Die Zukunft der Formel 1: Das Gesicht ändert sich
von knospepeter
Die Saison 2024 ist schon wieder Vergangenheit, in der Formel 1 haben alle bereits die Zukunft ins Visier genommen. Dabei wird 2025 nur ein Übergangsjahr werden und dennoch bei einigen Rennställen neue Gesichter bringen. Doch so richtig ändert sich die Formel 1 ab 2026. Neue Regularien, neue Autos und neue Firmen sorgen heute schon für eine große Erwartungshaltung. Für den einen oder anderen wird 2025 aber die Richtung für 2026 vorgeben. Spannend dürfte also auch das nächste Jahr werden.
Die Saison 2024 muss man zweigeteilt sehen. Im ersten Halbjahr dominierte Red Bull mit Weltmeister Max Verstappen. Das zweite Halbjahr gehörte allerdings McLaren, der Rennstall, der 2023 noch hinterherfuhr, führte plötzlich das Feld an und gewann am Ende sogar die Konstrukteurswertung, die bei den Firmen große Bedeutung, was die Fans oft unterschätzen. Verständlich, dass bei den Engländern groß gefeiert wurde, der Traditionsrennstall mit dem großem Namen gewann zuletzt vor 26 Jahren diesen Titel!
Red Bull schwächelte und Max Verstappen wurde nervös. Schon immer galt er als Fahrer, der keine Rücksicht nahm und nur seinen Erfolg suchte, aber diese Rücksichtslosigkeit steigerte sich, als er um seinen Titelgewinn, der bei Halbzeit fast schon in trockenen Tüchern war, noch zittern musste. Die Nervosität äußerte sich in Beleidigungen, noch im letzten Rennen nannte er die Jurymitglieder, die es wagten, ihm eine Zeitstrafe zu verpassen, „Idioten“. Das ist einem viermaligen Weltmeister nicht würdig.
Verstappen gewann wegen seiner Klasse, aber auch wegen der Nervenschwäche seines Konkurrenten Lando Norris, der oft die Pole Position holte, dann aber seinen Vorteil verspielte. Der Engländer muss selbstbewusster und härter werden, um Weltmeister werden zu können. Verbal greift er nach dem Sieg im letzten Rennen schon an: „Das nächste Jahr wird meins.“ Das nächste Jahr wird aber auch für Ferrari interessant, denn mit Lewis Hamilton fährt der siebenmalige Weltmeister künftig in Rot. Eine Erfolgsserie legte Hamilton in 246 Rennen für Silber hin, 84 Siege, 78 Pole Positionen, 153 Podestplätze, 8 Konstrukteurstitel und 6 Fahrer-Weltmeisterschaften. Hamilton tat auf einfache Art und Weise kund, was er fühlte. Auf seinem Helm prangte im letzten Rennen für Mercedes der Schriftzug „Danke“. Die Silbernen werden ihn vermissen, obwohl er in diesem Jahr hinter George Russell nur noch die zweite Geige spielte. Mercedes kann sich übrigens ein bisschen als Weltmeister fühlen, lieferte es McLaren doch die Motoren. McLaren siegte mit 666 Punkten vor Ferrari (652), Red Bull (589) und Mercedes (468).
Lewis Hamilton sorgt für den spektakulärsten Fahrerwechsel, andere sind bekannt oder werden folgen. Bei Red Bull gibt es wohl keine Zukunft für den Mexikaner Perez, den Mann hinter Verstappen. Eine neue Heimat findet der einzige deutsche Fahrer Nico Hülkenberg, er wechselt von Haas zu Sauber, doch eine bessere Zukunft beim bisher schwächsten Team kündigt sich erst für 2026 an, wenn Audi groß einsteigt. 2025 wird also ein Vorbereitungsjahr. Vielleicht wird dann auch das Interesse für die Formel 1 in Deutschland wieder größer, die übertragenden Fernsehanstalten Sky und RTL, das vom Pay-TV-Sender für einige Rennen Rechte für das Free-TV erwarb, klagten über einen Rückgang der Zuschauerzahlen.
Diese Tendenz passte nicht zum sonstigen Interesse für die Formel 1, das weltweit eher steigt. Vor allem der amerikanische Markt wird intensiv beworben und zeigt sich immer mehr interessiert. Das wird 2026 noch besser, wenn Cadillac als elfter Rennstall einsteigt. Auch für die Ölstaaten ist die Formel 1 interessant, Audi schloss eine strategische Partnerschaft mit dem Staatsfonds von Katar, Bahrain ist der Geldgeber für McLaren und Saudi-Arabien will bei Aston Martin einsteigen. Das Gesicht der Formel 1 ändert sich, da sollte es eigentlich möglich sein, dass es auch in Deutschland wieder ein Formel-1-Rennen gibt. Mehr Atmosphäre als in der Wüste ist garantiert.