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Tag: Hertha BSC Berlin

Der Pokal ist Bayerns letzte Chance auf einen Pokal

Nicht nur alte Leute träumen oft von früher, auch den Sportlern geht es oft so, „ja früher, da haben wir ganz anders aufgetrumpft“. So geht es jetzt den Bayern, die mit der 1:3-Niederlage in Leverkusen nicht nur einen Rückschlag im Kampf um die Meisterschaft erlitten, sondern schlimmer noch, sie erleben gleich wieder einen Rückfall in den Krisen-Modus. Vergessen sind sieben Siege in Folge in der Fußball-Bundesliga, es zehrt an den Nerven, dass die Münchner die Vorlage von Tabellenführer Dortmund mit dem 1:1 in Frankfurt nicht nutzten. Statt den Rückstand zu verkürzen wurde er größer. Sogar Gladbach zog auf Rang zwei vorbei. Ja früher, da war das anders, da war es ein Gütesiegel der Bayern, Patzer der Konkurrenz zu nutzen.

Nach sechs Meisterschaften in Folge und dem Gewinn der Champions League 2013 sowie drei Pokal-Triumphen in dieser Zeit muss man sich die Frage stellen: Ist die gute alte Zeit der Bayern vorbei? „Alarmsignale“ sieht die Fachzeitung kicker, „Chaos“ sehen diejenigen, die nicht fachlich urteilen, sondern feixen, dass die Bayern endlich vom Thron gestoßen werden. Und in der Tat deutet nichts darauf hin, dass die Bayern diese Saison erfolgreich abschließen können. Ganz im Gegenteil, wenn es am Mittwoch im DFB-Pokal gegen Hertha BSC Berlin geht, dann steht ein entscheidendes Spiel bevor: Der Pokal ist Bayerns letzte Chance auf einen Pokal.

Was den Bayern besonders weh tut, ist die Tatsache, dass jetzt alles gegen sie läuft, was früher für sie gelaufen ist, Stichwort „Bayern-Dusel“, obwohl es nicht immer Dusel oder Glück war. Thomas Müller brachte es nach dem 1:3 auf den Punkt: „Das Spiel hätte in alle Richtungen ausgehen können, jetzt ist es gegen uns ausgegangen.“ Es läuft gegen die Bayern, mit Manuel Neuer und Thiago fielen zwei Mannschaftsstützen aus, knappe Schiedsrichter-Entscheidungen fielen gegen die Bayern, in der Erfolgsphase war das eben mehr für die Bayern. Dazu kommen selbstverschuldete Fehler, wie ein Treffer gegen Neuer-Vertreter Sven Ulreich in die Torwart-Ecke, oder mangelnde Kompaktheit im Abwehrverhalten.

Mit schnellem Spiel entschied Leverkusen das Spiel für sich, diese Probleme offenbarten die Bayern nicht zum ersten Mal in der Defensive. Ein Schuldiger: Joshua Kimmich enttäuschte erneut im Mittelfeld. Dazu kommen Zweifel an Torjäger Robert Lewandowski auf. Ex-Bayern-Star und heutige TV-Experte Didi Hamann rät: „Verkaufen“. Die Stimmung im Team sei frostig.Da lässt sich nichts Gutes für das große Duell in der Champions League mit dem FC Liverpool erahnen. Bayern im Krisen-Modus ist keine Basis für Erfolg. Trotzig heißt es, „wir müssen eine neue Serie starten“. In Berlin, wo man am 6. Spieltag bekanntlich 0:2 verloren hat, ist ein Sieg Pflicht. Sonst droht ein Jahr ohne Schale oder Pokal!

Chaos-Woche macht Augsburg munter

Vielleicht sollten sich die Bayern den Nachbarn FC Augsburg zum Vorbild nehmen. Der von München bekannte „FC Hollywood“ war diesmal am Lech zu finden, aber das Ergebnis stimmte am Ende, die Chaos-Woche machte Augsburg munter und führte zu einem wichtigen 3:0-Sieg über Mainz. De Aufregung der Woche mündete in Erleichterung und Jubel. Da wurden zwei Spieler suspendiert: Der Brasilianer Caiuby machte schon wochenlang was er wollte, der Österreicher Martin Hinteregger erkannte öffentlich, dass er „beim Trainer nichts Positives finde“. Caiuby trainiert allein, Hinteregger wurde als Belohnung nach Frankfurt ausgeliehen, „stänkerte“ sich also quasi zu einer Verbesserung. Dazu kam Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann überraschend als Co-Trainer, wobei Auguren bereits mutmaßten, dass dies gleichbedeutend mit einer Entmachtung von Coach Manuel Baum ist. Lehmann, ein Querdenker und durchaus auch als Stinkstiefel bekannt, hielt sich zunächst im Hintergrund. Er soll der Mannschaft seine Erfahrung weitergeben, was wohl geholfen hat. Der FCA war wieder eine Mannschaft mit Zusammenhalt und Einsatz. Also: Der FCA ein Vorbild für die Bayern! Wer hätte das jemals gedacht? In zwei Wochen trifft man sich in Augsburg, mal sehen, wer sich wie entwickelt hat…

Die Augsburger taten nach zehn Spielen ohne Sieg einen wichtigen Schritt, aber viele müssen folgen. Der Abstiegsplatz ist für den Tabellen-15. nur sechs Punkte entfernt. Die Konkurrenz dahinter kam jedoch kaum Fleck. Stuttgart verspielte den Sieg gegen Freiburg in letzter Minute und verlor Torjäger Mario Gomez durch Gelb-Rot, Nürnberg freute sich schon über einen Zähler gegen Bremen und gab damit die Rote Laterne an Hannover 96s ab. Dort erlebte der neue Trainer Thomas Doll einen Reinfall als Einstand, er erschrak beim 0:3 gegen Leipzig über seine Mannschaft. Die spielte wie ein Absteiger, aber das dürfte ihn eigentlich nicht überrascht haben. Ironie des Terminplans: Am Samstag treffen sich Hannover und Nürnberg zum Kampf um die Rote Laterne.

Der schnellste Weg zu einem Titel

Für die Bayern mag der DFB-Pokal die letzte Hoffnung sein, für andere Vereine ist er die große Hoffnung. Wie heißt es immer so schön, der Pokalwettbewerb ist der schnellste Weg zu einem Titel. Mit Blick auf das Achtelfinale könnte dies zum Beispiel für Bayer Leverkusen und RB Leipzig gelten, zwei Klubs, die hinter dem Spitzentrio der Bundesliga liegen und den Titel wohl abschreiben müssen. Beide Teams haben am Wochenende beeindruckt, vor allem Leverkusen bekam zum Leidwesen der Bayern durch den neuen Trainer Peter Bosz wirklilch neuen Schwung. Hoffnungen aber auch in Wolfsburg oder sogar in Bremen und Schalke, letztgenannte könnten durch Pokal-Erfolge eine mehr (Schalke) oder weniger (Bremen) verkorkste Saison retten. Und da ist vor allem auch noch Bayern-Gegner Hertha BSC mit dem Traum, endlich einmal als quasi Gastgeber im Pokal-Finale in Berlin auf dem Platz zu stehen. Ergo: Eine Hoffnung platzt am Mittwoch in Berlin.

Das ist das DFB-Pokal-Achtelfinale: Hamburg – Nürnberg, Heidenheim – Leverkusen, Dortmund – Bremen, Duisburg – Paderborn, Leipzig – Wolfsburg, Kiel – Augsburg, Hertha – Bayern, Schalke – Düsseldorf.

Interessant auch der nachfolgende Kommentar über die Alpine Ski-Weltmeisterschaft: Aufgeführt werden „Die Zwei“!

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Krieg der Fans: Wem gehört der Fußball?

Die 2. DFB-Pokalrunde im Fußball unter der Woche brachte Spannung und sportliche Highlights, wurde aber überschattet von Pyro-Orgie, Ausschreitungen und Massenschlägereien, der sogenannten Fans, die eigentlich nur Chaoten sind. Die Situation in den Fußball-Stadien Deutschlands hat sich verschärft, die Fans führen einen Krieg, den sie am ersten Bundesliga-Spieltag bereits angekündigt haben: „DFB & DFL: Ihr werdet von uns hören“ hieß es auf einem Spruchband. Verhandlungsbemühungen waren gescheitert, weil die Fan-Gruppierungen keinen Kompromiss eingehen und nicht auf Pyro verzichten wollten. Das Entgegenkommen des Verbandes, auf kollektive Strafen zu verzichten, war nicht ausreichend. Jetzt hat der Fußball den Salat bzw. die Gewalt.

Dabei steht die Frage im Vordergrund: Wem gehört denn der Fußball? Die Fan-Gruppen der Ultras gehen offensichtlich davon aus, dass ihnen der Fußball gehört. Ein Teil geht ins Stadion, um Spaß zu haben. Sie beeindrucken teilweise mit einer ideenreichen Choreografie, feiern andererseits ihr eigenes Fest auf den Tribünen, der Fußball ist hier Mittel zum Zweck. Wenn unten auf dem Rasen nichts los wäre, würde es auch auf der Tribüne keinen Spaß machen. Sie sind aber keine Vereinsanhänger, die ihre Mannschaft bedingungslos unterstützen und den Sport in den Vordergrund stellen. Missmutig werden sie dennoch bei fehlendem Erfolg. Das mussten in den letzten Jahren viele Vereine erfahren.

Viele Vereins- und Verbandsfunktionäre benehmen sich allerdings so, als wollten sie deutlich machen, der Fußball gehört uns, wir bestimmen, was im Fußball passiert. Dabei überziehen sie manchmal, vor allem die Gier nach Geld ließ die Kluft zu den – sagen wir mal – „harten Fans“ immer größer werden. Das Ziel, immer mehr zu kassieren, vor allem über Fernsehgelder, dafür aber eine Zerstückelung der Spieltage in Kauf zu nehmen, geht an den Interessen der Ultras vorbei.

Der Fußball aber gehört in Wirklichkeit jedem von uns, der Spaß daran findet. Der Fußball sollte zumindest den Kindern gehören, die Freude am Kicken haben, sollten den Familien gehören, die (zumindest früher mal) einen Familienausflug auf den Sportplatz gemacht haben, weil der Vater oder der Filius gespielt hat. Im Profisport sollten Spieler, Vereine, Zuschauer eigentlich eine Einheit bilden, weil Fußball einfach Spaß macht.

Diese Sicht der Dinge ist den Ultras, die von Hooligans unterwandert werden, vollkommen egal. Sie haben ihre Weltanschauung und von der weichen sie nicht ab. Gewalt wird als Teil der „Show“ gesehen und die Polizei wurde zum Gegner, weil die Gesetzeshüter eben verpflichtet sind, Gewalt zu unterbinden. Die Ultras und Hooligans ignorieren geflissentlich, dass auch Außenstehende zu Schaden kommen und unter den ausufernden Gewaltorgien leiden. Strafrechtliche Beleidigungen über Plakate machen ihnen Freude. Dass sie hier Grenzen überschreiten, ist ihnen egal, sie meinen, sie könnten ihre eigenen Grenzen setzen und die Öffentlichkeit (sprich in diesem Fall Vereine und Verbände) müssten dies akzeptieren.

Bei dieser Denkweise ist es natürlich klar, dass eine vernünftige Regelung, dass ein Kompromiss kaum zu finden ist. Es bleibt Verbänden, Vereinen und der Polizei nichts anderes übrig, als nach dem Gesetz vorzugehen und alles zu tun, um Gewalt zu unterbinden. Hertha BSC als Leidtragender der Krawalle der Ultras in Dortmund (siehe nachfolgender Kommentar) hat bereits reagiert und bis auf Weiteres Spruchbänder und Fahnen verboten. Die Stadionkontrollen müssen intensiver durchgeführt werden, damit Feuerwerke und Pyro nicht mehr in die Stadien geschmuggelt werden können. Es muss außerdem alles unternommen werden, um Täter zu identifizieren und zu verurteilen. Erst wenn die Ultras die Härte des Gesetzes kennenlernen, wenn ihnen deutlich wird, dass sie sich selbst und ihrer Zukunft Schaden zufügen, könnten sie zur Vernunft kommen. Wenn überhaupt.

Der Fußball (es geht nicht um die Bundesliga allein) muss jedenfalls alles tun, um den guten Ruf zu wahren bzw. wiederherzustellen. In England ist dies ja auch gelungen, da drohten vor einigen Jahren Hooligans den Fußball mit Gewalt zu unterdrücken, angeblich wurden pro Saison rund 4000 Hooligans verhaftet. Heute geht es wieder gesitteter zu, wozu auch beigetragen hat, dass es nur noch Sitzplätze in den Stadien gibt. Das könnte auch ein Mittel in der Bundesliga sein. Die Ultras würden vielleicht ihre Lust verlieren, dass die Stimmung leidet, muss man in Kauf nehmen. Es kann doch nicht sein, dass einige Gewalttäter Millionen Fußball-Fans den Spaß am Sport vermiesen.