Der Sport – Grantler

Kommentare rund um Fußball und anderen Sport

Kategorie: Olympia

Von Olympia wird nur geträumt

Es ist fast in Vergessenheit geraten, aber vergangenen Sonntag wären normalerweise die Olympischen Sommerspiele in Tokio zu Ende gegangen. Vom 24. Juli bis 9. August sollten sie stattfinden (Paraolympics vom 25. August – 5. September), 339 Goldmedaillengewinner hätte es geben sollen. Es wurden bekanntlich keine Medaillen verteilt, die möglichen Medaillenkandidaten saßen traurig zu Hause, die Corona-Pandemie hat alle gestoppt. Statt Gold gab es höchstens Covid-19. Von Olympia wird nur geträumt, jetzt träumen die Sportler (immer weiblich und männlich) davon, dass die Spiele im nächsten Jahr in Tokio tatsächlich stattfinden werden.

Der letzte Tag der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am vergangenen Wochenende in Braunschweig war genau der Tag, an dem auch Olympia enden sollte. Mit einer fulminaten Abschlussfeier, mit Feuerwerk und Jubel, mit begeistert gefeierten Olympioniken. Der Gegensatz konnte nicht krasser sein, Stille in Braunschweig, die Medaillengewinner und Platzierten mussten sich Plaketten und Urkunden schmucklos im Wettkampfbüro abholen. Wenigstens kleine Siegerehrungen hätte man organisieren können. So waren die Meisterschaften ein Spiegelbild dessen, wie die Olympia-Hoffnungen jetzt ihr Sportlerleben sehen: Trostlos.

Während die Profi-Fußballer in der Öffentlichkeit im Gespräch sind und die Finalrunden der europäischen Wettbewerbe feiern sowie ihre nationalen Meisterschaften beenden konnten, wenn auch nur als Geisterspiele, bleiben für die Olympioniken nur wenige Wettbewerbe, wo sie ein bisschen Wettkampfluft schnuppern und Abwechslung zum Trainingsalltag finden können. Zum Glück haben die meisten Spitzensportler wenigstens keine allzu großen finanziellen Probleme, die Förderungen laufen weiter, die Sporthilfe zahlt und die Athleten der Sportfördergruppen müssen keinen Gehaltsausfall hinnehmen. Ein Lichtblick. Für jeden Sportler unterschiedlich wird sein, welche Sponsorenverträge erfüllt werden und welche nicht. Ansonsten träumen sie von Olympia 2021, dass es wenigstens stattfindet, notfalls eben ohne Zuschauer. Nur im Wettkampfbüro sollten sie ihre Medaillen nicht abholen müssen.

Von Olympia träumen sie auch in Tokio (und werden vielleicht um den Schlaf gebracht) und im IOC. Die Ausrichter müssen sowieso Millionen-Verluste hinnehmen und einen organisatorischen Kraftakt vollbringen, so dass sie wahrscheinlich schon oft verflucht haben, dass sie sich überhaupt die Spiele ins Haus geholt haben. Beim IOC wird die Sorge immer größer, ob die Olympischen Spiele überhaupt noch eine Zukunft haben. Einerseits wird die Zahl der interessierten Nationen und Städte, die den finanziellen und organisatorischen Kraftaufwand überhaupt leisten können, immer kleiner, andererseits leidet der Ruf der Spiele immer mehr. Verschobene oder sogar ausgefallene Spiele helfen da nicht. Träume können also schon verschieden sein.

Was bleibt, ist also der Traum von Olympia. Für manche allerdings auch schlaflose Nächte.

Deutsches Olympia-Team steht vor einer Blamage

Wenn man keine Probleme hat, dann macht man sich welche. Und wenn man Probleme hat, dann ist es ja egal, ob noch ein paar dazu kommen. Nach dem Motto handelt wohl der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), in erster Linie sein unglücklicher Präsident Alfons Hörmann. Der war sich wohl in einer gewissen Einfalt der Tragweite nicht bewusst, als er Partei für die Eisschnelllauf-Oma Claudia Pechstein als Fahnenträgerin der deutschen Mannschaft für die Eröffnungsfeier bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang ins Gespräch brachte. Die 46-jährige ist eine von fünf Kandidaten für diese Ehre, sie ist bekannt, weiß Unterstützung für sich zu mobilisieren, ist aber denkbar ungeeignet Aushängeschild der deutschen Mannschaft zu sein. Alfons Hörmann war der Wegbereiter dafür, dass das Olympia-Team jetzt vor einer Blamage steht.

Wer als FahnenträgerIn ausgewählt wird, sollte olympische Erfolge vorweisen können, populär sein, aber auch eine gewisse Vorbildfunktion haben. Genau diesen Punkt erfüllt Claudia Pechstein nicht. Es ist zwar toll, dass sie bereits fünf Goldmedaillen gewann und jetzt mit 46 Jahren noch einmal aussichtsreich an ihren siebten Olympischen Spielen teilnehmen kann. Aber sie war von 2009 bis 2011 wegen auffälliger Blutwerte gesperrt worden und über ihrer Karriere liegt ein Schatten. Sportrechtlich ist diese Strafe bisher nicht revidiert worden, auch wenn sich Pechstein mit allen möglichen Klagen dagegen gewehrt hat und noch einen Schadensersatzprozess laufen hat. Angeblich steckt eine vererbte Blutanomalie dahinter, wie Experten ihr bestätigten. Allerdings ist es schon seltsam, dass diese „vererbte Leistungssteigerung“ ausgerechnet immer zu den sportlichen Höhepunkten auftrat. Kommt noch hinzu, dass sich Claudia Pechstein lange Zeit nicht gerade als Teil des Eisschnelllaufteams sah, Alleingänge unternahm und eine Sonderstellung im Training für sich beanspruchte. Dies übrigens auch im Olympia-Team, denn nur sie hat ihren Lebensgefährten Matthias Große an ihrer Seite, auf den sie als mentalen Trainer angeblich nicht verzichten kann. Große viel vor allem dadurch auf, dass er Pechstein-Gegner einzuschüchtern versuchte. Vorbildfunktion?

Diese kann man eher den anderen Kandidaten bescheinigen. Zum Beispiel Natalie Geisenberger, die in den letzten Jahren die Rodel-Konkurrenz auf Abstand hielt, Viktoria Rebensburg, Aushängeschild der alpinen Ski-Mannschaft oder Eric Frenzel, lange Zeit der dominierende Mann in der Nordischen Kombination. Alle gewannen sie bereits Olympia-Gold. Und da ist noch Christian Ehrhoff, Abwehrrecke der Eishockey-Nationalmannschaft mit NHL-Erfahrung, der vor seinen vierten Spielen steht. Allesamt gute Kandidaten, alle aber nicht so im Gespräch wie die Eisschnelllauf-Oma, die überall eher in den Medien auftauchte, wenn es um die Meldung über die Wahl des Fahnenträgers oder der Fahnenträgerin ging. Billige Werbung für sie.

Das ist nämlich schon von Gewicht, denn auch die Fans können wählen. Je zur Hälfte haben die Sportler und Fans den Stimmenanteil. Der DOSB hält sich raus und will allen Kritiken vorbeugen, dass er die falsche Wahl getroffen habe. Die falsche Vorauswahl war es aber bereits. Wählen kann man unter http://www.teamdeutschland.de bis einschließlich 4. Februar.

Wenn Claudia Pechstein tatsächlich gewählt werden sollte, dann würde das erstens ein schlechtes Licht auf das deutsche Team werfen, wäre aber auch irgendwie passend zur derzeitigen Situation der olympischen Familie. Dopingsünden von den letzten Winterspielen 2014 in Sotschi sind noch nicht ganz aufgearbeitet, da drohen auch für Pyeongchang gravierende Dopingvergehen. Journalisten deckten auf, dass die Dopingproben leicht manipuliert werden können. Beim IOC und der Dopingagentur WADA wird offensichtlich schlecht oder nur halbherzig im Kampf gegen das Doping gehandelt. So gab es für das erwiesene Staatsdoping von Russland nur wachsweiche Sanktionen. Russland als Nation ist nicht dabei, aber 169 angeblich saubere russische Sportlerinnen und Sportler unter neutraler Flagge.

Da mag eine Fahnenträgerin Pechstein ein kleines Übel sein, für den Ruf der Mannschaft wäre sie dennoch ein großes Übel. Nachdem sich Alfons Hörmann so für Pechstein ins Zeug gelegt hat, sollte der DOSB-Präsident bei einer Wahl Pechsteins Konsequenzen ziehen und seinen Rücktritt erklären. Er wäre dann nämlich dafür verantwortlich, dass die deutsche Mannschaft in einem schlechten Licht erscheint und vor dem ersten Start schon mal eine Niederlage erlitten hätte.

Zwei Siege für den Sport

In der Veranstaltungsflut des Spitzensports gingen in den letzten Tagen vielfach zwei wichtige Gerichtsentscheidungen fast unter. Dabei waren dies zwei Siege für den Sport, die vor allem juristische Sicherheit für die Zukunft geben.

Kurz vor den Winterspielen in Südkorea ist für den olympischen Sport vor allem das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte wichtig. Er bestätigte, dass das Doping-Kontrollsystem nicht gegen das Selbstbestimmungsrecht der Athleten verstößt. Geklagt hatten französische Verbände und Sportler, die das sogenannte „Whereabouts-System“ nicht hinnehmen wollten. Monate im Voraus müssen die Sportlerinnen und Sportler täglich eine Stunde benennen, in der sie für Dopingkontrollen zur Verfügung stehen. Die Straßburger Richter zeigten sich auf der Höhe der Zeit, sie gaben dem sauberen Sport den Vorrang. Bravo!

Anders sehen dies die Rechtsanwälte der Gegenseite, die davon sprechen, dass die Sportler persönliche Rechte verloren haben. Das haben sie, das ist eindeutig, aber im Kampf gegen Doping müssen sie dies hinnehmen, denn sonst kann der Kampf gegen Betrüger nie gewonnen werden. Gut, dies ist ein Kampf, der ewig dauern wird, aber das bisher schärfste Schwert, nämlich die unangemeldeten Dopingkontrollen, würde stumpf werden. Die Doping-Praktiken in Russland lassen grüßen. So dürfen wir darauf hoffen, dass in Pyeongchang (fast) nur saubere Athleten am Start sind, zumindest gut kontrollierte.

Das muss man den Athleten schon zugestehen, dass es nicht angenehm ist, im Voraus zu planen und den Aufenthaltsort zu bestimmen. In Deutschland gibt es absolut unangemeldete Kontrollen, was aber nur möglich ist, wenn die Kontrolleure wissen, wo die Sportler zu finden sind. Diese Einschränkungen der persönlichen Freiheit müssen Spitzensportler hinnehmen.

Das zweite richtungsweisende Urteil fällte das Bundesarbeitsgericht in Erfurt. Es stellte fest, dass befristete Arbeitsverträge im Profi-Fußball wirksam sind. Dagegen hatte der frühere Torhüter von Mainz 05, Heinz Müller, geklagt, Er wollte nicht hinnehmen, dass ihn der Trainer in die zweite Mannschaft verbannt hatte und somit dem Torhüter die Chance raubte, eine automatische Verlängerung des Vertrages zu erreichen. Es stand sogar im Raum, ob es so weit gehen würde, dass Profi-Fußballer mit ihren Vereinen quasi Rentenverträge abschließen könnten. Die Richter aber stellten eindeutig fest, dass der Profi-Sport eigenen Gesetzen unterliegt, die mit dem normalen Arbeitsleben nicht zu vergleichen sind. Es liegt an den Profi-Sportler selbst, für eine entsprechende Altersvorsorge Vorkehrungen zu treffen. Gestärkt wurde auch das Recht der Trainer, rein nach sportlichen Gesichtspunkten urteilen zu können. Am Ende erstreitet sich ein Ersatzspieler noch das Recht, dass er aufgestellt werden muss!

Wir sehen, wie überall im Leben, so gibt es auch im Sport immer wieder neue Fallstricke, diesbezüglich dürfen wir froh sein, dass die Richter mit gesundem Menschenverstand geurteilt haben. Angeblich ist das nicht immer der Fall.

Rückblick 2017: Wenn der Sport zum Witz wird

Der Sport gehört für uns zum Alltag. Den Leistungssport verfolgen wir mehr oder weniger gern, Sport treiben wir, weil es uns Spaß macht und vor allem gesund ist. Also einer der guten Vorsätze für das neue Jahr: Genug Sport treiben.

Was den Profi-Sport angeht, da lieben wir die Wettkämpfe, die Spannung, die tollen Leistungen. Manchmal wird der Sport aber auch zum Ärgernis, wenn Betrug und Korruption im Vordergrund stehen und die ehrlichen Leistungen in den Hintergrund drängen. Manchmal wird der Sport aber auch einfach zum Witz. Der Rückblick auf 2017 hat also nicht Welt- und Europameisterschaften zum Inhalt, sondern einige Blicke auf das Geschehen, bei dem der Sport zum Witz wird, ohne lustig zu sein.

Zu Witzbolden wurden die Medien, als sie im November verkündeten, Deutschland habe 85 Jahre nach Max Schmeling wieder einen Schwergewichts-Boxweltmeister. Der gute Max wird sich im Grab erbost aufgebäumt haben. Der Flüchtling Manuel Charr, im Libanon geboren, angeblich seit 28 Jahren in Deutschland und mit deutschem Pass versehen, holte sich den WBA-Titel. Doch damit begann die Reihe der witzigen Begebenheiten. Die Medien feierten Charr, doch der Weltmeister ist kein richtiger Weltmeister wie Max Schmeling, sondern über ihm thront noch ein „Super-Champion“, also der wirkliche Weltmeister. Er heißt Anthony Joshua, besiegte Vladimir Klitschko und ist Champion der Verbände WBA und IBF. Das Profi-Boxen als Witzveranstaltung kennt ja nicht nur verschiedene „Weltverbände“, sondern kürt auch Weltmeister, die gar keine Weltmeister sind, weil sich damit ein Kampf besser verkaufen lässt. Das ist kein Witz, sondern eigentlich Betrug.

„Weltmeister“ Charr wiederum hat die Öffentlichkeit veräppelt. Den Titel widmete er zuerst Deutschland, seinen WM-Gürtel dann dem türkischen Präsidenten Erdogan. Dann musste Charr kleinlaut zugeben, dass er gar keinen deutschen Pass hat, zuerst hat er ihn angeblich nicht abgeholt, dann war sein Einbürgerungsantrag abgelehnt worden, dann wiederum wird er ihn gleich beantragen. So viel zu einem „deutschen“ Weltmeister, der seinen großen Titel gegen einen 44-jährigen Herausforderer verteidigen will. In Köln, „das ist meine Heimat, ich liebe Deutschland“ sagt Charr, diese Art Witze lieben wir nicht.

Ein Witz ist es auch, dass viele Ausdauersportler unter Asthma leiden. Wer mit echten Asthmakranken zu tun hat, der weiß, wie sie leiden und zu keinem Leistungssport fähig sind. Die asthmakranken Sportler wiederum, wollen nur das Medikament, das die Atemwege öffnet und für mehr Sauerstoffzufuhr sorgt. Um nicht gegen die Dopingregeln zu verstoßen, muss man also ein Attest über die Krankheit vorlegen. Das ist kein Witz, sondern eine traurige Tatsache im Profi-Sport. Den Vogel hat nun Tour-Sieger Christopher Froome abgeschossen, der positiv getestet wurde. Eine Überdosis eines Asthmamittels wurde bei ihm festgestellt. Froome selbst ist sich keiner Schuld bewusst, „mir ging es schlecht, ich brauchte eine höhere Dosis, ich habe keine Regeln gebrochen“. Hier wird der ehrliche Sport mit Füßen getreten, die Tour de France als Asthma-Kur ist nur noch eine Farce oder eben ein Witz. Merke: Wer allen davon fährt, der kann nicht ganz sauber sein… Zur Witzfigur wird auch der Radsport-Weltverband UCI, wenn er diesem Treiben nicht Einhalt gebietet. Froome müssen die Titel aberkannt werden, er befindet sich auf den Spuren von Lance Armstrong. Ihre Gemeinsamkeit: Zuerst schwer krank, dann schwer zu schlagen auf dem Rad…

Zu Witz-Figuren werden auch Politiker und Funktionäre in Russland, die finstere und besonders westliche Mächte hinter ihrem eigenen Staatsdoping vermuten. Ihre kriminellen Machenschaften wurden aufgedeckt, doch die Russen selbst sehen darin nur eine Verschwörung. Ehrliches Doping gibt es nicht. Reihenweise wurden bekanntlich russische Sportler des Dopings überführt und die Olympia-Medaillen einkassiert. „Ihr bleibt unsere Helden“ feiern linientreue russische Medien die ertappten Olympiasieger. Feiern können sie höchstens den Deal mit dem IOC, dass Russland als Nation zwar ausgesperrt wird, aber nachweislich saubere und entsprechend neutral kontrollierte russische Athleten bei den Winterspielen in Pyeongchang unter neutraler Flagge starten dürfen. Russland ist nicht dabei, aber die russischen Athleten mittendrin.

Es ist kein Witz, sondern traurig, dass der Profi-Sport immer mehr nach dem Motto ausgetragen wird „wir sind alle Betrüger, es muss ja nicht jeder gleich merken“. Da wirkt dann eine Kampagne für das Fair Play, wie die vom Fußball-Weltverband FIFA, als größter Witz.

2016 werden die Weichen im Sport neu gestellt

 

Der Terminkalender im Sportjahr 2016 ist voll, aber nicht die sportlichen Wettbewerbe werden im neuen Jahr im Mittelpunkt stehen, sondern die Geschehnisse auf der Funktionärsbühne. Ob der Sport davon profitieren wird, das kann erst die Zukunft zeigen. Eines ist aber sicher, 2016 werden die Weichen im Sport neu gestellt. Wir Sportfans können nur darauf hoffen, dass sie für eine glückliche Zukunft gestellt werden.

Im Mittelpunkt wird auch 2016 der Skandal im Fußball-Weltverband stehen. Am 26. Februar soll der neue FIFA-Präsident gewählt werden und von dieser Wahl wird es abhängen, wie der Fußball-Weltverband in Zukunft wahrgenommen wird: Gibt es einen wirklichen Neuanfang oder eine verdeckte Art der alten Korruption? Der Gau wäre, wenn die Justiz auch die neuen FIFA-Funktionäre im Visier hätte.

Aber auch im Hinblick auf Olympische Spiele werden die Weichen neu gestellt. Wie zu hören ist, werden in Rio de Janeiro die Stadien bis zum Start am 5. August bereit sein, allerdings gibt es am Rande des Sportes in Brasilien erhebliche Probleme: Die ökonomische Krise des Landes, ein Korruptionsskandal, Umweltprobleme und Rückstand bei der Modernisierung der öffentlichen Verkehrsmittel. Dazu kommt, dass die sportlichen Aussichten des Gastgeberlandes nicht besonders gut sind. Fraglich ist, ob dann die typische brasilianische Begeisterung entflammt wird. Möglich, dass nur der brasilianische Optimismus hilft: Alles wird gut!

Allerdings stehen die Olympischen Sommerspiele ebenso dafür, dass auch bei Olympia die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Immer mehr Städte, immer mehr Länder, die sich für die Austragung von Olympischen Spielen bewerben wollen, haben Probleme, diese Großveranstaltung den Bürgern schmackhaft zu machen. Die Gegner haben leichtes Spiel: Sie prangern die Korruption in den Verbänden an, verweisen auf überdimensionale Kosten und punkten damit, dass das Geld für die eigene Bevölkerung besser angelegt wäre. Die Stadtväter von Hamburg und Boston haben zum Beispiel 2015 erfahren müssen, dass die Bevölkerung „NOlympia“ sagt. Insofern wären Probleme und galoppierende Kosten in Rio Wasser auf die Mühlen der Olymia-Gegner. Also, auch in Rio werden Weichen gestellt! Allerdings glaubt der Sport-Grantler nicht, dass generell die Zukunft von Olympia auf dem Spiel steht.

Man mag es kaum glauben, aber die Wettkämpfe, die Leistungen der Sportlerinnen und Sportler werden 2016 schon noch im Mittelpunkt stehen. Eben durch Olympia, aber auch durch die Fußball-Europameisterschaft vom 10. Juni bis 10. Juli in Frankreich. Im Sog des FIFA-Skandals wird alle Welt diese EM besonders kritisch betrachten.

Im Schatten dieser Großereignisse gibt es aber auch eine Reihe von anderen Weltmeisterschaften und Veranstaltungen von weltweitem Interesse, die dafür sorgen, dass uns Sportfans 2016 nicht langweilig wird. Es beginnt mit der Handball-Weltmeisterschaft vom 15. bis 31. Januar in Polen, die Eishockey-Weltmeisterschaft wird vom 6. bis 22. Mai in Russland ausgetragen (Eishockey gilt aber schon noch als Wintersportart!), die Leichtathletik-Europameisterschaft findet vom 6. bis 10. Juli in Amsterdam statt und dann gibt es ja auch noch die Formel 1 mit sage und schreibe 21 Rennen vom 20. März in Melbourne bis 27. November mit dem Finale in Abu Dhabi (auch in Deutschland wird wieder gefahren, 31. Juli Hockenheim), die Tour de France (2. bis 24. Juli), die großen Turniere im Tennis und Golf, das mit dem Ryder Cup vom 30. September bis 2. Oktober in Chaska/Minnesota auf ein Weltereignis verweisen kann.

Trotz aller Skandale freuen wir uns also auf das Sportjahr 2016. Der Sport-Grantler wird es wieder mit seinen Kolumnen begleiten und hofft, dass dies auch seine Blog-Leser auf allen fünf Kontinenten tun werden. Der Sport-Grantler wünscht allen ein gutes neues Jahr mit viel Spaß an jedem Tag und vor allem beim Sport.

Platini auf den Spuren von Sepp Blatter

Er ist eigentlich der „natürliche“ Nachfolger: UEFA-Präsident Michel Platini hat sich erklärt, er will jetzt doch Nachfolger von Joseph „Sepp“ Blatter als FIFA-Präsident werden. Noch im Frühjahr hatte er sich nicht getraut, gegen den Amtsinhaber anzutreten. Platini sah sich ohne Chance, wir sehen ihn ohne Mut. Jetzt hat der Franzose offensichtlich genügend Stimmen hinter sich gebracht, neben Europa stehen angeblich auch Süd-, Nord- und Mittelamerika hinter ihm sowie Asien. Da haben Blatters Lieblinge aus Afrika keine Chance mehr.

Michel Platini auf den Spuren von Sepp Blatter – es wird sich nichts ändern! Der Franzose ist Teil des Korruptionssystems des Fußball-Weltverbandes, er ist eine Marionette der Strippenzieher. Blicken wir zurück und hinter die Kulissen. Wäre es nach Europas Verband gegangen, wäre Blatter nie an die Macht der FIFA gekommen. Doch Platini unterstützte damals seinen Vorgänger Lennart Johansson nicht, sondern stand auf der Seite Blatters, der dann auch FIFA-Präsident wurde! Schon 2002 gab es Anstrengungen der Züricher Justiz, Blatters Korruptionsspielchen abzupfeifen, denn elf FIFA-Vorstände stellten Strafantrag gegen Blatter. Die Sache verlief im Sande. Blatter hatte freie Bahn. Wohin das führte, wissen inzwischen alle.

Michel Platini auf den Spuren von Sepp Blatter – er hat in Europa nach Blatters Prinzip gehandelt, sichere dir die Stimmen. Der Franzose hat den kleinen Nationen die Wege zu den großen Fleischtöpfen geebnet, hat durchgesetzt, dass mehr Nationen am Endturnier der Europameisterschaft teilnehmen können und den Nationscup der Nationalmannschaften ins Leben gerufen. Motto: Mehr Spiele mehr Geld. Umstritten auch die Jubiläums-EM 2020 in ganz Europa. Bei allen Entscheidungen hat Platini nicht an die Fans gedacht.

Den Weg für Platini bereitete offensichtlich der angeblich größte Strippenzieher im internationalen Sport, der kuwaitische Scheich Ahmed Al-Sabah, vor. Er ist in vielen Ämtern im Weltsport aktiv und hat das Gros der Stimmen aus Asien und Afrika unter Kontrolle. Er soll schon dem Deutschen Dr. Thomas Bach den Weg zur Wahl als IOC-Präsident geebnet haben. Gewisse Entscheidungen verwundern angesichts dieser Konstellation nicht mehr.

Michel Platini hat nach Stand der Dinge nur einen ernsthaften Gegenkandidaten, den Südkoreaner Chung Mong-Joon, der der Autobauer-Dynastie Hyundai angehört. Auch er hat sich schon als Strippenzieher profiliert und war wohl entscheidend daran beteiligt, dass die Weltmeisterschaft 2002 nicht nur nach Japan vergeben wurde, sondern Südkorea noch als Co-Ausrichter auf den WM-Zug springen konnte. Chung wirbt für sich damit, dass nur er eine dringend notwendige Änderung im Weltverband bewerkstelligen kann. Doch Zweifel sind auch hier angebracht.

Die weiteren bisher bekannten Kandidaten spielen nur eine untergeordnete Rolle, wenn sie überhaupt bis zuletzt ihre Kandidatur aufrecht erhalten. Der seriöseste Kandidat ist noch der jordanische Prinz Ali bin Al-Hussein, vor Europa ins Rennen gegen Blatter geschickt. Ein unbeschriebenes Blatt ist der liberianische Verbandspräsident Musa Bility, höchstens zur Unterhaltung tragen die ehemaligen Stars Maradona und Zico bei. Sie haben keine Erfahrung im Verbandswesen und ohne Strippenzieher geht gleich gar nichts. Es gibt ja Stimmen, die meinen, nur jemand von außen könnte den „Stall“ FIFA ausmisten, aber jemand von außen hat keine Chance auf die nötigen Stimmen!

Asien hat ein Monopol auf Olympia

Wenn es um Strippenzieher geht, dann kann man sich auch den Olympischen Spielen zuwenden. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat sich in eine Zwangsjacke stecken lassen und kommt da nicht mehr raus. War es früher so, dass Sommer- und Winterspielen ziemlich gleichmäßig zwischen den Kontinenten wechselten, so haben die IOC-Mitglieder diese sicherlich vernünftige Regelung aus den Augen verloren. Asien hat inzwischen ein Monopol auf Olympia! Nach den Spielen 2016 in Rio de Janeiro sind 2018 die Winterspiele in Pyeonchang in Südkorea, die Sommerspiele 2020 in Tokio und jetzt hat sich Peking die Winterspiele 2022 gesichert. Ein historisches Ereignis, weil Peking als erste Stadt nach den Sommerspielen 2008 auch Winterspiele ausrichtet. Die Entscheidung war mit 44:40 gegenüber Almaty (Kasachstan) knapp, aber es entschied der Kommerz gegen den Sport. Almaty präsentierte kompakte Spiele der kurzen Wege im Schnee, während es in Peking Spiele ohne natürlichen Schnee geben wird. Der wird künstlich erzeugt und alles wird weiß. Eine weiße Weste wird China allerdings nicht vorweisen können, schon jetzt gehen Menschenrechtler auf die Barrikaden, verweisen auf die Unterdrückung der Menschenrechte in China. Viel besser sieht es in Kasachstan auch nicht aus, so dass die Menschenrechte (leider) bei der Vergabe wohl keine oder höchstens eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Auch hier steckt das IOC in einer Zwangsjacke, da es zwar genug Kandidaten für die Sommerspiele, aber viel zu wenige für die Winterspiele gibt. Einer der ursprünglichen Interessenten, Oslo und München, wäre wohl zum Zug gekommen, dort aber lehnte sich die Bevölkerung gegen olympischen Kommerz und Belastung der Natur auf. Das IOC will diesbezüglich zwar eine Umkehr und verspricht Verbesserungen und weniger Gigantismus, aber für 2022 wurde dieser gute Wille noch nicht sichtbar. Die Strippenzieher haben auch hier gesiegt.

Olympia als Ziel, Olympia als Trost

Es laufen derzeit international große Turniere im Fußball, immer wieder im Gespräch sind aber auch die Olympischen Spiele. Es scheint so zu sein: An Olympia kommt niemand vorbei. Die Themen sind allerdings sehr unterschiedlich. Einmal ist Olympia das Ziel, dann wiederum gilt die Teilnahme an den Olympischen Spielen als Trost. Ein schöner Trost, könnte man sagen.

Nehmen wir zuerst einmal Olympia als Ziel. Vor wenigen Tagen hat die französische Hauptstadt Paris ihre Bewerbung für die Ausrichtung der Sommerspiele 2024 kundgetan. 2024 hätte seinen Reiz, denn vor genau dann 100 Jahren war Paris zum letzten Mal Gastgeber. Für 1992, 2008 und 2012 scheiterten die Franzosen. Jetzt aber ist Paris eine starke Bewerbung mit der Unterstützung von über 60 Prozent der Bevölkerung (es gibt Umfragen, die sprechen sogar von über 70 Prozent). Gerade die Sommerspiele haben ihren Reiz nicht verloren, nach den Spielen in Südamerika (Rio de Janeiro 2016) und Aisen (Tokio 2020) kann man über die Bewerber-Städte aus Europa sagen, eine ist attraktiver als die andere: Hamburg, Rom, Paris, wahrscheinlich auch noch Budapest und Istanbul, als Klammer zwischen Europa und Asien. Als Favorit für die Austragung galt aber der amerikanische Kandidat, weil das IOC einen lukrativen Fernsehvertrag mit dem US-Sender NBC abgeschlossen hat. Das Rennen machte zur Überraschung der Fachwelt mit Boston vor San Francisco und Washington, angeblich der schwächste Kandidat. Aber die Granden vom IOC haben schon oft ähnliche seltsame Entscheidungen getroffen wie die der FIFA… Vernunft ist bei Funktionären manchmal ein Fremdwort.

Tatsache ist, dass die Sommerspiele attraktiv bleiben, im Gegensatz zu den Winterspielen, die zumindest in Europa zunehmend ins Visier der Umweltschützer geraten sind und es interessierten Städten nicht gerade leicht machen, Zustimmung zur Austragung der Spiele zu erhalten. Siehe das Beispiel München, als sich die Bevölkerung gegen Olympia aussprach. Hier könnte auf das IOC das Problem zukommen, dass nur noch – sagen wir mal – die weniger demokratischen Staaten die Winterspiele ausrichten wollen.

Ohne Titel bleibt immer noch Rio

Aber bleiben wir bei den Sommerspielen und da steht Rio 2016 im Blickpunkt. So auch bei den deutschen Auswahlmannschaften. Die U21 bei der Europameisterschaft und die Frauen bei der Weltmeisterschaft kämpften um Titelehren. Aber einen Erfolg haben sie frühzeitig bereits errungen: Sie haben sich die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2016 erkämpft. Olympia also auf jeden Fall schon mal als Trost, sollte es mit dem Titel nicht klappen. Auch so wird Olympia attraktiv…

Bei den Fußball-Junioren der U21 ergibt sich allerdings eine seltsame Konstellation, die aufzeigt, dass beim Weltverband FIFA – wen überrascht das noch – nicht weitsichtig gedacht wird. Nachdem das Olympische Fußballturnier keine Konkurrenzveranstaltung zur Weltmeisterschaft sein soll, haben sich IOC und FIFA darauf geeinigt, dass nur Spieler unter 23 Jahren an Olympia teilnehmen dürfen. Eine Ausnahme: Drei Spieler dürfen älter sein. Der Fehler: Viele derjenigen Spieler, die jetzt bei der Europameisterschaft die Kastanien aus dem Feuer holen sollen, sind in einem Jahr für Olympia zu alt! Für die EM zählte als U21 der Start der Qualifikation 2013, Stichtag war der 1. Januar 1992, die Spieler mussten danach geboren sein. Zur EM-Runde sind viele logischerweise älter als 21. Warum weitet man dies gleich bis zu den Olympischen Spielen aus? FIFA-Funktionäre können wohl nicht von 2013 bis 2016 denken…

EM und Olympia: Zwei große Turniere im Sommer 2016

Die Olympia-Teilnahme 2016 bringt aber auch logistische Probleme mit sich. Spieler wie Torhüter Marc-André ter Stegen, Emre Can und Kevin Volland machen sich auch Hoffnung auf den Sprung in die A-Nationalmannschaft. Sie wollen bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreich dabei sein, die vom 10. Juni bis 10. Juli ausgetragen wird. Das Fußballturnier in Rio läuft vom 3. bis 20. August. Für Olympia besteht keine Abstellungspflicht für die Vereine, beide Turniere wird kaum einer spielen können oder dürfen. Für den jungen Spieler, der den Sprung zur EM nicht schafft, bleibt also Olympia als Trost…

Übrigens: 1988 in Seoul war eine deutsche Fußballmannschaft zum letzten Mal bei Olympia dabei. Trainer war der Kölner Hannes Löhr, mit Jürgen Klinsmann, Frank Mill und Wolfram Wuttke waren drei Spieler dabei, die bei EM und Olympia auflaufen durften. Also, es geht doch! Deutschland holte Bronze.

Bronze gab es bisher nur für die deutschen Frauen, die ansonsten Welt- und Europameister wurden, aber nie Olympiasieger. 2000, 2004 und 2008 holten sie sich die Medaillen, 2012 fehlte Deutschland. Nächstes Jahr ist Deutschland wieder dabei und Bundestrainerin Silvia Neid darf sich auf einen zumindest attraktiven Abschluss ihrer sportlichen Karriere freuen. Olympia war ein erstes Ziel für die Weltmeisterschaft in Kanada (drei Starter aus Euorpa), Hauptziel bleibt allerdings der WM-Titel. Gelingt der große Erfolg nicht, bleibt immer noch Olympia als Trost… Und Altersbeschränkungen gibt es bei den Frauen nicht.

Europaspiele: Keiner kennt sie, keiner braucht sie

Ein Jahr ohne sportliches Großereignis wie Fußball-Weltmeisterschaft oder Olympische Spiele, geht das? Geht nicht, sagen sich die Organisatoren bzw. die Geldhaie der Welt. Schon lange geisterte in Europa der Gedanke umher, in Jahren, wenn es kein Olympia gibt, Spiele für Europa auszutragen. Der Hintergedanke: Damit muss doch Geld zu verdienen sein. Nach vielen Jahren des Zögerns, des Verhandelns, des Abwägens von Pro und Kontra ist es so weit: In Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan, finden vom 12. bis 28. Juni die ersten Europaspiele statt! Schreit hier jemand „Hurra“?

Die Europaspiele 2015: Keiner kennt sie, keiner braucht sie, aber es gibt sie. Die Europäer guckten schon lange auf die anderen Kontinente, wo Asienspiele, Ozeanienspiele, Ostasienspiele oder die Panamerikanischen Spiele ausgetragen werden. Warum also nicht so etwas auch in Europa? Ein schönes Sportfest, das die Zuschauer, vor allem aber die Sponsoren anlocken soll. Viele Verbände wehrten ab, aus Verantwortungsbewusstsein den Athleten gegenüber, die sowieso schon über eine allzu große Belastung klagen. So sind zum Beispiel Leichtathleten und Schwimmer dagegen. Die Sportarten tauchen zwar in Baku auf, aber die Elite ist nicht am Start. Diese Verbände befürchten auch, dass ihre Meisterschaften durch ein zusätzliches globales Ereignis entwertet werden.

Qualifikationen für Olympia 2016 in Rio

Bezeichnend, dass Baku den Zuschlag erhielt, weil es gar keinen anderen Interessenten für die Europaspiele gab! Aserbaidschan scheiterte mit seinen Bewerbungen für die Olympischen Sommerspiele 2016 und 2020, als Ersatz also die Europaspiele 2015. Veranstalter sind die Europäischen Olympischen Komitees, 50 Nationen werden am Start sein, rund 6000 Sportlerinnen und Sportler werden erwarten, sie starten in 31 Disziplinen in 20 Sportarten, davon vier nichtolympische. In manchen Sportarten machen Qualifikationen für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro die Teilnahme attraktiv. Deutschland wird mit rund 260 Athleten vertreten sein, an der Spitze Stars wie Fabian Hambüchen (Turnen), Timo Boll (Tischtennis) und Britta Heidemann (Fechten). Basketball, Beachsoccer, Leichtathletik und Sambo werden nicht besetzt.

Aserbaidschan, ein Land, in dem Menschenrechte oft nichts gelten und Meinungsfreiheit ein Fremdwort ist, bemüht sich, die Werbetrommel für die Europaspiele zu rühren. In zahlreichen Ländern Europas wurde in Fernsehspots für das Sportereignis geworben. Der Sport-Grantler hat dagegen noch nie Werbung für Olympische Spiele gesehen! Die sind ein Selbstläufer, die Europaspiele müssen erst mal ins Laufen kommen. Immerhin gibt es Fernsehübertragungen in 33 europäische Ländern, vierzehn Nationen außerhalb Europas sind zudem auf Sendung. In Deutschland will der Spartensender Sport1 alle Wettbewerbe live übertragen, rund 100 Stunden Sendezeit sind veranschlagt. Auf dem Programm stehen dann u. a. Badminton, Karate, BMX, Sambo, Aerobic und anderes (nähere Informationen auf http://www.sport1.de).

Für den Sport-Grantler steht fest: Die Europaspiele sind kein Ereignis, sondern ein Lückenfüller. Spitzensportler werden sich diese zusätzliche Belastung nicht antun. Olympische Spiele sind ein Erlebnis, das jede Karriere krönt. Ein Start bei den Europaspielen ist für den einen oder anderen Athleten eher mit der Hoffnung verknüpft, durch ein gutes Ergebnis die Karriere in Schwung zu bringen. Die Europaspiele sind Bundesjugendspielen wohl näher als Olympischen Spielen. Besser wäre es gewesen, die Pläne in den Schubladen zu lassen. Bleibt die Frage, ob es überhaupt eine Neuauflage geben wird. Angeblich zeigen die Niederlande für 2019 Interesse.