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Tag: Champions League

Von Königen und den Königlichen

Die Fußball-Bundesliga ist für den FC Bayern München nur noch Alltag, jetzt stehen aber die großen Feiertage bevor. Das Duell mit Real Madrid in der Champions League ist schließlich etwas Besonderes. Die „schwarze Bestie“ wurden die Bayern einst in Madrid genannt, weil die Münchner Real leiden ließen. Das hat sich zuletzt gedreht, vor den beiden Begegnungen am Mittwoch, 25. April, in München und Dienstag, 1. Mai, in Madrid kann sich Real auf eine positive Bilanz stützen und muss nur die Erfolgsbilanz von Jupp Heynckes fürchten.

Beide Vereine haben etwas Königliches gemeinsam. Da sind die Bayern, in deren Landen die sogenannten Königstreuen noch von einem bayerischen König träumen. Schloss Neuschwanstein, der Prachtbau von Ludwig II., lässt grüßen. Der moderne Touristenmagnet ist aber die Allianz-Arena in München, das Stadion mit dem Schwimmreif, der aber keinem Gegner zugeworfen wird, wenn er ins Schwimmen kommt. Das wird allerdings der Titelverteidiger nicht fürchten, denn Real wird schließlich als die „Königlichen“ bezeichnet. Nur einer aber kann in der Champions League am Ende regieren (wobei man den Sieger aus der Partie Liverpool – AS Rom nicht unterschätzen sollte).

Die Bilanz also spricht für Real. Zum 19. Mal kommt es in der Champions League zu diesem Vergleich (Rekord!), neunmal siegte Real, achtmal Bayern. Aber: Bayern verlor die letzten fünf Duelle! Die Bayern verloren überhaupt nur zwei der letzten 25 CL-Heimspiele – beide gegen Real. Auffallend: Welt-Fußballer Cristiano Ronaldo trifft immer gegen die Münchner. Einzige Statistik-Hoffnung: Mit Trainer Jupp Heynckes erreichten die Bayern immer das Finale (2012 und 2013) und holten 2013 bekanntlich das begehrte Triple. Noch gut in Erinnerung ist aber der Vergleich vom letzten Jahr, als Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge nach dem Ausscheiden tobte: „Wir sind beschissen worden.“ Trainer Carlo Ancelotti machte beim 1:2 und 2:4 n. V. auch Fehler, mehr Fehler (insgesamt sieben schwere, davon fünf gegen Bayern) aber machte Schiedsrichter Kassai (Ungarn) und Real profitierte davon. Die Bayern sagen, sie treten mit breiter Brust an, was sie aber auch brauchen, ist ein guter Schiedsrichter. Nominiert ist der Holländer Kuipers.

Ein Finale haben die Münchner bekanntlich schon erreicht, das DFB-Pokalfinale mit einem überzeugenden 6:2 bei Bayer Leverkusen, das einen Vorgeschmack auf die Real-Duelle gab. Der 19. Mai wird im deutschen Fußball jetzt zum Bayern-Tag, denn vor den Männern in Berlin gegen Frankfurt treten die Frauen ebenfalls im Finale in Köln gegen Wolfsburg an. Es könnte ein besonderes Double für München werden. Begehrter wäre aber noch der Final-Termin am 26. Mai in Kiew – das Champions-League-Finale.

In der Bundesliga gewinnen die Bayern quasi mit einer besseren B-Elf, herschenken wollen sie nichts. Geschenke machen andere, so RB Leipzig, das dabei ist, einen Platz in der Champions League zu verspielen. Kein Wunder, dass dort der Baum brennt und plötzlich sogar Erfolgscoach Ralph Hasenhüttl angezählt wird. Sind das nur Nachwirkungen aus den zusätzlichen Belastungen aus den Europa-Abenden? Konstanz zeigt kaum eine Mannschaft, Leverkusen wähnte sich im Aufwind und musste dann folgenschwere Niederlagen gegen die Bayern und Dortmund hinnehmen. Dortmund wiederum feierte mit dem 4:0 gegen Leverkusen fast schon eine wundersame Wiederauferstehung. Frankfurt wiederum hat den Kovac-Abschied nicht verdaut und droht ganz aus den Europa-Rängen zu verschwinden. Es bleiben noch drei Spieltage voller Brisanz.

Dies natürlich vor allem im Abstiegskampf. Für einige der beteiligten Vereine heißt es, der Abstiegskampf kann zu Hause entschieden werden. Dies gilt vor allem den kommenden Samstag, wenn mit Freiburg (gegen Köln) und Wolfsburg (gegen Hamburg) zwei Vereine, die der Relegation entgehen wollen, ihre Gegner in die zweite Bundesliga schicken können. Da gibt es also echte Endspiele.

Kein Endspiel mehr muss der FC Augsburg bestreiten. Vor der Saison als einer der heißesten Abstiegskandidaten gehandelt, sicherten sich die Schwaben mit dem 2:0 gegen Mainz vorzeitig den Klassenerhalt. Eine starke Vorrunde (9. mit 24 Punkten) war die Basis. Jetzt wurde nach zuvor vier Heimniederlagen in Folge besonders gefeiert und ironisch auf speziellen Trikots gefragt: „ObACHT – auch im nächsten wieder Abstiegskandidat Nummer 1?!“ Könnte sein, wenn der FCA seine Stars verliert, die für Furore gesorgt haben. Verteidiger Philipp Max zum Beispiel, bisher bester Vorlagengeber der Bundesliga, jetzt aber von Thomas Müller (14:13) übertrumpft. Oder Torjäger Alfred Finnbogason. Der Isländer war nach langer Verletzungspause erstmals wieder dabei und zeigte seinen Wert für die Mannschaft. Er wird Begehrlichkeiten wecken bei der Konkurrenz, wäre vielleicht sogar einer für die Bayern, wenn Torjäger Robert Lewandowski doch dem Werben von Real Madrid erliegt. Da ist auch Michael Gregoritsch, der eine starke Saison spielte und schon mal ein „Ätsch“ nach Hamburg schickte, die ihn nicht mehr wollten. Augsburg kann die letzten Spiele genießen, aber für Manager Stefan Reuter beginnt die Arbeit jetzt erst richtig. Die achte Saison ist gesichert, wie die Kegler wollen sie aber „alle Neune“.

Europas irre Fußball-Abende

Mein Gott, warum haben wir solange auf solche Abende warten müssen. Quälend lang zieht sich die Champions League ab September mit der Gruppenphase dahin. Verband und Fernsehen wollen es so, das Geld zählt, nicht der Spaß. Aber erst im Frühjahr erwacht der Fußball zusammen mit der Natur, beide explodieren förmlich und wir erfreuen uns an Europas irren Fußball-Abenden.

Es war wirklich viel los in den vergangenen Spielen und dass vier Teams aus vier Nationen im Halbfinale der Champions League (CL) stehen, hat es auch schon lange nicht mehr gegeben. Aber der Weg dahin war so attraktiv, dass es in den letzten fünf Spielen wohl keine Steigerung mehr geben kann. Die Aufholjagd der Roma gegen den FC Barcelona wird ebenso unvergessen bleiben wie der Triumph des FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp gegen Manchester City und seinen alten Kontrahenten aus der Bundesliga, Pep Guardiola.

Auch Juventus Turin kratzte an der Sensation, als es ein 0:3 gegen Real Madrid aufholte, dann aber von einer harten Schiedsrichter-Entscheidung des Engländers Oliver gestoppt wurde. Nicht jeder Referee hätte bei dem Einsteigen von Benatia gegen Vazquez Elfmeter gepfiffen, vor allem nicht in der Verlängerung eines solch dramatischen Spiels. So waren Oliver und Torschütze Cristiano Ronaldo Spielverderber und Henker zugleich, so dass sich Turins Torhüter-Legende Gigi Buffon mit einer Roten Karten von Europas Bühne verabschiedete, weil er (verständlich) die Entscheidung so nicht hinnehmen wollte. Es war Dramatik pur, das Tüpfelchen aufs „i“ der irren Fußball-Abende.

Sauer war auch Manchesters Trainer Pep Guardiola. Der Katalane vermutet sogar eine spanische Verschwörung hinter den Entscheidungen des eigentlichen Landsmannes Lahoz, der einem regulären Tor von Flügelflitzer Sane die Anerkennung verweigerte. Schon im Hinspiel mussten City und Pep unter falschen Schiedsrichter-Entscheidungen leiden, doch da war der Münchner Felix Brych an der Pfeife. Aber diese Spiele zeigten einmal mehr deutlich, dass es zum Titelgewinn neben Leistung und ein bisschen Glück auch einen guten Schiedsrichter braucht. Das wollen wir nicht, dass es erst durch zweifelhafte Schiedsrichter-Entscheidungen irre Fußball-Abende gibt.

An irre Fußball-Abende mit zweifelhaften Schiedsrichter-Entscheidungen wird sich auch Bayern München erinnern, nämlich im letztjährigen Viertelfinale gegen Real Madrid mit einem unglücklichen Ausscheiden nach 2:1 und 2:4 nach Verlängerung. Jetzt treffen die beiden Giganten im Halbfinale wieder aufeinander und die Gesamtbilanz liest sich für die Bayern gar nicht so schlecht, die Bilanz ist nämlich ausgeglichen mit je elf Siegen und zwei Unentschieden. Was aber die Münchner zum Außenseiter macht: Die letzten fünf Vergleiche gingen alle an Real. Und was auch noch dazu kommt (siehe oben): Die Königlichen haben bei den Referees offensichtlich ein Stein im Brett, die Pfiffe gibt es im Zweifel für die Königlichen. Wenn es denn im Halbfinale überhaupt Außenseiter gibt, dann treffen diese im zweiten Duell mit Liverpool und Rom aufeinander. Da darf Jürgen Klopp weiter vom ersten Titel mit Liverpool träumen.

Auffallend ist, dass die Bayern eine Ausnahme unter den vier Halbfinalisten darstellen: Nur sie können sich mit einem nationalen Titel schmücken. Alle anderen sind in der nationalen Meisterschaft abgeschlagen, selbst Real sieht in Spanien Tabellenführer FC Barcelona nur aus der Ferne. Das macht die Aufgabe der Bayern noch einmal schwerer, weil sich Real allein auf die Champions League konzentrieren kann, die Bayern wollen stattdessen auch noch im nationalen Pokal bestehen (Dienstag in Leverkusen). Andererseits überstrahlt der Sieg in der CL die nationale Meisterschaft, so dass sich Barcelona, Juventus und Paris St. Germain praktisch nur einen Trostpreis abholen. Nur die Bayern haben deshalb noch die Chance auf das Triple. Real wiederum will den Hattrick mit drei CL-Siegen in Folge. Damit steht fest: Ein Traum wird im Halbfinale platzen, vielleicht nach einem irren Fußball-Abend.

Niemand will die Bayern zum Meister machen

Seltsame Fußball-Bundesliga: Erst findet sich in der Saison kein ernsthafter Konkurrent für den Titelverteidiger Bayern München (nachdem die Anfangseuphorie in Dortmund verflogen ist), am Ende, dann, wenn der letzte Schritt der Münchner zum Titelgewinn ansteht, da begehren die Gegner plötzlich auf. Unisono heißt es: „Die Bayern werden ja sowieso Meister, aber bei uns sollen sie es nicht werden.“ Dies ist am Samstag auch die Gefühlslage in Augsburg. Die Bayern Meister beim FCA – keine angenehme Vorstellung bei den FCA-Fans, die kaum Sympathien für den übermächtigen Nachbarn haben.

Die Augsburger wissen, sie brauchen im Derby einen Glanztag, damit die Bayern nicht feiern. Allerdings haben die Schwaben den Vorteil, dass die Bundesliga derzeit für die Münchner nur ein Pflichtprogramm darstellt, im Mittelpunkt stehen die zwei Duelle mit dem FC Sevilla in der Champions League. Da geht es am 3. und 11. April um den Einzug ins Halbfinale und der Gegner könnte eine größere Hürde sein, als bei der Auslosung erhofft. Das 2:2 von Sevilla gegen den FC Barcelona am Wochenende war Warnung genug. Zurück zu Augsburg und die Hoffnung der FCA-Fans: Bayern-Trainer Jupp Heynckes wird zwischen den Sevilla-Spielen wohl rotieren lassen. Motto: Meister werden wir sowieso, wann, ist egal. Die Bayern könnten aber in Konkurrenz treten zu den anderen dominanten Teams in Europa: Manchester City führt in England mit 16 Punkten Vorsprung, Paris St. Germain hat in Frankreich 17 Zähler Abstand auf Monaco, genauso also wie die Bayern gegenüber dem Bundesliga-Zweiten Schalke 04. Wer wird zuerst Meister?

Eines zeigte sich am vergangenen Wochenende: Das 6:0 gegen Borussia Dortmund bewies, dass die Bayern für Sevilla gerüstet sind. Doch so leicht wird es ihnen von den Spaniern nicht gemacht werden. Das 6:0 bewies nämlich auch, dass Dortmund derzeit kein ernsthafter Bayern-Konkurrent ist. Fast unglaublich, dass die Dortmunder am Anfang mal fünf Punkte Vorsprung vor den Münchnern hatten. Jetzt wurden die Westfalen zum Sorgenkind. Was der Mannschaft fehlt, ist eine echte Führungspersönlichkeit. Weil die nicht mehr auf den Rasen geholt werden kann, bauen die Macher um Boss Watzke und Sportchef Zorc auf Führung rund um die Mannschaft. Der einstige Kapitän Sebastian Kehl soll als neuer Leiter der Lizenzspielerabteilung (unter Zorc) nah an die Mannschaft rücken, der einstige Trainer Matthias Sammer soll als externer Berater aufzeigen, wo die Schwachstellen im Mannschaftsgefüge liegen. Nach dem spielerischen Offenbarungseid der Dortmunder in den letzten Wochen und vor allem in München sind auch die Tage von Trainer Peter Stöger gezählt. Nach der Saison wird erst der richtige große Umbruch kommen.

Die Bundesliga bietet kaum sehenswerte Unterhaltung (immerhin gab es diesmal zwei 6:0-Klatschen), aber weiterhin Spannung. Der Kampf um Europa und gegen den Abstieg geht weiter und bietet am kommenden Wochenende zwei brisante direkte Duelle: Bei Frankfurt gegen Hoffenheim und Leipzig gegen Leverkusen geht es um die Fleischtöpfe in Champions League und Europa League. Dagegen spielt Köln gegen Mainz quasi um die letzte Chance auf den Klassenerhalt, weil eben der direkte Anschluss an einen Konkurrenten geschafft werden kann, bei Freiburg gegen Wolfsburg wiederum heißt es, der Sieger bekommt Luft, der Verlierer verstärkt Atemnot im Abstiegskampf. Spielerische Klasse dürfen wir freilich nicht erwarten.

Spielerische Klasse zeigte zweifellos die Nationalmannschaft. Mehr beim 1:1 gegen Spanien, weniger beim 0:1 gegen Brasilien, doch da bot Jogi Löw mehr seine zweite Garnitur auf. Der Bundestrainer begünstigte das Vorhaben der Brasilianer, sich ein bisschen wenigstens für das 1:7 bei der Weltmeisterschaft 2014 zu revanchieren. So hat die geschundene Fußballseele der Südamerikaner wenigstens ein bisschen Ruhe. Deutschland aber gewann seine letzten vier WM-Testspiele gegen England, Frankreich, Spanien und Brasilien nicht (drei Unentschieden, vier Spiele ohne Sieg gab es zuletzt 2004!) und machte damit deutlich: Der Weg zu einer erfolgreichen Titelverteidigung im Sommer in Russland wird kein Spaziergang. Genau diese Testgegner werden auch die größten Konkurrenten sein, wobei Spanien den besten Eindruck hinterließ. Jogi Löw dürfte aber schon Erkenntnisse gewonnen haben, wer ihm in Russland nicht unbedingt helfen kann. Das Berliner Stadion war übrigens ausverkauft, die Fans mussten aber wieder das alte Leiden der Freundschaftsspiele hinnehmen, viel Geld für wenige Stars. Insofern war diese Begegnung sogar ein Plädoyer für die neu geschaffene und in der Kritik stehende Nations League.

Bei der WM soll es auch den Videobeweis geben und das ohne große Tests vorher. Wie kompliziert der Videobeweis ist, der eigentlich Klarheit und Gerechtigkeit bringen soll, zeigte sich wieder in der Bundesliga. Einmal wird eine knappe Abseitsentscheidung geahndet, bei einem anderen Spiel wiederum nicht. Logisch, dass die Aufregung groß ist, wer sich benachteiligt fühlt, wehrt sich. Hannover will bei der DFL sogar Beschwerde einlegen. Fehler dürfen passieren, aber nur zu Ungunsten des Gegners… Und wenn die gefühlte Benachteiligung besonders krass ist, dann flippt auch mal ein Trainer richtig aus. Ein Wunder, dass Freiburgs Coach Christian Streich beim Ärger über ungerechtfertigte Gelbe Karten keinen Herzinfarkt erlitten hat. Aber die Szenen seiner Aufregung zeigten deutlich: Die Bundesliga kann gesundheitsschädlich sein. Die EU wird sicherlich bald entsprechende Warnhinweise vorschreiben.

Start in das WM-Jahr – die heiße Fußball-Zeit beginnt

Am Freitag, 16. März, fiel gewissermaßen der Startschuss: In der Champions League wurde das Viertelfinale ausgelost, die Top-Teams sind unter sich. Zwei Stunden später verkündete Deutschlands Bundestrainer Joachim Löw seinen Kader für die Länderspiele gegen Spanien und Brasilien, die erste Auswahl im WM-Jahr, die wohl Fingerzeige geben sollte. Das bedeutet: Wir haben den Start in das WM-Jahr – die heiße Fußball-Zeit beginnt.

Das es heiß wird, davon kann vor allem der FC Bayern München reden, denn nach der Länderspielpause stehen dem Deutschen Meister vom 31. März an (Gegner Dortmund) mit Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League (also das Triple, von dem die Bayern träumen) sieben Spiele in 21 Tagen bevor, der April wird der Monat der Entscheidung. Der Start in die heiße Phase war für die Münchner glücklich, bei der Viertelfinal-Auslosung der Champions League wurde keiner der großen Favoriten gezogen, sondern der FC Sevilla. Doch Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, „es gibt keine leichten Gegner mehr“, heißt es natürlich, aber Sevilla ist sicher leichter als Barcelona oder Real Madrid. Das Halbfinale sollte möglich sein. Aber: Sevilla gewann schließlich die Europa League von 2014 bis 2016 dreimal hintereinander und schaltete Manchester United aus. So schlecht sind die Spanier also nicht.

Drei Teams aus Spanien, zwei aus England und Italien sowie die Bayern schafften es ins Viertelfinale. Ein englischer Vertreter wird auch im Halbfinale zu finden sein, denn der FC Liverpool und Manchester City treffen aufeinander, die alten Konkurrenten Jürgen Klopp und Pep Guardiola duellieren sich also wieder. Erstaunlich: Die Bilanz spricht mit sechs Siegen, einem Remis und fünf Niederlagen für Klopp! Das zweite heiße Duell ist der Aufguss des letzten Finals, Juventus Turin und Titelverteidiger Real Madrid treffen sich diesmal bereits im Viertelfinale. Schwierig für die alten Herren der alten Dame Juve, Real will seine letzte Chance auf einen Pokal in der Champions League nutzen und außerdem den historischen Triumph erweitern: Sie schafften erstmals eine erfolgreiche Titelverteidigung, jetzt wollen Ronaldo und Co. den Hattrick. Er ist nur noch fünf Spiele entfernt. Im vierten Duell ist der FC Barcelona großer Favorit gegen den AS Rom.

Im April und Mai gehören die Fußball-Schlagzeilen der Champions League, danach übernimmt endgültig die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Doch die WM ist quasi bei jedem Spiel präsent, geht es doch um die endgültige Auswahl der Nationaltrainer, jedes Match ist eine Bewährungsprobe für die Kandidaten. Bundestrainer Joachim Löw hat ein bisschen Einblick gegeben, aber die Karten noch nicht auf den Tisch gelegt. Der Kader für die Länderspiele gegen Spanien am 23. März in Düsseldorf und Brasilien am 27. März in Berlin wurde bewusst groß gehalten. Bei 26 Spielern muss Löw nicht allzu viele enttäuschen, zumal er zwei Kandidaten guten Gewissens zu Hause lassen kann, nämlich die Dortmunder Marco Reus und Mario Götze, die nach langer Verletzungspause noch nicht in Hochform sein können und sich lieber schonen sollen. Sie stehen auf der Warteliste. So ist kein einziger Dortmunder im Aufgebot. Das Ausscheiden gegen Salzburg in der Europa League (1:2 und 0:0) zeigte, warum.

Ein bisschen in die Karten schauen kann man Jogi Löw jedoch schon, obwohl er wie üblich betont, dass die Tür für jeden noch offen stehe. So hält er an seinem bekannten Torhüter-Trio fest (außer Kapitän Manuel Neuer auf den er ja noch hofft), Münchens Neuer-Vertreter Sven Ulreich, der derzeit als bester Torhüter der Bundesliga gilt, bekam keine Chance. Wenn Löw ihn hätte testen wollen, dann wohl jetzt. Das gilt auch für den Augsburger Philipp Max, dem viele eine Chance als Linksverteidiger gegeben hätten, schließlich ist er der Vorlagen-König der Bundesliga. Statt ihm kehrt der etablierte Jonas Hector vom 1. FC Köln wieder zurück. Ein schlechtes Zeichen hat wohl auch Flügelflitzer Amin Younes bekommen, der gerade bei Ajax Amsterdam Probleme hat, denn er fehlt.

Dagegen drückt sich Löw bei 26 Kandidaten vor weiteren Entscheidungen. So sind neben Timo Werner die klassischen Strafraum-Mittelstürmer Mario Gomez und Sandro Wagner dabei, doch nur für einen wird Platz im WM-Aufgebot sein. Kandidaten für die Streichliste sind wohl auch Lars Stindl (Gladbach) und Sebastian Rudy (Bayern). Der eine hat nicht die Form wie zum Beispiel vom Confed-Cup, der andere hat nicht allzu viele Spielanteile beim neuen Verein. Keine guten WM-Voraussetzungen.

Soll es draußen auch noch einmal stürmen und schneien, der Fußball ist ganz heiß. Das Frühjahr ist traditionell in den großen Ligen die Zeit der Entscheidungen. Im Fußball wird die Ernte im April und Mai eingefahren, doch die Mehrheit der Klubs wird am Ende eher von einer schlechten Ernte sprechen.

Die Scheichs können den Henkel-Pott nicht einfach kaufen

Das hat sich Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani so einfach vorgestellt: Wenn ich ein paar hundert Millionen Euro in eine Mannschaft stecke, dann ist der Erfolg garantiert. Jetzt weiß er: Das ist garantiert nicht so. Spätestens am Dienstag muss ihm das schmerzhaft bewusst geworden sein, enttäuscht verließ er nach 66 Minuten den Prinzenpark in Paris, um nicht die große Demütigung seiner Mannschaft erleben zu müssen. Da führte Real Madrid bei Paris St. Germain mit 1:0 und nach dem 3:1-Sieg im Hinspiel war eigentlich alles klar. So bekam der Emir von Katar auch die letzte Demütigung nicht mit, die zweite Niederlage von Paris.

Die Fußball-Fans in aller Welt, vor allem die Ultras (außer denen in Paris oder Frankreich vielleicht) werden glücklich sein, weil sich der begehrteste Pokal in Europa gewehrt hat, der Henkel-Pott der Champions League lässt sich nicht so einfach kaufen.

Der Emir hat das wohl nicht als Experiment sondern als Geschäft angesehen, als er 2011 beim Pariser Nobelklub einstieg. Inzwischen soll er 935 Millionen Euro investiert haben, aber es reichte in allen Jahren sogar nicht immer zum nationalen Titel. Mit der Verpflichtung des Brasilianers Neymar sollte der Großangriff endlich erfolgreich sein. Für Neymar blätterte der Scheich 222 Millionen Euro hin und machte den Stürmer zum teuersten Spieler der Welt. Mit Geld allein kann man den Pokal aber nicht kaufen, ausgerechnet vor den entscheidenden Spielen verletzte sich Neymar, das Geld versickerte buchstäblich im Sand der Wüste.

Die Katari haben übersehen, dass viele gute Einzelspieler bis zu einer gewissen Grenze Erfolge garantieren, aber für den ganz großen Coup braucht es mehr, nämlich auch ein Quäntchen Glück, vor allem aber Mannschaftsgeist. Und eine gewachsene Mannschaft mit großem Teamgeist ist Paris St. Germain nicht, kann es vielleicht auch nicht sein. In einer Ansammlung von Stars herrscht meist vor allem der Geist des Neids. Und sinnvoll zusammenstellt scheint die Mannschaft des französischen Meisters auch nicht, manchmal kann man für weniger Geld zielgerichtet die sinnvolleren Spieler einkaufen. In den Duellen mit Real Madrid zeigte sich, das die alternden Dani Alves (34 Jahre), Thiago Silva (33) und Thiago Motta (35) nicht unbedingt die großen Hoffnungsträger sind.

Es muss für Weltfußballer Cristiano Ronaldo eine Genugtuung gewesen sein, mit Real den Emporkömmling mit dem vielen Geld in die Schranken verwiesen zu haben. Ronaldo schmerzt es, dass er als bester Spieler der Welt, als der er sich fühlt (und der vielleicht Messi heißt), nicht auch der teuerste und der meistverdienende ist. Dafür gibt es eigentlich nur eine Lösung: Der Emir muss noch einmal tief in die Kasse greifen und Ronaldo verpflichten! Nein, besser wäre es, nicht den schnellen Erfolg zu suchen, sondern eine Mannschaft langfristig aufzubauen. Die letzten Jahre kam das Aus im Achtelfinale gegen die großen Favoriten FC Barcelona (mit dem 1:6 nach 4:0 in Paris) und eben Real Madrid, das in der Champions League zu besonderen Leistungen fähig ist und vom Hattrick träumt. Da wird sich der Henkel-Pott wohl nicht wehren. Das erste Opfer des Misserfolgs steht fest, Trainer Unai Emery muss nach der Saison gehen.

Die ersten Achtelfinal-Rückspiele bewiesen, dass Geld keine Berge versetzen kann, wohl aber der Mannschaftsgeist. Die alternden Stars von Juventus Turin waren der Gegenentwurf zu Paris St. Germain und bewiesen beim 2:1 bei den Tottenham Hotspur Comeback-Qualitäten. Tottenham war überlegen, war die bessere Mannschaft, doch die alte Dame Juve war quicklebendig und wendete in drei Minuten das Blatt. Der England-Fluch mit dem Ausscheiden in den letzten fünf Duellen war besiegt und die Premier League wird nicht in voller „Mannschaftsstärke“ (fünf Teams im Achtelfinale) in die nächste Runde einziehen.

Das nächste große Duell steht mit FC Barcelona – Chelsea London am Mittwoch, 14. März, an, die Auslosung am 16. März wird besonders interessant werden. Mit dabei sicher der deutsche Meister Bayern München nach dem 5:0 im Hinspiel gegen Besiktas Istanbul. Da steht beim Gastspiel am Mittwoch (18.00 Uhr) in der Türkei wohl mehr das Sightseeing im Mittelpunkt. Die Bayern schwören übrigens auch auf den Mannschaftsgeist, der damit die Grundlage für den Cup-Gewinn 2013 war. Das sollte der Emir wissen.

Bundesliga zwischen Langeweile und Weinen

Die Fußball-Bundesliga mutierte nicht nur zur Krisenliga (siehe Kommentar vor einer Woche), sondern auch zu einer Schicksalsgemeinschaft zwischen Langeweile und Weinen. Neun Spieltage vor Schluss beginnt endgültig der Endspurt, doch drei Vereine sind dabei mehr oder weniger Zuschauer: Die Bayern grüßen von oben und spielen in einer eigenen Liga, der 1. FC Köln und der Hamburger SV haben am Wochenende ihre wohl letzten Chancen auf den Klassenerhalt verspielt und können fortan für die zweite Liga üben und planen.

Bemerkenswertes kommt von den Bayern. Der deutsche Meister ist in Europa Spitze, kein anderer Klub weist diesen enormen Vorsprung von 20 Punkten vor dem Zweitplatzierten auf. Da können nicht einmal Manchester City (18 Punkte Vorsprung) oder Paris St. Germain (14) mithalten. Während Paris in Frankreich eine ähnlich schwache Konkurrenz vorfindet wie die Bayern in Deutschland, ist der Alleingang von Pep Guardiolas Schützlingen in der starken Premier League in England schon erstaunlich. Angesichts des Riesenvorsprungs haben die Bayern-Stars eines deutlich gemacht: Ihnen ist langweilig! Nur Training macht keine Laune, sie sehnen sich nach Stress, haben den März praktisch abgehakt und warten auf den April, der wird nämlich der entscheidende Monat, da warten die großen Aufgaben in der Champions League und das Halbfinale im DFB-Pokal. Bis dahin heißt es aufpassen und vor lauter Langeweile nicht die Form verlieren. Außerdem müssen die Bayern hoffen, von weiteren Verletzungen wie bei Coman verschont zu bleiben. Der junge Franzose hatte gerade für viel Schwung gesorgt, jetzt ist für ihn die Saison wohl beendet.

Von Sorgen wie in München können sie in Köln und Hamburg nur träumen. Der Abstieg der Traditionsvereine naht, wobei über das Schicksal des Dinos im Norden nicht nur HSV-Anhänger einige Tränen verdrücken werden. Aber nach jahrelangen Anläufen haben es die Hanseaten geschafft, den Verein wirklich zu ruinieren, die Mannschaft präsentiert nicht mehr den stolzen HSV, sondern den Harmlos-Sieglos-Verein. Ein hausgemachtes Chaos, der Dino sieht nur noch alt aus. Auch Köln muss sich an die eigene Nase fassen, denn die Aufgabe Bundesliga wurde unterschätzt, die Mannschaft nach dem Abgang von Torjäger Modeste nicht entsprechend verstärkt. Dazu kamen weitere Rückschläge in Form von Verletzungspech und falschen Schiedsrichter-Entscheidungen. Na ja, mit Stefan Ruthenbeck hat man ja einen Trainer verpflichtet, der sich in der 2. Bundesliga auskennt.

Die Mannschaft der Stunde ist der VfB Stuttgart. Unter dem anfangs ungeliebten Trainer Tayfun Korkut gelang der Sprung ins Mittelfeld, nach vier Siegen ist vom Abstiegskampf keine Rede mehr, zumal die „aussichtsreichsten“ Kandidaten für die Relegation, Wolfsburg und Mainz, keinen großen Siegeswillen zeigen. So sind die Stuttgarter jetzt an Klubs vorbei gezogen, die schon eher in Richtung Europa als in Richtung Abstiegskampf schielten. Jetzt aber heißt es, wieder einmal als Punktesammeln zu denken.

Gemeint sind vor allem Hannover 96 und der FC Augsburg, die seit drei bzw. vier Spielen auf einen Sieg warten und jetzt am Samstag aufeinandertreffen. Der Terminplan wollte es so, dass es dazu das Duell der Nächstplazierten Hertha BSC und Freiburg zur gleichen Zeit gibt. Die Verlierer werden wieder verstärkt nach unten schauen müssen.

Gedanken macht man sich allerdings jetzt schon in Augsburg. Der FCA war lange Zeit eine der Überraschungsmannschaften der Saison, aber in der Rückrunde hakt es. Es ist ja wirklich Schicksal, dass ausgerechnet dann, als der überdimensionierte Kader verkleinert wurde, dass Verletzungspech verstärkt zugeschlagen hat. Mit Abwehr-Ass Gouweleeuw und Torjäger Finnbogason fehlen Mannschaftsstützen verletzt. Dazu konnte Philipp Max als Vorlagenkönig der Bundesliga seine Bilanz nicht mehr verbessern, er steht wie nach der Vorrunde bei elf Assists. Tore wurden beim FCA Mangelware und von Europa spricht in Augsburg niemand mehr. Eher davon, dass die Gegner den FCA-Code geknackt haben, die Form nicht stimmt und der Wurm drin ist. Da passt der holprige Rasen dazu. Mal sehen, wie die Weichenstellung nach dem nächsten Wochenende ausschaut. Schon ein Remis in Hannover würde beruhigen.

In den Mittelpunkt rückt nach einer Pause wieder die Champions League und dabei natürlich das Rückspiel zwischen Paris und Real Madrid. An der 1:3-Niederlage hat St. Germain noch zu knabbern und an dem Ausfall von Neymar. Der teuerste Spieler der Welt bangt nach einer Fußoperation sogar um die WM. Es gibt aber auch Beobachter, die sagen, Paris könnte ohne den defensivunwilligen Neymar sogar kompakter und gefährlicher auftreten. Mal sehen. Real setzt einen Cristiano Ronaldo in Bestform entgegen.

Die Bayern müssen noch warten, ihr Rückspiel in Istanbul ist auf Mittwoch, 14. März (18.00 Uhr) terminiert. Nach dem 5:0-Sieg im Hinspiel dürfte der Auftritt bei Besiktas nicht so laut werden wie befürchtet, dass die türkischen Fans in Ehrfurcht erstarren, ist allerdings auch nicht zu erwarten. In der Europa League sind die Bundesligisten Borussia Dortmund (gegen RB Salzburg) und RB Leipzig (gegen Zenit St. Petersburg) am Donnerstag gefordert. Die Europa League dürfte auch für FC Arsenal London der letzte Rettungsanker in Richtung Champions League sein. In der Premier League schwächeln die Wenger-Schützlinge und nur Erfolge international können den Trainer retten. Der AC Mailand ist allerdings kein leichter Gegner, aber wenn man die Europa League gewinnen muss, um in die Champions League zu kommen, darf Milan keine Hürde sein. Das hat Arsenal übrigens mit dem HSV und Köln gemeinsam: Es werden zu viele Fehler in der Vereinsführung gemacht.

Kurz noch zum Videobeweis. Bei der Weltmeisterschaft in Russland soll er zur Anwendung kommen, doch ob die Schiedsrichter bis dahin richtig geschult sind, steht in den Sternen. Zwischen Reden und Taten gibt es bei der FIFA immer Diskrepanzen. In der Bundesliga wird es immer besser, am Wochenende wurden wieder Ungerechtigkeiten verhindert – so soll es sein!

Champions League: Altes Geld gegen neues Geld

Die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang sind ein Weltereignis, aber sie regieren nicht allein die Sportwelt. Zumindest in Europa nicht. Am Dienstag, 13. Februar, geht auch die Champions League im Fußball wieder los und mit dem Achtelfinale wird es endlich auch richtig interessant. Die Gruppenphase ist nur ein teilweise langweiliges Vorspiel im Herbst. Die Lose wollten es so, dass es ein mögliches Endspiel bereits im Achtelfinale gibt: Titelverteidiger Real Madrid gegen den Newcomer Paris St. Germain. Man könnte auch sagen altes Geld gegen neues Geld, alter Reichtum gegen neuen Reichtum, ein Großprotz vergangener Tage verteidigt seinen Ruhm gegen den aktuellen Großprotz.

Damit keine Zweifel aufkommen, es geht um Fußball. Aber im Spitzenfußball geht es in erster Linie um das Geld. Die Fans können sich am Spiel erfreuen, die Vereine und Profis erfreuen sich am üppigen Spielgeld. Laut der Fachzeitung kicker haben die Klubs der fünf Top-Ligen in Europa die gigantische Summe von 4,43 Milliarden Euro im vergangenen Sommer für neue Spieler ausgegeben. Bekanntlich schoss Paris mit Katars Scheich Nasser Al-Khelaifi mit 222 Millionen Euro für Barcelonas Torjäger Neymar den Vogel ab. Paris dominiert erwartungsgemäß die Liga in Frankreich, aber erst die Champions League zählt wirklich. Der Pott soll her, endlich. Barcelona war im Vorjahr ein demütigender Stolperstein, nach einem 4:0 zu Hause schied Paris mit einem 1:6 in Barcelona aus. Neymar zirkelte in den Schlussminuten einen Freistoß ins Eck und traf mit Elfmeter und strahlte, „das war wohl das Spiel meines Lebens“. Dann war er weg.

Real Madrid gegen Paris St. Germain am 14. Februar, das elektrisiert. Wobei es in dieser Saison um den Titelverteidiger viele Fragezeichen gibt. Fast gibt es schon eine Art Endzeitstimmung in Spanien. Ohne Sieg gegen Tottenham landete Real in der Gruppe hinter den Engländer und hat nun den Salat mit Paris als Gegner. National klappt es überhaupt nicht, Platz vier und 19 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Barcelona sind eine Demütigung, im Pokal ist Madrid ausgeschieden. Die Schlagzeilen waren in den letzten Wochen entsprechend: „Königliche Gurkentruppe“ hieß es oder „Die Zeit von Zidane läuft ab“ über den einst gefeierten Trainer oder eben „Die Königlichen sind ratlos“. Einst kaufte sich Real eine Mannschaft der Stars zusammen, doch „BBC“ ist in die Jahre gekommen. Bale meist verletzt, Benzema kein Torjäger, der immer trifft und Cristiano Ronald unzufrieden. Den Weltfußballer wurmt, dass Konkurrent Messi in Barcelona wohl mehr verdient und erfolgreicher ist, außerdem merkt „CR7“ mit 32 Jahren langsam das Alter, die Spritzigkeit lässt nach. Real spielt um die letzte Chance, vielleicht auch darum, ob es noch eine Zukunft hat.

Das alte Geld ist ausgegeben, Klubs mit Scheichs in der Hinterhand können mit dem neuen Geld das Kommando übernehmen. Das gilt nicht nur für Paris, sondern zum Beispiel auch für Manchester City mit Trainer Pep Guardiola, der seine Mannschaft mit etlichen Millionen aufgerüstet hat. 250 Millionen Euro waren es im Sommer, jetzt noch einmal über 100 Millionen. Das Ergebnis sind unvorstellbare 13 Punkte Vorsprung in der Premier League, wo doch ansonsten im Kampf um den Titel Spannung Trumpf ist. Doch richtig gefeiert wird bei City und vor allem von Pep Guardiola wohl erst, wenn auch der Sieg in der Champions League gelingt. Der FC Basel sollte im Achtelfinale kein Stolperstein sein.

Die Engländer wollen mit viel Geld angreifen und sind mit fünf Mannschaften noch dabei. Das neue Geld schießt scheinbar Tore. Die schwierigste Aufgabe hat zweifellos ausgerechnet das kriselnde Chelsea London mit dem FC Barcelona zu lösen. Auch hier trifft also neues Geld auf altes Geld. Bei Barca geht es zwar mitunter in der Führung auch drunter und drüber, aber im Notfall wird es Messi schon richten.

Die deutschen Klubs haben sich auf Europas Bühne blamiert. „Das Zeugnis eines Debakels“ urteilte der kicker, weil erstmals nur drei Bundesliga-Klubs in Europa überwintert haben. Freiburg, Köln, Hertha und Hoffenheim sind teilweise blamabel ausgeschieden. Nur Bayern München hält in der Champions League die Fahne hoch, wie so oft. Auch die Bayern spüren das neue Geld in Europas Ligen, sind aber im Umsatz immer noch Nummer vier in Welt des Fußballs und träumen von der Wiederholung des Triples von 2013. Das gute Omen: Auch 2013 hatte die Bundesliga diese miese Bilanz, aber am Ende stand das deutsche Endspiel in Wembley. Es bedarf Los-Glück, damit die Münchner zumindest ins Halbfinale kommen, der erste Gegner Besiktas Istanbul gilt als leichtester der möglichen Gegner. Gegen Paris hat man in der Gruppe besondere Erfahrungen gemacht und ist über das 0:3 im ersten Aufeinandertreffen fast dankbar: Trainer Carlo Ancelotti musste gehen und der 72-jährige Jupp Heynckes, Triple-Macher 2013, wurde reaktiviert. Heute gilt es als Glücksbringer und soll gar nicht mehr in den Ruhestand gehen.

Die in der Königsklasse ausgeschiedenen Borussia Dortmund und RB Leipzig wollen sich in der Europa League profilieren, doch die Leistungen in der Bundesliga waren zuletzt nicht so, dass die deutschen Fußball-Fans sehr hoffnungsfroh in die Zukunft schauen können. Die Italiener Atalanta Bergamo und SSC Neapel könnten die Rausschmeißer spielen. Das deutsche Debakel wäre dann wirklich perfekt.

Ein Blick in die Zukunft: Nach Olympia wird es an dieser Stelle in der Regel jeden Montag einen Bundesliga-Kommentar geben.

Der deutsche Vereinsfußball in der Krise

Die alte Diskussion wird nie enden, aber die deutschen Fußball-Fans müssen derzeit ein bisschen zurückhaltend sein, wenn es darum geht, zu bestimmen, welche nationale Liga die stärkste in Europa ist. Gerne haben wir dann auf Deutschland verwiesen, doch mit solch einer Einschätzung macht man sich derzeit gegenüber England und Spanien, ja sogar Italien lächerlich. Die europäischen Wettbewerbe waren ein einziges Desaster für die Bundesliga, Deutschland landete in der UEFA-Wertung nur auf Platz elf. Der deutsche Vereinsfußball befindet sich in der Krise.

Ein Trost zum Advent, weil immer noch ein Lichtlein brennt. Das betrifft zum Beispiel die Nationalmannschaft, die als amtierender Weltmeister derzeit auch die Nummer 1 der Weltrangliste ist. Die Ausnahme ist auch Bayern München, das sich mit dem 3:1-Sieg über Paris St. Germain nach dem blamablen 0:3 im Hinspiel mit der verunglückten Ancelotti-Aufstellung wieder international rehabilitiert hat. Traurig aber, dass der deutsche Meister als einziger Bundesligist ins Achtelfinale der Champions League (CL) einzog. In der Europa League (EL) schieden zudem alle Bundesligisten sang- und klanglos aus, so dass nur die CL-Absteiger Dortmund und Leipzig in der EL vertreten sind.

Die aktuelle Jahres-Rangliste der UEFA spricht Bände. England vor Spanien und Italien, Deutschland, in der Fünfjahreswertung immerhin noch Vierter, aktuell nur Elfter – hinter der Ukraine, Zypern, Türkei und Österreich. Da darf keiner sagen, das liege – mit Blick auf die reichen englischen Vereine – am Geld. Gegenüber den genannten Nationen sind die deutschen Klubs wohl finanziell besser ausgestattet. Es fehlte den EL-Vertretern Hoffenheim, Hertha BSC Berlin und 1. FC Köln vor allem an Ehrgeiz und Siegeswillen. Sie sahen die EL als Spaß an, als Abwechslung zum Bundesliga-Alltag, der absoluten Vorrang genießt. Bei dieser Einstellung brauchen wir nie mehr davon sprechen, die Bundesliga könne die Nummer 1 in Europa sein.

England macht es vor, die Vereine der Premier League haben die Gelder des Fernsehens und der Sponsoren wohl doch gut investiert. Fünf Klubs starteten in der CL, alle fünf sind jetzt im Achtelfinale immer noch dabei, vier davon qualifizierten sich als Gruppensieger. In 30 Spielen gab es 21 Siege und nur drei Niederlagen. Die Bilanz von München, Dortmund und Leipzig ist mit 7 Siegen (davon allein fünf die Bayern, zwei Leipzig), 3 Unentschieden und 8 Niederlagen negativ! In der Europa League sah es nicht besser aus: Nur 4 Siege, 4 Remis, 8 Niederlagen. Gut Nacht deutscher Fußball. Deutsche Urlauber werden sich in Österreich etwas anhören dürfen, bei der besseren Bilanz des Nachbarn.

Es muss ein Umdenken bei den Klubs der Bundesliga geben. Die internationalen Wettbewerbe müssen mit allem Ehrgeiz bestritten werden, auch die Europa League muss angenommen werden. Es wirkt noch immer nach, dass „Kaiser“ Franz Beckenbauer in seiner unnachahmlichen Art den zweitklassigen Wettbewerb einst als „Cup der Verlierer“ bezeichnet hat. Seltsam ist nur, dass während der Saison die Vereine nach den Plätzen für Europa schielen. Nur deshalb, weil sie dann sicher sein können, mit dem Abstiegskampf nichts zu tun zu haben? Auch in der EL lässt sich gutes Geld verdienen, man muss dafür allerdings auch etwas tun.

Bleibt das Umdenken aus, wird sich Deutschland bald aus der Zone der privilegierten Nationen verabschieden, nämlich Rang der 4 der Jahreswertung gegen Frankreich oder Russland verlieren und damit auch vier fixe Starter in der Champions League. Dann allerdings ist das Geschrei in der Liga wieder groß.

Vielleicht gibt es ein bisschen Wiedergutmachung schon in den K.o.-Spielen im Frühjahr, wenn Bayern München der Konkurrenz trotzt, Borussia Dortmund zu alter Stärke zurückfindet und Punkte in der EL holt und RB Leipzig im Lernprozess weiter kommt und die Überraschung gegen Neapel schafft. Auch für die Bundesliga gilt: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ob nur ein vorübergehendes Tief oder eine echte Krise werden wir im nächsten Jahr sehen. Doch von der Bundesliga als bester Liga in Europa wollen wir nicht mehr reden. Da lässt England grüßen.

Ein Plädoyer für den Videobeweis

Die Sportfans in Nordamerika lachen über die Diskussionen, die es im europäischen Fußball über die Einführung des Videobeweises gibt. In anderen Sportarten, vor allem eben im Profisport in Nordamerika, gehört der Videobeweis zum Alltag. Gerade im Football, Tennis und Eishockey sind strittige Entscheidungen ohne den Blick auf den Fernsehschirm undenkbar. Denken wir an knappen Entscheidungen im Tennis, ob der Ball im Aus ist oder nicht. Denken wir an das schnelle Eishockey, wo der Puck mit einer Geschwindigkeit unterwegs ist, dass das menschliche Auge gar nicht mehr erkennen kann, ob er im Netz landete oder am Gestänge. Erst der Blick auf den Bildschirm gibt oft Aufschluss.

Warum also nicht im Fußball, nicht nur in Europa, sondern weltweit in allen Profiligen. Es ist viel Geld im Umlauf, es geht nicht nur um Pokale, sondern auch um viel Geld und da müssen die Verbände nun einmal wirklich alles unternehmen, dass Fehlentscheidungen minimiert werden. Ganz ausschließen kann man sie nicht, weil es auch Ermessungsentscheidungen des Menschen gibt. Aber die ersten Spieltage in der Bundesliga zeigten bereits, dass es durch den Videobeweis ein ganzes Stück mehr Gerechtigkeit gibt. Dabei befindet man sich noch in der Testphase, Anfangsprobleme müssen erst noch ausgeräumt werden, aber eines ist sicher: Auf den Videobeweis darf der Profi-Fußball nicht verzichten!

Ein Plädoyer für den Videobeweis waren die Spiele der Mannschaften des FC Bayern München in der Champions League, da waren nämlich Männer wie Frauen Opfer von Fehlentscheidungen. Die Herren konnten das verkraften, die Damen schauten in die Röhre und schieden unverdient aus.

Die Tatsachen. Als die Bayern gegen Celtic Glasgow mit 3:0 gewannen, da war es am Ende egal, ob am Anfang ein Tor korrekt erzielt worden war (der Ball war nicht im Aus) oder nicht, ob es den berechtigten Elfmeter gab oder nicht. Aber es hätte auch anders kommen können und am Schluss könnte doch noch die Tordifferenz entscheidend sein. Aber in so einer wichtigen Liga wie der Champions League gehört der Videobeweis eingeführt. Die Frauen des FC Bayern schieden mit einem 0:1 und 2:1 durch die Auswärtstorregel gegen Chelsea London aus. Sie hätten aber weiterkommen müssen! Das Tor in London fiel aus einer Abseitsposition heraus, in München wurde den Bayern-Mädels ein klarer Handelfmeter versagt und danach noch ein korrektes Tor zum 3:1 wegen eines angeblichen Foulspiels aberkannt. Mit Videobeweis wäre nicht Chelsea in die nächste Runde eingezogen, sondern Bayern München. Krasser geht es nicht und kräftigere Argumente für die Einführung des Videobeweises wird man kaum finden.

Dazu kommt noch, dass die Bedenken vieler Fans, dass die lebhaften Diskussionen um den geliebten Fußball an den Stammtischen kein Futter mehr bekommen, entkräftet werden können. Trotz Videobeweis bleiben genügend strittige Szenen, über die man diskutieren kann. Dass mehr Gerechtigkeit dem Sport aber gut tut, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Deshalb: Im Profi-Fußball muss der Videobeweis eingeführt werden, es darf in den Top-Ligen, in der Champions- und Europa-League, bei Welt- und Europameisterschaften keine Spiele mehr ohne Videobeweis geben.

Der FC Bayern München am Scheideweg

Der Verein ist ein Markenzeichen, das selbstbewusste „mia san mia“ ist legendär, in Fußball-Deutschland hält der FC Bayern München fast alle Rekorde, seit fünf Jahren dominiert er in die Bundesliga, seine Titelsammlung ist national unerreicht: 27 Meisterschaften, 18 Pokalsiege, je 6 Siege im Supercup und Ligapokal, dazu international Champions-League-Sieger (2001, 2013), davor Europapokalsieger der Landesmeister (1974, 1975 und 1976 das Triple), Europapokalsieger der Pokalsieger (1967), UEFA-Pokalsieger (1996), Weltpokalsieger (1976, 2001), Klub-Weltmeister (2013) und UEFA-Superpokalsieger (2013). Kein Wunder, dass Bayern München auch auf Europas Bühne Spitze ist und in einem Atemzug mit den englischen und spanischen Spitzenteams genannt wird. Doch jetzt ist der Wurm drin, das Ende der glorreichen Jahre droht – wenn nicht die Wende gelingt. Auf jeden Fall steht der FC Bayern München am Scheideweg.

Als der Deutsche Rekordmeister 2013 unter Jupp Heynckes das begehrte Triple holte, als der Traum vom Sieg in der Champions League in einem deutschen Finale gegen Borussia Dortmund wahr wurde (dazu national Meisterschaft und Pokalsieg), da schien eine glorreiche Zeit für die nächsten Jahre möglich, zumal der Spanier Pep Guardiola als Nachfolger von Heynckes gewonnen werden konnte, damals allgemein als bester Trainer der Welt bezeichnet, nachdem er mit dem FC Barcelona erfolgreich war und „Zauber-Fußball“ bot. So sollte er in München weitermachen, allerdings gelang der große Wurf in der Champions League nicht. Immerhin dominierte Pep mit seinem Team den nationalen Fußball und die Bayern spielten in dieser Phase ihren schönsten Fußball. Den Drei-Jahres-Vertrag wollte der Spanier am Ende nicht verlängern und die Münchner holten sich einen Mann, der offensichtlich weiß, wie man die Champions League gewinnt: Den Italiener Carlo Ancelotti.

Diese Verpflichtung war allerdings ein großes Missverständnis. Der Italiener und sein Trainer-Team konnten die erfolgreiche Arbeit von Guardiola nicht fortsetzen, ganz im Gegenteil, es gab keine positive, sondern eine negative Entwicklung. Ein Jahr lang profitierten Mannschaft und Ancelotti noch von der Arbeit Guardiolas, dann ging es abwärts. Die Politik der langen Leine war verfehlt, die Italiener bildeten offenbar ein eigenes Grüppchen, der Zusammenhalt im Team bröckelte, die Vereinsspitze schaute zu. Die Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß müssen eingestehen, dass sie den schleichenden Niedergang der Mannschaft nicht rechtzeitig aufgehalten haben, dass sie die Stimmen der Führungsspieler ignoriert haben. Wenn sich schon Spieler über ein zu lasches Training beschweren und geheimes Sondertraining betreiben, dann sagt das alles über den Trainer. Das Ende von Carlo Ancelotti nach der 0:3-Niederlage in Paris und dem Debakel einer provokanten Aufstellung, als er die Routiniers brüskierte, kam zu spät. Schon im Sommer hätten Rummenigge und Co. die Reißleine ziehen müssen.

Jetzt hechelt der ruhmreiche FC Bayern sowohl in Deutschland als auch in Europa hinterher. Nach sieben Spielen in der Bundesliga fünf Punkte Abstand zum starken Tabellenführer Borussia Dortmund sind happig und rekordverdächtig. In der Champions League wurde mit der hohen Niederlage in Paris fast schon der Gruppensieg verspielt, im Zweikampf mit Celtic Glasgow geht es um Platz zwei und das Weiterkommen. Dann drohen in der nächsten Runde wieder ein übermächtiger Gegner (Gruppensieger) und das vorzeitige Ausscheiden. Der Traum vom Gewinn der Champions League ist ganz weit weg, zumal Europas Spitzenklubs dank der Oligarchen aus Russland und der Scheichs vor allem aus Katar (Paris) mit Geld um sich schmeißen und eklatant aufrüsten. Da können bodenständige Klubs aus Deutschland nicht mehr mithalten. Spitze in Europa? Das könnte auch für den FC Bayern bald Vergangenheit sein.

Das Problem: Können die Münchner sportlich mit den Spaniern, Engländern und eben Paris nicht mithalten, werden sie nicht nur keine Stars bekommen (weil die Bayern keine 100 Millionen Euro und mehr zahlen wollen bzw. können), sondern auch aufstrebende Talente werden sich andere Vereine suchen, damit sie schneller an die Spitze und an die Geldtöpfe kommen. Dies könnte eine Kettenreaktion auslösen und den Niedergang des stolzen Vereins bedeuten.

Wie dies aufzuhalten ist? Mit einem starken Trainer und einer erfolgreichen Mannschaft. Noch haben die Bayern ein Team, das durchaus in der Lage ist, mit Real Madrid, Barcelona, Paris oder den Klubs aus England mitzuhalten. Dann muss aber teamintern und sportlich alles stimmen. Insofern wird der nächste Trainer auch die Zukunft des Vereins bestimmen, weil auch der Umbruch einer alternden Mannschaft zu bewältigen ist. Eine Herkulesaufgabe. Gerade jetzt können sich die Bayern den Trainer aber nicht aussuchen, sondern müssen nehmen, was auf dem Markt ist. Kein Wunder, dass Dortmunds Ex-Coach Thomas Tuchel als Favorit auf die Ancelotti-Nachfolger genannt wird, nur er ist von den bekannten Trainern frei. Zukunfts-Hoffnungen wie Julian Nagelsmann in Hoffenheim stehen unter Vertrag. Ein Problem, das die Bayern-Bosse im Sommer hätten leichter lösen können. Jetzt müssen sie hoffen, dass sie mit dem neuen Trainer den Abwärtstrend stoppen können und der Weg wieder nach oben zeigt, in die Spitze Deutschlands und Europas. Noch ist die Saison jung, noch ist einiges zu reparieren.

Vergessen werden darf allerdings nicht, dass mit Kapitän Manuel Neuer die Mannschaftsstütze in den entscheidenden Spielen fehlt und jetzt mit Franck Ribery eine weitere Führungsfigur ausfällt. Gerade die Sicherheit, die der beste Torhüter der Welt, Neuer, ausstrahlt, fehlte dem Team bei den letzten Pleiten. Eine verzwickte Situation.