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Tag: FC Barcelona

Champions League: Machen die Favoriten den Weg frei?

Im Herbst das Vorgeplänkel, im Frühjahr die Entscheidung. Im europäischen Fußball geht es jetzt erst richtig los, wenn in der Champions League (CL) das Achtelfinale und in der Europa League (EL) die Zwischenrunde mit 32 Klubs ab Dienstag, 14. Februar anstehen. Die K.o.-Phase, das ist es, was die Fans sehen wollen. Die Finals finden am 24. Mai in Solna (Schweden/EL) und 3. Juni in Cardiff (Wales/CL) statt. Es könnte sein, dass auf dem Weg dahin einige Favoriten straucheln, denn die Formkurve der Spitzenteams in Europa ist sehr dubios. Die Frage also: Machen die Favoriten den Weg frei?

In der Europa League wird es sowieso einen neuen Titelträger geben, denn der Seriensieger der letzten Jahre, der FC Sevilla, hat es diesmal ins Achtelfinale der Champions League geschafft und gibt gerne den EL-Pott mal weiter. Die Spanier siegten die letzten drei Jahre, davor schaffte es 2013 der FC Chelsea. Auch diesmal könnte ein englischer Klub profitieren, Manchester United gilt als Favorit. Die nächste Hürde heißt AS St. Etienne und sollte eigentlich kein Stolperstein sein. Auch die deutschen Klubs träumen vom Finale, Borussia Mönchengladbach stieg aus der CL ab und hat den AC Florenz in einem offenen Duell als Gegner, Schalke 04 zog als Gruppensieger in die nächste Runde ein und fürchtet gegen PAOK Saloniki vor allem die heißblütigen griechischen Fans. Wie auch immer, die Europa League wird weiter im Schatten des großen Bruders Champions League bleiben.

Die großen Vereine Europas haben auch ihre Probleme, sie suchen ihre Form. Titelverteidiger Real Madrid gilt zwar erneut als Favorit, doch zwei Aspekte stehen dagegen: Erstens der Fluch des Siegers, denn bisher konnte noch kein Klub den Titel erfolgreich verteidigen, zweitens die Form, denn seit dem Ende der Rekord-Siegesserie in der „La Liga“ in Spanien mit 40 ungeschlagenen Spielen konnte Real kaum überzeugen, wenn es auch die Tabelle in Spanien nach wie vor anführt. Das geht nur deshalb, weil auch der FC Barcelona schwächelt und immer wieder überraschend Punkte abgibt. Abgefallen ist auch Atletico Madrid, das zuletzt die großen Klubs ärgerte und 2014 und 2016 im Finale von Real jeweils nur unglücklich unterlag. Aber jetzt ist der Wurm drin, Trainer Diego Simeone, bekannt als „Heißmacher“ an der Linie, mosert über fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidungen: „Da gewinnen wir leichter in der Champions League als in Spanien.“ Im Achtelfinale könnte Bayer Leverkusen der Leidtragende sein. Die Deutschen sind jedenfalls Außenseiter.

In die Phalanx der Großen mit Formschwächen reiht sich auch der FC Bayern München ein. Die Bayern waren der letzte CL-Sieger, der nicht aus Spanien kam (2013). Zu gern würden sie das Triple von damals (zudem Meisterschaft und nationaler Pokal) wiederholen. Pep Guardiola konnte diesen Traum bekanntlich nicht zur Wirklichkeit werden lassen, die Bayern scheiterten zuletzt immer im Halbfinale. Jetzt trägt sein Nachfolger Carlo Ancelotti die Hoffnungen, u. a. deshalb, weil er einst mit Real seinen Kollegen Guardiola und die Bayern austrickste und demütigte. Aber in der Liga sind auch die Bayern nicht in Form und die Fans fragen sich, ob es in der CL so einfach besser geht. Da könnte Arsenal London mal Historisches schaffen, nämlich die Bayern ausschalten. Bisher galten die Londoner unter Arsene Wenger als Lieblingsgegner der Münchner, in drei Duellen hatte Arsenal das Nachsehen. Es würde in die Tendenz passen, wenn Bayern diesmal straucheln würde, die Tendenz nämlich, dass die Favoriten den Weg frei machen.

Eine ähnliche Konstellation ergibt sich im Duell zwischen dem FC Barcelona und St. Germain Paris. Die Spanier waren für die Franzosen 2013 und 2015 im Viertelfinale Endstation, jetzt träumen die Franzosen wieder, obwohl auch sie dem Fluch der mangelnden Form unterliegen. Der Abgang von Torjäger Ibrahimovic wiegt schwer. Erstmals seit vier Jahren grüßen sie in der nationalen Liga nicht von der Spitze der Tabelle. Nicht die besten Voraussetzungen für eine Überraschung.

Wer aber könnte den Weg gehen, wenn Hürden beiseite geräumt werden? Als erstes schreit wohl Juventus Turin „hier“, die Italiener wollen schon lange an die Spitze Europas und den früheren Glanz des italienischen Fußballs wieder herstellen. Gut in Form ist auch der SSC Neapel, warum also nicht den Titelverteidiger Real stürzen? Oder gar der englische Meister Leicester City? Das wäre die nächste Sensation, denn in England befindet sich der Meister in diesem Jahr im Abstiegskampf und Gegner FC Sevilla hat bekanntlich viel vor. Mehr darf man da Manchester City und Pep Guardiola zutrauen. Der Ex-Bayern-Trainer ist zwar in England noch nicht ganz angekommen und es droht eine Saison ohne Titel zu werden, es sei denn, es gelingt eine Überraschung in der CL! Oder gar Borussia Dortmund? Bisher war es so, in der Liga „pfui“, in der CL „hui“. Wer in den Gruppenspielen Real Madrid auf Platz zwei verdrängt hat, der muss wohl zumindest in den Kreis der aussichtsreichen Außenseiter aufgenommen werden. Die Jungspunde aus Dortmund könnte Europa überrennen, was vielleicht leichter ist, als Woche für Woche im Alltag Bundesliga beste Leistungen zu zeigen. Der Sport ist ja bekanntlich voller Rätsel und die Champions League in diesem Jahr auch.

Das CL-Achtelfinale: Benfica Lissabon – Borussia Dortmund, Paris St. Germain – FC Barcelona, Bayern München – Arsenal London, Real Madrid – SSC Neapel, Bayer 04 Leverkusen – Atletico Madrid, Manchester City – AS Monaco, FC Porto – Juventus Turin, FC Sevilla – Leicester

Start in der Champions League: Geld schlägt den Sport!

 

 

Sie ist das Aushängeschild des europäischen Fußballs – die Champions League. Die großen Vereine sehen den nationalen Meistertitel als Pflichtaufgabe an, der Titel in der Champions League (CL) ist die Kür und das besondere Renommee für den Briefkopf. Manchmal ist er auch Trost, wie zuletzt für Real Madrid, das national nichts ernten konnte. Nicht die Besten in Spanien, aber die Besten in Europa. Na, das ist doch was.

Der Sport spielt allerdings derzeit in Europas Fußball nur eine untergeordnete Rolle. Diskutiert wird über das Geld. Das Geld schlägt den Sport. In der Sommerpause beherrschten die schon teils wirklichkeitsfremden Ablösesummen für Spitzenspieler und solche, die es erst werden wollen, die Schlagzeilen. Auf Geldvermehrung achten auch die Vereine, die bei der UEFA eine Aufstockung der Ausschüttung durchsetzten. 2018 steigt die Ausschüttung in der CL von 1355,5 Millionen Euro auf 2016,6 und der Europa League (EL) von 410,7 auf 504,2, was prozentual weniger ist, heißt, die EL verliert weiter an Reputation. Dennoch: National gesehen drängen die Vereine auf Europas Bühne, weil sie fürchten, sonst noch mehr abgehängt zu werden. Der Trick: Weil in vielen Ländern dem Titelkampf oft die Spannung fehlt, wird die Tür zu Europa zum Spannungselement. Sie wollen nur eines: Geld.

Dazu kommt, dass wohl neben der Umverteilung der Gelder auch eine Umverteilung der Macht bevorsteht. Die Klubs in Europa gründeten am 15. August 2008 die Europäische Club Association (ECA), als Nachfolger der G14 (Gründungsmitglied Bayern München), ein Zusammenschluss von 14Spitzenvereinen, heute sind 220 Klubs aus 53 der 55 UEFA-Verbände dort Mitglied. Präsident der ECA ist Münchens Boss Karl-Heinz Rummenigge. Ziel: Mehr Macht, mehr Geld. Durchgesetzt haben die Vereine bereits, dass in der Champions League künftig die vier besten Nationen (derzeit Spanien, Deutschland, England, Italien) vier feste Vertreter abstellen können, durchsetzen wollen sie noch mehr Mitsprache im Verband, sprich Sitze in der UEFA-Exekutive. Die ECA wird auch der Schlüssel sein, ob die CL künftig sogar zweitklassig wird, dann nämlich, wenn eine Weltliga gegründet wird. Möglich ist dies, weil Milliardäre aus China, den USA und der arabischen Welt mit Geldscheinen wedeln. Geld schlägt den Sport. Keiner fragt danach, welche Belastungen die Spieler noch aushalten sollen bzw. welcher Wettbewerb gestrichen wird. Die nationale Meisterschaft vielleicht?

Die Spitzenklubs fordern ein Umdenken. Vor einiger Zeit wurde die CL auch für die kleineren Verbände mehr geöffnet, was allerdings dazu führte, dass die Gruppenphase ziemlich an Spannung und Attraktivität eingebüßt hat. Begegnungen wie Bayern München gegen FK Rostow soll es möglichst kaum geben. Rostow? Zweiter in der Meisterschaft Russlands und auch Bayern-Kapitän Philipp Lahm sagt: „Wir wissen nichts über den Gegner“. Nun, Trainer Carlo Ancelotti wird seine Spieler schon noch aufklären, aber das Ziel ist klar: Ein Auftaktsieg ist Pflicht, schließlich gilt es die Heimbilanz mit zwölf CL-Spielen ohne Niederlage fortzusetzen. Zum 20. Mal starten die Bayern in der CL-Gruppenphase und 15mal gingen sie als Sieger vom Platz.

Bayern München zählt natürlich wieder zu den Titelfavoriten und kämpft mit Vorjahresfinalist Atletico Madrid um Platz eins in der Gruppe (außerdem PSV Eindhoven). Die weiteren Favoriten sind die üblichen Verdächtigen wie Titelverteidiger Real Madrid und der FC Barcelona. Gespannt sein darf man allein, ob Englands Top-Klubs mit neuen Spielern und neuen Trainern wieder zu ernsthaften Konkurrenten werden. Pep Guardiola zeigt ja bereits mit Manchester City als Tabellenführer in England, dass ein neuer Wind weht. Da werden die anderen deutschen Klubs über kurz oder lang in die Zuschauerrolle gedrängt. Sei es Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen oder Borussia Mönchengladbach, das ausgerechnet bei ManCity mit Pep beginnen muss. Vielleicht tröstet sich ein Ausscheider später in der Europa League, dort darf man den Startern Mainz 05 und Schalke 04 nicht so viel zutrauen. Seit Jahren fehlen deutschen Klubs im Endkampf um den EL-Titel. Wäre doch auch mal wieder was. Oder heißt es: Hauptsache der Euro rollt?

Rangliste der besten Sturmreihen der Welt

 

Die Wettbewerbe in der Champions League und Europa League stehen in den nächsten Wochen im Mittelpunkt des Fußball-Geschehens. Die besten Teams Europas duellieren sich und entscheidend sind die Tore. Zwar heißt es, die Offensive gewinnt Spiele, aber die Defensive gewinnt Meisterschaften, doch die Würze im Spiel sind halt schöne Treffer. Der Sport-Grantler hat sich deshalb Gedanken gemacht, wer eigentlich die beste Sturmreihe der Welt besitzt. Dabei darf man davon ausgehen, dass die besten Sturmreihen in Europa zu finden sind, weil es ja die besten Spieler aus aller Welt an die großen Fleischtöpfe in Europa zieht. Der Sport-Grantler geht nicht davon aus, dass es in Südamerika oder Asien bessere Sturmreihen gibt. Vielleicht bald mal in China!

In seine persönliche Wertung hat er jeweils eine Dreier-Sturmreihe aufgenommen, wohl wissend, dass die Trainer natürlich taktisch variieren. Es muss ja ein einheitliches Kriterium geben. Wichtig sind auch die Leute dahinter, die einst „Spielmacher“ genannt wurden. Für die Sturmreihen ist es wichtig, dass sie auch gute „Zuarbeiter“ haben. Sie werden genannt. Hier also die „Top six“ der besten Sturmreihen der Welt:

  1. Messi-Suarez-Neymar: An dieser Kombination des FC Barcelona führt wohl kein Weg vorbei. Messi ist derzeit der beste Spieler der Welt, Neymar belegte bei der letzten Wahl Rang drei und „Beißer“ Suarez beeindruckt einmal als Vorbereiter, dann wieder als Torschütze. Eine Kombination, die kaum zu stoppen ist und „Barca“ zum Favoriten auf den Gewinn der Champions League macht, zumal dahinter mit Iniesta und Rakitic noch geniale Zuarbeiter stehen.
  2. Robben-Lewandowski-Douglas Costa/Ribery: Real oder Bayern? Der Sport-Grantler hat sich für den Münchner Angriff als Nummer 2 entschieden, weil hier alle drei (oder vier, Ribery war zuletzt verletzt) glänzen können und sie keine „One-Man-Show“ liefern. Dazu muss man vor allem noch den unorthodoxen Spieler Thomas Müller rechnen, der den Bayern-Angriff endgültig unberechenbar macht. Außerdem stehen dahinter weitere erstklassige Offensiv-Akteure wie Thiago, Götze, Vidal oder Alonso – die Bayern sind gut bestückt, haben derzeit im Gegensatz dazu Verletzungssorgen in der Abwehr.
  3. Bale/James-Benzema-Cristiano Ronaldo: Die „Königlichen“ nur auf Rang drei? Der Sport-Grantler hat es oben begründet, mögen auch Bale und Ronaldo mit die teuersten Spieler der Welt sein. Zudem zeigt Benzema keine Konstanz wie zum Beispiel Lewandowski. Federführend ist allein Ronaldo. Die Reihen dahinter sind mit Modric und Kroos ebenfalls gut besetzt.
  4. di Maria-Ibrahimovic-Cavani: Die Geldgeber von Paris Saint-Germain träumen vom Gewinn der Champions League, mit der Sturmreihe könnte es gelingen, aber im Gesamtkonstrukt fehlt halt noch ein bisschen was zur absoluten Top-Stellung.
  5. Mkhitaryan-Aubameyang-Reus: Die Dortmunder müssen sich bei der Auflisten der besten Sturmreihen nicht verstecken, sie haben national und international ihre Klasse bewiesen und haben mit Gündogan einen erstklassigen Mann dahinter. Kein Wunder, dass sie von anderen Klubs, vor allem in England, begehrt werden, vor allem der pfeilschnelle Torjäger Aubameyang macht wohl jeden Verein noch besser.
  6. Dybala-Mandzukic-Morata: Nach Startschwierigkeiten hat Juventus Turin zu alter Form gefunden und steht in Italien wieder an der Spitze. Der Angriff mit dem großen Talent Paulo Dybala (der sinnigerweise beim CL-Gegner Bayern im Gespräch ist), dem kantigen Mandzukic und Wirbler Morata hat eine hohe Qualität, zumal sich der talentierte Paul Pogba immer wieder mit vorne einschaltet und Sami Khedira die Lücken schließt. Die Italiener sind also gut besetzt.

In der engeren Auswahl waren auch die Sturmreihen von Chelsea London (Willian-Diego Costa-Hazard) und Manchester City (Navas-Aguero-de Bruyne), aber ein bisschen etwas fehlt zu den „Top six“.

Stürmisch wird es am 26. Februar wohl auch beim Fußball-Weltverband FIFA. Dort wird aber gern aus der Hüfte geschossen und vor allem die Hand aufgehalten. Warten wir ab, ob der Verband wirklich zu einer Reform fähig ist. Der Sport-Grantler wird es beobachten.

Champions League: Ist Zidane der Heilsbringer?

 

Da können sich die Fans anderer Sportarten noch so ärgern: Das Frühjahr gehört dem Fußball. Die Champions League (CL) und auch ein bisschen die Europa League (EL) bestimmen in großem Masse die Schlagzeilen der Gazetten. Viele sagen „endlich geht es los“. Ab Dienstag, 16. Februar, wird wieder gespielt, schön aufgeteilt in jeweils zwei Begegnungen pro Spieltag dehnt sich das Achtelfinale der CL wie Kaugummi. Erst am Mittwoch, 16. März, sind alle Teilnehmer für das Viertelfinale perfekt, ausgelost wird dann am 18. März. Und so beschäftigen uns jeden Monat die einzelnen Runden bis zu den Finals im Mai.

Schlagerspiele gibt es bereits im Achtelfinale. Die Augen sind natürlich auf die (bekannten) Favoriten gerichtet und außerdem wird auf eine Antwort von einigen Fragen gewartet: Besiegt der FC Barcelona den Fluch des CL-Siegers? Keiner konnte bisher seinen Titel erfolgreich verteidigen. Es sieht so aus, als ob es „Barca“ wirklich schaffen könnte. Was passiert bei Real Madrid? Dort ist nach der Ablösung von Trainer Rafa Benitez der einstige Weltstar Zinedine Zidane der große Hoffnungsträger. Ist er der Heilsbringer? Hat der Trainer-Neuling das richtige Händchen für die Ansammlung von Stars, die aber keine Mannschaft sind? Neid und Eifersüchteleien machen Erfolge schwerer, schützen aber vor Siegen nicht.

Der Rest der 16 Mannschaften reiht sich nicht in die erste Reihe der Favoriten ein. Aufgrund seines unbeschreiblichen Verletzungspechs auch der FC Bayern München nicht. Es wäre ein Wunder, würde eine Mannschaft ohne Abwehr den Titel gewinnen, auch wenn die Offensive über alle Zweifel erhaben ist. Die neueste Verletzung von Nationalspieler Holger Badstuber war ein Schock für die Münchner, die ja schon auf Jerome Boateng für den Rest der Saison verzichten müssen und sehnsüchtig auf die Rückkehr von Benatia und Martinez warten. Die Spiele gegen Juventus Turin kommen wohl zu früh, da steht die „Zwergen-Abwehr“ mit relativ kleinen Spielern vor einer großen Bewährungsprobe gegen die ausgefuchsten Italiener, die nach schwachem Saisonbeginn zu ihrer alten Stärke zurückgefunden haben. Sahen viele bei der Auslosung noch kleine Vorteile bei den Bayern, so hat inzwischen wohl Juve die besseren Karten in der Hand.

Juventus Turin gehört aber zu den Teams, die für eine Überraschung sorgen können. Die Italiener waren im letzten Jahr im Finale und ein Endspiel im eigenen Land (28. Mai Mailand) lockt zusätzlich. Auf einer Stufe dürfte aber auch Paris Saint-Germain stehen. Die Franzosen beherrschen die eigene Liga, sind mit 24 Punkten Abstand vorn, doch das könnte auch ein Nachteil sein. Die Mannschaft wird zuwenig gefordert. Doch die Mannen um Trainer Laurent Blanc und Schwedens Torjäger Zlatan Ibrahimovic wünschen sich nichts mehr, als einen Triumph auf Europas Bühne. Sie stehen aber gleich vor einer großen Bewährungsprobe gegen Chelsea London, unter dem neuen Trainer Guus Hiddink noch ungeschlagen! Aber auch Titelverteidiger Barcelona (gegen AS Rom) und Real Madrid (gegen Arsenal London) haben keine leichten Aufgaben. Die Favoriten sind gefordert, im Viertelfinale werden große Namen fehlen, dafür Außenseiter vertreten sein:

Die Paarungen: Paris – Chelsea, Benfica Lissabon – St. Petersburg, Gent – Wolfsburg, AS Rom – Real Madrid, Juventus Turin – Bayern, Arsenal – FC Barcelona, Eindhoven – Atletico Madrid, Kiew – Manchester City.

Glamour für die Europa League 

Die Mannschaften der Europa League bekommen weniger Geld und weniger Aufmerksamkeit. Aber von einem „Pokal der Verlierer“ hat sich die EL einigermaßen verabschiedet. Einige großen Namen bringen der EL ein großes Maß an Glamour und am Ende mit hoher Wahrscheinlichkeit auch einen attraktiven Sieger. Zuletzt triumphierte zweimal der FC Sevilla. Der EL-Sieger erhält seit Neuestem das Startrecht in der CL, aber die Spanier konnten dies nicht nutzen und kehrten als Dritter der Gruppe D (hinter Manchester City und Turin) in ihren „angestammten Wettbewerb“ zurück. Auf dem Weg ins Finale am 18. Mai in Basel sollten die Norweger von FK Molde den Titelverteidiger nicht aufhalten, aber ins Finale wollen auch andere Hochkaräter: FC Porto, AC Florenz, Tottenham Hotspurs, SSC Neapel, Manchester United oder der FC Liverpool.

Gleich vier deutsche Teams sind in der Zwischenrunde vertreten, so dass die Europa League fast zu einer deutschen Liga wird. Gerade Borussia Dortmund träumt von einem EL-Coup, aber Boss Watzke beteuert immer wieder, dass vor allem die Qualifikation für die Champions League entscheidet sei. Nun, die Dortmunder haben in der Bundesliga zwar acht Punkte Rückstand auf Tabellenführer München, aber auch 13 Punkte Vorsprung auf den Dritten Bayer Leverkusen und dürfen sich im Moment als „Bester Zweiter aller Zeiten“ der Bundesliga bezeichnen. Dortmund hat sicherlich die Qualität um die EL zu gewinnen, mit dem FC Porto aber gleich einen schweren Gegner. Dass so ein Titel sich gut auf dem Briefkopf macht, ist auch die Meinung bei Bayer Leverkusen (gegen Sporting Lissabon) und Schalke 04 (gegen Schachtor Donezk). Doch beide gehören eher zu den Außenseitern. Überraschungsgast in der Zwischenrunde ist der FC Augsburg. Spieler und vor allem Fans wollen beim Aufeinandertreffen mit dem FC Liverpool und Trainer Jürgen Klopp nur eins: Genießen.

Auffallend: Seit Einführung der Europa League in der Saison 2009/2010 gab es keinen deutschen Sieger (2x Atletico Madrid und FC Sevilla, FC Porto, FC Chelsea London). Schalke 04 gewann 1997 als letzter deutscher Verein den damaligen UEFA-Cup.

Ob Champions League und Europa League für die Fußball-Fans zu einem Genuss werden, wird sich zeigen. Spannung ist aber auf jeden Fall garantiert. Große Namen garantieren ja auch große Tragödien.

Bayern München ist die Nummer 1!

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Die Gruppenspiele in der Fußball-Champions-League laufen, doch alle haben schon das Finale am 28. Mai 2016 in Mailand im Auge. Wer wird da im Endspiel stehen? Die Protagonisten kennen wir: Titelverteidiger FC Barcelona, der spanische Kontrahent Real Madrid sowie der FC Bayern München werden als die großen Favoriten gehandelt, dazu der letzte Final-Teilnehmer Juventus Turin, Frankreichs Meister Paris St. Germain und gleich drei oder vier englische Klubs. Seltsam aber: So richtig in Form ist jetzt im Herbst nur Bayern München. Aktuell sind die Bayern klar die Nummer 1!

Es ist wirklich erstaunlich, wie manche Klubs schwächeln. Der FC Barcelona hat in der Primera Division schon zwei Niederlagen hinnehmen müssen, Real Madrid kassierte bereits das dritte Unentschieden, die beiden Top-Klubs hecheln der Konkurrenz hinterher, Villarreal führt vor Celta Vigo. Von wegen, dass die Meisterschaft in Spanien nur eine Angelegenheit zwischen zwei Klubs ist. Ähnlich in England, wo Titelverteidiger Chelsea London nicht in die Gänge kommt und nach acht Spielen erst acht Punkte geholt hat. Trainer José Mourinho hat zwar nicht an Selbstbewusstsein verloren („Einen besseren Trainer bekommen sie nicht“), aber ratlos ist er trotzdem. Vorne tummeln sich mit Manchester City, Arsenal London und Manchester United zwar drei Favoriten, aber sie haben sich alle international in der Champions League bereits blamiert. Ähnlich sieht es in Italien aus, Titelverteidiger Juventus Turin ist wie Chelsea in England nur 16. und schaut sich den Titelkampf derzeit nur mit dem Fernglas an. Nur Paris marschiert in Frankreich vorne weg, zeigt aber keineswegs große Form.

Barcelona hat es doppelt schwer

Was ist also los? Gut, bei Barcelona ist Superstar Lionel Messi verletzt, Barca wurde quasi das Herz gestohlen. Aber das zeigt auch die Unwägbarkeiten im Sport, wenn es wirklich um die Entscheidung geht: Da spielen Verletzungen eine große Rolle, da darf das Glück nicht fehlen, da muss im entscheidenden Moment alles passen. Barcelona muss noch gegen den Fluch des Siegers ankämpfen: Noch nie wurde in der Champions League der Titel erfolgreich verteidigt!

Das spricht wiederum für den FC Bayern München. Der Deutsche Meister hat aus der Vergangenheit gelernt und seinen Kader noch breiter aufgestellt. Verletzungen sollen die Mannschaft nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Das zeigt sich derzeit deutlich: Einst waren die Flügelflitzer Arjen Robben und Franck Ribery unentbehrlich, jetzt wird ihr Fehlen gar nicht bemerkt, Douglas Costa und Kingsley Cowman flitzen auf den Flügeln, dass es eine Freude ist – nur für die Gegner nicht. Die Bayern sind in der Champions League noch ohne Gegentor und siegten in der Bundesliga in den ersten acht Spielen im Schnitt mit 3:5:0,5 Toren. Noch Fragen?

In München bleiben sie allerdings auf dem Teppich. Gut so, denn im Frühjahr kann es eben ganz anders ausschauen. Zuletzt hatte das Timing nicht gestimmt, im Herbst wurde gewonnen, im Frühling die Pokale verspielt. Das soll diesmal anders sein, Torjäger Thomas Müller macht seinen Mitspielern Beine: „Wir dürfen nicht nachlassen, wir müssen jedes Spiel gewinnen.“ Na ja, zumindest den entsprechenden Ehrgeiz entwickeln und Einsatz zeigen, um wirklich zu gewinnen. Eine Saison ohne Niederlage wird kaum möglich sein. Aber eins zeigt sich: Die Bayern haben keine Überfigur wie Messi in Barcelona oder Cristiano Ronaldo bei Madrid. Sie könnten höchstens Probleme bekommen, wenn der beste Torhüter der Welt ausfällt. Einzig für Manuel Neuer gibt es keinen adäquaten Ersatz.

Aber noch ist ja Herbst. Schon heute allerdings wird die Spannung zusätzlich angeheizt. Bleibt Bayern auf der Siegesstraße, kommt die Konkurrenz endlich in Form? International bekommt die Saison einen zusätzlichen Reiz!

Bayern kassierte bereits 533,3 Millionen

Übrigens: Bayern München ist derzeit nicht nur sportlich die Nummer 1, sondern in der Champions League auch der Krösus. Das hat zumindest die Fachzeitung kicker ausgerechnet. Seit Einführung der Champions League gingen 10 Milliarden Euro aus der Vermarktung an 129 Klubs. 30 Vereine haben mehr als 100 Millionen Euro kassiert! Bayern München bekam am meisten, wobei hier auch die dominierende Rolle in Deutschland pures Geld wert ist. 533,3 Millionen Euro waren es für die Münchner, Manchester United ist mit 516,4 Millionen die Nummer 2, Real Madrid kassierte 507,3 und Barcelona 502,9 Millionen. Borussia Dortmund ist als Elfter der Geldliste die Nummer 2 in Deutschland und erhielt bisher 229,4 Millionen Euro, Schalke (17.) 172,3 und Leverkusen (19.) 163,9 Millionen. In der Champions League gibt es also offensichtlich wirklich die Lizenz zum Gelddrucken!