Play-Offs können die Bayern nicht stoppen
von knospepeter
Es ist ein altes Thema im Fußball, das immer wieder auftaucht, wenn es in einer Liga nicht genügend Spannung gibt. Exemplarisch dafür bei der nicht enden wollenden Siegesserie von Bayern München mit elf Meisterschaften in Folge oder jetzt, nachdem sich auch die Bayern-Frauen aufmachen, die Bundesliga zu dominieren. Wären Play-Offs die Lösung? Die Frauen-Bundesliga ist in einer eigenen Gesellschaft ja jetzt selbständig und unabhängig vom DFB und die FBL-Chefin Katharina Kiel brachte prompt die Play-Offs ins Gespräch, um das Übertragungspaket für die TV-Sender beim Verkauf der Fernsehrechte attraktiver zu machen. Das hat ein bisschen was von Infantino, Geld kommt vor Sport. Doch Frau Kiel ist auf einem falschen Weg, Play-Offs haben im Fußball nichts zu suchen und sind auch terminlich problematisch. Gäbe es nur ein Entscheidungsspiel, so wäre das wie im Pokal, mindestens „Best-of-three“ sollte es schon sein, was wieder mit den internationalen Aufgaben kollidiert und vor allem bei den Männern, wo darüber auch schon diskutiert wurde, vollkommen abwegig ist. Wunder gibt es zwar immer wieder, aber auch Play-Offs können die Bayern nicht stoppen. Also sollte die Konkurrenz lieber starke Mannschaften aufbauen, um die Bayern vom Thron zu stoßen. Dass es geht, hat Leverkusen bei den Männern bewiesen und Wolfsburg ist bei den Frauen sicherlich nicht aussichtslos. Bei den Frauen wehren sich die Bayern und Wolfsburg vehement gegen diese Pläne.
Dann schon lieber der Supercup als Auftakt in die neue Saison und Anheizer für die Bundesliga. Die Frauen waren der Vorreiter am Samstag, weil am kommenden Wochenende ihre Saison beginnt. Nun ja, die Bayern verwiesen Wolfsburg wieder in die Schranken siegten in diesem Duell zum dritten Mal in Folge, obwohl das 3:0 täuscht, so gut waren die Bayern-Mädchen nicht, sie profitierten von zwei Fehlern der Wolfsburger Nationaltorhüterin Johannes. Da machte die Konkurrentin Mahmutovic ihre Sache auf der Seite wesentlich besser.
Jetzt aber sind die Männer dran, da gibt es am Samstag (20.30 Uhr/SAT1)) in Dortmund das ewig junge Duell zwischen der Borussia und den Bayern. Das macht dann wirklich Appetit auf die neue Saison. 30 Mal wurde der Supercup schon ausgespielt, zehnmal trafen die beiden Teams bereits aufeinander, jeder gewann fünfmal. Die Bayern sind insgesamt Rekordsieger mit 12 Erfolgen vor dem BVB (7) und Bremen (4). In diesem Jahr könnte der Vergleich nicht so große Hinweise auf die neue Saison geben, weil durch die Weltmeisterschaft die Saison-Vorbereitung schwierig war. Die Bayern kämpfen zudem mit einer langen Verletztenliste und testeten bisher eher Talente. Außerdem macht man sich jetzt Sorgen um Musiala (Hitzschlag) und Laimer (Oberschenkelverletzung), die beim 3:1 im Telekom-Cup gegen Leipzig vorzeitig vom Feld mussten. Die Stars Kane, Olise und Upamecano, die länger bei der WM beschäftigt waren, begannen erst am Montag mit dem Training, werden deshalb am Samstag wohl nur Teilzeitarbeiter sein. Bei Dortmund sind die Fans dagegen auf einen Zugang neugierig, der 18-jährige Grieche Konstantinos Karetsas soll auf Dauer eine neue Ära bei der Borussia prägen. Nachdem der Wechsel von Said El Mala vom 1. FC Köln scheiterte, soll mit Giannis Konstantelias (23) von PAOK Saloniki ein weiterer Grieche diese Lücke füllen. Außerdem ist der Sechser Joey Veerman von PSV Eindhoven als Neuzugang im Gespräch. Es tut sich also noch einiges, die Wechselfrist endet erst am 1. September.
Bevor die Bundesliga loslegt ist der DFB-Pokal gefragt, die erste Runde ist bekanntlich der Festtag der Amateure, wenn mal die Profis bei ihnen zu Gast sind. Bei den Live-Spielen im Fernsehen sind sie allerdings selten dabei, jedoch wird die Kasse allein durch die Teilnahme gut gefüllt, denn rund 210.000 Euro schüttet der DFB an jeden Verein aus. Titelverteidiger Bayern München und Borussia Dortmund spielen später, der Supercup pfuscht dazwischen, die Spiele werden in der ersten September-Woche nachgeholt. Live werden vier Spiele übertragen, es geht los am Freitag (20.45 Uhr/ZDF) mit Hansa Rostock – VfB Stuttgart, RTL nutzt nach Übernahme von Sky die Sky-Rechte und überträgt am Samstag (15.30 Uhr) 1. FC Saarbrücken – Hertha BSC und am Montag (18 Uhr) Kickers Würzburg – 1. FC Köln. Zum Abschluss dann am Montag (20.45 Uhr) Halle – Schalke 04 in der ARD.
Frauen-Bundesliga zwischen Hoffnung und Angst
Bevor die Männer loslegen starten die Frauen am Wochenende in die neue Saison der Bundesliga. Sie ist wirklich neu, denn erstmals hat der gerade gegründete Ligaverband (FBL) das Sagen, offizielle Übergabe vom DFB nächstes Jahr. Die 14 Teams befinden sich aber zwischen Hoffnung und Angst. Hoffnung, dass das Oberhaus der Frauen durch das gesteigerte Interesse der Männer-Spitzenvereine immer attraktiver wird, Angst, weil es andererseits danach aussieht, dass die reichen ausländischen Vereine (vor allem in England) die besten Spielerinnen wegholen und damit wieder die Attraktivität mindern. Es beweist, dass die Bundesliga wirklich professioneller werden muss, um international mithalten zu können.
Einzig Bayern München hat wohl die notwendigen Mittel, um auch international im Konzert der Großen mitmischen zu können. Zunächst musste ein Rückschlag hingenommen, weil sich Mittelfeld-As Gorgia Stanway nach vier Jahren zum FC Arsenal London verabschiedete, mit dem Hinweis, „ich möchte in einer Liga spielen, wo wir ständig Druck haben“. Die letzten vier Jahre dominierten die Münchnerinnen die Bundesliga und stellten zudem die Weichen für eine noch bessere Zukunft. Der Verein kaufte bekanntlich das Stadion in Unterhaching, wo künftig die Spiele der Champions League bei 15.000 Zuschauern ausgetragen werden sollen. Zum Stadion soll künftig ein Leistungszentrum gehören, Präsident Herbert Hainer sieht im Sportpark „ein Performance-Center als Revolution im deutschen Fußball“. 7,56 Millionen Euro kostete das Stadion, wesentlich teurer wird die neue Heimat der Bayern-Frauen. So bald wie möglich soll das Halbfinale der Champions League nicht die Endstation sein.
National starten die Münchnerinnen am Freitag (18.20 Uhr/ZDF) im Eröffnungsspiel der neuen Saison bei Union Berlin. Die Berlinerinnen sind ein Beispiel dafür, dass neue Teams nach oben wollen. Im letzten Jahr schloss der Neuling auf Rang 9 ab, jetzt soll es Platz 5 sein und baldmöglichst will man auf die internationalen Plätze. Marie-Louise Eta, die zuletzt die Männer vor den Abstieg rettete, soll diesen Aufstieg bewältigen. Große Pläne haben auch die diesjährigen Neulinge VfB Stuttgart (Durchmarsch von der Oberliga) und Mainz 05 (Durchmarsch von der Regionalliga). Dafür musste mit der SGS Essen der letzte reine Frauen-Verein weichen.
Das ist der erste Spieltag: Freitag, 18.20: Union Berlin – Bayern Samstag, 12 Uhr: Frankfurt – Kökn. 14 Uhr: Nürnberg – Wolfsburg. Sonntag, 14 Uhr: Hoffenheim – Stuttgart. 16 Uhr: Leipzig – Leverkusen. 18.30 Uhr: HSV – Freiburg. Montag, 18 Uhr: Mainz – Bremen.
Leichtathletik und Schwimmen im Medaillen-Rausch
Die Olympischen Sommerspiele können kommen, doch bis 2028 müssen wir auf Los Angeles noch warten. Die deutschen Sportlerinnen und Sportler zeigen sich gerüstet, der deutsche Sport scheint sich im Aufwind zu befinden. Bei den Europameisterschaften zeigten sich Leichtathletik und Schwimmen jedenfalls im Medaillen-Rausch.
Die Leichtathletik feierte in Birmingham in England ein Fest, die Begeisterung war groß, die Wettbewerbe teilweise mitreißend und die deutschen Männer und Frauen mittendrin. Nur Italien (10 Gold/6 Silber/6 Bronze) und Gastgeber Großbritannien (9 – 8 -2) holten noch mehr Medaillen als Deutschland auf Rang drei im Medaillenspiegel mit 6 Gold, 10 Silber und 5 Bronze, macht 21 Medaillen, damit sogar mehr als bei der glorreichen EM in München 2022, als16 Medaillen gewonnen wurden. München galt immer als Vorbild. In Erinnerung bleiben wird Gold-Sprinter Owen Ansah, der allerdings noch darauf hoffen muss, dass er wegen einer unglücklich nicht abgegeben Dopingprobe nicht noch gesperrt wird. Einen „goldenen Wurf“ legte im Speerwerfen Julian Weber hin, der im letzten Versuch seinen Mannschaftskollegen Nick Thumm noch abfing, für den das Finale schon als Erfolg galt und der dann mit Silber nach Hause ging.
Auch die Schwimmer haben einen neuen Star. Der 19-jährige Johannes Liebermann schockte die Wasserwelt mit einem Fabel-Weltrekord über 1500 m Freistil der EM in Paris. Er stammt aus der Magdeburger Schwimmer-Hochburg, mit Lukas Märtens als sein Vorbild. Die deutschen Männer und Frauen sammelten in allen Wettbewerben fleißig Medaillen und kamen in der Gesamtwertung auf Rang vier. Großbritannien (14 Gold/4 Silber/8 Bronze) schob sich auf Platz 1 vor Italiern (13/15/15), den neutralen Athleten (Russland + Belarus – 1/10/14) und Deutschland (9/11/12).