Der Sport – Grantler

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Tag: Medaillen

Von Olympia wird nur geträumt

Es ist fast in Vergessenheit geraten, aber vergangenen Sonntag wären normalerweise die Olympischen Sommerspiele in Tokio zu Ende gegangen. Vom 24. Juli bis 9. August sollten sie stattfinden (Paraolympics vom 25. August – 5. September), 339 Goldmedaillengewinner hätte es geben sollen. Es wurden bekanntlich keine Medaillen verteilt, die möglichen Medaillenkandidaten saßen traurig zu Hause, die Corona-Pandemie hat alle gestoppt. Statt Gold gab es höchstens Covid-19. Von Olympia wird nur geträumt, jetzt träumen die Sportler (immer weiblich und männlich) davon, dass die Spiele im nächsten Jahr in Tokio tatsächlich stattfinden werden.

Der letzte Tag der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am vergangenen Wochenende in Braunschweig war genau der Tag, an dem auch Olympia enden sollte. Mit einer fulminaten Abschlussfeier, mit Feuerwerk und Jubel, mit begeistert gefeierten Olympioniken. Der Gegensatz konnte nicht krasser sein, Stille in Braunschweig, die Medaillengewinner und Platzierten mussten sich Plaketten und Urkunden schmucklos im Wettkampfbüro abholen. Wenigstens kleine Siegerehrungen hätte man organisieren können. So waren die Meisterschaften ein Spiegelbild dessen, wie die Olympia-Hoffnungen jetzt ihr Sportlerleben sehen: Trostlos.

Während die Profi-Fußballer in der Öffentlichkeit im Gespräch sind und die Finalrunden der europäischen Wettbewerbe feiern sowie ihre nationalen Meisterschaften beenden konnten, wenn auch nur als Geisterspiele, bleiben für die Olympioniken nur wenige Wettbewerbe, wo sie ein bisschen Wettkampfluft schnuppern und Abwechslung zum Trainingsalltag finden können. Zum Glück haben die meisten Spitzensportler wenigstens keine allzu großen finanziellen Probleme, die Förderungen laufen weiter, die Sporthilfe zahlt und die Athleten der Sportfördergruppen müssen keinen Gehaltsausfall hinnehmen. Ein Lichtblick. Für jeden Sportler unterschiedlich wird sein, welche Sponsorenverträge erfüllt werden und welche nicht. Ansonsten träumen sie von Olympia 2021, dass es wenigstens stattfindet, notfalls eben ohne Zuschauer. Nur im Wettkampfbüro sollten sie ihre Medaillen nicht abholen müssen.

Von Olympia träumen sie auch in Tokio (und werden vielleicht um den Schlaf gebracht) und im IOC. Die Ausrichter müssen sowieso Millionen-Verluste hinnehmen und einen organisatorischen Kraftakt vollbringen, so dass sie wahrscheinlich schon oft verflucht haben, dass sie sich überhaupt die Spiele ins Haus geholt haben. Beim IOC wird die Sorge immer größer, ob die Olympischen Spiele überhaupt noch eine Zukunft haben. Einerseits wird die Zahl der interessierten Nationen und Städte, die den finanziellen und organisatorischen Kraftaufwand überhaupt leisten können, immer kleiner, andererseits leidet der Ruf der Spiele immer mehr. Verschobene oder sogar ausgefallene Spiele helfen da nicht. Träume können also schon verschieden sein.

Was bleibt, ist also der Traum von Olympia. Für manche allerdings auch schlaflose Nächte.

Deutschland ist ein Wintersportland!

Deutschland ist ein Wintersportland!

Wenn es um den Sport in Deutschland geht, dann heißt es meist: Da gibt es nur Fußball, Fußball, Fußball! Nein, nein, nein! Die Bilanz des zurückliegenden Winters und vor allem die Erfolge bei den Olympischen Spielen in Südkorea zeigen: Deutschland ist auch ein Wintersportland! Als Beweis dürfen auch die Einschaltquoten im Fernsehen herhalten. Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF haben mit langen Wintersportnachmittagen beste Erfahrungen gemacht, die Einschaltquoten liegen an Samstagen und Sonntagen weit über denen der normalen Programme. Biathlon ist der Quotenkönig, die Fans gucken sogar Rodeln oder Bob. Im Sommer gibt es diese Nachmittage nicht. Dann gehen die Leute wohl lieber raus in die Natur, in Schwimmbäder und Biergärten, im Winter sitzen sie eher vor dem Fernseher. Selbst bewegen tun sie sich wiederum eher im Sommer!

Bleiben wir aber beim Spitzensport, da fällt die Winter-Bilanz des deutschen Sports hervorragend aus. Vor einem Jahr hatte der Sport-Grantler nach einer erfolgreichen Saison noch geunkt, Olympia käme wohl ein Jahr zu spät. Zum Glück war es nicht so, die Medaillenkandidaten konnten meist die Erwartungen erfüllen, am Ende war Deutschland in Pyeongchang so erfolgreich wie nie und nach Abschluss der Saison kann größtenteils auch eine positive Bilanz bei den Weltcups gezogen werden.

Ganz vorn dran Rodler, Bobfahrer und Biathlon. Sie waren bei Olympia Medaillenhamsterer, die Rodler gewannen zudem alle Weltcups, im Viererbob rangierten drei deutsche Schlitten auf den ersten Plätzen. Im Biathlon schönte Laura Dahlmeier mit zwei Olympiasiegen die Bilanz, die Damen aber bewiesen insgesamt Konstanz und waren am Ende im Weltcup die erfolgreichste Nation, die Herren landeten auf Rang drei. Ansonsten blieben Gesamtsiege diesmal aus. So war gegen den Franzosen Martin Fourcade kein Kraut gewachsen, er gewann bei den Männern alle Gesamtwertungen. Jetzt gilt es in diesen Sportarten auch die Weichen für eine gute Zukunft zu stellen. Es sieht nicht so gut aus, als ob andere Sportarten so einfach als Medaillensammler einspringen könnten.

Apropos Springen, die Skispringer überraschten positiv. Nachdem sie bei der populären Vierschanzentournee einen Dämpfer hinnehmen mussten, ging es aufwärts und Andreas Wellinger wurde zum Star bei Olympia. Danach ging es wieder bergab, aber hinter dem überragenden Springer der Saison, dem Polen Kamil Stoch, belegte Richard Freitag im Weltcup Rang zwei. Das gelang auch Katharina Althaus bei den Damen hinter der Norwegerin Lundby, als Mannschaft aber standen Deutschlands Mädchen am Ende ganz vorn, was fast schon eine Sensation war.

Für die Nordisch Kombinierer kam die Olympia-Saison wirklich fast ein Jahr zu spät, denn die Konkurrenz hatte gegenüber den in den letzten Jahren so dominanten Deutschen aufgeholt. Immerhin klappte die Trainingssteuerung von Bundestrainer Hermann Weinbuch, mit fünf Medaillen bei Olympia, allerdings wäre man im Weltcup gern auch stärkste Mannschaft geblieben, doch da liefen die Norweger den Deutschen den Rang ab, der Japaner Watabe holte sich zudem den Weltcup, Fabian Rießle landete auf Rang drei. Also immer noch eine imponierende Bilanz.

Im alpinen Skisport sorgten zunächst Kreuzbandrisse der Stars Neureuther und Luitz dafür, dass die Hoffnungen auf den Nullpunkt sanken, doch die Stimmung hellte sich im Laufe des Winters auf. Viktoria Rebensburg erfüllte als einzige Hoffnung bei den Damen die Erwartungen, sammelte einige Siege und holte sich die kleine Kristallkugel im Riesenslalom. Hinter ihr gibt es allerdings ein tiefes Loch. Bei den Herren war Abfahrer Thomas Dreßen die große Sensation mit seinem Paukenschlag als Streif-Sieger in Kitzbühel. Die Speedfahrer sind wieder vorne dabei. Wermutstropfen: Bei Olympia gingen die Alpinen leer aus.

Im Skilanglauf kommt Deutschland nicht vom Fleck, egal ob Männer oder Frauen, die Deutschen laufen nur hinterher. Ein bisschen besser sieht es im Eisschnelllauf aus, aber von einer rosigen Zukunft kann keine Rede sein. Im Eiskunstlauf überstrahlten Aljona Savchenko und Bruno Massot mit Gold bei Olympia und Weltmeisterschaft (mit der besten Kür aller Zeiten) alles, dahinter ist fast nur tote Hose. Die Eishockey-Nationalmannschaft wurde in Südkorea zum Sensationsteam und weckte Deutschland mit Silber, dem größten Erfolg aller Zeiten im Eishockey, buchstäblich auf, aber auch hier könnte sich die Begeisterung schnell legen und auf Dauer wieder einmal nur als Zufallsprodukt entpuppen.

Dennoch: Deutschland zeigte sich als Wintersportland, mehr als die traditionellen Wintersportnationen wie Österreich (wo Slalomkünstler Marcel Hirscher als überragender Fahrer der Saison Enttäuschungen wie bei den Skispringer überdeckte) und die Schweiz, die vor allem bei Olympia hinter den Erwartungen zurückblieben. Für die Wintersportler gilt allerdings derzeit nur eins: Urlaub, Urlaub, Urlaub. Und bei den deutschen Sportfans wiederum gilt in den nächsten Wochen wie üblich: Fußball, Fußball, Fußball.

Olympia: Goldene Gegenwart – Düstere Zukunft

Die Olympischen Winterspiele sind vorbei, der Alltag hat uns wieder. Gerade in Norwegen und Deutschland brach das Olympia-Fieber ob der gefeierten Medaillengewinne aus. Die Skandinavier waren als stärkste Nation erwartet worden, Deutschlands Athleten schafften als Nummer zwei des Medaillenspiegels fast schon legendäre Erfolge. Dabei schien es am Ende, dass die Sensation durch das Silber der Eishockey-Nationalmannschaft sogar die Goldmedaillen übertrumpft hat. Die Spiele in Pyeongchang waren am Ende gute, schöne Spiele, werden aber nicht als begeisternde Spiele in Erinnerung bleiben. Da spielte das eiskalte Wetter der ersten Tage ebenso eine Rolle wie die Tatsache, dass die Südkoreaner mit einigen Sportarten nichts anzufangen wussten und das der Zeitplan von den Fernsehanstalten in Amerika und Europa diktiert wurde. In Erinnerung bleiben werden sicherlich die freundlichen Südkoreaner, die in Organisation und Umgang mit den Fremden Werbung für ihr Land machen konnten.

Für Deutschland sind die Spiele ein Fall für die Geschichtsbücher. Dabei sei gesagt: Man sollte sich an der goldenen Gegenwart erfreuen, die Zukunft sieht dagegen düster aus. In Südkorea klappte buchstäblich alles, Medaillen schon zu Beginn der Spiele sorgten für Schwung, der DOSB schaffte es mit „Team D“ einen wirklichen Teamgeist zu entwickeln und bekam eben „Team D“ einen Lauf mit unverhofften Medaillengewinnen. Am Ende der Bilanz waren 14 Goldmedaillen einmalig, 31 Medaillen insgesamt wurden nur 1988 in Calgary von den getrennten Mannschaften DDR und BRD zusammen mit 33 Medaillen (25+8) und 2002 in Salt Lake City mit 36 Medaillen übertroffen. DOSB-Präsident Alfons Hörmann freute sich vor allem darüber, dass insgesamt 61 Sportler Medaillen mit nach Hause nehmen konnten, mehr als ein Drittel der Mannschaft.

Reich werden die Olympiasieger in Deutschland nicht, 20.000 Euro zahlt die Sporthilfe für einen Olympiasieg, kein Wunder, dass Kritiker mehr Geld für Gold fordern. Gold sollte allerdings dafür sorgen, dass der Sport auf offene Ohren und Kassen trifft, wenn er um mehr Unterstützung kämpft. Doch hat die Bundesregierung bereits signalisiert, dass es Grenzen gibt. Und was die Zukunft angeht, da sieht es vor allem durch fehlenden Nachwuchs düster aus. Künftig werden wir uns eher wieder an dem Ursprungsziel orientieren müssen: 19 (wie in Sotschi 2014) plus X hieß es vor den Spielen als Medaillenziel.

Die Zukunft. Die Medaillensammler im Biathlon bangen bei der überragenden Athletin Laura Dahlmeier um die Fortsetzung ihrer Karriere, sie hat alles erreicht. Sieg-Nachfolgerinnen sind nicht in Sicht, die derzeitige Mannschaft schafft immer wieder gute Plätze, aber ohne eine Siegläuferin keine Euphorie. Die Herren-Mannschaft kommt in die Jahre, die Erfolge werden eher weniger werden. Es droht vor allem dem Biathlon, Quotenkönig im Fernsehen, dass die goldenen Jahre zu Ende gehen. Ähnlich sieht es in der Nordischen Kombination aus. Vor Olympia herrschte im deutschen Lager Unsicherheit, weil die Erfolge ausblieben, in Pyeongchang trumpfte das Team von Trainer Hermann Weinbuch dann wieder auf. Doch der Vater der langjährigen Erfolgswelle will sich im nächsten Jahr zur Ruhe setzen. Die Zukunft ist ungewiss, obwohl einige Talente glücklicherweise nachkommen. Der alpine und nordische Skisport ging in Südkorea ebenso wie Eisschnelllauf leer aus, die Zukunft sieht nicht besser aus.

Medaillensammler waren vor allem auch die Athletinnen und Athleten in der Eisrinne, Rodel und Bob waren die deutsche Erfolgsgeschichte. Doch was die Zukunft angeht, herrscht auch hier Skepsis. Rodel-Legende Georg Hackl gestand: „Der Nachwuchs fehlt.“ Der Vorteil: Nur in Deutschland gibt es vier Bahnen, andere Länder sind schon froh, wenn sie eine haben. Typisch: Auch die Zukunft der Bob- und Rodelbahn in Pyeongchang ist ungewiss. Vorteil Deutschland also, doch ob er genutzt werden kann? Nachteil Deutschland bei den modernen Sportarten. Shorttrack, Ski-Freestyle, Snowboard – Deutschland hinkt hinterher, hat den Zug der Zeit verpasst.

Auch die Eishockey-Cracks sollen ihren überraschenden Erfolg genießen. Es war ein Erfolg der glücklichen Fügung, aber auch ein Verdienst von Bundestrainer Marco Sturm, der die Nationalmannschaft für die deutschen Spieler nach Jahren der Misserfolge wieder interessant machte. Aber es ist schon auffallend, dass Deutschland im Eishockey seine Medaillen nur dann holte, wenn es besondere Umstände gab. In Innsbruck 1976 war Bronze eine Sensation, aber Schweden und Kanada fehlten. 42 Jahre später fehlten die NHL-Stars, worunter vor allem Kanada und die USA litten, aber auch andere Nationen wie Schweden und Finnland eine deutlichere Schwächung hinnehmen mussten als Deutschland. Aber man muss halt die Gelegenheit erst einmal nutzen. Bezeichnend, dass die Deutsche Eishockey Liga bereits drei Tage nach dem Endspiel am Sonntag für Mittwoch den nächsten DEL-Spieltag angesetzt hatte. Keiner konnte sich vorstellen, dass die deutschen Cracks nicht frühzeitig zu Hause sein würden. „Geplant“ war das Aus im Viertelfinale! Vom 4. bis 20. Mai folgt die Weltmeisterschaft in Dänemark, da dürfen sich die Olympia-Helden neu beweisen oder gar nicht dabei sein, weil eben einige NHL-Stars mitwirken werden.

Über Doping wurde in Pyeongchang nur am Rande geredet und wenn, dann vor allem über die Russen, die ja als offizielle Mannschaft gar nicht dabei waren. Dennoch gab es russische Dopingsünder, aber das IOC hob nach den Spielen den Bann wieder auf. Staatsdoping bleibt offensichtlich nur eine Lapalie. Ein schlechtes Licht werfen auch die vielen Asthmakranken auf den Spitzensport. Asthmamittel helfen die Atmung zu verbessern und sind in geringer Dosis erlaubt. Es ist schon seltsam, dass die Überfliegerin im Ski-Langlauf, die 37-Jährige Marit Björgen, unter Asthma leidet. Norwegen hatte 6000 Dosen Asthmamittel für Olympia geordert, die Anteil der Asthmakranken im Spitzensport ist dort wahrscheinlich wesentlich höher als im Durchschnitt der normalen Bevölkerung. Dabei sind Berge, Meer und saubere Luft, wie man es in Norwegen vorfindet, beste Voraussetzungen, um eine Asthmaerkrankung zu lindern oder zu heilen. Dies beweist einmal mehr: Der Spitzensport ist krank.

So stimmt es also: Goldene Gegenwart, aber düstere Zukunft – im deutschen Sport und international.

Doping-Sünder sollten für entgangene Siegesfreuden Schadenersatz zahlen

Immer wieder tauchen die Meldungen auf, sie gehören für uns heute fast schon zum Alltag: Frühere Doping-Sünder werden rückwirkend entdeckt und müssen ihre Olympiamedaillen zurückgeben. Der nächste rückt nach – wenn er nicht ebenfalls als Doper entdeckt wird, wie schon geschehen. Damit aber kann es nicht getan sein. Doping-Sünder müssen noch mehr zur Rechenschaft gezogen werden, nämlich für speziell entgangene Freuden des vermeintlich Unterlegenen.

Zwei Fakten müssen festgestellt werden: Erstens, es ist prima, dass Dopingproben eingefroren werden und mit neuen Methoden auch neue Überprüfungen stattfinden. Doper sollen sich nie sicher fühlen. Zweitens ist es logisch, dass Medaillengewinner bei Olympischen Spielen nachträglich ihre mit Betrug gewonnenen Medaillen zurückgeben müssen. Doch der nächste Schritt, der fehlt bisher.

Erinnern wir uns an die Siegerehrungen, wo die Olympiasieger voller Emotionen am liebsten die ganze Welt umarmen möchten. Auch wer Silber oder Bronze gewinnt, hat zumindest freudige Momente und wahrscheinlich sein Ziel erreicht – eine Olympia-Medaille. Wer aber erst Jahre später zum Olympiasieger gekürt wird, weil der oder die Erste des Dopings überführt wird, der wird die Emotionen des Siegers nicht nachträglich erleben können. Dieser besondere Moment eines Sportlerlebens mit dem Hören der Nationalhymne bleibt ihm oder ihr versagt. Ihm gebührt also ein Schadenersatz. Nachdem man die Siegerehrung kaum wiederholen kann, sollte der Doper finanziellen Ausgleich zahlen. Von der Sperre für den Sünder, die logisch ist, hat der betrogene Verlierer nämlich nichts. Der Sport-Grantler fragt sich, warum die Verbände diesen Schritt noch nicht gegangen sind.

Ein Rätsel bleibt auch, wie Betrüger auf dem Siegespodest so ausgelassen feiern können. Am Jubel merkt man jedenfalls nicht, dass sie von einem schlechten Gewissen geplagt werden. Das haben sie wahrscheinlich auch nicht und das gesteigerte Adrenalin sorgt dafür, dass die dunklen Seiten des Geschäfts verdrängt werden. Das sieht man auch bei Fußballern zum Beispiel, die selbst grobe Foulspiele nicht wahrgenommen haben wollen. Der Sport scheint ein Verdrängungswettbewerb in vielfacher Weise zu sein.

Freizeitsportler treiben Sport zum Spaß. Profis wollen auch Spaß haben, aber auch – wie der Name neben professionell hergibt – zudem Profit. Der Siegesjubel gehört zu jedem Wettkampf dazu. Wer um den betrogen wird, hat Anspruch auf Schadenersatz. Verlierer sind traurig, betrogene Sieger gehören ebenfalls zu den Verlierern und dürften doppelt traurig sein.