Doping-Sünder sollten für entgangene Siegesfreuden Schadenersatz zahlen

von knospepeter

Immer wieder tauchen die Meldungen auf, sie gehören für uns heute fast schon zum Alltag: Frühere Doping-Sünder werden rückwirkend entdeckt und müssen ihre Olympiamedaillen zurückgeben. Der nächste rückt nach – wenn er nicht ebenfalls als Doper entdeckt wird, wie schon geschehen. Damit aber kann es nicht getan sein. Doping-Sünder müssen noch mehr zur Rechenschaft gezogen werden, nämlich für speziell entgangene Freuden des vermeintlich Unterlegenen.

Zwei Fakten müssen festgestellt werden: Erstens, es ist prima, dass Dopingproben eingefroren werden und mit neuen Methoden auch neue Überprüfungen stattfinden. Doper sollen sich nie sicher fühlen. Zweitens ist es logisch, dass Medaillengewinner bei Olympischen Spielen nachträglich ihre mit Betrug gewonnenen Medaillen zurückgeben müssen. Doch der nächste Schritt, der fehlt bisher.

Erinnern wir uns an die Siegerehrungen, wo die Olympiasieger voller Emotionen am liebsten die ganze Welt umarmen möchten. Auch wer Silber oder Bronze gewinnt, hat zumindest freudige Momente und wahrscheinlich sein Ziel erreicht – eine Olympia-Medaille. Wer aber erst Jahre später zum Olympiasieger gekürt wird, weil der oder die Erste des Dopings überführt wird, der wird die Emotionen des Siegers nicht nachträglich erleben können. Dieser besondere Moment eines Sportlerlebens mit dem Hören der Nationalhymne bleibt ihm oder ihr versagt. Ihm gebührt also ein Schadenersatz. Nachdem man die Siegerehrung kaum wiederholen kann, sollte der Doper finanziellen Ausgleich zahlen. Von der Sperre für den Sünder, die logisch ist, hat der betrogene Verlierer nämlich nichts. Der Sport-Grantler fragt sich, warum die Verbände diesen Schritt noch nicht gegangen sind.

Ein Rätsel bleibt auch, wie Betrüger auf dem Siegespodest so ausgelassen feiern können. Am Jubel merkt man jedenfalls nicht, dass sie von einem schlechten Gewissen geplagt werden. Das haben sie wahrscheinlich auch nicht und das gesteigerte Adrenalin sorgt dafür, dass die dunklen Seiten des Geschäfts verdrängt werden. Das sieht man auch bei Fußballern zum Beispiel, die selbst grobe Foulspiele nicht wahrgenommen haben wollen. Der Sport scheint ein Verdrängungswettbewerb in vielfacher Weise zu sein.

Freizeitsportler treiben Sport zum Spaß. Profis wollen auch Spaß haben, aber auch – wie der Name neben professionell hergibt – zudem Profit. Der Siegesjubel gehört zu jedem Wettkampf dazu. Wer um den betrogen wird, hat Anspruch auf Schadenersatz. Verlierer sind traurig, betrogene Sieger gehören ebenfalls zu den Verlierern und dürften doppelt traurig sein.

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