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Tag: Zinedine Zidane

Leihspieler: Eine gute Idee kann zum Problem werden

Die Sommerpause ging in diesem Jahr verspätet los, ist aber nicht nur wegen Corona für die Manager der Profi-Fußballvereine besonders stressig. Natürlich, die Sorgen rund um die Pandemie beanspruchen besonders die Nerven, dabei haben die Macher in den Klubs bereits mit dem Alltag genug zu tun. Zudem taucht ein Problem verstärkt auf, das einmal eigentlich eine gute Idee war: Das Leihgeschäft mit den Spielern.

Die Idee war einfach: Es gab Spieler, die in ihrem Verein nicht zum Zug kamen, allerdings Talent erkennen ließen und Spielpraxis benötigten, möglichst nicht in der eigenen unterklassigen zweiten Mannschaft bei den Amateuren, sondern durchaus höherklassig, damit sie auch gefordert wurden. Sie sollten als besserer Spieler wieder zurückkehren. Das typische, erfolgreiche Beispiel dafür war Philipp Lahm. Die Bayern liehen den Verteidiger zum VfB Stuttgart aus. Dort wurde er sogar Nationalspieler und machte dann, wie wir alle wissen, eine glänzende Karriere. Am Ende war er Weltmeister, am Anfang stand das Leihgeschäft.

Doch so reibungslos und erfolgreich läuft es natürlich nicht immer. Die Leihen wurden immer populärer, aber der Pferdefuß wurde übersehen bzw. verdrängt. Jeder Spieler, der verliehen wird, kommt auch wieder zurück. Eine Auflistung weist sogar auf einen Rekord hin, weil nämlich die Bundesligisten insgesamt 160 Spieler verliehen haben. Spitzenreiter war Werder Bremen, das zwölf Spieler verliehen und fünf geliehen hat. Die verliehenen waren meist Nachwuchsspieler, die eben Spielpraxis sammeln sollten, die geliehenen sollte sofort in der Bundesliga helfen. Aber auch da wurde ein Pferdefuß draus nach der glücklichen Rettung. Für Selke (von Hertha BSC), Bittencourt (Hoffenheim) und Toprak (Dortmund) wurden Kaufoptionen vereinbart, die jetzt so richtig ins Geld gehen. Geld, das zum Teil nicht da ist, zum Teil aber eher für Verstärkungen gebraucht wird. Übrigens, das kleinste Leihgeschäft machte Meister Bayern München. Fein durfte beim Hamburger SV Spielpraxis sammeln, Perisic, Coutinho und Odriozola ergänzten den aktuellen Kader, wobei Letzterer nicht helfen konnte und ebenso wieder gehen muss wie Coutinho, der viel Klasse besitzt, sie aber zu selten richtig zeigen kann. Bei Ivan Perisic ist die Zukunft noch offen, er dürfte bleiben, was aber eine Frage des Preises ist.

Manager, die dem Leihen und Verleihen vertrauen, verschieben wie gesagt manchmal ihre Probleme. So steht der FC Augsburg zum Beispiel derzeit mit einem übergroßen Kader da, nämlich 39 Spieler. Manager Stefan Reuter hat eingekauft, viel verliehen, wenig verkauft und jetzt muss das Lager geräumt werden. Flops, wie Torhüter Koubek, werden zum doppelten Problem, weil sie – wie in dem Fall – teuer waren und nach schwachen Leistungen unverkäuflich wurden. Reuter hat sich schlicht verkalkuliert, allein fünf Torhüter auf der Gehaltsliste und ausgerechnet der Sicherheitsgarant im Kampf um den Klassenerhalt, Andreas Luthe, soll dagegen gehen. Ein Wunder, dass der FCA von sich behauptet, finanziell gut dazustehen, andererseits schon mehrfach Geld buchstäblich zum Fenster hinaus geworfen hat. So ist das Profi-Geschäft im Fußball.

Real Madrid ist wieder da

Für die Bundesliga-Klubs, die in den europäischen Wettbewerben vertreten sind, ging die Sommerpause bereits zu Ende. Die Bayern beginnen in der ersten Woche mit Cypertraining wie nach der Coronapause, drei Spieler nehmen aber bereits wieder Rückenwind mit in die entscheidenden Spiele: In einer Umfrage des kicker unter den Bundesliga-Profis wurde Torjäger Robert Lewandowski mit 42,6 Prozent der Stimmen zum besten Feldspieler der Saison gewählt (vor Sancho, Dortmund, 141, und Kimmich, Bayern, 12,2), Manuel Neuer mit 35,2 % zum besten Torhüter (vor Sommer, Gladbach, 23,7) und „Roadrunner“ Alphonso Davies war für seine Kollegen der Aufsteiger der Saison (44,8 %, vor Haaland, Dortmund, 18,1). Dazu war für die Profis Hansi Flick der Trainer der Saison (61,1 % vor Rose, Gladbach, 14,4). Auch hier dominieren also die Bayern.

Der Blick geht aber über die Grenzen hinaus, auch in den anderen Top-Ligen liegen die Punktrunden in den letzten Zügen. Eine Wiederauferstehung feierte national Real Madrid, das zuletzt dreimal dem FC Barcelona den Vortritt lassen musste. Jetzt aber schaffte Zinedine Zidane in einem schwierigen Jahr die Wende. Barcelona ging mit zwei Punkten Vorsprung in den Endspurt, wo Real plötzlich einen Lauf bekam, angeführt von Kapitän Sergio Ramos. Gleichzeitig kann Zidane nun behaupten, dass kein Trainer in Europa mehr Titel als er gesammelt hat, nämlich sieben große Meisterschaften. In der Champions League gilt es allerdings einen 1:2-Rückstand gegen Manchester City aufzuholen. Zidane drohte Pep Guardiola bereits: „Wir sind mit unserer Saison noch nicht am Ende.“ Pep und City verspielten dagegen den nächsten Titel, unterlagen im FA-Cup in England mit 0:2 Arsenal London, das im Finale am 1. August auf Chelsea London trifft, das sich ebenso verbessert zeigt. Achtung Bayern! Nachdem Paris in Frankreich zum Meister erklärt wurde, fehlt nur noch Italien, aber da steuert Juventus Turin erneut auf die Meisterschaft zu, nachdem Konkurrent Lazio Rom zuletzt schwächelte.

Das ist ja irre: FIFA verkauft den Fußball

„Sind die alle irre geworden“, das sagte ein Freund mit einem Blick auf das Geschehen im Fußball in der vergangenen Woche. In der Tat könnte man meinen, die Fußball-Welt ist ein durcheinander geraten und wird auch noch von einem Präsidenten, der den Irrsinn als tolle Zukunft propagiert, regiert. Denn das ist ja wirklich irre: Die FIFA verkauft den Fußball.

Als Gianni Infantino das Amt des FIFA-Präsidenten von Joseph Blatter übernommen hat, um den Fußball-Weltverband nach Misswirtschaft und Korruption wieder in eine bessere, vor allem auch anständige Zukunft zu führen, da hatte der Sport-Grantler schon damals seine Zweifel. Es ist nichts besser geworden, eher schlechter. Der Fußball spielt beim Schweizer nicht die Hauptrolle, sondern das Geld. Man stelle sich vor: Der Fußball, der vom Verband geschützt werden soll, wird gewinnbringend verkauft! Im Mittelpunkt ein Angebot von 25 Milliarden, von dem Infantino nicht sagt, wer dahinter steckt. Aber die FIFA soll im Sinne dieser dubiosen Geldgeber entscheiden und Rechte abgeben. Und die nationalen Verbände machen mit, vor allem die kleinen Verbände, die teilweise nicht mal einen geregelten Spielbetrieb haben, aber kassieren und Infantino ihre Stimme geben. Infantino der Verkäufer.

Nach dem FIFA-Council in Miami ist Gianni Infantino seinen Zielen einen Schritt weitergekommen. Die umstrittene Klub-Weltmeisterschaft wird vom 21. Juni bis 4. Juli 2021 mit 24 Mannschaften stattfinden. Die ECA, die Vertretung der europäischen Klubs, hatte vorher dagegen protestiert („Kein europäischer Spitzenklub wird daran teilnehmen“), aber die Front bröckelt, Real Madrid und Bayern München zum Beispiel hatten unterschrieben, zeigen aber Interesse. Zugegeben, das alte Format war nicht attraktiv, aber das neue ist es auch nicht, doch es bringt Geld. „Her mit der WM“, jubiliert Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge fordert: „Die Ausschüttung soll an die Verbände gehen, das geht nicht, das muss an die Vereine gehen.“ Kasse ist wichtig, dabei raubt der Termin den Spielern den Sommer-Urlaub – oder wird der Ligen-Beginn wegen ein paar Spitzenklubs verschoben? Wir wissen: Geld vernebelt den Verstand. Außerdem: Eine Klub-WM wird nie die Begeisterung wie die richtige WM wecken, die Mehrheit eines Landes steht nur hinter der Nationalmannschaft.

Um Geld und Stimmen geht es auch bei Infantinos Ziel, bereits die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar mit 48 statt 32 Nationen stattfinden zu lassen. Generell hat er freie Fahrt bekommen, wenn sich Co-Gastgeber finden lassen. Eine Studie hat die Machbarkeit bestätigt, allerdings heißt es, dass diese Studie von der FIFA „gefärbt“ sei. Auch hier spielt allein das Geld eine Rolle, nicht der Sport, denn die Qualität sinkt und die Qualifikation verliert an Bedeutung und Spannung. Verbände und Vereine werden reich, aber die Fans sind arm dran. Der Fußball schaufelt sich mit Dollars sein eigenes Grab.

Beben in der Champions League

Dabei wäre der Fußball sportlich doch so interessant. Zum Beispiel auf Europas Bühnen. In der Champions League gab es buchstäblich ein Beben. Real Madrid raus, Paris St. Germain raus, Bayern München raus – das ist ja irre. Real wurde von den forschen Youngstern von Ajax Amsterdam mit 4:1 buchstäblich überrollt und befand sich kurz im Schockzustand, bis Präsident Perez Erfolgstrainer Zinedine Zidane erneut als Trainer präsentierte. Der Franzose soll Real auf den Erfolgsweg zurückbringen, was in der Meisterschaft schon klappte. Doch Titel kann er erst im nächsten Jahr gewinnen. Er war so klug, nach den größten Triumphen zurück zu treten, ob es jetzt klug ist, das Amt wieder zu übernehmen?

Die Trainer in Paris und München stehen nicht zur Debatte, Thomas Tuchel soll sogar seinen Vertrag verlängern, während in München an Niko Kovac ein bisschen gezweifelt wird. Ist er der richtige Mann für den Neuaufbau bei den Bayern? Die wirkten beim 1:3 gegen den FC Liverpool erstaunlich zahm und vor allem mutlos, kein Zeichen von „mia san mia“, dem sonstigen Wahlspruch. Das 6:0 gegen Mainz am Wochenende machte deutlich: Champions League und Bundesliga sind auch für die Bayern zwei Paar Stiefel, von den besten Klubs in Europa ist Deutschlands Spitze immer weiter entfernt und wird mangels Geld (schon wieder das Geld!) so schnell nicht aufschließen können. Die Bundesliga blamierte sich, bezeichnend das 0:7 von Schalke bei Manchester City und kein Tor von Dortmund gegen Tottenham. Erstmals seit 2006 ist die Bundesliga im Viertelfinale nicht vertreten. Dort spielen am 9./10. und 16./17. April Tottenham – Manchester City, Liverpool – Porto, Manchester United – FC Barcelona und Amsterdam – Juventus Turin.

Die Ehre der Bundesliga rettete Eintracht Frankfurt mit einem überzeugenden 1:0-Sieg bei Inter Mailand und dem Einzug ins Achtelfinale der Europa League. Dort ist Benfica Lissabon der nächste Gegner, was machbar erscheint, allerdings gab es in 48 Duellen von deutschen Klubs mit den Portugiesen nur 14 Siege. Immerhin, in der UEFA-Ranglist ist der wichtige vierte Rang für die Bundesliga nicht in Gefahr.

Die falsche Null von Huub Stevens

Es war ein Akt der Verzweiflung von Schalke O4, als der neue Sportvorstand Jochen Schneider den alten Recken Huub Stevens („Ich mache das aus Liebe zum Verein“) zusammen mit Mike Büskens als Co-Trainer als Nachfolger des entlassenen Domenico Tedesco präsentierte. Ist das irre? Das alte Motto von Stevens’ (Die Null muss stehen) kam gleich wieder zum Tragen, doch es war die falsche Null, Schalke unterlag Leipzig mit 0:1. Positiv: Der Kampfgeist wurde wiederbelebt. Die Bayern freuten sich, dass es wieder Bundesliga gab (siehe oben) und bauten den Vorsprung nach Toren gegenüber Dortmund aus. Aber die Borussia tat auch etwas für das Selbstbewusstsein mit dem 3:2 bei Hertha in der Nachspielzeit trotz Verletzungssorgen. So kann es also doch noch etwas mit der Meisterschaft werden. Alles wartet auf das direkte Duell am 6. April.

Eine Vorentscheidung im Abstiegskampf durch den 3:1-Sieg des FC Augsburg gegen Hannover. Nur ein Wunder kann Nürnberg, 20 Spiele ohne Sieg, und Hannover noch retten. Der FCA ging sogar an Schalke vorbei, Stuttgart wertet das 1:1 gegen Hoffenheim als positiv und hat mit dem Schweizer Steven Zuber einen neuen Star. Der feierte sogar seinen Tor-Erfolg gegen den eigenen Verein und die Fans, da er ja noch Hoffenheim gehört. Er verstieß damit gegen den unausgesprochenen Ethikcode, doch fühlt er sich halt ganz als Stuttgarter. Die Brisanz im Abstiegskampf bleibt erhalten, nach der Länderspielpause trifft Hannover auf Schalke und Augsburg kann in Nürnberg den Klassenerhalt fast perfekt machen.

Jetzt muss Jogi Löw liefern

Auf dem Irrweg befindet sich womöglich auch Bundestrainer Joachim Löw. Mit der Ausmusterung der Bayern-Stars Boateng, Hummels und Müller hat er sich selbst unter Druck gesetzt, jetzt muss er liefern. Vor den Länderspielen gegen Serbien am Mittwoch in Wolfsburg und den Niederlande am Sonntag in Amsterdam hat er sich selbst unter Druck gesetzt. Wenn die EM-Qualifikation mit einer Niederlage beginnt, werden die Kritiker laut werden. Vor allem, wenn es Abwehrfehler gibt. Löw will mehr Tempo und betont, „es war unerlässlich, etwas zu ändern“. Ob zum Beispiel Toni Kroos zum schnellen Spiel passt? Bezeichnend, dass vor dem Besuch in München oberste Geheimhaltung herrschte und nicht einmal der DFB-Präsident eingeweiht wurde. Löw weiß wohl, dass Reinhard Grindel gern plaudert…

Mit drei Neulingen (Klostermann, Stark, M. Eggestein) beginnt Löw die neue Zukunft, hoffentlich gibt es keinen Rückfall in alte Fehler, Das wäre ja dann wirklich irre.

Champions League: Ist Zidane der Heilsbringer?

 

Da können sich die Fans anderer Sportarten noch so ärgern: Das Frühjahr gehört dem Fußball. Die Champions League (CL) und auch ein bisschen die Europa League (EL) bestimmen in großem Masse die Schlagzeilen der Gazetten. Viele sagen „endlich geht es los“. Ab Dienstag, 16. Februar, wird wieder gespielt, schön aufgeteilt in jeweils zwei Begegnungen pro Spieltag dehnt sich das Achtelfinale der CL wie Kaugummi. Erst am Mittwoch, 16. März, sind alle Teilnehmer für das Viertelfinale perfekt, ausgelost wird dann am 18. März. Und so beschäftigen uns jeden Monat die einzelnen Runden bis zu den Finals im Mai.

Schlagerspiele gibt es bereits im Achtelfinale. Die Augen sind natürlich auf die (bekannten) Favoriten gerichtet und außerdem wird auf eine Antwort von einigen Fragen gewartet: Besiegt der FC Barcelona den Fluch des CL-Siegers? Keiner konnte bisher seinen Titel erfolgreich verteidigen. Es sieht so aus, als ob es „Barca“ wirklich schaffen könnte. Was passiert bei Real Madrid? Dort ist nach der Ablösung von Trainer Rafa Benitez der einstige Weltstar Zinedine Zidane der große Hoffnungsträger. Ist er der Heilsbringer? Hat der Trainer-Neuling das richtige Händchen für die Ansammlung von Stars, die aber keine Mannschaft sind? Neid und Eifersüchteleien machen Erfolge schwerer, schützen aber vor Siegen nicht.

Der Rest der 16 Mannschaften reiht sich nicht in die erste Reihe der Favoriten ein. Aufgrund seines unbeschreiblichen Verletzungspechs auch der FC Bayern München nicht. Es wäre ein Wunder, würde eine Mannschaft ohne Abwehr den Titel gewinnen, auch wenn die Offensive über alle Zweifel erhaben ist. Die neueste Verletzung von Nationalspieler Holger Badstuber war ein Schock für die Münchner, die ja schon auf Jerome Boateng für den Rest der Saison verzichten müssen und sehnsüchtig auf die Rückkehr von Benatia und Martinez warten. Die Spiele gegen Juventus Turin kommen wohl zu früh, da steht die „Zwergen-Abwehr“ mit relativ kleinen Spielern vor einer großen Bewährungsprobe gegen die ausgefuchsten Italiener, die nach schwachem Saisonbeginn zu ihrer alten Stärke zurückgefunden haben. Sahen viele bei der Auslosung noch kleine Vorteile bei den Bayern, so hat inzwischen wohl Juve die besseren Karten in der Hand.

Juventus Turin gehört aber zu den Teams, die für eine Überraschung sorgen können. Die Italiener waren im letzten Jahr im Finale und ein Endspiel im eigenen Land (28. Mai Mailand) lockt zusätzlich. Auf einer Stufe dürfte aber auch Paris Saint-Germain stehen. Die Franzosen beherrschen die eigene Liga, sind mit 24 Punkten Abstand vorn, doch das könnte auch ein Nachteil sein. Die Mannschaft wird zuwenig gefordert. Doch die Mannen um Trainer Laurent Blanc und Schwedens Torjäger Zlatan Ibrahimovic wünschen sich nichts mehr, als einen Triumph auf Europas Bühne. Sie stehen aber gleich vor einer großen Bewährungsprobe gegen Chelsea London, unter dem neuen Trainer Guus Hiddink noch ungeschlagen! Aber auch Titelverteidiger Barcelona (gegen AS Rom) und Real Madrid (gegen Arsenal London) haben keine leichten Aufgaben. Die Favoriten sind gefordert, im Viertelfinale werden große Namen fehlen, dafür Außenseiter vertreten sein:

Die Paarungen: Paris – Chelsea, Benfica Lissabon – St. Petersburg, Gent – Wolfsburg, AS Rom – Real Madrid, Juventus Turin – Bayern, Arsenal – FC Barcelona, Eindhoven – Atletico Madrid, Kiew – Manchester City.

Glamour für die Europa League 

Die Mannschaften der Europa League bekommen weniger Geld und weniger Aufmerksamkeit. Aber von einem „Pokal der Verlierer“ hat sich die EL einigermaßen verabschiedet. Einige großen Namen bringen der EL ein großes Maß an Glamour und am Ende mit hoher Wahrscheinlichkeit auch einen attraktiven Sieger. Zuletzt triumphierte zweimal der FC Sevilla. Der EL-Sieger erhält seit Neuestem das Startrecht in der CL, aber die Spanier konnten dies nicht nutzen und kehrten als Dritter der Gruppe D (hinter Manchester City und Turin) in ihren „angestammten Wettbewerb“ zurück. Auf dem Weg ins Finale am 18. Mai in Basel sollten die Norweger von FK Molde den Titelverteidiger nicht aufhalten, aber ins Finale wollen auch andere Hochkaräter: FC Porto, AC Florenz, Tottenham Hotspurs, SSC Neapel, Manchester United oder der FC Liverpool.

Gleich vier deutsche Teams sind in der Zwischenrunde vertreten, so dass die Europa League fast zu einer deutschen Liga wird. Gerade Borussia Dortmund träumt von einem EL-Coup, aber Boss Watzke beteuert immer wieder, dass vor allem die Qualifikation für die Champions League entscheidet sei. Nun, die Dortmunder haben in der Bundesliga zwar acht Punkte Rückstand auf Tabellenführer München, aber auch 13 Punkte Vorsprung auf den Dritten Bayer Leverkusen und dürfen sich im Moment als „Bester Zweiter aller Zeiten“ der Bundesliga bezeichnen. Dortmund hat sicherlich die Qualität um die EL zu gewinnen, mit dem FC Porto aber gleich einen schweren Gegner. Dass so ein Titel sich gut auf dem Briefkopf macht, ist auch die Meinung bei Bayer Leverkusen (gegen Sporting Lissabon) und Schalke 04 (gegen Schachtor Donezk). Doch beide gehören eher zu den Außenseitern. Überraschungsgast in der Zwischenrunde ist der FC Augsburg. Spieler und vor allem Fans wollen beim Aufeinandertreffen mit dem FC Liverpool und Trainer Jürgen Klopp nur eins: Genießen.

Auffallend: Seit Einführung der Europa League in der Saison 2009/2010 gab es keinen deutschen Sieger (2x Atletico Madrid und FC Sevilla, FC Porto, FC Chelsea London). Schalke 04 gewann 1997 als letzter deutscher Verein den damaligen UEFA-Cup.

Ob Champions League und Europa League für die Fußball-Fans zu einem Genuss werden, wird sich zeigen. Spannung ist aber auf jeden Fall garantiert. Große Namen garantieren ja auch große Tragödien.