Der Sport – Grantler

Kommentare rund um Fußball und anderen Sport

Tag: Gianni Infantino

Viele offene Fragen sorgen für Spannung 2019

Es gibt keine Olympischen Spiele und keine Fußball-Weltmeisterschaft – 2019 ist wieder eines dieser „Zwischenjahre“ ohne die ganz großen Ereignisse. Das Sportjahr 2019 verspricht aber dennoch Spannung, denn es stehen viele offene Fragen im Raum und außerdem bleibt es immer spannend, zu verfolgen, mit welchen kruden Ideen manche Funktionäre die Öffentlichkeit suchen. So ist eine der interessanten Fragen, ob FIFA-Präsident Infantino es schafft, den Fußball für viel Geld (wohl auch in die eigene Tasche) zu verkaufen…

Aber bleiben wir bei den sportlichen Fragen. Sie betreffen zum Beispiel die deutschen Fußball-Nationalmannschaften. Die Frauen haben eine neue Trainerin, die Männer noch ihren alten Coach. Die Frauen sind bei der Weltmeisterschaft vom 7. Juni bis 7. Juli in Frankreich gefordert und die „Neue“ wird sich beweisen müssen. Martin Voss-Tecklenburg soll nach dem Tiefpunkt unter Steffi Jones wieder an die Erfolge von Silvia Neid anknüpfen, der Titelgewinn wäre allerdings eine unerwartete Krönung. Da hat es Jogi Löw leichter, von ihm und seiner Mannschaft wird nur die problemlose Qualifikation zur Europameisterschaft 2020 verlangt. Nun gut, das sollte gegen die Niederlande, Weißrussland, Estland und Nordirland gelingen, da Platz zwei reicht. Allerdings sind da Siege nicht alles, sondern es soll auch eine Weiterentwicklung der DFB-Elf zu alter Stärke erkennbar werden, zum Beispiel mit einer erfolgreichen Revanche gegen die Niederlande. Wird am Ende des Jahres Löw wieder zum „Erfolgstrainer“ werden oder ist er dann endgültig gescheitert? Spannend.

Offene Fragen machen aber auch andere große Sportarten bzw. Meisterschaften und Turniere spannend. So schauen nicht nur die deutschen Tennis-Fans auf Angelique Kerber, welche Stellung 2019 in ihrem Auf und Ab einnimmt, 2016 schoss Kerber mit zwei Grand-Slam-Siegen nach oben, 2017 verzweifelte sie, 2018 gewann sie Wimbledon. 2019 wollen wir sie nicht verzweifelt sehen… Auch die Golf-Fans schauen gespannt auf das neue Jahr, nachdem Hero Tiger Woods sein Comeback als Turniersieger feiern konnte. Schafft er jetzt auch das Sieges-Comeback bei einem Major-Turnier? Vier Siege fehlen ihm hier noch zur Unsterblichkeit. Wenn nur die Gesundheit mitspielt.

Ansonsten bietet auch 2019 alle Welt- Europameisterschaften von den Verbänden, die auf die jährliche Ausrichtung nicht verzichten wollen, die Biathlon und Eishockey zum Beispiel. Einige Highlights stechen zudem hervor, so ist ein ungerades Jahr immer ein WM-Jahr im Wintersport, vorrangig die alpine Ski-WM vom 5. bis 17. Februar in Are/Schweden und die nordische WM vom 22. Februar bis 2. März im österreichischen Seefeld. Den Start an attraktiven WM-Turnieren macht aber Handball mit der Weltmeisterschaft vom 10. bis 27. Januar in Dänemark und Deutschland. Da träumen deutsche Fans schon wieder von einem Wintermärchen wie 2007, als Deutschland Weltmeister wurde. Heiß wird es bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft, die vom 27. September bis 6. Oktober in Doha/Katar ausgetragen wird. Wieder also ein Verband, der in die Fänge der Pedro-Dollars der Scheichs geriet. Manche Wettbewerbe werden wegen der zu erwartenden Hitze erst um Mitternacht unserer Zeit entschieden.

Am Anfang des Sportjahres steht wie immer auch der Super Bowl, das Finale der American-Football-Profiliga NFL, eines der größten Sportereignisse der Welt, TV-Quoten-Hit in den USA. Ausgetragen diesmal in Atlanta. Die Formel 1 möchte auch gern ein Weltereignis sein, gastiert deshalb überall in der Welt. Deshalb bietet sie diesmal auch etwas Besonderes, nämlich 21 Rennen vom 17. März in Melbourne bis 1. Dezember (Finale spät wie nie) in Abu Dhabi. Aktualisiert wird wieder das technische Reglement, eine offene Frage ist, ob es mal wieder einen neuen Weltmeister gibt, zum Beispiel bei einem Comeback von Ferrari.

Bei allen nationalen und internationalen Meisterschaften werden uns die Schattenseiten des Sports auch 2019 wieder begleiten. Die Doping-Diskussion wird nicht enden, wir dürfen aber auch nicht glauben, dass ein entscheidender Durchbruch zu mehr Ehrlichkeit und Gerechtigkeit gelingt. Eine offene Frage für alle ist doch immer, ist der Sieger gedopt oder nicht? Ähnliches gilt auch für das Wirken der Sport-Funktionäre, die immer noch nicht eingesehen haben, dass der Sport vor allem den Menschen, den Fans, gehört und nicht einigen abgehobenen und geldgierigen Funktionären und Milliardären, die sich im Glanze des Sportes präsentieren wollen. Auch die Hooligans mit ihren Schlägertruppen werden uns weiter beschäftigen, schlimmstenfalls wird der Sport sogar Zielscheibe des Terrors. Auch der Spitzensport ist schließlich Teil einer immer unsicherer werden Welt. Da hilft nur Aufmerksamkeit oder aber ein gewisser Verdrängungsmechanismus, der uns eins lässt: Den Spaß am Sport.

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Duell Dortmund – Bayern: Es geht um alles!

In der Fußball-Bundesliga sind erst zehn von 34 Spieltagen absolviert, doch das Gipfeltreffen Borussia Dortmund – Bayern München am Samstag (18.30 Uhr) hat bereits den Charakter eines Endspiels. Es geht um alles – vor allem natürlich für den FC Bayern, der als Titelverteidiger dem Rivalen aus dem Ruhrpott hinterher hechelt und am vergangenen Wochenende mit dem 1:1 gegen Freiburg nicht nur Boden verloren hat, sondern auch den Rückkehr der Krise verkraften muss. In Dortmund sieht es ganz anders aus, quasi das Gegenteil ist der Fall: In 15 Pflichtspielen ist die Borussia unter dem neuen Trainer Lucien Favre noch ungeschlagen, Höhenflug statt Krise also. Gewinnt Dortmund, kann es den Vorsprung auf sieben Punkte ausbauen!

Rückblende: In den letzten sieben Jahren waren die Bayern nach dem 10. Spieltag jeweils Tabellenführer! Schlechter sah es nur in der Saison 2010/11 aus, mit Platz 7 und 10 Punkten Rückstand auf Borussia Dortmund. Trainer war damals Louis van Gaal. Am 11. Spieltag gab es ein 3:3 in Gladbach, mit dem Abrutschen auf Platz 9 und12 Punkte Rückstand auf Dortmund.

Früher hieß es bei dem Star-Ensemble der Münchner, diese Mannschaft könnte auch der Platzwart trainieren. Man sah zuletzt, dies gilt nicht mehr. Niko Kovac hat sein „Meisterstück“ mit dem Pokalsieg mit Eintracht Frankfurt (gegen die Bayern!) gemacht und sich damit empfohlen. Mit der Ansammlung der Stars hat er aber offensichtlich seine Probleme. Verloren gegangen ist der spielerische Glanz, mit dem die Bayern einst unter Pep Guardiola beeindruckten, weggeblasen ist das Selbstbewusstsein, das „mia san mia“, das noch unter Jupp Heynckes zum Titelgewinn führte. Abgelöst wurde es von Unsicherheit und Unzufriedenheit, „Markenzeichen“ heute sind schlampige Pässe, Fehler in der Abwehr und mangelnde Chancenverwertung. Klingt eigentlich nach den Sorgen eines Absteigers.

Bezeichnend: Nationaltorhüter Manuel Neuer bekommt kaum einen Ball zu fassen, von den letzten zehn Schüssen waren acht im Netz. Torjäger Robert Lewandowski ging die Selbstverständlichkeit verloren, bei einer entscheidenden Szene vor dem Freiburger Tor musste er nachdenken, ob er den linken oder rechten Fuß nimmt – Chance vorbei. Wenn ein Torjäger nachdenkt, trifft er nicht. Die Versetzung von Joshua Kimmich als Thiago-Ersatz (im Pokalspiel verletzt) ins Mittelfeld erwies sich als Flop, Kimmich produzierte fast nur Fehlpässe, aber Kovac reagierte nicht. Ein Problem ist auch, dass Sportdirektor Hasan Salihamidzic keine Führungsstärke zeigt, um dem Trainer zur Seite zu stehen, die Spieler an die Kandare zu nehmen. Vier Heimspiele in Folge konnten die Bayern jetzt nicht gewinnen, wenn das keine Krise ist. Das lässt auch nichts Gutes erahnen für das Champions-League-Spiel am Mittwoch gegen AEK Athen, obwohl die Bayern das Hinspiel mit 2:0 gewannen. Auswärts sind sie auch in der Bundesliga noch das stärkste Team. Ein Hoffnungsschimmer für Dortmund?

Eins ist sicher: In Dortmund geht es um alles. Es folgt die Länderspielpause und damit Zeit für die Verantwortlichen, sich nach einem Nachfolger für Niko Kovac umzusehen, der die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur bringt (Jupp Heynckes wird es wohl kaum sein!). Nur ein Sieg rettet wohl den Coach. Er muss seinem Team endlich seine Handschrift verpassen, er muss taktisch zeigen, dass er der Aufgabe gewachsen ist. Dortmund hat in dieser Woche auch die Leichtigkeit verloren, aber der Tabellenführer machte das, was bisher die Bayern auszeichnete und zum Erfolg führte: Schlechte Spiele dennoch gewinnen.

Von Siegen träumen auch andere Teams, am Tabellenende drohen die Schlusslichter Stuttgart und Düsseldorf (die kurioserweise beide 0:3 verloren und gleichauf blieben) und Hannover (mit sechs Punkten einen Zähler mehr) den Anschluss nach oben zu verlieren. Die Saison ist zwar noch lang, aber sie wird besonders schwer, wenn der Rückstand zu groß wird. Insofern stehen da auch zwei „Endspiele“ an, nämlich Nürnberg gegen Stuttgart und Hannover gegen Wolfsburg, Für Düsseldorf könnten die Punkte gegen Hertha BSC besonders hoch hängen.

Hirngespinst „Super League

Geht es auch für die Bundesliga um alles? In den letzten Tagen geisterte wieder einmal das Hirngespinst einer europäischen „Super League“ durch die Medien. Offensichtlich arbeitet vor allem Real Madrids Vereinsboss Perez an der Umsetzung einer alten Idee der Spitzenklubs, die immer wieder aufmucken, weil sie sich mit dem „Fußvolk“ der nicht ganz so großen Vereine nicht abgeben wollen. Doch der Drang nach der große Kasse wurde bisher immer von der Vernunft und der Realität gebremst und so wird es auch diesmal wieder sein. Allein die gesamte Organisation würde in Unordnung geraten, die Pläne-Schmieder konnten nicht beantworten, was zum Beispiel mit den Nationalspielern passiert, wenn sie die Verbände verlassen wollen. Eine eigene Luxus-Liga gerät schnell an ihre Grenzen.

Und so wird es auch für die Bundesliga nicht um alles gehen, auch wenn Beteuerungen aus Dortmund und München, die nationale Liga nicht verlassen zu wollen, keineswegs eine Garantie für die Zukunft sind. Die Super League könnte nur an die Stelle der Champions League treten, wäre aber auf Dauer selbst bei großer Gewinn-Marge am Ende sportlich und gesellschaftlich eher ein Verlustgeschäft.

Dem Fußball würde es mehr helfen, wenn sich auch die geldgierigen Vereinsbosse damit beschäftigen würden, Korruption und unlautere Geschäfte zu ahnden bzw. zu verbannen. Was rund um FIFA-Präsident Infantino erneut an die Öffentlichkeit kam, lässt nur einen Schluss zu: Beim Weltverband wurde unter dem neuen Präsidenten alles nur noch korrupter und schlechter. Eine Tatsache, die nach der Ära Josef Blatter eigentlich als undenkbar schien. Aber das wurde hier schon oft angeprangert.

Am Ende der WM gibt es nur Gewinner

Im Regen ging die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 am Sonntag in Moskau zu Ende, aber der Fußball ging nicht baden. Ganz im Gegenteil, die WM in Russland lief besser ab als befürchtet, die unerwarteten Erfolge des Gastgebers sorgten für gute Stimmung, Putins Reich zeigte sich von seiner besten Seite. Am Ende der WM gibt es eigentlich nur Gewinner, auch wenn sich das im Endspiel unterlegene Kroatien natürlich nicht als solcher fühlen wird.

Gewinner Nummer 1 ist natürlich Weltmeister Frankreich. Es war eine Punktlandung mit dem Titel genau 20 Jahre nach dem ersten Pokalgewinn. Trainer Didier Deschamps ist eine Meisterleistung geglückt, er hat aus einem Haufen talentierter Spieler eine echte Mannschaft geformt (dass, was eben Jogi Löw mit Deutschland nicht geschafft hat). Bestes Beispiel ist die Wandlung von Paul Pogba vom Problemfall zum Mittelfeldstrategen, zur Führungsfigur. Frankreich ist ein würdiger Weltmeister mit einem kompakten Team, aus dem immer wieder der eine oder andere Star heraus stach. Deschamps selbst ist der Dritte der den Titel als Spieler und Trainer holte, der Kapitän der 98er-Weltmeister schloss auf zu dem Brasilianer Zagallo und dem Deutschen Franz Beckenbauer, die bisher als Einzige als Spieler und Trainer erfolgreich waren.

Gewinner Nummer 2 ist trotz Final-Niederlage Kroatien. Das kleine Land kam ganz groß raus und war erfolgreich wie nie. Kleiner Trost, dass es doch noch einen Sieger in den eigenen Reihen gab, denn Kapitän Luka Modric wurde als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet. Die Erfahrung war der Trumpf der Kroaten, gleichzeitig sollte man wohl die Einmaligkeit des Ereignisses feiern, es wird schwer werden, diesen Erfolg in naher Zukunft zu wiederholen.

Gewinner Nummer 3 ist der Dritte, nämlich Belgien. Als die Belgier in der Vorrunde England mit 1:0 besiegten, da wurde dies eher als Unfall gewertet, weil sie sich damit einen schweren Weg ins Finale bescherten. Am Ende trafen sie im Spiel um Platz drei wieder auf England und siegten mit 2:0. Doch bei ihnen geht der Blick in die Zukunft, der größte Teil de Mannschaft befindet sich im besten Fußball-Alter, sie haben mit Kapitän Eden Hazard und Kevin de Bruyne Stars, die den Unterschied ausmachen können. Es ist kein Größenwahn, wenn sie davon sprechen, bei den nächsten Turnieren mehr erreichen zu wollen.

Gewinner Nummer 4 ist England, ja auch der Geschlagene im kleinen Finale kann sich als Gewinner fühlen, denn auch die Mannschaft von Trainer Gareth Southgate hat Werbung für sich betrieben, hat für gute Stimmung im Land gesorgt und gilt als Team der Zukunft. So gelten auch die gleichen Ziele wie in Belgien: Es soll weiter nach oben gehen. Kann es auch.

Gewinner Nummer 5 ist der Videobeweis. Was gab es im Vorfeld angesichts des Chaos vor einem Jahr beim Confed-Cup für Unkenrufe, stattdessen lief es fast perfekt, was eigentlich einem Wunder gleichkommt. Der Videobeweis wurde nur dezent eingesetzt, war dann eine Hilfe und sorgte für Gerechtigkeit. Er darf damit als Vorbild für die Bundesliga gelten. Auch hier muss der DFB also lernen.

Gewinner Nummer 6 ist natürlich Gastgeber Russland, die Stimmung im Land war gut, die Fans aus aller Welt konnten sich fast in einem freiheitlichen Land fühlen, das Putin-Russland verstellte sich nahezu perfekt. Dazu hat die Organisation gestimmt, aber es war natürlich übertrieben, dass FIFA-Boss Infantino von der „besten Weltmeisterschaft aller Zeiten“ sprach. Mit dieser Feststellung hat der Schweizer eher gezeigt, dass seine Aussagen nur auf PR gemünzt sind und nicht auf Wahrheiten. Dennoch, ein kleines Sommermärchen erlebte auch Russland, es wird spannend sein, zu sehen, inwieweit die Bevölkerung in Zukunft Veränderungen bemerkt.

Gewinner Nummer 7 ist der FIFA-Präsident Gianni Infantino selbst. Der Schweizer war überall präsent, gefiel sich neben den Mächtigen der Welt und lächelte in jede Kamera. Er wollte alle Stadien besuchen und alle Mannschaften sehen. Sein Auftritt war eine einzige Werbetour, die eigentlich als abstoßend bezeichnet werden muss. Dennoch war „Der Lächler mit dem Messer“, wie er bezeichnet wurde, ein Gewinner. Ein Gewinner nämlich in seinem persönlichen Ziel, bei der nächsten Wahl wiedergewählt zu werden.

Von Verlierern wollen wir heute nicht mehr reden, aber es wird spannend sein, zu sehen, wie in Deutschland, Brasilien, Spanien und Argentinien die Enttäuschung verarbeitet wird. Auch die Zukunft bleibt spannend, sind doch die Diskussionen um die Erweiterung der WM nicht beendet. Für 2026 ist die Aufstockung von 32 auf 48 Nationen beschlossen, aber Infantino lässt nicht locker, die Welt schon 2022 in Katar damit zu „beglücken“. Was wiederum zeigt, dass es Infantino nicht um den Fußball geht, sondern um seine Macht. Eigentlich ist für einen FIFA-Präsidenten nicht haltbar, eine einmal vom Verband getroffene Entscheidung in Frage zu stellen, zum anderen bringt die WM 2022 im Winter genügend Probleme, da braucht es keine Ausweitung. Aber Vernunft kommt in Infantinos Werbetour nur selten vor.

Eine glückliche Fügung gibt es übrigens für die im September startende Nations League, die ja auch mit viel Skepsis begleitet wird. Einen besseren Start als mit dem Duell des neuen Weltmeisters gegen den alten kann sich die UEFA allerdings nicht wünschen. So kommt am 6. September in München beim Spiel Deutschland – Frankreich auch auf Jogi Löw beim Neuanfang gleich eine große Imageaufgabe zu. Da sollte seine Analyse von der WM-Pleite wirklich gründlich ausfallen.

Es ist ja fast nicht zu glauben, aber am Rande der Fußball-Weltmeisterschaft gab es sogar noch Sportarten, die den Fußball ein wenig verdrängen konnte. Deutschland feierte seine Tennis-Königin Angelique Kerber, die als Wimbledon-Siegerin den Fußball zumindest in Deutschland die Show stahl, und Deutschland freute sich auch über Rad-Star John Degenkolb, der sich seinen Traum von einem Etappensieg bei der Tour de France erfüllte. Beide Sportler erlebten ein großartiges Comeback nach Formtief bzw. Verletzungspause. Es wurde also deutlich, es gibt nicht nur Fußball.

Es folgt in dieser Woche noch ein Kommentar darüber, wie sich der Fußball nach der WM verändern wird.

Gefahr: Wenn es im Sport nicht mehr um den Sport geht

So lieben wir den Sport: Emotionen pur, spannende Wettkämpfe, überraschende Ergebnisse, strahlende Sieger und wir haben Mitleid mit traurigen Verlierern. So wollen wir den Sport nicht: Doping, Korruption, Betrug von Funktionären, Sucht nach Macht, Geldgier und Ausschreitungen von den Fans. Doch die Gefahr ist groß, dass wir den ursprünglichen Sport verlieren, vor allem im Profibereich. Immer mehr geht es dort gar nicht mehr um den eigentlichen Sport. Die Athleten selbst geraten zur Staffage einer Unterhaltungsindustrie. Der Sport-Grantler zeigt einige der Gefahren auf.

Christopher Froome: Der britische Radrennfahrer ist das aktuelle Beispiel dafür, wie der Sport mit Füßen getreten wird. Froome trat nicht nur in die Pedalen, er trat auch auf das Fair Play, das eigentlich Grundvoraussetzung für einen ehrlichen Sport ist. Die Funktionäre des Weltverbandes UCI machten sich zu Handlangern von Dopern, als sie Froome die Freigabe für den Giro d’Italia gaben. Froome war im Vorjahr bei der Vuelta in Spanien des Dopings überführt worden, er hatte das Doppelte der erlaubten Menge des Asthmamittels Salbutamol eingenommen. Angeblich ist der Tour-de-France-Sieger asthmakrank und darf das Medikament einnehmen. Seine Anwälte verhindern eine Dopingsperre seit September 2017, der UCI wird mit seiner Untersuchung nicht fertig und lässt Froome fahren, anstatt ihn bis zur endgültigen Klärung vorläufig zu sperren. So trat Froome beim Giro an, fuhr erst hinterher und beeindruckte dann mit einem Husarenritt über 80 Kilometer, als er die Konkurrenz düpierte und die Führung übernahm. Wie viel Salbutamol hat er wohl genommen? Der Sportfan wundert sich und wendet sich angeekelt ab. Mit fairem Sport hat das nichts zu tun.

Geldgier der Funktionäre: FIFA-Präsident Infantino steht nicht allein da bei seiner Gier nach den Millionen (siehe Kommentar vom 23. Mai). Immer öfter glänzen Verbandsfunktionäre damit, dass sie vor allem Geld für sich und den Verband scheffeln wollen. Die Fairness bleibt auf der Strecke. Typisches Beispiel Biathlon-Präsident Anders Besseberg, der das russische Doping-System gedeckt haben soll. Der Norweger und seine deutsche Generalsekretärin Nicole Resch verkauften offensichtlich ihren Sport (das Verfahren läuft noch) und verrieten damit die Sportler. Vom Sport, von den Wettkämpfen, ist nicht mehr die Rede. Mehr aber von Betrug, Verrat und Korruption. Biathlon steht nicht alleine da, auch in der Leichtathletik und in anderen Verbänden sind entsprechende Verfehlungen schon ans Tageslicht gekommen.

Diktat des Fernsehens: Natürlich geht es bei dem Verkauf von Fernsehrechten um den Sport, aber der Sport selbst ist nur das Vehikel, um Gewinn zu erzielen, um hohe Einschaltquoten zu generieren und entsprechende Werbeeinnahmen zu erzielen. Umso attraktiver der Sport, umso höher die Zahlungen, die manchmal schon schwindelerregende Höhen erreicht haben, siehe den Profi-Fußball in England. Hier geht es nur noch um das Geld, die Anstoßzeiten werden nach den Wünschen des Fernsehens festgelegt, der Fan hat sich zu fügen. Er ist dennoch willkommen – als Stimmungsmacher, als Teil des Events. Eigentlich müsste er dafür freien Eintritt bekommen.

Pyrotechnik und Ultras: Vielleicht ist das die Reaktion der Fans, dass sie den Profi-Fußball für ihre eigene Unterhaltung missbrauchen. Sie brennen Pyrotechnik trotz Verbote ab und scheren sich auch ansonsten nicht um Regeln oder Mitzuschauer. Sie machen ein Spiel zu ihrem Spaßfaktor und notfalls wird das Stadion oder das Umfeld auch zur Kampfarena, um mit einem verfeindeten „Fan-Klubs“ abzurechnen. Der Fußball interessiert nur am Rande, denn sonst würden diese Chaoten dem Spiel manchmal nicht minutenlang den Rücken zuwenden. Die Sucht nach Macht wird auch bei den Ultras deutlich, die oft genug betonen, „uns gehört der Verein“, Beispiel Hannover 96 in der Bundesliga.

Die verkauften Olympischen Spiele: Man darf sich fragen, wie denn die Zukunft des Sports aussieht. Die Bevölkerung in vielen Ländern hat schon eine Antwort gegeben, als es um die Austragung von Olympischen Spielen ging. Früher war man stolz, so ein Großereignis ausrichten zu dürfen, heute zeigt man Olympia die kalte Schulter, weil das IOC vor allem kassieren will, der Ausrichter aber die Kosten tragen soll, ohne Rücksicht auf Verluste. Das macht heute die Bevölkerung nicht mehr mit, Schluss ist mit den verkauften Spielen.

Nur einige Beispiele wurden aufgezeigt, um wieder einmal auf die Gefahr hinzuweisen, dass es gar nicht mehr um den eigentlichen Sport geht, wenn von Großereignissen im Sport die Rede ist. Der Sport-Grantler wird das Geschehen weiter aufmerksam verfolgen und Auswüchse anprangern.

Infantino und die Gier nach den Millionen

Als der Schweizer Gianni Infantino seinen Landsmann Sepp Blatter als FIFA-Präsident abgelöst hatte, sollte beim Fußball-Weltverband eigentlich alles besser werden, nämlich transparenter, ehrlicher, volkstümlicher – zurück zum Fußball als Volkssport. Das Gegenteil ist eingetreten, es wurde noch schlimmer, auch der neue Präsident sieht die FIFA vor allem als Gelddruckmaschine, es wurde noch verworrener, noch geheimnisvoller, von Transparenz keine Rede. Dahinter steckt Gianni Infantino und seine Gier nach den Millionen. Kurz vor der WM wird nicht nur über den Sport geredet.

Bezeichnend die Geheimhaltung um ein Konsortium, das 25 Milliarden Dollar zahlen will für 13 Jahre, von 2021 bis 2033, für die Austragung einer Klub-Weltmeisterschaft mit 24 Mannschaften (alle vier Jahre ab 2021) und eine weltweite Nations League nach Vorbild des jetzt in Europa neu eingeführten Wettbewerbs. Wer hinter diesen Plänen steckt, will Infantino nicht sagen, er versteckt sich hinter einer „Geheimhaltungsvereinbarung“. Da kann man nur sagen, die Milliarden haben dem Präsidenten das Gehirn vernebelt, er ist in seinem Amt zur Offenlegung verpflichtet! Die FIFA-Gremien und die Öffentlichkeit müssen wissen, was hier verhandelt wird. Mit Gesprächen in Hinterzimmern wirbt Infantino für seine Vorhaben und hat auch schon Europas Spitzenklubs eingeladen, weil er weiß, dass deren Stimme Gewicht hat und dass sie wie er auch nach dem Geld schielen. Die Fachzeitung kicker bezeichnet Infantino richtig als „Chef-Mauschler“. Wie kann sich ein Präsident zum Verkäufer eines Angebots machen! Ein geeigneter FIFA-Präsident ist er also nicht.

Die seltsamen Geschäftsgebaren der FIFA werfen auch Schatten auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Dort soll die Weltmeisterschaft für 2026 vergeben werden. Ein aufgeblähtes Turnier mit dann 48 Nationen, das schon fest in den Händen des Bewerbers USA mit Kanada und Mexiko schien. Doch jetzt trat mit Marokko ein ernstzunehmender Konkurrent auf, der schon öfters bei der WM-Bewerbung scheiterte und mit einem Pfund wuchern kann: Kurze Wege und die gleiche Zeitzone wie Europa, dem geschäftlich wichtigsten Kontinent einer Weltmeisterschaft. Andererseits gibt es Insider, die glauben zu wissen, warum Infantino für eine WM in den USA kämpft. Er verspricht sich offensichtlich Unterstützung des unberechenbaren US-Präsidenten Donald Trump, der darauf einwirken soll, dass der FBI die Ermittlungen gegen FIFA-Funktionäre wegen Korruption fallen lässt. Der Höhepunkt der Mauschelei wäre erreicht.

Dazu passt, dass die FIFA mit einem Handstreich nichts davon wissen will, dass es innerhalb der russischen WM-Mannschaft Doping geben soll. Handfeste Vorwürfe werden einfach vom Tisch gefegt, nach dem Motto, das nicht sein kann, was nicht sein darf. Kein Doping in Russland! Um den Schein zu wahren, werden Untersuchungen gegen nicht an der WM beteiligte Spieler fortgeführt. Das klingt, also wolle man die Öffentlichkeit an der Nase herumführen. Infantino singt Lobeshymnen auf Russlands Präsident Putin und den WM-Ausrichter Russland, mangelnde Meinungsfreiheit, Repressalien gegen Regierungskritiker oder andere Unregelmäßigkeiten interessieren ihn nicht. Dollarzeichen in den Augen machen deutlich, in Infantino steckt nur die Gier nach Millionen. Oder gilt er im Fußball gar als Vorbild?

Interessant auch der nächste Kommentar: „Die Bayern können nur Bundesliga“

Das IOC zwischen Angst und Verantwortung

Mit Spannung war die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) im Hinblick auf die Vorwürfe des staatlichen Dopings von Russland bei den Winterspielen 2014 in Sotschi erwartet worden. Im Hintergrund glühten die Drähte, um zu ergründen, wie ein salomonisches Urteil aussehen könnte, das die 14-köpfige Exekutive des IOC schließlich auch traf. Das IOC zwischen Angst und Verantwortung, Russland für Doping-Betrügereien sanktionieren, aber dennoch nicht gänzlich auf den Fuß steigen. Der Kompromiss, dass Russland als Mannschaft ausgeschlossen wird, einzelne russische Athleten aber starten dürfen, wenn sie den Nachweis erbringen, dass sie unbelastet sind, sieht nach einem Kuhhandel im Hintergrund zwischen IOC-Präsident Dr. Thomas Bach und Russlands Präsident Wladimir Putin aus.

Die Beweise für das staatliche Doping unter Einbeziehung des Geheimdienstes müssen erdrückend sein, sonst hätte Russland die Suspendierung nicht angenommen. Das Donnerwetter aus Moskau war pflichtgemäß inszeniert, Putin sorgte dafür, dass die unangenehmen Schlagzeilen national in den Hintergrund gedrängt wurden, weil er punktgenau seine erneute Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen kundtat. Am Ende konnte sich IOC-Präsident Bach für die konsequente Haltung des IOC feiern lassen, während man in Russland wohl zur Tagesordnung übergehen wird, nach dem Motto „alles nicht so schlimm“, machen wir weiter, wir dürfen uns nur nicht mehr erwischen lassen. Zum Glück gibt es aber immer wieder Leute, wie den früheren Leiter des Moskauer Anti-Dopinglabors, Rodschenkow, die des Betrugs überdrüssig sind und an die Öffentlichkeit gehen. Das IOC und alle Verbände sind dazu aufgefordert, dafür zu sorgen, dass russische Sportler strengen unabhängigen Kontrollen unterliegen. Eine Medaillenflut wie in Sotschi, als Russland die Nationenwertung zunächst offiziell gewann, wird es dann nicht mehr geben. 25 russische Sportler wurden nachträglich gesperrt, elf Medaillen, darunter vier Goldene, aberkannt. Das Ende wird es noch nicht sein.

Gespannt sein darf man, wie die Klagen der russischen Sportler beim Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne enden. 22 wurden wegen Dopings lebenslang gesperrt. Im schlimmsten Falle könnte es sein, dass der Ausschluss Russlands noch einmal ins Wanken gerät, wenn die Beweislast doch nicht hieb- und stichfest ist. Allerdings hätte dann wohl Russland die Sanktionen nicht akzeptiert.

Im Zuge des IOC-Urteils gerät auch der Fußball-Weltverband FIFA und sein Präsident Gianni Infantino immer mehr unter Druck. Russlands Sportminister und Vize-Premier Witali Mutko wurde als Drahtzieher des Staats-Dopings vom IOC lebenslang gesperrt, gleichzeitig lobt aber Infantino die Arbeit Mutkos als Cheforganisator der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Hier hat die FIFA mehr Angst als Verantwortung, denn sonst müsste sie schon lange den Vorwürfen des Dopings in Russlands Fußball nachgehen. Die Nationalmannschaft des Gastgeberlandes 2018 ist schon lange ziemlich erfolglos, soll aber 2018 für Furore sorgen. Mit Unterstützung vielleicht wie die russischen Olympia-Sportler 2014…

Infantino hat Angst vor einer Weltmeisterschaft ohne den Gastgeber und sieht sich nicht in der Verantwortung, den Doping-Anschuldigungen nachzugehen. Dagegen lobt er den Ausrichter, freut sich auf die „beste Weltmeisterschaft aller Zeiten“ und gibt sich damit selbst und die FIFA der Lächerlichkeit preis. Er hofft wohl darauf, dass die Zeit Wunden heilt. Schließlich hat das IOC Putins Reich auch ein Hintertürchen offen gehalten: Bei der Siegerehrung wird bei einem russischer Sportler, der unter neutraler Flagge antritt, genannt, dass er aus Russland kommt. Und bleiben alle brav und sauber, dann wird bei der Olympia-Schlussfeier in Pyongchang in Südkorea doch wieder die russische Fahne wehen. Alles vorbei, alles wieder gut. Infantino setzt darauf, dass bei der Fußball-WM das Doping-Theater nur noch Vergangenheit ist. Er verschließt die Augen und will ein fröhliches Fest feiern. Viel Spaß 2018.

Fußball-WM: Der Titel geht an…

Die Qualifikation ist gespielt, die Gruppen-Auslosung vollzogen – jetzt beginnt im Hinblick auf die Fußball-Weltmeisterschaft die schönste Zeit für die Fans, nämlich die Zeit der Diskussionen und der Rechenspiele. Jeder kann selbst den Spielplan durchrechnen, tippen und sein Fachwissen prüfen. Am Ende heißt es: Der Titel geht an…

Es passt zur Adventszeit, für die Fußball-Fans ist die Zeit der Vorfreude auf das Endturnier allerdings länger. Nicht nur drei Wochen, wie diesmal vom 1. Advent an bis zum Heiligen Abend, ansonsten etwa vier, sondern sechseinhalb Monate lang, bis zum Eröffnungsspiel am Donnerstag, 14. Juni, in Moskau. Die Paarung mit Gastgeber Russland gegen Außenseiter Saudi-Arabien ist allerdings kein Schlagerspiel. Höchstens für die Russen selbst, die über eine Glücks-Auslosung jubeln dürfen mit Ägypten und Uruguay als weitere Gegner. Viele haben ja im Vorfeld geunkt, das es die Russen schon schaffen werden, die Loskugeln entsprechend zu manipulieren. Halten wir es doch wirklich einfach für Glück (vermutliches Glück, denn ob die Gegner wirklich schlagbar sind, muss sich erst zeigen). Gedopt werden konnten die Kugeln ja nicht…

Eine sogenannte „Hammer-Gruppe“ kam bei der Auslosung nicht zustande, ist allerdings auch fast gar nicht möglich. Es ist das Problem wie auch in der Champions League, dass mit der Aufstockung des Teilnehmerfeldes in den Gruppenspielen die Spannung weniger geworden ist. 32 Nationen in acht Gruppen, die jeweils Ersten und Zweiten kommen weiter, da bleiben nach der Papierform nur wenige Fragen offen. Ein bisschen Spannung gibt es natürlich, vor allem im Kampf um Platz zwei und manchmal straucheln ja auch die Favoriten. Das ist ja das Schöne am Sport und speziell im Fußball – sicher ist nichts.

So warnt auch Bundestrainer Joachim Löw im Vorfeld vor Überheblichkeit und sieht Mexiko, Schweden und Südkorea als Gegner an, die seine Mannschaft fordern werden (aber nicht rausschmeißen). Keine Knüller, machbar, aber eben Vorsicht walten lassen. Alles andere als der Gruppensieg wäre für den Titelverteidiger, der wieder einer der WM-Favoriten ist, eine Enttäuschung. Er könnte auch den weiteren Weg erleichtern, wenn Brasilien in der Gruppe E Erster wird, die Schweiz, Serbien oder Costa Rica wären dann die möglichen Gegner im Achtelfinale. Weitere Mitfavoriten würden dann erst im Halbfinale warten. Papierform eben.

Die Bilanz gegen die Gruppengegner ist positiv. Mexiko ist ein alter Bekannter bei Weltmeisterschaften, stellte aber nie einen Stolperstein dar, insgesamt gab es fünf Siege, bei fünf Unentschieden und einer Niederlage. Knapper ist es mit Schweden, das ja immerhin Italien ausgeschaltet hat und damit auch Deutschlands Angstgegner bei Turnieren. Schlüpfen jetzt die Skandinavier in diese Rolle? Zuletzt gewannen sie 1958 als Gastgeber bei einer WM gegen Deutschland (3:1). Bilanz: 15 Siege, 9 Unentschieden, zwölf Niederlagen. Südkorea ist dagegen der große Unbekannte, scheiterte bei der WM 2002 im eigenen Land im Halbfinale mit 0:1 an Deutschland, verlor zuvor auch bei der WM 1994, siegte aber 2004 in einem Freundschaftsspiel mit 3:1. Ob die Augsburger Koo und Ji ihrem Trainer Tipps geben können? Ulli Stielicke hätte sie nicht gebraucht, musste aber seinen Hut nehmen, als Südkorea nicht mehr die gewohnte Leistung zeigte.

Wie gesagt, es wird gerechnet und spekuliert und gewartet auf das Turnier vom 14. Juni bis zum Finale am Sonntag, 15. Juli. Dann heißt es: Der Titel geht an… Es wird auf jeden Fall ein großartiges Turnier werden, das zumindest prophezeit FIFA-Präsident Gianni Infantino, der Meister des Verdrängens: „Es wird die beste WM aller Zeiten“, jubelte er und lässt außen vor, das in Putins Reich Presse- und Meinungsfreiheit ein kümmerliches Dasein fristen.

Übrigens, das Spekulieren könnte eigentlich ein Ende haben. Geht es nach der Statistik, dann steht der Sieger schon fest. Bei den letzten Turnieren 2006, 2010 und 2014 siegte jeweils die Mannschaft, die in der stärksten Gruppe (nach der Weltrangliste) beheimatet und die dort der Gruppenkopf war. Der Titel 2018 geht also an – Frankreich!

P.S.: Der Sport-Grantler feiert heute ein kleines Jubiläum, dies ist die 250. Kolumne seit dem Start am 20. August 2013. Der Dank geht an die Leser in aller Welt! Die meisten Leser sind natürlich im deutschsprachigen Raum zu finden, in Deutschland, Österreich und der Schweiz, regelmäßige Leser dazu gibt es vor allem in Brasilien, Kanada, Italien und den USA. Aber auch in Russland…