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Die Fußball-Bundesliga gibt Rätsel auf

In der Hinrunde kamen mehr Zuschauer zu den Spielen der Fußball-Bundesliga als im Vorjahr. An der Spannung kann es nicht gelegen haben, denn an der Tabellenspitze liegen die führenden Teams Bayern, Leverkusen und Frankfurt je acht Punkte auseinander, am Tabellenende tragen mit Heidenheim, Bochum und Kiel drei Mannschaften ihre „Keller-Meisterschaft“ aus. Was also ist der Grund des Zuspruchs? Die Antwort könnte sein: Um dieses Rätsel zu lösen, lohnt ein Blick auf die Ergebnisse und da wird erkennbar, die Bundesliga gibt Rätsel auf. Überraschungen sind garantiert!

Eine Konstante gibt es nicht. Selbst bei Tabellenführer Bayern München kann man sich nicht sicher sein, welche Leistung geboten wird. Immerhin: Der Abstand zu Verfolger Bayer wurde gehalten und beim 4:0 gegen den Tabellendritten Frankfurt war wieder ein Hauch der starken Vorrunde zu spüren. Vorher war eher die Unsicherheit groß, ob die Münchner nicht wie in den Vorjahren in der Rückrunde Probleme hätten. Zur Erinnerung: In der Rückrunde der letzten Saison waren die Bayern gerade mal Fünfter! Deshalb hofft Verfolger Bayer noch („Wir setzen sie unter Druck“) und will eine Konstante bleiben. Trainer Xabi Alonso kann bei seinem Kader aus dem Vollen schöpfen, Vincent Kompany hofft von Spiel zu Spiel, dass kein Leistungsträger ausfällt. Angeschlagen sind derzeit Torjäger Kane, Mittelfeld-Stratege Kimmich und Wirbler Musiala. Da schläft kein Trainer ruhig. Das sind Rätsel anderer Art. Aber die Bayern kennen des Rätsels Lösung: Im Februar/März müssen die Spiele gewonnen werden, damit es im Mai Titel zu feiern gibt.

Die Rätsel der Liga bleiben. Was ist mit Leipzig und Dortmund los? RB spielte in den letzten sechs Spielen fünfmal Unentschieden! So rutschte man aus den Champions-League-Plätzen, dort liegen Frankfurt und Freiburg (Rätsel: Wie machen die denn das?), auch Mainz liegt vor Leipzig. Und Dortmund will noch dort hin, der Rückstand wurde auf sieben Punkte verkürzt, das 6:0 gegen Union Berlin war ein Statement, aber das Rätsel bleibt ja: Schafft die Borussia endlich konstant gute Leistungen? Torjäger Guirassy schießt nicht immer vier Tore. Nächste Auflösung am Samstag bei St. Pauli. Im Mittelfeld liegen Teams, die gern nach oben schielen, doch Wolfsburg, Gladbach und Bremen kommen auf Dauer nicht richtig voran. Dazu gesellt sich plötzlich Augsburg, das in der Rückrunde noch ungeschlagen ist. Das Rätsel über den Erfolgsweg ist gelöst: Eine starke Abwehrleistung. Dahinter kommen Union Berlin und Hoffenheim einfach nicht auf die Füße, trotz Trainerwechsel. Das Rätsel bleibt. Am Tabellenende muss das Rätsel gelöst werden, wer es in die Relegation schafft. Bochum punktete dafür in Wolfsburg, Heidenheim als Platzhalter verteidigte in Leipzig die Position. Das 2:2 war der erste Punkt in der Rückrunde. Geht es jetzt aufwärts?

Übrigens: Seltsames auch in der 2. Bundesliga. Dort zeigt der Hamburger SV im Gegensatz zu den letzten Jahren starke Frühlingsgefühle(erfolge) und wurde von Trainer-Neuling Polzin wiederbelebt. Das Wochenende war perfekt: Von den ersten neun Mannschaften holte nur der HSV drei Punkte!

Letzte Chance für die Bayern

Jetzt kopiert praktisch die Champions League die nationalen Ligen, die Auslosung des Achtelfinales brachte interne Duelle, auf die früher länger verzichtet wurde. Ausgerechnet Bayerns früherer Torjäger Giovanni Elber zog das Duell der Münchner gegen Bayer Leverkusen. Atletico Madrid wäre die Alternative gewesen und so kommt das Madrider Derby hinzu. Bayern hat Mittwoch, 5. März, zuerst Heimrecht und muss am 11. März nach Leverkusen. Das nächste Rätsel: Können die Bayern gegen Bayer nach fünf vergeblichen Versuchen gewinnen? Es ist vielleicht die letzte Chance Xabi Alonso zu besiegen, denn er könnte ja im Sommer Leverkusen verlassen. Dortmund ist gegen Lille optimistischer (4./12. März). Das Schlagerspiel heißt Paris – Liverpool, außerdem spielen Brügge – Aston Villa, Eindhoven – Arsenal, Feyenoord Rotterdam – Inter Mailand und Benfica Lissabon – FC Barcelona. Eintracht Frankfurt hat in der Europa League Ajax Amsterdam zugelost bekommen. Heidenheim ist in der Conference League unglücklich gegen Kopenhagen ausgeschieden (1:3 n. V.) und verpasst so ein weiteres Duell mit Chelsea London.

Im Schatten der internationalen Wettbewerbe steht der DFB-Pokal, wo nach dreiwöchiger Pause die letzten beiden Viertelfinals gespielt werden. Werder Bremen ist in der Bundesliga von der Rolle (drei Niederlagen in Folge), da könnte auch Drittligist Arminia Bielefeld zum Stolperstein werden (Dienstag), danach gibt es am Mittwoch das Duell zweier Bundesligisten, die am Wochenende nicht gewinnen konnten, Leipzig erwartet Wolfsburg. Zur Erinnerung: Titelverteidiger Leverkusen (3:2 n. V. gegen Köln) und Stuttgart (1:0 gegen Augsburg) sind schon im Halbfinale (1./2 April).

Frauen noch nicht in EM-Form

„Hauptsache nicht verloren“ könnte man zum 2:2 der deutschen Frauen-Nationalmannschaft in der Niederlande sagen. Die Tore von Schüller und Nüsken reichten nicht, die Wolfsburgerin Beerensteyn traf zweimal für die Gastgeberinnen. In EM-Form waren die Schützlinge von Bundestrainer Christian Wück noch nicht, offenbarten vor allem spielerische Mängel. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, war sein logisches Fazit. Jetzt geht es am Dienstag (18.15 Uhr) in Nürnberg gegen Österreich, das zum Auftakt Schottland 1:0 schlagen konnte. Ein Sieg ist also Pflicht. Die Essener Torhüterin Sophie Winkler musste allerdings verletzt abreisen, dafür wurde das Bayerrn-Talent Ena Mahmutovic nachnominiert. Schon vorher hatte Wück mit Alara Sehitler ein weiteres Bayern-Talent von der U23 zum A-Team geholt. Wie Österreich (das auf Sarah Zadrazil/Bayern verzichten muss) besiegt werden soll, hat der Bundestrainer deutlich gemacht: „Ich glaube, Flanken und Kopfbälle sind unser Markenzeichen.“

Medaillensammlerin Franziska Preuß

Die Biathletin Franziska Preuß hat sich ihren Traum erfüllt, endlich Weltmeisterin. Bei der WM in der Lenzerheide (stimmungsvoll und von der Sonne verwöhnt) wurde sie zur Medaillensammlerin, gewann außer Gold in der Verfolgung und Silber im Sprint zudem zweimal Bronze in Staffeln. Am Schluss war im Massenstart noch einmal ein Medaille drin, doch da wurde sie von ihrem alten Pech verfolgt: Die Ski waren zu langsam, außerdem litt sie unter Bauchschmerzen. Mit nur einem Fehlschuss wäre bei besseren Bedingungen sogar wieder Gold möglich gewesen. Siegerin Elvira Öberg (Schweden) hatte immerhin zwei Fehlschüsse. Die Frauen überzeugten, so die Talente Selina Grotian und Julia Thannheimer, die Männer enttäuschten, mit einer Ausnahme: Bronze in der Staffel war eine Sensation, begünstigt durch schwache Schweden. Norwegen siegte vor Frankreich. Die Franzosen dominierten allerdings die WM, holten 13 Medaillen, davon sechsmal Gold. WM-Königin war Julia Simon mit viermal Gold! Der Norweger Johannes Thingnes Bö verabschiedete sich mit seinem 23. WM-Titel und Bronze im Massenstart. Nach der Saison will er seine Karriere wie Bruder Tarje beenden.

Die Biathleten dürfen am kommenden Wochenende durchschnaufen, dann stehen noch drei Weltcup-Events auf dem Programm, wobei Franzi Preuß dabei um ihren ersten Weltcup-Gesamtsieg kämpft. Wenn alles stimmt, sollte es möglich sein. Weiter geht es vom 6 – 9. März in Nove Mesto/Tschechien, danach folgt Pokljuka/Slowenien (13. – 16. März) und das Finale in Oslo/Norwegen (21. – 23. März).

Auf ein WM-Fieber müssen die Wintersportfans nicht verzichten, es folgt ab Mittwoch (bis 9 März) die Nordische Ski-Weltmeisterschaft in Trondheim/Norwegen. Die Alpinen hatte ja gerade mal eine Bronze-Medaille eingesammelt, da könnte es bei den Nordischen schon mehr werden. Chancen haben vor allem die Frauen: Die Skispringerinnen Selina Freitag und Katharina Schmid sind immer für einen Podestplatz gut, in der Nordischen Kombination sorgte die 19-jährige Nathalie Armbruster gerade für den überhaupt ersten deutschen Sieg in der relativ neuen Disziplin und im Langlauf könnten Victoria Carl und Katharina Hennig trotz der skandinavischen Übermacht mal vorne dabei sein. Bei den Herren ruhen die Hoffnungen vor allem auf Kombinierer Vincenz Geiger, im Skispringen war anfangs der Saison Pius Paschke der Überflieger, zuletzt aber war er ebenso wie Andreas Wellinger und Karl Geiger nicht mehr in Form. Vielleicht platzt der Knoten, so dass einer vorneweg und nicht alle hinterher fliegen. Im Langlauf kämpft Fridolin Moch um eine ehrenvolle Platzierung, von Medaillen darf man nicht mal träumen.

Bemerkenswert noch eine Bestmarke im alpinen Skisport: Die Amerikanerin Mikaela Shiffrin gewann in Sestriere den Slalom und feierte damit ihren 100. Weltcup-Sieg! Rekord!

Nullnummer: Tore wurden der Taktik geopfert

Die Fußballfans hatten sich eigentlich anderes erwartet, sie trauten beim Spitzenspiel der Bundesliga ihren Augen kaum, als sich Verfolger Bayer Leverkusen gegen den Spitzenreiter aus München vergebens abmühte. Es war keine Fußball-Fest. Die Bayern „ermauerten“ sich buchstäblich ein 0:0, mussten danach mit Schlagzeilen leben wie „Bayern historisch schlecht“ und pfiffen buchstäblich auf die Statistik, die ihnen nur 44 Prozent Ballbesitz auswies und 0:7 Chancen. Keine Chance, kein Tor – logisch. Der Gegner hatte Chancen, traf die Latte, aber nicht ins Tor, da fehlte das Glück. Trainer Xabi Alonso verzichtete allerdings auf einen Mittelstürmer, null Tore waren die Quittung. Beim großen Duell wurden die Tore der Taktik geopfert, die Bayern durften sich als Sieger fühlen, sie wollten nichts anderes, als den Acht-Punkte-Vorsprung halten.

Als Sieger wurde aber auch Trainer Xabi Alonso gefeiert. Die Spieler lobten die Taktik, die Kritiker lobten Leverkusen, die Süddeutsche Zeitung urteilt: „…der starke Auftritt steigert das Renommee von Bayer 04 und belegt erneut die Qualitäten von Trainer Alonso“. Doch dessen Schachzug ging nicht ganz auf, Kollege Kompany hat so reagiert, wie es der Sport-Grantler in den Raum gestellt hat: „Vielleicht wählt Vincent Kompany einen Ansatz wie Kollege Alonso im Vorjahr, als er seinem Team beim 1:1 eine Mauertaktik verordnete“. Hat Kompany diese Zeilen gelesen? Die Spieler verrieten: „Wir haben in dieser Woche diese Taktik trainiert.“ Das glückliche 0:0 war also ein Kalkül, mehr eigene Angriffe hätte sich Kompany sicherlich gewünscht. Mit der ersten Nullnummer nach sage und schreibe 170 Spielen endete eine Rekordserie der Bayern in der Bundesliga. So eine lange Zeit ohne 0:0 gab es noch nie.

Stellt sich die Frage, ob die Bayern wieder auf schwungvollen Fußball umschalten können, der fehlte zunehmend in den letzten Wochen. Die Kraftproben gehen nämlich weiter, die wichtigen Spiele wollen nicht enden. Am Dienstag steht in der Champions League das Rückspiel gegen Celtic Glasgow an, der 2:1-Sieg in Schottland ist kein sanftes Ruhekissen, verhindert aber wohl. dass sich der Gegner seinerseits auf eine Mauertaktik verlässt. Der Sieger ist im Achtelfinale. Am Sonntag (17.30 Uhr) steht das nächste Spitzenspiel in der Bundesliga an, der Dritte Eintracht Frankfurt kommt nach München und besitzt schnelle Stürmer, die oft schon Gift für die Bayern-Abwehr waren. Im Hinspiel gab es ein spektakuläres 3:3. Danach folgt die schwere Aufgabe in Stuttgart. Durchschnaufen ist nicht angesagt.

Durchschnaufen kann eher Sportvorstand Max Eberl, denn er konnte Erfolge am Verhandlungstisch vermelden – Jamal Musiala hat seinen Vertrag bis 2030 velängert. Er folgte damit seinem Spezl Alphonso Davies und setzte zudem ein Zeichen für Joshua Kimmich, der jetzt eventuell ebenfalls seinen Vertrag verlängern wird, nachdem er erst wissen wollte, wie die Zukunft der Bayern aussieht. Die Weichen sind gestellt, wenn eine gute Zukunft auch teuer wird. Davies und Musiala (und dann wohl auch Kimmich) kassieren mehr Geld, bei Musiala spricht man sogar von 20 Millionen Euro für die Unterschrift, und bis zu 25 Millionen Jahresgehalt, er sprang also in Gehaltshöhen wie ein Harry Kane. In Leverkusen war Musiala nicht zu sehen, er war mit Abwehraufgaben beschäftigt. Sein Pendant auf der anderen Seite, Florian Wirtz, konnte eher glänzen, aber eben ohne Ertrag.

Ohne Tore war München glücklich, ohne Tore war Borussia Dortmund unglücklich. Logisch, es hagelte eine 0:2-Niederlage bei Schlusslicht Bochum, das dadurch die „rote Laterne“ an Kiel (1:3 in Frankfurt) weiterreichen konnte. Auch unter dem neuen Trainer Niko Kovac kann die Borussia ihre Wankelmütigkeit offensichtlich nicht ablegen. Nach dem 3:0-Sieg gegen Sporting Lissabon in der CL mit einer starken zweiten Halbzeit lobten die Bosse den Trainer („Tolle Kabinenansprache“), doch ob Kovac mit übertriebenem Lob seiner Spieler richtig liegt? Bei Niklas Süle sprach er von Weltklasse, der dankte es ihm mit einem haarsträubenden Fehlpass zum 0:1 (Torschütze Masouras: „Prima, wenn einem der Gegner den Ball hinlegt“). Julian Brandt stellte er auf eine Stufe mit den Jungstars Wirtz und Musiala, was Brandt seit Jahren leider nicht bestätigen kann. Es brennt also weiter in Dortmund, die Auswärtsschwäche darf am Mittwoch beim Rückspiel in Lissabon nicht durchschlagen. Union Berlin ist am Samstag der nächste Gegner in der Bundesliga, da soll endlich der Marsch nach oben zu Platz vier beginnen. Der Weg wird immer weiter, inzwischen sind es acht Punkte.

Im Tabellenkeller freute sich Bochum über die Schützenhilfe des Ruhr.Pott-Rivalen. Auf dem Relegationsplatz hängt Heidenheim (0:2 gegen Mainz), während sich Hoffenheim einen Sicherheitsabstand von sieben Punkte schaffte, weil sich Bremen wie früher schon als Lieblingsgegner erwies (3:1). Heidenheim erlitt dagegen die fünfte Niederlage in Folge, ist sechs Spiele ohne Sieg. Anders in der Conference League, da gelang ein 2:1 in Kopenhagen und so könnte am Donnerstag der Sprung ins Achtelfinale gelingen. Was fehlt, ist der Schwung für die Liga. Den hat allerdings auch der nächste Gegner Leipzig nicht, wie das magere 0:0 in Augsburg zeigte. Mit einem 0:0 wäre Heidenheim zufrieden. Wird doch nicht Standard werden in der Bundesliga…

Bayern-Frauen Sieger der Woche

Im Frauen-Fußball tat sich Entscheidendes, aber auch Überraschendes. Eine Sensation gab es im DFB-Pokal, da endete nämlich die Erfolgsserie des VfL Wolfsburg. 52 Spiele lang konnte niemand die Wölfinnen besiegen, zehn Titel in Folge waren der Ertrag, den niemand wohl jemals brechen kann. Jetzt aber eine 0:1-Niederlage gegen Hoffenheim, Sechster in der Bundesliga. Mit Ereleta Memeti erzielte ausgerechnet eine Spielerin das goldene Tor, die früher in Wolfsburg spielte. Doch Wölfinnen soll man nicht reizen, die Niederlage machte Kräfte frei und in der Liga folgte ein 6:1 gegen Tabellenführer Frankfurt. Da hat sich jemand den Frust von der Seele geschossen,.

Bei diesen Ergebnissen wurden die Frauen des FC Bayern München zum Sieger der Woche. Sie taten selbst etwas dazu, im Pokal schalteten sie nämlich Frankfurt mit einem 4:1 (1:1) nach Verlängerung aus. Geht es nach der Papierform, wäre der Weg zum Pokalsieg frei, neben Hoffenheim sind noch Werder Bremen und Zweitligist Hamburger SV im Lostopf. In der Bundesliga folgte ein 1:0-Sieg über Bremen, damit die Tabellenführung. Die Bayern-Mädchen wollen wieder einmal mit den Männern zusammen auf dem Rathaus-Balkon die Meisterschaft feiern! Frankfurt hatte dagegen eine schwarze Woche.

Die Bundesliga macht jetzt erst einmal Pause bis zum 7. März, die Nationalmannschaft hat das Wort. Bereits am Freitag beginnen die Spiele der Nations League, erster Gegner ist die Niederlande in Breda, dann folgt am Dienstag, 25.2., das Heimspiel in Nürnberg gegen Österreich. Bundestrainer Christian Wück hat fleißig die Spiele beobachtet und wartete bei der Nominierung mit einer Überraschung auf: Rebecca Knaak soll für neue Sicherheit in der Abwehr sorgen. Wer sich bei Manchester City durchsetzt, dem sollte man das zutrauen. Gegen die Niederlande spielte Deutschland auch im letzten Jahr und zwar in der NL im Spiel um Platz drei und siegte 2:0.

Franzi Preuß erfüllte sich ihren Traum

Am Freitag war sie schon glücklich, da gewann Franziska Preuß im Sprint Silber, ihre erst zweite Einzelmedaille bei einer WM. Am Sonntag in der Vrerfolgung wurde es aber noch besser, da lieferte die 30-Jährige ein perfektes Rennen ab und erfüllte sich ihren Traum – endlich Weltmeisterin in einem Einzelwettbewerb. Franzi traf alle als Einzige der Spitzenläuferinnen alle 20 Scheiben und überzeugte in der Loipe. Sprint-Siegerin Braisaz-Bouchet (Frankreich) zielte dreimal daneben und wurde Dritte hinter Elvira Öberg (Schweden/1), die von Rang zehn auf zwei vor lief. Bei Franzi Preuß wirkte sich eine Nasenoperation im Sommer positiv aus, außerdem achtet sie absolut darauf, sich keine Krankheit zu holen. Oft wurde sie nämlich bei Höhepunkten krank. Deshalb hat sie auch als Einzige ein Einzelzimmer. Auch im Training ging sie ihren eigenen Weg, der erfolgreich war und deshalb akzeptiert wird.

Bei den Herren ist der Norweger Johannes Thingnes Bö der große Star, er siegte am Samstag im Sprint und gab in der Verfolgung Platz eins nicht ab. Damit machte er sich zum Rekord-Weltmeister, bisher stand er mit seinem Landsmann Ole Einar Björndalen mit 20 Titeln zusammen auf Platz 1. Seine 22 Titel holte Bö in 56 Rennen, Björndalen seine 20 in 95 Rennen! Die deutschen Männer spielten keine Rolle, sie lieferten vor allem schwache Schießleistungen ab. Sie sollten sich von Franzi Preuß Tipps geben lassen…

Keine glückliche Weltmeisterschaft gab es für die alpine deutsche Mannschaft in Saalbach-Hinterglemm. Erst am Schlusstag durfte man eine glückliche Bronze-Medaille feiern, als der Münchner Linus Straßer im Slalom Dritter wurde. Er absolvierte einen hervorragenden zweiten Lauf und profitierte am Ende in der Warteposition davon, dass der führende Franzose Noel im zweiten Lauf nach einem Fehler ausschied. Die WM wurde von der Schweiz dominiert, die 13 Medaillen holte, davon fünf Goldene, Österreich freute sich immerhin über sieben Medaillen (2-3-2). Nur neun Nationen ergatterten überhaupt einen Platz auf dem Podest.

Das Duell Leverkusen – Bayern: Zwei Jungstars im Mittelpunkt

Ist das Duell der beiden führenden Mannschaften der Fußball-Bundesliga am Samstag (18:30 Uhr) überhaupt noch ein Spitzenspiel? Titelverteidiger Bayer Leverkusen hat mit dem nächsten Ausrutscher, 0:0 in Wolfsburg, ein bisschen die Spannung getötet. Die Bayern können nun mit acht Punkten Vorsprung beruhigter zu Bayer fahren, selbst wenn sie die bittere Pille der Niederlage schlucken müssten, würde das die Chancen auf die Meisterschaft nur unwesentlich mindern. In 21 Spielen gab es bisher nur eine Niederlage (in Mainz) und drei Unentschieden. Nach Leverkusen bleiben noch ein Dutzend Spiele. Bayer hat auch nur einmal verloren (gegen Leipzig), aber mit sieben Remis acht Punkte mehr verloren. Die Gesamtbilanz spricht für München (60 Siege, 22 Niederlagen, 19 Unentschieden), die letzten fünf Spiele konnte Bayern aber nicht gewinnen. Der letzte Sieg datiert vom 30. September 2022 (4:0), der letzte Sieg in Leverkusen liegt noch länger zurück (17. Oktober 2021/5:1). Zuletzt warf Bayer den Kontrahenten mit einem 1:0 aus den Pokal.

Auffallend, nach Wolfsburg gab es erstmals auch leise Kritik an „Übertrainer“ Xabi Alonso. Die Rotation des Spaniers ging erstmals nicht auf. Er verzichtete im Startteam auf Jungstar Florian Wirtz und Torjäger Patrik Schick. So fielen keine Tore, dafür hagelte es Kritik. Dabei hätte Alonso sie gar nicht schonen müssen, bis zum großen Duell haben sie eine Woche Zeit zum Ausruhen. Anders die Bayern, Torjäger Harry Kane und Jamal Musiala standen auf dem Feld, beim 3:0 gegen Bremen war Kane wieder zweifacher Torschütze. Ausgeruht können die Münchner nicht ins Rheinland fahren, schließlich müssen sie im Gegensatz zu Leverkusen in die Play-Offs der Champions League und da wartet am Mittwoch das heiße Duell bei Celtic Glasgow in einem der lautesten Stadien in Europa.

Am Samstag wird Xabi Alonso auf Florian Wirtz setzen, so wie Vincent Kompany einen Stammplatz für Jamal Musiala reserviert hat. Die beiden 21-jährigen Jungstars (Musiala wird am 26.2. 22 Jahre) stehen im Mittelpunkt, nicht nur wegen ihrer tollen Leistungen, sondern auch weil ihre Zukunft ungewiss ist und viel spekuliert wird. Träume gibt es, dass beide einmal im gleichen Verein spielen und das könnte dann eigentlich nur Bayern sein. Selbst Klublegende Uli Hoeneß hat gestanden, davon zu träumen. Aktuell sprießen nur die Gerüchte ins Kraut, Wirtz soll in Leverkusen bis 2027 verlängert haben, aber mit Ausstiegsklausel. Immer wieder wird andererseits von einem gemeinsamen Abgang mit Trainer Alonso im Sommer zu Real Madrid geredet. In München soll Musiala bleiben, die Verhandlungen um eine Verlängerung des 2026 auslaufenden Vertrags sollen gut laufen, Musiala will angeblich mehr Geld und eine Ausstiegsklausel, die bei den Bayern verpönt ist, die aber angeblich auch Harry Kane besitzt, für den Fall, dass das Heimweh nach England zu groß sei. Gesprächsstoff gibt es also genug rund um den Spitzenkampf, es könnte ein Top-Ereignis mit vielen Toren werden, vielleicht wählt Vincent Kompany aber einen Ansatz wie Kollege Alonso im Vorjahr in München, als der seinem Team unüblich eine Mauertaktik verordnete. Ein 1:1 war die Folge, ein Ergebnis, bei dem die Bayern wohl einschlagen würden.

Von der Tabellenspitze weit entfernt ist derzeit Borussia Dortmund. Niko Kovac solll das Team wieder dorthin führen, doch sein Debüt begann mit einer schmerzhaften Niederlage. Mit einem Sieg hatte sich Interimstrainer und Temperamentsbündel Mike Tullberg verabschiedet, mit stoischer Ruhe hat Kovac als ganzes Gegenteil die 1:2-Niederlage gegen Stuttgart hingenommen und zeigte sich sogar zufrieden, „ich habe viele gute Ansätze gesehen, die Jungs haben es bis zum 0:2 richtig gut gemacht.“ Zweifelhafte Schmeicheleinheiten. Besser machen heißt es jetzt in den CL-Play-Offs und am Samstag beim Derby in Bochum, seines Zeichens Tabellenletzter. Ein 2:2 in Kiel nutzte weder dem Schlusslicht noch dem Vorletzten, aber auch Heidenheim auf dem Relegationsplatz (0:1 in Freiburg) und Hoffenheim (15./0:4 gegen Union Berlin) punkteten. Stillstand also im Tabellenkeller.

Nachsitzen in den Play-Offs

Wer nicht genügend Punkte sammelt, den bestraft das Reglement. Bayern München und Borussia Dortmund haben nicht wie Bayer Leverkusen in der Champions League den Sprung unter die besten acht Teams der Ligaphase geschafft und müssen deshalb Nachsitzen. Andererseits erging es Stuttgart und Leipzig noch schlechter, die ausgeschieden sind. Wie bekannt hatten die Bayern insofern Glück, dass ihnen Manchester City erspart blieb, aber ob Celtic Glasgow wirklich das wesentlich bessere Los ist, muss sich erst zeigen. Immerhin sind die Münchner gegen Celtic noch ungeschlagen (3 Siege, 1 Unentschieden), aber das zählt aktuell nicht. Celtic beherrscht Liga in Schottland, hatte allerdings in der CL leichtere Aufgaben, siegte u. a. gegen Leipzig 3:1, verlor aber in Dortmund 1:7. Beide hatten einen gemeinsamen Gegner, verloren bei Aston Villa, die Bayern 0:1, Celtic 2:4. Gefürchtet ist die Atmosphäre im Celtic Park, was die Bayern beeindrucken könnte, ähnlich wie in Rotterdam. Auswärts wurden ja Schwächen deutlich. Probleme könnten aber auch Celtics schnelle Stürmer bereiten, allerdings fehlt Torjäger Daizen Maeda gesperrt. Dafür ist der Deutsche Nicolas Kühn dabei, der zweite Torjäger, der sich gerade gegen München für die Nationalmannschaft empfehlen will. Das Rückspiel steigt in einer Woche in München.

Borussia Dortmund bekommt es mit Sporting Lissabon, dem Tabellenführer in Portugal zu tun, vielleicht die noch schwerere Aufgabe. Da ist es zweifelhaft, ob die Schützlinge von Niko Kovac dort Selbstvertrauen tanken können. Aber vielleicht löst die Rolle als Außenseiter alle Fesseln.

Außerdem spielen in den Play-Offs: Stade Brest – Paris St. Germain, Manchester City – Real Madrid, Juventus Turin – PSV Eindhoven, Club Brügge – Atalanta Bergamo, Feyenoord Rotterdam – AC Mailand, AS Monaco – Benfica Lissabon.

Neue Kräfteverhältnisse bei den Frauen

In der Frauen-Bundesliga schaute bisher alles auf den Zweikampf Bayern München gegen VfL Wolfsburg, doch in dieser Saison hat sich das Bild total gewandelt, es mischen noch andere Klubs mit. Die Nummer 1 ist derzeit sogar Eintracht Frankfurt, das als Tabellenführer auch am meisten überzeugt. Ein 9:0 gegen Potsdam ist der Beweis, die Bayern mühten sich zu einem 3:1 bei Hoffenheim, Leverkusen (1:1 gegen Essen) und Wolfsburg (0:0) in Köln verloren sogar an Boden. Aber die Woche hat es in sich, weil es am Mittwoch im Pokal zum Duell der beiden derzeit besten Mannschaften kommt, die Bayern-Mädchen erwarten Frankfurt. Pokaldauersieger Wolfsburg muss zur TSG Hoffenheim und hat ja an München gesehen, dass das keine leichte Aufgabe ist, außerdem spielen Hamburger SV – Gladbach und Leverkusen – Bremen.

Die Eintracht-Mädchen werden am Sonntag gleich noch einmal gefordert, dann müssen sie nach Wolfsburg, die Wölfinnen müssen gewinnen, um wieder ganz oben mitmischen zu können. Die Duelle von München mit Wolfsburg und Frankfurt stehen im März und April an.

Gewaltige Aufgaben gibt es für die zwei deutschen Bundesligisten in der Champions League. Spitzenklubs wurden ihnen für das Viertelfinale zugelost. Meister Bayern trifft auf Olympique Lyon mit den deutschen Spielerinnen Marozsan und Däbritz, Wolfsburg hat mit Titelverteidiger FC Barcelona die überhaupt schwerste Aufgabe. Manchester City – Chelsea London und Real Madrid – Arsenal London heißen die weiteren Duelle am 18./19. und 26./27. März.

In vollem Gange ist auch der Wintersport und da sahnten die deutschen Rodlerinnen und Rodler bei der Weltmeisterschaft im kanadischen Whistler ab. Sie standen in allen Wettbewerben auf dem Siegerpodest und gewannen ein Dutzend Medaillen, fünfmal Gold, viermal Silber und dreimal Bronze. Einsitzer-Titelträger wurden Julia Taubitz und Max Langenhahn, darüber hinaus holte sich der 35-jährige Olympiasieger Felix Loch mit Silber im Einzel einen Rekord, es war seine elfte WM-Medaille und damit löste er die italienische Rodelikone Armin Zöggeler als Rekordhalter ab.

So erfolgreich werden die Biathleten bei der Weltmeisterschaft in Lenzerheide ab Mittwoch wohl nicht sein, aber Medaillen sollte es geben. Mehr über diese WM im nächsten Blog „Franzi Preuß kann ihre Karriere krönen“.

Franzi Preuß kann ihre Karriere krönen

Die Weltmeisterschaften im Wintersport geben sich im Februar quasi die Türklinke in die Hand, eine WM folgt der nächsten. Praktisch ein Vorgeschmack auf den Winter 2026, wenn am 6. Februar die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo beginnen. Im Mittelpunkt der deutschen Fans steht in diesem Jahr aber sicherlich die Biathlon-Weltmeisterschaft, die am Mittwoch in Lenzerheide in der Schweiz beginnt und bis zum 23. Februar dauert. Biathlon hat beim Wintersport die höchsten Einschaltquoten im Fernsehen, bei einer WM kann Biathlon sogar die Fußball-Bundesliga schlagen, so wie es auch Handball schon geschafft hat.

Das Interesse steigt natürlich mit Erfolgen und da ist Franziska Preuß die Hoffnungsträgerin. Die 30-Jährige führt im Weltcup und absolviert derzeit ihre beste Saison. Alle drücken ihr die Daumen, dass sie vor gesundheitlichen Rückschlägen verschont bleibt. In den letzten Jahren haben Krankheiten Erfolge verhindert, nach einer Nasenoperation scheint sie stabiler zu sein. In Lenzerheide könnte sie nun ihre Karriere krönen, Olympiasiegerin und TV-Expertin Laura Dahlmeier traut ihr sogar zu, dass sie in jedem Einzelrennen aufs Podest laufen kann. In der Tat führt Franzi Preuß nicht nur in der Weltcup-Gesamtwertung, sondern auch im Sprint und Massenstart, im Einzel und Verfolgung liegt sie auf Platz zwei. Dort führt ihre wohl größte Rivalin, die Französin Lou Jeanmonnot, die ebenfalls eine gute Schützin und laufstark ist. Jeanmonnot weiß zudem ein sehr starkes Team, mit Julia Simon an der Spitze, hinter sich. Dritte im Bunde der größten Favoritinnen ist die Schwedin Elvira Öberg.

Bei den deutschen Damen fällt leider die erfahrene Vanessa Voigt wegen Krankheit aus, so dass Deutschland ein junges Team stellt. Die jungen Wilden sollen aber dennoch für Medaillen sorgen, natürlich auch die Herren, die aber schwächer einzuschätzen sind. Mehr Medaillen als bei der Weltmeisterschaft 2024 in Nove Mesto sollte es allerdings geben, denn dort reichte es insgesamt nur zu einmal Silber und zweimal Bronze. Da möchte allein Franzi Preuß mehr gewinnen, bisher holte sie einmal WM-Gold, 2015 in Finnland in der Staffel und da auch Silber im Massenstart, insgesamt gab es für sie bisher 5x Silber und 1x Bronze, meist in den Staffel-Wettbewerben.

Komplettiert wird das deutsche Frauenteam durch Selina Grotian, die auch einen Weltcupsieg in diesem Winter vorweisen kann, Sophia Schneider, Julia Thannheimer und Johanna Puff, die mit einem Sieg bei der Europameisterschaft den fünften Startplatz ergatterte. Stark darf vor allem die Staffel eingeschätzt werden, die nicht einmal in Bestbesetzung für Siege sorgte, doch in der Staffelwertung führt trotzdem Frankreich vor Norwegen, Schweden und Deutschland auf Platz vier. In de Nationenwertung sieht es ähnlich aus Frankreich vor Schweden und Deutschland.

Bei den Männern könnte an guten Tagen der eine oder Podestplatz drin sein, die größten Hoffnungen ruhen auf der Staffel. Insgesamt wird das Geschehen bei den Männern von Norwegen und Frankreich beherrscht, mit Sturla Holm Laegreid (854 Punkte) und Johannes Thingnes Bö (806) liegen auch zwei Norweger im Weltcup vorn. In der Nationenwertung führt trotzdem überraschend Frankreich vor Norwegen, Schweden und Deutschland. Besonderen Ehrgeiz werden die Bö-Brüder entwickeln, denn sowohl Johannes als auch sein älterer Bruder Tarje haben ihren Rücktritt nach dieser Saison angekündigt. Das deutsche Team mit Johannes Kühn, Philipp Nawrath, Danilo Riethmüller, Justus Strelow und Phlipp Horn wird versuchen müssen, die eine oder andere Chance zu nutzen. Vor allem am Schießstand haperte es bisher im Weltcup.

Der Zeitplan: Mittwoch, 12.2., 14.30 Uhr: Mixed-Staffel. Freitag, 14.2., 15:05 Uhr: Sprint Frauen. Samstag, 15.2., 15:05 Uhr: Sprint Männer. Sonntag, 16.2., 12:05 Uhr: Verfolgung Frauen. 15.05 Uhr: Verfolgung Männer. Dienstag, 18.2., 15.05 Uhr: Einzel Frauen. Mittwoch, 19.2., 15:05 Uhr: Einzel Männer. Donnerstag, 20.2., 16:05 Uhr: Single Mixed. Samstag, 22.2., 12:05 Uhr: Staffel Frauen. 15:05 Uhr: Staffel Männer. Sonntag, 23.2., 13:45 Uhr: Massenstart Frauen. 16:05 Uhr: Massenstart Männer.

Titel-Träume: Die Bayern auf dem Prüfstand

Ein heißer Februar steht den Sportfans bevor, der Wintersport schlägt voll zu (4. – 16. Alpine Ski-WM in Saalbach-Hinterglemm/Österreich, 6. – 8. Rodel-WM in Whistler/Kanada, 12. – 23. Biathlon-WM in Lenzerheide/Schweiz, 26. – 9. März Nord. Ski-WM in Trondheim/Norwegen), dazu kommt der American Football mit dem Super Bowl am Sonntag in New Orleans/USA, für den vor allem die Discounter in Deutschland Reklame machen, damit die Fans vor dem Fernseher sich gut versorgen. Ja, den Fußball gibt es auch noch und da geht es ebenfalls rund. Eine Tatsache, die dem Wintersport gar nicht gefällt, weil er nicht so in den Mittelpunkt rückt, wie er es gerne hätte.

In der Fußball-Bundesliga stehen Schlagerspiele an, im DFB-Pokal wird das Viertelfinale ausgetragen und international gehen die Play-Offs über die Bühne. Vor allem die Bayern stehen vor einem heißen Februar. Der Auftakt gegen Neuling Holstein Kiel war dabei durchwachsen, denn aus einem 4:0 wurde ein zittriges 4:3. In den nächsten Wochen geht es um nicht weniger als die Titel-Träume der Münchner, die ja im Pokal schon ausgeschieden sind. Meisterschaft und Champions League stehen auf dem Spiel, in der Bundesliga folgt ein Weichenstellung. Am Freitag noch ein „warm up“ gegen durch Sperren geschwächte Bremer, danach folgen die Duelle mit Verfolger Leverkusen (15.), dem Tabellendritten Frankfurt (23.) und zum Abschluss das Prestige-Derby gegen den alten Rivalen VfB Stuttgart (28.). Interessant, an dem Wochenende treffen auch Frankfurt und Leverkusen aufeinander. Dazu kommen für die Bayern noch die Duelle mit Celtic Glasgow in den Play-Offs der Champions League am 12. und 18. Februar. In München sind sie froh, dass nicht Manchester City der Gegner wurde, doch Trainer Vincent Kompany warnt vor der „Hölle in Glasgow“. Vielleicht gibt es Auftrieb, dass Harry Kane wieder einen Rekord feiern durfte. 55 Tore in nur 50 Spielen hat noch keiner geschafft, die Bestmarke hielt bisher Erling Haaland mit 50 Treffern. Zudem wurde Kane mit einer Medaille geehrt, er erzielte mit seinem artistischen Treffer bei komplizierter Ballannahme und Kopfball gegen Augsburg das „Tor des Jahres“ der ARD.

Verfolger Bayer wird nicht nur mit Interesse die Bayern beobachten, hat die Play-Offs vermieden, ist aber im DFB-Pokal gefordert mit dem Derby gegen Köln am Mittwoch. Die Bayern sind im Pokal durch ihr Ausscheiden ebenso zum Zuschauen verurteilt wie Borussia Dortmund, das angesichts der nicht befriedigenden Saison die Reißleine gezogen hat. Für Nuri Sahin soll nun Niko Kovac die Saison retten, was bedeutet, dass in der Bundesliga Platz vier und damit die Champions League erreicht wird. Platz 11 sieht nicht berauschend aus, aber der Rückstand zum Vierten RB Leipzig ist auf vier Punkte geschmolzen. Die Weichen für eine erfolgreiche nahe Zukunft hat Interimstrainer Mike Tullberg gestellt, der U19-Coach hat in drei Spielen zwei Siege errungen und mit seiner emotionalen Art die Mannschaft wachgerüttelt. Seine überbordende Freude nach dem 2:1-Sieg in Heidenheim wird in Erinnerung bleiben. Der 53-jährige Kovac ist eher ein nüchterner Typ. Er bringt Bruder Robert sowie Filip Tapalovic als Assistenten mit und soll vor allem für Sicherheit und Ordnung im Team und mit Erfolgen auch im Verein sorgen. In Frankfurt und München hat er Titel gewonnen, aber nicht die Herzen, in Wolfsburg und Monaco war er nicht so erfolgreich. Am Samstag steht schon ein wichtiges Spiel gegen den Fünften VfB Stuttgart (32 Punkte) bevor, da soll die Aufholjagd beginnen. Auch die Dortmunder haben also einen heißen Februar, stehen doch auch für sie die Play-Offs in der CL an, Sporting Lissabon ist am 11. und 19. der Gegner.

Die Stuttgarter selbst haben eine katastrophale Woche hinter sich mit drei Niederlagen. Mit dem 0:2 in Mainz und 1:2 gegen Mönchengladbach purzelten sie aus den CL-Rängen , sind dazu in der Champions League mit einer 1:4-Pleite gegen Paris St. Germain ausgeschieden. Nichts war es mit den Play-Offs als letzte Hoffnung. Das ganze Gegenteil ist die Stimmung in Gladbach. Dort gelang zwar der Start ins neue Jahr nicht, doch die Niederlagen gab es gegen Spitzenteams. Das 2:1 in Stuttgart signalisiert die Wende, Torjäger Tim Kleindienst war wieder erfolgreich und wird immer mehr zum Gespenst für den VfB. Gladbach ist oben dabei und träumt von Europa. Folgerichtig wurde der Vertrag mit dem Geschäftsführer Sport Roland Virkus verlängert. Der 58-jähriger ist ein Borussia-Urgestein und seit 35 Jahren im Verein. 2022 wurde er Nachfolger von Max Eberl, der einst eine erfolgreiche Zeit in Gladbach hatte, dann zum „bösen Buben“ durch seinen gesundheitlich bedingten Abgang wurde und jetzt bei den Bayern die große Bewährungsprobe bestehen muss, nämlich dringende Vertragsverlängerungen unter Dach und Fach bringen.

DFB-Pokal in zwei Etappen

Das Viertelfinale im DFB-Pokal verläuft aus Termingründen zweigeteilt, außerdem sind die Spiele einzeln auf vier Tage verteilt. In dieser Woche starten Stuttgart – Augsburg am Dienstag und Leverkusen – Köln am Mittwoch. Die beiden Wochen darauf gehören Champions League und Europa League, danach folgt der zweite Teil des Pokals mit Bielefeld – Bremen (Dienstag, 25. Februar) und Leipzig – Wolfsburg (Mittwoch, 26.). Drei derzeitige Spitzenteams der Bundesliga sind noch dabei, Titelverteidiger Leverkusen gilt wieder als Favorit, im Gegensatz zu den Bayern hat es also noch drei Eisen im Feuer. Mit Arminia Bielefeld ist auch ein Drittligist noch dabei.

In der Champions League haben sich die Bundesligisten nicht mit Ruhm bekleckert, Stuttgart und Leipzig haben nicht einmal die Play-Offs erreicht und sind ausgeschieden. Nur Leverkusen steht schon im Achtelfinale. Andere Nationen waren erfolgreicher, England hat mit Ligen-Sieger FC Liverpool, FC Arsenal (3.) und Aston Villa (8.) gleich drei Teams direkt qualifiziert, dazu kommen FC Barcelona, Inter Mailand, Atletico Madrid und Lille OSC. So gibt es in den Play-Offs ein Duell zweier potentieller Titelanwärter, nämlich Manchester City gegen Real Madrid.

In der Europa League siegte AS Rom von Athletic Bilbao und Manchester United, Tottenham Hotspur und Frankfurt, das also den Play-Offs entgeht, dafür ist Hoffenheim als 27. ausgeschieden und reiht sich ein in die Enttäuschungen.

Heißer Februar auch für die Frauen

Die Frauen-Bundesliga hat wieder Fahrt aufgenommen, mit Frankfurt – Leverkusen gab es gleich ein Schlagerspiel, dass die Eintracht-Mädels mit 3:2 für sich entscheiden konnten, ihr sechster Pflichtsieg in Folge. Im Februar stehen aber noch weitere wichtige Spiele an, am 12. Februar im DFB-Pokal beim FC Bayern und vier Tage später das Duell mit dem VfL Wolfsburg. Auch sie haben also einen heißen Februar. Die Bayern sind punktgleich Zweiter, taten sich aber in Leipzig beim 1:0-Sieg schwer. Da merkte man bereits das Fehlen des verletzten Mittelfeldduos Stanway/Zadrazil, das Herzstück der Mannschaft. Die Engländerin Stanway musste sogar operiert werden, die Österreicherin Zadrazil wird einen Muskelfaserriss eher auskuriert haben. Als nächste Aufgabe wartet das Spiel in Hoffenheim, dem ersten Verfolger des Führungsquartetts und dann folgt das Duell mit Frankfurt. Der Gewinner fordert dann praktisch den Serien-Pokalsieger Wolfsburg heraus.

Seriensieger sind auch die Handballer von Dänemark, die mit einem 32:26 gegen Kroatien Handball-Weltmeister wurden und ihren vierten Titel in Folge holten. Dabei löste Torhüter Emil Nielsen mit 125 Paraden den deutschen Keeper Andreas Wolff als Rekordhalter ab, der 2023 112 Paraden zu verzeichnen hatte. Weltstar Mathias Gidsel wurde zum wertvollste Spieler gewählt. Deutschland beendete das Turnier als Sechster. Mehr zum Abschneiden Deutschlands und zur alpinen Ski-WM im nächsten Blog „Handballer haben eine WM-Medaille buchstäblich verschenkt“.

Handballer haben eine WM-Medaille buchstäblich verschenkt

Wieder keine Medaille für die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft. Seit 18 Jahren wartet der DHB darauf, doch so nah wie diesmal in Oslo war man selten. 30:31 gegen Portugal im Viertelfinale, Entscheidung in letzter Sekunde der ersten Verlängerung. War das einfach Pech? Nein, die Mannschaft hat eine Medaille buchstäblich verschenkt. Es wurden viele Fehler gemacht, auch von Bundestrainer Alfred Gislason, der seine Hand schützend über die Mannschaft hielt und von „einem Schritt nach vorn“ sprach. Das war es nicht, es war eine bittere, eigentlich vermeidbare Niederlage.

Bester Beweis dafür die Reaktion von Torhüter Andreas Wolff, der sich besonders ärgerte, ja sogar tobte, weil er sein Team mit sensationellen Paraden immer wieder im Spiel hielt. Aber seine Vorderleute waren teils zu schläfrig (wieder den Start versaut), zu konzentriert (beim entscheidenden Tor nicht energisch genug) und vielleicht auch zu nervös. Vor allem im Angriff, wo oft überhastet geschossen wurde und die Angriffe nicht gut genug ausgespielt wurden. Die Portugiesen waren schneller, konzentrierter und angriffslustiger. Sie haben sich das Halbfinale verdient.

Die deutsche Mannschaft muss aus den Fehlern lernen, denn die Zukunft gehört durchaus dieser jungen Mannschaft um Juri Knorr, Renars Uscins und Julian Köster. Viele haben den U21-Weltmeister Max Beneke vermisst, ein 1,98 m langer Kerl mit Wurfgewalt von den Füchsen Berlin. So einer hat dem Team gefehlt. Leider gab es Ausfallsorgen (Knorr, Semper, Dahmke), aber auch Fehler vom Trainer. Gislason hätte Mittel finden müssen, um die Burschen rechtzeitig munter zu machen, es geht nicht an, in jedem Spiel erst einmal in Rückstand zu geraten. Er hat aber auch die Stützen der Mannschaft zu oft und zu lange ins Gefecht geschickt, so wirkte Uscins überspielt, kam nicht in die tolle Form von Olympia. Den Flow von Paris haben die Silbermedaillengewinner diesmal nicht erwischt. Sie mussten sich alles mühsam erarbeiten. Am Ende hat es nicht gereicht.

Die nächste Weltmeisterschaft findet 2027 in Deutschland statt. Diese einmalige Gelegenheit muss man für einen Medaillengewinn nutzen. Wenn nicht zu Hause vor den heißen Fans, wann dann? Handball löst durchaus Begeisterung im Lande aus, sieben Millionen Zuschauer sahen an den Bildschirmen das Aus gegen Portugal. Gibt es Siege zu Hause, sind schon heute Rekordzahlen garantiert!

Bei der Ski-WM sind deutsche Medaillen Mangelware

Die Handballer fuhren also ohne Medaillen nach Hause, das kann der deutschen Ski-Mannschaft bei der alpinen Weltmeisterschaft vom 4. bis 16. Februar in Saalbach-Hinterglemm in Österreich auch passieren. Die Mannschaft ist zwar groß, doch die Medaillenhoffnungen sind klein. Genau genommen haben nur Lena Dürr und Markus Straßer im Slalom eine realistische Chance. Vielleicht erwischt noch Speed-Queen Kira Weidle-Winkelmann einen guten Tag und sorgt für eine Überraschung.

Lena Dürr darf sich berechtigte Hoffnungen auf eine Medaille machen, doch sicher ist im Slalom bekanntlich nichts. Aber wer 2023 schon Bronze holte und im Weltcup mehrmals auf dem Podest stand, der gehört zum Favoritenkreis. Top-Favoritinnen sind allerdings andere, so die 21-jährige Kroatin Zrinka Ljutic, die der Elite zuletzt die Skienden zeigte. Aber vielleicht kommt auch die Ski-Königin Mikaela Shiffrin (USA) nach ihrer Verletzung rechtzeitig in Form. Das darf man von ihrer Landmännin Lindsay Vonn nicht erwarten, die zwar mit ihrem Comeback für Schlagzeilen sorgte, aber noch nicht mit guten Leistungen. Ihr Ziel, so sagt sie, ist eine Medaille bei Olympia 2026 in Cortina.

Bei den Männern bekommt es Markus Straßer mit einer ganzen Reihe von Mitbewerbern zu tun, einen klaren Favoriten gibt es nicht und so wird die Tagesform und ein bisschen auch das Glück am Schlusstag entscheidend sein. Bei den Männern sind ansonsten alle Augen auf den Schweizer Marco Odermatt gerichtet, der die Ski-Welt derzeit dominiert. Aber alle Rennen kann er auch nicht gewinnen…

ARD und ZDF übertragen in Deutschland ausführlich von der Ski-WM, die Kollegen in Österreich versprechen besondere Übertragungen, so setzt der ORF 54 Kameras und 4 Drohnen ein. Motto: Wir wollen nah dran sein. Na dann viel Spaß.

Was ist mit den deutschen Spitzenteams im Fußball los?

Die Bundesliga ist spannend, die Stadien sind voll. Die zweite Liga gilt sogar als die attraktivste zweite Liga der Welt und konnte am Wochenende mit über 300.000 Besuchern an einem Spieltag (Schnitt 35830) einen neuen Zuschauerrekord aufstellen. Doch der Schein trügt, international hinkt die Bundesliga hinterher. Das wird in der UEFA-Rangliste deutlich, die deutschen Klubs sind nicht mehr erfolgreich. In der Jahreswertung der Saison 24/25 nimmt Deutschland sogar nur Platz sechs ein, noch hinter Belgien und Portugal, vorne liegen England, Italien und Spanien. Mit einem fünften Verein in der Champions League braucht keiner zu spekulieren, da zählt die Fünfjahreswertung und da rutschte Deutschland von Rang zwei auf vier ab, hinter England, Italien und Spanien. Nur die beiden besten Nationen bekommen einen fünften Platz.

International hat keine deutsche Mannschaft wirklich geglänzt, Leipzig ist in der Champions League frühzeitig abgeschlagen gewesen und hat mit dem 2:1 gegen Sporting Lissabon gerade mal den ersten Sieg errungen. Die größte Enttäuschung war Bayern München, das mit Niederlagen Barcelona, Aston Villa und jetzt Rotterdam viel an Boden verloren hat. Nur vier Siege und drei Niederlagen sind keine Bilanz, die Hoffnung auf den Gewinn des Henkelpotts machen kann. Wohlgemerkt, das Finale findet in München statt und das Motto der Bayern heißt „Titel dahoam“. Danach sieht es nicht aus. Nur Meister Bayer Leverkusen kann sich berechtigte Hoffnungen auf die direkte Qualifikation für das Achtelfinale machen, ist derzeit mit 13 Punkten punktgenau Achter (acht Teams qualifizieren sich) und hat am letzten Spieltag am Mittwoch mit dem schon ausgeschiedenen Sparta Prag (29./4) eine wohl machbare Aufgabe. Borussia Dortmund und die Bayern müssen selbst bei einem Sieg gegen die machbaren Gegner Donezk (27./7) bzw. Bratislava (35./0!) zittern, ob sie den Play-Offs der Teams von 9 – 24 im Februar entkommen können. Dagegen hofft der VfB Stuttgart auf einen Sahnetag gegen Paris St. Germain, Stuttgart liegt als 24. genau am Strich und hat genauso wie Paris zehn Punkte. Ironie des Schicksals: Bei einem Unentschieden würden beide Teams die Play-Offs erreichen.

Diese Konstellation hat die UEFA bei der Abkehr von den Gruppenspielen hin zum Ligaspielbetrieb wohl nicht im Auge gehabt, als sie mehr Spannung versprochen hat. Die großen Vereine haben sich vom neuen Modus einen leichten Weg ins Achtelfinale versprochen, doch es kam anders. Mit Liverpool, Barcelona und Arsenal London liegen zwar potentielle Kandidaten für ein CL-Viertelfinale vorn und sind im Achtelfinale, aber die Bayern, Titelverteidiger Real Madrid (16.), Juventus Turin (17.), Paris (22.) und vor allem Manchester City, das auf Rang 8 mit 8 Punkten außerhalb der Play-Offs platziert ist, haben sich das anders vorgestellt. Die Mannen von Pep Guardiola sollten mit einem Sieg gegen Brügge (20./11) noch den Sprung schaffen, aber es gibt für die Play-Offs dann eine besondere Situation: Die besser platzierten Mannschaften hätten ja auf einen leichteren Gegner hoffen können, doch nun droht ein großes Kaliber vom Rang Paris, ManCity oder den beiden Lissaboner Vereinen. Nach derzeitigem Stand würde Dortmund auf Eindhoven treffen, die Bayern auf Celtic Glasgow und der VfB auf Aston Villa. Das Schlagerspiel hieße Real – Juventus (16 – 17/9 spielt gegen 24, 10 – 23 usw.). Am Mittwoch, wenn alle Spiele zur gleichen Zeit um 21.00 Uhr angepfiffen werden, wird also viel gerechnet und gezittert werden. Für 25 Mannschaften steht noch etwas auf dem Spiel, in 16 von 18 Spielen. Insofern hat sich also das Ligasystem bewährt, es gab unterschiedliche Gegner, interessante Spiele und wirklich Spannung.

Die Frage ist, können die deutschen Spitzenteams in naher Zukunft wieder vorne mitmischen? Was ist los? Die Bayern zeigen unter Trainer Vincent Kompany gute Ansätze, aber Joshua Kimmich urteilte nach dem 0:3 in Rotterdam sehr richtig: „Wir sind derzeit keine europäische Spitzenmannschaft.“ Mit Verstärkungen tut man sich schwer, denn mit den Geldvereinen in Spanien und England können die Bayern nicht mithalten. Eine Spitzenmannschaft ist auch Meister Leverkusen nicht, wie die Niederlage bei Atletico Madrid zeigte und die Zukunft scheint ungewiss zu sein. Bleiben Trainer Xabi Alonso und Jungstar Florian Wirtz? Der Verlust von beiden könnte kaum angefangen werden. Die derzeit in der Bundesliga-Tabelle nachfolgenden Vereine Frankfurt, Stuttgart und auch Leipzig müssen derzeit froh sein, überhaupt das internationale Geschäft zu erreichen und auch Borussia Dortmund als letztjähriger Finalist hat ganz andere Sorgen und muss vielleicht sogar eine Saison ganz auf Europa verzichten.

Leverkusen fehlt das Meister-Gen

In der Bundesliga waren die Bayern der große Gewinner, Leverkusen der Verlierer im Meisterrennen, das 2:2 bei RB Leipzig ist ein Rückschlag. Es ist das sechste Unentschieden von Bayer, dem offensichtlich das Meister-Gen abhanden gekommen ist. Im Vorjahr drehte Leverkusen die Spiele oft in den letzten Minuten, jetzt gehen Punkte verloren. Vor allem das 2:2 in Bremen und 1:1 in Bochum schmerzen. Sechs Punkte Vorsprung sind für die Bayern kein Ruhekissen, aber sie haben auch die weitaus bessere Tordifferenz. Der 2:1-Sieg in Freiburg war keine Glanztat, beruhigte aber Verein und Mannschaft nach der Rotterdam-Pleite. Mit Stanisic und Palhinha sind lang verletzte Spieler wieder dabei, dafür fehlt Gorotzka jetzt verletzt.

Mannschaft der Stunde ist der FC Augsburg mit drei Siegen in Folge, damit gelang der Sprung auf Rang 12 und der Anschluss ans Mittelfeld. Das bedeutet einen Rang hinter Dortmund. Die Borussia hat sich das natürlich anderes vorgestellt, das 2:2 gegen Bremen war mit viel Pech verbunden und über 70 Minuten spielte Dortmund nach dem Platzverweis von Nico Schlotterbeck in Unterzahl (Bruder Kevin sorgte in der letzten Minute für den FCA-Sieg gegen Heidenheim!). Aber mit Interimstrainer Mike Tullberg stimmt wenigstens der Einsatz wieder. Am Tabellenende holte St. Pauli einen wichtigen Sieg gegen Union Berlin, Kiel erkämpfte ein 2:2 in Wolfsburg, da wird es für Heidenheim immer enger. Dortmund ist am Samstag der nächste Gegner…

Nagelsmann bleibt länger beim DFB

Der DFB feierte am Wochenende sein 125-jähriges Bestehen und machte sich zum Jubiläum selbst ein Geschenk. Bundestrainer Julian Nagelsmann verlängerte seinen Vertrag, der bisher bis zur EM 2026 datiert war, bis zur Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada. Der 37-Jährige hat offensichtlich Gefallen an dem Job gefunden, wird sich aber wohl nach der EM nach einem anderen Assistenten umsehen müssen, denn Sandro Wagner ist jetzt schon bei vielen Vereinen im Gespräch, will aber bis 2026 auf jeden Fall bleiben.

Der Festakt des DFB fand am „Geburtsort“ in Leipzig statt. Ehrengäste waren u. a. Bundeskanzler Olaf Scholz, FIFA-Präsident Gianni Infantino und UEFA-Präsident Aleksander Ceferin. Scholz fasste sich kurz, Infantino blieb nichtssagend, aber Ceferin betonte, dass der Fußball auch in Zukunft für Vielfalt, Toleranz, Gemeinsinn und Miteinander stehe. DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte die Forderung an den Kanzler, die Politik dürfe angesichts verfallender Sportanlagen und eines überbürokratisierten Ehrenamts die „schönste Nebensache der Welt nicht wie eine Nebensache behandeln“.

Seit 1970 gehört auch der Frauen-Fußball zum DFB, am Wochenende hat die Bundesliga die Winterpause mit zwei Nachholspielen beendet. Dabei war das Wiederholungsspiel wegen eines Schiedsrichterfehlers zwischen Freiburg gegen Leverkusen. Statt 3:2 siegte Leverkusen jetzt 2:1 und schloss damit wieder zu Frankfurt und München auf. Am Freitag folgt dann gleich das Duell der Eintracht mit Bayer. Die Bayern-Mädchen müssen nach Leipzig. Sie werden aber ebenso wie die Wölfinnen am Wochenende vor allem auf die Auslosung der Champions League schauen.

Portugal Prüfstein im Handball

Bei der Handball-WM steht jetzt das Viertelfinale auf dem Programm. Deutschland ist erwartungsgemäß dabei und spielt am Mittwoch (20.30 Uhr) in Oslo gegen Portugal. Die Portugiesen überraschten als Sieger der Hauptrunde III gegen Brasilien, Spanien und Schweden und sind ein echter Prüfstein, gelten sogar als Geheimfavorit. Ein Hoffnungsfunken: Spielmacher Juri Knorr ist wieder dabei. Vor allem die Chancenverwertung muss besser werden. Gefürchtete Torjäger sind dagegen beim Gegner die Brüder Costa, auf die gilt es aufzupassen. Im Halbfinale würde dann wohl Favorit Dänemark (gegen Brasilien) warten. Außerdem trifft Kroatien auf Ungarn und Frankreich auf Ägypten, das viele im Finale erwarten.

Dortmund in Not – Vier Teams hatten eine perfekte Woche

Der Stressfaktor in der Fußball-Bundesliga ist hoch. Sogenannte englische Wochen sind für die Spitzenklubs fast schon der Normalfall, für die anderen Vereine dagegen eine außergewöhnliche Belastungsprobe. Besonders hoch wird der Stressfaktor dann, wenn sich der erhoffte Erfolg nicht einstellt. So in Dortmund, nur die Borussia blieb gemeinsam mit ihrem Namensvetter aus Mönchengladbach in den drei Spielen ohne Punkte. Der Unterschied bei den Vereinen auf den Plätzen zehn und elf: Dortmund ist in Not, denn Ziel ist die Champions League, da fehlen zu Rang vier sieben Punkte, Gladbach dagegen ist mit einem Mittelfeldplatz mehr oder weniger zufrieden, die Gegner hatten es außerdem in sich, nämlich die Bayern und Leverkusen, dazu gab es den 1:5-Ausrutscher in Wolfsburg.

In Dortmund herrscht dagegen Unsicherheit, die Vereinsführung wirkt ratlos, das 2:3 gegen Leverkusen, vor allem die 2:4-Niederlage in Kiel, aber auch das 0:2 in Frankfurt waren ein Tiefschlag nach dem anderen. Normal würden Boss Lars Ricken und Sportvorstand Sebastian Kehl den Trainer entlassen, doch die unruhigen Zeiten sollen vorbei sein, auf Nuri Sahin ruhten alle Hoffnungen, deshalb zögern sie. Eigentlich müssten sie sich von dem einst verdienten Spieler trennen, der als Trainer vielleicht doch erst noch lernen muss und taktische Fehler macht, andererseits widerstrebt ihnen dieser Schnitt und sie hoffen weiter auf Besserung. Wie weit soll der Absturz noch gehen? Letzte Hoffnung ist die Champions League am Dienstag mit dem Spiel in Bologna, das noch ohne Sieg in der CL ist, und dann soll es am Samstag gegen Bremen klappen. Entweder ist dann wieder alles gut oder die Ära Sahin doch zu Ende.

Eine perfekte englische Woche hatten vier Vereine, neun Punkte sammelten die drei Spitzenklubs München, Leverkusen und Frankfurt ein, dazu der VfB Stuttgart, der von Rang sieben auf vier kletterte und damit wieder einen CL-Platz belegt. Es läuft wieder in Stuttgart. Läuft es auch in Frankfurt weiter? Immerhin fehlt künftig Torjäger Omar Marmoush, der für 75 Millionen Euro an Manchester City verkauft wurde. Geld statt Punkte? Dagegen gehört Leipzig mit nur vier Punkten zu den Verlierern – und jetzt kommt Leverkusen zum Schlagerspiel!

Zu den Gewinnern darf sich auch der FC Augsburg zählen, der bis dahin auswärts sieglos war, dann aber zum Abschluss der Hinrunde bei Union Berlin 2:0 siegte und dies gleich wieder zum Rückrundenstart in Bremen wiederholte (sechs Zähler holte sonst nur Wolfsburg). Damit wurde in einer Woche der Abstand zu den Abstiegsplätzen von zwei auf acht vergrößert. Im Nachbarschaftsderby gegen Heidenheim könnte am Samstag der Vorsprung noch vergrößert werden. Ruhe dürfte auch wieder in Berlin einkehren, glücklich ist vor allem der neue Trainer Steffen Baumgart, denn Union kann doch noch gewinnen, nach zehn Spielen ohne Sieg klappte es ausgerechnet gegen das Überraschungsteam aus Mainz, das ebenso wie Freiburg zwei Niederlagen hinnehmen musste. Am Tabellenende rückten die Klubs enger zusammen, Heidenheim beendete seine Niederlagenserie und holte genauso vier Punkte wie Bochum. Hoffenheim gab mit dem 3:1-Sieg in Kiel ein Lebenszeichen von sich und hielt den Aufsteiger damit auf Distanz. Die Störche aus Kiel können sich mit einem besonderen „Titel“ schmücken, sie wurden „Baden-Württembergischer Meister“. Das Team von Trainer Alexander Blessin (einem Württemberger!) gewann gegen Hoffenheim, Freiburg, Stuttgart und jetzt in Heidenheim. Kiel bleibt aber Vorletzter.

Mit Schwung ging es also ins neue Jahr, das Ende der Hinrunde ging mitten in der englischen Woche fast unter, doch sollten bemerkenswerte Zahlen beachtet werden, denn die Bundesliga entwickelt sich zur Ballerliga, 504 Tore in der Hinrunde bedeuten Jahrhundert-Rekord, mehr Treffer gab es zuletzt 1985/86 mit 518 Toren. Großen Anteil am Schützenfest hat der FC Bayern, dessen Spieler 53mal einnetzten, also im Schnitt drei Tore pro Spiel erzielten und damit auf dem besten Weg sind, ihren Vereinsrekord von 1971/72 mit 101 Toren zu übertreffen. Mit drei Toren gegen Wolfsburg blieben sie auf Kurs!

Endspurt in der Champions League

Für die Spitzenklubs gehen die englischen Wochen weiter, in der Champions League steht der Endspurt der Gruppenphase an, zwei Wochen hintereinander wird gespielt, zum Schluss am 29. Januar finden alle Spiele zugleich statt. Für Spannung ist noch gesorgt, so wie es sich die UEFA bei der Neuordnung vorgestellt hat. Nur in Leipzig gibt es neben Bratislava und Bern keine Spannung mehr, ohne Punkte ist das Ausscheiden schon perfekt. RB verabschiedet sich bei Sporting Lissabon und gegen Sturm Graz,. Die ersten acht Mannschaften sind direkt für das Achtelfinale qualifiziert, nur Leverkusen (Platz 4, 13 Punkte) ist derzeit direkt dabei, muss aber zu Atletico Madrid (11./12) und hat Sparta Prag (28./4) zu Gast. Die Teams auf den Rängen 9 – 24 müssen in die Play-Offs, mit dabei sind derzeit Borussia Dortmund (9./12) und Bayern München (10./12). Die Borussia zeigt in der CL ja ein anderes Gesichts, vielleicht bleibt das so in Bologna (33./2) und gegen Donezk (27./4), zwei schlagbare Gegner. Auch die Bayern wollen die Play-Offs vermeiden und nach oben klettern, die Aufgabe bei Feyenoord Rotterdam (18./10) am Mittwoch ist aber nicht einfach, leichter wird es wohl zum Abschluss gegen Bratislava (35./0). Kämpfen muss der VfB Stuttgart, der auf Rang 26 mit nur sieben Punkten derzeit ausgeschieden wäre. Jetzt kommt es darauf an, dass er seinen Aufwind am Dienstag in Bratislava fortsetzt, zum Schluss wartet mit dem punktgleichen Paris St. Germain (25./7) allerdings ein harter Brocken, der eigentlich vom CL-Sieg träumt, jetzt aber gegen das Ausscheiden kämpft. Könnte nächsten Mittwoch also ein Endspiel werden!

Handballer dürfen nicht schlafen

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft konnte bei der Weltmeisterschaft bisher nicht so richtig überzeugen, hat aber dennoch ohne Punktverlust die Hauptrunde erreicht und nur das zählt. Jetzt geht es wirklich um die Wurst und da dürfen die Handballer nicht schlafen. In allen Spielen kamen sie nur schwer in die Gänge und entschieden die Partien gegen Polen, die Schweiz und Tschechien mit einer Leistungssteigerung erst in der zweiten Halbzeit. Darauf darf man sich vor allem gleich zum Auftakt gegen Titelverteidiger Dänemark (Dienstag, 20.30 Uhr) nicht verlassen. Beim letzten Aufeinandertreffen im Olympia-Finale gab es bekanntlich eine Abfuhr. Aber vielleicht hebt man sich die große Revanche für Halbfinale oder Finale auf, wo es wieder ein Aufeinandertreffen geben kann. Bei einer Niederlage müssen auf jeden Fall Siege gegen das Überraschungsteam aus Italien (Donnerstag, 18.00 Uhr) und dem wohl leichtesten Gegner Tunesien (Samstag, 20.30 Uhr) her. Die beiden besten Mannschaften der vier Hauptrundengruppen steigen ins Viertelfinale auf. Dann ginge es für das DHB-Team von Herning nach Oslo. Das Viertelfinale beginnt am Mittwoch, 29. Januar. Verlass war bisher auf die Torhüter, im Zusammenspiel und vor allem in der Chancenverwertung gibt es allerdings noch Mängel. Logisch, dass Bundestrainer Alfred Gislason bisher noch nicht zufrieden ist.

Kampf um Punkte, Kampf ums Geld

Englische Woche in der Fußball-Bundesliga, eigentlich müsste bei diesem kompakten Programm der Sport im Vordergrund stehen. Tut er aber nicht, der Kampf um Punkte gerät in den Hintergrund, der Kampf ums Geld dagegen in den Vordergrund. Am Donnerstag ist der Neujahrsempfang der DFL und diesen Termin nutzen die Vereine, um in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, die einige Klubs erzwungen haben, über den Ausschüttungsschlüssel für die erste und zweite Bundesliga zu beraten. Es geht dabei (natürlich) um viel Geld.

Der TV-Vertrag für die nächsten vier Jahre bringt ja sogar ein bisschen mehr Geld als bisher, aber schon bei Abschluss war klar, dass jetzt über die Verteilung der 4,484 Milliarden Euro und dazu über die internationalen Töpfe gestritten wird. Die Zweitligisten wollen mehr Geld, dazu fordern Traditionsklubs, die nicht mehr erstklassig kassieren können, dass bei der Geldverteilung die Säule „Interesse“ mehr Gewicht (Geld) erhalten soll. Nach dem Motto, Schalke oder der HSV sind doch bedeutender als Mainz oder Augsburg. Da ist Streit natürlich vorprogrammiert, wer sportlich ins Hintertreffen geraten ist, will finanziell dennoch erstklassig bleiben!

Ein Blick auf die Ausschüttungen in der Saison 23/24 (Quelle kicker): Aus dem nationalen Topf flossen 871,32 Millionen Euro ans Oberhaus, 203,34 ans Unterhaus, das sind 19,1 Prozent, vorgesehen ist eigentlich eine Verteilung 80:20. Aus den internationalen Geldern kassierte die 2. Liga 4,62 Millionen Euro, gerade mal 2,65 Prozent, die Erstligisten erhielten 169,49 Millionen Euro. Natürlich entfachen vor allem die international erfolgreichen Vereine wie Bayern München, Borussia Dortmund oder Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen und RB Leipzig das Interesse an der Bundesliga. Davon profitieren am Ende alle Klubs. Die Bundesligisten kamen dem Unterhaus sogar entgegen. Solidaritätszahlungen, die die UEFA den Ligen zahlt, gaben sie an die Zweitligisten weiter, immerhin waren das 8,5 Millionen Euro, so dass langjährige Zweitligisten wie Karlsruhe oder Hannover rund 420.000 Euro kassierten. Aber den Streit ums Geld gibt es schon so lange, so lange Einnahmen zu verteilen sind. Der Streit ums Geld ist wohl als menschlich anzusehen.

Ums Geld geht es auch bereits am Dienstag und zwar vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Das fällt ein letztinstanzliches Urteil im Streit zwischen der DFL und dem Land Bremen um zusätzliche Polizeikosten bei Hochrisikospielen. Da währt der Streit schon lange, die DFL hat bisher sieben Gebührenbescheide in Höhe von insgesamt fast zwei Millionen Euro erhalten, die Hälfte musste Werder der DFL erstatten. Vor Landgericht, Oberlandesgericht und Bundesverwaltungsgericht hat das Land Bremen gesiegt, die DFL ging jeweils in die Berufung. Gewinnt das Land Bremen auch in Karlsruhe, kommen auf die Vereine erhebliche Kosten zu, aber nicht alle Bundesländer sehen die Vereine in der Verantwortung. So hat zum Beispiel Nordrhein-Westfalen, das die meisten Bundesligisten stellt, abgewunken, desgleichen das Land Bayern. Dort wird geurteilt, dass für Krawalle rund um die Stadien nicht die Vereine zur Verantwortung gezogen werden können, das ist eine öffentliche Polizeiaufgabe. In den Stadien haben die Vereine für Ordnung zu sorgen und tragen auch die Kosten. Ursprung der Krawalle sind doch eher schlechte Erziehung der Chaoten, Lust auf Streit (sie sprechen sich zur Konfrontation ab) und Ergötzung an Pyrotechnik oder dergleichen. Da für Verbesserung zu sorgen, liegt an vielen Stellen. Die Vereine arbeiten mit Fanbetreuung daran, für mehr Sicherheit zu sorgen.

Um Geld und Gerechtigkeit geht es auch beim Feuerzeugwurf beim 1:1 zwischen Union Berlin und VfL Bochum in der Nachspielzeit. Das DFB-Gericht erklärte Bochum zum Sieger, da Torhüter Drewes ausscheiden musste und der VfL geschwächt war. Schiedsrichter Petersen wollte einen Spielabbruch vermeiden, doch das Gericht meinte, es hätte einen geben müssen und urteilte entsprechend. Bei Union ist die Empörung groß, Boss Dirk Zingler spricht sogar von einem Skandal. Der Täter konnte ermittelt werden, so dass sich Union wohl für alle Verluste an ihn wenden sollte. Das Argument, bei diesem Urteil wäre einem gezielten Spielabbruch Tür und Tor geöffnet, sticht nicht. Wird ein Schiedsrichter getroffen, ist ein Spielabbruch sogar zwingend. Die Konkurrenz mosert, dass der Abstiegskampf verfälscht wird. Union hat natürlich Berufung eingelegt, nun muss das Bundesgericht entscheiden. So lange bleibt alles offen.

Die Bayern und das gute Omen

Der erste Titel ist in der Bundesliga vergeben, allerdings nur ein Titel auf dem Papier oder sagen wir „Ehrentitel“. Nach dem mühevollen 1:0 in Gladbach sind die Bayern einen Spieltag vor Ende der Hinrunde bereits Herbst- oder besser Halbzeitmeister. Das kommt nicht überraschend, denn meistens stehen die Bayern vorn, auch hier halten sie den Rekord, wurden bereits 27mal Herbstmeister, Platz zwei belegt Werder Bremen mit gerade mal sechs „Titeln“. Jetzt wollen die Münchner natürlich am Ende auch richtiger Meister werden und hoffen, dass das gute Omen sich wiederholt: In 23 von 26 Fällen des Herbsttitels wurden sie auch Meister! Nur Mönchengladbach 1971, Bremen 1993 und Dortmund 2012 verhinderten ihre Siegesfeier. Aber vier Punkte Vorsprung vor Leverkusen sind kein sanftes Ruhekissen. Mit zwei Heimspielen gegen Hoffenheim am Mittwoch und Wolfsburg am Samstag geht es weiter.

Verfolger Bayer Leverkusen hat die erste Hürde im Duell mit Mitkonkurrenten gemeistert. Allerdings war die von Ausfällen geplagte Borussia aus Dortmund kein wirklicher Gradmesser. Die Not-Abwehr wusste am Anfang gar nicht, was ihre geschah und Leverkusen führte nach acht Minuten mit 2:0. Für die Dortmunder ist die vermeidbare 2:3-Niederlage doppelt bitter, denn die Ausfälle werden ausgerechnet in der englischen Woche kaum weniger und es stehen in Kiel und Frankfurt gleich zwei Auswärtsspiele an. Bekanntlich hat die Borussia in der Fremde sowieso ihre Probleme. Da kommt der Verkauf von Flügelflitzer Malen nach England zu Aston Villa doppelt ungelegen. Vielleicht fehlt bei Frankfurt am Freitag aber auch ein wichtiger Spieler. Torjäger Omar Marmoush steht ebenfalls vor einem Wechsel nach England, Manchester City hat sein Interesse hinterlegt, 80 Millionen Euro Ablöse sind im Gespräch. Der 1:0-Siegtreffer auf St. Pauli könnte das Abschiedstor des Ägypters gewesen sein.

Der Abstiegskampf wird noch heißer, wenn Bochum tatsächlich die Punkte aus dem Union-Spiel erhält und Anschluss zur Konkurrenz finden würde. Union selbst konnte auch mit dem neuen Trainer Steffen Baumgart nicht in die Erfolgsspur einbiegen. Ganz im Gegenteil, von den Teams am Tabellenende gewann allein der 1. FC Heidenheim, eben mit 2:0 gegen Union. Damit endete für die Schmidt-Schützlinge eine Serie von zehn sieglosen Spielen. Torschütze zum 1:0 war ausgerechnet Neuzugang Frans Krätzig, der in Stuttgart zu wenig Spielpraxis bekam und den die Bayern deshalb an Heidenheim weiterreichten. Hat sich gelohnt. Für beide Teams warten in dieser Woche wichtige Aufgaben: Union gegen Augsburg und Mainz, Heidenheim in Bremen und gegen St. Pauli. Wieder einmal geht es um Weichenstellungen für die nahe Zukunft!

Am kommenden Wochenende legt auch die 2. Bundesliga mit dem Rückrundenstart wieder los. Dabei können die Traditionsklubs unterstreichen, dass ihre Forderungen bei der Geldverteilung berechtigt sind. Dritter gegen Erster heißt das absolute Schlagerspiel, wenn der HSV den 1. FC Köln empfängt. Zwei Vereine, die sich in der Bundesliga sehen und die das Oberhaus auch gerne aufnehmen würde. Am meisten Theater um mehr Geld macht aber Schalke 04 und der einstige Top-Klub kämpft eher gegen den Abstieg. Da hilft zunächst einmal eine bessere Leistung.

Am Dienstag beginnt die Handball-Weltmeisterschaft, die in Dänemark, Norwegen und Kroatien ausgetragen wird. Die deutsche Mannschaft hofft auf eine Medaille. Mehr dazu im nächsten Blog „Letzter WM-Titel 2007: Handball-Team träumt wieder“.

Letzter WM-Titel 2007: Handball-Team träumt wieder

Die Durststrecke ist lang, aber die Hoffnung groß. Seit 18 Jahren gewann die Handball-Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften keine Medaille mehr, doch das soll jetzt anders werden, eigentlich schon in den nächsten Wochen bei der WM , die in drei Ländern ausgetragen wird, in Kroatien, Dänemark und Norwegen. 2024 macht nämlich Mut, dass es 2025 wenigstens mit einer Medaille klappen kann, am liebsten natürlich Gold. Unter dem Isländer Alfred Gislason, der seit März 2020 Bundestrainer ist, ging es stetig aufwärts, Platz vier gab es bei der Heim-EM vor einem Jahr, die Krönung bisher Platz zwei bei Olympia in Paris. Da darf man schon von Platz 1 bei der WM vom 14. Januar bis 2. Februar träumen!

Viele im Verband hoffen eine neue „Goldene Generation“. Bereits bei Olympia haben junge Spieler Verantwortung übernommen, die neuen Aushängeschilder sind Juri Knorr (Rhein-Neckar-Löwen), Renars Uscins (Hannover-Burgdorf), Marko Grgic (Eisenach) und Julian Köster (Gummersbach). Dazu gibt es mit Routinier Andreas Wolff (Kiel) und Jungstar David Späth (Rhein-Neckar-Löwen) ein überragendes Torhüter-Gespann. So gibt Kapitän Johannes Golla (Flensburg) das Ziel aus: „Wir wollen auf jeden Fall das Halbfinale schaffen und um die Medaillen spielen.“

Bundestrainer Gislason freut sich zwar über die „tolle Atmosphäre“ im Team, der 65-jährige Coach bremst aber, er sieht ein Trio im engen Favoritenkreis, an der Spitze Dänemark, „die sind klarer Favorit“. Am Titelverteidiger scheiterte Deutschland auch im Olympia-Finale deutlich. Dahinter sieht der Trainer noch Frankreich und Schweden vor Deutschland „und ein paar andere auf unserer Höhe“. Dänemark ist übrigens für das DHB-Team auf jedem Fall eine Hürde auf dem Weg ins Finale. Übersteht Deutschland die Gruppenphase gehört der Weltmeister und Olympiasieger zu den Gegnern in der Hauptrunde.

In der Gruppe A in der dänischen Handball-Hochburg Herning gibt es für das DHB-Team keine unüberwindbaren Hürden. „Alles starke Gegner, wir dürfen nicht leichtsinnig sein“, warnt der Trainer vor Polen (15.1. 20.30 Uhr), der Schweiz (17.1., 20.30 Uhr) und Tschechien (19.1., 18.00 Uhr). Die ersten drei Mannschaften kommen weiter, in der Hauptrunde I in Oslo warten die drei besten Teams der Gruppe B, die Dänemark, Italien, Algerien und Tunesien bilden. Hier geht es dann um zwei Plätze für das Viertelfinale. Dies könnten dann Dänemark und Deutschland sein…

Zukunftsgedanken, erst zählen die Gruppenspiele. Gislason hat fast seinen stärksten Kader zur Verfügung, muss aber den Ausfall von Rückraumspieler Sebastian Heymann und Kreisläufer Jannik Kohlbacher (beide Rhein-Neckar-Löwen) verkraften. Tim Zechel (Magdeburg), der von seiner Nominierung auf einer Kreuzfahrt erfuhr, und Lukas Stutzke (Hannover) rückten nach. Mit 18 Spielern reist das Team nach Dänemark (19 im Kader, einer muss zu Hause bleiben), 16 dürfen für ein Spiel nominiert werden.

Sollte der Traum von einer Medaillen platzen, dann wird Handball-Deutschland dennoch weiter träumen, nach dem Motto „wir haben eine Mannschaft der Zukunft“.

Das Aufgebot: Tor: Joel Birlehm (Hannover), David Späth (Rhein-Neckar-Löwen), Andreas Wolff (Kiel). Feld: Rune Dahmke, Lukas Zerbe (beide Kiel), Justus Fischer, Renars Uscins (beide Hannover), Juri Knorr (Rhein-Neckar-Löwen), Johannes Golla, Lukas Stutzke (beide Flensburg), Marko Grgic (Eisenach), Timo Kastening (Melsungen), Julian Köster (Gummersbach), Nils Lichtlein (Füchse Berlin), Lukas Mertens, Tim Zechel (beide Magdeburg), Franz Semper, Luca Witzke (beide Leipzig), Christoph Steinert (Erlangen).