Für einige Bundesliga-Klubs heißt es jetzt schon: Wohin führt der Weg?
von knospepeter
Es sind gerade erst sechs von 34 Spieltagen vorbei, da herrscht bei einigen Vereinen schon Unruhe, was die weitere Zukunft in der Bundesliga angeht. Sie fragen sich: Wohin führt der Weg? Noch drei Spieltage stehen bis zur nächsten Länderspielpause auf dem Programm, bis dahin sollte es Antworten geben!
Meister Bayern München machte deutlich, wohin der Weg führt, das 6:1 gegen Leipzig war ein Statement. Freiburgs Niederlage in Leverkusen ebnete den Weg zurück an die Tabellenspitze. Der weitere Weg ist wieder vorgezeichnet, allerdings steht den Kompany-Schützlingen eine harte Woche bevor mit Arsenal London als Gegner in der Champions League und dem Kräftemessen mit dem entthronten Tabellenführer am Sonntag im Schwarzwald. Aber die Bayern zeigen sich gerüstet, boten ihre beste Leistung der Saison. Anders sieht es bei der punktgleichen Borussia aus Dortmund aus, die Anfangseuphorie dämpften drei sieglose Spiele inklusive der ersten Saison-Niederlage in der CL bei Bodö/Glimt. Das 0:0 bei Union Berlin war ernüchternd, von einem Rückfall in alte Zeiten ist die Rede. Eine Antwort kann das Team am Dienstag in der CL beim Nobody Sabah geben und am Samstag gegen Frankfurt.
Wohin führt der Weg fragt man sich auch in Augsburg, vor kurzem noch Tabellenführer, jetzt nur noch drei Punkte vom Relegationsplatz entfernt. Was schief laufen kann, lief schief, sinnbildlich das Elfmeter-Spektakel in Elversberg. Vier Strafstöße pfiff Schiedsrichter Dr. Exner, nur einmal, am 11. September 1965 bei Gladbach – Dortmund (4:5), gab es mehr. Den fünften Elfer hätten die Augsburg in der letzten Sekunde gern gehabt, er wurde ihnen verwehrt. Jetzt aber die Frage: Steht der FCA wirklich vor einer ruhigen Saison oder gibt es wieder Abstiegskampf? Die erste Antwort gibt es am Samstag gegen den Vorletzten Union Berlin.
Die Berliner gehören zu den Mannschaften, die bisher die Erwartungen nicht erfüllen konnten. Immerhin haben sie wie die Aufsteiger Paderborn und Schalke fünf Punkte, die ebenso enttäuschten Teams Hoffenheim und Stuttgart haben gerade einen mehr auf dem Konto. Auch da heißt es, wohin führt der Weg, wirklich, wie gewünscht, nach oben? Hoffenheim schöpft nach dem 2:1 in Gladbach Zuversicht, aber es war halt der Tabellenletzte, jetzt geht es gegen Leverkusen. Der VfB hatte sich schon in Hamburg mehr erwartet, holte sich aber eine 0:1-Niederlage ab. Wenn jetzt gegen das Schlusslicht nicht gewonnen wird, gegen wen dann? In Mönchengladbach herrscht Ratlosigkeit. Verletzungen schwächen das Team und der neue Trainer Alexander Blessing findet nicht die Tür zum Erfolg. Ein bisschen stabilisiert hat er die Mannschaft, aber das reicht nicht. Nach Stuttgart geht es zu Hause gegen Paderborn, so etwas wie die letzte Chance. Sonst geht der Weg in die Zweitklassigkeit!
Reden wir aber von Erfreulicherem, nämlich Rekorden in der Bundesliga. Da steht Harry Kane immer im Mittelpunkt, es stand schon fest, aber jetzt hat der Engländer wirklich sein 100. BL-Spiel absolviert, zum Jubiläum einen Treffer erzielt und jetzt steht der neue Rekord für die meisten Tore in 100 Begegnungen bei 102! Er hat die alte Bestmarke pulverisiert, Timo Konietzka (Dortmund) hielt sie mit 72 Toren! Hat es Kane heute wirklich leichter? Er ist eher ein besonderes Phänomen! Aber nicht nur die Bayern sind für Rekorde zuständig, Werder Bremen zeigte in den letzten Spielen besondere Moral und holte dreimal hintereinander einen 0:2- Rückstand auf. Das gab es noch nie! „Hauptschuldiger“ war Heimkehrer Niklas Füllkrug der mit sechs Treffern auch die Torschützenliste anführt. Gleichauf Patrick Schick, der seine Tore gleichmäßig verteilt hat, er traf in allen sechs Spielen und holte sich bei Bayer Leverkusen den Vereinsrekord. Er übertrumpfte damit die Bayer-Stürmer der Vergangenheit, nämlich Berbatov (2005/06) und Kießling (2009/10).
Besondere Schlagzeilen gibt es in Frankfurt. Die Eintracht verliert ihren Sportvorstand Markus Krösche (46), der sich am Wochenende mit dem Verein auf eine Freistellung von seinem bis 2028 laufenden Vertrag geeinigt hat. Am Montag wurde der Manager bei der Mitgliederversammlung mit Applaus bedacht bzw. wohl verabschiedet. Er ist, wie schon im Sommer, bei AC Mailand im Gespräch und soll Milan wieder in die Champions League führen. Bei der Eintracht hat er lange Zeit sehr erfolgreich gearbeitet, diesmal aber funktionierten die Transfers im Sommer nicht. Als Nachfolger ist unter anderem Fredi Bobic im Gespräch, von 2016 bis 2021 bei der Eintracht.
CL: Das Duell der Meister
Die Spitzenklubs müssen wieder in Europa ran, dabei sticht in der Champions League das Duell der Meister von Deutschland und England ins Auge. Die Bayern erwarten am Mittwoch Arsenal London und sinnen natürlich auf Revanche, im Vorjahr hatten sie mit 1:3 in London ihre einzige Niederlage in der Ligaphase erlitten. Die Vorzeichen, dass es zu Hause besser läuft sind gut: Seit Dezember 2013 haben die Münchner kein Heimspiel in der Gruppen- bzw. Ligaphase verloren und dabei auch dreimal Arsenal geschlagen. Doch Vorsicht, Arsenal ist der einzige Klub, der bisher in der CL noch keinen Gegentreffer hinnehmen musste. Die Bayern lieferten sich dafür in Stavanger ein heißes 3:3 und verloren damit an Boden. Jetzt wollen sie den Aufwärtstrend vom Wochenende bestätigen, müssen aber auf Flügelflitzer Olise verzichten, der in Norwegen mit Gelb-Rot vom Platz musste.
Von den Bundesligisten schnitt bisher der VfB Stuttgart am besten ab, ganz im Gegenteil zur nationalen Liga. Nur der VfB hat sechs Zähler auf dem Konto, Dortmund und Leipzig nur je drei mit je einer Niederlage und Sieg. Die Borussia erlebte bei Bodö/Glimt im Norden eine böse Überraschung und verlor 0:1. Jetzt soll es beim Nobody in Sabah besser laufen, der Gegner siegte aber zuletzt gegen Slavia Prag mit 2:0. Stuttgart und Leipzig tragen ein Duell mit Madrid aus, der VfB erwartet am Dienstag Atletico, seine erste harte Prüfung, RB muss am Mittwoch zu Real und hat dort einiges gutzumachen. Zuletzt hat sich RB gegen Real achtbar aus der Affäre gezogen, schied zum Beispiel 2024 im Achtelfinale mit 1:1 und 0:1 nur knapp aus. Jetzt lastet aber das 1:6 von München auf den Demichelis-Schützlingen, der solche Fehler, wie den Einsatz des sonstigen Bankdrückers Lukas Klostermann, nicht mehr machen darf. Dann wird der Trainer wieder in Frage gestellt.
In der Bundesliga der Frauen gab es im Duell der Verfolger der beiden Spitzenteams keinen Sieger. Leverkusen und Frankfurt trennten sich 1:1 (Tore Gonzales/Freigang), so dass die Eintracht ihren dritten Platz erfolgreich verteidigen konnte. Immer noch ohne Punktgewinn ist Neuling Mainz 05, der gegen Wolfsburg mit 0:5 unterlag.