Verkalkuliert? Schwerer Dämpfer für die Klopp-Euphorie!

von knospepeter

„Jetzt müssen nur noch Siege her“ hieß es vor einer Woche beim Sport-Grantler über die Euphorie um Jürgen Klopp als neuer Bundestrainer und seine Überraschung mit einem XXL-Kader für vier Länderspiele. Bei Halbzeit des Programms stellt sich die Frage „Hat Klopp sich verkalkuliert?“ Ein 1:1 gegen die Niederlande und eine fast schon peinliche 0:1-Niederlage gegen Griechenland (die erste in elf Duellen!) sind ein schwerer Dämpfer für den Gute-Laune-Onkel mit den weißen Zähnen. Er verteidigt (natürlich) seine Idee mit den zwei Aufgeboten, doch die Fans wollen Siege sehen. Zwei Chancen hat das DFB-Team jetzt noch, am Donnerstag in München im Vergleich der sieglosen Mannschaften gegen Serbien (jeweils 1:2 gegen Griechenland und die Niederlande) und am Sonntag in Griechenland mit der Gelegenheit zur Revanche.

Jürgen Klopp ist übrigens der erste Bundestrainer seit Helmut Schön, der seine beiden ersten Partien nicht gewinnen konnte, aber Schön gelangen wenigstens zwei Unentschieden. Dies vermasselten Fehler im DFB-Team, die Kourbelis in der 74. Minute zum Siegtreffer nutzte. Auch Kapitän Joshua Kimmich sah dabei schlecht aus, er war zwar der Kopf im Mittelfeld, aber auch ihm unterliefen ungewohnt viele Fehler. Die Klopp-Schützlinge hatten zwar viel Ballbesitz, wusste mit der Kugel aber nicht viel anzufangen, es gab kaum Druck auf das gegnerische Tor, die Lücke im Abwehrbollwerk Griechenlands wurde nicht gefunden. Keiner hatte Mut zu einem Dribbling, am meisten bemühte sich noch Adeyemi, der aber unglücklich im Abschluss war. Einige konnten sich nicht empfehlen, so Vagnoman auf der rechten Seite, überraschend schwach Nmecha im Mittelfeld, kaum in Erscheinung traten Ebnoutalib und Schade im Angriff. Anders dagegen Bisseck und Conté, die durchaus wiederkommen dürfen. Das richtige Fazit zog TV-Experte Schweinsteiger: „Deutschland ist nur noch Mittelmaß“.

Die Spieler des zweiten Kaders sahen sich in Augsburg bereits den Fehlschlag an und konnten sich Gedanken machen, wie sie es besser machen können. Sechs aus dem alten Aufgebot bleiben dabei, dies sind Dahmen, Treu, Engelhardt, Conté, Gnabry und Schlotterbeck,. Auf jeden Fall werden neue Gesichter auftauchen, spannend, wer im Tor spielt (Nübel konnte sich nicht auszeichnen, ter Stegen war in Amsterdam stark) und wie das Mittelfeld ohne Kimmich aussieht. So könnte Klopp beginnen lassen: Urbig – Baku, Anton, Schlotterbeck, Raum – Bischof, Pavlovic – Scherhant, Wirtz, El Mala – Woltemade. Auch gegen Serbien muss wohl ein Abwehrblock geknackt werden. Gutes Omen: Zu Oktoberfest-Zeiten siegt der Hausherr Bayern meist in der Allianz Arena.

In den restlichen Begegnungen bisher in der Liga A der Nations League stachen heraus, dass Belgien 2:0 in Italien siegte, Frankreich 1:0 in der Türkei, England unterlag Spanien mit 2:3, dabei erzielte Torjäger Harry Kane ein Tor, verschoss allerdings einen Elfmeter, weil er ausrutschte. Beim 2:1-Sieg von Portugal in Norwegen war Star Cristiano Ronaldo beleidigt, weil er nur auf der Bank saß, so verweigerte nach dem Spiel einen Gruß an die Fans. Übrigens: Nur der Erste und Zweite kommen sicher weiter, als Vierter droht der Abstieg.

Frauen-Spitzenklubs im Stress

Vier Spiele in zwölf Tagen – die Spitzenklubs bei den Fußball-Frauen befinden sich im Stress. Verständlich also, dass Bayern-Trainer Barcala im DFB-Pokal beim Zweitligisten Gladbach einige Stars schonte. Das ging allerdings fast schief, die Borussia führte lange 1:0, ehe die Kanadierin Vanessa Gilles mit zwei Treffern die Wende schaffte. Da waren die Bayern glücklich. Unglücklich waren sie ein paar Tage zuvor beim 2:2 gegen Manchester City in der Champions League. Sie gaben unnötig den Sieg aus der Hand und hätten in ihrer neuen Heimstätte, dem Sportpark in Unterhaching, gern mehr als 6000 Zuschauer begrüßt. Jetzt am Mittwoch steht die nächste Aufgabe in deer CL bei Benfica Lissabon an und am Samstag folgt in der Bundesliga das Schlagerspiel gegen den Tabellenzweiten Eintracht Frankfurt.

Der VfL Wolfsburg hatte es leichter und übte sich im Toreschießen. Mit 6:1 fertigten die Wölfinen Sturm Graz in der Europa League ab, 6:0 gewannen sie im Pokal beim SC Sand. Eintracht Frankfurt erzielte im Pokal in Karlsruhe ebenfalls sechs Treffer (6:1), schaffte in der EL bei Häfnarfjördur aber nur ein 1:0. Am Mittwoch stehen für Wolfsburg und Frankfurt die Rückspiele in der 2. Qualifikationsrunde an.

Im DFB-Pokal wurde gleich das Achtelfinale ausgelost, dabei kommt es zum Schlagerspiel Bayern München – Bayer Leverkusen. Außerdem spielen vom 31. 10 – 2. 22. Mainz – Bremen, Wolfsburg – Hoffenheim, Stuttgart – Essen, Köln – Leipzig, Freiburg – Jena, Hamburg – Union Berlin, Nürnberg – Frankfurt.

München ist Deutschlands Olympia-Hoffnung

Der Jubel war groß, als der Sieger des deutschen Wettbewerbs um die Olympiastadt ausgerufen wurde. Favorit München gewann gegen den einzigen verbliebenen Konkurrent Köln-Rhein-Ruhr mit 91:50 Stimmen deutlich. Im Kurhaus von Baden-Baden feierte die bayerische Delegation und rief dazu auf, dass ganz Deutschland hinter der Bewerbung stehen müsse. Das wird so sein und München hat einige gute Argumente, um auch das IOC zu überzeugen: Tolle internationale Wettbewerbe bereits organisiert (siehe Olympia 1972), viele bestehende Sportstätten, kurze Wege. Dennoch sind die Erfolgsaussichten ziemlich vage, denken wir nur daran, dass Deutschland bereits siebenmal bei Olympia-Bewerbungen krachend verloren hat.

Jetzt soll es besser laufen für 2036, 2040 oder 2044. Aber beim IOC weiß man nie, wohin die Gedanken gehen, allerdings sollen die Abmachungen im stillen Kämmerlein Vergangenheit sein. So wurden nämlich die Spiele 2028 nach Los Angeles und 2032 nach Brisbane vergeben. 2029 soll nun die Entscheidung über 2036 und eventuell gleich mit für 2040 fallen. München hat in jedem Fall bei jeder Jahreszahl starke Konkurrenz. 2036 könnte Asien zum Zug kommen, da gilt Indien als Favorit, aber auch Katar macht sich Hoffnungen. Europa wird allerdings dabei sein, Budapest hat Interesse, dazu ist Istanbul im Gespräch.

Die Konkurrenz könnte übersichtlicher, aber nicht kleiner werden, wenn die Spiele nach Indien oder Katar gehen, dann wäre wohl 2024 Europa an der Reihe. Da müsste sich München neben Budapest, mit Madrid oder eventuell Lissabon auseinandersetzen. Die Chancen sind dann auf jeden Fall gut. Eine Austragung 2036 hat in Deutschland sowieso nicht Priorität, weil das genau 100 Jahre nach den Nazi-Spielen 1936 in Berlin wäre.

Zunächst darf in München gejubelt und gefeiert werden, dann beginnt aber auch die Arbeit. International wird die Stadt Werbung für sich machen, das kostet zwar viel Geld im Vorfeld von Olympia, aber ist eigentlich eine fast unbezahlbare Reklame für Bayerns Metropole. Auf zehn Milliarden Euro schätzt der neue OB Krause die Kosten für Olympia, wobei die Verbesserung der Infrastruktur sofort angegangen werden soll, ob man die Spiele bekommt oder nicht. So wird München also auf jeden Fall ein Gewinner Olympias sein…