Der Sport – Grantler

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Mit viel Kampf und wenig Glanz auf dem Weg zur WM

Wie heißt es so schön: Der Kampf ist die Stärke der Kleinen. Wer also nicht über die spielerischen Mittel verfügt, um den Gegner zu besiegen, der kann zumindest mit Kampfgeist bestehen. Zu den Kleinen zählt sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nicht, aber manchmal muss man andere Methoden als gewohnt anwenden, wenn es nicht wie üblich klappt. Der 1:0-Sieg über das robuste Nordirland war nicht spektakulär, aber lebensnotwendig, mit viel Kampf und wenig Glanz befinden sich die Nagelsmann-Schützlinge wieder auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2026. Die Tür steht offen, Siege über Luxemburg am 14. und gegen die Slowakei am 17. November in Leipzig, sind aber notwendig, um endgültig am Ziel zu sein. Ein wenig Glanz dürfte allerdings schon wieder dabei sein!

Es ist eigentlich traurig, dass es unter Julian Nagelsmann keine wirkliche Fortentwicklung gibt. Seit seiner Amtsübernahme gibt es ein Auf und Ab, alte Fehler schienen ausgemerzt zu sein, tauchten aber wieder auf. Zwischendurch vergriff er sich taktisch und im Moment heißt es zurück zu den Basics, mit Kampf den Bock umstoßen. Viel Herz war dabei, ein wenig Glück half auch, denn wenn Nordirland Stürmer der Qualität eines Harry Kane oder Mbappe gehabt hätte, dann hätte sich der WM-Traum fast erledigt gehabt. So reichte ein glückliches Schultertor von Nick Woltemade um die Hoffnung aufrecht zu erhalten. Es war sein Premierentreffer. Fortsetzung darf gern folgen.

Bei den nächsten Aufgaben im November muss Julian Nagelsmann wohl wieder auf den Kader vom Oktober vertrauen, ter Stegen, Musiala, Rüdiger, Havertz und Kleindienst werden dann weiterhin fehlen. Vielleicht ist Füllkrug wieder dabei. Die beiden Spiele haben einige Protagonisten dazu genutzt, sich in den Vordergrund zu spielen. Oliver Baumann zeigte, dass man nicht unbedingt Manuel Neuer braucht, sollte ter Stegen weiter ausfallen oder ohne Spielpraxis sein. Nico Schlotterbeck schwang sich bei seiner Rückkehr zum unentbehrlichen Abwehrchef auf, bildet mit Tah ein Paar, dem man vertrauen darf. Heißt: Rüdiger droht die Ersatzbank. Bei den Außenverteidiger bewies Joshua Kimmich, dass er dort unentbehrlich ist, auf der anderen Seite entwickelte sich David Raum zum Motivationsmonster und Sinnbild für den Kampfgeist. So ist er im Vorteil gegenüber dem braven Konkurrenten Mittelstädt. Im Mittelfeld haben Goretzka und vor allem Pavlovic die Nase vorn, der junge Pavlovic glänz vor allem als Ruhepol und Ballverteiler. Stiller ist in der Warteposition, Andrich und Groß sind die Verlierer. Ein Gewinner war auch Serge Gnaby in Bestform, der als Spielgestalter ebenso glänzte wie als Torschütze, vor allem aber auch als Kämpfer. So hat er selbst dann seinen Platz sicher, wenn Musiala zurückkehrt. Wirtz wird sich wieder steigern, Woltemade muss höchstens weichen, wenn ein echter Torjäger zur Verfügung steht. Adeyemi ist leichter ersetzbar, er bringt zu selten seine Bestform und verpasste es, für Ruhe im deutschen Spiel zu sorgen. Nach einem Zauberpass von Wirtz vergab er die dicke Chance zum 2:0. Hier zeigte er seine Schnelligkeit als Stärke, konnte sich aber ansonsten kaum durchsetzen. Er ist am leichtesten zu ersetzen.

Viel wird sich also nicht tun rund um das Team, es sind ja gerade mal vier Spieltage der Bundesliga dazwischen. Überraschend ist, das sich vor den letzten zwei Spieltagen in Europa gerade mal England als einzige Nation bisher für die WM qualifiziert hat. Thomas Tuchel feierte also einen guten Einstand als Teamchef, auch wenn er sich mit den Fans angelegt hat. Einen Mann wie Harry Kane hat Deutschland aber leider nicht (aber die Bayern haben ihn!). Insgesamt haben sich 28 Nationen bisher für die WM qualifiziert, die größte Sensation ist der Inselstaat Kap Verde, der sich ein Ticket sicherte. Neben den Ausrichtern USA, Mexiko und Kanada sind dabei Argentinien, Brasilien, Ecuador, Kolumbien, Paraguay, Uruguay, Japan, Iran, Südkorea, Australien, Usbekistan, Jordanien, Katar, Saudi-Arabien, Ägypten, Marokko, Tunesien, Algerien, Kap Verde, Südafrika, Ghana, Senegal, Elfenbeinküste, Neuseeland und England. Es fehlen also noch einige große europäischen Namen. Wie heißt es in der internationalen Presse: „Ohne Deutschland wäre es keine richtige WM!“ Also kämpft weiter…

Bayern gegen Dortmund bleibt der Klassiker für alle Ewigkeit

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In der ewigen Tabelle der Fußball-Bundesliga liegen Bayern München und Borussia Dortmund vorn, es ist der Klassiker des deutschen Fußballs und das vielleicht für alle Ewigkeit. Die Länderspielpause ist am Wochenende vorbei, die Bundesliga beherrscht wieder die Bühne. Die Bayern dominieren das Geschehen, 4167 Punkte in jetzt 61 Bundesliga-Jahren, Dortmund brachte es in 59 Jahren auf 3213 und Dritter ist Werder Bremen, im ebenfalls 61. Jahre mit 3022 Punkten (Schlusslicht ist übrigens Tasmania Berlin mit zehn Punkten aus der Saison 1965/66). Am Samstag (18.30 Uhr) duellieren sich die Bayern und die Borussia wieder, auch im direkten Vergleich haben die Bayern die Nase vorn: Gesamt 67 Bayern-Siege, 37 Unentschieden und 34 Dortmunder Erfolge. Die reinen Bundesliga-Vergleiche: Bayern 54 Siege, Dortmund 26, 32 Unentschieden. In der vergangenen Saison gab es keinen Sieger (2:2/1:1), auch das Heimspiel davor konnten die Bayern nicht gewinnen, unterlagen am 30. März 24 mit 0:2, die letzten Siege datieren vom Jahr 2023, 4:2 in München, sogar 4:0 in Dortmund.

Jetzt sind die Bayern vor dem großen Duell wieder gut drauf, kennen in dieser Saison nur das Siegen. Auch Dortmund befindet sich allerdings im Aufwind, ist in der Liga ebenfalls noch ungeschlagen, musste allerdings zwei Unentschieden hinnehmen und verlor auch am letzten Spieltag mit dem 1:1 gegen den Tabellendritten Leipzig an Boden. Aber: Die Borussia ist nach einer schweren Saison wieder zurück und ein ernsthafter Rivale für den Titelverteidiger. „Warum sollen wir uns nicht die Meisterschaft zum Ziel setzen,“ sagte Trainer Niko Kovac, einst auch in München zunächst erfolgreich, dann doch geschasst. Für beide Teams gilt allerdings: Wie haben die Spieler ihre Länderspielreisen überstanden? Immer wieder müssen die Klubs ja Ausfälle hinnehmen. Bezeichnend, dass Bundestrainer Julian Nagelsmann im DFB-Team auf den starken Bayern-Block mit fünf Spielern (Kimmich, Tah, Pavlovic, Goretzka, Gnabry) und zwei Dortmunder (Schlotterbeck, Adeyemi) gesetzt hat.

Für den Rest der Bundesliga geht der Blick eher ans Ende der Tabelle. So hofft die andere Borussia aus Mönchengladbach am Freitag bei Union Berlin auf ihren ersten Saisonsieg, das 0:0 zuletzt gegen Freiburg gab Hoffnung. Im Vorjahr gewann Gladbach beide Duelle! Schlusslicht ist der punktgleiche 1. FC Heidenheim, der gegen Bremen gern die rote Laterne abgeben möchte. Davor kämpfen Vereine wie Mainz, Wolfsburg und Augsburg um den Anschluss ans Mittelfeld. Ein Erfolgserlebnis hatten zuletzt nur die Augsburger mit dem 3:1-Sieg über Wolfsburg. Ob aber gerade beim formstarken 1. FC Köln Trainer Sandro Wagner mit seinen Schützlingen eine Erfolgswelle starten kann? Die Bundesliga wird uns wieder in Atem halten, vier Spieltage gibt es bis zur nächsten Länderspielpause.

An jedem Spieltag gibt es Endspiele

In der WM-Qualifikation für 2026 ist in Europa mehr oder weniger Halbzeit. Keine Gruppe ist dabei so ausgeglichen wie die Gruppe A mit der DFB-Elf, wo nach drei Spieltagen mit Deutschland, Nordirland und der Slowakei gleich drei Nationen gleichauf liegen. Bereits am heutigen Montag geht es weiter, wobei es sich durch diese Konstellation ergibt, dass es an jedem Spieltag für die konkurrierenden Teams ein Endspiel gibt. So in Belfast zwischen Nordirland und Deutschland, eine Niederlage kann das Aus bedeuten. Die Nordiren kamen durch einen 2:0-Erfolg über die Slowakei wieder ins Geschäft und sind seit zwei Jahren zu Hause ungeschlagen. Seit 1982 haben sie allerdings daheim Deutschland nicht besiegt, das sollte es dann diesmal auch nicht geben. Deutschland hat mit dem 4:0 gegen Luxemburg Selbstvertrauen getankt und das Torverhältnis verbessert, so dass der Sprung an die Spitze möglich war. Im Hinspiel siegte Deutschland 3:1, lange Zeit stand es jedoch 1:1. Mit Conor Bradley vom FC Liverpool müssen die Nordiren allerdings auf den Kopf des Teams verzichten, er nahm sich mit seiner zweiten Gelben Karten selbst aus dem Spiel.

Bei Julian Nagelsmann ist Kapitän Joshua Kimmich der Kopf der Mannschaft, die Frage ist aber, auf welcher Position ist er am wertvollsten. Rechter Außenverteidiger möchte man nach seinen zwei Treffern gegen Luxemburg sagen, er schließt hier eine Lücke und kann dennoch das Spiel maßgeblich beeinflussen. Die Experimente sollte der Bundestrainer also beenden. Die größte Überraschung des Spiels war aber Serge Gnabry, der als Torschütze und Spielgestalter glänzte und mit zusätzlicher Abwehrarbeit zum Vorbild wurde. Dagegen bleiben Wirtz und Woltemade Sorgenkinder, zeigten sich zwar bemüht, aber der Knoten vor dem Tor mag nicht platzen. Belfast wäre dafür ein guter Ort…

Nach dieser Runde am Montag und Dienstag sollten die ersten WM-Tickets vergeben sein. Für eine Überraschung sorgten die Färöer, die Favorit Tschechien mit 2:1 besiegten und sogar von der WM träumen können (Erster ist Kroatien). Enttäuschung dagegen in Österreich, mit einer 0:1-Niederlage in Rumänien gerät das WM-Ticket wieder in Gefahr, ein Sieg wäre dagegen fast die Qualifikation gewesen. „Bist deppert“, kommentierte Ralf Rangnick ganz österreichischer Bundestrainer…

„Deppert“ will die deutsche U21-Auswahl nicht sein, hat allerdings in der EM-Qualifikation mit einer 2:3-Niederlage gegen Griechenland einen Rückschlag erlitten. Jetzt ist am Dienstag auch für sie Nordirland der Gegner. Die Youngster flogen mit dem A-Team nach Belfast, vielleicht haben sie sich Tipps für Siege geben lassen.

Frauen zwischen Flop und Top

Die Aushängeschilder im deutschen Frauen-Fußball haben eine sehr unterschiedliche Woche erlebt. Beide erlebten einen Flop und waren topp. Der VfL Wolfsburg beeindruckte international mit einem 4:0-Erfolg über Paris St. Germain, die Bayern-Mädchen erlebten dagegen beim CL-Finalisten des Vorjahres, dem FC Barcelona, ein Waterloo, kassierten mit 1:7 ihre höchste Niederlage der letzten Jahre.

Da war also Wiedergutmachung angesagt und der Ehrgeiz im deutschen Spitzenduell in Wolfsburg besonders groß. Die Umkehr gelang mit einem 3:1-Sieg in einer dominanten Vorstellung gegen die Wölfinnen, die damit einen Rückschlag im Kampf um die deutsche Meisterschaft erlitten. Bühl brachte die Bayern in Führung, Minge glich aus, aber immer wenn Wolfsburg am Siegtreffer schnupperte, konterten die Münchnerinnen durch Tanikowa und Alara. Erfreulich: Giulia Gwinn stand erstmals nach langer Verletzungspause wieder in der Startelf. 12.500 Zuschauer sahen das Spitzenspiel, noch mehr interessierten sich für das Nordderby in Bremen, wo das Spiel gegen den HSV mit 37.000 Fans sogar ausverkauft war. Werder kassierte durch zwei Mühlhaus-Tore auch die Punkte. Geärgert haben sich die Frauen über die TV-Entscheidung der ARD bei der Live-Übertragung. Die ARD gab dem Handball-Schlager Flensburg – Kiel den Vorzug und übertrug später lieber das Nordderby. Mehr Zuschauer hatte allerdings das Spitzenspiel, im Kurzbericht 1,6 Millionen, 1,5 Millionen sahen das Nordderby und nur 0,9 Millionen interessierten sich davor für Handball. Ein Erfolg für den Frauen-Fußball, die ARD hat höhere Einschaltquoten verschenkt!

In dieser Woche wird es wieder spannend, Bundestrainer Christian Wück nominiert am Dienstag sein Aufgebot für das Halbfinale in der Nations League am 24. und 28. Oktober gegen Frankreich. Die Bayern und Wolfsburg müssen wieder international in der Champions League bestehen. Die Wölfinnen sollten am Mittwoch in Oslo gegen Valerenga ihren zweiten Sieg einfahren, die Münchnerinnen wollen sich am Donnerstag gegen Juventus Turin rehabilitieren. Juve startete mit einem 2:1 gegen Benfica Lissabon erfolgreich in die Saison.

Für Nagelsmann und seine Mannen geht es um den guten Ruf

Vorwärts hat nicht funktioniert, jetzt geht es wieder rückwärts. Bundestrainer Julian Nagelsmann ist mit seinen neuen Ideen (wieder einmal) gescheitert und will bei den nächsten Qualifikationsspielen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 „zurück zu den Basics“. Kein kompliziertes Konzept, sondern einfache Vorgaben. „Einfach machen, nicht viel reden“ heißt es bei Nagelsmann und Sportchef Rudi Völler. Gegen Luxemburg am Freitag in Sinsheim und Nordirland am Montag, 13. Oktober, in Belfast geht es für Nagelsmann und seine Mannen „ganz einfach“ um den guten Ruf!

Die 0:2-Niederlage zum Start der Qualifikation in der Slowakei hat Wirkung hinterlassen. Unsicherheit ist zu spüren, Ausfälle von Leistungsträgern sorgen zudem für Sorgenfalten. Ter Stegen, Rüdiger, Musiala und Havertz fehlen weiterhin, praktisch ein Achse. Dazu gibt es Sorgenkinder wie Florian Wirtz, der in Liverpool nicht in Form kommt. Findet er sie in gewohnter Umgebung? Es wäre ihm und den Fans zu wünschen. Trotz aller Sorgen hat Nagelsmann bei seiner Nominierung wieder überrascht, im Tor war Freiburgs Noah Atubolu nach starken Leistungen als dritter Mann erwartet worden, Finn Dahmen darf noch einmal wiederkommen. Dass Nagelsmann auf Collins nach seinem unglücklichen Debüt verzichten würde, konnte erwartet werden, dass aber Stammspieler wie Füllkrug, Mittelstädt und Groß fehlen, eher nicht. Ein weiterer Neuling darf sich versuchen, Collins‘ Vereinskamerad Nathaniel Brown,dazu kehrt Ridle Baku zurück. Beide spielen eher links, einer muss aber rechts ran. Mit der Versetzung von Kimmich ins Mittelfeld hat Nagelsmann eine unnötige Lücke gerissen. Rechts fehlt’s, dafür stehen sie sich im Mittelfeld auf den Füßen. Ein Hoffnungsfunken: Der zuletzt starke Nico Schlotterbeck ist zurück.

Egal, was zählt, sind Siege, alles andere könnte die direkte WM-Qualifikation gefährden. Dabei ist Luxemburg auch kein Kanonenfutter, wir wissen, es gibt keine Kleinen mehr. Kein Gedanke an den einzigen Vergleich, als Deutschland 7:0 siegte. Beste Warnung: Die Slowakei gewann nur durch ein glückliches Last-Minute-Tor mit 1:0! Kuxemburgs Trainer, Ex-Bundesligaspieler Jeff Strasser, hat sechs Spieler in seinem Kader, die in Deutschland ihn Geld verdienen. Am Montag in Belfast wird es aber noch ein Stück schwerer, Nordirland wächst vor heimischen Fans gern mal über sich hinaus. Aber: Bei der derzeitigen Form ist jeder Gegner für die DFB-Elf schwer, die Leichtigkeit ist dahin, die Begeisterung für die Nati bei den deutschen Fans auch. Alles mehr oder weniger auf Neustart. Es geht um den guten Ruf!

Das Aufgebot: Tor: Baumann, Nübel, Dahmen. – Abwehr: Anton, Baku, Brown, Koch, Raum, Tah, N. Schlotterbeck. – Mittelfeld: Andrich, Adeyemi, Amiri, Gnabry, Goretzka, Kimmich, Leweling, F. Nmecha, Pavlovic, Stiller, Wirtz. – Angriff: Beier, Burkardt, Woltemade.

Zehn Siege – Bayern feiern nicht nur einen Rekord

Bayern München hat durchaus Verletzungssorgen, ist aber dennoch nicht zu stoppen. Mit dem 3:0 in Frankfurt wurden es zehn Siege in zehn Spielen – das gab es noch nie. Bei neun blieb einst Jupp Heynckes stecken, 2013, als er mit den Bayern später das gefeierte Triple holte. Macht es ihm Vincent Kompany nach? Dazu weitere Bestleistungen: 25 Tore in sechs BL-Spielen, das gab es noch nie, im Jahr 2025 haben die Bayern kein einziges Auswärtsspiel verloren! Es läuft, das sieht man, das spüren die Spieler. Die Klub-WM hat ihren Anteil daran, eigentlich galt sie als Ärgernis wegen der Belastung, aber es war für die Münchner eine Art Trainingslager. Das Resultat: Zehn Siege. Aber langsam, irgendwann kommt vielleicht der Einbruch. Zunächst aber darf gefeiert werden, am Sonntag auf dem Oktoberfest.

Danach folgt bekanntlich die Länderspielpause und dann geht es mit einem Bundesliga-Schlager gleich weiter, am 18. Oktober (18.30 Uhr) gastiert Borussia Dortmund in München. Einen Angriff auf die Tabellenführung wird es nicht geben, denn die Borussia ließ im zweiten Spitzenspiel gegen RB Leipzig beim 1:1 Federn, liegt vier Punkte zurück. Ein kleiner Rückschlag, aber auch Dortmund ist noch ungeschlagen, das 4:1 gegen Bilbao in der CL war ein Statement. Dagegen hatte Frankfurt wohl am 1:5 bei Atletico Madrid zu knabbern, während die Bayern mit noch breiterer Brust nach dem leichten 5:1 bei Pafos auf Zypern zurückkehrten. Jetzt führen die Bayern auch die Champions League an, mit sechs Punkten wie auch Real Madrid, Paris St. Germain, Inter Mailand, FC Arsenal und Außenseiter Qarabag Agdam. Das wird sich zweifellos noch ändern. Selbstbewußtsein wurde den Münchnern mit ihrem Motto „mia san mia“ schon immer bestätigt, derzeit ist es besonders groß. Kompany rotiert und jeder Spieler überzeugt. Die Siegesserie brachte übrigens auch Torhüter Manuel Neuer einen Rekord, er hat jetzt ebenso 362 BL-Siege wie Thomas Müller aufweist. Das geht wohl nur mit den Bayern.

Apropos Thomas Müller, der wurde mit den Vancouver Whitecaps mit einem Sieg über den Lokalrivalen FC Vancouver kanadischer Pokalsieger, steuerte dazu ein Tor und einen Assist bei. Es war der 300. Treffer seiner Karriere und sein 35. Titel (!). Damit avancierte er zum erfolgreichsten deutschen Fußballer aller Zeiten und überholte Toni Kroos mit 34 Titeln. Der allerdings gewann die Champions League sechsmal und Müller nur zweimal. Deshalb sagt Müller auch: „Bezeichnet mich nicht als Rekordmann, sondern einfach als Titelhamster.“

Zurück zur Bundesliga, ganz andere Sorgen als Kompany hatte sein Kollege Sandro Wagner in Augsburg, der Hoffnungsträger, dem die Verantwortlichen fast einen Heiligenschein aufsetzten, stand nach vier Niederlagen in Folge mit dem Rücken zur Wand. Zum Glück kam der VfL Wolfsburg nach Augsburg, gegen die Wölfe holte der FCA am 15. März nämlich seinen letzten Heimsieg danach wurde es bei sechs Versuchen nichts mehr. Jetzt ist die Serie mit dem 3:1-Sieg zu Ende und Wagner wieder fest im Sattel. Seine Maßnahmen fruchteten, vor allem das Vertrauen in den eigenen Nachwuchs. Nach Abwehrfehlern setzte er auf Nachwuchsmann Banks und wurde belohnt, der ebenso wie FCA-Talent Kömür einen Treffer zum Sieg beisteuerte. Das Beispiel sollte anderen Vereinen auch Mut machen, auf den Nachwuchs zu setzen. Nach der Länderspielpause wird es für die Augsburger in Köln aber wohl schwerer werden.

Die Wölfinnen im Aufwind

Wie die Männer, so sind auch die Frauen des FC Bayern noch ungeschlagen, allerdings in der Bundesliga nicht Tabellenführer. Wie die Männer, so stehen sie auch im nächsten Spiel am 11. Oktober (15 Uhr) vor dem ultimativen Schlager der Liga, nämlich im Duell bei Spitzenreiter VfL Wolfsburg, der wie München eine Tordifferenz von +13 aufweist, aber bei 20:7 gegenüber 13:0 mehr Tore erzielt hat. Richtig gelesen, die Bayern-Mädchen haben in fünf Punktspielen noch keinen Treffer hinnehmen müssen, aber beim 0:0 gegen Abstiegskandidat Jena sich einen Aussetzer geleistet. Sie vergeben einfach zu viele Torchancen, konnte bisher aber die Verletzungsmisere gut überbrücken, beim 4:0 gegen Bremen fehlten u. a. neben der langzeitverletzten Zadrazil, noch Gilles, Demjanovic und die erkrankte Oberdorf.

Die Wölfinnen befinden sich nach einem holprigen Start, der mit einer neuen Mannschaft verständlich war, im Aufwind. Sie fegten mit 8:0 über Schlusslicht Essen hinweg und lieferten damit eine Art Kampfansage an den Rivalen, der mit seinem imposanten Kader als klarer Titelanwärter gilt.

Für beide Teams stehen vorher allerdings in dieser Woche noch besondere Aufgaben an, die Champions League beginnt. Sie wird jetzt auch bei den Frauen im Ligamodus gespielt und wurde auf 18 Vereine aufgestockt. So ergaben sich drei Töpfe mit je sechs Mannschaften, aus jedem Topf geht es gegen zwei Teams, also insgesamt sechs Spiele. Der Meister aus München startet am Dienstag in Barcelona aus Topf 1 und hat hier zudem Arsenal London gezogen, das am 12. November in der Allianz Arena gastieren wird. Aus Topf 2 sind Juventus Turin (H) und Paris St. Germain (A), aus Topf 3 Atletico Madrid (A) und Valerenga Oslo (H). Wolfsburg startet am Mittwoch gegen Paris, hat aus Topf 1 Lyon (A) und Chelsea London (H) gezogen. Aus Topf 2 noch Real Madrid (A), aus Topf 3 Valerenga (A) und Manchester United (H). Schwere Aufgaben also für beide Teams, ein hochklassiger Wettbewerb, doch beide Vereine haben das Viertelfinale als Ziel. Die ersten vier Teams der Gesamttabelle qualifizieren sich direkt. die Klubs 5 – 8 treffen in den Play-Offs auf die Teams von 9 -12, alle anderen scheiden aus.

Jetzt gilt es für die Bundesliga-Spitze und für Nagelsmann

Interessante Tage und Wochen stehen den Fußball-Fans bevor. Der Spielplan sorgte dafür, dass sich am kommenden Wochenende die Bundesliga-Spitze duelliert, die ersten vier Teams stehen sich direkt gegenüber. Davor wird es aber auch interessant, welches Aufgebot Bundestrainer Julian Nagelsmann für die nächsten Spiele der WM-Qualifikation nominiert. Gegen Luxemburg und in Nordirland steht die DFB-Elf bekanntlich mit dem Rücken zur Wand, nur Siege zählen.

In der Bundesliga dominieren die Bayern, die von Sieg zu Sieg eilen, Rekorde aufstellen und in dieser Saison in allen Spielen noch ungeschlagen sind. Dennoch beträgt der Vorsprung vor der wiedererstarkten Borussia aus Dortmund nur mickrige zwei Zähler, die die Kovac-Schützlinge bei St. Pauli liegen ließen. Ansonsten zeigen sie eine erstaunliche Konstanz, wirken viel selbstsicherer als im Vorjahr und das trotz Verletzungsproblemen in der Abwehr. Auch RB Leipzig hat sich nach der Auftaktniederlage in München gut erholt und mischt vorne mit, Vierter im Bunde ist Eintracht Frankfurt, das Spektakel liebt. Sind wir gespannt, welches Spektakel uns am Samstag geboten wird, um 15.30 Uhr erwartet Dortmund RB Leipzig (im Vorjahr 2.1 und 0:2), um 18.30 Uhr will Frankfurt die Bayern stoppen, was im Vorjahr beim 3:3 zu Hause ein bisschen gelang (Rückspiel 4:0 für Bayern). Nicht zu vergessen, dass es vorher noch die Aufgaben in der Champions League gibt. Die Münchner stehen überhaupt vor schweren Wochen, denn nach der Länderspielpause kommt es am 18. Oktober zum großen Duell mit Dortmund. So macht die Bundesliga Spaß.

Viel Spaß haben derzeit vor allem die Bayern-Fans, offensichtlich aber auch die Bayern-Spieler, die eine große Leichtigkeit und unaufhaltsamen Tordrang an den Tag legen. Resultat: Der beste Saisonstart eines Teams aller Zeiten. Vorbild ist Torjäger Harry Kane, der selbst sagt, er habe das Gefühl, er befinde sich „in der besten Form meines Lebens“. Und wieder holte er sich einen Rekord. Zwei Treffer erzielte er beim 4:0 gegen Bremen und ist damit der Spieler der Spitzenligen in Europa, der im 21. Jahrhundert am schnellsten 100 Tore für seinen Verein in Pflichtspielen erzielt hat. Kane benötigte dazu 104 Spiele und war damit schneller als die Stars Cristiano Ronaldo (für Real Madrid) und Erling Haaland (Manchester City), die jeweils 105 Spiele benötigten. Danach folgen Luis Suarez (FC Barcelona/120) und Zlatan Ibrahimovic (Paris St. Germain/124). Kane glänzt im Gegensatz zu den anderen Torjägern aber auch als Vorlagengeber, Spielmacher und mit aufopferungsvoller Abwehrarbeit. Vielleicht ist er im Moment sogar der beste Spieler der Welt.

Wer am Tabellenende steht, hat dagegen keinen Spaß, sondern Ärger. Das Haus brennt vor allem bei der Borussia in Mönchengladbach, das ganze Gegenteil von der Borussia in Dortmund. Selbst ein Trainerwechsel half nicht, gegen Eintracht Frankfurt gab es Chaos pur und einen 0:6- Rückstand, da half dann auch die Aufholjagd auf 4:6 in einem verrückten Spiel nichts mehr. „Gladbach liegt in Trümmern“ urteilt der kicker, wobei sich die Frage stellt, wie lange es Eugen Polanksi als Interimscoach aushält und wie lange sich Sportchef Roland Virkus (Nachfolger des früher so erfolgreichen Max Eberl) noch im Amt hält. Er hat schließlich die Saisonvorbereitung zu verantworten, nichts hat sich verbessert, wie man an der erschreckenden Negativserie sehen kann, saisonübergreifend gab es zwölf Spiele in Folge ohne Sieg! Ob es da am Sonntag (19.30 Uhr) gegen Freiburg eine Besserung gibt? Die Vorjahresergebnisse (1:2/1:3) machen skeptisch.

Feuer unter dem Dach ist auch in Augsburg. Sandro Wagner wurde mit viel Ballyhoo und Vorschusslorbeeren empfangen, der FCA wollte von der grauen Maus zum bunten Hund werden und landete als nasser Hund, dem gehörig das Fell gewaschen wurde, im Tabellenkeller. Der Auftaktsieg in Freiburg wurde als Zeichen für eine erfolgreiche Saison gewertet, so dass sich Wagner sogar zu einer Einschätzung wie „“wir haben nicht weniger Qualität als die Bayern“ hinreißen ließ. Vier Niederlagen folgten und jetzt wirkt der Jungtrainer ratlos. Die 1:2-Niederlage im Kellerduell in Heidenheim war ein Offenbarungseid. Ob es gegen Wolfsburg besser wird? Routinier Frank Schmidt hatte seine Mannschaft offensichtlich besser eingestellt. Überschattet wurde das Spiel von dem Tribünensturz eines Fans, der mit Helikopter ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Abwechslung gibt es unter Woche durch Europas Wettbewerbe, so startet am Donnerstag auch die Conference League, Mainz 05 muss dabei auf Zypern bei Omonia Nikosia antreten. Auf Zypern gastieren die Bayern bereits am Dienstag und zwar bei Pafos FC. Für die Zyprioten fast ein Wunder, dass sie über die Qualifikation den Sprung in die Liga geschafft haben. Eine große Prüfung sollten sie für die Münchner nicht sein, doch Vorsicht, im Vorjahr lieferten die Bayern auswärts schwache Leistungen ab. Sollte der Aufwind gerade bei einem Nobody gebremst werden? Da haben die anderen Bundesligisten stärkere Gegner. Vor allem Frankfurt, das nach Madrid zu Atletico muss, das gerade Real im Derby mit 5:2 abfertigte! Dortmund erwartet am Mittwoch Atletic Bilbao und muss nach dem guten BL-Start aufpassen, dass es den Trend vom Vorjahr nicht umkehrt, war ja in Europa stark und in der Bundesliga schwach. Jetzt sollten in beiden Wettbewerben gute Leistungen folgen, das 4:4 in Turin war unglücklich, aber ein Anfang. Leverkusen will gegen PSV Eindhoven den ersten Sieg. Bekanntlich blieben alle deutschen Teams ungeschlagen. Das Schlagerspiel des 2. Spieltages heißt zweifellos FC Barcelona – Paris St. Germain am Mittwoch.

Einen guten Start hatten auch Stuttgart (2:1 gegen Celta Vigo) und Freiburg (2:1 gegen Basel) in der Europa League. So kann es weiter gehen, jetzt prüft der VfB am Donnerstag Basel, das auch in der eigenen Liga verlor. Freiburg hat mit dem FC Bologna eine weitaus höhere Hürde vor sich.

Bundestrainer Jürgen Nagelsmann wird alle Spiele mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen. Bei seinem DFB-Team hat er aber weiter Verletzungssorgen und es wird ihm nicht gefallen, dass Florian Wirtz beim FC Liverpool nur schwer Fuß fasst. Ganz anders Nick Woltemade, der in England trifft. Verstärkung für die Abwehr gibt es wohl durch Nico Schlotterbeck. Den Spieler, der zuletzt für die meiste Aufmerksamkeit sorgte, nämlich Can Uzun von Eintracht Frankfurt, kann er leider nicht nominieren, der 19-Jährige ist schon Nationalspieler für die Türkei.

Erfolg für Europas Golfer im Ryder Cup

Der Golfsport feiert alle zwei Jahre ein besonderes Ereignis, nämlich den Erdteilkampf zwischen Amerika und Europa, den Ryder Cup. Dabei gelang den Europäern im Bethpage State Park auf Long Island/NewYork eine Seltenheit – sie gewannen in den USA. Das war zuletzt 2012 der Fall. Allerdings machten es die Europäer unnötig spannend, sie führten vor dem letzten Tag mit den direkten Duellen mit 11,5 zu 4,5, mussten dann aber noch um den Erfolg zittern, weil die Amerikaner eine Siegesserie hinlegten. Am Ende gelang ein 15:13-Sieg und Kapitän Luke Donald feierte ein noch selteneres Ereignis, er ist erst der zweite Coach, der dies- und jenseits des Atlantiks ein Team zum Erfolg führte. Die Europäer trumpften an den ersten Tagen besonders auf, vielleicht lähmte die Amerikaner auch, dass Präsident Donald Trump am Freitag zuschaute. Sein „Make Amerika great again“ gelang in diesem Fall nicht. Es ist aber nicht bekannt, ob er so gepöbelt hat wie viele Zuschauer, die eine Schande für den Golfsport waren, weil sie Europas Spieler sogar am Abschlag störten.

Harry Kane und Co. – Bundesliga-Spieltag der Rekorde

In der Champions League sorgte die Fußball-Bundesliga für Aufsehen, stellt mit Eintracht Frankfurt nach dem 5:1 gegen Galatarasay Istanbul sogar zum Auftakt den Tabellenführer. Alle vier Teams blieben ungeschlagen, Bayern München glänzte mit einem 3:1 gegen Klub-Weltmeister Chelsea London und bewies, dass es auch große Klubs schlagen kann. Leverkusen (2:2 in Kopenhagen) und Dortmund (4:4 bei Juventus Turin nach 4:2-Führung) waren zwar nicht ganz glücklich, blieben aber immerhin ungeschlagen. Das hat Eindruck gemacht.

An ihrem 4. Spieltag haben die Bundesligisten nachgelegt. Im Mittelpunkt Meister Bayern München und Torjäger Harry Kane. Der Engländer wird zum Rekordmann, erzielte in zwei Jahren schon 70 Tore in 67 Spielen und jagt Bestleistungen von Cristiano Ronaldo und Erling Haaland, die bei ihren neuen Vereinen jeweils 100 Tore in 105 Spielen erzielten. Harry Kane ist nach dem Hattrick gegen Hoffenheim bei Nummer 98 und das in 103 Spielen. Drei Treffer gegen Bremen und bei Pafos SC auf Zypern (30.) könnten möglich sein. Ein Bundesliga-Rekord wird ihm so schnell niemand nehmen, er verwandelte seinen 17. Elfmeter in Folge. Vor allem wegen seiner Tore legten die Bayern einen Rekord-Start hin, zwölf Punkte, 18 Tore und eine Differenz von +15 gab es noch nie! Aber Kane ist nicht der alleinige Rekordmann, Freiburgs Torhüter Noah Atubolu hielt beim 3:0 in Bremen den fünften Elfmeter in Serie, auch das gab es noch nie! Es gibt außerdem noch einen Elfmeter-Helden, St. Pauli Keeper Nikola Vasilj hat einen Elfer vom Stuttgarter Stiller gehalten, das war Nummer sechs von sieben, ergibt eine Erfolgsquote von 86 Prozent – Rekord!

Freiburg dürfte der Erfolg rechtzeitig Auftrieb gegeben haben, nachdem der Start in die neue Saison etwas holprig verlief. Jetzt steht nämlich die zusätzliche Aufgabe an, diese Woche gehört international der Europa League und da erwartet Freiburg am Mittwoch (21 Uhr) quasi den Nachbarn aus der Schweiz, Meister FC Basel, mit bekannten Bundesliga-Gesichtern: Trainer ist Ludovic Magnin, Kopf der Mannschaft Xherdan Shaqiri. Die Schweizer erlebten allerdings keinen Auftrieb, sie benötigten im Pokal gegen den Zweitligisten Carouge ein Elfmeterschießen zum Weiterkommen. Auftrieb hat übrigens auch der VfB Stuttgart, der gegen St. Pauli trotz des Elfer-Fehlschusses 2:0 siegte und am Donnerstag (21 Uhr) ebenfalls ein Heimspiel gegen die Spanier von Celta Vigo hat. Beide BL-Vertreter sollten wie ihre Kollegen auf der Erfolgsschiene bleiben.

Zurück zu Harry Kane und die Bundesliga. Der Engländer ist nicht nur ein sicherer Strafstoßschütze, sondern trifft auch aus besonderen Situationen. Beim 4:1-Sieg stellte ein einstudierter Eckball die Weichen auf Sieg. Ausgerechnet der 17-jährige Lennart Karl (zweitjüngster BL-Spieler der Bayern nach Tel) brachte den Ball flach in die Mitte, Kane lief von hinten an der Abwehr vorbei und traf prompt. Gute Idee. Es muss also nicht immer Joshua Kimmich die Eckbälle schießen. Der war zu der Zeit so wie auch Olise, Gnabry und Upomecano noch auf der Bank, Trainer Vincent Kompany traute sich was und setzte die Rotationsmaschine in Gang. Ging nicht schief, vor allem Kim wurde zum Gewinner mit einer starken Leistung, Neuzugang Jackson konnte sich dagegen nicht in Szene setzen. Was die anderen CL-Klubs angeht, waren sie nicht so gut wie die Bayern. Nur Dortmund siegte ziemlich mühsam 1:0 gegen Wolfsburg und Bayern-Jäger Nummer 1, Leverkusen schenkte Gladbach das erste Saisontor und einen Punkt, Frankfurt erlebte gegen einen entfesselten Burke von Union Berlin mit der 3:4-Niederlage einen Rückschlag. Es ist halt schwierig auf allen Feldern erfolgreich zu sein.

Erfolgreich in der Bundesliga ist wieder der Hamburger SV. Im Kellerduell gegen Heidenheim gelang endlich das erste Tor und der erste Sieg, Statistiker rechneten aus, dass es bis dahin genau 2688 Tage gedauert hat. Das 2:1 lässt Hoffnung aufkommen, muss aber mit Vorsicht gesehen werden, denn Heidenheim vergab viele Chancen. „Wir hätten als Sieger vom Platz gehen müssen“, ärgerte sich Rekordtrainer Frank Schmidt. 18 Jahre arbeitet er schon an der Ostalb, in der Zeit hatte der HSV 26 Trainer! Das nächste Kellerduell steht für Schmidt an, der FC Augsburg kommt am Samstag und dort erlebt der mit viel Vorschusslorbeeren gestartete Ex-Nagelmann-Assistent Sandro Wagner wie hart das Bundesliga-Geschäft ist. Der FCA erlebte gegen ein entfesseltes Mainz 05 ein 1:4-Debakel, fabrizierte viele Fehler. Und das, obwohl der Gegner lange Zeit mit einem Mann weniger spielen musste. Dominik Kohr holte sich zuerst seine 100. Gelbe Karte ab und erhielt später Gelb-Rot, flog damit zum achten Mal vorzeitig vom Platz – Rekord von Jens Nowotny und Luiz Gustavo eingestellt. Ein Rekord-Spieltag halt. Die Augsburger und Sandro Wagner stehen aber mit dem Rücken zur Wand. Nur ein Sieg kann die Stimmung retten, vor der Länderspielpause kommt noch Wolfsburg nach Schwaben. Bleibt noch der RB Leipzig, der erlebte zum Start sein Waterloo beim 0:6 in München, gewann danach aber alle drei Spiele, jetzt 3:1 gegen Köln, und schwang sich damit zu einem Bayern-Verfolger auf (Platz 3).

Dämpfer für die Bayern-Frauen

Langeweile war in der Frauen-Bundesliga befürchtet worden, Titelverteidiger Bayern München schien unantastbar. Ausgerechnet Abstiegskandidat Carl-Zeiss Jena bewies nun das Gegenteil und erkämpfte sich im Campus ein 0:0 gegen den Favoriten, der allerdings leichtfertig mit seinen Chancen umging. Aber damit ist es eng an der Tabellenspitze, mit Freiburg, München, Bremen und Wolfsburg liegen vier Mannschaften gleichauf. Besser machen möchten es die Bayern-Mädchen am Dienstag, wenn im nächsten Heimspiel die Freiburgerinnen gastieren. Die haben aber den Münchnerinnen schon oft das Leben schwer gemacht, im letzten Jahr hieß es 3:1 und 2:2. Da Wolfsburg am Mittwoch Bremen erwartet, ist das Führungsquartett unter sich. Ein historisches Ereignis feierte Aufsteiger Union Berlin, gegen Essen gelang vor 7184 Zuschauern mit 2:0 der erste Bundesliga-Sieg.

International wurden die Weichen für die neuen Wettbewerbe gestellt. Eintracht Frankfurt musste aber gleich einen Dämpfer hinnehmen, denn mit Niederlagen von 1:2 und 0:3 gegen Real Madrid gelang der Sprung in die Champions League nicht. Die Eintracht darf aber im Women’s Europa Cup weitermachen und trifft in der 2. Qualifikationsrunde auf Tschechiens Vertreter 1. FC Slovacko. Im Vorjahr gab es einen 1:0-Sieg.

In der Champions League spielen auch die Frauen jetzt mit einem Ligensystem wie die Männer. Insgesamt gibt es für Bayern München und den VfL Wolfsburg sechs Spiele, wobei die deutschen Vertreter durchgehend schwere Gegner zugelost bekommen. Bayern trifft auf den FC Barcelona, Juventus Turin, FC Arsenal, Paris St Germain, Atletico Madrid und Valerenga. Wolfsburg tritt gegen Paris St. Germain, Valerenga, Lyon, ManUnited, Real Madrid und FC Chelsea an.

Die Leichtathletik lebt

Mit Paukenschlägen ging die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Tokio für die deutsche Mannschaft zu Ende. Zehnkämpfer Leo Neugebauer holte mit einer Energieleistung Gold und kürte sich damit zum „König der Ahtleten“. Beim letzten Wettbewerb, den 1500 m, ging er schier über seine Grenzen und wurde sogar in den Rollstuhl gesetzt. Danach schaffte auch die 4x100m-Staffel der Frauen eine Überraschung und holte sich wie schon in Eugene 2022 und vor einem Jahr bei Olympia in Paris die Bronzemedaille, die Gina Lückenkemper in einem fulminanten Schlussspurt noch heraus lief. Bei Regen hatten vorher Sina Mayer, Rebekka Haase und Sophia Junk die Basis gelegt. Die Mädchen scherzten „wir haben extra nicht immer aufgegessen, damit es regnet.“

Damit schnitt Deutschland wesentlich besser ab als bei der letzten WM, als der DLV leer ausging. Diesmal gab es immerhin fünf Medaillen, die Zukunft wird wieder rosiger gesehen und Gina Lückenkemper stellte fest „Die Leichtathletik lebt“!

Champions League in Gefahr! Infantino hat sie im Visier!

Sogar Leser aus den USA haben dem Sport-Grantler kundgetan, dass sie sich auf die neue Saison der Champions League freuen. Aber wie lange können sie sich über die Königsklasse im Fußball noch freuen? Wer das Geschehen genau beobachtet, der wird merken, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino mit seinem Bestreben, die Klub-Weltmeisterschaft nicht nur alle vier, sondern alle zwei Jahre auszutragen, auf die Champions League zielt. Zwischen FIFA und UEFA gibt es nämlich wegen der CL Spannungen, Infantino sieht die anderen Kontinentalverbände damit im Hintertreffen und Europa bevorzugt. Was nicht stimmt, denn jeder ist seines Glückes Schmied. Der Hintergedanke von Infantino ist natürlich auch, dass die FIFA mehr kassieren kann und er findet Befürworter bei den Vereinen, denen es nur ums Geld geht. Für die Spieler wäre allerdings diese Konzentration eine Katastrophe, sprich nicht mehr verkraftbar. Da liegt es an den Vereinen, ihr Veto einzulegen, zumal die CL mit dem neuen Modus an Popularität gewonnen hat und mehr Vereine davon profitieren. Auch von einer neuen Superliga ist derzeit nicht die Rede.

Also freuen wir uns auf die neue Saison nach dem Ligensystem, das im letzten Jahr Premiere feierte und gut ankam. Nicht ganz glücklich waren die deutschen Vereine, denn nur Bayer Leverkusen konnte sich als Sechster direkt für das Achtelfinale qualifizieren. Jetzt geht es am Dienstag wieder los, wobei die Königsklasse die erste Woche für sich allein hat, es wird von Dienstag bis Donnerstag gespielt. Erst nächste Woche startet die Europa League, am 2. Oktober die Conference League.

Erster Starter der Bundesliga ist Borussia Dortmund, das zu Juventus Turin muss. Juve und Dortmund, da war doch was? Unvergessen, dass die Borussia 1997 im Finale in München gegen die Turiner mit 3:1 auftrumpfte, Lars Rickens Lupfer zum entscheidenden 3:1 war ein Tor für die Geschichte. Andererseits, von den neun Duellen mit dem BVB gewann Juve sechs. Die Borussia spielte letztes Jahr stark in der CL, lange Zeit schwach in der Bundesliga, ehe Niko Kovac als neuer Trainer kam. Dortmund war 10. in der Vorrunde, Turin nur 20. Beide Teams kamen aber gut in die Saison, Dortmund ist Zweiter, Juve nach drei Siege mit Neapel in der Serie A vorn.Weitere Gegner der Borussia sind Bilbao, Kopenhagen, Manchester City, Villarreal, Bodö/Glimt, Tottenham und Inter Mailand.

Auch für Meister Bayern München (im Vorjahr 12.) heißt es „da war doch was?“ mit Gegner Chelsea London,. Ein Tiefpunkt beim Finale dahoam 2012, als die Bayern im Elfmeterschießen verloren. Insgesamt ist die Bilanz gegen den Klub-Weltmeister positiv, es war nämlich die einzige Niederlage gegen Chelsea, ansonsten gab es vier Siege. Noch was macht den Bayern Mut, 21mal in Folge siegten sie im ersten CL-Spiel der Saison! Die Bayern kamen besser in die Saison als die Londoner, die Fünfter der Premiere League sind. Lustig: Chelsea hat bekanntlich mit Nicolas Jackson einen Stürmer an die Bayern ausgeliehen. Mit CL-Titelverteidiger Paris und Arsenal haben die Münchner zwei weitere dicke Brocken vor der Nase. So geht es weiter: Pafos, Brügge, Paris, Arsenal, Sporting Lissabon, Saint-Gilloise und Eindhoven. Ein schweres Programm. Chelsea ist zunächst der erste ernsthafte Saisontest.

Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt sind die weiteren zwei deutschen Teilnehmer. Bayer startet bei FC Kopenhagen, das Stadion liegt nicht weit von der Wohnung des neuen Trainers Kasper Hjulmand, der einen guten Einstand feierte und als dänischer Nationalcoach jahrelang in Kopenhagen residierte. Die Kopenhagener gewannen noch kein Heimspiel gegen einen deutschen Klub, das soll die Leihgabe aus Dortmund, Moukoko, ändern. Weitere Gegner sind Eindhoven, Paris, Benfica Lissabon, Manchester City, Newcastle United, Piräus und Villarreal. Fast durchweg schwere Gegner. Die Eintracht ist erstmals über die Liga in der CL dabei und hat gleich einen interessanten Gast mit Galatasaray Istanbul, das bekanntlich aufgerüstet hat (u. a. Leroy Sané und Ilkay Gündogan) und in Europa eine größere Rolle spielen möchte. Hoffnung: Gala gewann nur zwei Partien gegen Bundesligisten in zwölf Duellen.

Kein Tor für Gladbach und HSV

Schlechter kann ein Start kaum sein, wenn ein Verein in drei Spielen noch kein Tor erzielt hat. Kein Wunder also, dass Borussia Mönchengladbach und Aufsteiger Hamburger SV am Ende der Tabellen rangieren. Nur dem 1. FC Heidenheim erging es schlechter, der dreimal verlor und Schlusslicht ist. Gladbach und der HSV haben jeweils ein Pünktchen, weil sie sich direkt gegenüberstanden, was logischerweise ein 0:0 ergab. Konsequenz: In Gladbach wird Trainer Gerardo Seoane in Frage gestellt, da hatte man schließlich andere Erwartungen. Anders in Hamburg, da genießt Merlin Polzin mehr Rückhalt, man muss sich erst an die Liga gewöhnen. Ein 0:5 wie in München sollte es aber nicht mehr geben. Am Samstag gibt es gleich ein richtiges Kellerduell, denn der HSV erwartet Heidenheim, wo Trainer Frank Schmidt überhaupt nicht zittern muss, er ist jetzt genau 18 Jahre in der Ostalb.

Ganz anders als der HSV starteten Nachbar St. Pauli und der zweite Aufsteiger 1. FC Köln. Beide haben eine Bilanz von sieben Punkten und rangieren in der Spitzengruppe. In Köln feiern sie schon eine Art zweiten Karneval und träumen von Europa. Die Realisten sagen, mal langsam, wer anfangs hoch fliegt, kann trotzdem weit unten landen. Schlechter ist die Stimmung in Mainz mit einem Pünktchen und in Stuttgart, dass im Derby in Freiburg nicht überzeugen konnte. Dagegen sehen sich die Schwarzwälder im Aufwind. Stuttgart ist am Freitag gegen St. Pauli auf Wiedergutmachung aus. Der vierte Spieltag kann sowieso interessant werden, teilweise fordern die Verfolger die Spitzenteams heraus. Hoffenheim (6.), das trotz interner Querelen überrascht, erwartet Tabellenführer Bayern, Wolfsburg (8.) gastiert in Dortmund, Köln (3.) muss in Leipzig (11.) bestehen. Leicht wird es auch Frankfurt (5.) gegen Union Berlin (14.) nicht haben, im Vorjahr gab es keinen Sieg (1:2, 1:1). Vor allem für die Spitzenklubs auf Europas Bühne beginnen jetzt die stressreichen Wochen.

In der 2. Bundesliga gab es am Montag noch einen Paukenschlag: Der VfL Bochum, nach fünf Spieltagen mit nur einem Sieg nur Drittletzter, entließ Trainer Dieter Hecking und Sportdirektor Dirk Dufner. Der 61jährige Hecking hatte für Bochum seinen Ruhestand unterbrochen und war noch einmal tätig geworden, am 1. Juli hatte er noch sein 25-jähriges Berufsjubiläum gefeiert. Er konnte den VfL aber nicht vor dem Bundesliga-Abstieg retten und der Saisonauftakt gelang auch nicht. Sein Amt schien nicht in Gefahr, doch die Bosse haben es sich jetzt anders überlegt.

In der Frauen-Bundesliga marschieren ebenfalls die Bayern vorneweg. Leipzig hatte vor 10.000 Zuschauern in der Red-Bull-Arena keine Chance, ein spektakuläres Comeback feierte Lena Oberdorf, die erstmals von Anfang an spielte und sich gleich mit zwei Treffern beim 3:0-Sieg zurück meldete. Dazu traf erneut die Kanadierin Gilles, Vorbereiterin war immer Klara Bühl. Mit den Bayern mithalten kann die TSG Hoffenheim, die gegen Frankfurt einen 3:1-Überraschungssieg landete. Die Eintracht-Damen sind mit ihren Gedanken vielleicht bei der Champions League, wo sie in der Qualifikation gegen Real Madrid mit 1:2 unglücklich unterlagen und am Donnerstag in Madrid das Blatt noch einmal wenden wollen.

Titel-Double der Basketballer

Auf einer Welle des Erfolgs schwammen die deutschen Basketballer mit neun Siegen zum ersten EM-Titel seit 1993. Mit dem 88:83-Sieg über die Türkei haben sie das Titel-Double, sind nämlich Weltmeister (2023) und Europameister. Entscheidenden Anteil haben dabei nicht nur die Trainer, sondern vor allem Kapitän Dennis Schröder, der sich vom Sorgenkind, das sein Talent verschleudert, zum echten Anführer gewandelt hat. Auch er kann ein Titel-Double feiern, wurde nämlich der WM auch bei der Europameisterschaft zum wertvollsten Spieler (MVP) des Turniers gewählt. Ihm stand Franz Wagner nicht viel nach, er kam neben den weiteren NBA-Stars Sengün (Türkei), Antetokounopo (Griechenland), Doncic (Slowenien) und natürlich Schröder ins All-Star-Team. Eine Stunde nach dem Turniersieg feierte Schröder übrigens Geburtstag (32).

Der Erfolg hat viele Väter, vor allem aber war es ein tolle Mannschaftsleistung, das Team offensichtlich ein verschworener Haufen. Die Anleitung kam durch die richtigen Trainer, bei der WM der Kanadier Gordon Herbert, der Spanier Alex Mumbru wurde sein erfolgreicher Nachfolger, der gleich bei der Mannschaft gut ankam. Sie steckte auch seinen überraschenden Krankenhausaufenthalt weg, den Probleme mit Bauchspeicheldrüse notwendig machten. Trotz Schwächung blieb er ein entscheidender Ratgeber am Rande. Das Ruder hatte er Co-Trainer Alan Ibrahimagic übergeben. Der frühere Nachwuchstrainer des Verbandes kannte einige Spieler von früher und übernahm reibungslos das Kommando. Der Titelgewinn war für alle die Belohnung. Die Frage nach der „Mannschaft des Jahres“ bei der Sportlerwahl am Ende des Jahres ist wohl schon beantwortet, Dennis Schröder hat das Zeug dazu „Sportler des Jahres“ zu werden.

Die deutsche Leichtathletik in der Krise und die WM als Hoffnung

Am Samstag startet die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Tokio, sie dauert bis Sonntag, 21. September. Tokio? Da war doch was? Erinnerungen werden wach an die Olympischen Sommerspiele 2021, als die Olympia unter der Corona-Zeit litt. Spiele ohne Zuschauer. Malaika Mihambo hat dennoch gute Erinnerungen, denn dort hat sie Gold im Weitsprung gewonnen, „vor vielleicht 100 Zuschauern“ schätzt sie. Jetzt kehrt Mihambo, die auch zweimal WM-Gold 2019 in Doha und 2022 in Eugene sowie zweimal EM-Gold 2018 in Berlin und 2024 in Rom holte, zurück und hat erneut eine Medaille im Visier. Ob es wieder Gold sein kann, ist fraglich.

Inzwischen hat die deutsche Leichtathletik im übertragenen Sinne Corona, sie befindet sich in der Krise. Von den letzten Wettkämpfen 2023 in Budapest kehrte das DLV-Team ohne eine Medaille zurück. Einige Stars waren verletzt, dennoch ein Tiefpunkt und Medaillen werden auch in Tokio rar sein, wenn es auch einige Hoffnungen gibt. Aber die einst stolze Leichtathletik, das Herzstück bei Olympischen Spielen, hat an Bedeutung verloren. Der Nachwuchsmangel ist eklatant, Probleme gibt es mit Trainern und ohne Erfolge fehlt die Beachtung in der Öffentlichkeit. Zwar gibt es hochklassige Diamond-League-Sportevents, doch interessieren die in Deutschland niemand, attraktive TV-Übertragungen gibt es nicht. Wege aus der Krise werden gesucht, neue Regeln, um die Wettbewerbe attraktiver zu machen, Veranstaltungen, wie Hochsprung-Events, in den Innenstädten nach dem Motto, „wenn die Leute nicht zum Sport kommen, muss der Sport halt zu den Leuten kommen“. An Aufmerksamkeit in Tokio wird es diesmal nicht mangeln, die deutschen Sportfans müssen sich aber durch den Zeitunterschied von sieben Stunden darauf einstellen, dass die interessanten Entscheidungen zur Mittagszeit oder am Nachmittag fallen. Insgesamt 49 Entscheidungen stehen an, 147 Medaillen werden vergeben, 70.000 Dollar Prämie gibt es für Gold. Da kann man nur sagen: „Spring Malaika, spring!“

Deutsche Medaillenhoffnungen gibt es immerhin sogar neben Mihambo. Eine zweite deutsche Olympiasiegerin ist mit Kugelstoßerin Yemisi Ogunleye am Start, die in Paris überraschend Gold gewann. Doch sie ist nicht die Topfavoritin, zwei Frauen haben in diesem Jahr weiter gestoßen, sie selbst wurde von Rückenschmerzen geplagt. Auf einen guten Wettkampf hofft Hochspringerin Christina Honsel, die beim Wettkampf in Zürich City zum Höhenflug angesetzt hat. Auch die 4×100 m Staffel der Damen macht sich Hoffnungen, erstes Ziel ist aber das Finale. Als heißester Goldmedaillen-Anwärter gilt Speerwerfer Julian Weber, aber ausgerechnet er hatte zuletzt ebenfalls gesundheitliche Probleme. Viel zugetraut wird den Zehnkämpfern Leo Neugebauer und Niklas Kaul, Frederik Ruppert könnte über 3000 m Hindernis für eine Überraschung sorgen. Ganz am Boden ist die deutsche Leichtathletik also nicht, vielleicht signalisiert die WM in Tokio einen neuen Aufschwung.

Im Eishockey gehen sie auf Eisbären-Jagd

Die deutsche Eishockey-Meisterschaft 2025/26 hat bereits begonnen, denn am Dienstag eröffnete Meister Eisbären die Punktrunde der DEL mit einem 6:2 gegen Neuling Dresdner Eislöwen. So richtig los geht es am Freitag, wenn die weiteren sechs Spiele auf dem Programm stehen. Ein Name wird vermisst werden, Altmeister Düsseldorfer EG musste als Tabellenletzter die DEL verlassen, was den Schlusslichtern in den letzten Jahren erspart blieb, weil der Zweitliga-Sieger nicht die nötige Lizenz beantragt hatte. Das war diesmal anders und Dresden will im Oberhaus bleiben, hat aufgerüstet, mit Niklas Sundblad einen bekannten Coach geholt, dazu neue Spieler, allen voran Torhüter Julius Hudacek von Vizemeister Köln, der im Vorjahr als bester Keeper der Liga galt. Erstmals seit 30 Jahren ist also ein alter Ostverein wieder oben dabei, zuletzt waren dies 1996 die Lausitzer Füchse aus Weißwasser. Und Dresden erhält gleich noch ein Schmankerl zum Einstand, am 10. Januar das Wintergame im Rudolf-Harbig-Stadion, das Rückspiel gegen die Eisbären Berlin.

Die haben gleich ein Zeichen gesetzt und sie gelten auch in der neuen Saison als große Favoriten. Die Liga geht also auf Eisbären-Jagd. Aber wer kann dem Titelverteidiger zusetzen? Als erster Konkurrent werden die Adler Mannheim genannt, die Nationalstürmer Justin Schütz aus Köln geholt haben und mit Maximilian Franzreb und Johan Mattson die Schwäche im Tor ausmerzen wollen. Endlich wieder ganz vorn will auch Red Bull München wieder, das ein unglückliches Jahr mit gleich zwei Trainerwechseln hinter sich hat. Jetzt soll es im neuen SAP Garden einen Titelgewinn geben, den der Amerikaner Oliver David als neuer Coach möglich machen soll. Er trainierte zuletzt Salzburg und brachte den NHL-erfahrenen Verteidiger Ryan Murphy mit. Alle anderen Klubs haben vor allem die Play-Offs als Ziel. Am Tabellenende wird Jagd auf die Eislöwen gemacht, denn die etablierten Klubs wollen ihren Platz in der DEL nicht hergeben. So mussten in den letzten Jahren vor allem die Augsburger Panther zittern, die aber vehement aufgerüstet haben.

Die DEL selbst hofft auf eine spannende Saison, Eishockey befand sich im Aufwind mit modernen Hallen, so dass es mit 3,3 Millionen Fans einen neuen Zuschauer-Rekord gab. Der wird wohl kaum verbessert werden, da Dresden eine kleinere Halle als Düsseldorf hat. Die Doppelrunde endet am 15. März 2026, danach geht es in die Play-Offs, der Meister steht spätestens am 7. Mai fest. Die Vorrunde wird im Februar für die Olympischen Winterspiele unterbrochen, die vom 6. bis 22. Februar in Mailand und Cortina D’Ampezzo stattfinden. Nach der Punktrunde folgt noch die Eishockey-Weltmeisterschaft vom 15. – 31. März in der Schweiz mit Zürich und Fribourg als Austragungsstädte. Eine lange Eishockey-Saison steht also bevor.

Der erste Spieltag: Berlin – Dresden 6:2. Freitag: Nürnberg – Augsburg, Frankfurt – Wolfsburg, Mannheim – Straubing, Bremerhaven – Schwenningen, Ingolstadt – Iserlohn, Köln – München.

Die Frauen besiegen die Nagelsmänner

Wer hätte das gedacht: Die Rekordzahl von 57.762 Zuschauern besuchten am Samstag das Spiel Bayern München gegen Bayer Leverkusen in der Allianz Arena, nur 43.169 waren es am Sonntag in Köln bei der WM-Qualifikation von Deutschland gegen Nordirland. Ein Zeichen? Für Fans und Spielerinnen war der Bundesliga-Auftakt in München übereinstimmend ein besonderes Erlebnis, davon redete in Köln niemand. Die Frauen besiegten also die Nagelsmänner. Immerhin, der 3:1-Erfolg der DFB-Elf beendete eine Niederlagenserie, war Balsam für die geschundene Seele nach der 0:2-Pleite in der Slowakei. Da lag das Nagelsmann-Team in Trümmern.

Nach Niederlagen gegen Portugal, Frankreich und die Slowakei hieß es am Sonntag „Auferstanden aus Ruinen“. Es war eine schier unsägliche Leistung in Bratislava und die verdiente Klatsche. Sicher, ein paar aus dem Stammkader wie Musiala, Havertz, Kleindienst, Füllkrug und Schlotterbeck haben gefehlt, aber so eine Nichtleistung ohne Willen und Kampf darf es nicht geben, das bringt auch den Bundestrainer in Schwierigkeiten. Die direkte WM-Qualifikation gerät damit in Gefahr, wenn die Slowakei weiterhin ihre Spiele gewinnt und so viel Glück wie am Sonntag in Luxemburg hat, mit dem entscheidenden 1:0 in der 90. Minute. Deutschland muss alles gewinnen, damit es am 17. November zum Schluss in Leipzig wenigstens ein Endspiel gibt. Übrigens es zählt bei Punktgleichheit nicht der direkte Vergleich, sondern die Tordifferenz aus allen Spielen. Da sollte es am 10. Oktober beim Spiel gegen Luxemburg in Sinsheim treffsichere Spieler geben und keinen lustlosen Auftritt.

In Köln gab es bei Weitem noch keine Wiedergutmachung, vom Weltmeistertitel braucht keiner mehr zu reden, durch die Niederlage in der Slowakei ist auch der Platz als Gruppenkopf bei der WM-Auslosung am 5. Dezember in Gefahr. Beim 3:1 gegen Nordirland bot die Mannschaft keine Leistung, die Hoffnung macht. Ein Zeichen, dass das Stadion in Köln nicht ausverkauft war, die Fans kritisierten aber auch die hohen Preise. Sie sahen, dass die Abwehr ein einziger Unsicherheitsfaktor ist, vor allem Antonio Rüdiger hat einen Stammplatz nicht mehr verdient, stand in Bratislava neben sich und leitete ursächlich den Gegentreffer in Köln mit einem Fehler ein. Unnötig kassierte er zudem seine zweite Gelbe Karte, ist also gesperrt. Das ist keine Schwächung derzeit. Kollege Jonathan Tah war allerdings auch nicht wesentlich besser. Die Hintermänner Anton und Koch genießen nicht unbedingt das große Vertrauen, den besten Eindruck hinterließ zuletzt Nico Schlotterbeck. Erschreckend in der Slowakei zudem die Millionen-Transfers Florian Wirtz und Nick Woltemade, wobei Wirtz in Köln besser wirkte und mit seinem schönen Freistoßtor den Sieg sicherte. Woltemade stand eher neben sich und ist kein Torjäger.

Der September-Termin ist nicht glücklich, die Spieler sind nach der (diesmal zu kurzen) Sommerpause noch nicht richtig in Form, zum Teil haben sie gedanklich teilweise mit ihren Transfers und der neuen Umgebung zu kämpfen. Das sah man vor allem Wirtz und Woltemade an, die eine millionenschwere Last mit sich trugen. Das sollte nach Luxemburg auch beim Rückspiel am 13. Oktober in Nordirland und der letzten Periode gegen Luxemburg am 14. November und im „Endspiel“ (?) am 17.11. gegen die Slowakei anders ausschauen. Jamal Musiala wird allerdings auch da noch fehlen. Immerhin reagierte Nagelsmann am Sonntag mit seinen Auswechslungen richtig, vor allem Nadiem Amiri brachte Schwung in den Laden und leitete mit seinem Treffer zum 2:1 den Sieg ein. Daneben konnte sich auch Jamie Leweling empfehlen.

Leverkusen holt Kasper Hjulmand

Das schwache Auftreten des Nationalteams hat auch seine guten Seiten: Jetzt freuen sich die Fußballfans viel mehr wieder auf die Bundesliga, die vor der nächsten Länderspielperiode vier Spieltage absolviert. Diese Periode beginnt mit einem Schlagerspiel mit Eintracht Frankfurt und endet so. Am Freitag gastiert die Eintracht, die ja als erster Konkurrent von Meister Bayern gesehen wird, in Leverkusen, am 6. Spieltag erwartet sie eben diese Bayern. Da darf man sich doch wirklich freuen…

Frankfurt wird allerdings auf eine neue Bayer-Mannschaft treffen. Am Montag wurde bekannt, dass die Leverkusener einen Nachfolger für den entlassenen Trainer Erik ten Hag gefunden haben, es ist ein alter Bekanter aus der Bundesliga, Kasper Hjulmad. Der 53-jährige Däne hatte 2013/14 ein etwas unglückliches Debüt bei Mainz 05. Es heißt, er wäre jetzt ein anderer Trainer und war zuletzt vier Jahre lang erfolgreicher Coach der Nationalmannschaft Dänemarks. Höhepunkt war der überraschende Halbfinaleinzug bei der EM 2021. Hjulmand gilt als Fußballdenker mit vielen Ideen. Ist er der richtige Nachfolger des beliebten Xabi Alonso? Es kann nur besser werden, bisher hat Bayer gerade mal einen Punkt geholt.

Drei Mannschaften sind noch ungeschlagen, an der Spitze liegt Bayern, das am Samstag (18.30 Uhr) gegen Aufsteiger Hamburger SV sein Tor- und Punktekonto verbessern will. Doch Vorsicht, der HSV hat sich offensichtlich wirkungsvoll in der Pause verstärkt. Ohne Punktverlust ist auch der 1. FC Köln noch. Ob das in Wolfsburg so bleibt? Am Tabellenende warten Freiburg und Heidenheim auf ihren ersten Punktgewinn, beide haben zwar Heimspiele, aber da könnte sich Freiburg im Landesderby gegen den VfB Stuttgart ebenso schwer tun, wie Heidenheim gegen Dortmund.

Spektakulärer Start der Frauen-Bundesliga

Besser und attraktiver hätte der Start der Frauen-Bundesliga in die neue Saison nicht sein können. Mit 57.762 Zuschauer in München ein neuer deutscher Rekord, dazu überraschende Ergebnisse und jeweils über 11.000 Zuschauer in Hamburg und Berlin, wo die Fans auch auf ihre Kosten kamen. In München tat sich der Titelverteidiger beim 2:0 gegen Leverkusen zunächst schwer, der neue Trainer José Barcala ließ einige Stars (teils noch nicht ganz fit) auf der Bank und Bayer mit Neuzugang Carlotta Wamser leistete heftig Gegenwehr. Zur Pause kam dann Klara Bühl aufs Feld und wurde zur Matchwinnerin, ihre Ecke köpfte Vanessa Gilles zum 1:0 ein und eine Minute später traf Bühl selbst. Auch die Münchnerinnen waren anfangs angesichts der ungewohnten Kulisse in der Allianz Arena wohl nervös, dann aber waren alle von der Stimmung begeistert. So schwärmte auch die Kanadierin Gilles, die von Olympique Lyon kam, „so etwas habe ich noch nie erlebt“. So ging es allen Spielerinnen. Das Dilemma der Bayern: Die Allianz Arena ist zu groß (erst 25.000 Zuschauer decken die Kosten), das Stadion im Campus mit 2500 Zuschauern ist zu klein. Bayerns Frauen-Direktorin Bianca Rech hat einen Traum: „Ein Stadion für 10.000 Zuschauer.“

Die Neulinge sorgten gleich für Aufmerksamkeit und blieben ungeschlagen. Union und Nürnberg trennten sich im direkten Duell mit 1:1, der Hamburger SV aber überraschte gegen den VfL Wolfsburg. Der Favorit führte bereits mit 3:1, ehe die HSV-Damen noch zum Ausgleich kamen. Brunnthaler traf in der 81. Minute und Stoldt verwandelte in Minute 90.+8 einen Freistoß direkt, wobei der Ball in Zeitlupe über die Linie trudelte. Oder war er gar nicht drin? Wolfsburgs neue Torhüterin Stina Johannes beteuert, „er war noch auf der Linie“, das Schiedsrichterinnen-Trio sah aber den Ball über der Linie. Einen VAR gibt es nicht, die ganze technische Einrichtung ist für die Frauen-BL noch zu teuer. Wie es so ist im Leben, hat man den VAR, steht er in der Kritik, hat man keinen VAR, sehnt man sich danach. Jetzt hoffen die Fans auf weiteres Spektakel, möglich bei Leipzig gegen Bayern oder im Derby Hoffenheim gegen Frankfurt, das nach einem 5:0 gegen Köln erster Tabellenführer ist. Wie bei den Männern, so könnte es auch bei den Frauen an der Spitze zu einem Zweikampf München-Frankfurt kommen! Bei beiden lauern aber auch Spielverderber!

Spektakel gibt es auch bei der Basketball-Europameisterschaft, bei der Deutschland das Viertelfinale erreicht hat und jetzt am Mittwoch (20 Uhr/RTL) auf Slowenien mit NBA-Star Luka Doncic trifft. Nicht mit dabei sein wird Bundestrainer Alex Mumbru, der nach einem Krankenhausaufenthalt das 85:58 gegen Portugal coachte, aber jetzt aus gesundheitlichen Gründen doch aufgeben muss und seinem Co-Trainer Alan Ibrahimagic das Feld überlässt. Die Deutschen sollten wachsam sein, mit Serbien und Spanien sind bereits zwei Favoriten ausgeschieden.

Spektakel kann es auch in anderen Sportarten geben. Im Eishockey beginnt in dieser Woche die deutsche Meisterschaft, am Samstag startet die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Tokio. Zu beiden Ereignissen in dieser Woche noch ein Blog vom Sport-Grantler.

Bayern und Bayer – die Spitzenteams in Not!

Die deutschen Fußball-Meister der letzten Jahre hießen Bayer Leverkusen und Bayern München. Eigentlich logisch, dass sie auch in dieser Saison vorne mitmischen sollten. Das wird vor allem vom Abonnementsmeister aus München erwartet, doch Vorsicht ist geboten. Auffallend: Bayern und Bayer – die beiden Spitzenteams sind in Not!

Gut, die Bayern legten einen Traumstart hin, siegten in den Testspielen, gewannen den Supercup und führen die Bundesliga ohne Punktverlust an. Aber das dicke Ende kann noch kommen! Bei allen Titeljagden muss es ein großes „Aber“ geben. Egal ob Bundesliga oder Pokal, in der Champions League sowieso (Start am 17. September gegen Chelsea London), die Bayern können nur erfolgreich sein, wenn sie vom Verletzungspech verschont bleiben. Schlägt es zu wie im letzten Jahr, dann wird es knapp, denn der Kader ist auf Kante genäht. Der Transfer-Sommer war bei den Bayern schlichtweg eine Katastrophe, der Verlierer des Jahres ist heute schon Sportvorstand Max Eberl, der zwar für Vertragsverlängerungen der Stars Kimmich, Musiala und Davies gelobt wurde, doch sie wurden überteuert erkauft und kommen als eine Art Bumerang bei weiteren Vertragsverhandlungen zurück. Für ihn scheinen die Bayern eine Nummer zu groß zu sein. Warum wohl wird Eberls Macht vom Aufsichtsrat ständig beschnitten? Kein Wunder also, dass geplante Verstärkungen bis auf den (ebenfalls überteuerten) Diaz auf der Strecke blieben. Und der Kader ist nicht nur klein, er hat auch Schwächen. Die Talente Karl, Mike und Kusi-Asare sind noch nicht reif für die Bundesliga und werden von Trainer Vincent Kompany kaum gefördert. Dafür bringt er immer wieder den 30-Millionen-Euro-Flop Sacha Boey, der in fast jedem Spiel einen Gegentreffer verschuldet. So auch in Augsburg zum 2:3. Eigentlich darf er nur bei einer 3:0-Führung eingewechselt werden, denn so mussten die Bayern genauso wie im Pokal in Wiesbaden auch im Derby beim FCA am Ende zittern. Will Kompany zeigen, wie dünn der Kader ist?

München beherrschte zwar die Schlagzeilen des Transfermarktes, doch ob Wirtz, Williams oder Woltemade – es klappte nichts. In Leverkusen lief der Transfermarkt dafür heiß, die Meistermannschaft von 2024 zerfiel, dafür mussten neue Spieler her. Es wird sich erst zeigen, wie gut Bayer eingekauft hat, der neue Trainer Erik ten Hag jedenfalls entpuppte sich als Flop. Das führte schon nach dem zweiten Spieltag zur Entlassung des Holländers. Er hatte auf allen Ebenen jeglichen Kredit verspielt, eckte überall an und verlor quasi blitzschnell die Kabine. Er war also das ganze Gegenteil des beliebten Xabi Alonso. Ein Pünktchen war zu wenig. Der Neuanfang in Leverkusen beginnt also in der Länderspielpause. Insgesamt wird es ein hektischer Montag, um 20 Uhr schließt (oder schloss, wer später liest) das Transferfenster.

Ohne Punktverlust stehen hinter den Bayern auch Eintracht Frankfurt und, man lese und staune, Aufsteiger 1. FC Köln ohne Punktverlust da. Bei Frankfurt keine Überraschung, die Eintracht wurde als Bayern-Jäger auserkoren und in Sachen Transfers machen sie dem Meister vor, wie es geht. Sportvorstand Markus Krösche arbeitet anders als Eberl, er weiß, wie es geht, handelt rechtzeitig, verkauft Stars teuer und holt künftige Stars billig. Bestes Beispiel Ritsu Doan, der Japaner, in Freiburg auffällig geworden, wurde frühzeitig kontaktiert und als teure Verkäufe das nötige Geld brachten, für 27 Millionen Euro günstig verpflichtet. Er war der Star der ersten Spieltage, Doppelpack im Pokal und beim 3:1-Sieg gegen Hoffenheim. Dazu fördert Trainer Dino Toppmöller das 19-jährige Talent Can Uzun, der glänzt im Mittelfeld, bringt die Eintracht auf die Sieges- und nicht auf die Verliererstraße. Die Kölner wiederum fühlen sich im siebten Himmel, Trainer Lukas Kwasniok hat den ganzen Verein aufgeweckt. Dem 1:0-Sieg in Mainz folgte ein 4:1 gegen Freiburg. Als Bayern-Kontrahent angemeldet hat sich auch Dortmund mit einem souveränen 3:0 gegen Union Berlin und zwei Toren von Guirassy.

In Freiburg reibt sich dagegen der „Trainer des Jahres“ Julian Schuster verwundert die Augen. Was ist los mit seinem Team? 1:3 gegen Augsburg, 1:4 in Köln – der Fehlstart ist die Folge, der Verein trägt als Schlusslicht die Rote Laterne. Mit null Punkten steht sonst nur noch Heidenheim da und dort sind die Aussichten auf den Klassenerhalt noch trüber, wenn „Retter“ Leo Scienza den Verein verlässt, mit Southampton und dem FC Paris locken gleich zwei internationale Klubs. Auch der HSV zeigte sich nicht bundesliga-like, verlor das Stadtderby gegen St. Pauli ziemlich sang- und klanglos mit 0:2. Verstärkungen sollen noch für Besserung sorgen.

Für Nagelsmann zählen nur Siege

Die Bundesliga macht Pause, sucht Verstärkungen, das Wort hat die Nationalmannschaft und da sucht Bundestrainer Julian Nagelsmann Siege. Nein, er fordert sie. Am Donnerstag beginnt die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko, erster Gegner ist in Bratislava die Slowakei. Am Sonntag geht es in Köln gegen Nordirland, Dritter Gegner ist Luxemburg in einer Runde im Schnelldurchgang mit weiteren Spielen am 10. und 13. Oktober sowie 14. und 17. November. Eine erfolgreiche direkte Qualifikation, das bedeutet Platz eins, ist quasi Pflicht, für Nagelsmann zählen sowieso nur Siege.

Die Wende muss her, schließlich verabschiedete sich die DFB-Auswahl im Finale der Nations League mit Niederlagen von 1:2 gegen Portugal und 0:2 gegen Frankreich. Das waren freilich andere Kaliber. Der Bundestrainer will aber auch in der Mannschaft einiges ändern. So rückt Kapitän Joshua Kimmich wie im Verein ins Mittelfeld, den frei werdenden Posten als Rechtsverteidiger wird wohl das 21-jährige Frankfurter Talent Nnamdi Collins einnehmen. Aber Nagelsmann will mehr, es geht generell um eine Änderung der Grundordnung. „Wir wollen eine zusätzliche Ordnung reinbringen. Wir hatten in ein, zwei Momenten der Spiele immer Probleme, gewisse Dinge zu verteidigen.“ Einige Stammspieler fehlen verletzt, so Torhüter Nummer 1, ter Stegen. Sorgen bereitet Florian Wirtz, der angeschlagen vorzeitig vom Feld ging. Mit Augsburgs Torhüter Finn Dahmen, Collins und Paul Nebel (Mainz) sind drei Neulinge dabei.

Das Aufgebot: Tor: Baumann, Nübel, Dahmen. – Abwehr: Andrich, Anton, Collins, Koch, Mittelstädt, Raum, Rüdiger, Tah. – Mittelfeld: Adeyemi, Amiri, Gnabry, Goretzka, Groß, Kimmich, Leweling, Nebel, Stiller, Wirtz. – Sturm: Füllkrug, Woltemade.

Frauen hoffen auf mehr Aufmerksamkeit

In die Länderspielpause der Männer stößt die Frauen-Bundesliga , die am Freitag mit ihrer neuen Saison beginnt. Das Oberhaus wurde von 12 auf 14 Vereine aufgestockt, das soll die Liga vermehrt in die Öffentlichkeit bringen. Nach wie vor kämpfen die Frauen um mehr Aufmerksamkeit, dazu gehören auch mehr Zuschauer. Erfolge kann man vorweisen, der HSV spielte im Pokal vor 57.000 Zuschauern, das Auftaktspiel von Bayern München gegen Bayer Leverkusen findet am Samstag (17.45 Uhr/ZDF) vor mehr als 45.000 Zuschauern in der Allianz Arena statt. Ausgerechnet der Meister spielt sonst im Bayern-Campus vor nur 2500 Fans. Diesbezüglich können die Neulinge für mehr Attraktivität sorgen, denn Union Berlin (Alte Försterei, 22.000), Hamburg (Volksparkstadion, 57.000) und Nürnberg (Max-Morlock-Stadion, 40.000) spielen wie die Männer in den großen Stadien. Das soll auch mehr Rückhalt für den Klassenerhalt sorgen.

Sportlich ist zu befürchten, dass es zumindest an der Spitze keine Spannung gibt, die Bayern-Mädchen scheinen übermächtig zu sein. Das deuteten sie schon beim Supercup an, den sie in Karlsruhe vor 16.933 Zuschauern mit 4:2 gegen den VfL Wolfsburg gewannen. Der Doublesieger hat die Mannschaft noch einmal verstärkt und hat einen großen und qualitativ ausgezeichneten Kader. Wie früher bei den Männern heißt es, dass auch die B-Mannschaft Meister werden könnte. Dazu kommt, dass Nationalspielerin Lena Oberdorf nach langer Verletzungspause mit einem Jahr Verzögerung ihren Einstand bei Bayern in der BL gibt. Da muss der neue Trainer José Barcala vor allem schauen, die Mädchen bei Laune zu halten. Dauer-Konkurrent Wolfsburg hat einen Umbruch wie Leverkusen bei den Männern hinter sich, 15 Spielerinnen gingen, zwölf neue kamen, mit Stephan Lerch gibt es auch einen neuen Trainer. Auch Frankfurt will vorne mitmischen, ansonsten muss man sehen. Auffallend ist, dass vermehrt Frauen-Teams der Männer-Bundesligisten nach oben kommen, auch Dortmund, Schalke und Stuttgart schielen in den unteren Ligen nach oben. Der letzte verbliebene reine Frauen-Klub ist die SGS Essen.

Der erste Spieltag: Freitag: Frankfurt – Essen (18.30 Uhr). Samstag: Köln – Leipzig (14 Uhr), München – Leverkusen (17.45 Uhr). Sonntag: Bremen – Freiburg (14 Uhr), Hamburg – Wolfsburg (16 Uhr), Jena – Hoffenheim (18 Uhr), Union – Nürnberg (18.30 Uhr). Alle Spiele werden bei MagentaSport und DAZN live übertragen.

Beim Start der Bundesliga werden gleich Zeichen gesetzt

Eine richtige Sommerpause gab es ja nicht, dennoch fieberten die Fußball-Fans dem Start der Bundesliga entgegen, die Saison könnte ja spannend wie schon lange nicht mehr werden. Was die Tendenzen angeht, so wurden beim Start gleich Zeichen gesetzt und da wurde deutlich, dass es zumindest beim Kampf um den Titel langweilig sein könnte. Das 6:0 der Bayern gegen RB Leipzig war ein Statement: Kleiner Kader, großer Sieg – „wir sind da!“ Ein Zeichen von Trainer Kompany: Er wechselte u. a. die Talente Karl und Kusi-Asare ein. Von der Konkurrenz konnte nur Eintracht Frankfurt mithalten, das 4:1 gegen Werder Bremen machte ebenso deutlich, wir bleiben oben dabei. Ein Wink für die Zukunft, „Spieler des Tages“ war der 19-jährige Can Uzun.

Neben Leipzig sah es auch in Dortmund, Leverkusen und Stuttgart ganz anders aus, den anderen Teams aus dem Favoritenkreis. Dortmund verfiel in seine alten Fehler, rief in der Bundesliga nicht seine beste Leistung ab und kassierte nach 3:1-Führung in der 86. Minute noch ein 3:3 gegen St. Pauli. Verstärkungen sind in Sicht nach dem Verletzungspech in der Abwehr. Leverkusen musste beim 1:2 gegen Hoffenheim erkennen, dass der Umbruch nicht ohne Schrammen vonstatten geht und der VfB zeigte sich beim 1:2 in Berlin nicht in Form. Fast ein Fremdkörper war Nick Woltemade. Das Wechseltheater hat offensichtlich Spuren hinterlassen. Anders Union-Neuzugang Ansah, der den VfB mit zwei Treffern erledigte.

Im Mittelpunkt des ersten Spieltages stehen naturgemäß vor allem die neuen Trainer. Sechs sind es an der Zahl, ihre Bilanz ist ausgeglichen. Die Glücklichen waren Sandro Wagner in Augsburg, Lukas Kwasniok bei Aufsteiger Köln und Paul Simonis in Wolfsburg. Besonders im Blickpunkt dabei Neuling Wagner beim FCA, für den Freiburg ein besonderes Pflaster ist. Am 6. März 2011 erzielte er sein erstes Bundesliga-Tor als Spieler für Bremen beim 3:1 in Freiburg, jetzt startete er mit dem gleichen Sieg als Trainer beim FCA. Ein bisschen Glück war dabei, vor allem waren seine Spieler eiskalt vor dem Tor: Vier Chancen, drei Tore (75 %) – der FCA war die effektivste Mannschaft beim Start vor Union mit drei Chancen und zwei Toren (66,7 %)!

Schlechter gefühlt haben sich die anderen drei Trainer-Neulinge. Vor allem Erik ten Hag wird in Leverkusen nachdenklich werden, die Stützen aus dem Meisterjahr sind alle nicht mehr da, viele neue Spieler zwar, aber alte Erfolge werden schwer. Auch Ole Werner in Leipzig wird zweifeln, als Spitzenteam hat sich seine Mannschaft in München nicht präsentiert. In den unteren Regionen muss Horst Steffen in Bremen sein Werder-Team sowieso einordnen. Das Zeichen: Es geht wohl zunächst mal um den Klasenerhalt. Apropos Neulinge: Die meldeten sich erfolgreich an, Köln profitierte beim 1:0-Sieg in Mainz wohl vor allem auch von der Müdigkeit der Rheinhessen durch das Spiel in Trondheim unter der Woche. Auch da gab es eine Niederlage, beim Rückspiel steht das weitere internationale Mitwirken auf dem Spiel. Der HSV präsentierte sich gefestigter als in der Vorbereitung holte ein 0:0 in Gladbach und überraschte wohl die Borussia. Weiter geht es jetzt mit dem Derby gegen St. Pauli am Freitag. Wer ist die Nummer 1 in der Fußball-Hauptstadt Hamburg?

Was das Tabellenende angeht, da wird man sich vor allem in Heidenheim Gedanken machen. Trainer Frank Schmidt hatte die alte Heimstärke von seinem Team gefordert, heraus kam ein 1:3 gegen Wolfsburg.

Der 2. Spieltag am Wochenende präsentiert neben Hamburg zwei weitere brisante Derbys, in denen Sieger unter sich sind. In Bayern erwartet der FCA die Münchner und Wagner kündigte an, „denen wollen wir was auf die Socken geben“. Mit Hoffenheim und Frankfurt treffen sich zudem ebenfalls zwei Nachbarn. Danach ist übrigens gleich wieder Pause, da hat die Nationalmannschaft das Wort mit den ersten WM-Qualifikationsspielen. Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann hat Sorgen, was seine Stammspieler angeht und mit Sorgen wird er auf eine Zahl schauen: Die Auswahl an Kandidaten für sein Team wird kleiner, nur 39,4 Prozent der Spieler aus den Anfangsformationen waren für den DFB spielberechtigt, weniger waren es nur 2003/04 vor der desaströsen EM mit 38,9 Prozent! (Siehe dazu auch den nächsten Blog „Fußball in Europa: Die Bundesliga wird abgehängt“).

Auch bei den Frauen geht es wieder richtig los, die neue Saison startet am Samstag (14 Uhr) in Karlsruhe mit dem Supercup, bei dem der VfL Wolfsburg als Bundesliga-Zweiter den Meister und Pokalsieger Bayern München herausfordert. Die Wölfinnen haben einen großen Umbruch hinter sich, viele erfahrene Spielerinnen verloren und mit Stephan Lerch einen neuen Trainer. Die Münchnerinnen haben auch Meistermacher Alexander Straus nach Los Angeles verloren, sie werden jetzt vom Spanier José Barcala angeleitet, zuletzt Trainer in Genf. Ein unbekannter Coach, aber das war Straus vorher auch. Barcala gilt als ehrgeizig und kommunikativ. Wichtigster „Neuzugang“ ist Nationalspielerin Lena Oberdorf, die vor einem Jahr aus Wolfsburg nach München kam, aber bisher wegen einer schweren Verletzung noch nicht spielen konnte. Jetzt ist sie dabei und die Mannschaft scheinbar schon in Form, in einem Testspiel wurde Real Madrid 4:1 geschlagen. Ein Statement! Die neue Bundesliga beginnt eine Woche später am 6. September. Wolfsburg gastiert am Sonntag bei Aufsteiger Hamburger SV, die Bayern erwarten Leverkusen am Samstag in der Allianz Arena vor mehr als 40.000 Zuschauern.

Basketball-EM: Der Titel soll es sein

Bei der Basketball-Nationalmannschaft beginnt mit der Europameisterschaft ab Mittwoch in Lettland, Finnland, Zypern und Polen eine neue Ära. Die erfolgreiche Zeit des Kanadiers Gordon Herbert ist vorbei, er hat das Team zuletzt zum WM-Titel 2023 geführt, EM-Bronze gewonnen und bei Olympia Platz vier geholt. Sein Nachfolger ist der Spanier Alex Mumbru (46), einst ein erfolgreicher Spieler, der bei der Mannschaft schon gut angekommen ist. Nicht weniger als der Titel soll es bei der EM sein, Favorit ist aber Serbien, das Deutschland im WM-Finale noch mit 77:83 unterlag, aber jetzt mit NBA-Star Nikola Jokic (30(Denver) eine entscheidende Verstärkung hat. Titelverteidiger Spanien hat ein relativ neues Team und musste die Stärke Deutschlands bereits in zwei Testspielen anerkennen.

Die deutsche Auswahl bestreitet ihre Vorrundenspiele der Gruppe B in Finnland und trifft dabei auf Montenegro (Mittwoch), Schweden (Freitag), Litauen (Samstag), Großbritannien (Montag, 1.9.) und Gastgeber Finnland (Mittwoch, 3.9.). Die ersten vier Teams jeder Gruppe qualifizieren sich für das Viertelfinale. Bei Deutschland sind noch neun von zwölf Weltmeistern dabei (Giffey/Rücktritt, Krämer/keine Freigabe von Real Madrid und Moritz Wagner/verletzt fehlen), angeführt wird das Team von den NBA-Stars Dennis Schröder, der auch Kapitän ist, und Franz Wagner. Defensiv ist Daniel Theis (Monaco) die große Stütze. Mit Isaiah Hartenstein (Oklahoma) hat ein weiterer NBA-Star abgesagt, was der einzige Wermutstropfen war. „Wir wollen den Titel“, betont aber Schröder.

Auch im Handball geht es wieder richtig los, am Wochenende beginnt die Bundesliga. „Anheizer“ war auch hier der Supercup, Meister Füchse Berlin setzte sich dabei im SAP-Garden in München mit 34:33 (31:31) nach Siebenmeterwerfen gegen THW Kiel durch. Beide Teams gehören auch zu den Meisterschaftsfavoriten, aber auch dem SC Magdeburg und Flensburg werden große Chancen eingeräumt. Ganz anders als im Fußball gibt es also viele heiße Anwärter auf den Titel.