Die Woche des FC Bayern

von knospepeter

 

Hat Pep Guardiola da etwas missverstanden? „Im Frühjahr müssen wir in Form sein, da werden die Titel vergeben“, hat der Trainer leise Kritik am etwas schleppenden Saisonbeginn des FC Bayern München abgewehrt. Wer sagt’s dem Spanier? Bereits am Freitag geht es um den ersten Titel und das Finale um den UEFA-Supercup ist an Prestige kaum zu überbieten: Bayern gewann diesen Pokal noch nie und wieder steht Pep Guardiola seinem alten Kontrahenten Josè Mourinho gegenüber, wenn Champions-League-Sieger Bayern in Prag auf Europa-League-Sieger Chelsea London trifft. Außerdem geht es für die Bayern um eine Revanche für die Finalniederlage in der CL von 2012.

 

Es ist überhaupt die Woche des FC Bayern, ob es eine erfolgreiche und glückliche sein wird, wissen wir am Freitag. Zunächst steht am Dienstag, 27. August, das vorgezogene Bundesligaspiel beim SC Freiburg auf dem Programm. In der jetzigen Phase der Meisterschaft mehr als ein Pflichtprogramm, schließlich gilt es in der Bundesliga weiterhin mit vorne weg zu marschieren, nachdem auch Dortmund, Leverkusen und Mainz ebenfalls dreimal siegten. Wer strauchelt als Erster? Pep wird in seinem Personalpuzzle darauf achten müssen, dass am Freitag alle in Form sind (nicht erst im Frühjahr).

 

Am Donnerstag steht für die Bayern, vor allem aber für Stürmer-Star Franck Ribery ein weiterer wichtiger Termin an: Die Wahl zum „Spieler des Jahres“ in Europa. „Dieser Titel wäre mir sehr wichtig“ gestand Ribery im kicker. Pep Guardiola betrieb wohl auch ein bisschen Wahlwerbung, als er betonte, Ribery sei der beste und sein wichtigster Spieler. Konkurrenten sind die üblichen Verdächtigen, nämlich Messi und Ronaldo. Allerdings haben beide auf der internationalen Bühne nichts geholt – im Gegensatz zu dem Franzosen. Die Stimmung bei den Bayern ist eindeutig: „Wenn nicht jetzt, wann soll dann einmal ein Bayern-Spieler so eine Wahl gewinnen.“ Im Zweifel müsste halt noch einmal der Champions-League-Sieg her! Ein Nachteil: Im Vorjahr hatten Messi und Ronaldo schon gegen Iniesta vom FC Barcelona das Nachsehen. „Düpiert“ die Jury die Welt-Stars ein weiteres Mal? Immer Messi oder Ronaldo ist aber auch langweilig. Es wählen übrigens 53 Journalisten unter Federführung des kicker. Ein gutes Zeichen?

 

Franck Ribery wäre vielleicht ein persönlicher Sieg am Donnerstag wichtiger als ein Erfolg mit der Mannschaft am Freitag. Ein Bayern-Sieg würde aber nicht nur die geglückte Revanche bedeuten, sondern wäre auch ein Signal an die Spitzenteams in Europa bzw. in der Welt: Seht her, wir bleiben die (vermutlich) beste Mannschaft der Welt! Die Bayern hätten vor allem in der Champions League den Vorteil, dass ihnen die Gegner mit besonderem Respekt begegnen. Hat Pep Guardiola die richtige Taktik gegen seinen alten Kontrahenten aus Spanien? Als Pep und Mourinho in Barcelona und Madrid das Sagen hatten, gab es viele Spannungen, am Ende war Guardiola der erfolgreichere, Mourinho der lautere und ekelhaftere von beiden. Brisanz ist also gegeben!

 

Übrigens Herr Guardiola: Noch ein wichtiger Titel wird noch in diesem Jahr vergeben, bei der Klub-Weltmeisterschaft wollen ja die Bayern München Mitte Dezember auch untermauern, dass sie die beste Mannschaft der Welt sind! Jetzt aber erst mal Chelsea schlagen…

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