Olympia ist immer ein Gewinn

von knospepeter

 

Am Sonntag, 10. November, wird in Bayern wieder gewählt. Diesmal allerdings nur in einem Teil des Landes und keine Politiker stehen zur Wahl, sondern eine grundsätzliche Frage: Wollen wir Olympische Spiele – ja oder nein? Dies muss die Bevölkerung in München, Garmisch-Partenkirchen und den Landkreisen Traunstein und Berchtesgaden für ihre Region entscheiden. Die Frage: Soll sich München mit den Partnern für die Olympischen Winterspiele 2022 bewerben oder nicht? Das Votum wird entscheidend sein. Bei einer Zustimmung wird sich München aber erst einmal bewerben, ob es den Zuschlag erhält, entscheidet sich erst 2015.

Gegenüber der Bewerbung für die Winterspiele 2018 haben es die Organisatoren diesmal geschickter angestellt, sie haben die Bevölkerung von Anfang an mit ins Boot genommen und in ihrem Konzept auch mehr auf die Umwelt geachtet. Deshalb sind nicht mehr so viele Wettbewerbe in Garmisch-Partenkirchen geplant, dafür ist das Biathlon- und Langlaufzentrum Ruhpolding mit dabei.

Aber München steht mit seiner Bewerbung nicht allein da, es gibt weitere interessante Aspiranten. So hat sich jetzt Peking gemeldet, mit dem 200 Kilometer entfernten Zhangijakou als Co-Gastgeber. Die Ukraine ist mit der Stadt Lemberg dabei, Polen schickt Krakau ins Rennen und will gemeinsam mit der Slowakei Olympia organisieren, aber der stärkste Gegner dürfte wohl Oslo sein, das norwegische Wintersport-Mekka.

Die Aussichten für München wären nicht schlecht, vor allem weil die Stadt schon für 2018 einen guten Eindruck gemacht hatte, wenn auch Südkorea mit Pyeongchang gewann. Aber 2014 ist Sotschi Gastgeber (Russland, aber fast schon Asien), 2018 Südkorea, 2016 Rio de Janeiro in Brasilien und 2020 Tokio Gastgeber der Sommerspiele, da ist, sagen wir mal Mittel-Europa also dran. Nachdem es in Sotschi Probleme gibt, Brasilien als unsicherer Kantonist gilt und selbst Japan nach der Reaktorkatastrophe mit Vorsicht zu genießen ist, sehnen sich die IOC-Mitglieder sicherlich wieder nach einem „ruhigen“ Austragungsort. Das wären sowohl München als auch Oslo, wobei München den Charme hat, als erste Stadt dann Sommer- und Winterspiele (1972 und mit 2022) zu beherbergen, also mit genau 50 Jahren Abstand!

Natürlich hat es bei der Bewerbung von München sofort wieder kritische Stimmen gegeben, die Olympische Spiele als „Monster“ sehen, als Steuergelder schluckendes Ungeheuer oder Umweltzerstörer. Diese engstirnigen Miesmacher übersehen, welche Chancen sportliche Großereignisse nicht nur für eine Region, sondern für das ganze Land haben. Bestes Beispiel ist die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, die zum Sommermärchen wurde und kräftig das Image der Deutschen verbesserte. München selbst war ja 1972  Beispiel dafür, dass Olympia ein Gewinn für die Stadt und Deutschland ist, trotz des Attentats auf israelische Sportler. Und München glänzt jetzt mit dem Konzept, weitgehend auf bestehende Sportanlagen zurückzugreifen. Besser geht es nicht.

Die Kritiker sollten wissen: Olympia ist immer ein Gewinn. Wer alles verhindern will, an dem wird am Ende der Fortschritt vorbeigehen. Und viele fordern, die Millionen für Olympia sollten lieber in die Schule oder Kunst gesteckt werden, dem sei gesagt, dass Olympische Spiele immer auch besondere Gelder flüssig machen.

Der Sport-Grantler hofft auf ein positives Votum und auf eine erfolgreiche Bewerbung.

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