Ist 2021 im Sport nur ein Ersatzjahr für 2020? Oder ein Jahr der Hoffnung?

von knospepeter

Wenn ein Jahr zu Ende geht, wird allgemein Bilanz gezogen, stehen Erinnerungen im Mittelpunkt. Sie werden abgelöst von Hoffnungen und Wünschen für das neue Jahr. Aber wie ist es diesmal? Was sollen wir von diesen Zeiten im Zeichen der Corona-Pandemie halten? Das Virus hat uns überfallen und unser Leben verändert. Wir Menschen kämpfen um die Zukunft, um unseren Alltag. Der Kampf ums Überleben stand im Mittelpunkt – persönlich, wirtschaftlich, politisch und natürlich auch im Sport. Jeder hat versucht in seinem Metier das Überleben zu schaffen und für die Zukunft hoffnungsvoll zu bleiben. Was den Sport angeht, war es bezeichnend, dass viele Großereignisse abgesagt oder verschoben werden mussten, dass aber größtenteils der Sportbetrieb mit Einschränkungen aufrecht erhalten werden konnte. 2020 brachte dennoch Höhepunkte, 2021 könnte aber vor allem ein Ersatzjahr für 2020 werden.

An was erinnern wir uns, wenn wir an 2020 denken? Natürlich an Corona, dann vielleicht in erster Linie an Sport ohne Fans. Die Fans, manchmal in der Kritik, wurden quasi zu den Gewinnern der Pandemie, denn noch nie wurde so deutlich, dass die Fans die eigentliche Seele des Sports sind. Aber noch nie fehlte uns der Sport generell so wie in diesem Jahr, vor allem bei den kleinen Vereinen, die durch die Lockdowns ausgebremst wurden. Da konnte man es eher verschmerzen, dass die Fußball-Europameisterschaft ebenso auf 2021 verschoben wurde wie die Olympischen Spiele. Großereignisse wurden abgesagt, wie Wimbledon, die Leichtathletik-Europameisterschaft oder die Eishockey-Weltmeisterschaft. Andere wurden mühsam durchgezogen, die Tour de France zum Beispiel oder die Formel-1-Weltmeisterschaft.

Der Fußball spielte wieder einmal eine besondere Rolle und hierbei vor allem die Bundesliga. Corona stoppte den Spielbetrieb am 13. März, ab 16. Mai konnte wieder gespielt werden. Andere Sportarten beendeten ihre Meisterschaft ohne Vergabe des Titels, so das Eishockey, andere, wie Handball, kürten ihren Meister vorzeitig. Die Bundesliga kämpfte um die Punktrunde, kämpfte um die Gelder von Sponsoren und Fernsehen. Der Verzicht auf Fans und ein ausgeklügeltes Hygienekonzept machten einen Re-Start möglich, DFL-Boss Christian Seifert wurde zum Retter der Bundesliga. Andere Sportarten, andere Nationen orientierten sich am BL-Konzept, der Mannschaftssport kehrte allgemein wieder zurück. Meist in einer eigenen Blase. Was wichtig und richtig war, schließlich ging es auch um Millionen von Arbeitsplätzen.

Was bleibt uns dann sportlich von 2020 in Erinnerung? Der FC Bayern München gehörte zweifellos zu den größten Gewinnern, feierte nach nationalen Titeln in Meisterschaft und Pokal schließlich auch den Sieg in der Champions League mit einem 1:0 über Paris und präsentierte unter Trainer Hansi Flick einen Fußball der das Zuschauen zum Vergnügen machte. Ende des Jahres feierte auch der THW Kiel den Sieg in der Champions League im Handball. Auch die Formel 1 brachte einen Rennkalender zustande, was vor allem das Glück für Lewis Hamilton war. Der Brite wurde nicht nur zum siebten Mal Weltmeister und stellte damit den Rekord von Michael Schumacher ein, er entwickelte sich auch zu einem Frontmann der Formel 1, nein, des Sports allgemein und zu einem Meinungsmacher, der gehört wird. Vor allem in der Rassismus-Debatte verschaffte er dem Sport eine Stimme. Hier profilierten sich viele Athleten ebenso wie bei der finanzielle Hilfe für Menschen, die durch Corona in Not geraten waren.

Der Sport wurde zum Vorbild. Persönlich werden viele darüber hinaus 2020 trotz allem in guter Erinnerung behalten. Für Robert Lewandowski erfüllte sich der Traum, Weltfußballer zu werden, Leon Draisaitl avancierte zum Spieler der NHL, Sophia Popov gewann als erste deutsche Golferin ein Masters-Turnier und Skispringer Karl Geiger erlebte einen Jahresschluss wie ein Feuerwerk: Weltmeister im Skifliegen, frischgebackener Vater, Sieger im Heimatort Oberstdorf zum Start der Vierschanzen-Tournee. Sprünge ins Glück. Wünschen wir ihm dies auch für 2021.

Was wird 2021?

Was bringt uns 2021? Nicht nur privat, sondern im Sport. Es scheint auf den ersten Blick, 2021 ist nicht mehr als ein Ersatzjahr für 2020. Die Fußball-Europameisterschaft (11. Juni bis 11. Juli in zwölf Ländern) und die Olympischen Sommerspiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) überstrahlen alles. Aber das ist nicht alles, 2021 ist auch das Jahr vieler Weltmeisterschaften vor allem im Wintersport (z. B. die Nordische WM vom 24. Februar bis 7. März in Oberstdorf), es startet mit der Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten (13. bis 31. Januar) und bringt uns die bekannten Großereignisse wie Tour de France, Formel 1 oder Turniere in Tennis und Golf. Gewissermaßen der sportliche Alltag. Wenn denn alles reibungslos läuft. Mit Absagen müssen wir immer rechnen.

An 2021 wird man sich vielleicht einmal erinnern, als das Jahr, in dem die Zuschauer wieder in die Stadien zurückkehrten, an das Jahr in dem das Virus Covid-19 wahrscheinlich nicht besiegt, aber doch in Grenzen verwiesen wurde, wenn die Impfungen anschlagen. Insofern kann 2021 also auch zu einem Jahr der Hoffnung werden. Nicht nur für Sportlerinnen und Sportler bei ihren Wettbewerben, nicht nur für Talente wie Mick Schumacher, der mit seinem Debüt in der Formel 1 einer derjenigen ist, die ein neues Sportler-Leben beginnen. 2021 als Jahr der Hoffnung wünscht sich der Sport-Grantler und auch seinen Leserinnen und Lesern. Bleiben Sie gesund, haben Sie Spaß am Sport, und bleiben Sie mir und dem Blog gewogen.