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Wenn die Bundesliga zur Nebensache wird, dann feiern die Gäste einen Rekord

Was für ein seltsames Wochenende in der Fußball-Bundesliga: Der 25. Spieltag der Saison 2024/25 wird in die Geschichtsbücher eingehen! Zum ersten Mal gab es an zwei Spieltagen in Folge keinen Sieg der Hausherren! Vor einer Woche rettete der FC Augsburg mit einem 0:0 gegen Freiburg die Gastgeber vor der totalen Blamage, diesmal gab es immerhin vier Unentschieden, aber wieder keinen Sieg – übrigens zum elften Mal in der Bundesliga-Geschichte.

Was bei diesem seltenen und seltsamen Ereignis auffiel, die auf Europas Bühne beschäftigten Klubs schenkten die Spiele in der Liga praktisch her, die Bundesliga wurde zur Nebensache, das Wochenende zwischen den wichtigen Spielen in Champions League und Europa League störte nur. Besonders krass war es bei Bayern München, denn Trainer Vincent Kompany brachte eine komplette B-Elf aufs Feld, die Quittung war ein 2:3 gegen Bochum. Stimmt also doch nicht, was früher Experten behaupteten, Bayern würde auch mit einer B-Elf Deutscher Meister werden. Auch Xabi Alonso warf in Leverkusen die Rotationsmaschine an, kassierte ein 0:2 gegen Bremen und konnte so die Bayern-Niederlage nicht nutzen. Weniger krass die Wechsel in Dortmund, da war das 0:1 gegen Augsburg wohl eher ein Zeichen fehlender Dortmunder Beständigkeit. Ganz so schlimm schlug auch Dino Toppmöller in Frankfurt nicht zu, dass er aber auf Torjäger Ekitike und Spielmacher Mario Götze verzichtete, war ein Zeichen. Ekitike kam spät und verschoss in den letzten Minuten einen Elfmeter. Da fehlte wohl die Konzentration, Union Berlin freute sich über den 2:1-Sieg. Die besten Mannschaften halfen den Kellerkindern, was fast schon an Wettbewerbsverzerrung grenzt. Nur so konnte eine wohl weitere Einmaligkeit passieren, dass die letzten acht Mannschaften der aktuellen Tabelle keine Niederlage einstecken mussten, von den ersten zehn Teams gewann dagegen nur Mainz und stürmte mit dem 3:1 in Gladbach auf Rang drei!

Die Schonungen der Stammspieler waren allerdings nicht unbedingt erfolgreich. Eine bittere Pille musste vor allem Alonso schlucken, der zur zweiten Halbzeit doch Florian Wirtz brachte, der aber nur ein Viertelstunde später nach einem Foul von Weiser mit einer Innenbandverletzung am Knöchel wieder vom Platz musste und jetzt wohl wochenlang ausfällt! Pech hatte auch Kompany, denn Palhinha flog in der 43. Minute nach einem Foul vom Platz. Nichts war es mit Schonung, jetzt musste mit einem Mann weniger mehr gearbeitet werden. Immerhin verletzte sich von den Stars, die teilweise Stück für Stück aufs Feld kamen, keiner. Eine besondere Situation gab es übrigens für den VfB Stuttgart, der musste in Kiel zwangsläufig auf sechs Abwehrspieler verzichten, eine erzwungene Rotation also, da war das 2:2 fast schon ein Erfolg.

Am kommenden Wochenende wird es wohl „normal“ weitergehen, es ist der letzte Spieltag vor der Länderspielpause, aber da darf man bei vielen Ausfällen und Verletzungen auf das Aufgebot von Bundestrainer Julian Nagelsmann am Donnerstag für die Viertelfinalspiele der Nations League gegen Italien (20./23. März) gespannt sein. In der Bundesliga fallen zwei Keller-Duelle ins Auge, St. Pauli erwartet Hoffenheim und noch brisanter Heidenheim gegen Kiel, quasi ein Kampf gegen den letzten Platz, den Heidenheim gern an die Störche weiterreichen würde, dann muss aber die Erfolglosserie reißen. Immerhin darf der Tabellenletzte einen Rekord vermelden: Sirlord Conteh kam beim 1:1 in Hoffenheim erst in der 85. Minute aufs Feld, sprintete aber ausgeruht gemessene 37,38 km/h, damit war er nicht nur der schnellste Mann des Spieltags, sondern mit dieser Geschwindigkeit wurde noch kein Spieler der Bundesliga gemessen! Da sollte Heidenheim doch schnell den letzten Platz verlassen können…

Bayer hofft auf ein Wunder

Nebensache Bundesliga, Hauptsache Champions League. Der zweite Teil des großen deutschen Duells steht am Dienstag bevor, allerdings unter ganz anderen Vorzeichen. Nach dem 0:3-Debakel in München steht Leverkusen mit dem Rücken zur Wand und hat zudem Verletzungsprobleme. Es könnte nicht nur Wirtz ausfallen, sondern auch der Einsatz von Mittelfeldlenker Xhaka und Abwehras Tapsoba ist fraglich. Im Hinspiel lieferten die Bayern ihr vielleicht bestes Spiel der Saison, während sich die Leverkusener mit Fehlern und einem unnötigen Platzverweis fast selbst schlugen. In Sachen Taktik hatte zudem Kompany gegen Kollegen Alonso die besseren Ideen und revanchierte sich so für Demütigungen in der Vergangenheit. Auch die Münchner müssen eine Schwächung hinnehmen, Torhüter Manuel Neuer hat sich im Hinspiel beim Torjubel an der Wade verletzt. Der 21-jährige Jonas Urbig kam so zu einem unverhofften Debüt, muss jetzt Neuer vertreten, was vielleicht eine gewisse Unsicherheit auslöst.

Bayer Leverkusen braucht fast ein Wunder und wird sich vielleicht an ein Spiel mit einer sensationellen Wende erinnern. Im Finale 2005 hat der AC Mailand bei Halbzeit mit 3:0 gegen den FC Liverpool geführt, am Ende stand es nach Verlängerung 3:3. Im Elfmeterschießen siegte Liverpool mit 3:2, weil Torhüter Dudek gleich zwei Elfmeter hielt. „Es ist erst Halbzeit,“ machte sich auch Alonso nach dem ersten Spiel Mut. Eine bessere Ausgangsposition hat Borussia Dortmund nach dem 1:1 gegen Lille, doch bedenklich ist, dass die Mannschaft nach der Führung den Faden verlor und ihn auch gegen Augsburg nicht mehr fand. Immerhin: In der CL zeigte Dortmund keine Auswärtsschwäche. Eintracht Frankfurt hat in der Europa League nach dem 2:1-Sieg in Amsterdam gegen Ajax die besseren Karten in der Hand und lässt sich mit der bekannten Europacup-Euphorie vielleicht ins Viertelfinale tragen.

Rekord bei den Frauen

Die Ergebnisse der Frauen-Bundesliga sorgten nicht für Aufregung, die Spitzenteams gaben sich hier keine Blöße, München siegte in Köln 3:0, Frankfurt gegen Essen 2:1 und Wolfsburg in Leipzig mit 2:0. Im Gespräch waren allerdings die Zuschauerzahlen, denn Köln zog ins Müngersdorfer Stadion um und hatte gegen die Bayern 35711 Zuschauer! Der Bundesliga-Rekord wurde allerdings knapp verfehlt, bei der Müngersdorfer Premiere vor einem Jahr kamen 38365 Besucher gegen Frankfurt. Einen Rekord gibt es dennoch bei den Frauen, der zweitklassige Hamburger SV meldet für das Pokalspiel am 23. März gegen Werder Bremen „ausverkauft“. 57000 kommen ins Volksparkstadion!

Am Wochenende werden wieder die Ergebnisse im Vordergrund stehen, in München kommt es am Freitag (16.55 Uhr/live im ZDF) zum Schlagerspiel gegen den Dritten VfL Wolfsburg. Der alte Kontrahent liegt gleichauf mit Frankfurt nur drei Punkte zurück. Da steht quasi eine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft an.

Skandal bei der Nordischen Ski-WM

Die nordische Ski-Weltmeisterschaft in Trondheim war eigentlich ein großes Fest, auch wenn das Wetter mit viel Regen und Wind nicht gerade mitspielte. Die deutsche Mannschaft konnte mit der Ausbeute von neun Medaillen (1 Gold, 4 Silber, 4 Bronze) zufrieden sein und belegte in der Medaillenwertung Rang vier. Gold gewann die Kombinierer im Team-Wettbewerb und profitierten davon, dass der Norweger Grabaak mit einer nicht regelgerechten Bindung disqualifiziert wurde. Das war aber nur ein kleiner Teil des großen Skandals, am Ende der Veranstaltung wurde nämlich öffentlich, dass die Gastgeber verboten getrickst hatten. Vor allem die Anzüge der Skispringer der Norwegen waren wohl manipuliert, ohne dass dies bei der Kontrolle auffiel. Erst ein geheim gedrehtes Video brachte die Verfehlungen ans Licht. Nach der Disqualifikation von drei Springern räumte der Verband schließlich Regelverstöße ein, will aber nicht Vorsatz sprechen, sondern nannte es „Dummheit“. Die Verbände aus Slowenien, Polen und Österreich hatten die Sache ins Rollen gebracht und forderten den Ausschluss von Norwegen. Nun ist der Weltverband gefordert, Licht ins Dunkel zu bringen, Norwegen wird sich über seine 33 Medaillen (13 Gold, 12 Silber, 8 Bronze) kaum mehr richtig freuen. Keine andere Nation konnte da mithalten. Die Frage ist dann auch, ob beim Rekordler Klaebo, der alle Rennen bei den Männern gewann und sechsfacher Sieger wurde (gab es noch nie!), alles mit rechten Dingen zugegangen ist! Auf deutscher Seite war der Kombinierer Vinzenz Geiger mit vier Medaillen der (saubere) Held.

Bayern oder Bayer – Kampf um die Nummer 1!

Die Bundesliga bietet den Fußballfans eigentlich genug Gesprächsstoff, getoppt wird das nationale Geschehen aber durch das Duell Bayern gegen Bayer im Achtelfinale der Champions League. Gespielt wird am Mittwoch in München, das Rückspiel steigt am Dienstag, 11. März in Leverkusen. Dabei geht es um nicht mehr oder weniger um die Frage, wer die Nummer 1 in Deutschland ist. Bayer macht den Bayern aktuell den Anspruch als Nummer 1 streitig.

Klar, die Münchner verweisen auf die Bundesliga, wo sie mit acht Punkten Vorsprung vor Leverkusen führen, dem Doublesieger des Vorjahres wollen sie den Titel wieder abjagen. Natürlich hat Bayer in der Liga noch nicht aufgegeben, zumindest im Pokal winkt eine erfolgreiche Titelverteidigung (Drittligist Bielefeld ist der Gegner im Halbfinale, daneben trifft Stuttgart auf Leipzig). Die Krone ist aber die Champions League mit der internationalen Reputation. Da haben die Münchner immer noch die Nase vorn, werden zum Favoritenkreis gezählt, nicht aber Leverkusen. Doch das deutsche Duell ist ein Vergleich auf Augenhöhe, wobei die Bayern noch den emotionalen Rückenwind verspüren, dass Finale am 31. Mai in der eigenen Allianz Arena zu erreichen. „Titel dahoam“ ist der Wunschgedanke.

Die Statistik weist für beide Teams Stärken auf. Leverkusen kann vor allem auf die Bundesliga verweisen, mit Trainer Xabi Alonso ist der Verein in den sechs direkten Duellen noch ungeschlagen. Auch Kollege Vincent Kompany konnte diese Bilanz nicht aufhübschen, rettete zuletzt den Acht-Punkte-Vorsprung in der Bundesliga mit Mauertaktik und einem 0:0. Es gab kaum Schüsse auf des Gegners Tor und eine Menge Glück. Das half jetzt auch beim 3:1-Sieg in Stuttgart, als der VfB großzügig zwei Geschenke verteilte. Aber auf Geschenke von Bayer sollte niemand in München hoffen. Die nationale Statistik spricht also für Bayer, die Bayern saugen Selbstvertrauen aus der CL-Statistik: Von den letzten elf Achtelfinalspielen haben sie nur eins verloren (9 Siege), seit vier Jahren sind sie zu Hause in der Champions League ungeschlagen, zuletzt siegte Paris 3:2 Mai 2021 im Viertelfinale in München und Bayern schied aus. Das soll gegen Bayer nicht passieren, ganz im Gegenteil, es geht sogar um ein Polster für das Rückspiel.

Das Momentum könnte aber auf Leverkusener Seite liegen, Xabi Alonso hat sein Team wieder auf Vorjahresform gebracht, wo bekanntlich eine Saison ohne Niederlage gelang. Und: Bisher hat Alonso den Gegner jeweils taktisch ausmanövriert. Zwei Haken gibt es, der Einsatz von Abwehr-As Tapsoba ist noch ungewiss und ein Ego-Trip von Torjäger Boniface beim 4:1-Sieg in Frankfurt sorgte für Ärger. Mehr Unruhe herrscht allerdings in München, wo vor allem die Vertragsverhandlungen mit Joshua Kimmich die Schlagzeilen beherrschen. Die Bayern zogen ihr Angebot zurück, der Aufsichtsrat hat offensichtlich die Geduld verloren. Sportvorstand Max Eberl versucht zu retten, was zu retten ist und kämpft dabei um seinen guten Ruf. Gegen Stuttgart fiel Kimmich verletzt aus, Pavlovic war zudem krank, aber Goretzka und Palhinha sorgten dafür, dass das Fehlen der Mittelfeldstrategen nicht auffiel. Wer ist am Mittwoch dabei? Andererseits haben die Münchner eine Feierwoche hinter sich, der 125. Geburtstag des Vereins wurde auf dem Nockherberg gefeiert, pünktlich dazu wurde das 400.000 Mitglied begrüßt. Aber jetzt ist Schluss mit lustig.

Ganz im Schatten dieses Duells steht Borussia Dortmund, das sich ebenfalls für das Achtelfinale qualifiziert hat und am Dienstag auf Lille OSC trifft. Die Franzosen liegen in der Liga auf Rang fünf und eine 1:4-Niederlage in Paris sorgte nicht Selbstvertrauen. Dagegen freut sich Dortmund über einen Aufwind, erstmals gelangen in der Bundesliga zwei Siege hintereinander und in der CL klappte es ja sowieso besser. Hochmut käme aber vor dem Fall, das Viertelfinale lockt, der Sieger des Duells Benfica Lissabon – FC Barcelona wäre der nächste Gegner. Für München/Leverkusen wäre die Aufgabe mit Rotterdam/Inter Mailand im Viertelfinale eventuell leichter, im Halbfinale könnte es erneut ein deutsches Duell geben!

Der Spieltag der Gäste

Die Bundesliga ist der Alltag, heißt es immer wieder, am vergangenen Wochenende war der 24. Spieltag aber ein Feiertag – für die Gäste! Das gab es schon ewig nicht mehr, dass kein einziger Gastgeber gewinnen konnte, Augsburg rettete mit einem 0:0 gegen Freiburg die Ehre der Hausherren. Diese Nullnummer war aber das logische Ergebnis der beiden abwehrstärksten Vereine der Rückrunde. Der FCA ist seit acht Spielen ungeschlagen und Torhüter Finn Dahmen feierte mit jetzt 434 Minuten ohne Gegentor einen neuen Vereinsrekord. Der frühere U21-Nationaltorhüter, erst in der Rückrunde wieder die Nummer 1 geworden, wird gleich als Kandidat für Bundestrainer Julian Nagelsmann gehandelt. Am Samstag geht es nach Dortmund, ob da die Serie hält? Den größten Sieg feierte Holstein Kiel, das 1:0 bei Union Berlin war nämlich historisch – der erste Bundesliga-Auswärtssieg der Vereinsgeschichte! Dadurch konnten die Störche die „Rote Laterne“ an Heidenheim weiterreichen, vergrößerten aber die Probleme in Berlin. Für Union war es eine schwarze Woche, erst das endgültige Sportgerichtsurteil, dass das Skandalspiel gegen Bochum (1:1) für den Gegner gewertet wird, dann die unnötige Niederlage auf dem Spielfeld.

Die Heidenheimer geraten sportlich immer mehr in die Bredouille, im Vorjahr hatten die Württemberger als Neulinge beeindruckt und schossen sich als Achte sogar in die Conference League. Nicht nur die doppelte Belastung macht Sorgen, sondern vor allem fehlen die Torjäger des Vorjahres. Tim Kleindienst schoss zwar beim 3:0 von Gladbach kein Tor, aber er zeigte dennoch, welche Qualität Heidenheim fehlt. Jetzt geht es am Schlossberg abwärts. Die nächsten beiden Spiele könnten wegweisend sein, zuerst geht es zu Hoffenheim, danach kommt Kiel auf die Ostalb. Da sollte die Serie der acht Spiele ohne Sieg enden, sonst sieht es zappenduster aus.

Die Gäste waren erfolgreich und kletterten in der Tabelle. Mainz 05 siegte 2:1 in Leipzig und katapultierte sich auf Rang vier, dort, wo sich der Gastgeber eigentlich sieht. RB ist aber nur Sechster, bangt um das internationale Geschäft und Trainer Marco Rose um seinen Job. Er hat eine Jobgarantie für ein Spiel, Samstag in Freiburg – es gibt Hoffnung, ist ja auswärts. Auch der VfB Stuttgart spielte im Vorjahr in der Champions League, doch die rückt für den Vizemeister immer mehr in die Ferne, noch fehlen von Rang acht aus nur fünf Punkte, da ist ein Sieg in Kiel Pflicht. Der nächste Gast an der Neckar heißt danach aber Leverkusen. Auf Rang drei liegt immer noch Frankfurt, doch den Nachweis, eine Spitzenmannschaft zu sein, konnte die Eintracht gegen Bayern und Bayer nicht erbringen. Wohin führt der Weg? Union sollte zunächst eine leichtere Aufgabe sein.

Übrigens: Vom Oberhaus ein Blick ins Unterhaus, in der 2. Bundesliga geht es in der Spitzengruppe besonders eng zu. Der Hamburger SV öffnete mit einer 0:2-Niederlage in Paderborn den Verfolgern die Tür, Kaiserslautern schloss auf, aber gleich neun Mannschaften darf man zu Kreis der Aufstiegsanwärter zählen, also die halbe Liga. Karlsruhe hat mit 36 Punkten auf Rang neun nur sechs Zähler Rückstand auf die beiden Spitzenteams! Zwei Siege in zehn Spielen aufholen, das könnte möglich sein, selbst Nürnberg mit 35 Punkten auf Rang zehn hofft noch…

Die Frauen-Nationalmannschaft hat mit einem 4:1-Sieg über Österreich den ersten Teil der Nations League erfolgreich bewältigt, aber Euphorie herrscht nicht. Ganz im Gegenteil, Bundestrainer Christian Wück war gar nicht zufrieden, monierte Fehler und mangelnde Passqualität. Bis zur EM im Juli bleibt ihm noch viel Arbeit. Jetzt steht aber die Bundesliga wieder im Mittelpunkt und auch bei den Frauen geht es an der Tabellenspitze eng zu: Bayern (38 Punkte, jetzt in Köln) führt vor Frankfurt (35/gegen Essen), Wolfsburg (35/in Leipzig) und Leverkusen (30/in Jena). Auch da ist also noch alles möglich.

Die Fußball-Bundesliga gibt Rätsel auf

In der Hinrunde kamen mehr Zuschauer zu den Spielen der Fußball-Bundesliga als im Vorjahr. An der Spannung kann es nicht gelegen haben, denn an der Tabellenspitze liegen die führenden Teams Bayern, Leverkusen und Frankfurt je acht Punkte auseinander, am Tabellenende tragen mit Heidenheim, Bochum und Kiel drei Mannschaften ihre „Keller-Meisterschaft“ aus. Was also ist der Grund des Zuspruchs? Die Antwort könnte sein: Um dieses Rätsel zu lösen, lohnt ein Blick auf die Ergebnisse und da wird erkennbar, die Bundesliga gibt Rätsel auf. Überraschungen sind garantiert!

Eine Konstante gibt es nicht. Selbst bei Tabellenführer Bayern München kann man sich nicht sicher sein, welche Leistung geboten wird. Immerhin: Der Abstand zu Verfolger Bayer wurde gehalten und beim 4:0 gegen den Tabellendritten Frankfurt war wieder ein Hauch der starken Vorrunde zu spüren. Vorher war eher die Unsicherheit groß, ob die Münchner nicht wie in den Vorjahren in der Rückrunde Probleme hätten. Zur Erinnerung: In der Rückrunde der letzten Saison waren die Bayern gerade mal Fünfter! Deshalb hofft Verfolger Bayer noch („Wir setzen sie unter Druck“) und will eine Konstante bleiben. Trainer Xabi Alonso kann bei seinem Kader aus dem Vollen schöpfen, Vincent Kompany hofft von Spiel zu Spiel, dass kein Leistungsträger ausfällt. Angeschlagen sind derzeit Torjäger Kane, Mittelfeld-Stratege Kimmich und Wirbler Musiala. Da schläft kein Trainer ruhig. Das sind Rätsel anderer Art. Aber die Bayern kennen des Rätsels Lösung: Im Februar/März müssen die Spiele gewonnen werden, damit es im Mai Titel zu feiern gibt.

Die Rätsel der Liga bleiben. Was ist mit Leipzig und Dortmund los? RB spielte in den letzten sechs Spielen fünfmal Unentschieden! So rutschte man aus den Champions-League-Plätzen, dort liegen Frankfurt und Freiburg (Rätsel: Wie machen die denn das?), auch Mainz liegt vor Leipzig. Und Dortmund will noch dort hin, der Rückstand wurde auf sieben Punkte verkürzt, das 6:0 gegen Union Berlin war ein Statement, aber das Rätsel bleibt ja: Schafft die Borussia endlich konstant gute Leistungen? Torjäger Guirassy schießt nicht immer vier Tore. Nächste Auflösung am Samstag bei St. Pauli. Im Mittelfeld liegen Teams, die gern nach oben schielen, doch Wolfsburg, Gladbach und Bremen kommen auf Dauer nicht richtig voran. Dazu gesellt sich plötzlich Augsburg, das in der Rückrunde noch ungeschlagen ist. Das Rätsel über den Erfolgsweg ist gelöst: Eine starke Abwehrleistung. Dahinter kommen Union Berlin und Hoffenheim einfach nicht auf die Füße, trotz Trainerwechsel. Das Rätsel bleibt. Am Tabellenende muss das Rätsel gelöst werden, wer es in die Relegation schafft. Bochum punktete dafür in Wolfsburg, Heidenheim als Platzhalter verteidigte in Leipzig die Position. Das 2:2 war der erste Punkt in der Rückrunde. Geht es jetzt aufwärts?

Übrigens: Seltsames auch in der 2. Bundesliga. Dort zeigt der Hamburger SV im Gegensatz zu den letzten Jahren starke Frühlingsgefühle(erfolge) und wurde von Trainer-Neuling Polzin wiederbelebt. Das Wochenende war perfekt: Von den ersten neun Mannschaften holte nur der HSV drei Punkte!

Letzte Chance für die Bayern

Jetzt kopiert praktisch die Champions League die nationalen Ligen, die Auslosung des Achtelfinales brachte interne Duelle, auf die früher länger verzichtet wurde. Ausgerechnet Bayerns früherer Torjäger Giovanni Elber zog das Duell der Münchner gegen Bayer Leverkusen. Atletico Madrid wäre die Alternative gewesen und so kommt das Madrider Derby hinzu. Bayern hat Mittwoch, 5. März, zuerst Heimrecht und muss am 11. März nach Leverkusen. Das nächste Rätsel: Können die Bayern gegen Bayer nach fünf vergeblichen Versuchen gewinnen? Es ist vielleicht die letzte Chance Xabi Alonso zu besiegen, denn er könnte ja im Sommer Leverkusen verlassen. Dortmund ist gegen Lille optimistischer (4./12. März). Das Schlagerspiel heißt Paris – Liverpool, außerdem spielen Brügge – Aston Villa, Eindhoven – Arsenal, Feyenoord Rotterdam – Inter Mailand und Benfica Lissabon – FC Barcelona. Eintracht Frankfurt hat in der Europa League Ajax Amsterdam zugelost bekommen. Heidenheim ist in der Conference League unglücklich gegen Kopenhagen ausgeschieden (1:3 n. V.) und verpasst so ein weiteres Duell mit Chelsea London.

Im Schatten der internationalen Wettbewerbe steht der DFB-Pokal, wo nach dreiwöchiger Pause die letzten beiden Viertelfinals gespielt werden. Werder Bremen ist in der Bundesliga von der Rolle (drei Niederlagen in Folge), da könnte auch Drittligist Arminia Bielefeld zum Stolperstein werden (Dienstag), danach gibt es am Mittwoch das Duell zweier Bundesligisten, die am Wochenende nicht gewinnen konnten, Leipzig erwartet Wolfsburg. Zur Erinnerung: Titelverteidiger Leverkusen (3:2 n. V. gegen Köln) und Stuttgart (1:0 gegen Augsburg) sind schon im Halbfinale (1./2 April).

Frauen noch nicht in EM-Form

„Hauptsache nicht verloren“ könnte man zum 2:2 der deutschen Frauen-Nationalmannschaft in der Niederlande sagen. Die Tore von Schüller und Nüsken reichten nicht, die Wolfsburgerin Beerensteyn traf zweimal für die Gastgeberinnen. In EM-Form waren die Schützlinge von Bundestrainer Christian Wück noch nicht, offenbarten vor allem spielerische Mängel. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, war sein logisches Fazit. Jetzt geht es am Dienstag (18.15 Uhr) in Nürnberg gegen Österreich, das zum Auftakt Schottland 1:0 schlagen konnte. Ein Sieg ist also Pflicht. Die Essener Torhüterin Sophie Winkler musste allerdings verletzt abreisen, dafür wurde das Bayerrn-Talent Ena Mahmutovic nachnominiert. Schon vorher hatte Wück mit Alara Sehitler ein weiteres Bayern-Talent von der U23 zum A-Team geholt. Wie Österreich (das auf Sarah Zadrazil/Bayern verzichten muss) besiegt werden soll, hat der Bundestrainer deutlich gemacht: „Ich glaube, Flanken und Kopfbälle sind unser Markenzeichen.“

Medaillensammlerin Franziska Preuß

Die Biathletin Franziska Preuß hat sich ihren Traum erfüllt, endlich Weltmeisterin. Bei der WM in der Lenzerheide (stimmungsvoll und von der Sonne verwöhnt) wurde sie zur Medaillensammlerin, gewann außer Gold in der Verfolgung und Silber im Sprint zudem zweimal Bronze in Staffeln. Am Schluss war im Massenstart noch einmal ein Medaille drin, doch da wurde sie von ihrem alten Pech verfolgt: Die Ski waren zu langsam, außerdem litt sie unter Bauchschmerzen. Mit nur einem Fehlschuss wäre bei besseren Bedingungen sogar wieder Gold möglich gewesen. Siegerin Elvira Öberg (Schweden) hatte immerhin zwei Fehlschüsse. Die Frauen überzeugten, so die Talente Selina Grotian und Julia Thannheimer, die Männer enttäuschten, mit einer Ausnahme: Bronze in der Staffel war eine Sensation, begünstigt durch schwache Schweden. Norwegen siegte vor Frankreich. Die Franzosen dominierten allerdings die WM, holten 13 Medaillen, davon sechsmal Gold. WM-Königin war Julia Simon mit viermal Gold! Der Norweger Johannes Thingnes Bö verabschiedete sich mit seinem 23. WM-Titel und Bronze im Massenstart. Nach der Saison will er seine Karriere wie Bruder Tarje beenden.

Die Biathleten dürfen am kommenden Wochenende durchschnaufen, dann stehen noch drei Weltcup-Events auf dem Programm, wobei Franzi Preuß dabei um ihren ersten Weltcup-Gesamtsieg kämpft. Wenn alles stimmt, sollte es möglich sein. Weiter geht es vom 6 – 9. März in Nove Mesto/Tschechien, danach folgt Pokljuka/Slowenien (13. – 16. März) und das Finale in Oslo/Norwegen (21. – 23. März).

Auf ein WM-Fieber müssen die Wintersportfans nicht verzichten, es folgt ab Mittwoch (bis 9 März) die Nordische Ski-Weltmeisterschaft in Trondheim/Norwegen. Die Alpinen hatte ja gerade mal eine Bronze-Medaille eingesammelt, da könnte es bei den Nordischen schon mehr werden. Chancen haben vor allem die Frauen: Die Skispringerinnen Selina Freitag und Katharina Schmid sind immer für einen Podestplatz gut, in der Nordischen Kombination sorgte die 19-jährige Nathalie Armbruster gerade für den überhaupt ersten deutschen Sieg in der relativ neuen Disziplin und im Langlauf könnten Victoria Carl und Katharina Hennig trotz der skandinavischen Übermacht mal vorne dabei sein. Bei den Herren ruhen die Hoffnungen vor allem auf Kombinierer Vincenz Geiger, im Skispringen war anfangs der Saison Pius Paschke der Überflieger, zuletzt aber war er ebenso wie Andreas Wellinger und Karl Geiger nicht mehr in Form. Vielleicht platzt der Knoten, so dass einer vorneweg und nicht alle hinterher fliegen. Im Langlauf kämpft Fridolin Moch um eine ehrenvolle Platzierung, von Medaillen darf man nicht mal träumen.

Bemerkenswert noch eine Bestmarke im alpinen Skisport: Die Amerikanerin Mikaela Shiffrin gewann in Sestriere den Slalom und feierte damit ihren 100. Weltcup-Sieg! Rekord!

Nullnummer: Tore wurden der Taktik geopfert

Die Fußballfans hatten sich eigentlich anderes erwartet, sie trauten beim Spitzenspiel der Bundesliga ihren Augen kaum, als sich Verfolger Bayer Leverkusen gegen den Spitzenreiter aus München vergebens abmühte. Es war keine Fußball-Fest. Die Bayern „ermauerten“ sich buchstäblich ein 0:0, mussten danach mit Schlagzeilen leben wie „Bayern historisch schlecht“ und pfiffen buchstäblich auf die Statistik, die ihnen nur 44 Prozent Ballbesitz auswies und 0:7 Chancen. Keine Chance, kein Tor – logisch. Der Gegner hatte Chancen, traf die Latte, aber nicht ins Tor, da fehlte das Glück. Trainer Xabi Alonso verzichtete allerdings auf einen Mittelstürmer, null Tore waren die Quittung. Beim großen Duell wurden die Tore der Taktik geopfert, die Bayern durften sich als Sieger fühlen, sie wollten nichts anderes, als den Acht-Punkte-Vorsprung halten.

Als Sieger wurde aber auch Trainer Xabi Alonso gefeiert. Die Spieler lobten die Taktik, die Kritiker lobten Leverkusen, die Süddeutsche Zeitung urteilt: „…der starke Auftritt steigert das Renommee von Bayer 04 und belegt erneut die Qualitäten von Trainer Alonso“. Doch dessen Schachzug ging nicht ganz auf, Kollege Kompany hat so reagiert, wie es der Sport-Grantler in den Raum gestellt hat: „Vielleicht wählt Vincent Kompany einen Ansatz wie Kollege Alonso im Vorjahr, als er seinem Team beim 1:1 eine Mauertaktik verordnete“. Hat Kompany diese Zeilen gelesen? Die Spieler verrieten: „Wir haben in dieser Woche diese Taktik trainiert.“ Das glückliche 0:0 war also ein Kalkül, mehr eigene Angriffe hätte sich Kompany sicherlich gewünscht. Mit der ersten Nullnummer nach sage und schreibe 170 Spielen endete eine Rekordserie der Bayern in der Bundesliga. So eine lange Zeit ohne 0:0 gab es noch nie.

Stellt sich die Frage, ob die Bayern wieder auf schwungvollen Fußball umschalten können, der fehlte zunehmend in den letzten Wochen. Die Kraftproben gehen nämlich weiter, die wichtigen Spiele wollen nicht enden. Am Dienstag steht in der Champions League das Rückspiel gegen Celtic Glasgow an, der 2:1-Sieg in Schottland ist kein sanftes Ruhekissen, verhindert aber wohl. dass sich der Gegner seinerseits auf eine Mauertaktik verlässt. Der Sieger ist im Achtelfinale. Am Sonntag (17.30 Uhr) steht das nächste Spitzenspiel in der Bundesliga an, der Dritte Eintracht Frankfurt kommt nach München und besitzt schnelle Stürmer, die oft schon Gift für die Bayern-Abwehr waren. Im Hinspiel gab es ein spektakuläres 3:3. Danach folgt die schwere Aufgabe in Stuttgart. Durchschnaufen ist nicht angesagt.

Durchschnaufen kann eher Sportvorstand Max Eberl, denn er konnte Erfolge am Verhandlungstisch vermelden – Jamal Musiala hat seinen Vertrag bis 2030 velängert. Er folgte damit seinem Spezl Alphonso Davies und setzte zudem ein Zeichen für Joshua Kimmich, der jetzt eventuell ebenfalls seinen Vertrag verlängern wird, nachdem er erst wissen wollte, wie die Zukunft der Bayern aussieht. Die Weichen sind gestellt, wenn eine gute Zukunft auch teuer wird. Davies und Musiala (und dann wohl auch Kimmich) kassieren mehr Geld, bei Musiala spricht man sogar von 20 Millionen Euro für die Unterschrift, und bis zu 25 Millionen Jahresgehalt, er sprang also in Gehaltshöhen wie ein Harry Kane. In Leverkusen war Musiala nicht zu sehen, er war mit Abwehraufgaben beschäftigt. Sein Pendant auf der anderen Seite, Florian Wirtz, konnte eher glänzen, aber eben ohne Ertrag.

Ohne Tore war München glücklich, ohne Tore war Borussia Dortmund unglücklich. Logisch, es hagelte eine 0:2-Niederlage bei Schlusslicht Bochum, das dadurch die „rote Laterne“ an Kiel (1:3 in Frankfurt) weiterreichen konnte. Auch unter dem neuen Trainer Niko Kovac kann die Borussia ihre Wankelmütigkeit offensichtlich nicht ablegen. Nach dem 3:0-Sieg gegen Sporting Lissabon in der CL mit einer starken zweiten Halbzeit lobten die Bosse den Trainer („Tolle Kabinenansprache“), doch ob Kovac mit übertriebenem Lob seiner Spieler richtig liegt? Bei Niklas Süle sprach er von Weltklasse, der dankte es ihm mit einem haarsträubenden Fehlpass zum 0:1 (Torschütze Masouras: „Prima, wenn einem der Gegner den Ball hinlegt“). Julian Brandt stellte er auf eine Stufe mit den Jungstars Wirtz und Musiala, was Brandt seit Jahren leider nicht bestätigen kann. Es brennt also weiter in Dortmund, die Auswärtsschwäche darf am Mittwoch beim Rückspiel in Lissabon nicht durchschlagen. Union Berlin ist am Samstag der nächste Gegner in der Bundesliga, da soll endlich der Marsch nach oben zu Platz vier beginnen. Der Weg wird immer weiter, inzwischen sind es acht Punkte.

Im Tabellenkeller freute sich Bochum über die Schützenhilfe des Ruhr.Pott-Rivalen. Auf dem Relegationsplatz hängt Heidenheim (0:2 gegen Mainz), während sich Hoffenheim einen Sicherheitsabstand von sieben Punkte schaffte, weil sich Bremen wie früher schon als Lieblingsgegner erwies (3:1). Heidenheim erlitt dagegen die fünfte Niederlage in Folge, ist sechs Spiele ohne Sieg. Anders in der Conference League, da gelang ein 2:1 in Kopenhagen und so könnte am Donnerstag der Sprung ins Achtelfinale gelingen. Was fehlt, ist der Schwung für die Liga. Den hat allerdings auch der nächste Gegner Leipzig nicht, wie das magere 0:0 in Augsburg zeigte. Mit einem 0:0 wäre Heidenheim zufrieden. Wird doch nicht Standard werden in der Bundesliga…

Bayern-Frauen Sieger der Woche

Im Frauen-Fußball tat sich Entscheidendes, aber auch Überraschendes. Eine Sensation gab es im DFB-Pokal, da endete nämlich die Erfolgsserie des VfL Wolfsburg. 52 Spiele lang konnte niemand die Wölfinnen besiegen, zehn Titel in Folge waren der Ertrag, den niemand wohl jemals brechen kann. Jetzt aber eine 0:1-Niederlage gegen Hoffenheim, Sechster in der Bundesliga. Mit Ereleta Memeti erzielte ausgerechnet eine Spielerin das goldene Tor, die früher in Wolfsburg spielte. Doch Wölfinnen soll man nicht reizen, die Niederlage machte Kräfte frei und in der Liga folgte ein 6:1 gegen Tabellenführer Frankfurt. Da hat sich jemand den Frust von der Seele geschossen,.

Bei diesen Ergebnissen wurden die Frauen des FC Bayern München zum Sieger der Woche. Sie taten selbst etwas dazu, im Pokal schalteten sie nämlich Frankfurt mit einem 4:1 (1:1) nach Verlängerung aus. Geht es nach der Papierform, wäre der Weg zum Pokalsieg frei, neben Hoffenheim sind noch Werder Bremen und Zweitligist Hamburger SV im Lostopf. In der Bundesliga folgte ein 1:0-Sieg über Bremen, damit die Tabellenführung. Die Bayern-Mädchen wollen wieder einmal mit den Männern zusammen auf dem Rathaus-Balkon die Meisterschaft feiern! Frankfurt hatte dagegen eine schwarze Woche.

Die Bundesliga macht jetzt erst einmal Pause bis zum 7. März, die Nationalmannschaft hat das Wort. Bereits am Freitag beginnen die Spiele der Nations League, erster Gegner ist die Niederlande in Breda, dann folgt am Dienstag, 25.2., das Heimspiel in Nürnberg gegen Österreich. Bundestrainer Christian Wück hat fleißig die Spiele beobachtet und wartete bei der Nominierung mit einer Überraschung auf: Rebecca Knaak soll für neue Sicherheit in der Abwehr sorgen. Wer sich bei Manchester City durchsetzt, dem sollte man das zutrauen. Gegen die Niederlande spielte Deutschland auch im letzten Jahr und zwar in der NL im Spiel um Platz drei und siegte 2:0.

Franzi Preuß erfüllte sich ihren Traum

Am Freitag war sie schon glücklich, da gewann Franziska Preuß im Sprint Silber, ihre erst zweite Einzelmedaille bei einer WM. Am Sonntag in der Vrerfolgung wurde es aber noch besser, da lieferte die 30-Jährige ein perfektes Rennen ab und erfüllte sich ihren Traum – endlich Weltmeisterin in einem Einzelwettbewerb. Franzi traf alle als Einzige der Spitzenläuferinnen alle 20 Scheiben und überzeugte in der Loipe. Sprint-Siegerin Braisaz-Bouchet (Frankreich) zielte dreimal daneben und wurde Dritte hinter Elvira Öberg (Schweden/1), die von Rang zehn auf zwei vor lief. Bei Franzi Preuß wirkte sich eine Nasenoperation im Sommer positiv aus, außerdem achtet sie absolut darauf, sich keine Krankheit zu holen. Oft wurde sie nämlich bei Höhepunkten krank. Deshalb hat sie auch als Einzige ein Einzelzimmer. Auch im Training ging sie ihren eigenen Weg, der erfolgreich war und deshalb akzeptiert wird.

Bei den Herren ist der Norweger Johannes Thingnes Bö der große Star, er siegte am Samstag im Sprint und gab in der Verfolgung Platz eins nicht ab. Damit machte er sich zum Rekord-Weltmeister, bisher stand er mit seinem Landsmann Ole Einar Björndalen mit 20 Titeln zusammen auf Platz 1. Seine 22 Titel holte Bö in 56 Rennen, Björndalen seine 20 in 95 Rennen! Die deutschen Männer spielten keine Rolle, sie lieferten vor allem schwache Schießleistungen ab. Sie sollten sich von Franzi Preuß Tipps geben lassen…

Keine glückliche Weltmeisterschaft gab es für die alpine deutsche Mannschaft in Saalbach-Hinterglemm. Erst am Schlusstag durfte man eine glückliche Bronze-Medaille feiern, als der Münchner Linus Straßer im Slalom Dritter wurde. Er absolvierte einen hervorragenden zweiten Lauf und profitierte am Ende in der Warteposition davon, dass der führende Franzose Noel im zweiten Lauf nach einem Fehler ausschied. Die WM wurde von der Schweiz dominiert, die 13 Medaillen holte, davon fünf Goldene, Österreich freute sich immerhin über sieben Medaillen (2-3-2). Nur neun Nationen ergatterten überhaupt einen Platz auf dem Podest.

Das Duell Leverkusen – Bayern: Zwei Jungstars im Mittelpunkt

Ist das Duell der beiden führenden Mannschaften der Fußball-Bundesliga am Samstag (18:30 Uhr) überhaupt noch ein Spitzenspiel? Titelverteidiger Bayer Leverkusen hat mit dem nächsten Ausrutscher, 0:0 in Wolfsburg, ein bisschen die Spannung getötet. Die Bayern können nun mit acht Punkten Vorsprung beruhigter zu Bayer fahren, selbst wenn sie die bittere Pille der Niederlage schlucken müssten, würde das die Chancen auf die Meisterschaft nur unwesentlich mindern. In 21 Spielen gab es bisher nur eine Niederlage (in Mainz) und drei Unentschieden. Nach Leverkusen bleiben noch ein Dutzend Spiele. Bayer hat auch nur einmal verloren (gegen Leipzig), aber mit sieben Remis acht Punkte mehr verloren. Die Gesamtbilanz spricht für München (60 Siege, 22 Niederlagen, 19 Unentschieden), die letzten fünf Spiele konnte Bayern aber nicht gewinnen. Der letzte Sieg datiert vom 30. September 2022 (4:0), der letzte Sieg in Leverkusen liegt noch länger zurück (17. Oktober 2021/5:1). Zuletzt warf Bayer den Kontrahenten mit einem 1:0 aus den Pokal.

Auffallend, nach Wolfsburg gab es erstmals auch leise Kritik an „Übertrainer“ Xabi Alonso. Die Rotation des Spaniers ging erstmals nicht auf. Er verzichtete im Startteam auf Jungstar Florian Wirtz und Torjäger Patrik Schick. So fielen keine Tore, dafür hagelte es Kritik. Dabei hätte Alonso sie gar nicht schonen müssen, bis zum großen Duell haben sie eine Woche Zeit zum Ausruhen. Anders die Bayern, Torjäger Harry Kane und Jamal Musiala standen auf dem Feld, beim 3:0 gegen Bremen war Kane wieder zweifacher Torschütze. Ausgeruht können die Münchner nicht ins Rheinland fahren, schließlich müssen sie im Gegensatz zu Leverkusen in die Play-Offs der Champions League und da wartet am Mittwoch das heiße Duell bei Celtic Glasgow in einem der lautesten Stadien in Europa.

Am Samstag wird Xabi Alonso auf Florian Wirtz setzen, so wie Vincent Kompany einen Stammplatz für Jamal Musiala reserviert hat. Die beiden 21-jährigen Jungstars (Musiala wird am 26.2. 22 Jahre) stehen im Mittelpunkt, nicht nur wegen ihrer tollen Leistungen, sondern auch weil ihre Zukunft ungewiss ist und viel spekuliert wird. Träume gibt es, dass beide einmal im gleichen Verein spielen und das könnte dann eigentlich nur Bayern sein. Selbst Klublegende Uli Hoeneß hat gestanden, davon zu träumen. Aktuell sprießen nur die Gerüchte ins Kraut, Wirtz soll in Leverkusen bis 2027 verlängert haben, aber mit Ausstiegsklausel. Immer wieder wird andererseits von einem gemeinsamen Abgang mit Trainer Alonso im Sommer zu Real Madrid geredet. In München soll Musiala bleiben, die Verhandlungen um eine Verlängerung des 2026 auslaufenden Vertrags sollen gut laufen, Musiala will angeblich mehr Geld und eine Ausstiegsklausel, die bei den Bayern verpönt ist, die aber angeblich auch Harry Kane besitzt, für den Fall, dass das Heimweh nach England zu groß sei. Gesprächsstoff gibt es also genug rund um den Spitzenkampf, es könnte ein Top-Ereignis mit vielen Toren werden, vielleicht wählt Vincent Kompany aber einen Ansatz wie Kollege Alonso im Vorjahr in München, als der seinem Team unüblich eine Mauertaktik verordnete. Ein 1:1 war die Folge, ein Ergebnis, bei dem die Bayern wohl einschlagen würden.

Von der Tabellenspitze weit entfernt ist derzeit Borussia Dortmund. Niko Kovac solll das Team wieder dorthin führen, doch sein Debüt begann mit einer schmerzhaften Niederlage. Mit einem Sieg hatte sich Interimstrainer und Temperamentsbündel Mike Tullberg verabschiedet, mit stoischer Ruhe hat Kovac als ganzes Gegenteil die 1:2-Niederlage gegen Stuttgart hingenommen und zeigte sich sogar zufrieden, „ich habe viele gute Ansätze gesehen, die Jungs haben es bis zum 0:2 richtig gut gemacht.“ Zweifelhafte Schmeicheleinheiten. Besser machen heißt es jetzt in den CL-Play-Offs und am Samstag beim Derby in Bochum, seines Zeichens Tabellenletzter. Ein 2:2 in Kiel nutzte weder dem Schlusslicht noch dem Vorletzten, aber auch Heidenheim auf dem Relegationsplatz (0:1 in Freiburg) und Hoffenheim (15./0:4 gegen Union Berlin) punkteten. Stillstand also im Tabellenkeller.

Nachsitzen in den Play-Offs

Wer nicht genügend Punkte sammelt, den bestraft das Reglement. Bayern München und Borussia Dortmund haben nicht wie Bayer Leverkusen in der Champions League den Sprung unter die besten acht Teams der Ligaphase geschafft und müssen deshalb Nachsitzen. Andererseits erging es Stuttgart und Leipzig noch schlechter, die ausgeschieden sind. Wie bekannt hatten die Bayern insofern Glück, dass ihnen Manchester City erspart blieb, aber ob Celtic Glasgow wirklich das wesentlich bessere Los ist, muss sich erst zeigen. Immerhin sind die Münchner gegen Celtic noch ungeschlagen (3 Siege, 1 Unentschieden), aber das zählt aktuell nicht. Celtic beherrscht Liga in Schottland, hatte allerdings in der CL leichtere Aufgaben, siegte u. a. gegen Leipzig 3:1, verlor aber in Dortmund 1:7. Beide hatten einen gemeinsamen Gegner, verloren bei Aston Villa, die Bayern 0:1, Celtic 2:4. Gefürchtet ist die Atmosphäre im Celtic Park, was die Bayern beeindrucken könnte, ähnlich wie in Rotterdam. Auswärts wurden ja Schwächen deutlich. Probleme könnten aber auch Celtics schnelle Stürmer bereiten, allerdings fehlt Torjäger Daizen Maeda gesperrt. Dafür ist der Deutsche Nicolas Kühn dabei, der zweite Torjäger, der sich gerade gegen München für die Nationalmannschaft empfehlen will. Das Rückspiel steigt in einer Woche in München.

Borussia Dortmund bekommt es mit Sporting Lissabon, dem Tabellenführer in Portugal zu tun, vielleicht die noch schwerere Aufgabe. Da ist es zweifelhaft, ob die Schützlinge von Niko Kovac dort Selbstvertrauen tanken können. Aber vielleicht löst die Rolle als Außenseiter alle Fesseln.

Außerdem spielen in den Play-Offs: Stade Brest – Paris St. Germain, Manchester City – Real Madrid, Juventus Turin – PSV Eindhoven, Club Brügge – Atalanta Bergamo, Feyenoord Rotterdam – AC Mailand, AS Monaco – Benfica Lissabon.

Neue Kräfteverhältnisse bei den Frauen

In der Frauen-Bundesliga schaute bisher alles auf den Zweikampf Bayern München gegen VfL Wolfsburg, doch in dieser Saison hat sich das Bild total gewandelt, es mischen noch andere Klubs mit. Die Nummer 1 ist derzeit sogar Eintracht Frankfurt, das als Tabellenführer auch am meisten überzeugt. Ein 9:0 gegen Potsdam ist der Beweis, die Bayern mühten sich zu einem 3:1 bei Hoffenheim, Leverkusen (1:1 gegen Essen) und Wolfsburg (0:0) in Köln verloren sogar an Boden. Aber die Woche hat es in sich, weil es am Mittwoch im Pokal zum Duell der beiden derzeit besten Mannschaften kommt, die Bayern-Mädchen erwarten Frankfurt. Pokaldauersieger Wolfsburg muss zur TSG Hoffenheim und hat ja an München gesehen, dass das keine leichte Aufgabe ist, außerdem spielen Hamburger SV – Gladbach und Leverkusen – Bremen.

Die Eintracht-Mädchen werden am Sonntag gleich noch einmal gefordert, dann müssen sie nach Wolfsburg, die Wölfinnen müssen gewinnen, um wieder ganz oben mitmischen zu können. Die Duelle von München mit Wolfsburg und Frankfurt stehen im März und April an.

Gewaltige Aufgaben gibt es für die zwei deutschen Bundesligisten in der Champions League. Spitzenklubs wurden ihnen für das Viertelfinale zugelost. Meister Bayern trifft auf Olympique Lyon mit den deutschen Spielerinnen Marozsan und Däbritz, Wolfsburg hat mit Titelverteidiger FC Barcelona die überhaupt schwerste Aufgabe. Manchester City – Chelsea London und Real Madrid – Arsenal London heißen die weiteren Duelle am 18./19. und 26./27. März.

In vollem Gange ist auch der Wintersport und da sahnten die deutschen Rodlerinnen und Rodler bei der Weltmeisterschaft im kanadischen Whistler ab. Sie standen in allen Wettbewerben auf dem Siegerpodest und gewannen ein Dutzend Medaillen, fünfmal Gold, viermal Silber und dreimal Bronze. Einsitzer-Titelträger wurden Julia Taubitz und Max Langenhahn, darüber hinaus holte sich der 35-jährige Olympiasieger Felix Loch mit Silber im Einzel einen Rekord, es war seine elfte WM-Medaille und damit löste er die italienische Rodelikone Armin Zöggeler als Rekordhalter ab.

So erfolgreich werden die Biathleten bei der Weltmeisterschaft in Lenzerheide ab Mittwoch wohl nicht sein, aber Medaillen sollte es geben. Mehr über diese WM im nächsten Blog „Franzi Preuß kann ihre Karriere krönen“.

Franzi Preuß kann ihre Karriere krönen

Die Weltmeisterschaften im Wintersport geben sich im Februar quasi die Türklinke in die Hand, eine WM folgt der nächsten. Praktisch ein Vorgeschmack auf den Winter 2026, wenn am 6. Februar die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo beginnen. Im Mittelpunkt der deutschen Fans steht in diesem Jahr aber sicherlich die Biathlon-Weltmeisterschaft, die am Mittwoch in Lenzerheide in der Schweiz beginnt und bis zum 23. Februar dauert. Biathlon hat beim Wintersport die höchsten Einschaltquoten im Fernsehen, bei einer WM kann Biathlon sogar die Fußball-Bundesliga schlagen, so wie es auch Handball schon geschafft hat.

Das Interesse steigt natürlich mit Erfolgen und da ist Franziska Preuß die Hoffnungsträgerin. Die 30-Jährige führt im Weltcup und absolviert derzeit ihre beste Saison. Alle drücken ihr die Daumen, dass sie vor gesundheitlichen Rückschlägen verschont bleibt. In den letzten Jahren haben Krankheiten Erfolge verhindert, nach einer Nasenoperation scheint sie stabiler zu sein. In Lenzerheide könnte sie nun ihre Karriere krönen, Olympiasiegerin und TV-Expertin Laura Dahlmeier traut ihr sogar zu, dass sie in jedem Einzelrennen aufs Podest laufen kann. In der Tat führt Franzi Preuß nicht nur in der Weltcup-Gesamtwertung, sondern auch im Sprint und Massenstart, im Einzel und Verfolgung liegt sie auf Platz zwei. Dort führt ihre wohl größte Rivalin, die Französin Lou Jeanmonnot, die ebenfalls eine gute Schützin und laufstark ist. Jeanmonnot weiß zudem ein sehr starkes Team, mit Julia Simon an der Spitze, hinter sich. Dritte im Bunde der größten Favoritinnen ist die Schwedin Elvira Öberg.

Bei den deutschen Damen fällt leider die erfahrene Vanessa Voigt wegen Krankheit aus, so dass Deutschland ein junges Team stellt. Die jungen Wilden sollen aber dennoch für Medaillen sorgen, natürlich auch die Herren, die aber schwächer einzuschätzen sind. Mehr Medaillen als bei der Weltmeisterschaft 2024 in Nove Mesto sollte es allerdings geben, denn dort reichte es insgesamt nur zu einmal Silber und zweimal Bronze. Da möchte allein Franzi Preuß mehr gewinnen, bisher holte sie einmal WM-Gold, 2015 in Finnland in der Staffel und da auch Silber im Massenstart, insgesamt gab es für sie bisher 5x Silber und 1x Bronze, meist in den Staffel-Wettbewerben.

Komplettiert wird das deutsche Frauenteam durch Selina Grotian, die auch einen Weltcupsieg in diesem Winter vorweisen kann, Sophia Schneider, Julia Thannheimer und Johanna Puff, die mit einem Sieg bei der Europameisterschaft den fünften Startplatz ergatterte. Stark darf vor allem die Staffel eingeschätzt werden, die nicht einmal in Bestbesetzung für Siege sorgte, doch in der Staffelwertung führt trotzdem Frankreich vor Norwegen, Schweden und Deutschland auf Platz vier. In de Nationenwertung sieht es ähnlich aus Frankreich vor Schweden und Deutschland.

Bei den Männern könnte an guten Tagen der eine oder Podestplatz drin sein, die größten Hoffnungen ruhen auf der Staffel. Insgesamt wird das Geschehen bei den Männern von Norwegen und Frankreich beherrscht, mit Sturla Holm Laegreid (854 Punkte) und Johannes Thingnes Bö (806) liegen auch zwei Norweger im Weltcup vorn. In der Nationenwertung führt trotzdem überraschend Frankreich vor Norwegen, Schweden und Deutschland. Besonderen Ehrgeiz werden die Bö-Brüder entwickeln, denn sowohl Johannes als auch sein älterer Bruder Tarje haben ihren Rücktritt nach dieser Saison angekündigt. Das deutsche Team mit Johannes Kühn, Philipp Nawrath, Danilo Riethmüller, Justus Strelow und Phlipp Horn wird versuchen müssen, die eine oder andere Chance zu nutzen. Vor allem am Schießstand haperte es bisher im Weltcup.

Der Zeitplan: Mittwoch, 12.2., 14.30 Uhr: Mixed-Staffel. Freitag, 14.2., 15:05 Uhr: Sprint Frauen. Samstag, 15.2., 15:05 Uhr: Sprint Männer. Sonntag, 16.2., 12:05 Uhr: Verfolgung Frauen. 15.05 Uhr: Verfolgung Männer. Dienstag, 18.2., 15.05 Uhr: Einzel Frauen. Mittwoch, 19.2., 15:05 Uhr: Einzel Männer. Donnerstag, 20.2., 16:05 Uhr: Single Mixed. Samstag, 22.2., 12:05 Uhr: Staffel Frauen. 15:05 Uhr: Staffel Männer. Sonntag, 23.2., 13:45 Uhr: Massenstart Frauen. 16:05 Uhr: Massenstart Männer.

Titel-Träume: Die Bayern auf dem Prüfstand

Ein heißer Februar steht den Sportfans bevor, der Wintersport schlägt voll zu (4. – 16. Alpine Ski-WM in Saalbach-Hinterglemm/Österreich, 6. – 8. Rodel-WM in Whistler/Kanada, 12. – 23. Biathlon-WM in Lenzerheide/Schweiz, 26. – 9. März Nord. Ski-WM in Trondheim/Norwegen), dazu kommt der American Football mit dem Super Bowl am Sonntag in New Orleans/USA, für den vor allem die Discounter in Deutschland Reklame machen, damit die Fans vor dem Fernseher sich gut versorgen. Ja, den Fußball gibt es auch noch und da geht es ebenfalls rund. Eine Tatsache, die dem Wintersport gar nicht gefällt, weil er nicht so in den Mittelpunkt rückt, wie er es gerne hätte.

In der Fußball-Bundesliga stehen Schlagerspiele an, im DFB-Pokal wird das Viertelfinale ausgetragen und international gehen die Play-Offs über die Bühne. Vor allem die Bayern stehen vor einem heißen Februar. Der Auftakt gegen Neuling Holstein Kiel war dabei durchwachsen, denn aus einem 4:0 wurde ein zittriges 4:3. In den nächsten Wochen geht es um nicht weniger als die Titel-Träume der Münchner, die ja im Pokal schon ausgeschieden sind. Meisterschaft und Champions League stehen auf dem Spiel, in der Bundesliga folgt ein Weichenstellung. Am Freitag noch ein „warm up“ gegen durch Sperren geschwächte Bremer, danach folgen die Duelle mit Verfolger Leverkusen (15.), dem Tabellendritten Frankfurt (23.) und zum Abschluss das Prestige-Derby gegen den alten Rivalen VfB Stuttgart (28.). Interessant, an dem Wochenende treffen auch Frankfurt und Leverkusen aufeinander. Dazu kommen für die Bayern noch die Duelle mit Celtic Glasgow in den Play-Offs der Champions League am 12. und 18. Februar. In München sind sie froh, dass nicht Manchester City der Gegner wurde, doch Trainer Vincent Kompany warnt vor der „Hölle in Glasgow“. Vielleicht gibt es Auftrieb, dass Harry Kane wieder einen Rekord feiern durfte. 55 Tore in nur 50 Spielen hat noch keiner geschafft, die Bestmarke hielt bisher Erling Haaland mit 50 Treffern. Zudem wurde Kane mit einer Medaille geehrt, er erzielte mit seinem artistischen Treffer bei komplizierter Ballannahme und Kopfball gegen Augsburg das „Tor des Jahres“ der ARD.

Verfolger Bayer wird nicht nur mit Interesse die Bayern beobachten, hat die Play-Offs vermieden, ist aber im DFB-Pokal gefordert mit dem Derby gegen Köln am Mittwoch. Die Bayern sind im Pokal durch ihr Ausscheiden ebenso zum Zuschauen verurteilt wie Borussia Dortmund, das angesichts der nicht befriedigenden Saison die Reißleine gezogen hat. Für Nuri Sahin soll nun Niko Kovac die Saison retten, was bedeutet, dass in der Bundesliga Platz vier und damit die Champions League erreicht wird. Platz 11 sieht nicht berauschend aus, aber der Rückstand zum Vierten RB Leipzig ist auf vier Punkte geschmolzen. Die Weichen für eine erfolgreiche nahe Zukunft hat Interimstrainer Mike Tullberg gestellt, der U19-Coach hat in drei Spielen zwei Siege errungen und mit seiner emotionalen Art die Mannschaft wachgerüttelt. Seine überbordende Freude nach dem 2:1-Sieg in Heidenheim wird in Erinnerung bleiben. Der 53-jährige Kovac ist eher ein nüchterner Typ. Er bringt Bruder Robert sowie Filip Tapalovic als Assistenten mit und soll vor allem für Sicherheit und Ordnung im Team und mit Erfolgen auch im Verein sorgen. In Frankfurt und München hat er Titel gewonnen, aber nicht die Herzen, in Wolfsburg und Monaco war er nicht so erfolgreich. Am Samstag steht schon ein wichtiges Spiel gegen den Fünften VfB Stuttgart (32 Punkte) bevor, da soll die Aufholjagd beginnen. Auch die Dortmunder haben also einen heißen Februar, stehen doch auch für sie die Play-Offs in der CL an, Sporting Lissabon ist am 11. und 19. der Gegner.

Die Stuttgarter selbst haben eine katastrophale Woche hinter sich mit drei Niederlagen. Mit dem 0:2 in Mainz und 1:2 gegen Mönchengladbach purzelten sie aus den CL-Rängen , sind dazu in der Champions League mit einer 1:4-Pleite gegen Paris St. Germain ausgeschieden. Nichts war es mit den Play-Offs als letzte Hoffnung. Das ganze Gegenteil ist die Stimmung in Gladbach. Dort gelang zwar der Start ins neue Jahr nicht, doch die Niederlagen gab es gegen Spitzenteams. Das 2:1 in Stuttgart signalisiert die Wende, Torjäger Tim Kleindienst war wieder erfolgreich und wird immer mehr zum Gespenst für den VfB. Gladbach ist oben dabei und träumt von Europa. Folgerichtig wurde der Vertrag mit dem Geschäftsführer Sport Roland Virkus verlängert. Der 58-jähriger ist ein Borussia-Urgestein und seit 35 Jahren im Verein. 2022 wurde er Nachfolger von Max Eberl, der einst eine erfolgreiche Zeit in Gladbach hatte, dann zum „bösen Buben“ durch seinen gesundheitlich bedingten Abgang wurde und jetzt bei den Bayern die große Bewährungsprobe bestehen muss, nämlich dringende Vertragsverlängerungen unter Dach und Fach bringen.

DFB-Pokal in zwei Etappen

Das Viertelfinale im DFB-Pokal verläuft aus Termingründen zweigeteilt, außerdem sind die Spiele einzeln auf vier Tage verteilt. In dieser Woche starten Stuttgart – Augsburg am Dienstag und Leverkusen – Köln am Mittwoch. Die beiden Wochen darauf gehören Champions League und Europa League, danach folgt der zweite Teil des Pokals mit Bielefeld – Bremen (Dienstag, 25. Februar) und Leipzig – Wolfsburg (Mittwoch, 26.). Drei derzeitige Spitzenteams der Bundesliga sind noch dabei, Titelverteidiger Leverkusen gilt wieder als Favorit, im Gegensatz zu den Bayern hat es also noch drei Eisen im Feuer. Mit Arminia Bielefeld ist auch ein Drittligist noch dabei.

In der Champions League haben sich die Bundesligisten nicht mit Ruhm bekleckert, Stuttgart und Leipzig haben nicht einmal die Play-Offs erreicht und sind ausgeschieden. Nur Leverkusen steht schon im Achtelfinale. Andere Nationen waren erfolgreicher, England hat mit Ligen-Sieger FC Liverpool, FC Arsenal (3.) und Aston Villa (8.) gleich drei Teams direkt qualifiziert, dazu kommen FC Barcelona, Inter Mailand, Atletico Madrid und Lille OSC. So gibt es in den Play-Offs ein Duell zweier potentieller Titelanwärter, nämlich Manchester City gegen Real Madrid.

In der Europa League siegte AS Rom von Athletic Bilbao und Manchester United, Tottenham Hotspur und Frankfurt, das also den Play-Offs entgeht, dafür ist Hoffenheim als 27. ausgeschieden und reiht sich ein in die Enttäuschungen.

Heißer Februar auch für die Frauen

Die Frauen-Bundesliga hat wieder Fahrt aufgenommen, mit Frankfurt – Leverkusen gab es gleich ein Schlagerspiel, dass die Eintracht-Mädels mit 3:2 für sich entscheiden konnten, ihr sechster Pflichtsieg in Folge. Im Februar stehen aber noch weitere wichtige Spiele an, am 12. Februar im DFB-Pokal beim FC Bayern und vier Tage später das Duell mit dem VfL Wolfsburg. Auch sie haben also einen heißen Februar. Die Bayern sind punktgleich Zweiter, taten sich aber in Leipzig beim 1:0-Sieg schwer. Da merkte man bereits das Fehlen des verletzten Mittelfeldduos Stanway/Zadrazil, das Herzstück der Mannschaft. Die Engländerin Stanway musste sogar operiert werden, die Österreicherin Zadrazil wird einen Muskelfaserriss eher auskuriert haben. Als nächste Aufgabe wartet das Spiel in Hoffenheim, dem ersten Verfolger des Führungsquartetts und dann folgt das Duell mit Frankfurt. Der Gewinner fordert dann praktisch den Serien-Pokalsieger Wolfsburg heraus.

Seriensieger sind auch die Handballer von Dänemark, die mit einem 32:26 gegen Kroatien Handball-Weltmeister wurden und ihren vierten Titel in Folge holten. Dabei löste Torhüter Emil Nielsen mit 125 Paraden den deutschen Keeper Andreas Wolff als Rekordhalter ab, der 2023 112 Paraden zu verzeichnen hatte. Weltstar Mathias Gidsel wurde zum wertvollste Spieler gewählt. Deutschland beendete das Turnier als Sechster. Mehr zum Abschneiden Deutschlands und zur alpinen Ski-WM im nächsten Blog „Handballer haben eine WM-Medaille buchstäblich verschenkt“.

Handballer haben eine WM-Medaille buchstäblich verschenkt

Wieder keine Medaille für die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft. Seit 18 Jahren wartet der DHB darauf, doch so nah wie diesmal in Oslo war man selten. 30:31 gegen Portugal im Viertelfinale, Entscheidung in letzter Sekunde der ersten Verlängerung. War das einfach Pech? Nein, die Mannschaft hat eine Medaille buchstäblich verschenkt. Es wurden viele Fehler gemacht, auch von Bundestrainer Alfred Gislason, der seine Hand schützend über die Mannschaft hielt und von „einem Schritt nach vorn“ sprach. Das war es nicht, es war eine bittere, eigentlich vermeidbare Niederlage.

Bester Beweis dafür die Reaktion von Torhüter Andreas Wolff, der sich besonders ärgerte, ja sogar tobte, weil er sein Team mit sensationellen Paraden immer wieder im Spiel hielt. Aber seine Vorderleute waren teils zu schläfrig (wieder den Start versaut), zu konzentriert (beim entscheidenden Tor nicht energisch genug) und vielleicht auch zu nervös. Vor allem im Angriff, wo oft überhastet geschossen wurde und die Angriffe nicht gut genug ausgespielt wurden. Die Portugiesen waren schneller, konzentrierter und angriffslustiger. Sie haben sich das Halbfinale verdient.

Die deutsche Mannschaft muss aus den Fehlern lernen, denn die Zukunft gehört durchaus dieser jungen Mannschaft um Juri Knorr, Renars Uscins und Julian Köster. Viele haben den U21-Weltmeister Max Beneke vermisst, ein 1,98 m langer Kerl mit Wurfgewalt von den Füchsen Berlin. So einer hat dem Team gefehlt. Leider gab es Ausfallsorgen (Knorr, Semper, Dahmke), aber auch Fehler vom Trainer. Gislason hätte Mittel finden müssen, um die Burschen rechtzeitig munter zu machen, es geht nicht an, in jedem Spiel erst einmal in Rückstand zu geraten. Er hat aber auch die Stützen der Mannschaft zu oft und zu lange ins Gefecht geschickt, so wirkte Uscins überspielt, kam nicht in die tolle Form von Olympia. Den Flow von Paris haben die Silbermedaillengewinner diesmal nicht erwischt. Sie mussten sich alles mühsam erarbeiten. Am Ende hat es nicht gereicht.

Die nächste Weltmeisterschaft findet 2027 in Deutschland statt. Diese einmalige Gelegenheit muss man für einen Medaillengewinn nutzen. Wenn nicht zu Hause vor den heißen Fans, wann dann? Handball löst durchaus Begeisterung im Lande aus, sieben Millionen Zuschauer sahen an den Bildschirmen das Aus gegen Portugal. Gibt es Siege zu Hause, sind schon heute Rekordzahlen garantiert!

Bei der Ski-WM sind deutsche Medaillen Mangelware

Die Handballer fuhren also ohne Medaillen nach Hause, das kann der deutschen Ski-Mannschaft bei der alpinen Weltmeisterschaft vom 4. bis 16. Februar in Saalbach-Hinterglemm in Österreich auch passieren. Die Mannschaft ist zwar groß, doch die Medaillenhoffnungen sind klein. Genau genommen haben nur Lena Dürr und Markus Straßer im Slalom eine realistische Chance. Vielleicht erwischt noch Speed-Queen Kira Weidle-Winkelmann einen guten Tag und sorgt für eine Überraschung.

Lena Dürr darf sich berechtigte Hoffnungen auf eine Medaille machen, doch sicher ist im Slalom bekanntlich nichts. Aber wer 2023 schon Bronze holte und im Weltcup mehrmals auf dem Podest stand, der gehört zum Favoritenkreis. Top-Favoritinnen sind allerdings andere, so die 21-jährige Kroatin Zrinka Ljutic, die der Elite zuletzt die Skienden zeigte. Aber vielleicht kommt auch die Ski-Königin Mikaela Shiffrin (USA) nach ihrer Verletzung rechtzeitig in Form. Das darf man von ihrer Landmännin Lindsay Vonn nicht erwarten, die zwar mit ihrem Comeback für Schlagzeilen sorgte, aber noch nicht mit guten Leistungen. Ihr Ziel, so sagt sie, ist eine Medaille bei Olympia 2026 in Cortina.

Bei den Männern bekommt es Markus Straßer mit einer ganzen Reihe von Mitbewerbern zu tun, einen klaren Favoriten gibt es nicht und so wird die Tagesform und ein bisschen auch das Glück am Schlusstag entscheidend sein. Bei den Männern sind ansonsten alle Augen auf den Schweizer Marco Odermatt gerichtet, der die Ski-Welt derzeit dominiert. Aber alle Rennen kann er auch nicht gewinnen…

ARD und ZDF übertragen in Deutschland ausführlich von der Ski-WM, die Kollegen in Österreich versprechen besondere Übertragungen, so setzt der ORF 54 Kameras und 4 Drohnen ein. Motto: Wir wollen nah dran sein. Na dann viel Spaß.

Was ist mit den deutschen Spitzenteams im Fußball los?

Die Bundesliga ist spannend, die Stadien sind voll. Die zweite Liga gilt sogar als die attraktivste zweite Liga der Welt und konnte am Wochenende mit über 300.000 Besuchern an einem Spieltag (Schnitt 35830) einen neuen Zuschauerrekord aufstellen. Doch der Schein trügt, international hinkt die Bundesliga hinterher. Das wird in der UEFA-Rangliste deutlich, die deutschen Klubs sind nicht mehr erfolgreich. In der Jahreswertung der Saison 24/25 nimmt Deutschland sogar nur Platz sechs ein, noch hinter Belgien und Portugal, vorne liegen England, Italien und Spanien. Mit einem fünften Verein in der Champions League braucht keiner zu spekulieren, da zählt die Fünfjahreswertung und da rutschte Deutschland von Rang zwei auf vier ab, hinter England, Italien und Spanien. Nur die beiden besten Nationen bekommen einen fünften Platz.

International hat keine deutsche Mannschaft wirklich geglänzt, Leipzig ist in der Champions League frühzeitig abgeschlagen gewesen und hat mit dem 2:1 gegen Sporting Lissabon gerade mal den ersten Sieg errungen. Die größte Enttäuschung war Bayern München, das mit Niederlagen Barcelona, Aston Villa und jetzt Rotterdam viel an Boden verloren hat. Nur vier Siege und drei Niederlagen sind keine Bilanz, die Hoffnung auf den Gewinn des Henkelpotts machen kann. Wohlgemerkt, das Finale findet in München statt und das Motto der Bayern heißt „Titel dahoam“. Danach sieht es nicht aus. Nur Meister Bayer Leverkusen kann sich berechtigte Hoffnungen auf die direkte Qualifikation für das Achtelfinale machen, ist derzeit mit 13 Punkten punktgenau Achter (acht Teams qualifizieren sich) und hat am letzten Spieltag am Mittwoch mit dem schon ausgeschiedenen Sparta Prag (29./4) eine wohl machbare Aufgabe. Borussia Dortmund und die Bayern müssen selbst bei einem Sieg gegen die machbaren Gegner Donezk (27./7) bzw. Bratislava (35./0!) zittern, ob sie den Play-Offs der Teams von 9 – 24 im Februar entkommen können. Dagegen hofft der VfB Stuttgart auf einen Sahnetag gegen Paris St. Germain, Stuttgart liegt als 24. genau am Strich und hat genauso wie Paris zehn Punkte. Ironie des Schicksals: Bei einem Unentschieden würden beide Teams die Play-Offs erreichen.

Diese Konstellation hat die UEFA bei der Abkehr von den Gruppenspielen hin zum Ligaspielbetrieb wohl nicht im Auge gehabt, als sie mehr Spannung versprochen hat. Die großen Vereine haben sich vom neuen Modus einen leichten Weg ins Achtelfinale versprochen, doch es kam anders. Mit Liverpool, Barcelona und Arsenal London liegen zwar potentielle Kandidaten für ein CL-Viertelfinale vorn und sind im Achtelfinale, aber die Bayern, Titelverteidiger Real Madrid (16.), Juventus Turin (17.), Paris (22.) und vor allem Manchester City, das auf Rang 8 mit 8 Punkten außerhalb der Play-Offs platziert ist, haben sich das anders vorgestellt. Die Mannen von Pep Guardiola sollten mit einem Sieg gegen Brügge (20./11) noch den Sprung schaffen, aber es gibt für die Play-Offs dann eine besondere Situation: Die besser platzierten Mannschaften hätten ja auf einen leichteren Gegner hoffen können, doch nun droht ein großes Kaliber vom Rang Paris, ManCity oder den beiden Lissaboner Vereinen. Nach derzeitigem Stand würde Dortmund auf Eindhoven treffen, die Bayern auf Celtic Glasgow und der VfB auf Aston Villa. Das Schlagerspiel hieße Real – Juventus (16 – 17/9 spielt gegen 24, 10 – 23 usw.). Am Mittwoch, wenn alle Spiele zur gleichen Zeit um 21.00 Uhr angepfiffen werden, wird also viel gerechnet und gezittert werden. Für 25 Mannschaften steht noch etwas auf dem Spiel, in 16 von 18 Spielen. Insofern hat sich also das Ligasystem bewährt, es gab unterschiedliche Gegner, interessante Spiele und wirklich Spannung.

Die Frage ist, können die deutschen Spitzenteams in naher Zukunft wieder vorne mitmischen? Was ist los? Die Bayern zeigen unter Trainer Vincent Kompany gute Ansätze, aber Joshua Kimmich urteilte nach dem 0:3 in Rotterdam sehr richtig: „Wir sind derzeit keine europäische Spitzenmannschaft.“ Mit Verstärkungen tut man sich schwer, denn mit den Geldvereinen in Spanien und England können die Bayern nicht mithalten. Eine Spitzenmannschaft ist auch Meister Leverkusen nicht, wie die Niederlage bei Atletico Madrid zeigte und die Zukunft scheint ungewiss zu sein. Bleiben Trainer Xabi Alonso und Jungstar Florian Wirtz? Der Verlust von beiden könnte kaum angefangen werden. Die derzeit in der Bundesliga-Tabelle nachfolgenden Vereine Frankfurt, Stuttgart und auch Leipzig müssen derzeit froh sein, überhaupt das internationale Geschäft zu erreichen und auch Borussia Dortmund als letztjähriger Finalist hat ganz andere Sorgen und muss vielleicht sogar eine Saison ganz auf Europa verzichten.

Leverkusen fehlt das Meister-Gen

In der Bundesliga waren die Bayern der große Gewinner, Leverkusen der Verlierer im Meisterrennen, das 2:2 bei RB Leipzig ist ein Rückschlag. Es ist das sechste Unentschieden von Bayer, dem offensichtlich das Meister-Gen abhanden gekommen ist. Im Vorjahr drehte Leverkusen die Spiele oft in den letzten Minuten, jetzt gehen Punkte verloren. Vor allem das 2:2 in Bremen und 1:1 in Bochum schmerzen. Sechs Punkte Vorsprung sind für die Bayern kein Ruhekissen, aber sie haben auch die weitaus bessere Tordifferenz. Der 2:1-Sieg in Freiburg war keine Glanztat, beruhigte aber Verein und Mannschaft nach der Rotterdam-Pleite. Mit Stanisic und Palhinha sind lang verletzte Spieler wieder dabei, dafür fehlt Gorotzka jetzt verletzt.

Mannschaft der Stunde ist der FC Augsburg mit drei Siegen in Folge, damit gelang der Sprung auf Rang 12 und der Anschluss ans Mittelfeld. Das bedeutet einen Rang hinter Dortmund. Die Borussia hat sich das natürlich anderes vorgestellt, das 2:2 gegen Bremen war mit viel Pech verbunden und über 70 Minuten spielte Dortmund nach dem Platzverweis von Nico Schlotterbeck in Unterzahl (Bruder Kevin sorgte in der letzten Minute für den FCA-Sieg gegen Heidenheim!). Aber mit Interimstrainer Mike Tullberg stimmt wenigstens der Einsatz wieder. Am Tabellenende holte St. Pauli einen wichtigen Sieg gegen Union Berlin, Kiel erkämpfte ein 2:2 in Wolfsburg, da wird es für Heidenheim immer enger. Dortmund ist am Samstag der nächste Gegner…

Nagelsmann bleibt länger beim DFB

Der DFB feierte am Wochenende sein 125-jähriges Bestehen und machte sich zum Jubiläum selbst ein Geschenk. Bundestrainer Julian Nagelsmann verlängerte seinen Vertrag, der bisher bis zur EM 2026 datiert war, bis zur Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada. Der 37-Jährige hat offensichtlich Gefallen an dem Job gefunden, wird sich aber wohl nach der EM nach einem anderen Assistenten umsehen müssen, denn Sandro Wagner ist jetzt schon bei vielen Vereinen im Gespräch, will aber bis 2026 auf jeden Fall bleiben.

Der Festakt des DFB fand am „Geburtsort“ in Leipzig statt. Ehrengäste waren u. a. Bundeskanzler Olaf Scholz, FIFA-Präsident Gianni Infantino und UEFA-Präsident Aleksander Ceferin. Scholz fasste sich kurz, Infantino blieb nichtssagend, aber Ceferin betonte, dass der Fußball auch in Zukunft für Vielfalt, Toleranz, Gemeinsinn und Miteinander stehe. DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte die Forderung an den Kanzler, die Politik dürfe angesichts verfallender Sportanlagen und eines überbürokratisierten Ehrenamts die „schönste Nebensache der Welt nicht wie eine Nebensache behandeln“.

Seit 1970 gehört auch der Frauen-Fußball zum DFB, am Wochenende hat die Bundesliga die Winterpause mit zwei Nachholspielen beendet. Dabei war das Wiederholungsspiel wegen eines Schiedsrichterfehlers zwischen Freiburg gegen Leverkusen. Statt 3:2 siegte Leverkusen jetzt 2:1 und schloss damit wieder zu Frankfurt und München auf. Am Freitag folgt dann gleich das Duell der Eintracht mit Bayer. Die Bayern-Mädchen müssen nach Leipzig. Sie werden aber ebenso wie die Wölfinnen am Wochenende vor allem auf die Auslosung der Champions League schauen.

Portugal Prüfstein im Handball

Bei der Handball-WM steht jetzt das Viertelfinale auf dem Programm. Deutschland ist erwartungsgemäß dabei und spielt am Mittwoch (20.30 Uhr) in Oslo gegen Portugal. Die Portugiesen überraschten als Sieger der Hauptrunde III gegen Brasilien, Spanien und Schweden und sind ein echter Prüfstein, gelten sogar als Geheimfavorit. Ein Hoffnungsfunken: Spielmacher Juri Knorr ist wieder dabei. Vor allem die Chancenverwertung muss besser werden. Gefürchtete Torjäger sind dagegen beim Gegner die Brüder Costa, auf die gilt es aufzupassen. Im Halbfinale würde dann wohl Favorit Dänemark (gegen Brasilien) warten. Außerdem trifft Kroatien auf Ungarn und Frankreich auf Ägypten, das viele im Finale erwarten.

Dortmund in Not – Vier Teams hatten eine perfekte Woche

Der Stressfaktor in der Fußball-Bundesliga ist hoch. Sogenannte englische Wochen sind für die Spitzenklubs fast schon der Normalfall, für die anderen Vereine dagegen eine außergewöhnliche Belastungsprobe. Besonders hoch wird der Stressfaktor dann, wenn sich der erhoffte Erfolg nicht einstellt. So in Dortmund, nur die Borussia blieb gemeinsam mit ihrem Namensvetter aus Mönchengladbach in den drei Spielen ohne Punkte. Der Unterschied bei den Vereinen auf den Plätzen zehn und elf: Dortmund ist in Not, denn Ziel ist die Champions League, da fehlen zu Rang vier sieben Punkte, Gladbach dagegen ist mit einem Mittelfeldplatz mehr oder weniger zufrieden, die Gegner hatten es außerdem in sich, nämlich die Bayern und Leverkusen, dazu gab es den 1:5-Ausrutscher in Wolfsburg.

In Dortmund herrscht dagegen Unsicherheit, die Vereinsführung wirkt ratlos, das 2:3 gegen Leverkusen, vor allem die 2:4-Niederlage in Kiel, aber auch das 0:2 in Frankfurt waren ein Tiefschlag nach dem anderen. Normal würden Boss Lars Ricken und Sportvorstand Sebastian Kehl den Trainer entlassen, doch die unruhigen Zeiten sollen vorbei sein, auf Nuri Sahin ruhten alle Hoffnungen, deshalb zögern sie. Eigentlich müssten sie sich von dem einst verdienten Spieler trennen, der als Trainer vielleicht doch erst noch lernen muss und taktische Fehler macht, andererseits widerstrebt ihnen dieser Schnitt und sie hoffen weiter auf Besserung. Wie weit soll der Absturz noch gehen? Letzte Hoffnung ist die Champions League am Dienstag mit dem Spiel in Bologna, das noch ohne Sieg in der CL ist, und dann soll es am Samstag gegen Bremen klappen. Entweder ist dann wieder alles gut oder die Ära Sahin doch zu Ende.

Eine perfekte englische Woche hatten vier Vereine, neun Punkte sammelten die drei Spitzenklubs München, Leverkusen und Frankfurt ein, dazu der VfB Stuttgart, der von Rang sieben auf vier kletterte und damit wieder einen CL-Platz belegt. Es läuft wieder in Stuttgart. Läuft es auch in Frankfurt weiter? Immerhin fehlt künftig Torjäger Omar Marmoush, der für 75 Millionen Euro an Manchester City verkauft wurde. Geld statt Punkte? Dagegen gehört Leipzig mit nur vier Punkten zu den Verlierern – und jetzt kommt Leverkusen zum Schlagerspiel!

Zu den Gewinnern darf sich auch der FC Augsburg zählen, der bis dahin auswärts sieglos war, dann aber zum Abschluss der Hinrunde bei Union Berlin 2:0 siegte und dies gleich wieder zum Rückrundenstart in Bremen wiederholte (sechs Zähler holte sonst nur Wolfsburg). Damit wurde in einer Woche der Abstand zu den Abstiegsplätzen von zwei auf acht vergrößert. Im Nachbarschaftsderby gegen Heidenheim könnte am Samstag der Vorsprung noch vergrößert werden. Ruhe dürfte auch wieder in Berlin einkehren, glücklich ist vor allem der neue Trainer Steffen Baumgart, denn Union kann doch noch gewinnen, nach zehn Spielen ohne Sieg klappte es ausgerechnet gegen das Überraschungsteam aus Mainz, das ebenso wie Freiburg zwei Niederlagen hinnehmen musste. Am Tabellenende rückten die Klubs enger zusammen, Heidenheim beendete seine Niederlagenserie und holte genauso vier Punkte wie Bochum. Hoffenheim gab mit dem 3:1-Sieg in Kiel ein Lebenszeichen von sich und hielt den Aufsteiger damit auf Distanz. Die Störche aus Kiel können sich mit einem besonderen „Titel“ schmücken, sie wurden „Baden-Württembergischer Meister“. Das Team von Trainer Alexander Blessin (einem Württemberger!) gewann gegen Hoffenheim, Freiburg, Stuttgart und jetzt in Heidenheim. Kiel bleibt aber Vorletzter.

Mit Schwung ging es also ins neue Jahr, das Ende der Hinrunde ging mitten in der englischen Woche fast unter, doch sollten bemerkenswerte Zahlen beachtet werden, denn die Bundesliga entwickelt sich zur Ballerliga, 504 Tore in der Hinrunde bedeuten Jahrhundert-Rekord, mehr Treffer gab es zuletzt 1985/86 mit 518 Toren. Großen Anteil am Schützenfest hat der FC Bayern, dessen Spieler 53mal einnetzten, also im Schnitt drei Tore pro Spiel erzielten und damit auf dem besten Weg sind, ihren Vereinsrekord von 1971/72 mit 101 Toren zu übertreffen. Mit drei Toren gegen Wolfsburg blieben sie auf Kurs!

Endspurt in der Champions League

Für die Spitzenklubs gehen die englischen Wochen weiter, in der Champions League steht der Endspurt der Gruppenphase an, zwei Wochen hintereinander wird gespielt, zum Schluss am 29. Januar finden alle Spiele zugleich statt. Für Spannung ist noch gesorgt, so wie es sich die UEFA bei der Neuordnung vorgestellt hat. Nur in Leipzig gibt es neben Bratislava und Bern keine Spannung mehr, ohne Punkte ist das Ausscheiden schon perfekt. RB verabschiedet sich bei Sporting Lissabon und gegen Sturm Graz,. Die ersten acht Mannschaften sind direkt für das Achtelfinale qualifiziert, nur Leverkusen (Platz 4, 13 Punkte) ist derzeit direkt dabei, muss aber zu Atletico Madrid (11./12) und hat Sparta Prag (28./4) zu Gast. Die Teams auf den Rängen 9 – 24 müssen in die Play-Offs, mit dabei sind derzeit Borussia Dortmund (9./12) und Bayern München (10./12). Die Borussia zeigt in der CL ja ein anderes Gesichts, vielleicht bleibt das so in Bologna (33./2) und gegen Donezk (27./4), zwei schlagbare Gegner. Auch die Bayern wollen die Play-Offs vermeiden und nach oben klettern, die Aufgabe bei Feyenoord Rotterdam (18./10) am Mittwoch ist aber nicht einfach, leichter wird es wohl zum Abschluss gegen Bratislava (35./0). Kämpfen muss der VfB Stuttgart, der auf Rang 26 mit nur sieben Punkten derzeit ausgeschieden wäre. Jetzt kommt es darauf an, dass er seinen Aufwind am Dienstag in Bratislava fortsetzt, zum Schluss wartet mit dem punktgleichen Paris St. Germain (25./7) allerdings ein harter Brocken, der eigentlich vom CL-Sieg träumt, jetzt aber gegen das Ausscheiden kämpft. Könnte nächsten Mittwoch also ein Endspiel werden!

Handballer dürfen nicht schlafen

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft konnte bei der Weltmeisterschaft bisher nicht so richtig überzeugen, hat aber dennoch ohne Punktverlust die Hauptrunde erreicht und nur das zählt. Jetzt geht es wirklich um die Wurst und da dürfen die Handballer nicht schlafen. In allen Spielen kamen sie nur schwer in die Gänge und entschieden die Partien gegen Polen, die Schweiz und Tschechien mit einer Leistungssteigerung erst in der zweiten Halbzeit. Darauf darf man sich vor allem gleich zum Auftakt gegen Titelverteidiger Dänemark (Dienstag, 20.30 Uhr) nicht verlassen. Beim letzten Aufeinandertreffen im Olympia-Finale gab es bekanntlich eine Abfuhr. Aber vielleicht hebt man sich die große Revanche für Halbfinale oder Finale auf, wo es wieder ein Aufeinandertreffen geben kann. Bei einer Niederlage müssen auf jeden Fall Siege gegen das Überraschungsteam aus Italien (Donnerstag, 18.00 Uhr) und dem wohl leichtesten Gegner Tunesien (Samstag, 20.30 Uhr) her. Die beiden besten Mannschaften der vier Hauptrundengruppen steigen ins Viertelfinale auf. Dann ginge es für das DHB-Team von Herning nach Oslo. Das Viertelfinale beginnt am Mittwoch, 29. Januar. Verlass war bisher auf die Torhüter, im Zusammenspiel und vor allem in der Chancenverwertung gibt es allerdings noch Mängel. Logisch, dass Bundestrainer Alfred Gislason bisher noch nicht zufrieden ist.