Beim Bundesliga-Start Überraschungen und viel Unruhe in den Vereinen
von knospepeter
Tore, Tore, Tore – der Start in die neue Fußball-Saison hatte es in sich. Zugegeben, die 2. Liga legte vor, sie absolvierte bereits ihren dritten Spieltag und begeisterte die Fans mit 44 Toren in den neun Spielen. Aber das Oberhaus nahm sich dies als Vorbild und begann die neue Spielzeit quasi mit einem Schützenfest, insgesamt 35 Tore und zudem die Sensation, dass Neuling Elversberg das Spitzenteam Bayer Leverkusen schockte. Eine 3:0-Führung nach 46 Minuten brachte die bisher kleinste Bundesliga-Stadt, der 59. Verein in der Bundesliga, gerade noch mit 3:2 ins Ziel.
Es war ein Start, der Appetit auf mehr machte. Aber eins war Alltag, der FC Bayern München übernahm gleich wieder die Tabellenführung, das 5:1 gegen Stuttgart vom Eröffnungsspiel konnte keiner übertreffen. Im Vorjahr starteten die Bayern mit einem 6:0 gegen Leipzig und ließen sich bis zum Schluss von Platz 1 nicht verdrängen. Und dabei traf Torjäger Harry Kane nicht einmal, er blieb blass. Vielleicht dachte er mehr an seine Vertragsverlängerung, aber alle gehen davon aus, dass er weiter das Herz der Bayern bleibt. Um eine Verlängerung bis 2029 oder gar 2030 geht es. „Es ist mein letzter großer Vertrag“, weiß der Engländer. Auffallend, der Marokkaner Saibari feierte einen imposanten Einstand.
Die Nummer 2, Borussia Dortmund, beeindruckte ebenso, die manchmal zögerlichen Borussen legten einen flotten Tanz aufs Parkett, alle schwärmten beim 2:0 gegen den HSV von der Griechen-Gala, doch der Wermutstropfen folgte: Giannis Konstantelias, der zuvor noch das 2;0 erzielt hatte, musste nach einem Zweikampf mit Jatta verletzt vom Platz, er hatte sich das Knie verdreht und die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten sich – Kreuzbandriss, monatelanger Ausfall. Zuvor hatte er mit Landsmann Konstantinos Karetsas gewirbelt, Dortmund tanzte einen Sirkati. Und die Hamburger? Die landeten ihre Treffer nach dem Spiel. Nach langem Feilschen konnte ihr Wunschspieler Fabio Vieira von Arsenal London losgeeist werden. Der 26jährige Portugiese war im Vorjahr das Herz der Mannschaft und wollte unbedingt bleiben. Jetzt wurde der Leihspieler für rund 20 Millionen Euro gekauft. Dazu kommt noch der Marokkaner Jakaria El Quahli aus Genk als Verstärkung für die Abwehr. Jetzt kann die Saison wirklich losgehen. Am Sonntag kommt Mainz nach Hamburg.
Insgesamt gibt es aber zum Start in der Bundesliga viel Unruhe. Vor allem Frankfurts Sportdirektor Markus Krösche steht im Mittelpunkt, um ihn gibt es Gerüchte, dass er bei der Eintracht nicht mehr gut angesehen ist und es ihn zum AC Mailand zieht. Zuletzt gab es Kritik an der Transferpolitik und mit dem neuen Trainer Adi Hütter versteht er sich angeblich auch nicht so gut. Die Wechsel-Unruhe hält noch bis Dienstag 18 Uhr an, bis zum Transferschluss. Es gibt Vereine wie Werder Bremen oder Gladbach, die unbedingt noch Einnahmen erzielen wollen, um ihr Budget auszugleichen. Es ist ein Teufelskreis, fehlt Geld für Spieler, fehlt Leistung. Beide starteten mit saftigen Niederlagen.
Durchwachsen war der Start der Neulinge und der neuen Trainer. Elversberg sorgte wie gesagt für Furore, Paderborn zog sich mit einem 0:0 in Mainz gut aus der Affäre, Schalke 04 erlebte in Augsburg eine Pleite, spielte beim 0:3 eine halbe Stunde mit einem Mann weniger. Zum Feiern wird es am Samstag auch nichts geben, da kommen die Bayern. Dafür feierte FCA-Trainer Manuel Baum doppelt, den Sieg und seinen 47. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!
Was die neuen Trainer angeht, holte nur Martin Demichelis mit RB Leipzig einen Sieg. Adi Hütter und der Schweizer Mauro Lustrenelli standen sich direkt gegenüber, das 3:3 bei Union war für Hütter am Ende eher eine Niederlage, der Schweizer feierte nach 1:3-Rückstand die Wiederauferstehung. Dagegen erlebte der Spanier Carlos Martinez mit Bayer eine echte Pleite. Viele Fans werden sich sagen, schade, dass wir bis Freitag auf die Bundesliga warten müssen. Abwechslung bieten die Nachholspiele im Pokal mit Dortmund in Hamburg (eim HEBC am Dienstag) und den Bayern in Osnabrück (Mittwoch). Für beide Spitzenteams beginnen die englischen Wochen, in der Woche danach startet nämlich die Champions League.
CL: Hammerlos für Leipzig
Kaum hat die Bundesliga begonnen, richtet sich also der Blick schon wieder auf die Champions League, die am 8. September beginnt. Mit der neuen Ligaphase ist das Geschehen noch interessanter geworden, was allerdings nicht für die Auslosung gilt. Dennoch gibt es gute und weniger gute Lose, vier deutsche Teams sind mit Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und dem VfB Stuttgart dabei. Bei der Lotterie am Donnerstag haben die Leipziger ein Hammerlos erwischt. Es gab vier Töpfe, aus jedem Topf gibt es zwei Gegner, RB war in Topf drei, hat aber mit beiden Klubs aus Manchester (City daheim, United auswärts) und Real Madrid (A) gleich drei namhafte Gegner gezogen, aber auch die Holländer PSV Eindhoven (H) und Feyenoord Rotterdam (A) sowie RC Lens (H) sind nicht von schlechten Eltern. Dazu kommen Schachtor Donezk (H) und Como 1907 (A).
Ein Hammerlos auch für die Bayern, die wieder auf Arsenal London treffen, den Sieger der Ligaphase in der letzten Saison, wo die Bayern mit 1:3 ihre einzige Niederlage kassierten. Diesmal kommt Arsenal am 21. Oktober nach München. Atletico Madrid (A) ist der zweite Gegner aus Topf 1. Dazu kommen Manchester United (A), Betis Sevilla (H), OSC Lille (A), Slavia Prag (H) sowie die beiden Norweger Viking Stavanger (A) und Bodö/Glimt (Start zu Hause am 10. September).
Borussia Dortmund hat einen seltsamen Spielplan, die der Papierform nach leichteren Gegner gibt es am Anfang, danach kommen erst die Brocken. Der Reihe nach sind es FC Villarreal (H), Bodö/Glimt (A), Sabah FC (Aserbaidschan/A) und Betis Sevilla (H). Dann folgen Arsenal London (A), Inter Mailand (H), Aston Villa (A) und das machbare AEK Athen (H).
Der VfB Stuttgart freut sich wieder besonders auf die Champions League und trifft auf Atletico Madrid (H), Inter Mailand (A), FC Brügge (H), PSV Eindhoven (A), OSC Lille (H), Galatasaray Istanbul (A), Viking Stavanger (H) und Slovan Bratislava (A). Für alle vier Klubs gilt als erstes Ziel die Teilnahme an den Play-Offs, also unter die ersten 24 Teams zu kommen. Die Bayern haben natürlich höhere Erwartungen, sie wollen sich direkt für das Achtelfinale qualifizieren, also unter die ersten acht Mannschaften kommen, zuletzt war es ja Platz zwei hinter Arsenal.
Ausgelost wurden auch Europa League und Conference League. In der EL trifft Bayer Leverkusen auf Marseille (H), Lyon (A), RB Salzburg (H), Dinamo Zagreb (A), Celje (H), Posen (A), Besiktas Istanbul (H) und Kreta (A). Die TSG Hoffenheim hat ebenfalls Lyon (H), Piräus (A), Ferencvaros Budapest (H), Anderlecht (A), Sturm Graz(H), Crystal Palace (A), Besiktas Istanbul (H) und Kreta (A) als Gegner. Der SC Freiburg hat sich für Ligaphase der Conference League qualifiziert und hat dort sechs Gegner, dies sind Panathinaikos Athen (H), Monaco (A), Enschede (H), Trabzanspor (A), Jablonec (H) und Kaunas (A). Die deutschen Klubs und ihe Fans dürfen sich also auf interessanten Europapokal-Abende freuen.
Bei den Frauen kämpfen noch der VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt um den Einzug in die Ligaphase. Wolfsburg hat für das Rückspiel am Dienstag bei Internazionale Mailand ein 2:0 vorgelegt, die Eintracht muss zittern, ob das 1:1 gegen SG Paris reicht. Auch in der Bundesliga gab es nur ein 1:1 gegen Nürnberg, das gibt also keinen Auftrieb. Da sorgte Köln mit einem 1:0-Sieg gegen Favorit Hoffenheim für die große Überraschung und auch die Frauen des VfB Stuttgart beweisen, dass sie Bundesliga können, mit dem 2:1 gegen HSV landeten sie den zweiten Sieg!