Nur wenige Fragezeichen im Löw-Team

von knospepeter

 

Die Fußball-Bundesliga macht zwei Wochen Pause, die Nationalmannschaft rückt wieder einmal in den Blickpunkt. In den Länderspielen gegen Österreich am Freitag in München und Dienstag auf den Färöer Inseln sollen endgültig die Weichen Richtung Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien gestellt werden. Sorgenfrei ist Bundestrainer Joachim Löw nicht, denn die Abwehr patzte zuletzt und im Mittelfeld fehlen ihm mit Schweinsteiger und Gündogan gleich beide Strategen verletzt.

Dies ist allerdings auch die Gelegenheit für die Kontrahenten, sich zu zeigen und den WM-Kader zu empfehlen. Ein Blick auf die Auswahl zeigt jedoch, dass die Plätze fast alle vergeben sind. Im Löw-Team gibt es nur noch wenige Fragezeichen. So zum Beispiel die Frage nach Roman Weidenfeller. Wird Dortmunds Torhüter noch ein WM-Fahrer oder hält Löw an einem der jungen Keeper (Zeiler, ter Stegen oder Leno) fest.

Ein Überblick über die Zweikämpfe:

Neuer – Adler: Der Bayern-Torhüter ist die klare Nummer 1, die Frage bleibt (siehe oben), ob Roman Weidenfeller noch eingreifen darf oder nicht. Er könnte aber bestenfalls Adler als Nummer 2 verdrängen, die jungen Keeper müssten dann zu Hause bleiben. Wäre das sinnvoll oder sollten sie nicht lieber im Hinblick auf die Zukunft WM-Luft schnuppern?

 

Lahm – ?: Wenn der Kapitän einmal ausfällt, gibt es auf der Position des rechten Verteidigers nur ein großes Fragezeichen. Löw hat quasi keinen „Back up“, sondern höchstens Notlösungen parat (Boateng, Höwedes, L. Bender). Eigentlich ein Armutszeugnis. Gratulation an Philipp Lahm, er macht gegen Österreich sein 100. Länderspiel, ist die Nummer acht der ewigen Rangliste und kann auf den Färöer schon Thomas Häßler (101) und bald Franz Beckenbauer (103) einholen. Rekordmann ist Lothar Matthäus mit 150 Länderspielen.

Schmelzer – Janssen: Der Dortmunder Verteidiger galt zunächst als „Notnagel“, aber mangels Konkurrenz hat er jetzt einen Stammplatz. Fährt sicher zur WM, Marcel Janssen und als weiterer Kandidat Dennis Aogo (jetzt Schalke) sind nicht konstant genug in ihren Leistungen.

Mertesacker/Hummels – Boateng/Höwedes: Die erste Paarung ist wohl der Stamm für die Innenverteidigung, obwohl Per Mertesacker oft Schnelligkeitsdefizite offenbart und Mats Hummels durch Leichtsinn „glänzt“. Gerade Jerome Boateng hat bei Bayern zuletzt einen Schritt nach vorne gemacht und die Fehler minimiert. Er ist ein echter Herausforderer. Benedikt Höwedes kann auf allen Positionen in der Abwehr einspringen, ist überall ein Notnagel. Leider fehlt Holger Badstuber als echte Alternative verletzt.

Schweinsteiger – Gündogan: Beide fehlen in dieser Woche verletzt, beide sind aber sichere WM-Fahrer. Einen echten Konkurrenten für ihre Position gibt es nicht, Co-Kapitän Bastian Schweinsteiger sollte seinen Platz in der Stammelf behaupten, weil er mehr Erfahrung hat und die Mannschaft führen kann.

Khedira – L. Bender: Noch hat der Real-Star die besseren Karten, aber Lars Bender hat in den letzten Länderspielen gezeigt, dass er mehr als nur ein Ersatzmann ist, sondern eine echte Alternative. Jetzt muss er wohl Schweinsteiger ersetzen. Bruder Sven steht noch ein Stückchen dahinter.

Müller – Schürrle: Der Münchner hat wohl die Nase vorn, er ist nicht so ausrechenbar wie Schürrle und immer für die besondere Aktion gut. Thomas Müller kann überall im Angriff eingesetzt werden – ideal für den WM-Kader.

Reus – Podolski: Der Dortmunder hat hier die besseren Karten, Lukas Podolski hatte zuletzt Probleme mit dem modernen Spiel, bleibt aber fester WM-Kandidat. Andre Schürrle ist auch Herausforderer auf dieser Seite, dazu kommt der Leverkusener Sidney Sam. Da darf sich keiner ausruhen.

Özil – Götze/Kroos: Noch ist Mesut Özil der „Platzhirsch“ als Spielmacher, aber eine Formschwäche darf er sich nicht erlauben. Mario Götze und Toni Kroos wollen ihn beerben, haben aber nicht unbedingt das Vertrauen von Jogi Löw. Dahinter wartet aber auch noch Julian Draxler.

Klose – Gomez: Löw lässt seit einiger Zeit nur mit einer Spitze spielen und seitdem duellieren sich die beiden Torjäger. Miro Klose hatte zuletzt die Nase vorn, weil er spielerisch stärker ist als „Tormaschine“ Mario Gomez. Beide kämpfen in Italien um die Nummer 1. Vielleicht gibt es einen lachenden Dritten? Max Kruse beeindruckte zuletzt im Nationalteam und bei Gladbach und passt eigentlich gut zur Taktik von Jogi Löw.

Der Bundestrainer sagt immer, für jeden sei die Tür für den WM-Kader noch offen, aber im Grunde genommen steht der Kreis der Kandidaten fest. Schmerzlich wird nur kurz vor der Weltmeisterschaft die endgültige Auswahl, wenn manche zu Hause bleiben müssen. Das am Ende alle zu Hause bleiben müssen, wird wohl nicht passieren. Vom Weg nach Brasilien sollte sich die Nationalmannschaft nicht mehr abbringen lassen.

Advertisements