusslicht ist übrigens Tasmania Berlin mit zehn Punkten aus der Saison 1965/66). Am Samstag (18.30 Uhr) duellieren sich die Bayern und die Borussia wieder, auch im direkten Vergleich haben die Bayern die Nase vorn: Gesamt 67 Bayern-Siege, 37 Unentschieden und 34 Dortmunder Erfolge. Die reinen Bundesliga-Vergleiche: Bayern 54 Siege, Dortmund 26, 32 Unentschieden. In der vergangenen Saison gab es keinen Sieger (2:2/1:1), auch das Heimspiel davor konnten die Bayern nicht gewinnen, unterlagen am 30. März 24 mit 0:2, die letzten Siege datieren vom Jahr 2023, 4:2 in München, sogar 4:0 in Dortmund.

Jetzt sind die Bayern vor dem großen Duell wieder gut drauf, kennen in dieser Saison nur das Siegen. Auch Dortmund befindet sich allerdings im Aufwind, ist in der Liga ebenfalls noch ungeschlagen, musste allerdings zwei Unentschieden hinnehmen und verlor auch am letzten Spieltag mit dem 1:1 gegen den Tabellendritten Leipzig an Boden. Aber: Die Borussia ist nach einer schweren Saison wieder zurück und ein ernsthafter Rivale für den Titelverteidiger. „Warum sollen wir uns nicht die Meisterschaft zum Ziel setzen,“ sagte Trainer Niko Kovac, einst auch in München zunächst erfolgreich, dann doch geschasst. Für beide Teams gilt allerdings: Wie haben die Spieler ihre Länderspielreisen überstanden? Immer wieder müssen die Klubs ja Ausfälle hinnehmen. Bezeichnend, dass Bundestrainer Julian Nagelsmann im DFB-Team auf den starken Bayern-Block mit fünf Spielern (Kimmich, Tah, Pavlovic, Goretzka, Gnabry) und zwei Dortmunder (Schlotterbeck, Adeyemi) gesetzt hat.

Für den Rest der Bundesliga geht der Blick eher ans Ende der Tabelle. So hofft die andere Borussia aus Mönchengladbach am Freitag bei Union Berlin auf ihren ersten Saisonsieg, das 0:0 zuletzt gegen Freiburg gab Hoffnung. Im Vorjahr gewann Gladbach beide Duelle! Schlusslicht ist der punktgleiche 1. FC Heidenheim, der gegen Bremen gern die rote Laterne abgeben möchte. Davor kämpfen Vereine wie Mainz, Wolfsburg und Augsburg um den Anschluss ans Mittelfeld. Ein Erfolgserlebnis hatten zuletzt nur die Augsburger mit dem 3:1-Sieg über Wolfsburg. Ob aber gerade beim formstarken 1. FC Köln Trainer Sandro Wagner mit seinen Schützlingen eine Erfolgswelle starten kann? Die Bundesliga wird uns wieder in Atem halten, vier Spieltage gibt es bis zur nächsten Länderspielpause.

An jedem Spieltag gibt es Endspiele

In der WM-Qualifikation für 2026 ist in Europa mehr oder weniger Halbzeit. Keine Gruppe ist dabei so ausgeglichen wie die Gruppe A mit der DFB-Elf, wo nach drei Spieltagen mit Deutschland, Nordirland und der Slowakei gleich drei Nationen gleichauf liegen. Bereits am heutigen Montag geht es weiter, wobei es sich durch diese Konstellation ergibt, dass es an jedem Spieltag für die konkurrierenden Teams ein Endspiel gibt. So in Belfast zwischen Nordirland und Deutschland, eine Niederlage kann das Aus bedeuten. Die Nordiren kamen durch einen 2:0-Erfolg über die Slowakei wieder ins Geschäft und sind seit zwei Jahren zu Hause ungeschlagen. Seit 1982 haben sie allerdings daheim Deutschland nicht besiegt, das sollte es dann diesmal auch nicht geben. Deutschland hat mit dem 4:0 gegen Luxemburg Selbstvertrauen getankt und das Torverhältnis verbessert, so dass der Sprung an die Spitze möglich war. Im Hinspiel siegte Deutschland 3:1, lange Zeit stand es jedoch 1:1. Mit Conor Bradley vom FC Liverpool müssen die Nordiren allerdings auf den Kopf des Teams verzichten, er nahm sich mit seiner zweiten Gelben Karten selbst aus dem Spiel.

Bei Julian Nagelsmann ist Kapitän Joshua Kimmich der Kopf der Mannschaft, die Frage ist aber, auf welcher Position ist er am wertvollsten. Rechter Außenverteidiger möchte man nach seinen zwei Treffern gegen Luxemburg sagen, er schließt hier eine Lücke und kann dennoch das Spiel maßgeblich beeinflussen. Die Experimente sollte der Bundestrainer also beenden. Die größte Überraschung des Spiels war aber Serge Gnabry, der als Torschütze und Spielgestalter glänzte und mit zusätzlicher Abwehrarbeit zum Vorbild wurde. Dagegen bleiben Wirtz und Woltemade Sorgenkinder, zeigten sich zwar bemüht, aber der Knoten vor dem Tor mag nicht platzen. Belfast wäre dafür ein guter Ort…

Nach dieser Runde am Montag und Dienstag sollten die ersten WM-Tickets vergeben sein. Für eine Überraschung sorgten die Färöer, die Favorit Tschechien mit 2:1 besiegten und sogar von der WM träumen können (Erster ist Kroatien). Enttäuschung dagegen in Österreich, mit einer 0:1-Niederlage in Rumänien gerät das WM-Ticket wieder in Gefahr, ein Sieg wäre dagegen fast die Qualifikation gewesen. „Bist deppert“, kommentierte Ralf Rangnick ganz österreichischer Bundestrainer…

„Deppert“ will die deutsche U21-Auswahl nicht sein, hat allerdings in der EM-Qualifikation mit einer 2:3-Niederlage gegen Griechenland einen Rückschlag erlitten. Jetzt ist am Dienstag auch für sie Nordirland der Gegner. Die Youngster flogen mit dem A-Team nach Belfast, vielleicht haben sie sich Tipps für Siege geben lassen.

Frauen zwischen Flop und Top

Die Aushängeschilder im deutschen Frauen-Fußball haben eine sehr unterschiedliche Woche erlebt. Beide erlebten einen Flop und waren topp. Der VfL Wolfsburg beeindruckte international mit einem 4:0-Erfolg über Paris St. Germain, die Bayern-Mädchen erlebten dagegen beim CL-Finalisten des Vorjahres, dem FC Barcelona, ein Waterloo, kassierten mit 1:7 ihre höchste Niederlage der letzten Jahre.

Da war also Wiedergutmachung angesagt und der Ehrgeiz im deutschen Spitzenduell in Wolfsburg besonders groß. Die Umkehr gelang mit einem 3:1-Sieg in einer dominanten Vorstellung gegen die Wölfinnen, die damit einen Rückschlag im Kampf um die deutsche Meisterschaft erlitten. Bühl brachte die Bayern in Führung, Minge glich aus, aber immer wenn Wolfsburg am Siegtreffer schnupperte, konterten die Münchnerinnen durch Tanikowa und Alara. Erfreulich: Giulia Gwinn stand erstmals nach langer Verletzungspause wieder in der Startelf. 12.500 Zuschauer sahen das Spitzenspiel, noch mehr interessierten sich für das Nordderby in Bremen, wo das Spiel gegen den HSV mit 37.000 Fans sogar ausverkauft war. Werder kassierte durch zwei Mühlhaus-Tore auch die Punkte. Geärgert haben sich die Frauen über die TV-Entscheidung der ARD bei der Live-Übertragung. Die ARD gab dem Handball-Schlager Flensburg – Kiel den Vorzug und übertrug später lieber das Nordderby. Mehr Zuschauer hatte allerdings das Spitzenspiel, im Kurzbericht 1,6 Millionen, 1,5 Millionen sahen das Nordderby und nur 0,9 Millionen interessierten sich davor für Handball. Ein Erfolg für den Frauen-Fußball, die ARD hat höhere Einschaltquoten verschenkt!

In dieser Woche wird es wieder spannend, Bundestrainer Christian Wück nominiert am Dienstag sein Aufgebot für das Halbfinale in der Nations League am 24. und 28. Oktober gegen Frankreich. Die Bayern und Wolfsburg müssen wieder international in der Champions League bestehen. Die Wölfinnen sollten am Mittwoch in Oslo gegen Valerenga ihren zweiten Sieg einfahren, die Münchnerinnen wollen sich am Donnerstag gegen Juventus Turin rehabilitieren. Juve startete mit einem 2:1 gegen Benfica Lissabon erfolgreich in die Saison.

Für Nagelsmann und seine Mannen geht es um den guten Ruf

Vorwärts hat nicht funktioniert, jetzt geht es wieder rückwärts. Bundestrainer Julian Nagelsmann ist mit seinen neuen Ideen (wieder einmal) gescheitert und will bei den nächsten Qualifikationsspielen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 „zurück zu den Basics“. Kein kompliziertes Konzept, sondern einfache Vorgaben. „Einfach machen, nicht viel reden“ heißt es bei Nagelsmann und Sportchef Rudi Völler. Gegen Luxemburg am Freitag in Sinsheim und Nordirland am Montag, 13. Oktober, in Belfast geht es für Nagelsmann und seine Mannen „ganz einfach“ um den guten Ruf!

Die 0:2-Niederlage zum Start der Qualifikation in der Slowakei hat Wirkung hinterlassen. Unsicherheit ist zu spüren, Ausfälle von Leistungsträgern sorgen zudem für Sorgenfalten. Ter Stegen, Rüdiger, Musiala und Havertz fehlen weiterhin, praktisch ein Achse. Dazu gibt es Sorgenkinder wie Florian Wirtz, der in Liverpool nicht in Form kommt. Findet er sie in gewohnter Umgebung? Es wäre ihm und den Fans zu wünschen. Trotz aller Sorgen hat Nagelsmann bei seiner Nominierung wieder überrascht, im Tor war Freiburgs Noah Atubolu nach starken Leistungen als dritter Mann erwartet worden, Finn Dahmen darf noch einmal wiederkommen. Dass Nagelsmann auf Collins nach seinem unglücklichen Debüt verzichten würde, konnte erwartet werden, dass aber Stammspieler wie Füllkrug, Mittelstädt und Groß fehlen, eher nicht. Ein weiterer Neuling darf sich versuchen, Collins‘ Vereinskamerad Nathaniel Brown,dazu kehrt Ridle Baku zurück. Beide spielen eher links, einer muss aber rechts ran. Mit der Versetzung von Kimmich ins Mittelfeld hat Nagelsmann eine unnötige Lücke gerissen. Rechts fehlt’s, dafür stehen sie sich im Mittelfeld auf den Füßen. Ein Hoffnungsfunken: Der zuletzt starke Nico Schlotterbeck ist zurück.

Egal, was zählt, sind Siege, alles andere könnte die direkte WM-Qualifikation gefährden. Dabei ist Luxemburg auch kein Kanonenfutter, wir wissen, es gibt keine Kleinen mehr. Kein Gedanke an den einzigen Vergleich, als Deutschland 7:0 siegte. Beste Warnung: Die Slowakei gewann nur durch ein glückliches Last-Minute-Tor mit 1:0! Kuxemburgs Trainer, Ex-Bundesligaspieler Jeff Strasser, hat sechs Spieler in seinem Kader, die in Deutschland ihn Geld verdienen. Am Montag in Belfast wird es aber noch ein Stück schwerer, Nordirland wächst vor heimischen Fans gern mal über sich hinaus. Aber: Bei der derzeitigen Form ist jeder Gegner für die DFB-Elf schwer, die Leichtigkeit ist dahin, die Begeisterung für die Nati bei den deutschen Fans auch. Alles mehr oder weniger auf Neustart. Es geht um den guten Ruf!

Das Aufgebot: Tor: Baumann, Nübel, Dahmen. – Abwehr: Anton, Baku, Brown, Koch, Raum, Tah, N. Schlotterbeck. – Mittelfeld: Andrich, Adeyemi, Amiri, Gnabry, Goretzka, Kimmich, Leweling, F. Nmecha, Pavlovic, Stiller, Wirtz. – Angriff: Beier, Burkardt, Woltemade.

Zehn Siege – Bayern feiern nicht nur einen Rekord

Bayern München hat durchaus Verletzungssorgen, ist aber dennoch nicht zu stoppen. Mit dem 3:0 in Frankfurt wurden es zehn Siege in zehn Spielen – das gab es noch nie. Bei neun blieb einst Jupp Heynckes stecken, 2013, als er mit den Bayern später das gefeierte Triple holte. Macht es ihm Vincent Kompany nach? Dazu weitere Bestleistungen: 25 Tore in sechs BL-Spielen, das gab es noch nie, im Jahr 2025 haben die Bayern kein einziges Auswärtsspiel verloren! Es läuft, das sieht man, das spüren die Spieler. Die Klub-WM hat ihren Anteil daran, eigentlich galt sie als Ärgernis wegen der Belastung, aber es war für die Münchner eine Art Trainingslager. Das Resultat: Zehn Siege. Aber langsam, irgendwann kommt vielleicht der Einbruch. Zunächst aber darf gefeiert werden, am Sonntag auf dem Oktoberfest.

Danach folgt bekanntlich die Länderspielpause und dann geht es mit einem Bundesliga-Schlager gleich weiter, am 18. Oktober (18.30 Uhr) gastiert Borussia Dortmund in München. Einen Angriff auf die Tabellenführung wird es nicht geben, denn die Borussia ließ im zweiten Spitzenspiel gegen RB Leipzig beim 1:1 Federn, liegt vier Punkte zurück. Ein kleiner Rückschlag, aber auch Dortmund ist noch ungeschlagen, das 4:1 gegen Bilbao in der CL war ein Statement. Dagegen hatte Frankfurt wohl am 1:5 bei Atletico Madrid zu knabbern, während die Bayern mit noch breiterer Brust nach dem leichten 5:1 bei Pafos auf Zypern zurückkehrten. Jetzt führen die Bayern auch die Champions League an, mit sechs Punkten wie auch Real Madrid, Paris St. Germain, Inter Mailand, FC Arsenal und Außenseiter Qarabag Agdam. Das wird sich zweifellos noch ändern. Selbstbewußtsein wurde den Münchnern mit ihrem Motto „mia san mia“ schon immer bestätigt, derzeit ist es besonders groß. Kompany rotiert und jeder Spieler überzeugt. Die Siegesserie brachte übrigens auch Torhüter Manuel Neuer einen Rekord, er hat jetzt ebenso 362 BL-Siege wie Thomas Müller aufweist. Das geht wohl nur mit den Bayern.

Apropos Thomas Müller, der wurde mit den Vancouver Whitecaps mit einem Sieg über den Lokalrivalen FC Vancouver kanadischer Pokalsieger, steuerte dazu ein Tor und einen Assist bei. Es war der 300. Treffer seiner Karriere und sein 35. Titel (!). Damit avancierte er zum erfolgreichsten deutschen Fußballer aller Zeiten und überholte Toni Kroos mit 34 Titeln. Der allerdings gewann die Champions League sechsmal und Müller nur zweimal. Deshalb sagt Müller auch: „Bezeichnet mich nicht als Rekordmann, sondern einfach als Titelhamster.“

Zurück zur Bundesliga, ganz andere Sorgen als Kompany hatte sein Kollege Sandro Wagner in Augsburg, der Hoffnungsträger, dem die Verantwortlichen fast einen Heiligenschein aufsetzten, stand nach vier Niederlagen in Folge mit dem Rücken zur Wand. Zum Glück kam der VfL Wolfsburg nach Augsburg, gegen die Wölfe holte der FCA am 15. März nämlich seinen letzten Heimsieg danach wurde es bei sechs Versuchen nichts mehr. Jetzt ist die Serie mit dem 3:1-Sieg zu Ende und Wagner wieder fest im Sattel. Seine Maßnahmen fruchteten, vor allem das Vertrauen in den eigenen Nachwuchs. Nach Abwehrfehlern setzte er auf Nachwuchsmann Banks und wurde belohnt, der ebenso wie FCA-Talent Kömür einen Treffer zum Sieg beisteuerte. Das Beispiel sollte anderen Vereinen auch Mut machen, auf den Nachwuchs zu setzen. Nach der Länderspielpause wird es für die Augsburger in Köln aber wohl schwerer werden.

Die Wölfinnen im Aufwind

Wie die Männer, so sind auch die Frauen des FC Bayern noch ungeschlagen, allerdings in der Bundesliga nicht Tabellenführer. Wie die Männer, so stehen sie auch im nächsten Spiel am 11. Oktober (15 Uhr) vor dem ultimativen Schlager der Liga, nämlich im Duell bei Spitzenreiter VfL Wolfsburg, der wie München eine Tordifferenz von +13 aufweist, aber bei 20:7 gegenüber 13:0 mehr Tore erzielt hat. Richtig gelesen, die Bayern-Mädchen haben in fünf Punktspielen noch keinen Treffer hinnehmen müssen, aber beim 0:0 gegen Abstiegskandidat Jena sich einen Aussetzer geleistet. Sie vergeben einfach zu viele Torchancen, konnte bisher aber die Verletzungsmisere gut überbrücken, beim 4:0 gegen Bremen fehlten u. a. neben der langzeitverletzten Zadrazil, noch Gilles, Demjanovic und die erkrankte Oberdorf.

Die Wölfinnen befinden sich nach einem holprigen Start, der mit einer neuen Mannschaft verständlich war, im Aufwind. Sie fegten mit 8:0 über Schlusslicht Essen hinweg und lieferten damit eine Art Kampfansage an den Rivalen, der mit seinem imposanten Kader als klarer Titelanwärter gilt.

Für beide Teams stehen vorher allerdings in dieser Woche noch besondere Aufgaben an, die Champions League beginnt. Sie wird jetzt auch bei den Frauen im Ligamodus gespielt und wurde auf 18 Vereine aufgestockt. So ergaben sich drei Töpfe mit je sechs Mannschaften, aus jedem Topf geht es gegen zwei Teams, also insgesamt sechs Spiele. Der Meister aus München startet am Dienstag in Barcelona aus Topf 1 und hat hier zudem Arsenal London gezogen, das am 12. November in der Allianz Arena gastieren wird. Aus Topf 2 sind Juventus Turin (H) und Paris St. Germain (A), aus Topf 3 Atletico Madrid (A) und Valerenga Oslo (H). Wolfsburg startet am Mittwoch gegen Paris, hat aus Topf 1 Lyon (A) und Chelsea London (H) gezogen. Aus Topf 2 noch Real Madrid (A), aus Topf 3 Valerenga (A) und Manchester United (H). Schwere Aufgaben also für beide Teams, ein hochklassiger Wettbewerb, doch beide Vereine haben das Viertelfinale als Ziel. Die ersten vier Teams der Gesamttabelle qualifizieren sich direkt. die Klubs 5 – 8 treffen in den Play-Offs auf die Teams von 9 -12, alle anderen scheiden aus.

Jetzt gilt es für die Bundesliga-Spitze und für Nagelsmann

Interessante Tage und Wochen stehen den Fußball-Fans bevor. Der Spielplan sorgte dafür, dass sich am kommenden Wochenende die Bundesliga-Spitze duelliert, die ersten vier Teams stehen sich direkt gegenüber. Davor wird es aber auch interessant, welches Aufgebot Bundestrainer Julian Nagelsmann für die nächsten Spiele der WM-Qualifikation nominiert. Gegen Luxemburg und in Nordirland steht die DFB-Elf bekanntlich mit dem Rücken zur Wand, nur Siege zählen.

In der Bundesliga dominieren die Bayern, die von Sieg zu Sieg eilen, Rekorde aufstellen und in dieser Saison in allen Spielen noch ungeschlagen sind. Dennoch beträgt der Vorsprung vor der wiedererstarkten Borussia aus Dortmund nur mickrige zwei Zähler, die die Kovac-Schützlinge bei St. Pauli liegen ließen. Ansonsten zeigen sie eine erstaunliche Konstanz, wirken viel selbstsicherer als im Vorjahr und das trotz Verletzungsproblemen in der Abwehr. Auch RB Leipzig hat sich nach der Auftaktniederlage in München gut erholt und mischt vorne mit, Vierter im Bunde ist Eintracht Frankfurt, das Spektakel liebt. Sind wir gespannt, welches Spektakel uns am Samstag geboten wird, um 15.30 Uhr erwartet Dortmund RB Leipzig (im Vorjahr 2.1 und 0:2), um 18.30 Uhr will Frankfurt die Bayern stoppen, was im Vorjahr beim 3:3 zu Hause ein bisschen gelang (Rückspiel 4:0 für Bayern). Nicht zu vergessen, dass es vorher noch die Aufgaben in der Champions League gibt. Die Münchner stehen überhaupt vor schweren Wochen, denn nach der Länderspielpause kommt es am 18. Oktober zum großen Duell mit Dortmund. So macht die Bundesliga Spaß.

Viel Spaß haben derzeit vor allem die Bayern-Fans, offensichtlich aber auch die Bayern-Spieler, die eine große Leichtigkeit und unaufhaltsamen Tordrang an den Tag legen. Resultat: Der beste Saisonstart eines Teams aller Zeiten. Vorbild ist Torjäger Harry Kane, der selbst sagt, er habe das Gefühl, er befinde sich „in der besten Form meines Lebens“. Und wieder holte er sich einen Rekord. Zwei Treffer erzielte er beim 4:0 gegen Bremen und ist damit der Spieler der Spitzenligen in Europa, der im 21. Jahrhundert am schnellsten 100 Tore für seinen Verein in Pflichtspielen erzielt hat. Kane benötigte dazu 104 Spiele und war damit schneller als die Stars Cristiano Ronaldo (für Real Madrid) und Erling Haaland (Manchester City), die jeweils 105 Spiele benötigten. Danach folgen Luis Suarez (FC Barcelona/120) und Zlatan Ibrahimovic (Paris St. Germain/124). Kane glänzt im Gegensatz zu den anderen Torjägern aber auch als Vorlagengeber, Spielmacher und mit aufopferungsvoller Abwehrarbeit. Vielleicht ist er im Moment sogar der beste Spieler der Welt.

Wer am Tabellenende steht, hat dagegen keinen Spaß, sondern Ärger. Das Haus brennt vor allem bei der Borussia in Mönchengladbach, das ganze Gegenteil von der Borussia in Dortmund. Selbst ein Trainerwechsel half nicht, gegen Eintracht Frankfurt gab es Chaos pur und einen 0:6- Rückstand, da half dann auch die Aufholjagd auf 4:6 in einem verrückten Spiel nichts mehr. „Gladbach liegt in Trümmern“ urteilt der kicker, wobei sich die Frage stellt, wie lange es Eugen Polanksi als Interimscoach aushält und wie lange sich Sportchef Roland Virkus (Nachfolger des früher so erfolgreichen Max Eberl) noch im Amt hält. Er hat schließlich die Saisonvorbereitung zu verantworten, nichts hat sich verbessert, wie man an der erschreckenden Negativserie sehen kann, saisonübergreifend gab es zwölf Spiele in Folge ohne Sieg! Ob es da am Sonntag (19.30 Uhr) gegen Freiburg eine Besserung gibt? Die Vorjahresergebnisse (1:2/1:3) machen skeptisch.

Feuer unter dem Dach ist auch in Augsburg. Sandro Wagner wurde mit viel Ballyhoo und Vorschusslorbeeren empfangen, der FCA wollte von der grauen Maus zum bunten Hund werden und landete als nasser Hund, dem gehörig das Fell gewaschen wurde, im Tabellenkeller. Der Auftaktsieg in Freiburg wurde als Zeichen für eine erfolgreiche Saison gewertet, so dass sich Wagner sogar zu einer Einschätzung wie „“wir haben nicht weniger Qualität als die Bayern“ hinreißen ließ. Vier Niederlagen folgten und jetzt wirkt der Jungtrainer ratlos. Die 1:2-Niederlage im Kellerduell in Heidenheim war ein Offenbarungseid. Ob es gegen Wolfsburg besser wird? Routinier Frank Schmidt hatte seine Mannschaft offensichtlich besser eingestellt. Überschattet wurde das Spiel von dem Tribünensturz eines Fans, der mit Helikopter ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Abwechslung gibt es unter Woche durch Europas Wettbewerbe, so startet am Donnerstag auch die Conference League, Mainz 05 muss dabei auf Zypern bei Omonia Nikosia antreten. Auf Zypern gastieren die Bayern bereits am Dienstag und zwar bei Pafos FC. Für die Zyprioten fast ein Wunder, dass sie über die Qualifikation den Sprung in die Liga geschafft haben. Eine große Prüfung sollten sie für die Münchner nicht sein, doch Vorsicht, im Vorjahr lieferten die Bayern auswärts schwache Leistungen ab. Sollte der Aufwind gerade bei einem Nobody gebremst werden? Da haben die anderen Bundesligisten stärkere Gegner. Vor allem Frankfurt, das nach Madrid zu Atletico muss, das gerade Real im Derby mit 5:2 abfertigte! Dortmund erwartet am Mittwoch Atletic Bilbao und muss nach dem guten BL-Start aufpassen, dass es den Trend vom Vorjahr nicht umkehrt, war ja in Europa stark und in der Bundesliga schwach. Jetzt sollten in beiden Wettbewerben gute Leistungen folgen, das 4:4 in Turin war unglücklich, aber ein Anfang. Leverkusen will gegen PSV Eindhoven den ersten Sieg. Bekanntlich blieben alle deutschen Teams ungeschlagen. Das Schlagerspiel des 2. Spieltages heißt zweifellos FC Barcelona – Paris St. Germain am Mittwoch.

Einen guten Start hatten auch Stuttgart (2:1 gegen Celta Vigo) und Freiburg (2:1 gegen Basel) in der Europa League. So kann es weiter gehen, jetzt prüft der VfB am Donnerstag Basel, das auch in der eigenen Liga verlor. Freiburg hat mit dem FC Bologna eine weitaus höhere Hürde vor sich.

Bundestrainer Jürgen Nagelsmann wird alle Spiele mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen. Bei seinem DFB-Team hat er aber weiter Verletzungssorgen und es wird ihm nicht gefallen, dass Florian Wirtz beim FC Liverpool nur schwer Fuß fasst. Ganz anders Nick Woltemade, der in England trifft. Verstärkung für die Abwehr gibt es wohl durch Nico Schlotterbeck. Den Spieler, der zuletzt für die meiste Aufmerksamkeit sorgte, nämlich Can Uzun von Eintracht Frankfurt, kann er leider nicht nominieren, der 19-Jährige ist schon Nationalspieler für die Türkei.

Erfolg für Europas Golfer im Ryder Cup

Der Golfsport feiert alle zwei Jahre ein besonderes Ereignis, nämlich den Erdteilkampf zwischen Amerika und Europa, den Ryder Cup. Dabei gelang den Europäern im Bethpage State Park auf Long Island/NewYork eine Seltenheit – sie gewannen in den USA. Das war zuletzt 2012 der Fall. Allerdings machten es die Europäer unnötig spannend, sie führten vor dem letzten Tag mit den direkten Duellen mit 11,5 zu 4,5, mussten dann aber noch um den Erfolg zittern, weil die Amerikaner eine Siegesserie hinlegten. Am Ende gelang ein 15:13-Sieg und Kapitän Luke Donald feierte ein noch selteneres Ereignis, er ist erst der zweite Coach, der dies- und jenseits des Atlantiks ein Team zum Erfolg führte. Die Europäer trumpften an den ersten Tagen besonders auf, vielleicht lähmte die Amerikaner auch, dass Präsident Donald Trump am Freitag zuschaute. Sein „Make Amerika great again“ gelang in diesem Fall nicht. Es ist aber nicht bekannt, ob er so gepöbelt hat wie viele Zuschauer, die eine Schande für den Golfsport waren, weil sie Europas Spieler sogar am Abschlag störten.