Basketball-Bundesliga: NIcht glücklich über den Glücksfall Bayern

von knospepeter

 

Am Mittwoch, 2. Oktober, beginnt die neue Saison der Basketball-Bundesliga. Natürlich gibt es hier kein Ballyhoo wie im Fußball, aber gegenüber den Konkurrenten Handball und Eishockey hat sich Basketball hierzulande ziemlich sicher als Nummer zwei der Ballsportarten etabliert. Mitgeholfen hat dazu eine Galionsfigur wie Dirk Nowitzki, aber zuletzt auch das Engagement des FC Bayern München. Wo die Bayern dabei sind, sind auch Schlagzeilen garantiert, die Basketball-Bundesliga ist also im Gespräch.

Die Bayern haben zwar aktuell noch nichts gewonnen, aber sie sind bereits ein Zugpferd der Liga. Die Konkurrenz ist aber nicht nur glücklich über den Glücksfall. Die Bayern haben nämlich damit angefangen, bei den Konkurrenten zu wildern. So kamen allein vier Spieler von Alba Berlin, einst ungekrönter König im Basketball. Jetzt mussten die Berliner eine neue Mannschaft aufbauen (zwölf Spieler neu!) und Geschäftsführer Marco Baldi lästert Richtung München: „Das Scouting ist nicht sehr einfallsreich.“ Mit John Bryant aus Ulm haben die Bayern außerdem den besten Spieler der letzten Saison geholt und damit zählen sie fast schon logisch zum Favoritenkreis. Allein Titelverteidiger Brose Baskets Bamberg traut man zu, die Bayern zu stoppen. Schon im vergangenen Jahr lieferten sich die beiden bayerischen Konkurrenten heftige und reizvolle Duelle.

Beobachter fragen sich, ob das Engagement der Bayern aufgeht. Präsident Uli Hoeneß outete sich als Basketball-Fan, also sollte Basketball nicht so schnell von der Bildfläche verschwinden wie einst Eishockey aus der Bayern-Familie vor Jahrzehnten unter Wilhelm Neudecker. Uli Hoeneß will Basketball in München nachhaltig etablieren und die Bayern haben es auch geschafft, dass die alte Rudi-Sedlmayr-Halle, heute Audi Dome, fast immer ausverkauft ist. Rund 6700 Zuschauer reichen allerdings nicht und die Bayern setzen diesbezüglich auf Red-Bull-Besitzer Mateschitz. Der Brause-König hat sich im Eishockey eingekauft und will im Olympiapark eine Mehrzweckhalle für 10.000 Zuschauer bauen – mit Bayern-Basketball als Untermieter.

Die Konkurrenz im Basketball beklagt, dass die Bayern viel Geld ins Basketball stecken, dass der Profi-Fußball hier als Geldgeber fungiert. Uli Hoeneß bestreitet dies: „Von den Profis gibt es keinen Euro, Basketball muss sich selbst tragen.“ Fakt ist, dass sich die Bayern auch Verluste beim Basketball leisten könnten. Fakt ist allerdings auch, dass Erfolge im Basketball für die Bayern notwendig sind, sollte der Namen keinen Schaden nehmen. Fakt ist auch, dass die Bundesliga von den Bayern profitiert. Sichtbar wird dies auch beim Fernsehen. Sport1 ist Partner der BBL und hat sich für den ersten Spieltag für Donnerstag gleich die Partie Bonn – Bayern ausgesucht. Es ist wie immer: Der Name Bayern garantiert hohe Einschaltquoten. Und ein Anreiz bleibt für die Konkurrenz: „Für uns gibt es nichts Schöneres, als solche Großen zu ärgern“, freut sich Ulms Geschäftsführer Stoll. Da befinden sich die Bayern-Basketballer also schon auf den Spuren der Fußball-Profis.

Übrigens hätten es die Bayern mit einer anderen Mannschaft im Verein leichter gehabt Titel zu holen: Das Team der Damen in der Frauen-Bundesliga aufzupäppeln wäre sicher billiger gewesen. Der VfL Wolfsburg hat es vorgemacht und innerhalb kürzester Zeit bei den Frauen das „Triple“ geholt. Die Bayern-Mädchen müssen da mit einem vergleichsweise geringen Etat leben. Aber Basketball schien den Bayern-Bossen reizvoller zu sein und findet wohl auch international mehr Beachtung. Auch der FC Barcelona und Real Madrid haben erfolgreiche Basketball-Abteilungen. Und zu den Klubs schielen die Bayern immer. Dass der Name Bayern auch international zieht, zeigt sich daran, dass die Bayern eine Wild Card für die Champions League im Basketball erhielten. Auch international erweisen sich die Bayern-Basketballer als Glücksfall. Mal sehen, wann der erste Titel fällig ist.

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