Mehr Angst vor der Hitze als vor den WM-Gegnern!

von knospepeter

 

Jetzt kann die Fußball-Weltmeisterschaft kommen! Die WM-Auslosung bot allerdings nur wenig von der brasilianischen Lebensfreude und Begeisterung, wegen der wir uns auf diese Weltmeisterschaft freuen. Bleibt halt doch nur der sportliche Aspekt und da können sich Bundestrainer Joachim Löw und seine Mannen schon freuen: Das Los bescherte eine durchaus machbare Gruppe, der Blick kann nach vorne gerichtet werden. 

Portugal, Ghana und die USA sind Gegner, die durchaus ernst genommen werden müssen, die Deutschland aber auch schlagen muss bzw. gegen die man am Ende als Nummer eins der Gruppe dastehen muss, wenn man Weltmeister werden will. Ziehungsmodus und Losglück bescherten sehr unterschiedliche Gruppen. So dürfen Spanien und die Niederlande hadern (und mit ihnen Chile und Australien), denn der Gruppenzweite trifft im Achtelfinale wohl auf Brasilien. Glücklich sind damit freilich auch die Brasilianer nicht. Eine „Hammergruppe“ ist auch die Gruppe D mit Uruguay, Costa Rica, England und Italien. Ein „Großer“ muss ausscheiden! Als Gegenstück dazu gibt es die Gruppe C mit Kolumbien, Griechenland, Elfenbeinküste und Japan oder die Gruppe H mit Belgien, Algerien, Russland und Südkorea. 

Was bedeutet das für Deutschland? Portugal „lebt“ vor allem von Superstar Christiano Ronaldo. Ist er in Form, wird es gefährlich. Aber ein Mann allein macht noch keinen Sieger, da hat Deutschland mehr zu bieten. Ghana hat dagegen nicht den einen Superstar, aber einige Weltklassespieler und reizvoll ist vor allem das Duell der Boateng-Brüder. Als Mannschaft ist Ghana stärker einzustufen. Ja, und dann folgt das Aufeinandertreffen mit dem ehemaligen Bundestrainer und Löw-Chef Jürgen Klinsmann und den USA. Ein Geheimtraining kann sich Löw im Vorfeld schenken, die NSA wird für Klinsmann alle taktischen Kniffe ausspionieren… 

Der Weg ist eigentlich vorgezeichnet. Deutschland sollte Gruppensieger werden und trifft dann im Achtelfinale auf den Zweiten der Gruppe H, das könnte Russland sein, allgemein wird Belgien stärker eingeschätzt (Außenseiter mit Halbfinalchancen!), Südkorea könnte für eine Überraschung sorgen. Wie auch immer, der „Aufstieg“ ins Viertelfinale muss gelingen. Problem: Weite Anreise nach Porto Alegre und dort klimatisch schwierige Verhältnisse. 

Im Viertelfinale könnte Frankreich winken, eine schwere, aber lösbare Aufgabe, wenn Philipp Lahm seinen Mannschaftskameraden Franck Ribery in die Schranken weisen kann. Gespielt würde in Rio de Janeiro, da sollte die Hitze Frankreich keine Vorteile verschaffen. 

Geht also alles glatt, dann steht Deutschland im Halbfinale. Jetzt beginnt die WM erst richtig! Der Papierform nach könnten die Halbfinals Brasilien – Deutschland und Spanien – Argentinien lauten, die WM-Favoriten wären also unter sich, das Duell Südamerika gegen Europa auf dem Höhepunkt. Bela Horizonte wäre für Deutschland der nächste Spielort, quasi nur einen „Katzensprung“ von Rio entfernt. Offen ist allerdings, wie das DFB-Team überhaupt die Quartierfrage löst. Aber Brasilien wäre der Gegner, den man sich eigentlich erst im Endspiel wünscht. Doch wer Brasilien zu Hause ausschaltet, der sollte auch den Titel gewinnen! Wohlgemerkt „sollte“, „muss“ aber nicht… Vor allem darf der Bundes-Jogi da keine taktischen Fehler machen! 

Verfolgt man die Äußerungen nach der WM-Auslosung, so bleibt als Fazit, dass im deutschen Team die Angst vor der Hitze und den klimatischen Bedingungen größer ist als vor den WM-Gegnern. Egal ob Jogi Löw selbst oder Manager Oliver Bierhoff, die Rede war immer von den extremen Bedingungen. Hatten wir das nicht schon mal? Zum Beispiel in Mexico? Pech für das DFB-Team (Glück für uns Zuschauer zu Hause), dass Deutschland zweimal um die Mittagszeit antreten muss, also bei Hitze um die 30 Grad. Gegen Ghana (16 Uhr) ist es immerhin ein bisschen später. Aber austrainierte Profis sollten die Belastung verkraften können. Da muss auch die Vorbereitung stimmen und Löw bei den Aufstellungen Geschick beweisen, denn Wechsel sind möglich. 

Die WM kann also kommen – wenn die Stadien denn auch pünktlich fertig werden!

Advertisements