Die Bayern sind auch im Basketball eine heiße Nummer

von knospepeter

Meister Alba Berlin hat am Donnerstag die Ehre, die neue Saison der Basketball-Bundesliga (BBL) gegen die Telekom Baskets Bonn zu eröffnen. Es gibt einen Verein, der sieht diese Ehre nur als geliehen an. Die Bayern aus München wollen die Berliner, Meister in den letzten zwei Jahren, endlich wieder vom Thron stürzen. Dafür und vor allem für Erfolge in der Euroleague haben sie gewaltige Kraft(sprich Geld)anstrengungen unternommen. Eins ist sicher: Die Bayern sind auch im Basketball eine ganz heiße Nummer!

Es droht der BBL das Schicksal der Fußball-Bundesliga, die von den Bayern mit neun Titeln in Folge dominiert wird. Das schaffte im Basketball noch niemand, Bayer Leverkusen war in grauer Vorzeit ebenso siebenmal hintereinander Meister wie Alba Berlin von 1997 bis 2003. Danach brach die Ära von Brose Bamberg an, deren Siegesserie von 2010 bis 2017 nur von den Bayern unterbrochen wurde (2014), dann übernahmen die Bayern (2018+2019) sowie Alba Berlin (2020+2021) den Titelstab. Jetzt wollen die Bayern wieder jubeln. Ihren größten Fehler des Vorjahres haben sie durch neun Neuzugänge ausgeglichen, als nämlich die Qualität der deutschen Spieler für die Bundesliga nicht ausreichend war. Sechs Spieler mit deutschem Pass müssen im Kader stehen. Das Team der Bayern mit vielen Ausländern war auf die Euroleague ausgerichtet, wo den Münchnern der größte Erfolg des deutschen Basketballs gelang, als sie die Play-Offs erreichten und an dem Endturnier der Final Four schnupperten. Die Bayern haben sich inzwischen in die Euroleague eingekauft, sind festes Mitglied geworden und deshalb inzwischen eine der interessantesten Adressen im europäischen Basketball.

Dieses Ziel hatte der damalige Vereinsboss Uli Hoeneß verfolgt, als er Basketball bei den Bayern unter seine Fittiche genommen und auf Erfolg getrimmt hat. Sein Nachfolger tritt in die gleichen Fußstapfen, Bayern-Präsident Herbert Hainer versprach vor der Saison: „Wir werden in die Mannschaft weiter investieren, das war erst der erste Schritt auf dem Weg in die internationale Spitze.“ So nebenbei will man auf diesem Weg auch national an der Spitze stehen. Eine Kraftanstrengung ohnegleichen, denn rund 80 Pflichtspiele stehen in einer Saison auf dem Programm.

Herbert Hainer hat Wort gehalten, als Spielgestalter Baldwin und Center Reynolds weiterzogen, beide nicht immer in Bestform, wurde mit Shooting Guard Hillard und Center Hunter prominent ausgeglichen. Frühere NBA-Profis und Stars in Europa, die vor ein paar Jahren der Bundesliga der Bundesliga noch die kalte Schulter gezeigt hätten. Und für die Bundesliga holten die Münchner mit dem Distanzschützen Andreas Obst aus Ulm einen der begehrtesten Spieler in Deutschland. Beobachter urteilen einmütig: Die Bayern haben sich insgesamt klar verbessert. Weiter aufwärts gehen soll es mit dem Umzug in die neue SAP-Arena im September 2022, wenn dann 12.000 Zuschauer Platz haben. Trainer Andrea Trinchieri jubiliert deshalb: „Dann ist der Himmel die Grenze. Der FC Bayern kann ein sehr spezieller Klub für Basketball in Europa werden.“

Der Rest der 18 Vereine muss sich quasi mit dem begnügen, was übrig bleibt, aber im Basketball haben ja die europäischen Ligen einen Boom, da kommt nicht einmal der Fußball mit. Die Euroleague ist die Super League, die einige Vereinspräsidenten von strauchelnden Star-Klubs im Fußball gerne hätten, die Champions League ist darunter angesiedelt und dann wird noch im Europacup und Europe Cup gespielt. Eine Beschäftigung also für sechs weitere Bundesligisten (Alba spielt ebenfalls in der Euroleague), praktisch die Hälfte der Liga macht sich auf nach Europa. Gespielt wird in der BBL übrigens eine Punktrunde mit 34 Spieltagen, dann gehen die besten acht Teams in die Play-offs wo der Deutsche Meister in Best-of-five-Serien ermittelt wird. Zwei Mannschaften müssen absteigen, einziger Neuling ist Heidelberg, weil Leverkusen auf den Aufstieg verzichtet hat. Im Vorjahr waren noch die Riesen Ludwigsburg Nummer 1 der Vorrunde, das Finale gewann dann allerdings Alba mit 3:1 Siegen gegen die Bayern.

Auch im Basketball hofft man natürlich auf die Rückkehr der Zuschauer, die meisten Hallen können zu 50 Prozent ausgelastet werden, manche sogar mehr. Die Spieler zeigten sich als Impf-Vorbilder, bis auf einen einzigen Akteur sind alle Profis geimpft. Das verhinderte allerdings nicht, dass die Bayern vor kurzem ein Turnier absagen mussten, weil einige Spieler in Quarantäne mussten und zum erteilt erkrankt waren. Dennoch herrscht im deutschen Basketball Zuversicht, dass vor allem Alba Berlin, das den Abgang von Meistertrainer Reneser verkraften muss, und die Bayern für Aufmerksamkeit sorgen, zumal am Ende der Saison das Final Four der Euroleague ein Berlin stattfinden wird und im September 2022 auch die Europameisterschaft in Deutschland ausgetragen wird. Basketball-Fans können sich also auf eine interessante Saison freuen.